Was ist neu

Der Keller

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05.07.2020
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Anmerkungen zum Text

Also ich habe den Text zwar als Horror und Humor getaggt, bin mir aber mit der Einteilung unsicher. Klassischer Horror ists sicherlich nicht. Hoffe trotzdem, dass es einigermaßen funktioniert.

Der Keller

Thoby stand vor der offenen Kellertür und kaute auf seiner Oberlippe herum. Das schwülwarme Wetter bildete kleine Schweißperlen auf seiner Stirn, während er unschlüssig in die Dunkelheit herabschaute. Mit einer Hand am Türrahmen, um sich im Zweifelsfall festzuhalten zu können. Dieselbe Hand wanderte nun langsam an der Wand entlang, auf der Suche nach dem Lichtschalter. Klick. Die Dunkelheit blieb.
„So ein Mist!“
Die Glühbirne war schon vor einigen Tagen durchgebrannt, und scheinbar hatte sich bisher noch niemand dazu berufen gefühlt, mit einer Leiter auf der schmalen Treppe herum zu balancieren und Abhilfe zu schaffen. Thoby seufzte. Er hatte eine Gänsehaut, und der unverwechselbare Kellergeruch, der ihm entgegenschlug, machte die ganze Sache auch nicht besser. Irgendwo da unten, am Ende der Stufen, lag sein Flummi.

Mit einem müden Lächeln schmetterte Thoby´s Mutter alle Einwände ihres Sohnemann's ab. Zwar hatte das, was Dennis gesagt hatte, eine gewisse Berechtigung, denn welcher Vierzehnjährige hat schon Lust, auf kleine Geschwister aufzupassen, wenn er doch stattdessen auf den Bolzplatz zum Kicken gehen könnte? Es half aber nichts.
„Wir haben das besprochen Dennis. Sei so gut und mach euch später eine Portion Nudeln, ja? Hab euch lieb. Bis dann.“, flötete sie routiniert und verschwand aus der Tür.
Das Gesicht, das Dennis machte, nachdem die Haustür ins Schloss gefallen war, deutete darauf hin, dass er ganz sicher Besseres zu tun hatte, als Nudeln zu kochen. Thoby schickte sich an, vorsichtshalber das Weite zu suchen, um bloß keinen Streit vom Zaun zu brechen, als Dennis sich unvermittelt zu ihm umdrehte.
„Hör mal zu du Pimpf. Wenn du glaubst, dass ich hier den ganzen Nachmittag damit verschwende, für dich Babysitter zu spielen, kannste dir das ganz schnell wieder aus dem Kopf schlagen!“ Blitzschnell schnappte er nach Thobys Flummi, den der unbedachterweise nicht rechtzeitig in der Hosentasche hatte verschwinden lassen.
„Und, dass ich mich hier in die Küche stelle, um dir dein Essen zu kochen, kannste auch knicken! Wenn du Hunger bekommst, kannste dein Glück ja drüben bei den Melkmans versuchen. Vielleicht haben die ja ein bisschen Katzenfutter für dich übrig?“
Thoby verzog angeekelt das Gesicht, ließ seinen Flummi aber nicht aus den Augen. Dennis hatte damit begonnen, den Gummiball lässig gegen die Zimmerwand zu werfen und mit der linken Hand wieder aufzufangen. Dabei bewegte er sich für Thobys Geschmack, aber etwas zu sehr in Richtung der offenstehenden Kellertür.
„Gib mir meinen…“
Dennis zeigte sich unbeirrt von Thobys zaghaftem Versuch, sein Spielzeug zurückzufordern und fuhr mit Punkt drei seiner kleinen Ansprache fort.
„Wenn Mama nachher nach Hause kommt und du auch nur andeutest, dass ich nicht hier war, dann...“ Dennis sah Thoby böse an und suchte offensichtlich nach einer angemessen bedrohlichen Formulierung.
„Dann gnade dir Gott!“
Thoby schluckte. Er konnte mit dieser komischen Wortwahl zwar nicht sonderlich viel anfangen, aber der Blick, den ihm sein Bruder zuwarf, zerstreute jeden Zweifel darüber, was der gemeint haben konnte. Heruntergebrochen ging es wohl darum, besser die Schnauze zu halten.
Dennis hielt Thoby den Flummi hin. Der zögerte. Und griff dann blitzschnell zu. Aber nicht schnell genug. Schon war der Ball wieder außerhalb seiner Reichweite.
„Weißt du, was dein Problem ist, kleiner Mann?“ Dennis sah seinen Bruder mit einem spöttischen Grinsen an. Thoby schüttelte stumm den Kopf, streckte aber nach wie vor seine Hand in Richtung Gummiball aus. War ja schließlich seiner.
„Du bist eine Pfeife. Ein kleines Weichei. Und ich fürchte, du wirst auch immer ein Weichei bleiben.“
Thoby bemerkte, wie ihm sofort die Tränen in die Augen stiegen. Das war nicht fair! Mit brüchiger Stimme begann er zu protestieren.
„Das stimmt nicht Dennis! Ich bin kein Weichei! Gib mir meinen Flummi wieder!“ Tränen liefen ihm über die Wangen.
„Hol ihn dir doch.“, mit einer beiläufigen Bewegung warf Dennis den Ball die dunkle Kellertreppe herunter.
„Musst einfach nur da runter gehen und dein scheiß Spielzeug wiederholen. Kein Problem für einen mutigen Kerl wie dich, oder?“ Grinsend stolzierte Dennis mit seinem Fußball unter dem Arm in Richtung Haustür. Dann drehte er sich noch einmal um und raunte: Aber Vorsicht Thoby! Da unten gibt’s nen Monster.“

„Thoby wir sollten ernsthaft darüber sprechen, was es womöglich für einen fatalen Eindruck macht, wenn wir deinen Flummi nicht hochholen, bevor der wieder nach Hause kommt.“ Dieser berechtigte Einwand stammte von Lieutenant Wilson. Seit Monaten der treueste Freund Thobys. Thoby hatte zwar immer noch nicht den leisesten Schimmer, was genau ein Lieutenant war, aber es klang gut. Wie aus einem dieser Filme, die er eigentlich noch gar nicht gucken durfte. Lutännent! Außerdem hatte sich ihm sein Freund nun einmal so vorgestellt, und der konnte ja schließlich auch nichts für seinen Namen. Vor ein paar Monaten war Thoby von einem besonders gruseligen Albtraum aufgewacht und hatte ganz schlimme Angst gehabt. Und dann saß da plötzlich Lieutenant Wilson in seinem Tarnanzug und der roten schiefen Mütze auf dem viel zu kleinen Schreibtischstuhl und nickte ihm höflich zu. Ungefragt hatte er dem verdutzten Thoby dann erklärt, dass Alpträume zwar wirklich keine feine Sache, aber eben auch nur Träume waren und ihm geraten, für den Moment doch einfach die Nachttischlampe anzumachen. Und tatsächlich, das half!
Seither hatte sich Lieutenant Wilson zu einer ganz wesentlichen Konstante in Thobys ansonsten eher von Ab´s als Auf´s geprägtem Leben gemausert. Wichtige Entscheidungen besprach er seither stets mit seinem neuen Freund.
Und so galt es auch in diesem Fall die Frage: Keller, ja oder nein?, sorgsam gemeinsam zu ergründen. Nach Sichtung der Faktenlage waren sie sich schnell einig. Es führte kein Weg daran vorbei, den Gummiball wiederzubeschaffen. Nicht nur, weil es einfach richtig daneben war, so einen guten Flummi dem Keller zu überlassen. Nein, vor allem auch deshalb, um Dennis zu zeigen, dass er, Thoby, mitnichten ein Weichei war! Er war einfach nur klein. Lieutenant Wilson hatte ihm das alles ganz genau erklärt. Und Thoby war absolut einverstanden damit gewesen.
Er war weder eine Pfeife noch ein Weichei, sondern klein! Und seinen Flummi würden sie sich gefälligst zurückholen!
Es gab da nur ein Problem. Der Keller. Ja, der Keller. Das war natürlich so eine Sache. Thoby stand am Rand der Treppe und schaute skeptisch in die Dunkelheit hinab.

Er hatte ja schon so manches Gerücht gehört. Über Keller ganz im Allgemeinen. Offensichtlich verhielt es sich doch so, dass Kreaturen mit unlauteren Absichten eben in erster Linie an dunklen Orten hausten. Das war jedenfalls das, was er in den diversen vergilbten Comicheften seines Bruders hatte nachblättern können. Und ihr Keller, nachdem ja nun auch noch diese blöde Glühbirne den Geist aufgegeben hatte, erfüllte ziemlich viel von dem, wie Thoby sich den idealen Ort für ein Monster vorstellte. Es war dunkel. Es war nasskalt. Und es roch muffig.
Es sprach also einiges dafür, seinen Flummi einen Flummi sein zu lassen und sich stattdessen mit der guten alten Legokiste zu beschäftigen. Andererseits... ja, andererseits würde er sich dann wieder tagelang die Kommentare seines Bruders anhören müssen.
„Und denk mal darüber nach, was Dennis das nächste Mal in den Keller werfen könnte, wenn du das einfach so stehen lässt.“, ergänzte der Lieutenant.
Mmh. Da hatte Wilson natürlich einen Punkt. Dem war schließlich alles zuzutrauen. Diesem Arsch. Wie wäre denn Folgendes, versuchte Thoby sich selbst zu überreden. Er würde langsam und vorsichtig die Treppe herabsteigen. Und sobald er seinen Flummi gefunden hatte, würde er die Treppe wieder heraufrennen, die Tür hinter sich zumachen und zweimal den Schlüssel herumdrehen. Schnell war er ja, das sagten alle. Der Lieutenant nickte ihm aufmunternd zu.
„Nur Mut, Soldat!“

Langsam kämpfte sich Thoby voran. Ein vorsichtiger Schritt. Dann ein Zweiter und ein Dritter. Seine knubbeligen Knie zitterten, und er hielt sich ganz fest am kühlen Geländer. Noch eine Stufe. Und noch eine. Ängstlich blickte er über die Schulter zurück zum Lieutenant. Der stand oben in der Kellertür, war wegen des Lichts in seinem Rücken aber kaum zu erkennen. Die Geste, die er machte, sah so aus, als ob er salutiere. Thoby erwiderte den Gruß, presste grimmig seine Lippen aufeinander und tapste weiter die Stufen hinab.
Schließlich war er unten angekommen und blinzelte in die Dunkelheit. Warum bauten die Erwachsenen eigentlich die besten Häuser und verpassten es dann, vernünftig-große Fenster im Keller einzusetzen? Der schmale Lichtschein, der durch die winzigen Fenster fiel, war ja eine Frechheit! Vorsichtig schlich Thoby durch den Raum und suchte nach seinem Flummi. Erst tastete er unter dem Holzregal herum. Doch bis auf einige Staubflusen und etwas undefinierbar Verschrumpeltes fand sich nichts. Zwischen der Waschmaschine und dem Trockner war ebenfalls keine Spur von seinem Spielzeug. Tapfer arbeitete er sich voran. Weiter hinten standen ein paar alte Gartengeräte, eine Schubkarre, Dennis Fahrrad und ein Eimer. Thoby zwängte sich durch das Gerümpel und begann, in den Ecken herumzusuchen. Und tatsächlich, da war er. Sein Flummi.
„Ich hab ihn!“, rief Thoby und drehte sich polternd um.
Ihm fielen sofort zwei wesentliche Veränderungen auf. Die Tür am oberen Ende der Treppe war verschlossen. Und er war nicht mehr alleine im Keller.

Zwei Tage später saßen sie gemeinsam beim Abendessen. Es gab Kartoffelbrei, Fischstäbchen und Erbsen. Wenn man Thoby gefragt hätte, in folgender Reihenfolge: Zunächst die Fischstäbchen, gefolgt vom Kartoffelbrei und dann in himmelweitem Abstand irgendwann die Erbsen. Konzentriert schob er die Erbsen von einer Seite des Tellers zur anderen. In der Hoffnung, durch irgendeinen Trick die Anzahl dieser faden Angelegenheit verringern zu können.
„Die Katze von der kleinen Josephine ist verschwunden!“
„Was? Die war doch noch ganz neu?“
„Ja, Josephine und Frau Melkmann haben vorhin geklingelt und gefragt, ob wir das Tier vielleicht irgendwo gesehen haben. Das arme Mädchen. War die ganze Zeit am Weinen.“
„Mmh, also ich hab nichts gesehen. Vielleicht isse ja weggelaufen?“
„Ja, vielleicht. Thoby? Hast du die kleine Katze von Josephine gesehen?“
Thoby gab seinen Versuch auf, durch geschickte Umlagerung der Fischstäbchen und des Kartoffelbreis möglicherweise die Erbsen auf seinem Teller zu minimieren und schüttelte stumm den Kopf. Dabei sank er Stückchen für Stückchen tiefer in seinen Stuhl.

Alles in allem lief´s für die Haus- und Nutztiere der Gäßlergasse in den folgenden Tagen nicht sonderlich gut. Nachdem zunächst die Katze der kleinen Josephine Melkmann verschwunden war, traf es nur zwei Tage später den Pudel von Alois Degler.
„Angeleint! Der war angeleint! Und das Gartentor war verschlossen! Wie soll der Hund mit seinen kleinen Beinchen denn da drüber gekommen sein?“ Herr Degler, der Zeit seines Lebens mit dem Verhalten seiner Mitmenschen ein ums andere Mal gehadert hatte, war nach diesem dreisten Angriff auf sein unschuldiges Haustier vollständig desillusioniert. Als schließlich auch noch zwei Hühner(!) aus dem Gehege der Familie Sprauer verschwanden, machte sich allgemeine Verunsicherung bei den Anwohnern der Straße breit.

Am darauffolgenden Sonntag war Dennis erneut dazu verdonnert worden, auf Thoby aufzupassen. Er hatte protestiert. Vergeblich. Und nachdem die Mutter schließlich weggefahren war, hatte er konsequenterweise beschlossen, eben ein weiteres Mal auf seine geschwisterlichen Pflichten zu pfeifen. Auf dem Weg zu seinen Bolzplatzschuhen sah er seinen kleinen Bruder an der Kellertür lehnen und blöde in seine Richtung grinsen. Einen Fuß lässig auf einem Fußball. Auf seinem Fußball!
„Sag mal, bist du bescheuert? Gib sofort...“, weiter kam er nicht.
Mit einer leichten Fußbewegung gab Thoby dem Ball einen Stoß und der hüpfte die Treppe herunter.
„Hol dir doch deinen Ball, wenn du so mutig bist.“
Dennis war überfordert von der völlig unerwarteten Revolte des Bruders. Einigermaßen fassungslos stand er zunächst da, gab Thoby schließlich im Vorbeigehen eine verunglückte Ohrfeige und eilte fluchend seinem Ball hinterher.
„Du kleiner Pisser kannst was erleben, wenn ich...“
Thoby schloss langsam die Tür und drehte den Schlüssel zweimal herum. Dann verschwand er in seinem Zimmer und spielte mit seinem Flummi.

Der Lieutenant hatte ihm die ganze komplizierte Angelegenheit vor einer Woche erklärt.
„Weißt du Thoby, manchmal ist der Feind deines Feindes eben dein Freund. Und dieses Ding im Keller, dass dich beinahe erwischt hätte, ist vielleicht sogar ein echter Glücksfall. Ein hungriger Glücksfall, der im Keller haust!“
Thoby verstand nicht ganz was der Lieutenant meinte, nickte ihm aber ernst zu. Schließlich war er es auch gewesen, der das Wesen im Keller davon abgehalten hatte, werweißwas mit ihm anzustellen. Irgendeine Art Deal hatten die beiden jedenfalls ausgehandelt, während er selbst stocksteif vor Angst daneben gestanden hatte. In den folgenden Tagen hatte er dann damit begonnen, Futter in den Keller zu schaffen. Nachdem nun aber die Sache mit Dennis erledigt war, machte sich Thoby so seine Gedanken, wie es jetzt weitergehen sollte. Mal ganz davon abgesehen, dass seine Mutter am Boden zerstört war und nur noch weinte.
„Nun, zunächst solltest vielleicht in Zukunft du derjenige sein, der den Sprudel von unten hochholt,“ hatte Wilson empfohlen und ihm zugezwinkert.
Aber Thoby war ja nicht auf den Kopf gefallen. Er fragte sich natürlich auch, was passieren würde, wenn das Ding wieder Hunger bekam.
„Hunger? Tja, da müssen wir uns natürlich was überlegen, richtig?“ Zum ersten Mal schien Wilson nicht sofort eine Antwort parat zu haben. Er brummte eine Weile vor sich hin und fuhr dann schließlich fort.
„Deine Nachbarin? Die kleine Josephine? Kommt die nicht manchmal zum Spielen vorbei?

 

AWM

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Servus @Habentus

Das schwülwarme Wetter bildete kleine Schweißperlen auf seiner Stirn, während er unschlüssig in die Dunkelheit herabschaute.
Das ist unpräzise, weil nicht das schwülwarme Wetter direkt die Schweißperlen bildet. Besserwäre z.B.: Es war schwül und Schweiß stand auf seiner Stirn.
„So ein Mist!“
Würde ich streichen.
Dieselbe Hand wanderte nun langsam an der Wand entlang, auf der Suche nach dem Lichtschalter. Klick. Die Dunkelheit blieb.
„So ein Mist!“
Die Glühbirne war schon vor einigen Tagen durchgebrannt, und scheinbar hatte sich bisher noch niemand dazu berufen gefühlt, mit einer Leiter auf der schmalen Treppe herum zu balancieren und Abhilfe zu schaffen. Thoby seufzte. Er hatte eine Gänsehaut, und der unverwechselbare Kellergeruch, der ihm entgegenschlug, machte die ganze Sache auch nicht besser. Irgendwo da unten, am Ende der Stufen, lag sein Flummi.
Würde generell Dinge streichen in der Geschichte. Da ist mir zu viel erklärt mitten in einer Szene, die eigentlich spannend sein könnte. Ich würde das so machen: Sein Hand wanderte langsam an der Wand entlang, fand den Lichtschalter. Klick. Die Dunkelheit blieb. Irgendwo in ihr lag sein Flummi.
Mit einem müden Lächeln schmetterte Thoby´s Mutter alle Einwände ihres Sohnemann's ab.
Sohnemanns. Ich finde du hast da aber teilweise eine unpassende Sprache drin. So distanziert, leicht ironisch. Würde das aus Thobys Sicht erzählen und eine generell einfache, kindliche Sprache wählen.
Bis dann.“, flötete sie routiniert und verschwand aus der Tür.
Bis dann",
Das Gesicht, das Dennis machte, nachdem die Haustür ins Schloss gefallen war, deutete darauf hin, dass er ganz sicher Besseres zu tun hatte, als Nudeln zu kochen.
Schachtelsatz und tell
Dennis hatte damit begonnen, den Gummiball lässig gegen die Zimmerwand zu werfen und mit der linken Hand wieder aufzufangen.
Dennis warf den Flummi gegen die Wand und fing ihn mit der linken Hand wieder auf.

Dennis zeigte sich unbeirrt von Thobys zaghaftem Versuch, sein Spielzeug zurückzufordern und fuhr mit Punkt drei seiner kleinen Ansprache fort.
tell. Das kann man schon mal machen aber du hast gerade an wichtigen Stellen tell drin die meiner Meinung nach szenisch erzählt werden müssten.
Dennis sah Thoby böse an und suchte offensichtlich nach einer angemessen bedrohlichen Formulierung.
tell
War ja schließlich seiner.
streichen
„Du bist eine Pfeife. Ein kleines Weichei. Und ich fürchte, du wirst auch immer ein Weichei bleiben.“
Auch deine Dialohe könnten knackiger sein. Hier reicht doch. "Du wirst immer ein Weichei bleiben."
Thoby bemerkte, wie ihm sofort die Tränen in die Augen stiegen. Das war nicht fair! Mit brüchiger Stimme begann er zu protestieren.
Würde ich streichen
„Das stimmt nicht Dennis! Ich bin kein Weichei! Gib mir meinen Flummi wieder!“ Tränen liefen ihm über die Wangen.
Hier wiederholst du das noch mal. Und auch hier kürzen im Dialog. "Ich bin kein Weichei!"
„Hol ihn dir doch.“, mit einer beiläufigen Bewegung warf Dennis den Ball die dunkle Kellertreppe herunter.
Punkt weg. Die Kellertreppe an sich ist nicht dunkel. Die Kellertreppe in die Dunkelheit hinunter.
„Thoby wir sollten ernsthaft darüber sprechen, was es womöglich für einen fatalen Eindruck macht, wenn wir deinen Flummi nicht hochholen, bevor der wieder nach Hause kommt.“ Dieser berechtigte Einwand stammte von Lieutenant Wilson
Verstehe auch nicht, wieso du Dennis weggehen lässt. Das Ganze wäre doch viel spannender wenn er da ist und der unmittelbare Druck, da hinunter gehen zu müssen, vorhanden wäre.
Seit Monaten der treueste Freund Thobys. Thoby hatte zwar immer noch nicht den leisesten Schimmer, was genau ein Lieutenant war, aber es klang gut. Wie aus einem dieser Filme, die er eigentlich noch gar nicht gucken durfte. Lutännent! Außerdem hatte sich ihm sein Freund nun einmal so vorgestellt, und der konnte ja schließlich auch nichts für seinen Namen. Vor ein paar Monaten war Thoby von einem besonders gruseligen Albtraum aufgewacht und hatte ganz schlimme Angst gehabt. Und dann saß da plötzlich Lieutenant Wilson in seinem Tarnanzug und der roten schiefen Mütze auf dem viel zu kleinen Schreibtischstuhl und nickte ihm höflich zu. Ungefragt hatte er dem verdutzten Thoby dann erklärt, dass Alpträume zwar wirklich keine feine Sache, aber eben auch nur Träume waren und ihm geraten, für den Moment doch einfach die Nachttischlampe anzumachen. Und tatsächlich, das half!
Seither hatte sich Lieutenant Wilson zu einer ganz wesentlichen Konstante in Thobys ansonsten eher von Ab´s als Auf´s geprägtem Leben gemausert. Wichtige Entscheidungen besprach er seither stets mit seinem neuen Freund.
Und so galt es auch in diesem Fall die Frage: Keller, ja oder nein?, sorgsam gemeinsam zu ergründen.
Infodump
Er hatte ja schon so manches Gerücht gehört. Über Keller ganz im Allgemeinen. Offensichtlich verhielt es sich doch so, dass Kreaturen mit unlauteren Absichten eben in erster Linie an dunklen Orten hausten. Das war jedenfalls das, was er in den diversen vergilbten Comicheften seines Bruders hatte nachblättern können. Und ihr Keller, nachdem ja nun auch noch diese blöde Glühbirne den Geist aufgegeben hatte, erfüllte ziemlich viel von dem, wie Thoby sich den idealen Ort für ein Monster vorstellte. Es war dunkel. Es war nasskalt. Und es roch muffig.
Gib ihm einen drängenderen Grund, warum er Angst vor dem Keller hat. Da verschenkst du Potential. Das könntest du viel spannender machen, wenn du zeigen würdest, warum er so Angst hat, da runter zu gehen und den Charakter gleichzeitig tiefer zeichnen. So ist es halt beliebig: Kind stellt sich Monster vor, es ist dunkel und kalt. Das ist für mich nicht sonderlich spannend als Leser.
Es sprach also einiges dafür, seinen Flummi einen Flummi sein zu lassen
Auch hier. Du müsstest ihm einen drängenderen Grund geben, warum ihm der Flummi extrem wichtig ist. Warum er ihn unbedingt holen muss und seinem Bruder unbedingt beweisen muss, dass er kein Weichei ist.
stehen lässt.“, ergänzte der Lieutenant.
Punkt weg
Ihm fielen sofort zwei wesentliche Veränderungen auf. Die Tür am oberen Ende der Treppe war verschlossen. Und er war nicht mehr alleine im Keller.
Das geht sehr lange, bis er in den Keller geht. Und dann wird man mit diesen beiden Sätzen "belohnt"
Zunächst die Fischstäbchen, gefolgt vom Kartoffelbrei und dann in himmelweitem Abstand irgendwann die Erbsen.
Auch hier die Sprache, die für mich nicht passt
durch geschickte Umlagerung der Fischstäbchen und des Kartoffelbreis möglicherweise die Erbsen auf seinem Teller zu minimieren
und hier: möglicherweise zu minimieren. Was ist das für ein Erzähler? Was hat diese distanziert ironische Sprache für eine Funktion für deine Geschichte?
war nach diesem dreisten Angriff auf sein unschuldiges Haustier vollständig desillusioniert.
""
eben ein weiteres Mal auf seine geschwisterlichen Pflichten zu pfeifen.
""
Dennis war überfordert von der völlig unerwarteten Revolte des Bruders.
"" und wieder tell wo unbedingt show sein müsste
Nachdem nun aber die Sache mit Dennis erledigt war,
Mir fehlt auch die ganz konkrete persönliche Motivation, dass er seinen Bruder umbringt. Wie bei der Angst vor dem Keller, der Wichtigkeit seines Flummis. Das ist so austauschbar und ich nehme ihm nicht ab, dass er seinen Bruder fressen lässt, weil der zu ihm Weichei gesagt hat. Da muss eine stärkere Motivation her.

Gruß
AWM

 
Wortkrieger-Team
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09.12.2016
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Hallo @Habentus,

wie schön, eine neue Geschichte von dir zu lesen. Momentan finde ich sie allerdings noch unausgegoren. Die tags: Humor und Horror konnte ich nicht wiederfinden, ich fände Seltsam angebrachter, denn seltsam ist es allemal, was da passiert. Horror sehe ich nur im Verhalten von Dennis, und der muss ja zum Schluss auch dran glauben. Lutännänt Wilson scheint Thobys eingebildeter Freund zu sein, der ihm aus der Patsche hilft, wenn Dennis mal wieder gemein zu ihm ist, vermutlich ist er auch die Präsenz im Keller. Bei der Szene verschenkst du Potential, wie ich finde. Du könntest die Spannung von Anfang an mehr steigern, vielleicht schon, wenn Thoby die Treppe heruntergeht, er könnte Geräusche hören oder etwas sehen, das sich dann doch als Einbildung herausstellt. Im Moment wirkt die Szene noch etwas schnell abgehandelt, die Präsenz im Keller wird danach ja auch nicht gelöst, oder ich habe etwas überlesen.

Vielleicht könntest du mit dem Verschwinden der Haustiere anfangen, statt mit dem ganzen Flummi-Gedöns. Ich weiß, du brauchst das, um die Figuren einzuführen, aber es zieht sich für meinen Geschmack zu sehr in die Länge, dann kommt kurz ein Anflug von Spannung auf und plötzlich sind Haustiere und Bruder verschwunden. Ich frage mich natürlich sofort, was denn passiert ist, es gibt da was im Keller ja, aber was? Ist es der Lutännänt? Liegt nahe, denn er hilft Thoby ja, aber der Sprung vom freundlichen Begleiter zu einem ausgekochten Bösewicht wirkt etwas zusammengestückelt. Ist es Thoby selbst? Verarbeitet er so seinen Hass auf den gemeinen Bruder? Das fände ich auf alle Fälle eine gute Idee, aber das müsstest du mMn in die Vorarbeit mit einfließen lassen. Es müsste deutlich werden, dass mit Thoby irgendetwas nicht stimmt, eine harmlose Phantasie sich plötzlich verselbständigt. So, wie ich es jetzt lese, läuft jede Szene neben der anderen her, ich sehe keine Verbindung. Da ist zunächst mal das Verhältnis zum Bruder, das Verhältnis zum Lutännänt, das Ding im Keller und das Verschwinden von Dennis und der Haustiere. Wie das miteinander zusammenhängt, wird mir aber nicht klar.


Das schwülwarme Wetter bildete kleine Schweißperlen auf seiner Stirn,
Ist es das Wetter? Doch eher sein eigener Körper, oder?

Mit einem müden Lächeln schmetterte Thoby´s Mutter alle Einwände ihres Sohnemann's ab. Zwar hatte das, was Dennis gesagt hatte,
Apostroph vor "s" macht man meines Wissens nach nur im Englischen. Sonst wird das "s" einfach drangehängt.
Hier habe ich mich gefragt, wer Dennis ist. Du klärst es dann zwar auf, trotzdem bin ich an dem Satz hängengeblieben und hab nochmal hochgescrollt, weil ich dachte, Dennis wäre Thoby, und ich hätte nur die Namen nicht richtig gelesen. Vielleicht den Absatz eher mit der Mutter einleiten, die Dennis zurechtweist und dann mit dem Vierzehnjährigen fortfahren. Dann erfährt man automatisch, wer Dennis ist.

Bis dann.“,
Punkt weg, wenn hinterher ein Komma kommt. Hast du ein paarmal im Text.

Hör mal zu du Pimpf
Komma vor "du"

Dabei bewegte er sich für Thobys Geschmack, aber
Kein Komma vor "aber"

„Gib mir meinen…“
Hier fehlt ein Leerzeichen vor den Punkten.

Thoby bemerkte, wie ihm sofort die Tränen in die Augen stiegen. Das war nicht fair! Mit brüchiger Stimme begann er zu protestieren.
Der arme Kerl ...

raunte: Aber Vorsicht Thoby! Da unten gibt’s nen Monster.“
Hier fehlen die Anführungszeichen unten, und es müsste: "n Monster" heißen, statt: "nen". Ist ja ein Monster, nicht einen Monster.

Thoby hatte zwar immer noch nicht den leisesten Schimmer, was genau ein Lieutenant war, aber es klang gut.
Süß.

Ungefragt hatte er dem verdutzten Thoby dann erklärt, dass Alpträume zwar wirklich keine feine Sache, aber eben auch nur Träume waren und ihm geraten, für den Moment doch einfach die Nachttischlampe anzumachen. Und tatsächlich, das half!
Ich mag Thoby.

Warum bauten die Erwachsenen eigentlich die besten Häuser und verpassten es dann, vernünftig-große Fenster im Keller einzusetzen?
Hahaha - berechtigte Frage für den kleinen Thoby. Und ein schönes Detail, um zu zeigen, wie er tickt.

Doch bis auf einige Staubflusen und etwas undefinierbar Verschrumpeltes fand sich nichts.
Melkmanns Katze?

und drehte sich polternd um.
polternd? Da bekomme ich kein Bild.

Zum Schluss soll dann die arme Josephine dran glauben. Die hat doch gar nichts Böses getan. Oder soll das zeigen, dass Wilson immer boshafter wird?
Würde mich freuen, wenn du die Lücken im Text noch ausfüllen würdest, denn zumindest ich kann mir keinen Reim darauf machen, was hier vor sich geht.

Oh, wie ich sehe, wurde ein weiterer Kommentar geschrieben, während ich hier in die Tasten haue. Hoffe, es doppelt sich nicht allzu viel.

Viele Grüße und ein schönes Wochenende wünscht Chai.

 
Monster-WG
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20.08.2019
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Hallo @Habentus

eine interessante Geschichte. Ich fang mal mit dem Positiven an. Ich mag den kleinen Thoby und hab ihn gern auf seiner Expedition in den Keller begleitet. Der Text ist flüssig geschrieben, ich kann mir alles gut vorstellen und lerne Thoby besser kennen. Er hat einen imaginären Freund, wird von seinem größeren Bruder drangsaliert und startet schließlich eine Revolte.

Nicht so prickelnd finde ich die vielen offenen Fragen, die zumindest bei mir geblieben sind? Was haust da unten im Keller? Werden die Haustiere getötet? Dann müsste das Haus doch irgendwann nach Verwesung riechen. Was passiert mit Dennis? Taucht der wieder auf? Spätestens wenn die Mutter kommt, wird sie ihn doch suchen. Du hast auf jeden Fall meine Neugierde geweckt und ich würd mich freuen, wenn sich die Fragen bei der Überarbeitung aufklären würden.

Hier einige Anmerkungen:

Das schwülwarme Wetter bildete kleine Schweißperlen auf seiner Stirn, während er unschlüssig in die Dunkelheit herabschaute. Mit einer Hand am Türrahmen, um sich im Zweifelsfall festzuhalten zu können. Dieselbe Hand wanderte nun langsam an der Wand entlang, auf der Suche nach dem Lichtschalter.

Unnötiges Adjektiv, hab noch nie große Schweißperlen gesehen.

Das klingt ein wenig holprig.
Vorschlag: ... während er unschlüssig in die Dunkelheit herabschaute, eine Hand am Türrahmen, um sich im Zweifelsfall festhalten zu können. Ganz langsam wanderte diese Hand nun an der Wand entlang, auf der Suche nach dem Lichtschalter.

Er hatte eine Gänsehaut, und der unverwechselbare Kellergeruch, der ihm entgegenschlug, machte die ganze Sache auch nicht besser.

Er hatte Gänsehaut
... machte die Sache auch nicht besser

„Wir haben das besprochen Dennis. Sei so gut und mach euch später eine Portion Nudeln, ja? Hab euch lieb. Bis dann.“, flötete sie routiniert und verschwand aus der Tür.

Bis dann", flötete sie routiniert ...
Da ist ein Punkt zu viel nach dann

„Hör mal zu, du Pimpf. Wenn du glaubst, dass ich hier den ganzen Nachmittag damit verschwende, für dich Babysitter zu spielen, kannste dir das ganz schnell wieder aus dem Kopf schlagen!“

Komma nach zu
Das 2. ganz könntest Du streichen

Blitzschnell schnappte er nach Thobys Flummi, den der unbedachterweise nicht rechtzeitig in der Hosentasche hatte verschwinden lassen.

Hier wird mir erst klar, dass das wohl ne Art Rückblende sein soll, die Erklärung, wie Thobys Flummi im Keller gelandet ist. Das würde ich gleich zu Beginn der Szene klarmachen, denn so sorgt das für die totale Verwirrung.

Mit einem müden Lächeln schmetterte Thoby´s Mutter alle Einwände ihres Sohnemann's ab.

Das ist der Beginn der Rückblende. Du könntest hier erwähnen: Wie der Flummy im Keller gelandet war? Thoby erinnerte sich, wie seine Mutter mit einem müden Lächeln seine Einwände abgeschmettert hatte.

Seit Monaten der treueste Freund Thobys.

Klingt so hochgestochen
Warum nicht einfach: Thoby's treuster Freund

Er hatte ja schon so manches Gerücht gehört.

Unnötige Füllwörter

Und ihr Keller, nachdem ja nun auch noch diese blöde Glühbirne den Geist aufgegeben hatte, erfüllte ziemlich viel von dem, wie Thoby sich den idealen Ort für ein Monster vorstellte.

Das ja kannst Du streichen. Unnötiges Füllwort.
... von dem, was Thoby sich unter einem idealen Ort für Monster vorstellte

Mmh. Da hatte Wilson natürlich einen Punkt.

... einen Punkt getroffen

Wie wäre denn Folgendes, versuchte Thoby sich selbst zu überreden.

Wie wäre denn Folgendes? Thoby versuchte, sich zu einer Entscheidung durchzuringen. Wie sollte er vorgehen?

eine knubbeligen Knie zitterten, und er hielt sich ganz fest am kühlen Geländer.

Unnötig.
... seine Knie zitterten, während er sich an das kühle Geländer klammerte

Der schmale Lichtschein, der durch die winzigen Fenster fiel, war ja eine Frechheit!

Unnötig

Ja, vielleicht. Thoby? Hast du die kleine Katze von Josephine gesehen?“

Unnötig.
Hast du sie gesehen? - würde reichen

Wie soll der Hund mit seinen kleinen Beinchen denn da drüber gekommen sein?“

Unnötiges Adjektiv. "Beinchen" macht klar, dass sie klein sind.

Mit einer leichten Fußbewegung gab Thoby dem Ball einen Stoß und der hüpfte die Treppe herunter.
„Hol dir doch deinen Ball, wenn du so mutig bist.“

Die Revolte finde ich klasse :thumbsup: Er lässt sich nicht länger drangsalieren, sondern wehrt sich.

Einigermaßen fassungslos stand er zunächst da, gab Thoby schließlich im Vorbeigehen eine verunglückte Ohrfeige und eilte fluchend seinem Ball hinterher.

dem Ball

Also - die Revolte finde ich toll.
Ich weiß aber nun gar nicht, was mit Dennis passiert? Sollte er nämlich unten im Keller sterben, dann wäre die Revolte übertrieben.
Da Du den Tag "Horror" benutzt, gehe ich davon aus, dass da im Keller ein Gemetzel stattfindet? Aber es wird im Text einfach nicht klar. So, wie der Text jetzt ist, passt der Tag nicht. Ich würde da auch eher "Seltsam" und "Alltag" nehmen.

„Hunger? Tja, da müssen wir uns natürlich was überlegen, richtig?“ Zum ersten Mal schien Wilson nicht sofort eine Antwort parat zu haben. Er brummte eine Weile vor sich hin und fuhr dann schließlich fort.
„Deine Nachbarin? Die kleine Josephine? Kommt die nicht manchmal zum Spielen vorbei?

Okay. Hier wird klar, dass es morbide weitergehen soll. Aber da ich als Leser nicht erfahren habe, was da nun eigentlich los ist, kann ich keinen Horror empfinden.

Was ist mit den Eltern? Lassen die das Licht im Keller nicht reparieren? Rufen die Polizei? Kontrollieren, was da los ist? Da muss doch irgendjemand mal reagieren. Solche Dinge nimmt man nicht einfach hin.

Ganz liebe Grüße,
Silvita

 
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05.07.2020
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Hallo @AWM @Chai und @Silvita

Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit genommen habt, den Text zu lesen und so ausführliche Kommentare zu schreiben! Das hilft mir auf jeden Fall weiter! Da ihr ja doch einiges kritisiert und angemerkt habt, werde ich vielleicht zunächst etwas Grundsätzliches zur Geschichte sagen und danach im Einzelnen auf eure Kommentare eingehen.

Also grundsätzlich ging es mir in der Geschichte darum, dass ein imaginärer Freund (der sich als gar nicht soo imaginär herausstellt, schließlich verhandelt er ja später mit dem Schrecken im Keller) versucht einem Kind zu helfen, im Prinzip aber weder besonders vorausschauend handelt noch wirklich hilft. Denn zumindest am Ende beginnen sich bei Thoby ja doch sich gewisse Zweifel zu regen, ob der Deal eine so gute Idee war und der Hinweis auf Josephine zeigt auf, dass der Schrecken wohl weitergehen wird. Da der Aufbau zu etwas Verwirrung gesorgt hat hier der kurze Abriss:
Thoby streite sich mit seinem Bruder (wohl auch nicht zum ersten Mal, das habe ich aber zugegebenermaßen nicht herausgearbeitet), der Flummi landet im Keller. Thoby trifft im Keller auf ein hungriges Wesen. Der Lieutenant verhandelt. Daraufhin füttert Thoby das Wesen mit allerlei Tieren. Eine Woche später lockt Thoby den Bruder in eine Falle (auch hier habe ich schlecht herausgearbeitet, dass das eigentlich die Idee vom Lieutenant war). Danach steht die Frage im Raum, wie es weitergeht. Der Lieutenenat kommt das erste Mal ins Straucheln und schlägt vor, zB Josephine (und vlt. auch weitere Kinder) zu opfern. Im Endeffekt ein ziemlich schlechter Deal also!

Das ist unpräzise, weil nicht das schwülwarme Wetter direkt die Schweißperlen bildet. Besserwäre z.B.: Es war schwül und Schweiß stand auf seiner Stirn.
Ja das stimmt. Da bin ich selbst ein paar Mal drüber gestolpert. Insgesamt muss ich zugeben, dass die Geschichte eher ein Schnellschuss war. Da gehen solche unpräzisen Formulierungen durch. Werde ich in Zukunft hoffentlich anders machen.

Ich finde du hast da aber teilweise eine unpassende Sprache drin. So distanziert, leicht ironisch. Würde das aus Thobys Sicht erzählen und eine generell einfache, kindliche Sprache wählen.
Ja das kann ich nachvollziehen. Ich habe zumindest versucht, teilweise etwas kindliche Gedanken einzubauen um Thobys Sichtweise zu verdeutlichen. Dass der Lieutenant ihm zum Beispiel immer alles erklärt (egal was möglicherweise die Konsequenz davon ist).
Aber diese Art Sprache zieht sich ein wenig durch alle meine bisherigen Texte. Sie soll distanziert und ironisch sein, das ist schon gewollt. Aber wenn das nicht funktioniert hat, dann muss ich mal sehen ob das hier vielleicht fehl am Platz ist.

tell. Das kann man schon mal machen aber du hast gerade an wichtigen Stellen tell drin die meiner Meinung nach szenisch erzählt werden müssten.
Ja tell. Viel zu viel tell sogar. Das schreibst du ja auch recht deutlich. Und ist auf jeden Fall eine meiner großen Schwächen. Aber dahinter stand der Versuch, Szenen zu verkleinern, damit der Text nicht so ausufert. Aber ich gebe dir recht.

Verstehe auch nicht, wieso du Dennis weggehen lässt. Das Ganze wäre doch viel spannender wenn er da ist und der unmittelbare Druck, da hinunter gehen zu müssen, vorhanden wäre.
Das habe ich nicht verstanden. Inwiefern wäre es spannender wenn Dennis da geblieben wäre? Bzw. warum wäre dann ein unmittelbarer Druck? Dennis hätte seinen kleinen Bruder ja nicht gezwungen in den Keller zu gehen. Im Gegenteil, der ist ihm doch relativ egal. Und ob der jetzt seinen Flummi wiederholt oder nicht, interessiert doch einen Vierzehnjährigen nicht.

Infodump
Auch das sehe ich etwas anders. Lieutenant Wilson ist ja eine zentrale Figur (auch wenn ich das schlecht herausgearbeitet habe...) Da muss ich ja ansatzweise erklären woher der kommt und wie die beiden zueinander stehen. Das nur anzudeuten würde meiner Meinung nach nicht funktionieren.

Gib ihm einen drängenderen Grund, warum er Angst vor dem Keller hat. Da verschenkst du Potential.
Tatsächlich hatte ich erst einen Abschnitt drin, der andeutet, dass Thoby da schonmal eine Art Bedrohung wahrgenommen hat. Aber dann fand ich das zu ausgelutscht (vlt. auch einfach schlecht von mir geschrieben) dass ichs weggelassen habe. Ich dachte, diese Angst vor dem Keller, die wir ja vermutlich alle kennen, reicht aus. Schau ich mir noch mal an die Stelle!

Das geht sehr lange, bis er in den Keller geht. Und dann wird man mit diesen beiden Sätzen "belohnt"
Mmh ich sehe was du meinst. Aber das Wesen im Keller ist eigentlich zweitrangig in der Geschichte. Eigentlich gehts ja um Lieutenant Wilson der Scheiße baut. Aber das werde ich überarbeiten. Zumal der Titel vermutlich auch irreführend und blöd gewählt ist.

und hier: möglicherweise zu minimieren. Was ist das für ein Erzähler? Was hat diese distanziert ironische Sprache für eine Funktion für deine Geschichte?
Die Funktion ist, dass ich die Sprache mag :) Aber wenn du sagst, dass das nicht passt werde ich zumindest drüber nachdenken was zu ändern. Andererseits nimmt sich die Geschichte ja nun wirklich nicht soo ernst (bzw. das schon, aber eben aus einer leicht ironischen Perspektive)

Mir fehlt auch die ganz konkrete persönliche Motivation, dass er seinen Bruder umbringt. Wie bei der Angst vor dem Keller, der Wichtigkeit seines Flummis. Das ist so austauschbar und ich nehme ihm nicht ab, dass er seinen Bruder fressen lässt, weil der zu ihm Weichei gesagt hat.
Ja das ist der Knackpunkt. Ich habe oben ja schon beschrieben wie es gedacht war. Lietenant Wilson steht dahinter. Das ist also weniger die Idee von Thoby als vielmehr vom Lietenant. ABER das kommt nicht raus! Ich werde versuchen es zu ändern. Danke dir @AWM für dein ausführliches Feedback!


Hallo @Chai !

Momentan finde ich sie allerdings noch unausgegoren.
Ja das stimmt. Ich habe sie wohl zu schnell geschrieben und hier hochgeladen. Ich sehe nämlich auch, dass sie eigentlich wohl noch Zeit gebraucht hätte, Trotzdem danke dir, dass du dir die Zeit genommen hast!

wenn Dennis mal wieder gemein zu ihm ist, vermutlich ist er auch die Präsenz im Keller
Ja warum eigentlich nicht? Das war zwar so nicht gemeint aber ist vielleicht gar nicht so unschlüssig. Auf jeden Fall hat der Lieutenant irgendwas mit diesem Wesen zu schaffen. Der Deal stellt sich ja am Ende als ziemlicher Fehler heraus. So nach dem Motto: Am Anfang sah es klug aus, aber dann wollte das Wesen immer mehr zu fressen... und woher besorgen wir das jetzt?

Im Moment wirkt die Szene noch etwas schnell abgehandelt, die Präsenz im Keller wird danach ja auch nicht gelöst
Also ich wollte möglichst wenig auf das Wesen im Keller eingehen. Weil das für mich eigentlich nur sinnbildlich für eine Fehlentscheidung vom Lieutenant stand. Deswegen habe ich das etwas nebulös gelassen. So nebulös eben die Angst von Kindern vor dunklen Kellern eben ist. Aber vlt. hab ichs mir dadurch auch zu einfach gemacht.

Liegt nahe, denn er hilft Thoby ja, aber der Sprung vom freundlichen Begleiter zu einem ausgekochten Bösewicht wirkt etwas zusammengestückelt.
Mmh. Also es ist nicht Thoby selbst. Dafür hat der Lieutenant ja auch eine deutlich erwachsenere Sprache. Und er ist eigentlich auch kein Bösewicht. Sondern er ist vlt eher unbedacht und moralisch flexibel (Josephine...) Aber das ist tatsächlich der Schwachpunkt der Geschichte. Der wichtigste Charakter, der Lieutenant wird zu wenig erklärt bzw es wird nicht deutlich, was der will. Das werde ich wohl überarbeiten müssen.

Vielleicht den Absatz eher mit der Mutter einleiten, die Dennis zurechtweist und dann mit dem Vierzehnjährigen fortfahren. Dann erfährt man automatisch, wer Dennis ist.
Tatsächlich stolpere ich hier auch. Ich werde es umstellen.

Ich mag Thoby.
Das freut mich :)

Melkmanns Katze?
Nein, denn die Haustiere verschwinden ja erst nach der Kellerepisode. Ich glaube die Zeitsprünge muss ich mir noch mal überlegen...

polternd? Da bekomme ich kein Bild.
Weil er ja inmitten von Gerümpel steht. Aber ich versuche mal eine bessere Formulierung zu finden.

Die hat doch gar nichts Böses getan. Oder soll das zeigen, dass Wilson immer boshafter wird?
Oder zumindest, dass Wilson die Situation entgleitet und er bereit ist, "Unbeteiligte" reinzuziehen.
Danke @Chai für deine Kommentare! Dir ein schönes Wochenende!


Hallo @Silvita !

eine interessante Geschichte. Ich fang mal mit dem Positiven an. Ich mag den kleinen Thoby und hab ihn gern auf seiner Expedition in den Keller begleitet. Der Text ist flüssig geschrieben, ich kann mir alles gut vorstellen und lerne Thoby besser kennen.
Das freut mich!

Was passiert mit Dennis? Taucht der wieder auf? Spätestens wenn die Mutter kommt, wird sie ihn doch suchen.
Ich habe die Ereignisse ganz oben im Kommentar zusammengefasst. Dennis ist Geschichte, ebenso wie die Tiere. Als Futter für das Wesen. Ich habe mir das so vorgestellt, dass wenig Spuren übrig bleiben... Und Thoby deutet ja zumindest an, dass seine Mama am Boden zerstört ist. Und ob bei einem Vierzehnjährigen nach ein paar Tagen sofort die Polizei eine Riesensuchaktion startet, ist fraglich. Es verschwinden ja sehr viele Kinder temporär in dem Alter. Und erst nach einer gewissen Zeit nimmt die Polizei das normalerweise ernst. Aber offensichtlich ist es mir nicht gelungen, dass in der Geschichte zu vermitteln. Da werde ich wohl noch ziemlich was ändern müssen! Danke für den Hinweis!

Das klingt ein wenig holprig.
Ja da hast du recht. Das haben die anderen Kommentatoren auch angemerkt. Ich werde es ändern!

Das würde ich gleich zu Beginn der Szene klarmachen, denn so sorgt das für die totale Verwirrung.
Ja die Anordnung ist in der Tat verwirrend. Bin am Überlegen, dass nochmal komplett umzustellen und anders aufzuziehen.

Ich weiß aber nun gar nicht, was mit Dennis passiert? Sollte er nämlich unten im Keller sterben, dann wäre die Revolte übertrieben.
Ja auf jeden Fall ist die übertrieben! Aber das war ja auch die Idee vom Lieutenant, der damit wohl etwas über das Ziel hinausgeschossen ist. Ich muss das wohl eindeutig besser herausarbeiten! Auch, dass ihm die Situation am Ende mehr und mehr entgleitet. Von daher finde ich den Tag Horror eigentlich schon passender als Seltsam. Es geht schließlich darum, dass ein zwielichtiger Freund, ein Kind zu eindeutig gravierenden Entscheidungen überredet (mit tödlichem Ausgang für mehrere Beteiligte durch ein Monster im Keller - jetzt wo ich es so lese, ziemlich cheesy :) )

Aber da ich als Leser nicht erfahren habe, was da nun eigentlich los ist, kann ich keinen Horror empfinden.
Ich hatte die Hoffnung, dass vage Andeutungen ausreichen und vielleicht ja sogar die Fantasie anregen. Aber das hat wohl leider nicht funktioniert, weil es zu unklar formuliert und zu verwirrend aufgebaut ist.

Danke dir auch für deine vielen kleinen Hinweise. Ich werde sie einbauen!
Ein schönes Wochenende wünscht Habentus!

 

AWM

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Hallo @Habentus

Aber dahinter stand der Versuch, Szenen zu verkleinern, damit der Text nicht so ausufert.
Das ist auch grundsätzlich nicht verkehrt. Aber dir fehlt noch ein wenig das Gespür, wo das okay ist und wo du eben wirklich in die Szene hineingehen musst, weil sie wichtig ist. Zudem kann man auch mit show sehr verknappen und es kann sogar kürzer und vielsagender sein als tell.
Das habe ich nicht verstanden. Inwiefern wäre es spannender wenn Dennis da geblieben wäre? Bzw. warum wäre dann ein unmittelbarer Druck? Dennis hätte seinen kleinen Bruder ja nicht gezwungen in den Keller zu gehen. Im Gegenteil, der ist ihm doch relativ egal. Und ob der jetzt seinen Flummi wiederholt oder nicht, interessiert doch einen Vierzehnjährigen nicht.
Das Ziel deines Protas ist ja an dieser Stelle, sich selbst und seinem Bruder zu beweisen, dass er kein Weichei, kein Kleinkind ist. Dazu muss er den Flummi holen. Du schreibst ja auch irgendwie, wie er dann dastehen würde, wenn der Bruder später zrückkommt und er sich nicht in den Keller getraut hat.
Wenn du Dennis also nicht gehen lässt und er deinen Prota unter Druck setzt "traust dich ja doch nicht, Weichei", dann wäre das spannender, weil der unmittelbare Druck da wäre, der ihn zur Überwindung seiner Ängste zwingt.
Da muss ich ja ansatzweise erklären woher der kommt und wie die beiden zueinander stehen. Das nur anzudeuten würde meiner Meinung nach nicht funktionieren.
Das kannst du aber anders lösen. Du kannst ihn "Selbstgespräche" führen lassen, du kannst den Leutnant beschreiben, wie er auf der Treppe sitzt und etwas zu deinem Prota sagt und ihn so beschreiben, dass der Leser sofort weiß, dass das ein imaginärer Freund eines Kindes ist.
Eine gute Regel ist auch: Attack with exposition. Das heißt, dass infodump nicht so stark wie infodump herüberkommt, wenn die Informationen für den Leser und einen Charakter in der Geschichte neu sind. Als Beispiel: Dein Prota und der Leutnant könnten Dennis im Keller gefangen nehmen und da könnte dein Prota Dennis diese Informationen über den Leutnant geben. Es würde in so einer Situation einen konkreten Anlass geben, dass der Erzähler diese Informationen erzählt. Dennis will wissen, was mit seinem Bruder los ist.
"Warum machst du das?"
"Es ist der Leutnant."
"Was für ein Leutnant? Spinnst du?"
Tatsächlich hatte ich erst einen Abschnitt drin, der andeutet, dass Thoby da schonmal eine Art Bedrohung wahrgenommen hat.
Ich meine aber etwas ganz konkretes, das sich auf deinen Charakter bezieht. Ein Kind könnte Angst vor dem Keller haben, weil sein Opa dort die Stufen heruntergefallen ist und der da einen Tag lag bis man ihn tot gefunden hat. Seitdem geht es nicht mal mehr in die Nähe der Kellertüre. Sowas.

Gruß
AWM

 
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Hi @AWM

Wenn du Dennis also nicht gehen lässt und er deinen Prota unter Druck setzt "traust dich ja doch nicht, Weichei", dann wäre das spannender, weil der unmittelbare Druck da wäre, der ihn zur Überwindung seiner Ängste zwingt.
Ja, jetzt verstehe ich, was du damit meinst. Mmh. Ich werde wahrscheinlich die ganze Geschichte nochmal überarbeiten und umschreiben. Da könnte ich mir soetwas in der Art dann gut vorstellen. Danke für den Tipp. Allerdings wird das vermutlich noch ein paar Wochen dauern, bis ich dazu komme.

Ich meine aber etwas ganz konkretes, das sich auf deinen Charakter bezieht. Ein Kind könnte Angst vor dem Keller haben, weil sein Opa dort die Stufen heruntergefallen ist und der da einen Tag lag bis man ihn tot gefunden hat. Seitdem geht es nicht mal mehr in die Nähe der Kellertüre. Sowas.
Das ist eine gute Idee. Ich werde überlegen, ob ich in diese Richtung noch was einbauen kann, um die Angst greifbarer zu machen.

Danke für deine Anmerkungen!
Viele Grüße und eine schöne Woche,
Habentus!

 
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21.03.2021
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Hallo @Habentus,
nachdem ich mich hier im Forum unter der Kategorie Horror umschaute, bin ich auf deinen Text gestoßen. Und da ich in meiner zweiten Geschichte "Die Tür" ebenfalls ein Kapitel im gruseligen Keller spielen lasse, war ich angefixt.

Ich fand den Text grundlegend gut, es hat mir Spaß, gemacht ihn zu lesen. Allerdings passt Grusel vielleicht besser als Horror (ich weiß, dieses Tag gibt es - leider - noch nicht)?
Die Dialoge zwischen den Brüdern fand ich stellenweise für sehr gelungen, an anderen Stellen haben mich einzelne Wörter rausgerissen (s.u.).
Bei der Einführung von Lutännent Wilson :) musste ich breit schmunzeln, sofort hatte ich einen imaginären Freund vor Augen. Umso cooler fand ich es, dass es Wilson ist, der später die Ereignisse in eine morbide Richtung lenkt. Das wirkte erfrischend neu auf mich.

Allerdings verschenkst Du m.M.n. an einigen Stellen Potential, gerade dort, wo Thoby in den Keller hinabgeht, hätte ich mehr Stimmung, mehr Grusel erwartet. Das Ende fand ich super, bloß die Hühner (!) haben mich stutzen lassen.

Einige Wortkrieger vor mir haben bereits viel Konstruktives dagelassen, was ich irgendwann nur noch überflogen habe, daher beschränke ich mich mit dem zitieren bloß auf ein paar Kleinigkeiten, die - so hoffe ich - nicht schon vor mir zu Hauf´ genannt wurden:

Und ich fürchte, du wirst auch immer ein Weichei bleiben.“
Diesen Satz würde ich streichen. Ich finde, so redet kein Vierzehnjähriger.
Nein, vor allem auch deshalb, um Dennis zu zeigen, dass er, Thoby, mitnichten ein Weichei war!
Wie alt soll Thoby nochmal sein? Das "mitnichten" hat mich rausgerissen.
Kreaturen mit unlauteren Absichten
Ebenso die "unlauteren" Absichten. Dieses Wort würde m.M.n. kein Kind verwenden.


Das war es von mir, vielen Dank für deine Aufmerksamkeit.
Mit besten Grüßen,
Seth

 
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05.07.2020
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118

Hallo @Seth Gecko, entschuldige meine späte Antwort. Bin zur Zeit etwas eingespannt.

Ich fand den Text grundlegend gut, es hat mir Spaß, gemacht ihn zu lesen. Allerdings passt Grusel vielleicht besser als Horror (ich weiß, dieses Tag gibt es - leider - noch nicht)?
Definitiv! Ist sicherlich kein Horror sondern allenfalls augenzwinkernder Grusel. Wenn überhaupt. Denn gruselig ists im Prinzip ja auch nicht. Ich bin ohnehin nicht wirklich zufrieden mit der Geschichte und sie steht bei mir noch auf der Überarbeitungsliste. Aber die Zeit ... Dein Kommentar hat sie mir aber nochmal hochgespült und evtl. setzte ich mich doch schneller dran als gedacht. Danke dir dafür! :)

Bei der Einführung von Lutännent Wilson :) musste ich breit schmunzeln, sofort hatte ich einen imaginären Freund vor Augen. Umso cooler fand ich es, dass es Wilson ist, der später die Ereignisse in eine morbide Richtung lenkt. Das wirkte erfrischend neu auf mich.
Das freut! Denn ich fand den Lutännent (aller Unausgereiftheit und dem nicht zu Ende gedachten Motiv zum Trotz) auch die eigentliche Stärke der Geschichte. Der Grund, warum ich sie überhaupt hier veröffentlicht habe.

Wie alt soll Thoby nochmal sein? Das "mitnichten" hat mich rausgerissen.
Ja, die Sprache. Also eigentlich sollen das ja die Gedanken eines Erzählers von außen sein, weniger die Gedanken des Kindes. Somit auch der deutlich überhöhte (und für ein Kind zugegeben unpassende) Ton. Aber wie gesagt, das Ding sollte ich grundlegend nochmal überarbeiten und überdenken.

Viele Grüße!
Habentus

 

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