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DER PAKT MIT DEM TEUFEL

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02.07.2001
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DER PAKT MIT DEM TEUFEL

mit geschlossenen augen lag sie in ihrer hängematte unter den obstbäumen. Das gras war noch feucht von der nacht, ab und an fiel ein sonnenstrahl durch die dichten blätter auf ihren körper. sie spürte die strahlen warm auf ihrer haut. stellte sich vor, dass das gottes finger seien, die sie berührten, die auf sie zeigten: "was hast du getan? du bist anmaßend wenn du meinst eigenmächtig den richtigen, vorgegebenen lauf der welt zu ändern. DEINEN vorgeschriebenen weg zu ändern." gänsehaut lief über ihren körper. sie spürte die kälte, die durch die hängematte ihren rücken berührte, ihren rücken streichelte. Stellte sich vor, dass das die klauen des teufels seien, die sie liebkosten: "du tust das richtige - ich habe dir gesagt dass es klappen wird. alle sind berechenbar, insbesondere männer. du wirst glücklich mit dem was du eigenmächtig bestimmt hast. sei unbesorgt meine liebe."
ihr gefiel die vorstellung einen pakt mit dem teufel zu haben. schon immer waren ihr die abgründe, das böse reizvoll erschienen. sie glaubte nicht an DAS gute während DAS böse ihr überall begegnete. natürlich würde letztendlich sie mit dem leben müssen was sie getan hatte. aber durch den pakt würde es ihr leicht fallen - vielleicht niemandem auffallen. sie würde dank des teufels ein leichtes leben haben. was danach käme war ihr sowieso egal, weil sie noch nie an ein danach geglaubt hatte. und wenn der teufel ihre seele für sein entgegenkommen wollte: bitte sehr! sogar auf einem silbertablett. er hatte ihren sehnlichsten wunsch möglich gemacht. vergeblich hatte sie es alleine versucht: es hatte nie geklappt. und nun hatte sie es schwarz auf weiss - nein: rosa auf weiss wenn man es genau nahm.
sie betrachtete das rosa kreuz. deutlich sichtbar, von der ärztin bestätigt. in 36 wochen hätte sie ein baby - ein baby von dem mann, den sie über alles liebte. von dem mann mit dem sie nie wieder ein wort sprechen konnte, der jeglichen kontakt mit ihr abgebrochen hatte.
schon am allerersten tag - wie lange war das her? - hatte sie diesen wunsch. mit sicherheit unbewusst und überhaupt nicht greifbar. aber wenn sie darüber nachdachte hatte dieser wunsch sich durch diese ganze atemberaubende, unerträgliche, faszinierende beziehung hindurchgerettet. sie wollte seine gene, seine kreativität, seine faszinierende intelligenz, seine begabung in allen bereichen. und natürlich seine schönheit. das alles in einem kind vereint erschien ihr als das maß aller dinge. unvorstellbar. es wert dafür alles in kauf zu nehmen. oft hatte sie es darauf angelegt - hatte es ihm sogar gesagt. es hatte nicht geklappt. irgendeine macht hatte genau das verhindert. erst als die beziehung beendet war, als er die beziehung beendet hatte fiel ihr ein, den teufel um hilfe zu bitten. er flüsterte ihr nachts ins ohr welchen weg sie zu gehen hätte. er berührte sie mit seinem atem mitten am tag, diese gänsehaut war unbeschreiblich - grauenhaft und doch durchdringend: süchtig machend. auf des teufels anraten rief sie ihn an und verabredete ein allerletztes treffen. er stimmte zu - natürlich, wieso hatte sie daran gezweifelt, wenn doch der teufel seine hand im spiel hatte. sie trafen sich - er hatte ihr am telefon erklärt dass er auf gar keinen fall vorhätte mit ihr zu schlafen - nicht einmal küssen würde er sie. sie lächelte ins telefon und wies dieses verlangen ebenfalls weit von sich. der teufel würde schon wissen was zu tun war. der termin war perfekt - auch wenn sie sich im grunde keine gedanken machen musste: der kalender sagte ihr, dass eine schwangerschaft wahrscheinlich sei, hätte sie sex an diesem tag.
sie klingelte bei ihm und als er ihr die tür öffnete musste sie tief durchatmen, so greifbar war die kraft zwischen ihnen, das verlangen. sie sah ihm in die augen und konnte kaum ein "hallo" aussprechen, als er sie am arm packte und auf den boden zerrte. mit einer leidenschaft, die schon fast in wut oder verzweiflung überging, zerrte er ihren rock hoch, öffnete seine hose und schob ihren slip beiseite - ihn ihr auszuziehen hätte zu lange gedauert. er drang in sie ein, hielt ihre arme fest auf den harten boden gedrückt - die blauen flecken waren zwei wochen sichtbar - und ohne den blick von ihr abzuwenden kam er tief in ihr. es war unwirklich - und das ganz sicher nicht nur für sie. als sie sich irgendwann aus einer verzweifelten umarmung lösten, die haustür schlossen und ins wohnzimmer gingen schien es ihr, als wäre er jetzt erst er selbst. er schaute sie wütend an, warf ihr den sex vor - wobei sie immer wieder beteuerte dass sie es gar nicht gewollte hatte: hatte sie ihm das nicht deutlich am telefon gesagt? - und erklärte ihr überlegen, dass dieser sex nichts an seinem entschluss, sie zu verlassen, ändern würde. es folgten noch ein paar stunden die angefüllt waren mit vorwürfen, streit, verletzungen, verzweiflung. es würde kein miteinander mehr geben. das war das ergebnis, zu dem sie ja schon vor einiger zeit gekommen waren. sie ging. weinend. verzweifelt das wissen in sich, sich nie wieder an ihm festhalten zu können, nie wieder diesen atemberaubenden sex mit ihm erleben zu dürfen. im auto legte sich eine kalte hand auf ihre schulter. kalter atem floss an ihrem ohr vorbei als der teufel ihr seinen beifall aussprach. als er sie fragte ob er seinen teil des paktes nicht glänzend erfüllt hätte. als er ihr zu dem samen gratulierte der sich auf dem weg zu ihrer gereiften eizelle befand. sie lächelte unter tränen. und dankte ihm für seine hilfe. er hatte ihre seele verdient. das war ihr in diesem moment schon klar.
und nun lag sie in ihrer hängematte und hatte den beweis in den händen. den positiven test der ärztin. in zwei wochen musste sie zum ersten ultraschall. dann würde sie das baby sehen. würde sein baby sehen. er würde es nie erfahren. das schwor sie sich. das hatte sie dem teufel versprochen. ein baby gegen die einzige, wahre liebe.
heute abend käme ihr mann nach hause. er würde sich freuen über ihre schwangerschaft. das war sein sehnlichster wunsch: ein baby mit ihr. sie schob alle zweifel weit von sich, fort aus ihrem bewusstsein. der teufel würde schon wissen wie es weitergehen musste - er würde in ihrem mann immer den glauben nähren, dass sie sein baby bekam. und er würde den wahren vater von ihr fernhalten. sie musste sich keine gedanken machen. es war IHR kind welches in ihr wuchs. das war das einzige was zählte.
und gänsehaut schoss wie zur bestätigung ihrer gedanken über ihren körper.
danke.

 
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Mahlzeit!

Rosemaries Baby? Nicht ganz, aber doch verteufelt überzeugend geschrieben. Zum Teufel kann ich nicht viel sagen, da er für mich nicht existiert. Er lebt höchstens als Synonym für die Menschen, die ihr Handeln bewußt einem nicht ganz humanistischen Ziel unterwerfen. In Deiner Geschichte kann man ihn auf jeden Fall spüren, als wäre er existent. Vielleicht hat Dich da der Teufel geritten ...?

Heiko

 
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*lächel*
natürlich kann der teufel nur existieren wenn es menschen gibt die bereit sind ihr handeln nach seinem willen auszurichten - oder es eben einfach nur bereitwillig annehmen was er anbietet. sicher gibt es genügend böses auf der welt um an ihn glauben zu können *zwinker*

schön wenn du findest dass meine geschichte überzeugend geschrieben ist *lächel* - DAS ist doch das wichtigste bei einer kurzgeschichte: sie muss stimmig und glaubhaft sein. zumindest für den moment. danke für deine meinung
herzlichst
a.

 
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Gut ist Gut, Böse ist Böse, was ist Gut, was ist Böse... Nun, Deine Geschichte war sehr interessant, geradezu schaurig. Der Blick in die Seele einer verlangenden Frau. Ob Frauen zu so was im Stande sind, wage ich nicht zu beurteilen, und ob es das Böse in Persona gibt, kann ich (noch) nicht sagen. Aber ich kann sagen, dass mir die Geschichte gefällt, die Protagonistin hat das gewisse Selbstzerstörerische, das irgendwie in uns allen ist, und mit dem jeder anders umgeht. Wir alle warten nur auf das richtige Angebot
In diesem Sinne

 
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Die Geschichte ist im Grunde wirklich überzeugend geschrieben. Der Teufel und sein kalter Hauch ist sehr gut vorstellbar und die Geschichte besitzt wirklich einen eigenartigen Schauer. Vielleicht findet man diesen Schauer in jeder Geschichte, die sich mit dem Teufel befasst. Die Geschichte ist auch logisch aufgebaut und man kommt gut mit beim lesen. Etwas gefällt mir persönlich aber nicht so. Nämlich dass es in der Geschichte nie wirklich herauskommt, dass der Pakt mit dem Teufel schlecht war. Der Teufel ist ja der Inbegriff alles Bösen, und wer einen Pakt mit dem Bösen macht, der begeht einen Fehler. Für mich würde die Geschichte besser stimmen, wenn noch ein Schluss käme, bei der die Frau verlieren würde. So scheint es, dass die Frau durch den Pakt mit dem Teufel gewinnt und dass diser Pakt ihr (fast) nur Vorteile bietet. Doch ein Pakt mit dem Teufel, so meine Ansicht, kann nicht echte Vorteile bieten. Man wird vom Teufel immer "übers Ohr gehauen". Lieber macht man da einen Pakt mit Gott.
Das war meine rein persönliche Meinung.

Gruss
Foxtown

 
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30.06.2001
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Mhhmmm, vielleicht war der Pakt ja gar nicht schlecht? Jedenfalls im Sinne der Geschichte... (Bin ja kein Satanist ;))
Also für mich lag gerade daran der Reiz der Geschichte, daß genau das offen geblieben ist...
Tja, versteh einer die Frauen *schütteldenkopf* :rolleyes:

Was wollte uns die Autorin mit dieser Geschichte sagen?????
(Nein, ich wills nicht wissen, bin nur neugierig ;)

teuflische Grüße

 
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*lächel* - erst einmal vielen dank dass die geschichte gefällt!
ich bin auch der meinung dass jeder auf das richtige angebot wartet *zwinker* - und mein gedanke bei der geschichte ist genau das gewesen: für die frau sind vordergründig nur vorteile zu erkennen. es ist ja nicht greifbar was mit ihrer seele später oder auch ab sofort passieren wird. allerdings kann man natürlich weiterspinnen dass ihr aufgrund dieses paktes nur noch böses widerfährt - sie verliert das baby, ihr mann kommt dahinter und verlässt sie, ihr liebhaber erfährt all dies und bringt sie um (wobei hier der teufel natürlich seinen spass hätte!!!) etc.....aber genau das liegt dann eben in der phantasie des lesers...und vielleicht bringt ein pakt mit dem teufel doch nur positives in DIESEM leben *lächel*...und erst im nächsten erfährt man womit man es zu tun hat.....
herzlichst
a.

 
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30.06.2001
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Genau das isses!!!
Man kann die Geschichte sicherlich weiterspinnen, und sogar ein ganzes Buch daraus machen (wie z.B. im Stil Rosemarys Baby, wie oben erwähnt).
Ich finde, der Reiz ist ja gerade, daß etwas übrig bleibt, an dem man zu knacken hat, respektive, an dem man rumrätseln kann.
Gerade die unerzählten Geschichten´sind die spannensten (siehe Tolkien).
Wenn die Neugierde bleibt, wächst der Verstand, und damit die Phantasie (meine Meinung, bin nämlich gerne Neugierig ;))

mit phantasievollem Gruß

 

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