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Ausflug an die Sonne

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11.11.2016
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Ausflug an die Sonne

Das Bild zeigt uns auf dem Balkon des Hotelzimmers. Ich sitze auf einem Liegestuhl, Herkules steht neben mir, ich streichle ihm den Rücken. Im Hintergrund sieht man den Lago Maggiore, mitten drin die zwei Inseln von Brissago. Es war etwa 19 Uhr, mitten im Juli. Das Foto gefällt mir. Ich habe ein Lachen auf dem Gesicht. Herkules schwänzelt wie fast immer. Er ist eine Frohnatur. Ich liebe ihn.

Am Morgen zuhause grübelte ich noch über unser Wetter nach. Es regnete wieder mal. Ich hatte frei und liess mir beinahe die gute Laune durch das schlechte Wetter vermiesen. Dann machte ich etwas, das ich nur sehr selten mache: ich erkundigte mich im Internet nach dem Wetter auf der Alpensüdseite. Natürlich: herrlich warm, blauer Himmel und Sonnenschein.

Der Entschluss war schnell gefasst: ein Tagesausflug in die Sonnenstube der Schweiz. Ich packte Herkules ins Auto und wir fuhren über den Gotthardpass ins Tessin. Ich liebe die Fahrt über den Pass. Ich fahre nur selten durch den öden Tunnel.

In Airolo kam der obligate Halt wie bei jeder Fahrt ins und vom Tessin. Seit Jahren beim gleichen Restaurant und wohl eben so lange ein Corretto Grappa. Dieses Ritual bedeutet für mich der Start in den Süden oder eben dann auch das Ende davon.

Nach Airolo fuhren wir mit geöffnetem Dach weiter. Es war herrlich. In Locarno besuchten wir kurz gute Freunde, die zufällig auch hier unten waren. Dann spazierten Herkules und ich dem See entlang und genossen die wärmende Sonne.

Eigentlich hatte ich nur einen Tagesausflug geplant. Ich sass auf einer Parkbank, Herkules lag neben mir am Boden. Wir sind beide Sonnenanbeter. Mein Blick wanderte über den See. Sollte es wirklich nur ein Tagesausflug sein? Morgen hatte ich ja auch noch frei.

Ich zückte mein Handy und suchte ein ansprechendes Hotel für mich und Herkules. Kein leichtes Unterfangen während der Zeit vom Filmfestival in Locarno. Trotzdem wurde ich fündig und freute mich sehr darüber. Wenig später bezogen wir das Zimmer, wo dann eben das Foto entstand, womit meine Beschreibung beginnt.

Langsam bekam ich Hunger. Wir gingen zur Reception, um uns nach dem Weg in den Speisesaal zu erkundigen. Dort hiess es, ich dürfte den Hund nicht mitnehmen. So was war mir noch nie passiert. Der Hund dürfte höchstens ins Restaurant mitkommen. Dort gäbe es aber das Menü nicht für mich. Ich begann innerlich zu kochen. Ich debattierte noch eine Weile mit den zwei Frauen, kam aber nicht zum Ziel damit.

Irgendwann riss mir der Geduldsfaden und ich bat, die ganze Buchung rückgängig zu machen. Aha. Jetzt kam Bewegung in die Sache. Die zwei Frauen sagten, sie müssten dies mit der Direktion abklären. Auch nach fünf Minuten Warten hatte ich noch keine Antwort.

Um meinem Ansinnen Nachdruck zu verleihen, ging ich mit Herkules zurück ins Hotelzimmer und packte alle unsere Sachen wieder ein. So standen wir weitere fünf Minuten später mit dem Koffer wieder an der Reception. Und dann kam die Antwort der Direktion: ich dürfte den Hund mitnehmen ins Restaurant und bekäme dann dort doch mein Menü serviert.

Ich war froh, nicht falsch gepokert zu haben. Ich wäre extrem ungern doch noch heim gefahren oder hätte ein anderes Hotel suchen müssen. Also: wieder alles ins Hotelzimmer und dann los ins Restaurant. Es war ein feines Menü und ich genehmigte mir einen guten Tropfen Wein dazu. Sozusagen: zur Feier des Tages.

Der abschliessende Spaziergang in der Nacht führte Herkules und mich dem Hügel entlang auf einer sehr schmalen Strasse leicht aufwärts bis zu der beleuchteten Kirche. Die Strasse muss schon sehr alt sein. Auch die Beleuchtung weckte nostalgische Gefühle in mir. Wieder zurück, versanken wir müde und glücklich im wohligen Hotelbett.
 
Senior
Monster-WG
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Hola Zuger,

das ist wieder mal typisch:
... ich erkundigte mich im Internet nach dem Wetter auf der Alpensüdseite.
In Gottes eigenem Land wohnen, aber kein ‚ß’ auf der Schreibmaschine:
Ich hatte frei und liess mir ...
Aber das ist nicht ernst gemeint; im Forum sind fast mehr Schweizer als andere.
Und eine Menge Wiener.
Ich lese Deinen sehr beschaulichen Text bis zu der Stelle:
... wo dann eben das Foto entstand, womit meine Beschreibung beginnt.
Ach so. Ich erinnere mich – da waren wir schon. Die Spannung steigt.
Langsam bekam ich Hunger.
Bis jetzt denke ich, dass Du den Knaller vielleicht im Kühlschrank frisch hältst und wartest, bis der Leser fast einschläft – und dann fährt er in die Höhe wie eine Rakete, weil der Zuger unvermittelt seine Überraschung zündet. Jedoch lese ich:
Ich wäre extrem ungern doch noch heim gefahren oder hätte ein anderes Hotel suchen müssen.
Ja Gopfriedstutz, was in aller Welt willst Du den Lesern erzählen? Was?
Erst dachte ich an Emil Steinberger, und noch beim vorletzten Abschnitt hatte ich Hoffnung, dass das Ding noch total abdreht. Aber nein – Du und Herkules schlaft schön im wohligen Hotelbett.
Lieber Zuger, den Kalauer mit dem oberschnellen Berner will ich mir eigentlich verkneifen, aber da ich das schon einmal anspreche: Du bist doch ein Berner oderr?
Aber jetzt allen Ernstes: Deine KG hat mich (fast) zu Tode gelangweilt. Ich habe versucht, mir Deine Beweggründe vorzustellen, aber ich erfahre nur, wie es einem Wohlstandsbürger eben so geht. Ich habe keine Vorstellung, wieso Du diese Belanglosigkeit veröffentlichst. Vielleicht kannst Du das erklären?

Da bin ich wirklich gespannt (fehlt nur noch, dass ich gar nichts kapiert habe:D.

José
 
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08.01.2016
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Moin Zunger@

Unter Bedauern muss ich mich der Kritik von josefelipe@ anschließen. Deinem Text fehlt die Spannung.

Jetzt könntest du natürlich argumentieren, dass du das Genre Alltag bewusst gewählt hast, weil Alltägliches nicht spannend sein soll, sondern hintergründig, zum Denken anregen. Doch es bleibt nichts zurück, worüber man nachdenken könnte. Schade.

Des Weiteren plagt mich deine gelegentliche Ausdrucksweise, manche Sätze klingen so abgebrochen.
Die Kunst dahinter ist es mit einfachen Worten eine komplexe Struktur aufzubauen. Was dir in manchen Passagen auch gelingt.

Also mir hat es sehr geholfen, als ich damit begann eine Behauptung aufzustellen, dann eine Gegenbehauptung, die diese widerlegen sollte und im Anschluss mein Fazit daraus zog. So konnte ich konkret auf die Prämisse einer Geschichte eingehen.

Es ist wichtig den Prota in gewisse Konflikte geraten zu lassen, Situationen, die schnelles Handeln verlangen. Ja auch Alltägliches kann spannend sein.


Ich kenne das nur zu gut.

"Manchmal gleicht die Umsetzung einer Idee einem Bollwerk in der Wirkung, wie die Chinesische Mauer. Kenne deinen Feind und der größte Feind ist mein Verstand." Hashimoto Noriko


Ich wünsche dir viel Spass beim Schreiben.

MfG NTS
 
Senior
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Hallo Zuger,

herzlich willkommen!

Immerhin gibt es einen Konflikt. Der Protagonist bemüht sich, diesen zu beseitigen. Und er schafft es auch. So weit, so gut.
Leider ist der Konflikt so „nüchtern“ berichtend geschildert, dass man ihn kaum bemerkt:
Langsam bekam ich Hunger. Wir gingen zur Reception, um uns nach dem Weg in den Speisesaal zu erkundigen. Dort hiess es, ich dürfte den Hund nicht mitnehmen. So was war mir noch nie passiert. Der Hund dürfte höchstens ins Restaurant mitkommen. Dort gäbe es aber das Menü nicht für mich. Ich begann innerlich zu kochen. Ich debattierte noch eine Weile mit den zwei Frauen, kam aber nicht zum Ziel damit.

Irgendwann riss mir der Geduldsfaden und ich bat, die ganze Buchung rückgängig zu machen. Aha. Jetzt kam Bewegung in die Sache. Die zwei Frauen sagten, sie müssten dies mit der Direktion abklären. Auch nach fünf Minuten Warten hatte ich noch keine Antwort.

Um meinem Ansinnen Nachdruck zu verleihen, ging ich mit Herkules zurück ins Hotelzimmer und packte alle unsere Sachen wieder ein. So standen wir weitere fünf Minuten später mit dem Koffer wieder an der Reception. Und dann kam die Antwort der Direktion: ich dürfte den Hund mitnehmen ins Restaurant und bekäme dann dort doch mein Menü serviert.
Diese Szene sollte ausgeweitet werden. Da sollten Details rein, wörtliche Rede, und Gefühl!
Ich schätze, damit kann man locker zwei DIN A4-Seiten mit Spannung und Drama füllen!

Gruß

Asterix
 
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06.04.2013
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Grüß dich,

schön und gut, aber irgendwie fand ich es auch ein wenig fad und langweilig. Ich könnte über meinen Urlaub am Gardasee erzählen, wo ich die höchste Wasserrutsche Europas gerutscht bin, aber ich tu´s nicht: Weil es einfach niemanden wirklich interessiert hier. Ich zumindest sehne mich nach einer packenden Story, Szenen, die mir einen Grund geben, weiterzulesen, Konflikte, Gefühle und und und. Pusteblume, hier erfährt man nur, wie eine Frau einen Aufstand macht, weil ihr Flohzirkus nicht mit ins Restaurant darf, grausam ausgedrückt.

Das sollst du wirklich nicht persönlich nehmen, das ich mich so ausdrücke, aber verstehst du, was ich dir damit sagen will? Ich will dich nicht runtermachen, sondern ich zeige dir Schwächen auf, an denen du arbeiten solltest und kannst. Denn ich sehe da ein gewisse Potenzial. Zeig mir, dass ich Recht habe!

LG Niklas
 
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11.11.2016
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Hallo José

Vielen Dank für deine Reaktion!

Zu den Nebenschauplätzen:
- wegen Wetter und Internet: zumindest für mich ist das eine absolute Ausnahme.
- wegen dem scharfen „s“: das fehlt tatsächlich auf der Schweizer Tastatur.

Zum Haupt-Kritikpunkt:
Ich wollte mit meiner ersten KG niemanden langweilen. Es tut mir leid, dass dies geschehen ist. Primär wollte ich mich mit dem beschaulichen Text selber aufbauen, sekundär nahmen mich Reaktionen darauf wunder. Nun weiss ich’s. In Zukunft werde ich mich an deine Ratschläge halten.
Im Übrigen: ich empfinde mich überhaupt nicht als Wohlstandsbürger – ich hatte mir mit dem Ausflug einen absoluten Luxus geleistet, den ich mir eigentlich nicht leisten kann.

Hallo Neutronenstern, Asterix und Max2000

Vielen Dank für eure Reaktionen!

Ich bin dankbar für eure übereinstimmende Kritik.
Für die Zukunft werde ich mir die Sache mit der fehlenden Spannung im Hinterkopf behalten.
Besten Dank auch für die guten Wünsche!

Freundliche Grüsse vom Zuger
 
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