Perplex.
Ich denke nicht, dass ich das bin, was ich sein will. Ich denke nicht, dass ich das beste ich bin. Ich denke nicht, dass ich mich von Tag zu Tag verbessere. Es ist eher ein Rückschritt. Eine Verschlechterung. Verstehen Sie mich? Sie müssen mich verstehen, das ist ihr Beruf. Damit geben sie sich doch jeden Tag ab. Sie haben sich dazu entschieden Menschen zu helfen, also helfen sie mir. Wenn sie das nicht können, war ihre Berufswahl nicht die richtigste aller richtigen Entscheidungen. Ich kann ihnen sagen, dass ich das hier nicht will. Die Inneneinrichtung dieses Raumes gefällt mir nicht. Was soll dieses Bild da an der Wand? Ihr Geschmack ist sehr fragwürdig. Die Farbe ihrer Krawatte ist nicht vorteilhaft gewählt, sie passt nicht zu ihrem Hemd, das genauso hässlich ist. Haben sie sich auch mal gefragt, wieso sie das sind was sie sind? Wieso ihr Leben diese eine Richtung eingeschlagen hat? Wollen sie das alles auch mal aufschreiben oder wozu dient das Klemmbrett? Ihr Kugelschreiber gefällt mir, das Rot passt zur Farbe des Sofas. Letzte Woche habe ich einen alten Schulfreund besucht, er wohnt in London, arbeitet in der Marketing Branche. Er nahm mich mit ins Büro und zeigte mir seine Arbeit. Übrigens, die Inneneinrichtung seines Büros war um einiges ansehnlicher. Jedenfalls zeigte er mir, woran er gerade arbeitet. Er kramte einen Riesen Ordner heraus und zeigte mir tausende Entwürfe eines neuen Smartphones, das bald auf den Markt kommen soll. Er wollte mir seinen Erfolg unter die Nase reiben und ich hasste es. Aber er ist ein Freund, deshalb zeigte ich Interesse für etwas, das mir scheißegal war.
Und wir erfahren nichts darüber, wie es weiter geht und woher alles kommt. Wahrscheinlich geht es nicht weiter. Die Szene ist hier aus den genannten Gründen zu Ende. Das Ganze hört sich ein bisschen an wie eine Beichte, aber ohne Glauben - ohne Glauben an eine höhere Macht, ohne Glauben an sich und auch ohne Glauben an die Umgebung. Mich macht die Schilderung eher traurig. Der Protagonist ist ein Normalo, mit normalen Problemen, die er sich aber offensichtlich zu sehr zu Herzen nimmt, wenn er eine Therapie braucht.