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  • Macht bis zum 15.08.2020 mit bei der ersten jährlichen Sommer-Challenge für Kindergeschichten: Zielgruppe Krümel.

Das Märchen von der Weihnachtsschnecke

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Das Märchen von der Weihnachtsschnecke

Es war einmal zur Weihnachtszeit, dass am fernen Nordpol eine kleine Schnecke lebte. Sie wohnte natürlich nicht im Schnee, sondern in einem Fachwerkhaus mit Reetdach und einem Schornstein, aus dem es ordentlich rauchte.

Im Haus, da gab es einen Kamin und einen Kaffeebaum. Und in diesem Baum saß unsere Schnecke. Das hört sich etwas langweilig an. Aber die Schnecke war sehr glücklich. Die Blätter schmeckten gut und es war wohlig warm. Sie kaute gerne vor sich hin und beobachtete den Mann mit dem langen, weißen Bart und der roten Mütze. Eine solche Mütze wünschte die Schnecke sich auch, besonders den weißen Bommel mochte sie.

Der Mann besaß ganz viel Spielzeug, das er in buntes Papier verpackte. Und die Päckchen bekamen ebenso bunte Schleifchen. Die Schnecke fragte sich, was der Mann mit dem Spielzeug vorhatte. Spielen jedenfalls tat er nicht damit.

Als es draußen richtig kalt wurde, da wurde der alte Mann sehr emsig. Er und seine Rentiere trugen die vielen Päckchen aus dem Haus und packten sie auf einen großen Schlitten. Mit noch größeren Augen und ausgestreckten Fühlern betrachtete die Schnecke das Treiben.

Als der Raum fast leer war, bückte sich der alte Mann und griff unter sein Sofa. »Rudi, warte!«, rief er. »Hier liegt noch eines.« Mit einem roten Päckchen in der Hand wollte der Mann sich aufrichten, hielt aber plötzlich inne. »Aujaujaua!«, schrie er. Rieb sich den Rücken und ließ sich in das Sofa plumpsen. Die Rentiere kamen hineingestürmt. »Was ist geschehen Weihnachtsmann?«, fragte Rudi mit der roten Nase. »Auauau!«, stöhnte der Mann. »Hexenschuss!«

Erschrocken trampelten die Rentiere mit ihren Hufen. »Hexenschuss!«, riefen sie. »Aber es ist Weihnachten! Wer bringt den Kindern jetzt die Geschenke?«

Der Weihnachtsmann versuchte sich aufzurichten, doch fiel zurück auf das Sofa. »Ich glaube, Weihnachten muss dieses Mal ausfallen.«

»Oh, nein!«, rief Rudi. »Da muss es doch eine Lösung geben! Vielleicht kann einer von uns die Geschenke verteilen.«
»Aber ihr müsst doch den Schlitten ziehen und ein Rentier mit seinem Geweih, das passt doch gar nicht durch die Schornsteine.«

Die Rentiere schwiegen und sahen sich ratlos an.
»Aber, aber, ich bin doch auch noch da!«, sagte die kleine Schnecke.
»Wer hat da gesprochen?«, fragte Rudi und alle sahen sich im Raum um.
»Ich, hier! Auf dem Kaffeebaum!« Die Schnecke kroch auf das oberste Blatt. »Ich, die Schnecke.«
»Potzblitz, ein blinder Passagier!«, rief der Weihnachtsmann. »Aber das ist vielleicht die Lösung. Die Schnecke passt durch jeden Kamin!«
»Eine Schnecke als Weihnachtsmann?« Rudi rieb sich die rote Nase.
»Warum nicht?«, fragte die Schnecke. »Ihr müsst mir nur sagen, was ich tun muss. Und ich hätte einen Wunsch.«
»Welchen Wunsch denn?«, fragte der Weihnachtsmann.
»Ich hätte auch gerne solch eine rote Mütze mit einem weißen Bommel dran.«
Der Weihnachtsmann lachte. »Die kriegst du!«

So kam es, dass die kleine Schnecke mit einer roten Mütze und einem weißen Bommel zur Weihnachtsschnecke wurde. Und wenn Euch die Zeit bis zur Bescherung einmal wieder besonders lang vorkommt, dann kann es sein, dass der Weihnachtsmann einen Hexenschuss hat und die kleine Schnecke die Geschenke bringt.
 
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Moin, Maedy,

das ist schön, dass in einer besonders hektischen Zeit die Schnecke mal eine Hauptrolle übernimmt und vor allem die Ruhe bewahrt. Aber warum muss es ein Kaffeebaum sein, wenn ich mir sicher bin, dass die kleinen Zuhörer lieber einen Kakao trinken oder eine heiße Schokolade (warum gibt's eigentlich keinen Schokoladen und schon gar keinen Schokoladenbaum, und warum soll man nicht, wenn man schon in Milch und Honig badet, auch in Schokolade baden dürfen, der Honig klebt doch vielmehr), statt des bitteren Zeugs.

Aber dem Opahausen (eine ganze Stadt mit einem Schulden-, Tacken- und mehr als einem Haldenberg ist nach ihm benannt, wenn es nach ihm denn ginge) gefällt die Geschichte, er hat aber noch ein paar Anmerkungen, wie hier,
Der Mann besaß ganz viel Spielzeug, das er in buntem Papier verpackte.
Da meint der Opahausen, sei nicht Dativ, sondern Akkusativ angesagt „…, das er in (ein) buntes Papier verpackte.“ Danach erst, wenn es „im“ Papier verpackt ist“ werde es Da tief!

Er und seine Rentiere trugen die vielen Päckchen aus dem Haus und packten sie auf einen großen Schlitten. Mit großen Augen und ausgestreckten Fühlern betrachtete die Schnecke das Treiben.
Nein, nicht stört mich das „große“ Paar, aber warum nicht übertreiben, „mit noch größeren Augen … betrachtete die Schnecke das Treiben"?

»Auauau!«, stöhnte der Mann. »Hexenschuss!«
Wäre ein jaulendes „Aujaujaua“ nicht viel melodiöser?

Der Weihnachtsmann versuchte[...] sich aufzurichten, doch fiel zurück auf das Sofa. »Ich glaube, Weihnachten muss dieses Mal ausfallen.«
Komma weg, es zerschlägt das komplexe Prädikat „sich aufzurichten versuchen“

Und wenn Euch die Zeit bis zur Bescherung einmal wieder besonders lang vorkommt, ...
Wer zeigt denn da besondere Distanz zum Publikum an?

Wie schon angedeutet,
gern gelesen vom

Friedel

Schöne Tage diese Tage aus‘m Pott!
 
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Hallo @Maedy,

da du eine Weihnachtsgeschichte verfasst hast, vermute ich, dass du Weihnachten feierst und wünsche dir daher ein schönes Fest.

Erstmal ein paar Kommentare zu zitierten Stellen:

Sie wohnte natürlich nicht im Schnee, sondern in einem Fachwerkhaus mit Reetdach und einem Schornstein, aus dem es ordentlich rauchte.
"Wohnen" und "Haus" in einen Satz löst bei mir im Kotext von Schnecken das Bild an ein Schneckenhaus aus. Ich dachte, du beschreibst eine Schnecke, deren Haus ein Reetdachhaus ist. Fand ich zwar seltsam, aber habe mich dann drauf eingelassen. Ich lese weiter: "Im Haus, da gab es einen Kamin und einen Kaffeebaum." Mhm, irgendwie wirklich komisch... "Und in diesem Baum saß unsere Schnecke." Das ist ja wie bei Inception! Nochmal kurz nachgedacht. Dann habe ich es geschnallt. Ich weiß nicht, ob Kindern dieses Kuddelmuddel auch passiert. Oder überhaupt einem anderen Menschen. Ich vermute, dass mir "leben" statt "wohnen" das Kuddelmuddel erspart hätte, bin mir aber nicht ganz sicher.

Das hört sich etwas langweilig an.
Ich glaube nicht, dass bisher Langeweile aufkam bei den Kindern, aber dass genau durch diesen Satz eventuell die Frage ausgelöst wird, ob man das ganze vielleicht langweilig finden sollte. Ein bisschen wie wenn ein Kind, nachdem es hingefallen ist, zu den Eltern schaut und anhand deren Reaktion entscheidet, ob es weinen oder lachen soll.

Und die Päckchen bekamen ebenso bunte Schleifchen.
Hier geht es mir wie mit dem "tun". Ich würde mir eine andere Formulierung wünschen.

Spielen jedenfalls tat er nicht damit.
"Tun" finde ich meistens nicht so schön.

Als es draußen richtig kalt wurde, da wurde der alte Mann ganz emsig
"Ganz" würde ich weglassen. Das stielt dem "emsig" die Show, finde ich.

Der Mann besaß ganz viel Spielzeug, das er in buntem Papier verpackte.
Auch dieses "ganz" finde ich überflüssig. Manche Stellen deiner Geschichte klingen mir zu sehr nach einer Erwachsenen, die "Kindersprache" anwendet, um "verstanden zu werden". Ich denke, Kindern brauchen von uns keine höhere Stimme, keine langgezogenen Worte (bisher sind wir uns bestimmt einig) und auch kein "ganz *Adjektiv*", "spielen tun" und ähnliches.

Er und seine Rentiere trugen die vielen Päckchen aus dem Haus und packten sie auf einen großen Schlitten
»Aber es ist Weihnachten und wer bringt den Kindern jetzt die Geschenke?«
Ich mag das "und" da nicht. Besser würde ich finden: Aber es ist Weihnachten! Wer bringt den Kindern jetzt die Geschenke?

Ich glaube, Weihnachten muss dieses Mal ausfallen.«
Hmpf. Wieso setzt der Weihnachtsmann Weihnachten mit seinen Geschenken gleich?
Weniger Konsum, mehr Liebe! :herz:

»Da muss es doch eine Lösung geben! Vielleicht kann einer von uns …«
Würde den Satz vervollständigen, da deine Zielgruppe kleine Kinder sind, die eventuell nicht alle antizipieren können, was Rudi sagen möchte.

»Potzblitz, ein blinder Passagier!«, rief der Weihnachtsmann.
Da höre ich schon Kinderstimmen fragen: Wie ein blinder Passagier? Was heißt das? Schön! Ich mag es, wenn Geschichten zu Fragen anregen.

Und ich hätte einen Wunsch
Das klingt ein bisschen wie eine Bedingung: Ich helfe euch nur, wenn ich eine rote Mütze mit Bommel bekomme.
Könnte man die Begeisterung der Schnecke für die Mütze anders wieder aufnehmen?
Vielleicht sowas wie:
"Wie können wir dir danken, Schnecke?"
"Wenn ihr so fragt, vielleicht mit einer schönen Weihnachtsmütze."

Die kriegst du!«
"Kriegen" ist wie "tun" nicht so meins.

Deine Geschichte hat es nicht ganz leicht bei mir, da ich das Märchen vom Weihnachtsmann nicht mag. Umso schöner finde ich es, dass deine Geschichte zu Geduld anregen soll. (Soll sie, oder?) Deine Begründung mutet aber leider eher wie eine Ausrede an: Der Weihnachtsmann ist krank und die Schnecke (die ich übrigens mag!) kann nunmal nicht schneller. Ich finde, man kann Kindern mehr zumuten.

Sowas wie: Der Weihnachtsmann ist gesund. Die Schnecke möchte aber unbedingt auch mal die Geschenke bringen. Dann debattieren alle, ob das okay wäre, da es dann viel länger dauern würde. Dabei könnte man lustige Szenarien beschreiben, was alles schief gehen könnte.
Sie kommen zu dem Schluss: Ja, die Schnecke darf das machen. Denn es ist schön, der Schnecke eine Freude zu machen, und sowieso ist Weihnachten mehr als Geschenke. Das wäre meiner Meinung nach eine Geschichte, die sich nicht um die kritischen Stellen drückt, sondern bestimmte Werte vorschlägt. Dies auf spannende Weise zu tun, ist natürlich nicht ganz leicht, aber ich finde es würde sich lohnen etwas auszubrüten.

Hui, das hier ist also beim erster Beitrag.
Dann man los: *Kommentar absenden*

Beste Grüße,

Flugsand
 
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Hallo @Maedy,
ich hoffe, du hattest schöne und einigermaßen erholsame Feiertage. :)

Mit deinem kleinen Märchen habe ich ein paar Schwierigkeiten, obwohl ich es ja immer schwierig finde Kindergeschichten zu bewerten. Ich kann also nur versuchen, mich in mein ca. fünfjähriges Ich zu versetzen und mich daran zu erinnern, wie das damals so war.

Hattest du denn schon ein paar Versuchsschneckchen in dem Alter?

Es war einmal zur Weihnachtszeit, dass am fernen Nordpol eine kleine Schnecke lebte.
Merkwürdiger Satzbau. Ist das Märchensprech? Ich würde ein „als“ anstelle des „dass“ setzen. Oder noch einfacher.
Es war kurz vor Weihnachten und am fernen Nordpol wohnte eine kleine Schnecke.

Fachwerkhaus mit Reetdach
Vielleicht trau ich den kleinen Scheissern zu wenig zu, aber für mich klingt das zu kompliziert. Warum nicht einfach ein Haus mit einem Dach aus Stroh?

einen Kaffeebaum
Was ist denn ein Kaffeebaum? Wachsen da Tassen mit Kaffee? Welches Kind weiß denn, wo Kaffee her kommt?

Sie kaute gerne vor sich hin und beobachtete den Mann mit dem langen, weißen Bart und der roten Mütze.
Mhh, verwirrt diese Perspektive die Kinder vielleicht? Verstehen die sofort um wen es da geht?

Als der Raum fast leer war, bückte sich der alte Mann und griff unter sein Sofa. »Rudi, warte!«, rief er. »Hier liegt noch eines.«
Wer ist denn Rudi? Das ist mir wirklich zu viel Transferleistung für die Kleinen.

»Hexenschuss!«
Wissen die Kinder, was ein Hexenschuss ist?

Das Ende finde ich dann etwas mau. Die Schnecke ist grad da und klein, deswegen bekommt sie den Job? Ich weiß nicht …
Naja, du merkst, ich werd nicht ganz warm mit deiner Geschichte, obwohl eine Weihnachtsschnecke wirklich mal etwas anderes ist. Meiner Meinung nach sind da einige Begriffe und Formulierungen drin, die für so kleine Kinder nicht geeignet sind. Nicht, dass sie da nicht etwas lernen könnten, aber zu viel ist dann wahrscheinlich eher kontraproduktiv.
Außerdem würde ich mir mehr von der kleinen schleimigen Retterin erhoffen, als nur dazusitzen und zu mampfen.

Liebe Grüße,
NGK
 
Wortkrieger-Team
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Hallo @Friedrichard ,

ich hoffe, Du hast Weihnachten gut überstanden und schmökerst in Deinem neuen Habermas.

Aber warum muss es ein Kaffeebaum sein, wenn ich mir sicher bin, dass die kleinen Zuhörer lieber einen Kakao trinken oder eine heiße Schokolade (warum gibt's eigentlich keinen Schokoladen und schon gar keinen Schokoladenbaum, und warum soll man nicht, wenn man schon in Milch und Honig badet, auch in Schokolade baden dürfen, der Honig klebt doch vielmehr), statt des bitteren Zeugs.
Da ist etwas dran und auch @Nichtgeburtstagskind monierte den Kaffeebaum als unbekanntes Gewächs. Um ehrlich zu sein: Ich habe einen Kaffeebaum, dem ich einst das Leben rettete und der nun als stolzer Baum in meiner Wohnung steht. Er trägt keinen Kaffee, weder in Bohnen noch in Tassen. Aber als ich heuer so vor ihm saß und die Weihnachtsdekoration sortierte, da kam mir irgendwie die Geschichte von der Schnecke. Deswegen muss es ein Kaffeebaum sein. Sollte ich die Geschichte einmal bei einem Verlag einreichen, ist das aber ein Punkt, den ich im Auge behalten werde.

Nein, nicht stört mich das „große“ Paar, aber warum nicht übertreiben, „mit noch größeren Augen … betrachtete die Schnecke das Treiben"?
Gute Idee.

Aujaujaua
Liest sich gut vor.

Wer zeigt denn da besondere Distanz zum Publikum an?
Das ist eine gute Frage. Da denke ich noch einmal drüber nach. Ich habe mich als Märchentante gesehen, die den Kindern vorliest und sie dann direkt anspricht.

Die Fehler habe ich korrigiert. Lieben Dank für das Reinsehen!


Lieber @Flugsand ,

vielen Dank für Deinen langen Kommentar und willkommen im Forum.

Dann habe ich es geschnallt. Ich weiß nicht, ob Kindern dieses Kuddelmuddel auch passiert.
Das mit dem »Haus« und »Schneckenhaus« habe ich auch bemerkt und deswegen gleich »Fachwerkhaus« geschrieben, was bei einem Schneckenhaus schon recht schwer vorstellbar ist. Bislang bist Du auch der Erste, der darüber stolpert. Ich lasse es daher erst einmal so.

Ich glaube nicht, dass bisher Langeweile aufkam bei den Kindern, aber dass genau durch diesen Satz eventuell die Frage ausgelöst wird, ob man das ganze vielleicht langweilig finden sollte. Ein bisschen wie wenn ein Kind, nachdem es hingefallen ist, zu den Eltern schaut und anhand deren Reaktion entscheidet, ob es weinen oder lachen soll.
Hmm, auch eine gute Frage, über die ich noch einmal nachdenke. Ich habe mich so ein bisschen in die Kinder reinversetzt. Den ganzen Tag auf einem Baum sitzen, das kam mir langweilig vor. Aber vielleicht hast Du recht.

Ein »ganz« habe ich gestrichen.

Besser würde ich finden: Aber es ist Weihnachten! Wer bringt den Kindern jetzt die Geschenke?
Gekauft.

Hmpf. Wieso setzt der Weihnachtsmann Weihnachten mit seinen Geschenken gleich?
Weil ich keine Moralgeschiche schreiben wollte, sondern eine Geschichte, die man Kindern in der Wartezeit zur Bescherung vorlesen kann. Und ehrlich, da geht es doch nur um die Geschenke! Die Regulierung des Weihnachtskonsums sollte meines Erachtens eher über Qualität und Quantität der Geschenke erfolgen. Das Gerede über (Nächsten-)Liebe nehmen Kinder zwar wahr und können es je nach Alter mehr oder weniger reflektieren, aber am Ende sind die Geschenke doch das Wichtigste. Das finde ich auch gar nicht schlimm. Das macht Weihnachten ja auch irgendwie zu einem besondere Familienfest.

Würde den Satz vervollständigen, da deine Zielgruppe kleine Kinder sind, die eventuell nicht alle antizipieren können, was Rudi sagen möchte.
Da hast Du vermutlich recht. Geändert.

Da höre ich schon Kinderstimmen fragen: Wie ein blinder Passagier? Was heißt das? Schön! Ich mag es, wenn Geschichten zu Fragen anregen.
Hier kann ich gleich @Nichtgeburtstagskind mitantworten. So habe ich es mir gedacht. Ich gehe eher von einer Vorlesegeschichte aus, bei der der vorlesende Erwachsene auch das eine oder andere erklären kann und soll.

Das klingt ein bisschen wie eine Bedingung: Ich helfe euch nur, wenn ich eine rote Mütze mit Bommel bekomme.
Ich glaube, man darf sich etwas vom Weihnachtsmann wünschen. Ob es dann gleich zu einer Bedingung wird? :confused:

Deine Geschichte hat es nicht ganz leicht bei mir, da ich das Märchen vom Weihnachtsmann nicht mag.
Ging mir jahrelang so. Mittlerweile finde ich den »Weihnachtsmann« ganz nett, weil ich ihn als religionsneutraler ansehe als das Christkind. Es ist ein nettes Märchen, das man vom Christentum durchaus lösen kann. Der alte Mann am Nordpol mit seinen Rentieren, der einmal im Jahr Geschenke bringt. Das lässt sich auch ohne die christliche Weihnachtsgeschichte erzählen.

Umso schöner finde ich es, dass deine Geschichte zu Geduld anregen soll. (Soll sie, oder?)
In gewisser Hinsicht schon. Die Geschichte war dazu gedacht, die Wartezeit zu verkürzen.


Liebes @Nichtgeburtstagskind ,

vielen Dank für das Reinlesen.

ich hoffe, du hattest schöne und einigermaßen erholsame Feiertage.
Danke. Das hoffe ich bei Dir ebenso.

Mit deinem kleinen Märchen habe ich ein paar Schwierigkeiten, obwohl ich es ja immer schwierig finde Kindergeschichten zu bewerten.
Ist auch erst meine zweite Kindergeschichte und ich kann da sicherlich noch dran feilen. Die Versuchsschnecken kamen mit ihr im Großen und Ganzen klar.

Ist das Märchensprech?
Ja, ich wollte gleich am Anfang klarstellen, dass es ein Märchen ist und habe den klassischen grimmschen Einstieg gewählt.

Vielleicht trau ich den kleinen Scheissern zu wenig zu, aber für mich klingt das zu kompliziert. Warum nicht einfach ein Haus mit einem Dach aus Stroh?
Ich glaube, das hängt davon ab, wo sie groß geworden sind. Meine norddeutschen Schnecken hatten damit kein Problem. Reet ist ja auch kein Stroh ;).

Mhh, verwirrt diese Perspektive die Kinder vielleicht? Verstehen die sofort um wen es da geht?
Das soll zum Mitdenken einladen. Ich habe hier mit Absicht noch nicht klargestellt, dass es der Weihnachtsmann ist. Also im Idealfall verstehen sie es nicht sofort.

Wer ist denn Rudi? Das ist mir wirklich zu viel Transferleistung für die Kleinen.
Gute Frage. Ich kenne im Moment kein Kind, das nicht Rudi kennt (das Rentier mit der roten Nase). Der kommt mittlerweile in allen möglichen Filmen vor. Heiligabend lief z.B. ein animierter Film über Rudi im Vormittagsprogramm. Ich werde einmal weitere Reaktionen abwarten.

Außerdem würde ich mir mehr von der kleinen schleimigen Retterin erhoffen, als nur dazusitzen und zu mampfen.
Ich wollte die Geschichte kurz halten und habe die Pointe auf das Wesentliche beschränkt: Also eine Erklärung dafür geliefert, warum es bis zur Bescherung immer so lange dauert.

Lieben Dank für das Reinsehen! Ich hoffe, ich komme auch bald dazu, Deine Combos weiterzulesen.

Liebe Grüße
Mae
 
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Die Geschichte hört sich gut an. Ich weiß das, weil ich sie mir laut vorgelesen habe. Und wenn man das macht, dann passt der erste Satz. Und der Kaffebaum auch. Ebenso die Schnecke. Dass die langsam ist, weiß ja jedes Kind. Aber Nordpol und Kaffeebaum, das sind Gegensätze, das ist Exotik. Nicht zu vergessen: Hexenschuss! Da kommen sicher eine Menge Fragen seitens der Kinder. Was gut ist. Wenn ein Märchen keine Fragen/Kommentare auslöst, hat man sein Ziel ganz sicher verfehlt.

Die Geschichte hat auch die richtige Länge – oder sollte man Kürze sagen? –, insofern hat sie alles, was es braucht, um Kinderherzen zu erfreuen. Kompliment.
 
Wortkrieger-Team
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02.09.2015
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Danke, lieber @Dion , für die netten Worte. Es freut mich, dass Dir die kleine Geschichte gefallen hat. :)
Der Kaffeebaum gefiel mir auch wegen der Exotik am Nordpol. Das hast Du ganz richtig gesehen.

Bis hoffentlich bald einmal!

Liebe Grüße
Mae
 
Wortkrieger-Globals
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Liebe Maedy,

eine Kinder-Weihnachtsgeschichte, wie schön! Ich habe sie auch direkt nach dem Einstellen gelesen, komme aber erst jetzt dazu, dir einen Komm zu schreiben. Wie das so ist, Weihnachten ist alles andere als entspannt :D

Es war einmal zur Weihnachtszeit, dass am fernen Nordpol eine kleine Schnecke lebte. Sie wohnte natürlich nicht im Schnee, sondern in einem Fachwerkhaus mit Reetdach und einem Schornstein, aus dem es ordentlich rauchte.
Ich dachte auch, es geht um ihr Schneckenhaus und fand das wunderhübsch.

Im Haus, da gab es einen Kamin und einen Kaffeebaum. Und in diesem Baum saß unsere Schnecke.
Ach, so - hmm, doch nicht. Schade fand ich das. Aber mal weiter lesen.

Die Schnecke fragte sich, was der Mann mit dem Spielzeug vorhatte. Spielen jedenfalls tat er nicht damit.
:)

»Aujaujaua!«, schrie er. Rieb sich den Rücken und ließ sich in das Sofa plumpsen. Die Rentiere kamen hineingestürmt. »Was ist geschehen Weihnachtsmann?«, fragte Rudi mit der roten Nase. »Auauau!«, stöhnte der Mann. »Hexenschuss!«
Selbst wenn die Kinder hier nachfragen, was denn ein Hexenschuss sei und danach, ob es denn wirklich eine Hexe war, die auf den Weihnachtsmann geschossen hat (ich glaub, das fragen sie wirklich), irgendwie mag ich den kaputten Weihnachtsmann. Erzeugt auf jeden Fall Spannung. Zumindest mehr, als die Frage, ob die Schnecke nun jemals zu ihrer roten Mütze kommt.

Erschrocken trampelten die Rentiere mit ihren Hufen. »Hexenschuss!«, riefen sie. »Aber es ist Weihnachten! Wer bringt den Kindern jetzt die Geschenke?«
Genau!

Der Weihnachtsmann versuchte sich aufzurichten, doch fiel zurück auf das Sofa. »Ich glaube, Weihnachten muss dieses Mal ausfallen.«
Au, weia!

So kam es, dass die kleine Schnecke mit einer roten Mütze und einem weißen Bommel zur Weihnachtsschnecke wurde.
Sweet. Aber ich war schon traurig, dass sich der Spannungsbogen über die Mütze aufbaut, nicht darüber, ob nun alle Kinder rechtzeitig ihre Geschenke bekommen.

Und wenn Euch die Zeit bis zur Bescherung einmal wieder besonders lang vorkommt, dann kann es sein, dass der Weihnachtsmann einen Hexenschuss hat und die kleine Schnecke die Geschenke bringt.
Allerdings ist das natürlich ein süße Prämisse.

Klein, fein - ach doch!
Aber ich mag immer noch das Bild vom geilen Schneckenhaus. Habe das leider nicht mehr aus dem Kopf bekommen, auch wenn es falsch war. Und die schießende Hexe! :D

Liebe Grüße, Fliege
 
Zuletzt bearbeitet:
Wortkrieger-Team
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Liebe @Fliege ,


komme aber erst jetzt dazu, dir einen Komm zu schreiben.
Dafür komme ich jetzt dazu, Dir zu antworten 😉.
Ich dachte auch, es geht um ihr Schneckenhaus und fand das wunderhübsch.
🤔 - das werde ich dann einmal beobachten, ob es doch mehr Missverständnisse gibt.


Selbst wenn die Kinder hier nachfragen, was denn ein Hexenschuss sei und danach, ob es denn wirklich eine Hexe war, die auf den Weihnachtsmann geschossen hat (ich glaub, das fragen sie wirklich), irgendwie mag ich den kaputten Weihnachtsmann
Ja, meine Oma hat immer gesagt, dass eine alte Hexe einen Pfeil auf sie geschossen hat.


Allerdings ist das natürlich ein süße Prämisse
Genau auf die wollte ich hinaus. Die Zeit kurz vor der Bescherung spannt ja die Nerven der Kleinen bis zum Zerreißen. 🙂 Die Mütze war daher eher als Beigabe gemeint. Aber Hauptsache Weihnachten fällt nicht aus. Eine Reaktion auf die Geschichte war übrigens: „Bei mir kommt immer die Schnecke!“

Aber ich mag immer noch das Bild vom geilen Schneckenhaus.
Habe das leider nicht mehr aus dem Kopf bekommen, auch wenn es falsch war.
Fühle Dich inspiriert!
Ich freue mich ja schon auf die geplante Kindergeschichten-Challenge.

Liebe Grüße
Mae
 

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