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Mal wieder auf der Intensiv

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Mal wieder auf der Intensiv

Schläuche, überall Schläuche.
Ich weiß, wo ich bin. Zwar nicht Ort und Zeit; aber den Raum erkenne ich sofort: eine verschissene Intensivstation. Stockdunkel, zweihundert LED- Lämpchen blinken nervös, ein Dutzend Apparate fiepen entsetzlich. Vermutlich mitten in der Nacht.

Mein Schädel dröhnt, das Herz rast wie bei einem nicht enden wollenden 400-Meter-Lauf. Ich würde mich am liebsten übergeben. Den ganzen Dreck in einem Schwall auskotzen, mich sofort besser fühlen, aufstehen und nach Hause gehen. Das klappt nicht. Ich spüre noch nicht einmal das allergeringste Würgegefühl. Mann, ist mir elend zumute. Wie lange habe ich durchgesoffen: eine Woche, vierzehn Tage? Am Anfang war es Bier, danach Wodka und Doppelkorn. Zwischendurch mal ein Joint mit Tina.

Süßer Qualm, der mich zum Husten reizt und Durchfall verursacht. Wo ist Tina überhaupt abgeblieben: liegt sie im Bett neben mir? Ich kann meinen Kopf nicht bewegen, um nachzuschauen. Alles dreht sich, wirbelt bunt durcheinander. Völlig egal. Tina ist ein zähes Mädchen. Die wird’s schon selbst packen; braucht keinen Aufpasser. Wir saufen manchmal zusammen, knutschen und fummeln ein bisschen und dann geht jeder von uns seiner Wege. Ist völlig autark, die Gute. Entwickelt sich nie zur nervenden Klette. Deshalb mag ich sie. Den Rest hat mir der Jägermeister gegeben. Widerliches Zeug. Die vierzig Kräuter sind es, die einen umhauen.

Wie mag ich hierhergekommen sein: liegend oder zu Fuß? Hin und wieder schaffe ich es ja, mich bis ins nächste Krankenhaus zu schleppen. Ich kann mich an nichts erinnern. Kompletter Filmriss. Jetzt erstmal alles wurscht: ich habe Durst, entsetzlichen Durst. Wo ist die gottverdammte Krankenschwester? Wollen sie mich hier heute Nacht einsam sterben lassen?

Kann ich Pillen oder Wodka haben?
Irgendwo muss der Alarmknopf sein. Normalerweise hinter mir. Ob ich es packe, Kopf und Arm in die Höhe zu hieven? Ich bin so platt, als ob mich ein Zehntonner überfahren hätte. Links schwillt irgendwas an. Die blöde Blutdruckmanschette. Ich hasse dieses Teil. Warntöne erklingen. Das ist gut, brauche ich nicht mehr nach dem dämlichen Schalter zu suchen. Ein Pfleger hastet herein, schaut auf das Messgerät:
»170 zu 100. Puls 160 … Sind Sie endlich wach?«
»Ja.«
»Wie geht es Ihnen?«
»Scheiße.«
»Kann ich mir vorstellen.«

»Kriege ich was?«
»Was denn?«
»Pillen.«
»Nein, noch nicht.«
»Was soll das heißen: noch nicht?«
»Sie haben zu viele Promille. Frühestens in acht Stunden.«
»Wollen Sie mich verarschen? Dann bringen Sie mir eine Pulle Wodka.«
»Sie scheinen ein Spaßvogel zu sein. Das mag ich an euch Alkoholikern: ihr seid immer zum Scherzen aufgelegt.«
»Sehe ich aus, wie jemand, der einen Clown spielen will? Ich krepiere gleich, wenn Sie mir kein Valium bringen.«
»So schnell sterben Sie nicht. Keine Sorge. Sind ja mit über fünf Promille zu Fuß hier reinmarschiert.«
»Und dann?«
»Haben Sie sich vor der Rezeption auf den Teppich gelegt.«

»Oh weh.«
»Ist Ihnen das peinlich.«
»Nein. Völlig scheißegal. Ich will nur Tabletten gegen den Entzug haben. Alles andere interessiert mich nicht.«
»Hat der Arzt nicht verordnet. Tut mir leid.«
»Dann rufen Sie ihn. Schnell!«
»Der schläft und will sicher nicht wegen zwei Pillen geweckt werden. Gedulden Sie sich ein paar Stunden und trinken Sie in der Zwischenzeit viel Wasser. Das reinigt den Körper.«
»Ja ja. Schon gut. Hab’s verstanden.«

Der bullige Kerl verschwindet im Dunkel des Korridors und lässt mich alleine zurück.

Bloß weg von hier!
Ich fühle mich entsetzlich. Der Schweiß bricht mir aus und läuft in dicken Bahnen vom Hals über die Brust bis zum Bauchnabel. Das Herz pumpt wie bei einem Triathlon. Mein Nervensystem ist derart gereizt, dass ich ein Wasserglas in der Hand zerspringen lassen würde. So ähnlich muss es sich anfühlen, wenn man in die Hölle einfährt. Haben sie mich fixiert? Ich bewege vorsichtig Hände und Füße. Nein: das ist sehr erfreulich. Im Zeitlupentempo stemme ich meinen Kopf nach oben. Ich habe noch Jeans und T- Shirt an. Und trage nicht das entwürdigende, blaue Hemdchen. Sehr gut. Weiß der Himmel, weshalb sie mich nicht umgezogen haben. Mir soll es recht sein. Irgendjemand schnarcht im Nachbarbett. Ob das Tina ist? Nein, das Grunzen klingt männlich. Sie wartet wahrscheinlich draußen auf mich. Ich beginne, mich zu entstöpseln und die Schläuche rauszureißen.

Kleine Blutfontänen spritzen. Alles halb so wild. Wird in einigen Minuten wieder aufhören. Mache ich ja schließlich nicht zum ersten Mal. Gleich werden Alarmglocken schrillen. Dann will ich aber schon auf dem Fußboden stehen und nicht mehr auf der Matratze liegen. Meine rechte Seite schmerzt höllisch. Ob ich da drauf gefallen bin? Fühlt sich an wie eine Mischung aus Schlag mit einem Baseballknüppel und Mega-Hexenschuss. Egal, ich muss raus aus diesem Bett.

Die Sirenen heulen auf. Der Pfleger kommt erneut herein gespurtet.
»Was tun Sie da, um Gottes Willen?«
»Seh’n Sie doch. Ich verabschiede mich.«
»Das können Sie nicht tun.«
»Aber sicher doch. Mir geht’s schon wieder ausgezeichnet.«
»Ohne Arzt lasse ich Sie nicht raus.«
»Ich denke, der pennt. … Dann wecken Sie ihn. Sonst bin ich durch die Tür.«
»Warten Sie bitte.«

Er sprintet nach links. Ich zähle bis zehn und wanke nach rechts. Die Türen sind alle geöffnet. Glück gehabt: kein Hochsicherheitstrakt. So schlimm kann es nicht gewesen sein. Sonst hätten sie mich angebunden. Ich kenne das Spiel zur Genüge. In diesem Krankenhaus war ich schon mal. Eine Treppe runter, dann geradeaus, nach links und nun ohne Aufsehen durchs Foyer. Irgendjemand schreit, ich schaue nicht nach hinten. Ich bin im Freien. Niemand hat mich angehalten. Sehr gut! Jetzt rasch weg vom Gelände. Die rufen sofort die Polizei, wenn einer stiften geht. Ich stehe in verdreckter Jeans und kurzärmligen Shirt auf dem Parkplatz. Über und über mit Blut besudelt. Barfuß. Mist, habe die Schuhe in der Eile vergessen. Nicht mehr zu ändern. Stecken Kanülen im Handrücken? Daran erkennen sie einen nämlich schnell. Nein, alles oben schon abgerissen. Was für ein Glück, dass sie keinen Harnkatheter gesetzt hatten. Den hätte ich selber nicht entfernen können. Ich humpele fort in Richtung Fluss. Vom Ufer aus kann ich mich schlafwandlerisch orientieren.

Mal wieder in trügerischer Freiheit
In meiner Hosentasche entdecke ich einen zerknüllten Zwanziger. Was für ein unglaubliches Schwein ich habe. Das sind locker fünf Bier und drei Flachmänner an der Nachttanke. Der Abend ist gerettet. Die Vorfreude auf den Alkohol vertreibt die schlimmsten Schmerzen. Mich fröstelt. Mitte Januar wird es abends ohne Jacke und Schuhe verdammt kalt. Besser frei und frieren als warm in Gefangenschaft. Ich beschleunige meine Schritte. Ich schiebe den Schein in den Schlitz und der Kassierer legt im Gegenzug Hansa-Pils und Billigfusel in die Metallklappe. Den ersten Nullzweier leere ich neben Zapfsäule 4. Binnen Sekunden durchströmt ein wohliges Wärmegefühl meinen Körper. Ausgehend vom Magen flutet es in die Adern und erreicht meine überreizten Synapsen im Gehirn. Das Zittern stoppt. Die Finger gehorchen wieder meinem Willen. Ich kippe zwei Dosen hinterher und spare mir den Rest für den langen Weg auf. Sind schätzungsweise drei Kilometer bis zu Tinas Wohnung quer durch den dunklen Park. Ob sie sich freut, mich wiederzusehen? Ich werde ihr einen Flachmann als Geschenk mitbringen. Und morgen: wie soll es dann weitergehen? Egal, morgen ist morgen. Was soll ich mir jetzt den Kopf über die Zukunft zerbrechen? In einer Stunde werde ich auf Tinas Sofa liegen, zusammen mit ihr saufen und eine Runde vögeln.

Ich werde auf einmal müde und setze mich auf eine Bank. Die Lider klappen runter. Bloß nicht im Freien einpennen, schwirrt es durch meinen Schädel: »Du wirst bei diesen Temperaturen erfrieren.« Letztlich alles egal. Irgendwann geht es eben zu Ende. Keine Party dauert ewig. Ich kippe seitlich weg ins feuchte Gras. In fünf Sekunden schlafe ich ein. Scheiße, nicht mehr bis zu Tina geschafft. Ob sie mich suchen und rechtzeitig finden werden? Mir wird schwarz vor Augen.

 
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Hallo @sinuhe

Puh, ich weiss nicht recht, wie ich deine Kurze einschätzen soll. Einerseits eindringlich geschrieben aus der Sicht eines unverbesserlichen Alkoholikers, der sich regelmässig – mit Ziel Notaufnahme – ins Koma säuft, andererseits ist der Plot relativ dünn, das habe ich so schon oft von anderen Alkoholiker-Geschichten vorgesetzt bekommen. Raus aus der Klinik, ab zur Tanke und alles von vorn. Da wünschte ich mir was neues, überraschendes zu lesen, als nur den drölfzehnten Absturz. Irgend etwas, was dem ganzen eine tiefere Bedeutung gibt, Tina (Jeanette?) ist verschwunden und er muss sie suchen, weil – keine Ahnung, du verstehst, was ich meine?

Noch etwas Texmeck:

Ich weiß, wo ich bin. Zwar nicht Ort und Zeit; aber den Raum erkenne ich sofort: eine verschissene Intensivstation. Stockdunkel, zweihundert LED- Lämpchen blinken nervös, ein Dutzend Apparate fiepen entsetzlich. Vermutlich mitten in der Nacht.
Zweihundert / Dutzend – etwas hoch dosiert. Ich würde die Intensivstation nach hinten schieben, das fördert die Steigerung:
"Stockdunkel, vermutlich mitten in der Nacht. Aber ich weiß, wo ich bin. Nervös blinkende LED- Lämpchen, entsetzlich fiepende Apparate, die verschissene Intensivstation."

Die Station, weil er schon öfters da war. ;)


Den ganzen Dreck in einem Schwall auskotzen, mich sofort besser fühlen, aufstehen und nach Hause gehen.
Hier dachte ich nicht an Alkohol, eher an harte Drogen.

Wo ist Jeanette überhaupt abgeblieben
Jeanette, heisst die nicht Tina?

»Sie scheinen ein Spaßvogel zu sein. Das mag ich an euch Alkoholikern: ihr seid immer zum Scherzen aufgelegt.«
Würde ein Pfleger so nie sagen. Behaupte ich einfach mal.

»Der schläft und will sicher nicht wegen zwei Pillen geweckt werden. Gedulden Sie sich ein paar Stunden und trinken Sie in der Zwischenzeit viel Wasser. Das reinigt den Körper.«
Auch hier frage ich mich, ob man am Tropf auf der Intensiv überhaupt trinken darf.

»Ich denke, der pennt. … Dann wecken Sie ihn. Sonst bin ich durch die Tür.«
Da würde ich den Pfleger "sprachlos machen".
»Ohne Arzt lasse ich Sie nicht raus.«
»Ich denke, der pennt?«
» … «
»Dann wecken Sie ihn. Sonst bin ich durch die Tür.«
»Warten Sie bitte.«

Soweit mein Leseeindruck, hoffe, du kannst trotzdem was damit anfangen.
Liebe Grüsse, dot

 
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Guten Morgen dot,

du hast völlig Recht: das ist keine Kurzgeschichte im klassischen Sinn. Also mit in sich abgeschlossenem Handlungsbogen. Es handelt sich vielmehr um ein Textfragment. Die Schilderung 1 Szene. Okay, streng genommen sind es 2: auf der Intensiv und später auf der Parkbank.

Ich hatte das mal als eine Art Fortsetzungsroman geplant gehabt: Der Prota trinkt, versäuft im Laufe weniger Jahre Job, Vermögen und Familie, landet auf der Straße und immer wieder in Ausnüchterungszellen u in Kliniken. Obwohl ihm der Wahnsinn seines Treibens bewusst ist, hört er dennoch nicht auf damit. Er hat sich mit seinem Vagabundenleben arrangiert; es gefällt ihm sogar. Erst einschneidende Erlebnisse bewegen ihn zu einem Umdenken: Therapie, Abstinenz, langsamer Neuaufbau einer bürgerlichen Existenz.

Eins der einschneidenden Erlebnisse ist der Tod von Tina, die er, sobald er steifgefroren auf der Parkbank zu sich kommt, aufsucht, sich zu ihr ins Bett legt, um am darauffolgenden Mittag, als er seinen Rausch ausgeschlafen hat, blau angelaufen neben ihm liegt. Und nun überlegt er, ob sie starb, während er schlief, oder ob sie bereits tot war, als er zu ihr ins Bett stieg. Hatte er eventuell Sex mit einer Toten? Er kann sich beim besten Willen an nichts erinnern und das macht ihn halb wahnsinnig. Er verlässt Tina – natürlich ohne die Bullen oder den Rettungsdienst zu informieren (sie ist ja bereits tot. Der hilft jetzt eh keiner mehr, denkt er) –, irrt ziellos durch die Stadt, überlegt, was er nun mit seinem Säuferleben anfangen soll: weitertrinken bis zum bitteren Ende oder doch den steinigen Weg des Ausstiegs einschlagen? Er ist unentschlossen, trinkt, überlegt, trinkt -> Cliffhanger.

So was kann man recht gut tagebuchartig in Etappen schildern. Und muss die Handlung auch nicht von Anfang bis Ende stringent planen; der Handlungsfaden kann jeden Tag neu gesponnen werden. Ob’s ein Happy End gibt, steht am Anfang auch nicht zwingend fest. Kann sein, dass ich den Prota zum Finale hin in eine zufriedene Abstinenz oder alternativ in die Trinkerhölle schicke.

Und natürlich ähneln sich Säufergeschichten. Man muss sich nur ein paar Mal in eine SHG (Selbsthilfegruppe) setzen, um zu begreifen, dass es sich – zwar in zig Variationen – stets um dieselbe Story handelt, die einem die Teilnehmer erzählen.

dot, vielen Dank für deine Textbesprechung!
Ich werde deine Anregungen auf jeden Fall berücksichtigen.

Herzlichen Gruß, sinuhe

PS. Jeanette habe ich oben in durchgehend Tina ausgewechselt. Weiß auch nicht, weshalb mir die zwei Frauen (sie tauchen im Verlauf der Erzählung beide auf) in diesem Tagebucheintrag durcheinanderwirbelten. Sterben tut Tina; Jeanette hingegen wird zum Ende hin verrückt

 
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So ähnlich muss es sich anfühlen, wenn man in die Hölle einfährt.

Mal wieder in trügerischer Freiheit

Ja, das kann sein - wenn man denn bei der (wiederholten) Höllenfahrt überhaupt noch was fühlt oder doch wenigstens mitbekommt nach der Vergiftung – ohne eigene Macht über sich im bevorstehenden Wechsel vom Personen- zum Sachenrecht … und m. E. genau das richtige Maß getroffen, denn was wäre gewonnen, das Innerste nach außen zu kehren und die wirre Gefühlswelt weit weg vom Himmel und der Hölle so nah -

sinuhe,

heimgekehrt nach fünf Jahren in das etwas andere Land am Nihil ...

Paar kleine Anmerkungen

Das klappt nicht. Ich spüre noch nicht einmal das allergeringste Würgegefühl.

Ja, die Steigerung des nicht steigerbaren (dem Superlativ „am geringsten“) nimmt durch eine heftig umworbene Welt des Konsumenten zu – und „beschreibt“ gleichwohl die Gefühlswelt des buchstäblich Ohnmächtigen über sich selbst bis hin zu Gott und der Welt.

Gelegentlich seh ich mehr als einen Aussagegesatz, wie bereits hier

Mann, ist mir elend zumute.
Wo das „man“ (eher nach einem Ausruf, denn bloßer Aussage klingt)

»Wollen Sie mich verarschen? Dann bringen Sie mir eine Pulle Wodka.«
wo ich gar Gleichbehandlung für den Wunsch/die Bitte mit dem Fragesatz fordere!,

der natürlich hier

»Ist Ihnen das peinlich.«
gewürdigt werden sollte ...

Bissken Rechtschreibung

Jetzt erstmal alles wurscht: ich habe Durst, entsetzlichen Durst.
„erst mal“ auseinander, weil eigentlich ein verkürztes „erst einmal“

Das mag ich an euch Alkoholikern: ihr seid immer zum Scherzen aufgelegt.«
Hm, nach dem Doppelpunkt empfehl ich Großschreibung „Ihr seid …“, weil ein weiterer vollständiger Satz folgt

Wie dem auch wird, trotz ernsten Themas gern gelesen vom

Friedel

 
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Guten Morgen Friedel,

danke für deine Hinweise & Korrekturen!
Werde ich allesamt berücksichtigen.

Auf erneut gute Zusammenarbeit!

Herzliche Grüße, sinuhe

 
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Hi, sinuhe,

fühlt sich seltsam an, der Text. bisschen over the top, nicht ganz mit sich selbst identisch, wie leicht neben der neben der Spur.

will sagen, dass sich der Fließtext zwischenzeitlich in Momenten verdichtet, die mir den Eindruck vermitteln, Autor wüsste, wovon er schreibt. aber das wird dann wieder gebrochen und über Bord geworfen.
irritierend sind mehrere Formulierungen, Sätze, auch ganze Absätze, die epigonal Buk / Hem / Celine rüberkommen. das sind jetzt drei sehr verschiedene Autoren, keine meiner Schludrigkeiten, sondern ich meine eben : Text liest sich stellenweise wie versuchtes Nachbilden von literarischen Merkmalen eines Genres abgefuckter Suffketexte.

was dem immer wieder so eine Komik gibt, die mE nicht gewollt ist. das sind Stellen, an denen driftet die Identität von Fiktion und Realität auseinander, das sind Scheidewege, an denen du dich dafür entscheidest, dem Text die Form zu geben, von der du denkst, dass die dem Stoff taugt, obwohl du selbst eigentlich alles beisammen haben müsstest, um frei aus eigener Perspektive über so Themen zu schreiben.
in vorliegender Form begegnet mir die seltsame Situation, dass ein Autor freiwillig hinter die eigene Welterfahrung tritt, weil er denkt, die sei nicht krass genug, und sich stattdessen für einen klischierten Rhythmus Einsamer Wolf entscheidet, mitsamt einigen Manierismen, Auffälligkeiten und Merkmalen, die solchen Stories und Figuren zugeschrieben werden. eben deswegen entstehen Szenen, denen die Plastizität fehlt bzw die deine Schöpfungshöhe auf ungute Weise brechen.
obwohl du eigentlich wissen müsstest / solltest / könntest, wie bestimmte Prozesse ablaufen - das wirkt jedenfalls in anderen Teilen des Textes so.

als misstrautest du deiner Sprache.

kann dir paar Textstellen zitieren, wenn du wissen willst, was ich meine.

Grüße,
Cube

 

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