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Der Ernst des Lebens

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08.06.2021
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Der Ernst des Lebens

„Der Sand ist klumpig! Hier hat bestimmt eine Katze rein geköttelt!“, grummelte Ernst, während er eine kleine matschige Sandkugel zwischen seinen Fingern formte.
„Sie riecht merkwürdig!“, stellte er fest und verzog das Gesicht.

Auf der anderen Seite des Sandkastens hockte ein zierliches Mädchen mit geflochtenen Zöpfen und sortierte summend seine Förmchen. Ihr war das Gemecker nicht entgangen. Sie sah zu dem Jungen rüber und fragte: „Warum schimpfst du?“ Ernst war verblüfft, dass ein anderes Kind ihn ansprach. Meist wurde er auf dem Spielplatz ignoriert.
Er maulte: „Am Anfang sind sie niedlich. Doch wenn sie größer werden, tanzen sie dir auf der Nase rum!“
Das Mädchen entgegnete verunsichert: „Meinst du mich? Ich bin lieb und bleibe es auch!“ Ernst schnaufte dramatisch: „Nein du Dummerle, ich meine Katzen! Oder eigentlich alle Tiere. Und Menschen sowieso!“

Die Kleine rutschte ein Stück näher zu dem Jungen und stellte sich vor: „Ich bin Isabell! Isabell Kaufhold, und du?“
Der Junge rümpfte die Nase: „Ich bin Ernst!“
„Dass du nicht fröhlich bist, ist mir schon aufgefallen!“, flötete die Kleine.
„Nein du Pöks, das ist mein Name!“, blaffte er.
Das Mädchen grinste: „Aha, Ernst, und wie weiter?“
Der Junge verschränkte energisch die Arme vor der Brust und raunte: „Der Ernst des Lebens.“

Isabell machte große Augen, ihre Neugierde war geweckt. Sie rutschte ein weiteres Stückchen an ihn heran.
Ernst tippte mehrmals mit dem Zeigefinger auf ihre Stupsnase und fragte: „Warum bist du so fröhlich; kleines Mädchen?“
Isabell lächelte: „Weil es keinen Grund gibt, ernst zu sein!“
Der Junge erschrak. „Ist deine Fröhlichkeit etwa ansteckend? Gibt es mehrere von euch?“ Ernst war sichtlich irritiert, wischte schnell seinen Zeigefinger am Hosenbund ab und schaute sich hektisch im Sandkasten um. Niemand zu sehen. Nun suchte er in Isabells Gesicht nach Anzeichen, die ihre heitere Stimmung erklären konnten: „Machen dir deine Sommersprossen so verdammt gute Laune? Denn davon hast du mehr als genug! Du kannst unmöglich so fröhlich zur Welt gekommen sein!“
Isabell griente. „Zerbrich dir nicht deine kleine Rübe!“ Und drückte Ernst einen Eimer in die Hand.

Er schaute neugierig hinein und sah einen großen Haufen Sand. „Was soll ich damit?“, fragte er mit herunterhängenden Mundwinkeln.
„Mal im Ernst, Ernst, du bist ein Griesgram! Damit machst du nicht nur den anderen Kindern das Leben schwer, sondern vor allem dir selbst. Ich möchte dir helfen. Trag den Sand bei dir! Er steht für Leichtigkeit“, antwortete sie.
Ernst hob den Eimer: „Dafür, dass er für Leichtigkeit steht, ist er verdammt schwer!“, brummte er.
Isabell schmunzelte: „Und das ist auch gut so! Sonst vergisst du die Leichtigkeit wieder zu schnell. Wenn du merkst, dass deine Gedanken schwer werden, schließ die Augen und schmeiß dir eine Hand voll Sand an den Kopf! So musst du lachen und siehst alles entspannter.“
Ernst kratzte sich nachdenklich am Hinterkopf: „Und wenn am Ende alles schief geht?“
„Dann steckst du deinen Kopf in den Sand!“, scherzte Isabell und beobachtete, wie ein flüchtiges Lächeln über sein Gesicht huschte.

Plötzlich hörten sie einen Schrei. Ein Junge war vom Klettergerüst gefallen und hielt sich zitternd die aufgeschürften Knie. Ernst stand auf, griff hastig seinen Eimer und rannte schnurstracks auf ihn zu. Als er am Gerüst ankam, wanderte sein Blick immer wieder zwischen Eimer und den verheulten Augen des Jungen hin und her. Sein Bedürfnis war groß, ihm kräftig die Leviten zu lesen, dass Klettern sehr gefährlich ist. Ernst kaute auf der Unterlippe und seine Nasenflügel bebten.
Er entschied sich gegen die Leichtigkeit. Ein tiefer Atemzug gefolgt vom erhobenen Zeigefinger waren das Ergebnis, als ihn aus heiterem Himmel eine Katzenköttel-Sandkugel am Hinterkopf traf. Er drehte sich um und sah Isabell lachen, während sie ihre Hand am Kleid sauber rieb.

Ernst versuchte angestrengt ein aufkommendes Grinsen zu unterdrücken, aber es half alles nichts. Er gab sich geschlagen. Mit geschlossenen Augen nahm er eine Hand voll Sand aus dem Eimer und schmiss sie sich mit voller Wucht an den Kopf. Der verletzte Junge lachte lauthals und rief zu Isabell: „Ist das dein Ernst?“
Das Mädchen zuckte vergnügt mit den Schultern: „Irgendwie schon!“ Der Junge vergaß seinen Schmerz, klopfte den Dreck von den Knien und packte Ernst an der Hand. Gemeinsam gingen sie zu Isabell.

„Ernst, du hast dir eine Kugel Eis verdient!“, sagte sie und Ernst' Gesichtsausdruck nach zu urteilen, war er der gleichen Meinung.
„Welche Sorte denn?“, fragte er.
„Zitrone, sauer macht lustig!“

 
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Hallo @heidischreibt,

Dieser Text ist auf jeden Fall eine schöne Geschichte für die kleineren Leser. Der Witz und die Redegewandtheit von Ernst und vor allem Isabell erinnerten mich ein wenig an die Gespräche zwischen den Geschwistern Peter, Susan, Edmund und Lucy aus der C.S. Lewis Narnia Reihe.

Ach ja, und durch deinen Text weiß ich jetzt, dass das Wort grienen im deutschen Wortschatz existiert, was ich persönlich als zusätzliches Plus vermerke :thumbsup:.

Gute Arbeit und weiter so,
Zio

 
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08.06.2021
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Hallo @ZioTheAlaktis,

vielen Dank dass du dich meiner Geschichte angenommen und sie kommentiert hast.
Das freut mich! :)

Liebe Grüße und einen schönen Sonntag wünsche ich dir.
Heidi

 
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Hallo heidischreibt,

mich würde zum einen interessieren, für welches Lese-/Vorlesealter deine Geschichte sein soll.

Und dann vermute ich mal, die beiden im Sandkasten spielenden Protas sind so zwischen 4 und 8 Jahre alt.
Leider habe ich das Gefühl, dass die Sprache nicht zum Alter der beiden passt.
Beispiele:

Damit machst du nicht nur den anderen Kindern das Leben schwer, sondern vor allem dir selbst. Ich möchte dir helfen. Trag den Sand bei dir! Er steht für Leichtigkeit“
„Dafür, dass er für Leichtigkeit steht, ist er verdammt schwer!“
Wenn du merkst, dass deine Gedanken schwer werden, schließ die Augen und schmeiß dir eine Hand voll Sand an den Kopf! So musst du lachen und siehst alles entspannter.“
Das klingt mir zu altklug, da kommt mit zu sehr die (erwachsene) Autorin durch.

Kinder im Sandkastenalter habe ich so noch nicht sprechen gehört. Und ich habe schon etliche Stunden am Sandkasten verbracht. :)


„Und wenn am Ende alles schief geht?“ - „Dann steckst du
die Nase: „Ich bin Ernst!“ - „Dass du nicht fröhlich bist, ist mir schon aufgefallen!“, flötete die Kleine. „Nein du Pöks, das ist mein Name!“, blaffte er. Das Mädchen grinste: „Aha, Ernst, und wie weiter?“ Der Junge verschränkte energisch seine Arme vor der Brust und raunte: „Der Ernst des Lebens.“
Ich würde beim Sprecherwechsel jeweils eine neue Zeile beginnen.

„Ich bin Isabell! Isabell Kaufhold, und du?“
Kindern sollten doch niemals in der Öffentlichkeit / Fremden gegenüber ihren Nachnamen sagen. Man weiß ja nie. :teach:

sagte sie und Ernst Gesichtsausdruck nach zu urteilen,
sagte sie, und Ernst' Gesichtsausdruck

Wünsche dir einen tollen Sonntag.
Liebe Grüße, GoMusic

 
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13.06.2021
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Was mir am meisten ins Auge gestochen ist: Unbedingt mehr Absätze machen, die Blöcke sind zu lang. Im Dialog am besten bei jedem Sprecherwechsel einen neuen Absatz. Sonst ist es anstrengend zu lesen und die Übersicht zu behalten. Der Dialog hatte Witz, aber der kam bei mir durch die Blöcke nicht so gut rüber ...
Im ersten Absatz sind mir die vielen unnötigen Adjektive aufgefallen, z.B. "kleine matschige Sandkugel" oder "sortierte fröhlich summend" und dann im nächsten Satz schon wieder "freundlich".
Gut fand ich die unkonventionelle Art der Geschichte und das aufgelockerte Ende.

Zu dem Post über mir: Möglicherweise ist es beabsichtigt, dass die Kinder wie Erwachsene reden (denn das tun sie offensichtlich). Dadurch bekommt die Geschichte ihren Pepp, ihren absurden Touch. Würden die reden wie echte Kinder am Spielplatz, wäre die Geschichte komplett banal.

 
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08.06.2021
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Hallo @GoMusic,

danke dass du meine Geschichte gelesen hast :read: Tatsächlich ist sie in erster Linie nicht für Kinder gedacht. Ich wollte gerne den Ernst des Lebens, der uns allen hin und wieder über den Weg läuft, personifizieren. Und zeigen, wie er mit der Gegenseite, der Leichtigkeit (Isabell/Eimer) kommuniziert und am Ende über sich hinauswächst. :)

Hi @Wohlstandskrankheit,

vielen Dank dass du deine Aufmerksamkeit meinem Ernst gewidmet hast :)
Du hattest Recht mit deinem Tipp, dass der "absurde Touch" ganz bewusst gewählt ist von mir.

Danke für deine Kritik. Ich werde unter anderem darauf achten, dass meine nächste Geschichte mehr Absätze hat.

 
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Hallo @Jan Wiencke,

vielen Dank für deinen Kommentar. Dass sie Mut und Hoffnung macht, freut mich sehr zu hören! :) Wenn ich diese Gefühle auslösen konnte, bin ich glücklich. Die Verbindung zwischen Humor und "Ernst" fand ich sehr reizvoll. Der Leser kann die Geschichte überfliegen und schmunzeln oder er schaut tiefer zwischen die Zeilen und bekommt etwas zum Nachdenken.

Ich wünsche dir ein schönes Wochenende.
Gruß Heidi

 
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Hallo Heidi,

danke für deine Rückantwort, die mich allerdings ein wenig verwirrt.

eine schöne Geschichte für die kleineren Leser.
Sagt ZTA im Kommentar vor mir, was du weder bejahst noch verneinst.

Und als ich dies in anderen Worten sagen, antwortest du mir:

Tatsächlich ist sie in erster Linie nicht für Kinder gedacht.

Gut, dann bleiben dann noch die Zeilenwechsel bei Sprecherwechsel und die Absätze, die dir auch andere empfohlen haben.

Ich nehme die Anmerkungen/Kritik gerne an und überarbeite meine Geschichte.
Hast du bei deiner anderen Geschichte gesagt ...

Ich werde unter anderem darauf achten, dass meine nächste Geschichte mehr Absätze hat.
.. und das hier.

Das lässt mich vermuten, dass du noch nicht weiß, wie man einen Text hier ändert, da der erste noch unverändert ist. (Dafür einfach auf den Bearbeiten-Button unterhalb der Geschichte klicken.)

Ich persönlich empfehle dir das erstgenannte, nämlich Änderungen/Korrekturen direkt am aktuellen Text vorzunehmen und dies nicht erst alles beim nächsten Text berücksichtigen zu wollen. Das sehen und bemerken die Leser dann direkt und fühlen sich wertgeschätzt. Warum sollte man Vorschläge und Korrekturhinweise geben, wenn man sieht, diese werden nicht berücksichtigt. Schließlich sind wir hier eine Textwerkstatt, wo man an seinen Texten arbeitet.

Dann hätte ich noch den Tipp, auch andere Texte hier zu lesen und kommentieren. Das hier praktizierte Geben und Nehmen. Sich nicht nur um seine eigenen Texten zu kümmern.

In diesem Sinne noch viel Spaß Freude hier.

Schon mal ein schönes Wochenende.

Liebe Grüße, GoMusic

 
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15.03.2021
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Liebe @heidischreibt,

Du hast ja nun schon einige Anerkennung erhalten, so dass Du meine kritischen Worte sicher auch verkraftest. Du schreibst hier ja eine Art Parabel und verwendest die Kinder wie Allegorien. Sie sollen keine echten Kinder sein, sondern bestimmte Eigenschaften verkörpern. Also der Ernst des Lebens trifft auf die Leichtigkeit. Soweit so gut. Dann allerdings erzählst Du wieder eine Geschichte, in dem ein ernstes Kind es wagt, fröhlich zu sein. Das wäre auch okay, wenn es sich bei Deinen Protagonisten nicht um Allegorien handeln würde, die sich ja nicht verändern, sonst wären sie ja nicht die Verkörperung spezieller Eigenschaften.
Weiter: wenn Du Allegorien verwendest, sollten sie überzeugen. Bei der Leichtigkeit geht das mit einem kleinen Mädchen, weil kleine Mädchen unbeschwert sind (jedenfalls sein sollten), beim Ernst des Lebens haut das mit dem kleinen Jungen nicht hin, das überzeugt nicht. Wenn Du Menschen verwenden willst, wäre ein gebeugter, geplagter alter Mensch eine bessere Wahl, finde ich.
Viel einfacher wäre übrigens, die Geschichte mit Tieren zu erzählen. Da hättest Du auch gleich die Klippe umgangen, dass sich in dieser Geschichte Kinder wie Erwachsene unterhalten. Das finde ich nämlich sehr seltsam, so wie einer meiner Vorredner auch schon anmerkte. Und die Kinder aus den „Chroniken von Narnia“ unterhalten sich nicht so, da muss ich einer anderen Kommentatorin entschieden widersprechen.
Noch ein letzter Punkt: das mit dem Sand auf den Kopf werfen - das findet doch niemand lustig! Ich weiß noch aus meiner kurzen Zeit als Erzieherin vor vielen Jahren, welche Schreiereien immer herrschten, wenn ein Kind mit Sand warf und es selbst oder andere ihn in die Augen bekommen hatten.

Also mein Fazit: am besten erzählte sich Deine Geschichte für mich mit Tieren, wie eine klassische Fabel. Und vielleicht fänden die sogar Sand auf dem Kopf wirklich lustig! (Elefanten zum Beispiel als Verkörperung des Ernstes, ein schönes lustiges leichtes Tier würde sich sicher auch finden lassen…)

Ansonsten herzlich Willkommen hier und viel Freude beim Schreiben weiterhin!
Palawan

 
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Hallo @heidischreibt ,

ich bin hier leider auf deine Tag-Wahl reingefallen: 'Seltsam' steht für 'Spekulativer Realismus / Weird'. Ich empfehle dir dringend die Tags 'Kinder' und 'Märchen'. Ein Text für Erwachsene ist dies offensichtlich nicht (bzw. nicht vorangig).

Man muss nicht immer das Rad neu erfinden (auch wenn ich entsprechende Versuche spannender finde als Altbekanntes), aber dein kleines Wortspiel hat leider ein großes, um nicht zu sagen übermächtiges, Vorbild: Oscar Wildes The Importance of Being Earnest - A Trivial Comedy For Serious People. Dort wird allerdings nicht schlichtes Schwarzweiß-Denken an den Leser gebracht, sondern eine recht hintersinnige, intelligente Komödie mit viel Sprachwitz.
Vielleicht hast du ja auch Lust, mal etwas tiefer in deiner - ganz bestimmt vorhandenen - Phantasie zu graben, um ein bisschen Frische & Farbe in deinen Text zu bekommen.

Zur Form: Zeilenumbruch bei Sprecherwechsel. Z.B.

Isabell machte große Augen, ihre Neugierde war geweckt. Sie rutschte ein weiteres Stückchen zu ihm [oder: an ihn heran].
Ernst tippte mehrmals mit seinem Zeigefinger auf ihre Stupsnase und fragte: „Warum bist du so fröhlich kleines Mädchen?“
Isabell lächelte: „Weil es keinen Grund gibt[Komma] ernst zu sein!“
Der Junge erschrak [erschrecken ist kein Redebegleitsatz, daher ein Punkt, kein Doppelpunkt]: „Ist deine Fröhlichkeit etwa ansteckend? Gibt es mehrere von euch?“ Ernst war sichtlich irritiert, wischte schnell seinen Zeigefinger am Hosenbund ab und schaute sich hektisch im Sandkasten um. Niemand zu sehen. Ernst suchte nun in Isabells Gesicht nach Anzeichen, die ihre heitere Stimmung erklären konnten: „Machen dir deine Sommersprossen so verdammt gute Laune? Denn davon hast du mehr als genug! Du kannst unmöglich so fröhlich zur Welt gekommen sein!“
Isabell griente [ebenfalls kein Redebegleitsatz, s.o.]: „Zerbrich dir nicht deine kleine Rübe!“, uUnd drückte Ernst einen Eimer in die Hand.
Ändern kannst du deinen Text unter 'bearbeiten', danach 'speichern' nicht vergessen. Es wird erwartet, dass du zumindest die Formfehler korrigierst, damit nicht alle anderen Leser darüber stolpern.

Die Kids sind mir total unsympathisch. Nicht klug, sondern 'neunmalklug', besserwisserisch, ohne, dass sie etwas Interessantes anzubieten hätten. Parabeln geben auch selten etwas zum Nachdenken: Man soll darüber eben gar nicht reflektieren, sondern das glauben, was sie vordenken. Man soll nicht zu eigenen Schlüssen kommen, sondern zu denen, die die Parabel - explizit oder implizit - vorschreibt. Das ergibt also das Gegenteil von Nachdenken und ist eine Textform, die daher häufig in politischer sekulärer oder religiöser Propaganda eingesetzt wird. Lass deinen Lesern doch mehr Spielraum, ein bissl Luft zum Atmen. Selbst Kleinkindern muss nicht alles so vorgekaut werden.

Du schreibst in deinem Profil: Ich bin neugierig auf andere Geschichten und möchte gerne Feedback zu meinen eigenen haben, um besser zu werden.
Das ist ja hart, aber immerhin ehrlich.
Letztlich kann niemand besser werden ohne kritische Rückmeldungen. Und deine Mitschreiber hier wünschen sich ebenfalls engagiertes, umfassendes Feedback. Ohne Geben & Nehmen kann dieses Forum nicht funktionieren. Versuchs doch mal! Letztlich nützt das Kommentieren nämlich auch dir selbst. ;-)

Herzliche Grüße und viel Spaß noch hier,
Katla

 
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08.06.2021
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Hallo @GoMusic,

vielen Dank für den Tipp mit dem „Überarbeiten Button“. Du hast Recht. Da ich neu hier bin, wusste ich es schlichtweg nicht besser. Ich bin davon ausgegangen, wenn ich einen überarbeiteten Text reinstelle, könnten andere Leser eure Kommentare darunter nicht mehr nachvollziehen.
Nun weiß ich es besser und werde die Funktion nutzen. Danke dafür. :-)

Zum Thema „andere Texte kommentieren“ bin ich ehrlich. Ich habe mich noch nicht getraut. Teilweise werden die Geschichten sehr professionell, detailliert hier kommentiert/kritisiert, dass mich dies einschüchtert. Ich bin über einige Literaturfachbegriffe gestolpert, die ich erst einmal googlen musste. Daher habe ich die Befürchtung, dass meine Kritik nicht „ausreicht.“ Aber ihr habt natürlich alle vollkommen Recht, dass es um Geben und Nehmen geht. Ich werde meinen Mut zusammennehmen und kommentieren :-)

PS. Wenn ich dich mit meiner Rückantwort bezüglich der Zielgruppe verwirrt habe, tut mir dies leid. Das war nicht meine Absicht. Ich schreibe noch nicht lange und bin somit noch dabei herauszufinden, für welche Zielgruppe genau meine jeweilige Geschichte ist. Mein „Ernst“ ist da gefühlt ein Zwitterwesen.

Dir einen schönen sonnigen Abend und hoffentlich bis bald.
Heidi

Hallo @Palawan,

vielen Dank für dein Feedback.

Dass ich die Kinder wie Allegorien verwende und Ernst dann „verändere“, obwohl eine Eigenschaft sich nicht ändern kann, habe ich falsch umgesetzt. Das kann ich nachvollziehen. Danke für den Hinweis! Mein Fehler.Sieh es mir bitte nach, dass ich dies in dieser Geschichte nicht nachträglich verändere, sonst würde sie nicht mehr aufgehen am Ende. Aber ich beherzige es bei der nächsten. Vielen Dank dafür!

Anstatt Kinder lieber Tiere für die Geschichte zu verwenden, kann ich auch nachvollziehen. In meinen letzten Geschichten (von denen ich erst „Der Huhu“ hier veröffentlicht habe) die ich schrieb, habe ich oft Tiere benutzt. Daher hatte ich mich dieses mal bewusst für Menschen entschieden.

Das „Sand“ als unglücklich empfunden wird, kann ich verstehen. Daher hatte ich in der Geschichte auf den Zusatz „mit geschlossenen Augen“ geachtet. Schade dass es anscheinend trotzdem nicht funktioniert.

Ich danke dir und wünsche einen schönen Abend.
Heidi

Hallo @Katla

danke für dein Feedback. :-)

Vielen Dank für deinen Tag-Tipp. Ich war tatsächlich total unsicher, welche Kategorien am ehesten zutreffen würden. Sorry für die Verwirrung.

Deine Korrekturen zur Form setze ich um, danke dir. Da ich neu bin, mache ich mich gerade vertraut mit den Funktionen des Forums.

Ich schreibe noch nicht lange. Daher habe ich mir keine Gedanken zur genauen Einordnung meiner Geschichte gemacht. Ich schrieb „nur“ mit Freude. Dass dies nicht ausreicht, habe ich anhand der Kommentare gemerkt. Hab bitte Nachsicht mit mir als absoluter Frischling. ;-)

Es war nicht meine Absicht, dass mein Profiltext als egoistisch aufgefasst wird. Selbstverständlich werde ich auch andere Geschichten kommentieren. Ich lese im Moment viele und ihre Kritiken. Ich teile mich noch mit. Wie ich schon @GoMusic schrieb, muss ich noch meinen Mut zusammennehmen, da viele von euch sehr fachlich fundiert kommentieren. Da muss ich meine Schüchternheit noch ablegen.

Dir noch einen schönen Abend und bis bald.
Heidi

 
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Hallo @heidischreibt ,

bei diesem eher kurzen Text hast du auf jeden Fall ein klares Thema, ich könnte es mir als eine Geschichte für Kinder vorstellen, die ihnen entsprechend etwas vermitteln soll. Auch durch das Wortspiel "Ernst des Lebens".

Für mich selbst wäre es eher etwas, dass ich irgendwo beim Warten mal kurz in einer Zeitschrift überfliegen und vielleicht an der ein oder anderen Stelle kurz schmunzeln würde. Mehr aber auch nicht, sorry, danach hätte ich den Inhalt auch schnell wieder vergessen.

Noch ein paar Details:

„Sie riecht merkwürdig!“, stellte er fest und verzog vor Ekel das Gesicht.
"vor Ekel" würde ich streichen, das wird auch so klar.

Auf der anderen Seite des Sandkastens hockte ein zierliches Mädchen mit geflochtenen Zöpfen und sortierte fröhlich summend ihre Förmchen.
Sie sah freundlich zu dem Jungen rüber und fragte: „Warum schimpfst du?“
Die markierten Adjektive würde ich entfernen. Dass sie etwas fröhlich oder freundlich macht, sollte schon aus den Handlungen und Dialogen hervorgehen, so dass der Leser von alleine diesen Eindruck bekommt.

Der Junge verschränkte energisch seine Arme vor der Brust und raunte: „Der Ernst des Lebens.“
"die" Arme, es ist hier ja klar, wem sie gehören.

Isabell machte große Augen, ihre Neugierde war geweckt.
Auch hier erklärst du wieder etwas zusätzlich, was durch den Beginn des Satzes nicht unbedingt notwendig ist. Vertraue darauf, dass die Leser sich schon ein Bild machen. Es ist nicht deine Absicht, aber irgendwann nervt es halt, wenn ich das Gefühl habe, dass mir das Offensichtliche immer wieder zusätzlich erklärt wird.

Ernst tippte mehrmals mit seinem Zeigefinger auf ihre Stupsnase und fragte: „Warum bist du so fröhlich kleines Mädchen?“
einem ; Komma nach "fröhlich"

Ernst war sichtlich irritiert, wischte schnell seinen Zeigefinger am Hosenbund ab und schaute sich hektisch im Sandkasten um. Niemand zu sehen. Ernst suchte nun in Isabells Gesicht nach Anzeichen, die ihre heitere Stimmung erklären konnten:
Hier und grundsätzlich würde ich darauf achten, beim Satzbeginn zu variieren. Es sei denn, du möchtest dadurch gezielt einen Sprachrhythmus erzeugen, sehe ich aber hierbei nicht so.

Isabell griente.
grinste (?)

„Was soll ich damit?“, fragte er enttäuscht.
Isabell schmunzelte zufrieden: „Und das ist auch gut so! Sonst vergisst du die Leichtigkeit wieder zu schnell.
Du weißt schon ... :)

... als ihm aus heiterem Himmel eine Katzenköttel-Sandkugel am Hinterkopf traf.
ihn ;
sehr gute Aktion! :) :thumbsup:

Soweit meine Eindrücke, viele Grüße,
Rob

 
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08.06.2021
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Hallo Rob,

vielen Dank für dein Feedback.
Die verwendeten Adjektive überdenke ich noch einmal in Ruhe.

Das Verb "griente" habe ich ganz bewusst gewählt, da ich es mag :-)

Ich wünsche dir einen schönen Abend und bis bald.

Viele Grüße,
Heidi

 
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12.04.2007
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„Weil es keinen Grund gibt, ernst zu sein!“

Alles schon gesagt und dann kommt jetzt noch einer, der mit drittem Vornamen Ernst heißt (nach dem Opa mütterlicherseits + Patenonkel, sozusagen zwo Fliegen mit einer Klappe) – und da ich gerade ein T-shirt mit dem Cover von Abbey Road trage, wenn auch statt der Beatles mit den Peanuts (vorneweg der fünft Beatle, Snoopy), find ich die Sandkastengeschichte durchaus passabel, denn niemand hat sich m. E. je über den Cartoon beschwert, der alltägliche Situationen der Erwachsenenwelt auf die Welt der Kleinen zusammenstreicht. Und natürlich, dass Du I. „grienen“ lässt, statt langweilig und allerweltsmäßig grinsen. Mir und der Bagage auf meiner Brust gefällts bis auf folgende Stelle

Auf der anderen Seite des Sandkastens hockte ein zierliches Mädchen mit geflochtenen Zöpfen und sortierte summend ihre Förmchen. Ihr war das Gemecker nicht entgangen.
Das Mädchen … ihre, passt erst mal nicht. Da empfehle ich im gleichen Satz noch das korrekte „seine“ zu setzen und dann mit dem nächsten Satz (wie geschehen) den Geschlechterwandel durchzuführen (wobei in dem Sandkastenalter das Kind ja immer „es“ bleibt, ob nun Ernst oder Isabelle,

und damit erst einmal herzlich willkommen hierorts, @heidischreibt!

Und hier ist ein Komma zusetzen

„Dann steckst du deinen Kopf in den Sand!“, scherzte Isabell und beobachteteKOMMA wie ein flüchtiges Lächeln über sein Gesicht huschte.
(„wie“ leitet einen vollständigen Satz ein, also mehr als einen nackten Vergleich

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FRiedel & den Peanuts

 
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08.06.2021
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Hallo @Friedrichard (und Peanuts),

herzlichen Dank für deine Zeit.
Es hat mir große Freude gemacht, deinen Kommentar zu lesen.

Mir und der Bagage auf meiner Brust gefällts bis auf folgende Stelle
Ich hab herzhaft gelacht. Klasse beschrieben. Genau mein Humor :-)

Danke dass du mir die Fehler aufgezeigt hast.
Ich habe sie umgehend korrigiert.

Schöne Grüße und bis bald,
Heidi

 

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