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Der Plan

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Der Plan

Der Plan

Kirsten war unsicher, ob sie an alles gedacht hatte, um ihren Plan in die Tat umzusetzen. Sie spürte ihre Hände feucht werden. Schon wieder musste sie austreten. Ihre Armbanduhr zeigte 17:00 Uhr. Gegen 17:30 Uhr käme er zu ihr, hatte er gesagt. Kirsten wischte ihre feuchten Hände an ihrer Jagdhose ab.

17:15 Uhr. Ein Anruf auf ihrem Handy, er.

– Hallo, Kirsten. Bin leider jetzt erst losgekommen. Wird also eine Stunde später werden, bis ich zu dir komme.

– Ja, ist gut.

Kirsten schluckte. Sie hatte ein flaues Gefühl im Magen. Noch eine Stunde abwarten. Er sollte an diesem Abend sterben. Den Tod hatte er verdient. Vor aller Augen und auch noch auf Instagram hatte er sie bloßgestellt, gedemütigt. In der gemeinsam aufgebauten Beratungsgesellschaft hatte er sie nach über 15 Jahren ersetzt durch eine junge Schlampe. Und kalt, so kalt war er gewesen. Auch das vor zwei Jahren geborene Kind hätte nichts mehr retten können. Aber sie so bloßzustellen? Lange hatte sie auf seine Entschuldigung gewartet. Nicht eine Äußerung hatte er gemacht – nichts. Vorgeführt hatte er sie vor aller Welt. Ihr Magen verkrampfte sich. Gab es einen Fehler in ihrem Plan?

Er würde zu ihr kommen, um sich einen kapitalen Bock anzuschauen, den sie erlegt hätte. Sie würde ihm sagen, dass der Bock aufgebrochen in der Wildkammer hinge. Dahin würde er mit ihr gehen.

Nachdem sie beide in der Wildkammer wären, würde sie ihn mit ihrem .44 Magnum erschießen. Der Schuss würde niemanden alarmieren. Der nächste Nachbar lebte mehr als 3 Kilometer entfernt; die Wildkammer war solide gebaut. Blut ließe sich von den weiß gefliesten Wänden abspülen. Die Kugel müsste sie finden. Das hätte sie bedacht und mannhoch Sandsäcke gestapelt. Ihm würde dies nicht auffallen, weil er sich für Einzelheiten ihres Jagdhandwerks nie interessiert hatte. Er würde tot zusammenbrechen.

Nachdem sie ihn erlegt hätte, würde sie ihn mit den an der Decke befestigten Flaschenzügen, wie einen Bock, an den Füßen aufhängen. Dann kämen Aufbrechen und Versorgen. Sie würde, bei seinem Geschlecht beginnend, die Bauchdecke öffnen. Dann würde sie die inneren Organe und das Zwerchfell Richtung Kopf entnehmen. Den Kopf würde sie vom Rumpf trennen. Die Gliedmaße müsste sie so zurichten, dass sie nachher leicht zu entsorgen wären. Die heute nicht mehr entsorgbaren Leichenteile würde sie in der Kühlkammer aufbewahren, um sie nach und nach los zu werden. Irgendwo hatte sie gelesen, dass die Seele sich durch eine Feuerbestattung leicht vom Körper lösen würde; diesen Gefallen wollte sie ihm tun.

Ohne zu wissen, wozu sie es auch brauchen würde, hatte sie sich eine neben ihrer Wildkammer eine Keramikwerkstatt eingerichtet. Geld hatte bei ihnen nie eine Rolle gespielt. Brennöfen für Keramik heizten auf über 1000° Celsius hoch, ähnlich den Öfen in Krematorien. Sie hatte einen großen Brennofen erworben, einen Kammerofen, mit dem man Glas, Porzellan und Steinzeug brennen konnte. Der Ofen war sehr modern und geräuscharm. Brennöfen in Krematorien heizten bis etwa 1.000° Celsius. Übrig blieben Knochen und Asche. Sie müsste beim Aufbrechen und Versorgen an die Ofenmaße denken.

Noch am Tatabend würde sie sein Auto und sein Handy 190 km westwärts über die holländische Grenze nach Leeuwarden fahren. Um wieder nach Hause zu gelangen, hatte sie einen Mietwagen dort parkieren lassen, der von einem ihrer Freunde gemietet worden war. Mit diesem Mietwagen wollte sie noch nachts zurückfahren nach Oldenburg. Von Oldenburg aus würde sie ein Taxi nach Hause nehmen können.

Was aber, wenn etwas dazwischenkäme? Wenn sie nicht mehr nachts nach Hause käme? Wenn jemand, ungeplant, die noch nicht entsorgten Leichenteile entdecken würde? Oder wenn sie einen Autounfall auf der Fahrt nach Leeuwarden oder zurück hätte?

Verflixt! Sie hatte keinen Plan B. Sollte sie den Plan stoppen? Sie könnte sagen, dass ihre Mutter sie angerufen habe und um Hilfe gebeten hätte. Sie hätte deshalb schnell abreisen müssen. Er würde keinen Verdacht schöpfen, hatte er doch jahrelang unter der Unberechenbarkeit seiner Schwiegermutter gelitten. Was sollte sie tun?

18 Uhr. Schon wieder ging ihr Handy. Er wieder.

  • Du, entschuldige, aber ich stehe im Stau. Ich brauche bestimmt noch eine weitere halbe Stunde.
  • Ist gut.
Es gab ihr eine halbe Stunde, um über ihren Plan nachzudenken. Kirsten musste schon wieder austreten. Im Spiegel schaute sie sich kurz an. Sie sah ein hübsches, ovales Gesicht, brünett, hohe Wangenknochen, braun- grüne Katzenaugen. Rote Flecken auf ihren beiden Wangen. Schweißperlen traten ihr auf die Stirn. Ihre Handflächen waren schon wieder feucht geworden. Sie musste sich unbedingt beruhigen. Es gab keinen Plan B.

Es gab verschiedene Schritte in ihrem Plan, bei denen ihr jemand auf die Schliche kommen konnte.

18:15 Uhr zeigte ihr Handy. Sie mochte ihr altes Forsthaus in der Nähe von Oldenburg, wo sie sich eingerichtet hatte. Hier gab es alles, was sie sich zu einem kommoden Leben jemals gewünscht hatte. Ihr Forsthaus lag mitten in ihrem Jagdrevier, dass sie von ihrem Vater geerbt hatte. Mit 600 Hektar war es eines der großen Forstgüter in der Gegend um Oldenburg. Ein übersichtlicher Ziergarten war abgezäunt worden. Die Holzwirtschaft und das Jagdhandwerk hatte Kirsten von klein auf vom Vater gelernt. Im Stall nebenan standen ihre zwei Pferde. Ihr Wertpapierdepot und ein paar Mietshäuser im nahen Oldenburg machten sie finanziell unabhängig. Lohnte es sich, dass alles zu riskieren? Und konnte sie ihn überhaupt erschießen, den Mann, den sie früher mit jeder Faser ihres Lebens geliebt hat? War sie selbst am Ende die eigentliche Schwachstelle? War sie feige? Kirsten musste sich jetzt entscheiden, ob sie ihren Plan umsetzen oder fallen lassen wollte.

Wenn Sie heute nicht handelte, würde sie ihn vermutlich niemals töten können. War es vielleicht besser so? Was würde der Mord mit ihrem eigenen Seelenleben anstellen? Würde sie nach ihrem eigenen Tod im Bardo hängen bleiben, in der grauenhaften Zwischenwelt zwischen Leben und Tod, als Folge ihres Karmas?

Kirsten griff zu ihrem Handy.

  • Du kannst umkehren. Entschuldige, aber ich muss zu meiner Mutter. Sie hat gerade angerufen. Ihr geht es schlecht.
  • Okay. Gute Fahrt!
  • Dir auch.
Kirsten entlud ihren Revolver. Sie hielt die Trommel aufgeklappt und fing die herausfallenden Patronen auf. Revolver und Munition verschloss sie sorgfältig in ihrem Waffenschrank.

Während der folgenden Nacht blieb sich Kirsten im Unklaren, ob es Feigheit war oder Lust am guten Leben, was sie bewogen hatte, von ihrem Plan Abstand zu nehmen. Es spielte keine Rolle mehr.

Nachdem er umgedreht hatte, auf seiner Heimfahrt nach Hannover, war er versehentlich auf einen Lkw aufgefahren. Sein Porsche hatte sich unter das Heck des Lkw gebohrt. Als die herbeigerufene Feuerwehr ihn geborgen hatte, war er schon lange tot gewesen.

 
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30.12.2020
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Hi @Thomas Spemann,
willkommen im Forum! :)
Die Idee hinter der Geschichte ist gut, doch es fehlen so einige Elemente, um Spannung aufzubauen. Jetzt erzählst du ziemlich nüchtern und konzentrierst dich eigentlich nur darauf, zu erklären, wie sie ihn genau umbringen will.
Es fehlen Emotionen (Ansätze habe ich schon gesehen), Hintergrundinformationen, das Mitfiebern mit der Protagonistin. Fokussiere dich doch auf das Rachemotiv: Wie kam das mit dem Mobbing/Bloßstellen? Was war mit dem Kind? Welche gemeinsame Vergangenheit haben die beiden? Wie hat sich ihr Leben seit der Demütigung entwickelt? Wie wandelte sich Scham zu Rache?
Du stellst selbst Fragen: "Was würde der Mord mit ihrem eigenen Seelenleben anstellen? Würde sie nach ihrem eigenen Tod im Bardo hängen bleiben, in der grauenhaften Zwischenwelt zwischen Leben und Tod, als Folge ihres Karmas?" Diskutiere sie!
Zudem eine Formalität: Wörtliche Rede stellt man in Anführungszeichen und macht keine Auflistung. Lies dir doch mal andere Geschichten durch und lasse dich inspirieren. :)

Liebe Grüße und viel Spaß im Forum,
Waldläufer

 
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29.12.2013
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Hallo @Thomas Spemann

und auch von mir ein herzliches Willkommen hier.

Ich steig mal direkt ein:

Kirsten war unsicher, ob sie an alles gedacht hatte, um ihren Plan in die Tat umzusetzen.
Für mich ein guter Einstieg - der Twist wird sofort aufgedeckt.
Ihre Armbanduhr zeigte 17:00 Uhr.
Das entlarvt den Text irgendwie als ausgedacht. Warum nicht 16:57Uhr? Das wirkt dann "realer".

Gegen 17:30 Uhr käme er zu ihr, hatte er gesagt.
Hier wiederum - weil das ja die verabredete Zeit ist - könntest Du "Um 17:30" nehmen.
– Hallo, Kirsten. Bin leider jetzt erst losgekommen. Wird also eine Stunde später werden, bis ich zu dir komme.

– Ja, ist gut.

Das mit der Aufzälung hatte ja @Waldläufer schon gesagt -ich leg da noch eine Begründung nach: Dialoge machen eine Geschichte spannender, lebhafter. Aber durch das Absetzen mit der Aufzählung wirkt es, als würde der Dialog nicht zur Geschichte gehören, und das ist schade.
Nachdem sie beide in der Wildkammer wären, würde sie ihn mit ihrem .44 Magnum erschießen.
Laut Wikipedia ist "DIE .44 Magnum" eine Patrone. Also dann doch noch "Revolver" an .44 Magnum ranhängen, dann ist's richtiger.
Vor aller Augen und auch noch auf Instagram hatte er sie bloßgestellt, gedemütigt.
Irgendwie ist mir das zu wenig. "vor aller Augen" - wer sind denn "Alle"? Und dann auch noch auf Instagram!! Sorry, aber das klang für mich unfreiwillig komisch.
Hier wäre die eigentliche Tat doch interessant, so dass ich als Leser einschätzen kann, ob ihre Rache gerechtfertigt ist, oder nicht - so wirkt das wie ein abgewiesenen Zicke, aber mit "Humor" oder "Satire" ist die Geschichte ja nicht getaggt.


Nachdem sie ihn erlegt hätte, würde sie ihn mit den an der Decke befestigten Flaschenzügen, wie einen Bock, an den Füßen aufhängen. Dann kämen Aufbrechen und Versorgen.
mhm... Warum muss sie ihn aufbrechen? Weil sie jagt, und das so gewohnt ist? Sie will ihn ja verbrennen, da muss sie ihn eingentlich nur Dexter-like verpacken, da ist das ausweiden doch unnütze Arbeit.

Fazit: ich finde die Idee auch nett, aber denText noch ausbaufähig :)

Ich hoffe, Du kannst mit meinen Aaussagen was anfangen
Gruß
pantoholli

 
Monster-WG
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20.08.2019
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522

Hallo @Thomas Spemann

Deine Geschichte hat Potential. Die Idee ist gut, da kannst Du etwas draus machen. Wie schon andere angemerkt haben, solltest Du Dich um den Spannungsbogen kümmern.

Hier ein paar konkrete Anmerkungen:

Kirsten schluckte. Sie hatte ein flaues Gefühl im Magen. Noch eine Stunde abwarten. Er sollte an diesem Abend sterben. Den Tod hatte er verdient. Vor aller Augen und auch noch auf Instagram hatte er sie bloßgestellt, gedemütigt. In der gemeinsam aufgebauten Beratungsgesellschaft hatte er sie nach über 15 Jahren ersetzt durch eine junge Schlampe. Und kalt, so kalt war er gewesen. Auch das vor zwei Jahren geborene Kind hätte nichts mehr retten können. Aber sie so bloßzustellen? Lange hatte sie auf seine Entschuldigung gewartet. Nicht eine Äußerung hatte er gemacht – nichts. Vorgeführt hatte er sie vor aller Welt. Ihr Magen verkrampfte sich. Gab es einen Fehler in ihrem Plan?

Hier nimmst Du die Spannung schon raus, in dem Du relativ am Anfang erwähnst, dass er sterben soll.
Ihre Rachegelüste kann ich an diesem Punkt verstehen. Du vermittelst glaubhaft, dass der Kerl ihr übel mitgespielt hat.

Er würde zu ihr kommen, um sich einen kapitalen Bock anzuschauen, den sie erlegt hätte.

hatte

Sie würde ihm sagen, dass der Bock aufgebrochen in der Wildkammer hinge. Dahin würde er mit ihr gehen.

Das klingt sprachlich ein wenig unausgereift.

Vorschlag: Sie würde ihm sagen, dass der Bock aufgebrochen in der Wildkammer hinge. Ganz sicher würde er sie dorthin begleiten.

Nachdem sie beide in der Wildkammer wären, würde sie ihn mit ihrem .44 Magnum erschießen. Der Schuss würde niemanden alarmieren. Der nächste Nachbar lebte mehr als 3 Kilometer entfernt; die Wildkammer war solide gebaut. Blut ließe sich von den weiß gefliesten Wänden abspülen. Die Kugel müsste sie finden. Das hätte sie bedacht und mannhoch Sandsäcke gestapelt. Ihm würde dies nicht auffallen, weil er sich für Einzelheiten ihres Jagdhandwerks nie interessiert hatte. Er würde tot zusammenbrechen.

Ich finde es einerseits gut, dass Du ihren Plan so detailliert beschreibst, aber es ist viel Tell, wo Du gut Show verwenden könntest. Warum lässt Du sie die Szene nicht vor ihrem inneren Auge sehen? Dann könntest Du den Leser direkt mitnehmen und das miterleben lassen. Das wäre spannender.

z.B. Sie konnte die Szene vor ihrem inneren Auge ablaufen sehen wie einen Film. Wie sie dastand, die 44. Magnum auf ihn richtete. Und schoss. Wie er zusammenbrach, röchelte, all das Blut. Auf dem Boden, an den weißen Wänden. Wie sie sich über ihn beugte, ihn anstarrte, als er seinen letzten Atemzug tat. Sie machte sich keine Sorgen, dass jemand den Schuss hören könnte. Der nächste Nachbar lebte mehr als drei Kilometer entfernt, außerdem war die Wildkammer solide gebaut. Und die Kugel? Die würde sie mitnehmen.

Hier hab ich noch ne Frage: woher will sie wissen, dass die Kugel wieder aus dem Körper austritt? Das kommt für mich nicht klar rüber.

Was aber, wenn etwas dazwischenkäme? Wenn sie nicht mehr nachts nach Hause käme? Wenn jemand, ungeplant, die noch nicht entsorgten Leichenteile entdecken würde? Oder wenn sie einen Autounfall auf der Fahrt nach Leeuwarden oder zurück hätte?

Das klingt ein wenig holprig.

Vorschlag: Was aber, wenn etwas dazwischenkäme? Wenn sie es nachts nicht mehr nach Hause schaffen würde? Wenn jemand die noch nicht entsorgten Leichenteile entdecken würde?

Hier auch 2 Anmerkungen:

1. Plant sie nicht, die Leichenteile sofort zu entsorgen?
2. Den Teil mit dem Autounfall würde ich streichen (wenn Du schreibst, etwas dazwischenkäme reicht das.

Verflixt! Sie hatte keinen Plan B. Sollte sie den Plan stoppen? Sie könnte sagen, dass ihre Mutter sie angerufen habe und um Hilfe gebeten hätte. Sie hätte deshalb schnell abreisen müssen. Er würde keinen Verdacht schöpfen, hatte er doch jahrelang unter der Unberechenbarkeit seiner Schwiegermutter gelitten. Was sollte sie tun?

Unschöne Doppelungen.

Vorschlag: Verflixt! Sie hatte sich keine andere Option überlegt. Sollte sie den Plan stoppen? Sie könnte sagen, ihre Mutter würde dringend Hilfe benötigen. Er würde keinen Verdacht ...

18 Uhr. Schon wieder ging ihr Handy. Er wieder.

Doppelung.

Vorschlag: 18:00 Uhr. Ihr Handy klingelte (vibrierte) erneut. Er wieder.

Es gab ihr eine halbe Stunde, um über ihren Plan nachzudenken. Kirsten musste schon wieder austreten. Im Spiegel schaute sie sich kurz an. Sie sah ein hübsches, ovales Gesicht, brünett, hohe Wangenknochen, braun- grüne Katzenaugen. Rote Flecken auf ihren beiden Wangen. Schweißperlen traten ihr auf die Stirn. Ihre Handflächen waren schon wieder feucht geworden. Sie musste sich unbedingt beruhigen. Es gab keinen Plan B.

Vorschlag: Sie hatte eine halbe Stunde, um über ihren Plan nachzudenken.

Rote Flecken auf den Wangen.

18:15 Uhr zeigte ihr Handy.

Das ist so passiv.

Vorschlag: Sie starrte auf das Handydisplay. 18:15 Uhr.

Sie mochte ihr altes Forsthaus in der Nähe von Oldenburg, wo sie sich eingerichtet hatte. Hier gab es alles, was sie sich zu einem kommoden Leben jemals gewünscht hatte. Ihr Forsthaus lag mitten in ihrem Jagdrevier, dass sie von ihrem Vater geerbt hatte. Mit 600 Hektar war es eines der großen Forstgüter in der Gegend um Oldenburg. Ein übersichtlicher Ziergarten war abgezäunt worden. Die Holzwirtschaft und das Jagdhandwerk hatte Kirsten von klein auf vom Vater gelernt. Im Stall nebenan standen ihre zwei Pferde. Ihr Wertpapierdepot und ein paar Mietshäuser im nahen Oldenburg machten sie finanziell unabhängig. Lohnte es sich, dass alles zu riskieren? Und konnte sie ihn überhaupt erschießen, den Mann, den sie früher mit jeder Faser ihres Lebens geliebt hat?

Diese Beschreibung der Örtlichkeit hätte ich eher an den Anfang genommen. Ein gediegener Einstieg und dann die Spannung Schritt für Schritt erhöhen.
Die Überlegungen am Schluss des Abschnitts finde ich sehr gut. Da steckt Spannung drin. Ich fiebere als Leser mit. Zieht sie es durch? Oder lässt sie es?

Auch hier wieder unschöne Doppelungen.

Vorschlag: Sie mochte das alte Forsthaus in der Nähe von Oldenburg, das mitten in einem Jadtrevier lag. Beides hattes sie von ihrem Vater geerbt. Nach und nach hatte sie sich gemütlich eingerichet. Mit 600 Hektar war es eines der großen Forstgüter in der Gegend (Oldenburg hattest Du bereits erwähnt, das brauchst Du nicht 2x). Ein übersichtlicher Ziergarten umsäumte das Gebiet. Kirsten hatte die Holzwirtschaft und das Jagdhandwerk von klein auf von ihrem Vater gelernt. Im Stall nebenan standen zwei Pferde. Ihr Wertpapierdepot und ein paar Mietshäuser machten sie finanziell unabhängig. Lohnte es sich, das alles zu riskieren? Und konnte sie ihn überhaupt erschießen? Den Mann, den sie früher mit jeder Faser geliebt hatte?

Wenn Sie heute nicht handelte, würde sie ihn vermutlich niemals töten können. War es vielleicht besser so? Was würde der Mord mit ihrem eigenen Seelenleben anstellen? Würde sie nach ihrem eigenen Tod im Bardo hängen bleiben, in der grauenhaften Zwischenwelt zwischen Leben und Tod, als Folge ihres Karmas?

Ihre Überlegungen kann ich nachvollziehen.

Den Teil mit Bardo/ Karma würde ich streichen.

Kirsten entlud ihren Revolver. Sie hielt die Trommel aufgeklappt und fing die herausfallenden Patronen auf. Revolver und Munition verschloss sie sorgfältig in ihrem Waffenschrank.

den Revolver
im Waffenschrank

Während der folgenden Nacht blieb sich Kirsten im Unklaren, ob es Feigheit war oder Lust am guten Leben, was sie bewogen hatte, von ihrem Plan Abstand zu nehmen. Es spielte keine Rolle mehr.

Das finde ich nachvollziehbar und ich bin froh, dass sie den Plan nicht umsetzt.

Nachdem er umgedreht hatte, auf seiner Heimfahrt nach Hannover, war er versehentlich auf einen Lkw aufgefahren. Sein Porsche hatte sich unter das Heck des Lkw gebohrt. Als die herbeigerufene Feuerwehr ihn geborgen hatte, war er schon lange tot gewesen.

Und da hat das Karma zugeschlagen. Sehr gut.
Das hat mir gefallen.

Vielen Dank und einen schönen Tag,
Silvita

 
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08.03.2021
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Hallo @Thomas Spemann

und auch von mir ein herzliches Willkommen hier.

Ich steig mal direkt ein:

Kirsten war unsicher, ob sie an alles gedacht hatte, um ihren Plan in die Tat umzusetzen.
Für mich ein guter Einstieg - der Twist wird sofort aufgedeckt.
Ihre Armbanduhr zeigte 17:00 Uhr.
Das entlarvt den Text irgendwie als ausgedacht. Warum nicht 16:57Uhr? Das wirkt dann "realer".

Gegen 17:30 Uhr käme er zu ihr, hatte er gesagt.
Hier wiederum - weil das ja die verabredete Zeit ist - könntest Du "Um 17:30" nehmen.
– Hallo, Kirsten. Bin leider jetzt erst losgekommen. Wird also eine Stunde später werden, bis ich zu dir komme.

– Ja, ist gut.

Das mit der Aufzälung hatte ja @Waldläufer schon gesagt -ich leg da noch eine Begründung nach: Dialoge machen eine Geschichte spannender, lebhafter. Aber durch das Absetzen mit der Aufzählung wirkt es, als würde der Dialog nicht zur Geschichte gehören, und das ist schade.
Nachdem sie beide in der Wildkammer wären, würde sie ihn mit ihrem .44 Magnum erschießen.
Laut Wikipedia ist "DIE .44 Magnum" eine Patrone. Also dann doch noch "Revolver" an .44 Magnum ranhängen, dann ist's richtiger.
Vor aller Augen und auch noch auf Instagram hatte er sie bloßgestellt, gedemütigt.
Irgendwie ist mir das zu wenig. "vor aller Augen" - wer sind denn "Alle"? Und dann auch noch auf Instagram!! Sorry, aber das klang für mich unfreiwillig komisch.
Hier wäre die eigentliche Tat doch interessant, so dass ich als Leser einschätzen kann, ob ihre Rache gerechtfertigt ist, oder nicht - so wirkt das wie ein abgewiesenen Zicke, aber mit "Humor" oder "Satire" ist die Geschichte ja nicht getaggt.


Nachdem sie ihn erlegt hätte, würde sie ihn mit den an der Decke befestigten Flaschenzügen, wie einen Bock, an den Füßen aufhängen. Dann kämen Aufbrechen und Versorgen.
mhm... Warum muss sie ihn aufbrechen? Weil sie jagt, und das so gewohnt ist? Sie will ihn ja verbrennen, da muss sie ihn eingentlich nur Dexter-like verpacken, da ist das ausweiden doch unnütze Arbeit.

Fazit: ich finde die Idee auch nett, aber denText noch ausbaufähig :)

Ich hoffe, Du kannst mit meinen Aaussagen was anfangen
Gruß
pantoholli

Danke - wird gerne berücksichtigt werden.

 

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