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  • Macht bis zum 15.08.2020 mit bei der ersten jährlichen Sommer-Challenge für Kindergeschichten: Zielgruppe Krümel.

Das Nest

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Das Nest

“Was ist das Ziel?”, fragte Paul, während er auf die Rückbank des Kleinbusses stieg.
“Ein Nest in Mitte”, antwortete Mats vom Beifahrersitz.
Kermit, Eric und drei weitere Vermummte kletterten neben Paul auf die Rücksitze. Im Licht der untergehenden Sonne funkelten ihre Sturmgewehre rot.
Paul nickte. Nester - so nannten sie die verbarrikadierten Wohnungen der Fanatiker, die sich weigerten, die Quarantäne aufzugeben. In solchen Fällen schickte der Magistrat Mats und seine Männer los.
Eric, der als letzter eingestiegen war, zog die schwere Seitentür des Sprinters zu. Schlagartig saßen sie in einem grauen Halbdunkel. Die abgeklebten Scheiben ließen nur wenig Licht durch.
“Wir wissen nicht viel”, sagte Mats, während der Sprinter langsam auf das Außentor des Lagers Berlin-Süd 2 zufuhr. “Verlassenes Appartementgebäude. Im ersten Stock tut sich was. Fünf Insassen, vielleicht zehn.“
Durch die abgedunkelte Frontscheibe sah Paul, wie zwei Wachposten das Tor der Basis öffneten. Die Männer salutierten träge. Wie die Männer im Sprinter trugen sie weite Kleidung, dicke Handschuhe und Motorradhelme mit heruntergeklappten Visieren. Beide Männer hielten Sturmgewehre in ihren Händen.
Als der Sprinter auf die unbefestigte Straße Richtung Stadtmitte einbog, jagten zwei Kampfhubschrauber über sie hinweg. Mats’ Armband blinkte. Er drückte zweimal darauf, um eine Verbindung herzustellen.
“Ja”, sagte er mit gesenktem Kopf, dann “Okay”, und legte auf.
“Fahren Sie über Kreuzberg”, befahl er dem Fahrer. “Die Straßen im Süden sind blockiert.”
Der Fahrer nickte. Dass Routen sich kurzfristig änderten, war nichts Ungewöhnliches. Der Widerstand schlug fast jeden Tag zu. Kinder, nicht älter als sieben oder acht Jahre, sprengten sich an Lebensmittel-Ausgabestellen in die Luft. Alte Männer schossen auf Straßenposten. Vergangene Woche hatte Paul einen Mann festgenommen, der seine Töchter mit Benzin übergossen und angezündet hatte.
Die Quarantäne war nach fünf Jahren vorbei - aber Berlin brannte weiter.

Ein plötzlicher, heftiger Stoß riss Paul aus seinen Gedanken. Sein Oberkörper wurde nach vorn geworfen. Ein metallisches Knirschen, dann schlug sein Helm auf Kermits Knieschützer auf. Für den Bruchteil einer Sekunde wurde ihm schwarz vor Augen.
“Was zum Teufel war das?”, grunzte Mats, den der Stoß ebenfalls nach vorn geworfen hatte.
“Ein Mörserkrater. Hinter der Kreuzung. Muss frisch sein.” Der Fahrer wirkte nicht im Geringsten irritiert.
“Passen Sie besser auf.”
Paul richtete sich auf, zog seinen Spaltleder-Handschuh aus, klappte das Visier hoch und tastete seine Unterlippe ab. Als er seinen Zeigefinger ins Licht hielt, erkannte er Blut. Er konnte die Gesichter der anderen Soldaten unter ihren Visieren nicht sehen, aber er war sicher, dass sie grinsten.
“Das wird schon wieder”, sagte einer der Männer spöttisch.

Eine Viertelstunde später war die Sonne nur noch ein Glühen am Horizont.
Der Sprinter fuhr durch die menschenleeren Straßen des früheren Bezirks Kreuzberg. In dieser Gegend waren die meisten Häuser ganz oder teilweise zerstört, Dächer abgedeckt, Wände eingerissen worden. Aus einem Hinterhof quoll dicker, schwarzer Rauch. Vereinzelt standen ausgeweidete Autos am Straßenrand.
Der Fahrer beschleunigte.
„Da“, sagte Kermit nach ein paar Minuten und nickte in die Richtung einer zerschossenen Ruine. “Da hinten habe ich als Kind Basketball gespielt.“
Obwohl die Vorderseite des Hauses - eines ehemaligen Jugendzentrums - zerstört war, klebte an einer Tür noch eines der allgegenwärtigen Warnzeichen. Die Wörter INFEKTIONSGEFAHR und AUSGANGSSPERRE waren deutlich zu lesen.
Im letzten Jahr der Quarantäne hatten Tausende versucht, die Stadt zu verlassen. Mats war es, der für den Magistrat die Drohnen besorgt hatte. Wochenlang hatten sie die Flüchtenden beschossen, bis die Fluchtversuche allmählich nachließen. Seitdem nutzten sie die fliegenden Waffensysteme, um das Stadtgebiet zu kontrollieren. Tagsüber identifizierten sie verdächtige Aktivitäten, mögliche Nester. Nachts löschten sie sie aus.

Einer der Soldaten klappte sein Visier hoch und streifte die Stoffmaske herunter. Er sah jung aus - nicht älter als 14, 15 Jahre. Und müde.
„Ich verstehe nicht, warum wir die Stadt nicht einfach komplett abriegeln“, sagte er. „Tun wir mit ihnen, was sie mit uns tun.“
Paul sah den Jungen an. Er fragte sich, ob der Teenager sich überhaupt an die Zeit vor der Pandemie erinnern konnte. Wie alt wäre er damals gewesen - vier, fünf? Als die Quarantäne kam, war Paul selbst noch keine 30 gewesen. An dem Tag, an dem die Ausgangssperre verhängt wurde, hatte er mit seinen Zweitklässlern übers Zähneputzen gesprochen.
„Was tun sie denn mit uns?“, fragte er.
Die Frage kam schärfer heraus, als er beabsichtigt hatte. Alle, auch Mats und der Fahrer, hörten jetzt zu.
Der Soldat antwortete, ohne zu zögern.
„Sie rotten uns aus“, sagte er. „Wie eine Plage. Sobald sie die Gelegenheit haben, bringen sie uns um.” Er zog seinen Daumennagel quer über seine Kehle. “Sie haben nichts Besseres verdient.“
Sie waren jetzt in einem weniger stark zerstörten Viertel unterwegs. Hier und da trocknete Wäsche auf einer Leine. Irgendwo bellte ein Hund. Sie passierten einen verlassenen Quarantäne-Checkpoint - zwei Bahnen Stacheldraht, das Gerippe eines Militärzelts. BERLIN BLEIBT FREI, war in roter Schrift auf die zerrissene Zeltplane gesprüht worden.
„Wir sind keine Ungeheuer“, erwiderte Paul schließlich.
Der Soldat sagte nichts.
Paul wusste nicht, was er sagen sollte. Seit Monaten fuhren sie an zwei bis drei Abenden pro Woche in die Stadt, suchten ein Nest auf, vertrieben die Insassen, verbrannten alles Gerät. Sie bekämpften den Widerstand - so verkündeten es die Magistratsmitglieder jeden Abend. Aber für Paul sah die Sache anders aus. Für jedes zerstörte Nest entstanden drei, vier, fünf neue. Der Hass nahm zu, mit jedem Kleinbus voller vermummter Männer, der bei Einbruch der Dunkelheit durch Berlin fuhr. Und die Menschen wehrten sich, jeden Tag ein bisschen mehr.
Wir versuchen, ein Feuer zu löschen, indem wir Benzin draufschütten, dachte Paul. Vielleicht hatte der Junge recht - vielleicht wäre es am einfachsten, die Stadt abzuriegeln und ihre Einwohner ihrem Schicksal zu überlassen.

Ein paar Minuten später brachte der Fahrer den Kleinbus mitten auf der Straße zum Stehen. Sie stiegen aus. Die Sonne war inzwischen untergegangen. Seit die Elektrizität ausgefallen war, herrschte nachts vollkommene Dunkelheit in Berlin. Nur der Mond spendete hin und wieder etwas Licht. Die Straße war breit, die Häuser zu beiden Seiten hoch und dunkel.
Aus den Augenwinkeln sah Paul Bewegungen auf den Dächern. Mats hatte sie ebenfalls gesehen.
“Sie beobachten uns”, sagte er.
Dann drehte er sich den Männern zu. “Unser Auftrag lautet, das Nest in Nummer 237 zu zerstören”, sagte er und zeigte auf ein Appartementhaus auf der linken Straßenseite. “Das Haus steht seit Ende der Quarantäne leer. Die meisten Bewohner sind geflüchtet oder tot. Bislang war hier nichts los. Aber in den vergangenen Tagen haben die Drohnen mehrmals gefilmt, wie schweres Gerät ins Haus gebracht wurde. Was, wissen wir nicht. Von wem, wissen wir nicht. Die oberen Stockwerke sind mehr oder weniger unbewohnbar - während der Quarantäne hat es dort gebrannt. Aber auf den Drohnenbildern ist deutlich erkennbar, dass die Balkone im ersten Stock mit Stacheldraht gesichert worden sind. Dort vermuten wir das Nest.”
Er schwieg kurz und sah in die Runde. “Das ist alles. Den Rest finden wir jetzt raus. Der Fahrer bleibt hier. Alle anderen gehen rein.”
Die Männer nickten. Es gab keinen Plan, keine Taktik, keine Regeln. Keiner von ihnen hatte militärische Erfahrung. Es spielte auch keine Rolle: Sie würden das Nest finden und den Widerstand brechen - ganz gleich, wer dort drinnen auf sie wartete. Sie entsicherten ihre Sturmgewehre und gingen vorsichtig auf das Haus zu.

Nummer 237 war eines der vielen Wohnhäuser, die in den Siebzigerjahren entstanden waren: ein Koloss aus Stahl und Beton, hundert oder hundertfünfzig Wohnungen. In der Eingangshalle im Erdgeschoss herrschte ein wüstes Durcheinander aus Einkaufswagen, Koffern, Planen, Autoreifen, Feldbetten und Kabeln. Paul fragte sich, wie es hier früher ausgesehen haben mochte. Vorher. Er stellte sich Rollatoren und Kinderwagen auf der einen Seite vor, Briefkästen auf der anderen.
Sie durchquerten die Eingangshalle mit erhobenen Sturmgewehren. Am Ende befanden sich die Fahrstühle und das Treppenhaus. Mats öffnete die Tür zur Treppe, warf einen Blick hinein und ging dann voran. Paul musste an die Schemen auf den Dächern denken.
Wie lange, bis sie ihnen entgegentreten würden?
Das Treppenhaus war kalt und leer, die Wände aus nacktem Beton mit Graffitti bedeckt. Langsam nahmen die Männer eine Stufe nach der anderen. Die Dunkelheit machte ihnen nichts aus. Im ersten Stock angelangt, stellten sie sich vor der Tür in den Flur auf und warteten auf Mats' Befehl.
Der Kommandeur trat vor, umfasste die Klinke, drückte sie herunter und öffnete. Sie blickten in einen dunklen, stillen Flur.
Er hob seine Hand und bedeutete Paul, die rechte Seite zu sichern. Paul nickte. Auf Mats’ Kommando hin lehnte er sich in den Flur und richtete den Lauf des Sturmgewehrs auf die rechte Seite. Bis zum Ende des Flurs etwa zwanzig Meter vor ihnen war alles frei. Die Wohnungstüren auf beiden Seiten waren geschlossen. Mats’ Seite war ebenfalls frei.
“Okay”, flüsterte der Kommandeur. Die Männer betraten den Gang.

Paul spürte den Angriff, bevor er ihn sah.
Der Flur war immer noch leer und dunkel, aber etwas war anders. Im Bruchteil einer Sekunde hatte die Luft sich aufgeladen. Paul wusste, dass die anderen es ebenfalls spürten. Er wusste, dass ihre Augen sich unter den Visieren weiteten, genau wie seine, und dass flüssiger Hass durch ihre Adern strömte. Instinktiv warf Paul sich auf den Boden.
Die erste Granate schoss über seinen Kopf hinweg und flog durch die Tür ins Treppenhaus. Die Detonation presste seine Eingeweide schmerzhaft zusammen. Einen Moment lang hörte er überhaupt nichts; dann drangen die Schüsse und Schreie gedämpft und verzerrt zu ihm, als befände er sich unter Wasser. Trümmer aus Wänden und Decke, sandiger Betonstaub und Tapetenfetzen verteilten sich über den Flur. Paul schmeckte Blut - zum zweiten Mal an diesem Abend - und spürte, dass etwas in seinem Bein steckte.
Er klappte sein staubbedecktes Visier hoch. Am Ende des Ganges standen drei Gestalten: eine kleine, die einen Granatwerfer oder etwas ähnliches hielt, und zwei andere, die den Schützen um mehrere Köpfe überragten. Der Kleine war damit beschäftigt, seine Waffe nachzuladen. Die Großen zielten mit Pistolen oder Revolvern in Pauls Richtung. Einer der beiden gab unsichere Schüsse ab. Erneut prasselten Mauerstückchen herab.
Paul zog sein unverletztes Bein an und griff nach seinem Sturmgewehr. Er richtete sich auf seine Ellenbogen auf, legte das Gewehr an und feuerte zwei kurze Salven in Richtung der drei Gestalten. Er zielte nicht - dafür war keine Zeit. Er wollte nur ihr Moment stoppen. Den Angriff unterbrechen.
Die zweite Granate explodierte höchstens drei Meter hinter ihm, dort, wo Mats gestanden hatte. Die Detonation war kleiner als die erste, aber Paul spürte erneut, wie sein Inneres sich verkrampfte. Diesmal fielen mehrere große Zementbrocken aus der Decke, einer bohrte sich in Pauls Rücken. Er spürte, wie mehrere Rippen brachen. Schmerz jagte in Schockwellen durch seinen Körper. Die beiden großen Gestalten schossen erneut. Eine Kugel bohrte sich in Pauls linke Schulter, eine andere streifte seine Wade. Auch vom entgegengesetzten Ende des Flurs - dem Ende, das Mats gesichert hatte - wurde jetzt geschossen. Eine dritte Kugel fraß sich durch Pauls Rücken. Dann verlor er das Bewusstsein.

Wenige Minuten später holte das Kreischen einer Motorsäge ihn aus der Bewusstlosigkeit. Baustellenfluter leuchteten jetzt den Flur aus, säuerlicher Benzingeruch lag in der Luft. Aus den Augenwinkeln konnte Paul sieben, vielleicht acht Menschen erkennen. Sie hielten große, lange Gegenstände in den Händen - Baseballschläger, oder Rohre, oder Vorschlaghammer. Wie die drei Gestalten, die auf Paul geschossen hatten, trugen sie Lumpen. Mats, Kermit, Eric und die anderen beiden Soldaten lagen, von den Explosionen umgeworfen, bewusstlos am Boden.
“Fang mit dem da an”, sagte eine Stimme in Pauls Rücken. Das stotternde Geräusch der Motorsäge entfernte sich. Dann veränderte sich seine Textur, es wurde dunkler und satter. Die Sägezähne kreisten nicht mehr im Leeren: Sie fraßen sich durch Muskeln, Sehnen und Knochen. Ein gurgelndes Geräusch mischte sich unter das Reißen und Schneiden, dann hatten sie sich befreit.
“Nummer eins”, sagte eine weitere Stimme.
Paul sah aus den Augenwinkeln einen dunklen Gegenstand durch den Flur fliegen, gegen eine Wand prallen und mit einem dumpfen Geräusch auf dem Boden aufschlagen. Der Gegenstand machte eine Vierteldrehung, dann blieb er bewegungslos liegen. Die toten, leeren Augen des jungen Soldaten starrten Paul an.
Sie rotten uns aus.
“Jetzt den hier”, sagte die erste Stimme.
Erneut bewegte sich die Motorsäge. Aber diesmal war sie nicht schnell genug.
Ein gellender Schrei übertönte das Rattern der Motorsäge. Dann fiel etwas Schweres zu Boden.
“Macht ihn weg von mir!”, schrie eine Stimme aus der Richtung, in der die Motorsäge gewesen war. “Macht ihn weg! Macht ihn weg!”
Paul drehte seinen Kopf - langsam, er wollte keine Aufmerksamkeit auf sich lenken. Aber keiner der Menschen im Flur achtete auf ihn. Alle starrten auf den Mann mit der Motorsäge.
Den Mann ohne Motorsäge: Die Maschine lag einen halben Meter von ihm entfernt auf dem Boden, ihr Motor starb hustend ab. Der Mann sah mit weit aufgerissenen Augen auf sein linkes Bein. Und auf das Ding, das sein Bein fraß.

Mats' von Tumoren überwucherter Schädel glänzte bleich im Scheinwerferlicht. Sein Kiefer war unnatürlich weit aufgerissen, der Bart troff vor Blut. Lange, dünne Zähne gruben sich in das Bein des Mannes.
Der Motorsägenmann schlug mit bloßen Fäusten auf Mats' Kopf ein. Ebenso gut hätte er auf eine Schraubzwinge einprügeln können.
Mats’ Zähne zogen und rissen am Muskelfleisch. Das Bein gab nach, der Mann knickte ein und fiel zu Boden. Im Bruchteil einer Sekunde war Mats über ihm. Seine langen Zähne zerrissen den Hals des Motorsägenmannes, seine schwarze Zunge leckte gierig das hervorschießende Blut auf. Aus dem panischen Schreien des Mannes wurde ein Flüstern, ein Gurgeln und schließlich Stille.
Der Blutgeruch war jetzt überall. Paul spürte, wie der Hass in seinen Adern pochte, heiß, gierig, unersättlich.
Als Mats den Kopf hob, hatte er nichts Menschliches mehr. Seine Augen waren schwarz und leer. Die doppelte Reihe dünner Zähne glänzte blutverschmiert. Dickes Narbengewebe wucherte um seine zerrissenen Lippen.
Infizierte, dachte Paul nicht zum ersten Mal, sehen Insekten ähnlicher als Menschen.
Die anderen Soldaten waren aufgestanden und hatten ihre Helme ausgezogen. Ihre Zähne leuchteten weißlich. Ihre Augen waren ohne Leben. Paul richtete sich zitternd auf.
Wir sind keine Ungeheuer, dachte er.
Der Blutgeruch war überwältigend.
Dann dachte er nichts mehr.
 
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Bas

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16.09.2018
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Hallo @Christophe,

das ist wohl so ziemlich due ausgearbeitetste Geschichte eines "Neulings" - doofes Wort -, die ich hier gelesen habe. Immer schön, wenn man den Rotstift stecken lassen kann. Rechtschreibung, Grammatik, das Grundpaket, das passt, sehr gut.
Auch deinem Schreibstil, der Art und Weise, wie du die Sprache gebrauchst, merkt man an, dass du kein "Neuling" bist. Die Formulierungen sitzen, die Dialoge sind so knapp wie authentisch, alles souverän und geschmeidig, auch sehr gut.

Ja, das Gerüst stimmt. Leider hat die Geschichte mich aber trotzdem nicht mitgerissen. Schwierig zu sagen, woran das lag, wie schon erwähnt hast du sie ja quasi auf Hochglanz poliert, da passt im Grunde alles, die raue Welt, die du da zeigst, ist glaubwürdig ... Aber auch generisch. Fast ein Klischee. Die tausendste Dystopie, die tausendste aus den Fugen geratene Gesellschaft am Abgrund, entmenschlichte Menschen, zerfallene Gebäude, survival of the fittest. Diesmal mit einem Horrortwist am Ende, das sticht raus, aber sonst kommt mir das alles doch sehr bekannt vor.

Wenn es dein Ziel war, eine kurzweilige, saubere Actiongeschichte zu schreiben, dann ist dir das definitiv gelungen. Wenn ich aber deine schriftstellerischen Fähigkeiten sehe, dann wünsche ich mir eigentlich mehr. Mehr Tiefgang? Das war hier nicht dein Ziel, klar, das ist mehr Rambo als Werther und das ist dir bewusst. Aber dann vielleicht ... Mehr Besonderes.
Der Horrotwist, der kommt ja erst am Ende. Zehn Prozent des gesamten Textes sind das, wenns hochkommt. Ich hätte es cool gefunden, wenn der Horrorvibe schon früher durchgesickert bzw. wenn es nach dem Twist noch weitergegangen wäre, der Horror sich gesteigert hätte, wenn plötzlich haufenweise Infizierte durch die Decke krachen und ein Riesenmassaker anrichten, was weiß ich.

Aber hey, komm erst mal an. Ich würde jedenfalls gerne mitverfolgen, was da noch kommt, wäre schön, wenn du keine Eintagsfliege bleibst.

Bis bald,

Bas
 
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10.07.2020
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Hallo @Bas,

vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar! Ich habe mich sehr darüber gefreut.

Ich wollte eine möglichst geradlinige, unterhaltsame Genregeschichte schreiben - Fast Food, wenn du so möchtest, aber im besten Sinne. Die Zutaten stimmen auch, glaube ich, aber ja, du hast recht: ein besonderer Dreh täte ihr gut.

Tatsächlich hatte ich einen Dreh im Hinterkopf, der sich aber im finalen Text (zurzeit) nicht richtig wiederfindet: Ich wollte das Gegenstück zu Richard Mathesons "I am legend" schreiben. Die Ausgangssituation bei Matheson ist ja (soweit ich mich erinnere), dass eine Pandemie die Menschheit auslöscht. Die Menschen werden zu Vampiren, und nur ein Mann scheint nicht infiziert zu sein. Er verbringt seine Tage damit, die Vampire zu bekämpfen - bis ihm irgendwann klar wird, dass die Welt sich fundamental verändert hat: In der neuen Welt sind nicht mehr die Vampire die "Monster" - sondern er.

Meine Ursprungsidee für "Das Nest" war: Ich wollte eine Episode aus dieser neuen Welt beschreiben: Einer Welt, in der die Vampire die "Normalen" sind und die Menschen die "Monster". (Ohne moralische Wertungen - reines Genre! ;-) ) Deshalb läuft die Geschichte auf das Sich-Offenbaren der Soldaten heraus.

Vielleicht wäre dieser Aspekt für eine Überarbeitung gut? Vielleicht käme ich dann auf den "Dreh"?

Davon abgesehen, braucht die Geschichte sicher schon in der ersten Hälfte ein bisschen Horror. Vielen Dank für den Tipp! Darüber denke ich gerne nach.

Nochmal: VIELEN DANK für deine konstruktive Kritik! Ich freue mich auf jede Menge Austausch!

Viele Grüße

Christophe
 
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02.05.2020
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Hallo @Christophe ,

ich habe deine Geschichte gerne gelesen und finde einen großen Teil davon sehr gut geschrieben. Es ist natürlich nicht unclever, die aktuelle Situation zu benutzen um den Leser erst einmal ein bisschen in die Irre zu führen, aber das gelingt dir aus meiner Sicht her nicht ganz, da hier doch schnell fremde Elemente wie "das Magistrat" mir reinkommen, die das ganze dann wieder von der aktuellen Lage wegbringen.
Insgesamt ist das Pandemie-Thema natürlich auch nicht neu, ich musste bei deiner Geschichte an das Spiel "Pandemic Legacy - Season 2" denken und auch an "Last of us". Ein Vergleich mit den zweien ist natürlich keinesfalls negativ zu werten, auf wenn Season 1 einen besseren Plot hatte. ;)

Eine Kleinigkeit hätte ich hier anzumerken:
“Ein Mörserkrater. Hinter der Kreuzung. Muss frisch sein.”
Der Fahrer wirkte nicht im Geringsten irritiert.
“Passen Sie besser auf.”
Paul richtete sich auf, zog seinen Spaltleder-Handschuh aus,
Mir ist nicht ganz klar war hier jeweils spricht, gehe aber davon aus, dass das nur an den nicht notwendigen Absätzen liegt.
“Ein Mörserkrater. Hinter der Kreuzung. Muss frisch sein.” Der Fahrer wirkte nicht im Geringsten irritiert.
“Passen Sie besser auf.” Paul richtete sich auf, zog seinen Spaltleder-Handschuh aus, [...]

„Da“, sagte Kermit nach ein paar Minuten und nickte in die Richtung einer zerschossenen Ruine. “Da hinten habe ich als Kind Basketball gespielt.“
Schönes Detail
Einer der Soldaten klappte sein Visier hoch und streifte die Stoffmaske herunter. Er sah jung aus - nicht älter als 14, 15 Jahre. Und müde.
Ebenfalls schönes Detail

Kommen wir zu der Stelle, die mir nicht so gut gefällt. Der Kampf.
Paul schmeckte Blut - zum zweiten Mal an diesem Abend - und spürte, dass etwas in seinem Bein steckte.
Er spürte, wie mehrere Rippen brachen.
Eine Kugel bohrte sich in Pauls linke Schulter, eine andere streifte seine Wade.
Wo ist der Schmerz bei all dem? Ich bin beim zweiten Durchgang kurz der Idee erlegen, dass die Infizierten vielleicht einfach keinen Schmerz spüren können, aber dann kommt ja dann noch das:
Eine dritte Kugel fraß sich durch Pauls Rücken. Schmerz füllte seine Welt.
Also sehr wohl Schmerz. Aber nur an der Stelle? Überzeugt mich leider nicht.

Mein zweiter Schmerzpunkt bei dieser Szene sind die Granaten
Die zweite Granate explodierte höchstens drei Meter hinter ihm, dort, wo Mats gestanden hatte. Die Detonation war kleiner als die erste,
Ich bin mir nicht sicher, wie die Detonation kleiner sein kann, wenn sie näher ist. Zusätzlich potenziert ein Gang die Wirkung einer Granate, sowohl die einer Sprenggranate als auch die einer Schockgranate.
Da die Wirkung der Granaten wenig mit Sprengwirkungen zu tun hat, schließlich betäuben sie die "Soldaten" (nachdem sie keine Ausbildung haben wäre ich ja eher bei Miliz), gehe ich von Schockgranaten aus, aber dann solltest du vielleicht nicht von Explosionen sprechen.
Mir ist aber klar, dass das schon etwas spitzfindig ist.


Ansonsten, wie gesagt, gerne gelesen,
feurig
 
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08.07.2020
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Hallo @Christophe,

Ich persönlich finde den Twist auf jeden Fall klasse und würde gerne aus der Welt noch mehr hören.
Du sagtest ja bereits, dass dieser Text nur eine Episode ist und so fühlt sich die Geschichte auch an. Wie ein Aufbau zu dieser postpandemischen Welt. Würde mich da @Bas bezüglich des "früheren Horrorvibes" auf jeden Fall anschließen.

Eine Sache hätte ich hinzuzufügen:
Die Quarantäne war nach fünf Jahren vorbei - aber Berlin brannte heller denn je.
Über diese Abfolge von Infos bin ich ein wenig darübergestolpert. "[...]heller denn je." Ist das jetzt auf die Quarantäne bezogen? Hat Berlin da auch schon gebrannt? Auf ein historisches Ereignis? Das war mir in dem Fall nicht so ganz klar. Das Grübeln darüber hat dem eigentlich guten Aufbau davor, in dem du über das rücksichtslose Vorgehen der Menschen berichtest, leider ein wenig den Wind aus den Flügeln genommen. Da hat vorneweg noch irgendeine Information gefehlt. Oder die 3 Wörter einfach streichen.

Viele Grüße
Eldras
 
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10.07.2020
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Hallo @feurig, vielen Dank für deinen Kommentar! Deine Kritik der Kampfszenen ist sehr berechtigt - ich werde deine Korrekturvorschläge gerne einarbeiten. (Von Granaten habe ich, ehrlich gesagt, keine Ahnung ...). Vielen Dank für deine Unterstützung!

Hallo @Eldras,

vielen Dank! Ich habe die Geschichte ganz konsequent auf die letzten ein, zwei Absätze hin geplottet und freue mich, dass sie entsprechend funktioniert. Deine Anmerkung zum "brennenden Berlin" ist sehr gut - du hast völlig recht, das ist, wenn überhaupt, bildlich. Der Satz lässt sich austauschen. Es braucht nur, glaube ich, einen relativ starken Satz am Ende dieses einleitenden Paragrafen, aber das geht auch ohne brennende Metropole. Vielen Dank für dein tolles Feedback!
 
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08.07.2020
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@Christophe

bitte, bitte! Ich denke an sich ist das Bild sehr gut. Vor allem, da du die brennenden Kinder von davor damit wieder aufgreifst. Nur auf das "denn je" würde ich wie erwähnt verzichten, weil das eine Verknüpfung assoziiert, welche in dem Fall nicht näher beschrieben ist.

Freue mich auf jeden Fall auf mehr!
 
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08.01.2018
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Hi @Christophe und willkommen im Forum!
Dass dein Einstieg hier sehr vielversprechend wirkt und gut erkennbar ist, dass du schon über einige Schreiberfahrung verfügst, wurde dir schon unter die Nase gerieben. Daher lassen wir die Lobhudelei mal ausfallen und gehen gleich ans Eingemachte. :D
Aber vorab: Ich bin der letzte Mensch, auf den du dich in Bezug auf das Genre Horror verlassen solltest, einfach nicht meins, wie ich am Selbstversuch erfahren habe. Also filtere mal ordentlich, was ich dir jetzt anmerke!
Ein plötzlicher, heftiger Stoß riss Paul aus seinen Gedanken. Sein Oberkörper wurde nach vorn geworfen. Ein metallisches Knirschen, dann schlug sein Helm auf Kermits Knieschützer auf. Für den Bruchteil einer Sekunde wurde ihm schwarz vor Augen.
“Was zum Teufel war das?”, grunzte Mats, den der Stoß ebenfalls nach vorn geworfen hatte.
“Ein Mörserkrater. Hinter der Kreuzung. Muss frisch sein.” Der Fahrer wirkte nicht im Geringsten irritiert.
“Passen Sie besser auf.”
Das ist für mich die wohl gelungenste Szene, weil sie in Nullkommanix Spannung aufbaut und dann überraschend endet. Sehr gut!
„Sie rotten uns aus“, sagte er. „Wie eine Plage. Sobald sie die Gelegenheit haben, bringen sie uns um.” Er machte eine eindeutige Handbewegung. “Sie haben nichts Besseres verdient.“
Das ist für mich so ein Punkt, der sich später in deiner Geschichte wieder zeigt - oder eben nicht zeigt, weil du etwas behauptest, aber nicht zeigst. Warum ist die eindeutig? Was ist das für eine Bewegung? Du darfst meiner Fantasie gerne freien Raum lassen, aber die Aufgabe des Zeigens bleibt mal schön bei dir. ;)
Ansonsten finde ich die Stelle im Nachhinein etwas unglaubwürdig, weil die Genossen doch eher triebgesteuert wirken. Da philosophieren die über Gut und Böse? Geschenkt, fand ich nur etwas irritierend. Aber eben nur im Nachhinein.
Paul wusste nicht, was er sagen könnte.
sollte statt könnte?
Oder einfach den Satz an den Absatz davor heften und daran anknüpfen: "Paul fiel auch nichts ein."
am Einfachsten
einfach, einfacher, am einfachsten
Die Dunkelheit machte ihnen nichts aus.
Mir auch nicht, schon gar nicht, wenn ich schlafe. Was hätte sie ihnen ausmachen können? Könnte doof sein, mit verdunkelten Visieren durch einen dunklen Raum zu latschen. Es sei denn, die Typen verfügen über eine gewisse Nachtsicht oder natürliche Restlichtverstärker oder folgen dem Geruch oder ...
Da hast du dich einmal mehr aus der Verantwortung geschlichen oder warst einfach mal zwischendurch etwas denk- oder schreibfaul. ;)
Der Kommandeur trat vor, umfasste die Klinke, drückte sie herunter und öffnete. Nichts.
Nichts, was? Vakuum? Dunkel? Still? Keiner da? Tür geht nicht auf? Den Fleißstempel bekommst du nur, wenn du das auskleidest.
Paul spürte den Angriff, bevor er ihn sah.
Der Flur war immer noch leer und dunkel, aber etwas war anders. Im Bruchteil einer Sekunde hatte die Luft sich aufgeladen. Paul wusste, dass die anderen es ebenfalls spürten. Er wusste, dass ihre Augen sich unter den Visieren weiteten, genau wie seine, und dass flüssiger Hass durch ihre Adern strömte.
Vielleicht muss auch das in einer Horrorgeschichte vorkommen oder ist wenigstens darin erlaubt, aber das ist der viertel Tadel unterm Aufsatz für Schreibfaulheit und hier hast du es auf die Spitze getrieben.
Luft aufgeladen? Woher wusste er? Flüssiger Hass? Letzteres lasse ich dir als nette Metapher durchgehen, nachträglich, in Kenntnis der Auflösung. Aber ohne dein Autorenwissen sagte dir das auch nichts. Das ist kein Bild, das ist ein Vorschlaghammer ins Gebälk der Lesenden. Schreibt Stephen King so? Dann ist das einer der Gründe, weshalb ich den nicht lese. Der Rest deines Textes lässt mich vermuten, dass du das besser kannst. Dann machs auch!

So, jetzt mal tief durchatmen. Mir hat dein Text gefallen. Sehr solide geschrieben, daher fällt die Kritik an mancher Stelle auch etwas deutlicher aus. Du kannst das vertragen und einordnen, da bin ich sicher. Es ist sehr erfrischend, mal wieder an der Kür feilen zu können, weil du die Pflicht schon erfüllt hast. Ich schätze, du bist hier genau richtig.
Mich freuts.

Willkommen hier und schöne Grüße
Joyce
 
Mitglied
Beitritt
10.07.2020
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32
Hallo @joyce! Vielen, vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar - und sorry für die verspätete Rückmeldung! Asche über mein Haupt.

So, und jetzt ans Eingemachte:

Ein plötzlicher, heftiger Stoß riss Paul aus seinen Gedanken. Sein Oberkörper wurde nach vorn geworfen. Ein metallisches Knirschen, dann schlug sein Helm auf Kermits Knieschützer auf. Für den Bruchteil einer Sekunde wurde ihm schwarz vor Augen.
“Was zum Teufel war das?”, grunzte Mats, den der Stoß ebenfalls nach vorn geworfen hatte.
“Ein Mörserkrater. Hinter der Kreuzung. Muss frisch sein.” Der Fahrer wirkte nicht im Geringsten irritiert.
“Passen Sie besser auf.”
Das ist für mich die wohl gelungenste Szene, weil sie in Nullkommanix Spannung aufbaut und dann überraschend endet. Sehr gut!
Danke!

„Sie rotten uns aus“, sagte er. „Wie eine Plage. Sobald sie die Gelegenheit haben, bringen sie uns um.” Er machte eine eindeutige Handbewegung. “Sie haben nichts Besseres verdient.“
Das ist für mich so ein Punkt, der sich später in deiner Geschichte wieder zeigt - oder eben nicht zeigt, weil du etwas behauptest, aber nicht zeigst. Warum ist die eindeutig? Was ist das für eine Bewegung? Du darfst meiner Fantasie gerne freien Raum lassen, aber die Aufgabe des Zeigens bleibt mal schön bei dir. ;)
Du hast recht - das geht besser!

Ansonsten finde ich die Stelle im Nachhinein etwas unglaubwürdig, weil die Genossen doch eher triebgesteuert wirken. Da philosophieren die über Gut und Böse? Geschenkt, fand ich nur etwas irritierend. Aber eben nur im Nachhinein.
Zustimmung. Das ist eigentlich ein "Tell"-Teil, den es nicht bräuchte. Ich gucke mal, ob mir ein gutes "Show"-Pendant einfällt

Paul wusste nicht, was er sagen könnte.
sollte statt könnte?
Oder einfach den Satz an den Absatz davor heften und daran anknüpfen: "Paul fiel auch nichts ein."
Jepp, macht Sinn!

am Einfachsten
einfach, einfacher, am einfachsten
Uargh. Immer, wenn ich so einen Fehler machen, schreit irgendwo ein Deutschlehrer im Schlaf.

Die Dunkelheit machte ihnen nichts aus.
Mir auch nicht, schon gar nicht, wenn ich schlafe. Was hätte sie ihnen ausmachen können? Könnte doof sein, mit verdunkelten Visieren durch einen dunklen Raum zu latschen. Es sei denn, die Typen verfügen über eine gewisse Nachtsicht oder natürliche Restlichtverstärker oder folgen dem Geruch oder ...
Da hast du dich einmal mehr aus der Verantwortung geschlichen oder warst einfach mal zwischendurch etwas denk- oder schreibfaul. ;)
Hehehe - so halb/halb. Im ganzen Text sind ein paar Hinweise darauf versteckt, dass diese "Söldner" keine ganz normalen Menschen sind. Sie meiden zum Beispiel das Sonnenlicht (abgedunkelte Scheiben, lange Kleidung, Helme mit Visieren) - und im Dunkeln können sie eben sehen. Aber diese Hinweise muss ich, glaube ich, noch ein bisschen stärker machen - momentan werden die leicht übersehen.

Der Kommandeur trat vor, umfasste die Klinke, drückte sie herunter und öffnete. Nichts.
Nichts, was? Vakuum? Dunkel? Still? Keiner da? Tür geht nicht auf? Den Fleißstempel bekommst du nur, wenn du das auskleidest.
Oh ja, bitte-bitte-bitte! Ich gucke gleich mal, was genau hinter dieser Tür los ist.

Paul spürte den Angriff, bevor er ihn sah.
Der Flur war immer noch leer und dunkel, aber etwas war anders. Im Bruchteil einer Sekunde hatte die Luft sich aufgeladen. Paul wusste, dass die anderen es ebenfalls spürten. Er wusste, dass ihre Augen sich unter den Visieren weiteten, genau wie seine, und dass flüssiger Hass durch ihre Adern strömte.
Vielleicht muss auch das in einer Horrorgeschichte vorkommen oder ist wenigstens darin erlaubt, aber das ist der viertel Tadel unterm Aufsatz für Schreibfaulheit und hier hast du es auf die Spitze getrieben.
Luft aufgeladen? Woher wusste er? Flüssiger Hass? Letzteres lasse ich dir als nette Metapher durchgehen, nachträglich, in Kenntnis der Auflösung. Aber ohne dein Autorenwissen sagte dir das auch nichts. Das ist kein Bild, das ist ein Vorschlaghammer ins Gebälk der Lesenden. Schreibt Stephen King so? Dann ist das einer der Gründe, weshalb ich den nicht lese. Der Rest deines Textes lässt mich vermuten, dass du das besser kannst. Dann machs auch!
Bin dran!

Nochmal vielen Dank für deine Rückmeldung - ich mache mich gleich ans Umsetzen der einzelnen Punkte. Viele Grüße - ich freue mich aufs Forum!

Christophe
 
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Hey @Christophe ,

und Willkommen bei den Wortkriegern!

Ich bin ganz ehrlich, ich tue mich meist schwer damit, neue Forenmitglieder zu kommentieren. Ich ertappe mich oft dabei, im Zweifelsfall den Text von jemanden mit mehr Beiträgen zu kommentieren, weil ich weiß, dass der in der Regel verstanden haben wird, wie das Forum läuft. Wenn ich jemandem einen Kommentar schreibe und der dann ignoriert wird, ärgere ich mich, weil ich auch jemand anderem einen Kommentar hätte schreiben können, dem meine Anmerkungen eventuell etwas gebracht hätten. Natürlich profitiert man als Kommentator aber auch von der Geschichte. Hab aber unter deiner anderen Geschichte gesehen, dass du hier und da Kommentare beantwortest. Freut mich, nicht erschrecken, hab nen Sack voll Kleinigkeiten, bitte, ich schütte den mal aus:

Kermit
Ich glaube, Kermit ist einer der Namen, der immer wieder in Geschichten auftaucht, aber ich habe noch nie einen Menschen getroffen, der wirklich Kermit heißt.

Im Licht der untergehenden Sonne funkelten ihre Sturmgewehre rot.
Funkeln? Was genau soll denn da funkeln? Die sind doch nicht gegossen wie Kanonen. Ich bin kein Waffenexperte, da ist es vielleicht am besten, wenn du Achillus oder Jimmy fragst. Aber alle modernen Sturmgewehre, die ich bisher in Filmen gesehen habe, waren mattschwarz. Ich würde an deiner Stelle als alles erstes präzisieren, um welches Sturmgewehr es sich handelt. Vollautomatische Sturmgewehre gibt es ja schon seit WW2 und in allen Farben und Formen und Ausführungen. Hab gerade übrigens auf Wikipedia nachgelesen, dass moderne Sturmgewehre aus faserverstärktem Kunststoff bestehen. Wenn es sich in deiner Geschichte um solche handelt, würde ich entweder ein anderes Wort benutzen oder mir anders überlegen, wie ich den Sonnenuntergang einfädeln kann.

Von "Show, don't tell" hast du ja sicherlich schon gehört. Hab dir da mal Absätze rausgesucht, die genau in diese Kerbe hauen.

Nester - so nannten sie die verbarrikadierten Wohnungen der Fanatiker, die sich weigerten, die Quarantäne aufzugeben. In solchen Fällen schickte der Magistrat Mats und seine Männer los.
Diesen Absatz würde ich sogar komplett entfernen. Es wäre doch für den Leser viel interessanter, wenn du ihm das Wesen der Nester nicht erklärst, sondern beobachten lässt. Zum Thema Einstieg sage ich nachher noch mal mehr, aber ich würde mir an deiner Stelle den Absatz sparen.

Dass Routen sich kurzfristig änderten, war nichts Ungewöhnliches. Der Widerstand schlug fast jeden Tag zu. Kinder, nicht älter als sieben oder acht Jahre, sprengten sich an Lebensmittel-Ausgabestellen in die Luft. Alte Männer schossen auf Straßenposten. Vergangene Woche hatte Paul einen Mann festgenommen, der seine Töchter mit Benzin übergossen und angezündet hatte.
Die Quarantäne war nach fünf Jahren vorbei - aber Berlin brannte weiter.
Seit Monaten fuhren sie an zwei bis drei Abenden pro Woche in die Stadt, suchten ein Nest auf, vertrieben die Insassen, verbrannten alles Gerät. Sie bekämpften den Widerstand - so verkündeten es die Magistratsmitglieder jeden Abend.
Im letzten Jahr der Quarantäne hatten Tausende versucht, die Stadt zu verlassen. Mats war es, der für den Magistrat die Drohnen besorgt hatte. Wochenlang hatten sie die Flüchtenden beschossen, bis die Fluchtversuche allmählich nachließen. Seitdem nutzten sie die fliegenden Waffensysteme, um das Stadtgebiet zu kontrollieren. Tagsüber identifizierten sie verdächtige Aktivitäten, mögliche Nester. Nachts löschten sie sie aus.
Auch das ist beides Tell. Gerade den letzten Absatz würde ich sogar komplett löschen. Für mich klingt der Absatz von Drohen und Fluchtversuchen nach etwas, dass dir als Autor wichtig ist, um deine Welt mit vielen kleinen Pfeilern zu stützen. Quasi Entstehung beim Schreiben. Ich will nur für mich sprechen, aber mir ging es früher oft so, dass ich bei Geschichten säckeweise Sätze mit allerlei coolen Details und Hintergrundgeschichten in den Text gebracht habe, der aber in erster Linie keinen Sinn hatte. Für mich ergänzt dein Absatz deine Geschichte nicht um das Mindeste, du könntest ihn löschen und ich würde nichts daran vermissen. Und wenn man was löschen kann, würde ich es für gewöhnlich machen.
Außerdem verbinde ich den Begriff Magistrat mit Magie und Zauberorden, nicht mit postapokalyptischer Diktatur. Ich weiß, der bezeichnet eigentlich ein politisches Amt, aber ich würde mich trotzdem Gedanken machen für eine Alternative.

Fünf Insassen, vielleicht zehn.“
Insassen? Das klingt so stark nach Gefängnis. Wurden die Männer in den Nestern jetzt eingesperrt oder isolieren sie sich bewusst?

Die Männer salutierten träge. Wie die Männer im Sprinter trugen sie weite Kleidung, dicke Handschuhe und Motorradhelme mit heruntergeklappten Visieren. Beide Männer hielten Sturmgewehre in ihren Händen.
Dreimal Männer in drei Sätzen. Ich würde mir überlegen, wie du die Aussagen (träge salutieren, Kleidung und Sturmgewehre) in weniger Sätze packst oder welche Anternativbegriffe gehen.

“Ja”, sagte er mit gesenktem Kopf, dann “Okay”, und legte auf.
“Fahren Sie über Kreuzberg”, befahl er dem Fahrer. “Die Straßen im Süden sind blockiert.”
Hier würde ich keinen Umbruch machen. Ein Umbruch machst du im Dialog, wenn Figuren sich mit wörtlicher Rede abwechseln, hier bleibt es dieselbe Person, die danach weiterredet. Würde beide Sätze aneinander anschließen.

Ein metallisches Knirschen, dann schlug sein Helm auf Kermits Knieschützer auf.
Mensch Paul, der Anschnaller ist nicht nur da, weil er schön glänzt.

“Ein Mörserkrater. Hinter der Kreuzung. Muss frisch sein.”
Frisch würde ich nicht benutzten. Frisch passt zur Jägersprache, wenn man z.B. von Fährten redet. Impliziert ja irgendwo, dass etwas Frisches vergehen kann und dann nicht mehr frisch, sondern abgenutzt oder abgelaufen ist.
Ich bin kein Soldat, aber ich glaube trotzdem, dass so ein Mörserkrater ziemlich Bumms macht. Der Mörser macht nen ersten, kleineren Knall, wenn er geschossen wird, und dann nochmal einen viel lauteren Knall, wenn er einschlägt. Das ist nichts, was man erst merkt, wenn man davor steht und auf seine Füße guckt.
Hab gerade mal hier nachgesehen. So ein Mörser ist 184 db laut. Das ist lauter als ein Panzer. Ich gehe mal davon aus, dass Paul, egal, wo er gerade in Berlin war, das gehört haben dürfte.

Einer der Soldaten klappte sein Visier hoch und streifte die Stoffmaske herunter. Er sah jung aus - nicht älter als 14, 15 Jahre. Und müde.
Wie sind deine Soldaten organisiert? Die kennen sich ja kaum, Siezen sich sogar gegenseitig. Ich weiß, dass das keine militärische Einheit in dem Sinne ist und das ihnen Ausbildung und Taktik fernliegen, aber sie müssen sich doch trotzdem kennen. In meinem Kopf waren das jetzt Vollzeitsoldaten, die Schutz und Ausrüstung des Magistraten genießen und sich dafür um seine Drecksarbeit kümmern. Wenn diese Männer Tag und Nacht aufeinanderhocken, müssen sie sich doch kennen.

Aber auf den Drohnenbildern ist deutlich erkennbar, dass die Balkone im ersten Stock mit Stacheldraht gesichert worden sind.
Ich dachte, es gibt in deiner Stadt keinen Strom? Zumindest sind nachts die Lichter aus. Womit fliegt dann die Drohne, mit Nudeln? :D
Außerdem: Warum sollte man die Balkone mit Stacheldraht sichern? Ich nehme mal an, dass der Stacheldraht da zum Verteidigen vor Angreifern von außen liegt und nicht, um andere an der Flucht zu hindern. Sinnvoll wäre der nur auf dem Balkon, falls es eine Abkürzung hoch gibt und sich die Verteidiger den Rücken decken wollen.

hundert oder hundertfünfzig Wohnungen
Was denn jetzt, hundert oder hundertfünfzig? Das ist ein ganzes Drittel mehr. Das ist ne Menge Beton :).

dass flüssiger Hass durch ihre Adern strömte.
Das mit dem Hass habe ich noch nicht ganz verstanden. Ich habe mir deine Jungs mehr als Söldner vorgestellt, die für Privilegien in der neuen Welt arbeiten, also ganz professionell. Warum Hass? Hass ist ne starke und vorallem eine sehr persönliche Sache. Ich habe in deinem Text keine Stelle gefunden, die den Konflikt zwischen Nestbewohner- und Räumer persönlich macht. Du baust auch den Paul gar nicht so weit aus, dass es da einen Grund geben könnte. Paul war mal Grundschullehrer, jetzt ist er es nicht mehr. Ende der Information. Da ist so viel Luft für Interpretation und so wenig klare Tatsachen, dass der Hass für mich keine Wurzeln hat, keinen Halt, es ist mehr ne Behauptung als eine Emotion, die ich ihnen anspüre. Bei den anderen Figuren ist es ähnlich.
Die erste Granate schoss über seinen Kopf hinweg und flog durch die Tür ins Treppenhaus.
Wie wäre es, wenn du das flog einfach entfernst?

Die Detonation presste seine Eingeweide schmerzhaft zusammen.
Ich hätte gedacht, die Detonation reißt ihn erstmal von den Füßen. Ich bin mir auch nicht ganz sicher, in welcher Reihenfolge Eindrücke und Gedanken kommen, wenn der Adrenaligpegel derart hoch schlägt. Ich weiß selbst, dass Verletzungen, die man sich in einer Ausnahme-Situation zuzieht, meist gar nicht spürt. Das merkt man dann eher, wenn der Puls abklingt und man zur Ruhe kommt. Deswegen bin ich mir auch bei dieser Stelle unsicher:

und spürte, dass etwas in seinem Bein steckte.
Spürt er das? Ich denke den Schmerz nicht, zumindest nicht in diesem Augenblick. Immerhin ist gerade eine Granate hinter seinem Kopf explodiert, er wurde zu Boden geschleudert und etwas ist offensichtlich auf ihn gefallen.

eine kleine, die einen Granatwerfer oder etwas ähnliches hielt
Etwas ähnliches würde ich streichen. Sie hält ja ganz offensichtlich einen Granatenwerfer.

Er wollte nur ihr Moment stoppen.
Ihren Moment?

Die Detonation war kleiner als die erste,
Was ist an der Detonation kleiner? Ist das Geräusch leiser, ist es weniger Sprengstoff, ist der Detonationsradius kleiner? Ich würde das kleiner durch schwächer ersetzen oder spezifizieren.

Das stotternde Geräusch der Motorsäge entfernte sich. Dann veränderte sich seine Textur, es wurde dunkler und satter. Die Sägezähne kreisten nicht mehr im Leeren: Sie fraßen sich durch Muskeln, Sehnen und Knochen.
Wie jetzt? Ich dachte, die haben kein Strom!

Abschließend noch eine Sache: Lass doch mal schauen, welche Abfolgen du in der Handlung hast und welche Bedeutungen die haben.

1) Sie steigen ins Auto ein.
2) Sie fahren los. Berlin ist offensichtlich kaputt.
3) Sie kommen an. Berlin ist offensichtlich noch immer kaputt. Bis hierhin ist nichts passiert, was einen Unterschied gemacht oder mir Szenen geboten hat, die ich zum Verstehen der Geschichte brauche. Ich rede jetzt bewusst von Szenen und nicht von Informationen.
4) Sie betreten das Gebäude.
5) Alles explodiert.
6) Zombies kommen, Dinosaurier brüllen, alles geht den Bach runter.

Ich würde dir einfach mal nen radikalen Schritt vorschlagen: Lösch die ersten drei Punkte, oder zumindest die ersten zwei und den Großteil vom dritten. Was verlierst du? Die folgende Handlung im Nest verstehe ich auch so. Exposition wie die Arbeit für das Magistrat und was Nester eigentlich sind kannst du noch immer verpacken, im Idealfall nicht in Tell-Absätzen. Ich kann nur für mich sprechen, aber ich habe festgestellt, dass die besten meiner Geschichten vor allem eins sind: Kompakt. Gar nicht mal kurz (nicht mit mir, hehe :chaosqueen:), aber eben einheitlich. So spät wie möglich in die Handlung einsteigen, am Anfang bereits Verweise auf Sachen oder Gegenstände geben, die später noch wichtig werden. Ein Gesamtpaket, aus dem alle Figuren und Szenen und Ereignisse, die nicht unmittelbar miteinander verbunden sind, herausfliegen. Das ist, als würdest du dir ne Packung Pommes bestellen und da willkürlich Ketchup (oder Mayo, wenn du so ein Mensch bist) drüber verteilen. Die Pommes mit Ketchup sind wichtig für die Handlung, die ohne nicht. Und jetzt drehst und wendest du jede Pommes, bis du dir sicher bist, ob das Ketchup dran ist oder nicht, und die ohne legst du auf einen Haufen zu deiner rechten. Du siehst, der Haufen ist sortiert. Den linken kannst du gebrauchen, den rechten nicht. Trotzdem beide lecker. Guten Appetit.
Wonach du den Pommeshaufen sortiertst, hängt stark davon ab, in welche Kerbe du mit deiner Geschichte schlagen willst. Für mich war das eine Heist-ähnliche Geschichte. Eine Gruppe Soldaten stürmt ein Gebäude und bekommt dabei kolossal auf die Nase, so würde ich deine Geschichte zusammenfassen. Die Autofahrt ist dabei vollkommen egal. Wie wäre es stattdessen mit einer Gruppe, die miteinander vertraut ist und Persönlichkeit besitzt? Sei es durch Namen oder Tatoos oder Macken oder einfach nur der Typ, der polierte Sneaker statt Stiefel anhat. Dann die Szenen im Gebäude ausbauen, stärkerer Fokus auf Grusel und das Scheitern der Mission, Pauls Einsamkeit vor dem Tod, dann die Zombies e.c.
Stell dir vor, es ginge um einen Bankraub, dann steigst du doch nicht am Frühstückstisch ein, wo Paul sich gerade das letzte Marmeladenbrot schmiert und dann mit dem Bulli zur Bank fährt. Das Frühstück und der Weg zur Bank sind doch schnuppe. Du steigst so spät wie möglich ein. Für mich wäre das, wenn Paul sich auf der Toilette die Panda-Maske überstülpt.
Der einzige Grund, doch einen Einstieg am Frühstücktisch zu rechtfertigen, wäre, wenn die Szene ein Element beinhaltet, das unausweichlich für die Handlung ist. Wenn Paul z.B. morgens seiner Frau noch einen Kuss gibt, die dann zufällig auch am Bankschalter ist. Oder wenn der Zwillingsbruder vom Marmeladenbrot, das Tom beim Frühstück gegessen hat, Tom bei der Polizei verpetzt. Hättest du das Brot einfach ausgelassen, wäre das Auftauchen seines Bruders ein Moment, bei dem dir jeder Leser abgespruchen wäre. Weil die Geschichte nicht kompakt ist.

Was du definitiv mitbringst: Der Text ist poliert, hab nur einen einzigen Rechtschreibfehler gefunden. Das macht das Lesen und Kommentieren sehr viel angenehmer. Die Formulierungen finde ich ordentlich, halt für den Text passend. Tatsächlich habe ich gerade selbst sehr Lust bekommen, eine Heist-Geschichte zu schreiben. Tut mir leid wegen den Pommes, ich bin müde, sonst wäre mir sicherlich ein besseres Bild eingefallen. Nimm dir, was du brauchst.
So viel oder wenig von mir.

Liebe Grüße
Meuvind
 
Zuletzt bearbeitet:
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10.07.2020
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Hi @Meuvind! Vielen Dank für deine ausführliche Kritik! Ich arbeite gerade wieder an dem Text und versuche, deine Vorschläge umzusetzen - das wird aber ein paar Tage dauern. Ich gebe Bescheid. Bis dahin: Vielen Dank! — Christophe
 

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