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Serie Café-Geschichten - Der Seelentröster

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15.06.2022
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Anmerkungen zum Text

Diese Geschichte ist frei erfunden, angesichts des Themas "häusliche Gewalt" halte ich es für notwendig das zu erwähnen.

Eine Geschichte von Arman Wellnitz

Café-Geschichten - Der Seelentröster

Melanie steht im strömenden Regen vor einem Café, in einem ihr fremden Ort. Sie sieht ängstlich durch die große Scheibe des Lokals und stellt mit Erleichterung fest, dass es nahezu leer ist. Aber bei dem Wetter ist das auch kein Wunder. Seit drei Monaten ist sie auf der Flucht, vor ihm, ihrem Mann Paul, von dem sie dachte, er wäre der Traummann, der ihr Halt gibt und Geborgenheit schenkt. Von der Angst getrieben, dass er sie doch noch findet und erfährt, dass er bald Vater wird, tut sie alles, um das zu verhindern.

Sie denkt daran, wie sie jeden Morgen mit der Angst aufsteht, dass sie nur den geringsten Fehler machen könnte, den er sofort entdeckt. Und wie er darauf reagiert.

Ihr ist klar, sobald er von ihrer Schwangerschaft erfährt, würde sie nie mehr von ihm loskommen. Er würde ihr gemeinsames Kind benutzen, um sie unter Druck zu setzen und zum Bleiben bewegen. Das durfte auf keinen Fall passieren. Sie musste ihn verlassen.

Melanie hofft, dass dieser Ort so abgelegen ist, dass keiner auf die Idee kommen würde, hier nach ihr zu suchen. Sie muss alles versuchen, damit er sie nicht findet, denn diese Torturen steht sie kein zweites Mal durch. Immer wieder diese Schläge mit dem Rohrstock oder der Rute. Melanie hat eine andere Vorstellung von Liebe und immer wieder darauf gehofft dass er das erkennt und damit aufhören würde.

Ich bin seit zwei Tagen auf den Beinen und Geld habe ich auch keines mehr. Vielleicht bekomme ich für die nächsten zwei Monate einen Job, auch wenn die Schwangerschaft nicht mehr zu verbergen ist, denkt sie sich. Da keine andere Gaststätte oder Pension in Sichtweite ist, öffnet sie die Tür von „Bille‘s Café-Eck“ und tritt hinein.

Sorgenvoll guckt Sybille hinaus und spricht mit ihrer Auszubildenden.
„Deine Mutter wird sich sicher Sorgen machen, wenn ich dich bei dem Wetter vor die Tür schicke.“
Sybille ist klar, die Kleine kommt nicht trocken bei dem Regenguss nach Hause.
„Der Himmel ist so düster, er hat schon seine Schleusen geöffnet und dann kommst du pitschnass nach Hause trotz Regenschirm. Also bleib besser hier, bis der Regen vorbei ist. Es gibt ohnehin noch genug zu tun.“ Während sich Susi ihre Jacke wieder auszieht, spricht Sybille weiter: „Ich rufe deine Mutter gleich an, dass du hier bleibst. Du bekommst auch ein Stück von deinem Lieblingskuchen und einen Pott heißen Tee.“

„Den gedeckten Apfelkuchen? Danke, Tante Sybille.“

Doch sie antwortet nicht darauf, stattdessen entdeckt sie jemanden vor dem Café inmitten des Regens. Sybille schaut aus dem großen Fenster des Cafés und fragt sich, was macht so ein junges Ding bei diesem Regen auf der Straße, in dieser gottverlassenen Gegend? Doch es bleibt nur bei dem Gedanken. Ein wenig später will sie den Laden gerade abschließen, da öffnet die junge Frau die Tür und will eintreten.

„Oh, es tut mir leid, aber wir haben geschlossen. Bei dem Wetter wird heute keiner ins Café gehen.“ Teilt sie der jungen Frau mit.

Mit traurigem Blick und bis auf die Haut durchnässt steht die junge Frau mit offenem Mantel, zitternd vor Kälte vor ihr.

Als Sybille sie anschaut, bemerkt sie, dass die junge Frau den Mantel nicht einmal mehr schließen kann. Die Schwangerschaft ist kaum noch zu übersehen.
„Um Gottes willen! Kommen sie rein bei dem Wetter und in ihrem Zustand kann ich sie doch nicht draußen stehen lassen.“ So nimmt Sybille ihr vorheriges Vorhaben, Feierabend zu machen, damit zurück und hält ihrem Gast die Tür auf.
Dann will Sybille von ihr wissen: „Was machen sie denn hier draußen? Sie holen sich den Tod und sie müssen doch auch an das Kleine unter ihrem Herzen denken.“

Melanie ist froh, dass dieses kleine Café offen ist und sie bei dem strömenden Regen unter kommt. Auch wenn ihr im Moment nicht nach reden zumute ist, dieses Wetter lässt ihr keine Wahl.

„Wenn du mir deinen Namen verrätst, lässt es sich viel besser reden.“, ermuntert Sybille sie.

„Ich heiße Melanie, danke, dass ich hier sein darf“, antwortet sie und blickt sich schüchtern im Café um.

„Na hör mal eine schwangere Frau, bei so einem Wetter vor der Tür stehenzulassen, das geht gar nicht. Ich heiße Sybille, mich nennen aber alle nur Bille und das ist Susi, meine Auszubildende.“ Während sie zum Schluss auf ein junges Mädchen hinter der Theke zeigt.
„Du solltest deine nasse Kleidung ausziehen, ich habe noch Ersatzkleidung, die ich dir leihen kann. Sie wird dir zwar zu groß sein aber für den Moment wird es ausreichen.“
Sybille holt ihre Ersatzkleidung für Notfälle, eine Hose und ein Sweatshirt, aus ihrem Schrank, falls sie sich beim Bedienen der Gäste beschmutzt und zeigt ihr, wo sie sich ungestört umziehen kann.

Als Melanie ihre nasse Kleidung im Umkleideraum ablegt, kommt in dem Moment Susi herein, um ihre Jacke in den Spind zu hängen und dabei entdeckt Susi die schon fast verheilten Wunden und vernarbten Stellen auf Melanies Rücken. Doch Melanie bemerkt sie nicht und Susi tritt sofort einen Schritt zurück aus dem Raum und schließt leise die Tür.

Susi hat mit ihren 16 Jahren schon von Gewalt gegen Frauen gehört, aber so etwas hat sie noch nie gesehen. Mit entsetztem Blick erzählt sie es ihrer Tante Sybille.
„Tante Sybille, ich bin in den Umkleideraum gegangen und habe gesehen, dass diese Frau lauter Narben auf dem Rücken hat. Ich habe so etwas noch nie gesehen.“

Sybille guckt sie verärgert an und befürchtet, dass Susi Melanie womöglich in Verlegenheit gebracht hat. Sie kennt aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, sich Fremden gegenüber zu öffnen. Und das kann es nun unmöglich machen Melanie zu helfen, weil sie sich so schämen könnte und auch keine Hilfe annehmen wollen würde.
„Susi, du verlierst darüber kein Wort, hast du mich verstanden?“

„Ja, Tante Sybille, aber was macht man denn bei so etwas? Da können wir doch nicht einfach so tun, als wäre nichts.“

Sybille guckt ihre Auszubildende besorgt an und hofft, dass es noch nicht zu spät ist, Melanie dazu zu bewegen etwas von sich preiszugeben. „Hat sie dich bemerkt?“, will sie wissen.

„Ich glaube nicht, ich bin sofort wieder raus und habe die Tür leise geschlossen.“

„Das hast du gut gemacht, wenn dann spreche ich sie darauf an. Du hältst dich da zurück, hast du verstanden?“

Mit einem Schauder denkt Susi an die Narben auf Melanies Rücken und nickt zustimmend. „Ja, ich will das sowieso am besten schnell wieder vergessen.“

Melanie betritt in der geborgten Kleidung den Gastraum und bemerkt, dass das Mädchen sich von ihr abwendet, als ob sie etwas vor ihr verbergen will. Als Susi sich wieder zu ihr hindreht, sieht sie Melanie mit gemischten Gefühlen aus Mitleid und Entsetzen an. Jetzt wird ihr klar, dass das Gefühl, jemand wäre im Raum gewesen, als sie sich umzog, sie nicht getäuscht hat.

„Entschuldige, bitte aber Susi hat dich beim Umziehen gesehen, es war nicht ihre Absicht, dich zu stören oder zu beobachten“, rückte Sybille direkt mit der Sprache heraus, als sie die Blicke der beiden jungen Frauen bemerkt.

„Ich hatte das Gefühl, das mir jemand dabei zusieht, aber als ich mich umgedreht habe, war niemand da.“

„Susi ist leise aus dem Raum wieder raus, um dich nicht weiter zu stören.“ erklärte Sybille ruhig und erwähnt auf keinen Fall das, was Susi gesehen hat, um das wenige Vertrauen was Melanie gefasst hat nicht zu verlieren. Sie hofft, dass die junge Frau von sich aus, das, was Susi gesehen hat, anspricht.

Melanie ist erleichtert, dass Sybille und Susi sie nicht bedrängen, aber ihr wird bewusst, dass Susi etwas gesehen haben muss. Und nun ist es ihr auch schon egal.
„Mein Mann bezeichnete diese Art von Behandlung als Liebe“, sagt Melanie mit Abscheu. „Es war alles andere als das. Doch ich will nicht weiter darüber reden.“
Melanie fasst etwas mehr Vertrauen zu Sybille, sie wirkt nett, aber das waren ihre sogenannten Freunde vorher auch, vor allem er, ihr Traummann Paul. Vorsicht scheint ihr jetzt angebracht und daher schweigt sie jetzt.

Und Sybille hakt nicht weiter nach, denn sie weiß aus eigener Erfahrung, dass man mit solchen Situationen behutsam umgehen muss. „Jetzt brauchst du erst mal etwas, um dich aufzuwärmen, das ist zwar ein Café, aber in deinem Zustand ist es wohl besser, wenn du keinen Kaffee trinkst. Was hältst du von einem Kamillentee ?“

Kaum sagt Sybille das Wort „Kamille“, verzieht Melanie das Gesicht zu einer Grimasse.

„Okay, dann keinen Kamillentee, aber ich habe noch einen leckeren Apfel-Zimt-Tee. Der riecht nicht nur gut, der schmeckt auch lecker.“ Melanie nickt nur zustimmend.

Als die beiden Frauen bei einer Tasse Tee und Kaffee sich gegenüber sitzen, schaut Sybille ihren einzigen Gast fragend an. „Was bringt eine werdende Mutter dazu, bei so einem Wetter vor die Tür zu gehen?“, will sie wissen.

„Vielleicht hat man ihr keine Wahl gelassen“, antwortet Melanie traurig.

„Ich weiß, dass es schwer ist, einer fremden Person zu vertrauen.“

„Mir fällt es schwer, nach so vielen Enttäuschungen überhaupt Vertrauen zu fassen. Ich habe so meine Erfahrungen gemacht“, entgegnet Melanie verbittert und bei den Erinnerungen steigen ihr die Tränen in die Augen.

Es muss schon sehr schlimm sein, wenn man jedem mit Misstrauen begegnet und schwanger allein auf der Straße landet, überlegt Sybille und wusste schon direkt in diesem Moment, als sie gesehen hat, dass Melanie schwanger ist, dass sie ihr helfen muss. Schließlich erinnert sie das an längst vergessene Zeiten, in denen sie in einer ähnlichen Situation war. Jetzt kann sie etwas von dem zurückgeben, was ihr einmal zuteilwurde.

„Ich bin seit fast zwei Tagen auf den Beinen und versuche, eine Unterkunft und Arbeit zu finden.“

Sybille schaut sie erstaunt an. „Wie hast du das geschafft? Du musst doch müde sein und Hunger haben?“

„Bisher konnte ich von dem Geld, was ich noch bei mir hatte, das Notdürftigste bezahlen. Ich habe aber nichts mehr, also kann ich eigentlich den Tee nicht bezahlen“, sagt Melanie verzweifelt.

Es macht Sybille fast sprachlos. Diese Frau ist offensichtlich misshandelt worden, weiß nicht, wohin und macht sich Gedanken, wie sie eine heiße Tasse Tee bezahlen soll? Geht es Sybille durch den Kopf. „Über die Bezahlung mach dir mal keine Gedanken. Das geht aufs Haus.“ Während sie das sagt, entgeht ihr nicht, wie Melanie hungrig das Kuchenstück ansieht, das Susi gerade genüsslich verspeist. „Wann hast du das letzte Mal etwas gegessen? Du bekommst erst mal was zu essen.“

„Aber ich habe kein Geld“, sagt Melanie eindringlich.

Mit Nachdruck und Mitgefühl entgegnet Sybille ihr: „Melanie, Mädchen, Geld ist doch nicht alles. Du musst doch etwas Essen, was soll denn aus dem Kleinen werden. Du bekommst jetzt erst mal ein paar heiße Waffeln mit Eis.“

Sybille schickt Susi in die Küche und gibt ihr den Auftrag das Waffeleisen herauszuholen, während sie den Rest schon mal aus dem Kühl- und Eisfach holt. „Solange wir dir etwas zu Essen machen, könntest du mir erzählen, was dich in diese Situation gebracht hat.“

In Erinnerung an das, was ihr alles widerfahren ist, bricht es heftig aus Melanie heraus, wütend und traurig zugleich. „Wenn du mir sagen kannst, wie viel Leid ein Mensch ertragen kann, erzähle ich dir, was bei mir alles schief gelaufen ist. Ich habe so viel durchgemacht! Ich habe mir wirklich Mühe gegeben, ihm alles recht zu machen trotz der ganzen Gemeinheiten, denen ich ausgesetzt war. Aber am Ende hat es nie gereicht. Jetzt bin ich auch noch schwanger.“

Sybille ist von dem Gefühlsausbruch der jungen Frau überrascht. Sie geht zu Melanie hin, nimmt sie bei den Händen und schaut ihr mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen in die feuchten Augen. „Ein Mensch kann viel Leid ertragen, glaub mir, ich weiß es, aber das musst du nicht. Es zu ertragen heißt, es hinzunehmen. Du kannst dagegen kämpfen und es beenden, um wieder frei leben zu können und glücklich zu werden.“

Verzweifelt, traurig und mutlos sinkt Melanie auf ihrem Stuhl zusammen. Das ist das erste Mal seit langem, dass sie das Erlebte überhaupt jemandem erzählt hat. Sie ist über ihren Ausbruch selbst erstaunt. „Wie soll ich das ohne Hilfe schaffen? Dazu muss ich anderen Menschen vertrauen können. Ich bin zu oft enttäuscht worden und habe Angst davor wieder verletzt zu werden, deshalb versuche ich auch, das allein hinzubekommen“, entgegnet sie kopfschüttelnd.

„Du musst deine Angst überwinden, ich werde dir gerne dabei helfen. Denn ich weiß, wie allein du dich fühlst und so etwas zu bewältigen ist schon eine gewaltige Herausforderung, wenn man allein ist, aber du stehst kurz vor der Geburt deines Kindes. Dafür wirst du alles tun.“ Als Sybille das sagt, sieht sie sofort ihn in Gedanken vor sich, Frank, der ihr damals über die schlimmste Zeit hinweggeholfen hat. Wie sehr ihr Frank fehlt, wird ihr in diesem Augenblick wieder bewusst.

Mit Tränen in den Augen und kaum hörbarer Stimme fragt Melanie: „Warum? Warum willst du gerade mir helfen?“

„Ich war einmal in einer ähnlichen Situation und hatte viel Glück, dass in dem Moment jemand da war, der mir geholfen hat. Ich bin ihm bis heute dankbar.“ Jetzt kann Sybille ihr Versprechen einlösen, was sie Frank kurz vor seinem Tod gegeben hat.
„Frank, ein guter Freund, hat mal zu mir gesagt, geschundene Seelen brauchen Hilfe und das geht nur durch gegenseitiges Vertrauen. Du weißt nicht, was ich für ein Mensch bin, ob ich wirklich so freundlich bin, wie es scheint. Aber ich weiß auch nicht, was du für ein Mensch bist, du könntest genauso mein Vertrauen missbrauchen. Ich kann dir aber versichern, dass ich es ernst meine. Ich habe ihm ein Versprechen gegeben, dass ich einer geschundenen Seele helfe, so wie Frank mir geholfen hat.“ Sybille hat nun eine Idee, wie sie Melanie dazu bringt, sich ein bisschen zu öffnen und Vertrauen zu gewinnen.
„Du hast bestimmt einen Riesenhunger, ich mach dir einen Vorschlag: Susi macht jetzt für dich eine Portion Seelentröster und während sie ihn zubereitet, erzählst du mir alles, was dich bedrückt. Ich sehe das dann als Bezahlung. Abgemacht?“

Melanie lächelt gequält und stimmt dem Deal trotz ihrer Vorbehalte zu.
Meine traurige Geschichte für ein warmes Essen? Wie verrückt klingt das denn? Geht es ihr durch den Kopf. Verrückter, als von meinem Mann, den ich liebe, immer wieder geschlagen und misshandelt zu werden? Melanie kann Sybille nicht ansehen, obwohl sie ihre Hände festhält, aus Sorge Sybille könnte ihre Angst und die Scham sehen, dass man so einen Mann noch lieben kann.

Susi sitzt etwas abseits und kann spüren, was Sybille mit ihrem Blick zu Melanie sagen will, wie sie sie förmlich anbettelt: „Vertrau mir, ich will dir helfen, ich weiß wie es dir geht, ohne ein einziges Wort zu sagen“.

Melanie starrt zur Seite, denn sie will weiterhin Sybille auf keinen Fall in die Augen sehen.

Susi schafft es nicht, den Blick von den beiden abzuwenden. Verzweifelt sieht sie, wie Angst und Furcht aus jeder Pore von Melanies Körper förmlich aus ihr heraus kriechen und ihre Seele einhüllt. In diesem Moment ist es so still, sodass Susi jeden Regentropfen hören kann, der an die Fensterscheiben des Cafés klatscht.

Und Melanie ringt mit sich, denn eine große Wahl hat sie nicht, noch weiter in der Gegend umherirren ist in ihrem Zustand keine Lösung. Aber das Vergangene auszusprechen, tut ihr weh. Sie schaut Sybille dann doch mit einem fragenden Blick und feuchten Augen an. „Was, bitte, ist ein Seelentröster?“, fragt Melanie.

Sanft lächelt Sybille sie an. „Den macht dir Susi jetzt, es sind zwei heiße Waffeln mit Früchten, zwei Kugeln Eis und ein Häubchen Sahne drauf. Wenn du ihn gegessen hast, erzähle ich dir von mir und von einem der wundervollsten Menschen, dem ich je begegnet bin.“

Zitternd vor Angst, was jetzt wieder alles hochkommt, sagt Melanie: „Es fällt mir sehr schwer, darüber zu reden.“ Sie schließt mit einem tiefen Seufzer aufgrund der Erinnerungen langsam die Augen.

„Du hast bei deinem Gefühlsausbruch schon einen Anfang gemacht. Auch wenn der ein bisschen heftig war, jetzt musst du nur noch den Mut aufbringen, das Alles zu erzählen“, versucht Sybille sie zu ermutigen. „Lass dir Zeit Melanie, ich bleib so lange hier bis du deine Geschichte erzählt hast und darüber hinaus. Ich gehe nicht weg und lasse dich allein.“

Davon berührt fasst Melanie ein noch größeres Vertrauen zu Sybille. Sie bekommt einen dicken Kloß im Hals, als sie mit ihrer Geschichte anfängt. „Meinen Mann Paul habe ich durch eine Kollegin kennengelernt. Ich bin eine Bankkauffrau und hatte eine aussichtsreiche Karriere in der Finanzbranche.“ Melanie schüttelt bei dieser Erinnerung den Kopf. „Was war ich doch dumm, für ihn so eine Zukunft aufzugeben, wie blöd muss man sein.“

„Du würdest nicht glauben, wie vielen Menschen es so geht wie dir, intelligent, gut ausgebildet. Die eine Führungsposition bekleiden und trotzdem schaffen sie es nicht, sich von einem Partner zu lösen, der sie schlägt und misshandelt.“

„Die Familie von Paul führt ein sehr erfolgreiches Unternehmen, sie achten peinlich genau darauf, dass das Ansehen der Familie auch ja keinen Schaden nimmt. Alles, was der Familie schaden könnte, schadet demnach auch dem Unternehmen.“

Susi ist mit der Portion Seelentröster fertig und stellt den Teller vor Melanie auf den Tisch. Mit einem tiefen Atemzug zieht Melanie den Duft der frisch gebackenen Waffeln durch die Nase. „Jetzt weiß ich, warum ihr das Seelentröster nennt, wenn man den Duft einatmet, fühlt es sich wirklich an wie ein bisschen Trost für die Seele.“

„Warte erst mal ab, bis du ihn gegessen hast“, sagt Susi. „Ich glaube, wenn man dich sieht, weiß jeder, das niemand jetzt mehr Trost braucht als du. Es tut mir leid, dass ich dich vorhin gestört habe. Ich hätte nicht so einfach hereingehen sollen“, entschuldigt Susi sich mit stockender Stimme und umarmt Melanie ganz unvermittelt. Und dann flüstert sie ihr ins Ohr, sodass es auch Sybille hören kann: „Niemand sollte so etwas durch machen wie du.“ Dann geht sie ans andere Ende des Gastraums, um die zwei nicht beim Reden zu stören.

Melanie ist von den Worten der Jugendlichen völlig überwältigt und hat seit langem das erste Mal das Gefühl, dass sie verstanden wird. Sie wischt sich das Gesicht trocken und trocknet ihre verweinten und geröteten Augen. „Entschuldige, dass ich mich vorhin so habe gehen lassen, aber bei dem, was du gesagt hast, kam alles wieder hoch.“

„Dafür musst du dich nicht entschuldigen.“

Melanie schließt die Augen, setzt sich wieder aufrecht hin und atmet tief durch. „Es gab einen Empfang, den seine Familie für den Vorsitzenden eines Branchenverbandes gegeben haben.“ Sie macht eine Pause und isst ein Stück von der köstlichen Waffel. „Bis dahin war alles in Ordnung, ich hätte nie gedacht, dass meine Ehe mal zu so einer Hölle werden könnte.“ Dann stockt sie und sie wirkt angespannt.

„Melanie, lass dir Zeit, niemand treibt dich“, beruhigt sie Sybille.

„Bei diesem Empfang ist mir ein Missgeschick passiert, die Frau des Vorsitzenden hatte ein schneeweißes Kleid an, ein Einzelstück von einem bekannten Modedesigner.“

Sybille sieht, wie Melanie schlucken muss und sich schüttelt angesichts der Erinnerungen in ihrem Kopf.

„Ein Mitarbeiter des Cateringservice hatte mich angerempelt und ich hatte ein Glas Rotwein in der Hand. Dabei ist der Rotwein aus meinem Glas auf dieses teure Kleid gelandet.“ Bevor sie weiterredet, schließt sie ihre Augen und die Erinnerung an die Vergangenheit kommt so detailliert hoch, als würde es gerade passieren.

Sybille lässt ihr die Pausen, die sie benötigt, hält sich zurück und stellt keine Fragen, um nicht zu neugierig zu sein und ihre Geschichte nicht zu unterbrechen, die ihr so schwerfällt preiszugeben.

Als Melanie die Augen wieder öffnet, erzählt sie weiter. „Nach dem Empfang, die Gäste waren weg, schlug mir Paul ohne Vorwarnung mitten ins Gesicht. Ich bin rückwärts auf die große Couch in unserem Wohnzimmer gefallen.“ Bei dieser Erinnerung fängt Melanie hemmungslos an zu weinen, während Sybille aufsteht und sie in den Arm nimmt.

„Hier kann dir nichts passieren. Lass es raus, lass alles raus.“ Sie sitzen beide eine ganze Weile so da und während Melanie, ihr Körper sich vor Weinkrämpfen schüttelt, hält Sybille sie fest in ihren Armen. Als der Weinkrampf nachlässt, löst sich Melanie aus der Umarmung.

„Geht es wieder, hast du dich ein bisschen beruhigt?“, fragt Sybille.

„Ja, danke, es geht.“ Melanie atmet durch und wischt sich das Gesicht trocken. „Paul hat mir nach dem Schlag gesagt, es wäre nicht hinnehmbar, dass ich mich so daneben benehme. Ich habe erst gar nicht verstanden, was er damit meinte. Der Vorfall mit dem Glas Wein lag schon Stunden zurück.“ Melanie läuft bei dem Gedanken, wie Paul das gesagt hat, ein eiskalter Schauder über den Rücken. „Der Schlag hat mir das Nasenbein gebrochen und es interessierte ihn nicht im Geringsten, dass mein Blut die Couch besudelte. Er hat auch keine Miene verzogen, als er mir erklärte, dass seine Familie dieses Kleid ersetzen muss und sie damit in ein schlechtes Licht rückt.“

Sybille kann es nicht fassen. Wegen eines Missgeschicks, das jedem passieren könnte, schlägt ein Mann seiner Frau die Nase kaputt.

„Ich sagte ihm, dass ich ein Tuch brauche, um zu verhindern, dass die Möbel und der Teppich beschmutzt werden.“ Melanie muss bei dem, was sie jetzt sagt, den Kopf schütteln: „Doch Paul sagte zu mir, das Kleid von dieser Dame ist mehr wert als die bescheuerte Couch und der Teppich zusammen. ‚Was glaubst du, warum du von mir, was auf die Schnauze bekommen hast?‘ Genau das hat er gesagt.“

Sybille schaut sie schockiert an.

„Ich hätte dieses Kleid auch aus eigener Tasche bezahlt, aber darum ging es ihm nicht, denn die Presse bekam davon Wind, das war das Problem.“

„Melanie, bei dem, was du mir gerade erzählt hast und was Susi gesehen hat, geht es hier schon um ein schweres Verbrechen. Egal, wie viel Einfluss diese Familie hat, du musst das anzeigen.“

Melanie schreckt zusammen. „Nein auf keinen Fall, das geht nicht, sie lassen mich sofort in die Geschlossene einweisen und ich werde mein Kind nie sehen.“ Sie schüttelt heftig den Kopf und will aufspringen, um zu gehen.

Doch Sybille versucht, sie zu beruhigen. „Melanie, du kannst nicht dein ganzes Leben vor ihnen davonlaufen, schon gar nicht mit einem Baby. Wie stellst du dir das vor?“

Melanie sackt mutlos auf ihrem Stuhl zusammen und guckt ihre Gastgeberin verzweifelt an.

„Du musst dich dem stellen, aber nicht allein. Ich habe dir vorhin gesagt, dass ich dich nicht allein lasse, ich gehe nicht weg“, will Sybille ihr Mut machen. „Ich kenne eine gute Anwältin für Familienrecht, sie heißt Karolina. Sie hat mir damals bei meinen Problemen geholfen, wenn du willst, rufen wir sie nachher an.“

Melanie schaut Sybille ängstlich an und isst hungrig wortlos weiter. Mit jedem Bissen, den sie zu sich nimmt, kehrt langsam ein Gefühl der Zuversicht zurück, die sie seit ewigen Zeiten nicht mehr so empfunden hat.

„Ich habe so wie du vor langer Zeit Gewalt erfahren. Es war mein Vater, dem ich nichts recht machen konnte“, erzählt ihr Sybille. „Dadurch, dass ich als Kind keinen Halt hatte, weder in der Familie noch in der Schule, nirgendwo, geriet ich auf Abwegen.“

Melanie schaut sie, während sie isst, interessiert und ein wenig erleichtert an.
„Wie hast du es dann geschafft, dir dieses Café aufzubauen?“, will sie wissen.

„Dann trat Frank in mein Leben, er hat mich nach einem Diebstahl festgenommen. Frank war Polizist und nahm mich mit auf die Wache.“ Sybille muss lächeln, während sie sich an die Situation erinnert. „Ich war richtig frech zu ihm, aber er war ganz ruhig geblieben und hatte sich nicht von mir provozieren lassen.“ Sie atmet tief durch, um nicht in Tränen auszubrechen, während sie an ihn denkt. „Er hat meinen Vater angerufen, weil ich noch minderjährig war. Mein Vater holte mich ab und wir fuhren nach Hause. Dort hat er mich dann so verprügelt, dass ich am nächsten Tag nicht zur Schule gehen konnte.“

„Frank fehlt dir wohl sehr?“, fragt Melanie als sie bemerkt, wie schwer es auch Sybille fällt, über ihren Freund und die Vergangenheit zu sprechen.

„Er war der Erste, der mich wie ein Mensch behandelt hat. Er hat mir zugehört und mir gezeigt, dass ich etwas wert bin.“ Sybille steigen die Tränen in die Augen, sie wischt sie sich trocken und schüttelt sich kurz. „Frank kam das Verhalten meines Vaters merkwürdig vor und fand heraus, wo ich zur Schule ging. Er erkundigte sich beim Rektorat nach meinem Verhalten.“ Sybille muss nun wieder lächeln. „Dieser Mann war einfach unglaublich, er holte mich mit einer Kollegin unter dem Vorwand, mich noch mal zum Diebstahl zu befragen von zu Hause ab. Dabei kam dann heraus, dass mein Vater mich misshandelt, es war nicht zu übersehen.“ Sie guckt nach oben und bedankt sich gen Himmel. „Danke, dass du für mich da warst, Frank.“ Jetzt schaut Sybille die junge Frau an. „Durch ihn habe ich die Schule geschafft und konnte eine Ausbildung in der Gastronomie machen und alles andere ist einfach nur Fleiß.“

Melanie schiebt sich gerade den letzten Bissen Seelentröster in den Mund, als es draußen aufhört zu regnen, die Sonne langsam hinter den Wolken vorkommt und sich ein kunterbunter Regenbogen über den Himmel spannt. Beide fangen an zu weinen und während ihnen Tränen über die Wangen laufen, lächeln sie einander an. Melanie kann es kaum fassen, dass eine ihr fremde Frau näher steht als der Vater ihres Kindes.
„Bille, ich kenne dich zwar kaum, aber bitte hilf mir, zumindest so weit, bis ich es allein schaffen kann.“

„Na da kannst du aber einen drauf lassen und ich weiß auch schon, wer uns dabei helfen wird.“ Bille nimmt ihr Handy, ruft Karolina an und binnen kurzer Zeit ist Billes Freundin im Café und hilft Melanie über die schwere Zeit hinweg.

 
Wortkrieger-Team
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Hallo @welle

und willkommen hier.
Ich habe deinen Autorennamen und die Angabe des Lektorats ins Infofenster verschoben. Ins Geschichtenfenster gehört nur die Geschichte.

Habe mir auch erlaubt, den Titel zu korrigieren (é).

Bin mir nicht sicher, ob die Angabe des Lektors schon Werbung ist und ganz raus müsste. Nun ja, in diesem Fall ja wohl eher Anti-Werbung, wenn ich den Text so überfliege.

nahe zu

Danke Tante Sybille

reden.“,

Kommen sie rein bei dem Wetter

Wünsche dir viel Spaß hier beim Lesen, Kommentieren, Schreiben und Reagieren.

Liebe Grüße, GoMusic

 
Monsieur le Directeur
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Wortkrieger-Team
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Hab die Angabe zum Lektorat rausgeworfen, das kann man bereits als Werbung betrachten, außerdem ist das hier eh von keinem Interesse.

 
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Danke für die Hinweise, ich weiß das ich mit der Grammatik Probleme hab. Das Lektorat hat das schon richtig gemacht aber meine Rechtschreibkorrektur hat da wohl auch Probleme. Ich werde mich bemühen das zu verbessern.

 
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15.06.2022
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Ich habe Rücksprache mit der Lektorin gehalten und sie hat mir gesagt das die Erwähnung kein Muss ist. Das ist meine erste Geschichte die ich veröffentliche, da gibt es halt ein paar Stolpersteine aber mit eurer Hilfe wird das schon, Danke.

 
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Hallo @welle,

ganz herzlich willkommen hier im Forum. :gelb:

Ich habe Rücksprache mit der Lektorin gehalten und sie hat mir gesagt das die Erwähnung kein Muss ist.
Selbstverständlich nicht, denn sie hat ja keinerlei Copyright am Text - anders wäre es, wenn sie ihn übersetzt hätte. In einem Buch werden Lektoren übrigens manchmal im Impressum genannt, allerdings wird das hier online nicht so heiß gekocht. ;-)
Das ist meine erste Geschichte die ich veröffentliche, da gibt es halt ein paar Stolpersteine
Kein Problem. Allerdings muss ich dir ebenfalls sagen, dass dein Text ganz offensichtlich kein Lektorat durchlief, nicht mal ein Korrektorat. Denn beides sollte einen menschenmöglich fehlerfreien Text liefern bzw. auch einen, der möglichst wenig stilistische / formale Stolperstellen hat. Hier sind sowohl Fehler (nicht zu knapp, vor allem Kommafehler) wie auch sonstige Unsicherheiten, die eben bei den ersten Geschichten anfallen - daher ist es super, dass du den Weg zu uns gefunden hast.

Ich hoffe sehr, du hast die *hust* "Lektorin" nicht für ihre (Bären)Dienste entlohnt, sonst würde ich an deiner Stelle dein Geld zurückverlangen. Letztlich rate ich auch, deine ersten Texte hier einzustellen, ohne an ein Lektorat zu denken - das sollte nur bei einer an sich bereits guten Geschichte den letzten Feinschliff geben. Mach dir mal keinen Kopp, schau deine Texte vorm Posten selbst noch mal gründlich durch, und auf den Rest wirst du hingewiesen - so lernst du auch am meisten. Denn du bist es ja, der die Texte schreiben soll (will), nicht deine Lektorin.

Etwas, das ein Lektorat hätte korrigieren sollen:
- Zeilenumbruch bei Sprecherwechsel, oder wenn eine Figur etwas tut / sagt, nachdem eine andere Figur etwas getan / gesagt hat.
- Kein Zeilenumbruch, wenn dieselbe Figur erst etwas tut und dann etwas sagt (bzw. umgekehrt). Sonst wird nicht klar, wer was macht und wie das alles zuzuordenen ist.
- Nicht bei jedem Satz (auch nicht: Wörtliche Rede + Redebegleitsatz) eine Zeilenschaltung machen. Alles, was eine Figur macht und sagt und wieder macht und vllt. noch was sagt, muss in einen Absatz.

Ich kann dir das hier im Text nicht beispielhaft zeigen, weil ich daraus nicht erkennen kann, wer was tut / sagt - aber schau einfach noch mal selbst drüber. So sollte es aussehen:
"Heute ist verdammt viel Wind", sagt Tina. Sie versucht, sich die wild herumfliegenden Haare zurück in den Knoten zu stopfen. Dabei fällt ihr das Eis runter, schmilzt im Standsand.
Mathias lacht laut. "Du bist aber auch ein Dussel", sagt er.
"Selber Dussel", kontert Tina.
Mathias zieht in aller Seelenruhe ein Taschentuch aus dem Rucksack und hält es ihr hin. Hoch über ihnen zieht eine Möve ihre Kreise.

Inhaltlich natürlich völliger Quark, aber die Form sollte so aussehen.

Liebe Grüße, dir noch ganz viel Spaß hier,
Katla

 
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Danke für die Tipps, aber die Fehler habe wirklich ich gemacht, ist jetzt auch egal ich habe zwar den Text geändert so wie es hoffentlich richtig ist und abgespeichert aber in der Vorschau sieht es nicht so aus als hätte sich etwas verändert. Also mache ich immer noch etwas falsch. Außerdem habe ich keine Möglichkeit gesehen wie ich den geänderten Text einstelle. Passiert das automatisch ?

Ich mus jetzt leider das ganze beenden muss morgen früh raus.

 
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Hallo @welle ,

Außerdem habe ich keine Möglichkeit gesehen wie ich den geänderten Text einstelle.
als eine, die neuerdings um 4:20 h aufstehen muss (was selbst mir Frühaufsteher zu krass ist), fühle ich mit dir. Aber wenn du mehr Luft hast, geht das so (Gleiches gilt auch für Komms / Antworten, wenn du da im Nachhinein etwas ändern willst):
Im Textfeld rechts unten auf Bearbeiten clicken. -> Textfeld öffnet sich. -> Du bearbeitest den Text. -> Rechts unten: Speichern anclicken. Das kannst du so oft wiederholen, wie du magst.
Wenn du eine andere Fassung (z.B. hier die rundum korrigierte) einstellen - also den Gesamttext ersetzen - möchtest, kopierst du einfach den gewünschten Text aus word und pastet ihn dann über den Text, der hier im Forum im Textfeld steht. Der wird so überschrieben. Auch hierbei: Speichern nicht vergessen, sonst werden Änderungen nicht angenommen.

Manchmal wird beim Copypasten eines Textes aus word o.ä. nicht die gesamte Formatierung übernommen (der Webmaster hat das neulich erklärt, dass das wohl auf fehlerhafte Nutzung der Enter-Taste in word - also im Original - zurückzuführen ist). Daher: Wenn du einen neuen Text einstellst, am besten immer noch mal durchschauen, bevor du auf Absenden gehst. Meist entstehen zu viele / zu große Absätze.
Zumindest bei mir werden einfache Zeilenumbrüche und kursiv immer übernommen, das kann mAn nicht ein Systemfehler sein, sondern muss ein 'händischer' des Autors im Originaltext sein.

Danke für die Tipps, aber die Fehler habe wirklich ich gemacht, ist jetzt auch egal ich habe zwar den Text geändert so wie es hoffentlich richtig ist und abgespeichert aber in der Vorschau sieht es nicht so aus als hätte sich etwas verändert.
Also, ist es so, dass du aus Versehen die unkorrigierte Version eingestellt hast? Denn eines kann ich dir versichern: Das System hier schluckt keine Kommata und trennt keine Wörter von selbst ... ;)

Ach ja, oben vergessen gehabt: Gedanken der Prota kursiv setzen, sonst liest es sich wie ein Bruch in der Perspektive = Fehler.
z.B.

Meine traurige Geschichte für ein warmes Essen? Wie verrückt klingt das denn?, geht es ihr durch den Kopf.
Verrückter, als von einem Mann, den man liebt, immer wieder geschlagen und misshandelt zu werden?
-> Korrigiert:
a) Wenn die Prota das erste hier denkt und das ab "Verrückter" die sich wertend einmischende Stimme des auktorialen Erzählers sein soll:
Meine traurige Geschichte für ein warmes Essen? Wie verrückt klingt das denn?,[Komma raus] geht es ihr durch den Kopf.
Verrückter, als von einem Mann, den man liebt, immer wieder geschlagen und misshandelt zu werden?

b) Wenn sie aber weiterdenkt und hier gar kein auktorialer Erzähler spricht, muss es so:
Meine traurige Geschichte für ein warmes Essen? Wie verrückt klingt das denn?,[Komma raus] geht es ihr durch den Kopf. Verrückter, als von einem Mann, den man liebt, immer wieder geschlagen und misshandelt zu werden?
Wie du daran siehst, macht es einen inhaltlichen Unterschied, ob / wo man eine Zeilenschaltung oder einen Absatz macht.
Usw. den gesamten Text daraufhin selbst noch mal durchgehen, bitte.

Und: Im Englischen tauscht man etwas for something else. Im Deutschen aber gegen etwas. Anders wäre es bei: Ich gebe meine Geschichte für ein warmes Essen her.

Ein auktorialer Erzähler, der in den Kopf der Prota gucken kann und ständig sagt "sie denkt / geht ihr durch den Kopf" ist ein bissl ungeschickt, grob. Wenn du es nicht anders als über Gedankenwiedergabe vermittelt bekommst: Was spricht gegen eine durchgehend personale Erzählstimme?

Ich wünsche dir einen schönen Sonntag und gutes Gelingen,
herzlichst, Katla

 
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Das mit der Gedankendarstellung war ein sehr guter Tipp. Ich hoffe das die Geschichte für die Anderen jetzt schon lesbarer ist. Aber ich werde sie nochmal mit einem anderen Programm durch die Rechtschreibprüfung laufen lassen .

 
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Heute habe ich es endlich geschafft, die Geschichte nochmal zu überarbeiten. Gerade was die fehlerhafte Grammatik angeht. Nochmals danke für die Hinweise, auch was den Inhalt angeht. Euch allen noch ein schönes Wochenende.

 

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