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Die Blüten des jungen Poeten

MRG

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Die Blüten des jungen Poeten

Die Bar lag im Schanzenviertel, von der U-Bahn-Station Feldstraße waren es etwa fünf Minuten zu Fuß; Luisa und ihre Kommilitonin gehörten zu den ersten Gästen. Sie wollten die besten Plätze in der vordersten Reihe: Die Stühle waren in einem Halbkreis vor einem Holzpodest aufgebaut und die rote Beleuchtung ließ das höhenverstellbare Mikrofon verheißungsvoll aussehen. Luisas Freundin nippte an ihrem Radler. Langsam füllten sich die Plätze und Getuschel lag in der Luft. „Ist eine super Location hier.“ – „Seine Texte sind der Hammer, hat immer mehrere Ebenen drin.“ – „Ich hol mir noch ein Bierchen, soll ich dir eins mitbringen?“ – „Hey, glaube es geht los.“

Auf das Podest trat eine Frau in Jeansjacke mit übergroßer Brille; ihre Haare waren zu einem Dutt gebunden. Sie verstellte das Mikrofon auf die richtige Höhe und sagte: „Herzlich Willkommen zum Wettstreit der Worte. Die Regeln sind einfach: Wir haben zehn Poetinnen und Poeten – und eine Bühne. Ihr stimmt ab und am Ende gibt‘s ein Finale. Los geht’s!“ Freundliches Klatschen ertönte und der Name des ersten Poeten, Hendrik, wurde aufgerufen. Seine tiefe Stimme erfüllte den Raum und Luisa konnte ihren Blick nicht von ihm wenden: Die Linie vom Ohr zum Kinn verstärkte sich durch einen gepflegten Dreitagebart; er hatte strahlendblaue Augen; die dunkelbraunen Haare waren zu einem Seitenscheitel gestylt.

Der tosende Applaus riss Luisa aus ihrem verträumten Zustand. „Er ist mega süüß“, sagte ihre Freundin und trank ihr Radler aus. Luisa spürte den Blick des jungen Poeten, schaute kurz hinüber und wand sich dann schnell wieder ab.
„Das ist echt Championsleague“, fügte ihre Freundin hinzu. Luisa nickte geistesabwesend – es fiel jedoch nicht auf, weil die nächste Poetin angekündigt wurde und auf das Podest trat.

Nach dem Finale kam Hendrik auf Luisa zu und lud sie auf einen Cocktail ein: Ihm fielen ihre hohen Wangenknochen, ihre fein geschwungenen Lippen und ihre etwas zu breiten Nasenflügel auf. Er lächelte, erkundigte sich nach ihrer Meinung; woraufhin sie ihm ein Kompliment für seinen Sieg machte und fragte: „Wie bist du zu Poetry-Slam gekommen?“
„Über meinen Opa. Hat mir damals Rilke vorgetragen, konnte nicht genug bekommen; als er starb, vermachte er mir seine Bücher. Ich hab dann selbst Texte geschrieben und eine Freundin hat mich zum ersten Slam mitgenommen. So war das.“
„Rilke?“, fragte sie.
Er antwortete lachend: „War ein Dichter und ich sag dir, seine Lyrik ist wunderschön, berührend und magisch.“ Als er das sagte, wirkte er noch vitaler, noch attraktiver.
„Was fasziniert dich am meisten an Poetry?“
„In der Kunst ist alles möglich, dir sind keine Grenzen auferlegt. Ich liebe diese Freiheit.“
„Das kann ich nachvollziehen, ich liebe klassische Musik. Wenn ich das höre, bin ich auch frei, für einen kurzen Augenblick.“
„Dann wirst du Rilke lieben, er hat einen bezaubernden Rhythmus.“ Hendrik fragte sie, was sie gerne höre und Luisa erzählte von ihren Lieblingskomponisten.
Den ganzen Abend redeten sie weiter, lachten zusammen und tauschten ihre Nummern aus. Später kam ihre Freundin und sagte, dass sie langsam gehen müssten; Luisa verabschiedete sich und verließ die Bar. Er rief ihr noch zu: „Lass uns gerne was unternehmen.“
Er meinte, Trauer in Luisas Augen zu sehen, doch schon lächelte sie und sagte: „Gern.“

In den nächsten Wochen trafen sie sich in der Elbphilharmonie, gingen zu Lesungen im Literaturhaus und besuchten Poetry-Slams; mit Luisa an seiner Seite wirkte Hendrik präsenter auf der Bühne und er meinte, dass seine Kunst an Tiefe gewonnen habe: Er fühlte sich nicht mehr so aufgewühlt und wusste genau, für wen er seine Texte verfasste. Einmal gab er das offen vor Luisa zu: „Wenn du im Publikum bist, kann mich keiner aufhalten, du bist meine Muse.“ Auch wenn er es in einem leicht scherzhaften Ton sagte, merkte er doch, wie sie auf Distanz ging: „Ich glaube das nicht; es ist dein Verdienst. Allein dein Verdienst.“
Luisa ließ nie zu, dass er sie umarmte.

Nach einem Monat wusste Hendrik, dass er verliebt war und verabredete sich mit ihr am Elbstrand. Sie spazierten in Richtung Teufelsbrück: Luisa meinte einen stehenden Mann mitten auf dem Wasser zu sehen, bis sie bemerkte, dass es eine Boje war.
„Ich liebe diesen Ort“, sagte er, als sie sich auf eine Bank gesetzt hatten; ein Baum schützte vor neugierigen Blicken, gab allerdings noch immer den Blick auf die Elbe frei.
Dann fügte Hendrik hinzu: „Ich habe ein Geschenk für dich, hoffentlich gefällt‘s dir.“
Sie schaute ihn an, er griff in seine Umhängetasche, überreichte ihr die Blumen und sagte: „Ich hab mich in dich verliebt.“
Luisa schlug die Hände vors Gesicht und weinte. „Ich kann nicht … ich kann nicht … ich kann nicht.“
„Alles okay?“, fragte er besorgt; er hatte Angst, einen Fehler gemacht zu haben.
Unter Schluchzern sagte sie: „Mein Ex, er …“
Sie versuchte regelmäßiger zu atmen, sammelte sich und brachte hervor: „Ich hatte einen aggressiven Partner, in den guten Zeiten gab es immer Rosen. Habe Angst, erneut in einem Albtraum aufzuwachen. Du bist anders, aber ich kann nicht sofort lieben. Da ist diese Angst, ich kann das rational nicht sagen, immer denkt da eine Stimme: Was, wenn alte Wunden wieder aufgehn? Habe lange Therapie gebraucht, um wieder normal zu leben.“
„Hat er dich geschlagen?“
Sie schüttelte den Kopf: „Nein, so nicht. Er war ein Narzisst und hat mich manipuliert, mich von ihm abhängig gemacht. Es war die Hölle.“
Nach einer kurzen Pause, sagte Hendrik: „Erinnerst du dich, wie ich dir von Rilke erzählt hab? Bei dem ersten Slam?“
Sie nickte.
„Mit siebzehn starb mein Onkel und ich hatte schlimme Angst vor Unfällen. Manchmal habe ich das heute noch. Opa hat mir in all dem Schmerz ein Rilke Gedicht vorgelesen; ich trage das bis heute in mir. Willst du es hören? Vielleicht hilft‘s dir auch?“
„Gern.“
Seine Stimme war ein leises, aber eindringliches Flüstern, als er rezitierte:

„Du musst das Leben nicht verstehen,
dann wird es werden wie ein Fest.
Und lass dir jeden Tag geschehen,
so wie ein Kind im Weitergehen von jedem Wehen
sich viele Blüten schenken lässt.

Sie aufzusammeln und zu sparen,
das kommt dem Kind nicht in den Sinn.
Es löst sie leise aus den Haaren,
drin sie so gern gefangen waren,
und hält den lieben jungen Jahren
nach neuen seine Hände hin.“

Luisa war ruhiger geworden, als sie sagte: „Es ist wunderschön, aber wie hat dir das geholfen?“
Hendrik antwortete: „Ich hab als kleiner Junge gedacht, dass alles verloren sei und das Gedicht hat mich an zwei Dinge erinnert: Das Leben findet in der Gegenwart statt und ich darf darauf vertrauen. Luisa, nicht alle Männer sind so wie dein Ex. Versprochen.“
„Ich habe Angst. Ich brauche Zeit.“
„Ich bin für dich da, egal wie lang du brauchst.“

Er legte seine Hand in ihre und sie ließ es geschehen.

 
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Hallo @MRG,

ich lese den Text so, dass hier ein Paradox beschrieben wird: Der Poet weiss um seine Schwäche, seine blockierte Macher-Ebene. Er denkt, diese Einsicht wäre schon alles und er "macht", scheitert aber trotzdem. Was er nämlich nicht bedacht und auch am Ende der Story noch nicht realisiert hat: Man macht=handelt ja immer, auch wenn man schweigt und sich zurückhält. Abzuschätzen, wann man aussteigen, mitgehen oder erhöhen sollte und wann es Zeit ist, die Karten auf den Tisch zu legen, das wird er erst noch lernen müssen. Und diese mangelnde Reife spürt die Frau, auch wenn er ihr grundsätzlich gefällt.

Auf einer tieferen Ebene wird hier der Unterschied von Buch- und Erfahrungswissen beschrieben. Auch nach der Lektüre von 100 Flirtratgebern wird man nicht flirten können, ein Erfolgsbuch allein macht niemanden erfolgreich und selbst ein Psychologe weiss direkt nach der Uni nicht das über die Menschen, was er nach 30 Jahren als Therapeut weiss.

Soweit, so legitim und interessant. Mich stören aber einige ästhetisch-handwerkliche Dinge:

1. Deine Konkretheit wirkt für mich stellenweise deplatziert und zwar in dem Sinne, dass sie offenlegt, was du als Autor/in kennst und was du als beim Leser bekannt annimmst. Wie hier:

Julia Engelmanns One-Day Slam

Das mag mal durch die Medien gegangen sein, aber das ist nicht kanonisch. Bei vielen Lesern, wie bei mir, klingelt da gar nichts ausser einer vagen Erinnerung an irgendeinen kurzen Hype oder ein Skandälchen. Mit solchen Entscheidungen adressierst du deinen Text vor allem an ein sehr bestimmtes Publikum (deine eigene Peer-Group?). Kann man machen, aber sollte es so sein?

Nachtrag: Auch der Hinweis auf Murakami framet den Text sehr stark, fällt mir grade noch ein, gerade weil "der Poet" ein altmodischer, ja fast schon mythischer Ausdruck ist. Dazu passend hättest du Murakamis Geschichte vl. besser nacherzählt und offen gelassen, woher sie stammt. "Er hatte mal eine Geschichte gelesen, in der ..." Das könnte der Message deines Textes formal noch mehr Halt geben und sie stärker ins Allgemeine ziehe.

2. Hier ist ein Folgeproblem: Wenn sich dein Text ans studentisch-akademische Milieu richtet, dann sollte er das stilistisch auch beherzigen.

viele junge Männer himmelten sie an und sparten nicht an Komplimenten. Ihre hohen Wangenknochen zeichneten sich deutlich ab, sie hatte fein geschwungene Lippen und wenn Luisa lächelte, zeigten sich ihre wohlgeformten Zähne.

So redet kein Student über seine Flamme. Das ist teilweise floskelhaft ("anhimmeln") und teilweise akademisch-schwülstig "wohlgeformte Zähne". Soll dieser alltagsferne Stil hingegen andeuten, wie sprachgewandt der Poet ist, dann muss hier richtige, kreative Poetik rein.

Ironischerweise empfand ich die Sprache in den Dialogen im Gegensatz dazu als zu banal:

„Ich liebe diesen Ort“, sagte er, als die beiden sich auf die Bank gesetzt hatten; ein Baum schützte vor neugierigen Blicken, gab allerdings noch immer den Blick auf die Elbe frei.
„Hoffentlich magst du’s“, sagte er und griff in seinen Rucksack.
„Danke, ich liebe die Orangenen“, antwortete Luisa. „Aber … das wäre doch nicht nötig gewesen.“
Niemand sagte etwas. Dann durchbrach Luisa die Stille: „Echt wundervoll hier. Die Elbe ist so großartig. Ich find das immer echt klasse am Wasser, irgendwie kann ich mich dann immer auftanken und ich gehe echt zu wenig raus. Durch die Uni habe ich immer so viel zu tun.“
Er antwortete nicht.

In dieser Szene zum Beispiel kommt keine Individualität durch, das wirkt wie ein Sprechblasendialog, was hier nicht passt, weil der Text einen sehr speziellen Konflikt beschreibt, der nicht wirklich allgemein ist. Ja, viele Menschen sind zu verkopft und ringen mit unerwiderter Liebe. Aber dass das so eng mit dem Thema Literatur ("Werther's Echte") verknüpft wird, ist schon speziell. Dem sollte die Story durch mehr Figurenzeichnung Rechnung tragen, finde ich.

3. Weiteres

„Hoffentlich magst du’s“, sagte er und griff in seinen Rucksack.
„Danke, ich liebe die Orangenen“, antwortete Luisa. „Aber … das wäre doch nicht nötig gewesen.“

Stehe ich hier auf dem Schlauch oder ist das ähnlich wie "One-Day Slam" ein Hint, den die Leser verstehen sollen? Ich verstehe jedenfalls nicht, was das Geschenk ist. Ich lese "die orangenen" und denke an Bionade und Tictacs.

4. Hier noch Beispiele für Floskeln bzw. literarische Standardversatzstücke (meine Meinung!):

ausgelassene Stimmung
holte tief Luft
jeden Moment genießen
Augenblicke noch kostbarer
haushoch gewonnen
schaute ihn fragend an
neugierigen Blicken
Stich im Herzen
wünschte sich nichts sehnlicher, als in ihrer Nähe zu sein
in ihm stieg Hoffnung auf, an die er sich wie ein Schiffbrüchiger auf weiter See klammerte
Ich fühle mich wie vor dem Sprung auf dem 10 Meter Brett
Seine Stimme zitterte, er hatte dunkle Ringe unter den Augen.

Und das hier kann man als tautologisch bezeichnen:

die besten Plätze in der vorderen Reihe
oberflächlichem Geplänkel

Ich hoffe, du kannst mit meiner Kritik etwas anfangen. Sorry, dass sie recht hart ausfällt - wie immer ist zu betonen, dass das nur mein persönlicher Leseeindruck ist. Bin gespannt, was andere zu der Story sagen.

Grüsse, HK

 
Monster-WG
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Hallo @MRG

wieder eine Geschichte von Dir. Schön! Auch diesen Text habe ich sehr gerne gelesen. Der Einstieg ist gelungen, ich komme schnell rein. Wie immer flüssig geschrieben, es entsteht Kopfkino. Deine weibliche Prota kann ich nicht so recht greifen. Sie ist hübsch, wird von den Männern angehimmelt, will sich anscheinend nicht festlegen. Teilweise kommt sie unbeholfen und schüchtern rüber, andererseits ein wenig feige, als würde sie versuchen, sich rauszuwinden. Während dem Lesen hatte ich das Gefühl, dass mir etwas fehlt.

Hier ein paar Leseeindrücke:

„Ich liebe diesen Ort“, sagte er, als die beiden sich auf die Bank gesetzt hatten; ein Baum schützte vor neugierigen Blicken, gab allerdings noch immer den Blick auf die Elbe frei.

als sie ...

„Danke, ich liebe die Orangenen“, antwortete Luisa. „Aber … das wäre doch nicht nötig gewesen.“
Niemand sagte etwas. Dann durchbrach Luisa die Stille: „Echt wundervoll hier. Die Elbe ist so großartig. Ich find das immer echt klasse am Wasser, irgendwie kann ich mich dann immer auftanken und ich gehe echt zu wenig raus. Durch die Uni habe ich immer so viel zu tun.“

Einerseits kommt sie bei mir schüchtern an, andererseits überlege ich, ob sie ihm mit dem "ich hab durch die Uni immer so viel zu tun" andeuten möchte, dass sie keine Zeit für was Festes hat.

„Ich hab ja schon Gefühle für dich, aber ich … ich kann dir das jetzt gerade nicht sagen … ich brauche Zeit ...“

An der Stelle wünsche ich mir, ich könnte in sie reinschauen. Wirlich verstehen, was in ihr vorgeht, was sie denkt.

„Ich schreib dir, lass uns die Woche was machen.“

Sie schreiben sich eine Weile, dann sehen sie sich, als er auf der Bühne steht. Er schlägt vor, die Woche was zu machen.

Einen Monat später trafen sie sich am Elbstrand und spazierten in Richtung Teufelsbrück.

Daraus wird dann ein Monat, weil sie wahrscheinlich so viel zu tun hat.

Die Wochen vergingen, jedes Mal, wenn er auf sein iPhone schaute, fühlte er einen Stich im Herzen.

Und in der ganzen Zeit meldet sie sich nicht und er leidet vor sich hin.

„Hendrik, ich …, ich … brauche Zeit. Einerseits habe ich noch nie so empfunden, wie für dich und ich bewundere dich so. Aber mir fällt das schwer und es ist eben doch noch nicht so dieser komplette Funken … ich brauche mehr Zeit … die Gefühle müssen sich entwickeln, weißt du?“
„Ich denke seit Wochen jeden Tag an dich. Ich fühle mich wie vor dem Sprung auf dem 10 Meter Brett, aber wenn ich nicht bald springe, halte ich das nicht mehr aus. Luisa, ich brauche eine Entscheidung. Ich kann nicht mehr.“ Seine Stimme zitterte, er hatte dunkle Ringe unter den Augen.
„Ich brauche mehr Zeit … es tut mir leid … ich …“ Als er wieder Zuhause war, zog er die Gardinen zu und legte sich auf sein Bett.
Er dachte an die Murakami Geschichte und weinte.

Mmmmh. Also die Kernaussage der Geschichte verstehe ich nicht so ganz. Mann verliebt sich in Frau, die sich nicht festlegen möchte und immer busy ist. Es gibt nur ganz wenige persönliche Treffen, wochenlang hört er nichts von ihr. Gesteht ihr seine Liebe, sie bittet um mehr Zeit, er will Nägel mit Köpfen machen und weint, als sie nicht gleich erwidert, dass sie ihn liebt. Mmmmh. :) Was möchtest du denn mit dem Text rüberbringen? Dass man lieber warten soll, dem anderen die Zeit geben, die er braucht? Oder ins Kalte Wasser springen, die Abfuhr kassieren, die fast klar ist, sich dann ausweinen und weitermachen?

Ganz liebe Grüße und einen schönen Wochenstart,
Silvita

 

MRG

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Hallo @Henry K.,

vielen Dank für deine Zeit und den Kommentar. Ziel war es mal ein komplett neues Genre zu schreiben, wo ich bislang noch nichts zu ausprobiert habe. Daher finde ich deine Kritik sehr hilfreich und keineswegs zu hart. Genau so kann ich ja besser werden und mich entwickeln, hat mir weitergeholfen:

ich lese den Text so, dass hier ein Paradox beschrieben wird: Der Poet weiss um seine Schwäche, seine blockierte Macher-Ebene. Er denkt, diese Einsicht wäre schon alles und er "macht", scheitert aber trotzdem.
Ich habe eigentlich daran gedacht, dass das Thema einfach unerwiderte Liebe ist: Er verliebt sich, für sie passt es einfach nicht, weil sie momentan nicht beziehungsfähig ist. Daher fand ich es spannend, wie du den Text gelesen hat.

Abzuschätzen, wann man aussteigen, mitgehen oder erhöhen sollte und wann es Zeit ist, die Karten auf den Tisch zu legen, das wird er erst noch lernen müssen. Und diese mangelnde Reife spürt die Frau, auch wenn er ihr grundsätzlich gefällt.
Habe mir hier einen sehr attraktiven Protag vorgestellt, der eigentlich immer bekommt was er will und den es daher so hart trifft, dass sie es nicht kann. Und bei ihr ist es das Thema, dass sie blockiert ist, bei Beziehungen: Es ist dieses klassische vielleicht.

Auf einer tieferen Ebene wird hier der Unterschied von Buch- und Erfahrungswissen beschrieben. Auch nach der Lektüre von 100 Flirtratgebern wird man nicht flirten können, ein Erfolgsbuch allein macht niemanden erfolgreich und selbst ein Psychologe weiss direkt nach der Uni nicht das über die Menschen, was er nach 30 Jahren als Therapeut weiss.
Faszinierend, dass das so gewirkt hat. Da wollte ich eigentlich gar nicht hin; mal schauen, wie ich da noch nachjustieren kann.

Deine Konkretheit wirkt für mich stellenweise deplatziert und zwar in dem Sinne, dass sie offenlegt, was du als Autor/in kennst und was du als beim Leser bekannt annimmst.
Interessanter Punkt, da muss ich drüber nachdenken. Hatte bislang immer wieder Schwierigkeiten, dass ich zu viele Klischees drin hatte und habe daher versucht so gut wie möglich konkret zu werden. Klischees sind für mich nach wie vor noch ein schwieriges Thema, an dem ich weiter arbeiten werde.

Das mag mal durch die Medien gegangen sein, aber das ist nicht kanonisch. Bei vielen Lesern, wie bei mir, klingelt da gar nichts ausser einer vagen Erinnerung an irgendeinen kurzen Hype oder ein Skandälchen.
Was genau meinst du hier mit kanonisch? Ich habe es mit reingenommen, weil Julia Engelmann eine Größe in der deutschen Poetry Slam Szene ist (so spielt beispielsweise auch Torsten Sträter in seinen 10 Regeln auf sie an und jeder weiß genau, wen er meint). Daher ist es für die Leute, die sich das anhören absolut bekannt und daher funktioniert sein Text. Hier hatte ich weniger an die Leser:innen gedacht, sondern mehr an die Figuren, die sich das anhören.

Nachtrag: Auch der Hinweis auf Murakami framet den Text sehr stark, fällt mir grade noch ein, gerade weil "der Poet" ein altmodischer, ja fast schon mythischer Ausdruck ist. Dazu passend hättest du Murakamis Geschichte vl. besser nacherzählt und offen gelassen, woher sie stammt.
Hm, auch das bringt mich zum Nachdenken. Mein Ziel dahinter: Der Prota versucht wirklich alles zu geben und meint, wenn er eine Geschichte erzählen könnte, würde es sie vielleicht überzeugen. Wenn ich dich mit dem "Framen" richtig verstehe, dann ist der zeitliche Bezug sofort klar, oder?

So redet kein Student über seine Flamme. Das ist teilweise floskelhaft ("anhimmeln") und teilweise akademisch-schwülstig "wohlgeformte Zähne". Soll dieser alltagsferne Stil hingegen andeuten, wie sprachgewandt der Poet ist, dann muss hier richtige, kreative Poetik rein.
Ziel war es Luisas Gesicht zu zeichnen und darzustellen, dass sie schön ist. Wollte dieses Gesicht bei den Leser:innen erwecken. Habe das Wort wohlgeformt ersetzt, hoffentlich funktioniert das besser.

In dieser Szene zum Beispiel kommt keine Individualität durch, das wirkt wie ein Sprechblasendialog, was hier nicht passt, weil der Text einen sehr speziellen Konflikt beschreibt, der nicht wirklich allgemein ist. Ja, viele Menschen sind zu verkopft und ringen mit unerwiderter Liebe. Aber dass das so eng mit dem Thema Literatur ("Werther's Echte") verknüpft wird, ist schon speziell. Dem sollte die Story durch mehr Figurenzeichnung Rechnung tragen, finde ich.
Sehr hilfreich! Wenn ich es richtig verstehe, dann sie die Dialoge deiner Ansicht nach zu platt und offenbaren zu wenig die Persönlichkeiten der beiden Protas? Das kann ich gut nachvollziehen, klingt möglicherweise noch zu gleich. Frage mich allerdings, wie ich hier am besten nachschärfen kann, da muss ich noch einmal in mich gehen.

Stehe ich hier auf dem Schlauch oder ist das ähnlich wie "One-Day Slam" ein Hint, den die Leser verstehen sollen? Ich verstehe jedenfalls nicht, was das Geschenk ist. Ich lese "die orangenen" und denke an Bionade und Tictacs.
Ich habe einfach an Blumen gedacht, er bringt ihr eine orangene Rose mit.

Hier noch Beispiele für Floskeln bzw. literarische Standardversatzstücke (meine Meinung!):
Damit tue ich mich noch sehr schwer, bekomme immer wieder die Hinweise, dass da noch zu viele Klischees drin sind, aber kann nicht genau sagen, wie ich das beheben kann. Ich finde, dass die Worte schon irgendwie passend sind und wüsste auch nicht direkt, wie ich das ersetzen kann. Das fällt mir noch schwer, habe hier noch nicht so richtig den Zugang gefunden.

Ich hoffe, du kannst mit meiner Kritik etwas anfangen. Sorry, dass sie recht hart ausfällt - wie immer ist zu betonen, dass das nur mein persönlicher Leseeindruck ist. Bin gespannt, was andere zu der Story sagen.
Ich finde deine Kritik sehr hilfreich und danke dir, dass du dir die Zeit genommen hast, um mir zu zeigen, wo die Geschichte deiner Meinung nach noch nicht funktioniert. Genau deshalb bin ich ja hier!

Beste Grüße
MRG


Liebe @Silvita,

habe mich sehr über deinen Kommentar gefreut, lese immer gerne deine Eindrücke. Finde es hilfreich zu wissen, dass du die weibliche Prota nicht ganz greifen kannst und sie auch nicht verstehst. So hatte ich mir beim Schreiben auch vorgestellt; es ergibt irgendwie keinen Sinn: Einerseits finde sie ihn großartig und andererseits hat sie aber auch eine Blockade, die ihr eine Beziehung unmöglich macht.

wieder eine Geschichte von Dir. Schön! Auch diesen Text habe ich sehr gerne gelesen. Der Einstieg ist gelungen, ich komme schnell rein. Wie immer flüssig geschrieben, es entsteht Kopfkino.
Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, mir wieder einen Kommentar zu schreiben. Ich schätze das sehr und sehe es nicht als selbstverständlich an. :-)
Habe mich auch gefreut, dass du gut reingekommen bist und für dich Kopfkino entstanden ist.

Deine weibliche Prota kann ich nicht so recht greifen. Sie ist hübsch, wird von den Männern angehimmelt, will sich anscheinend nicht festlegen. Teilweise kommt sie unbeholfen und schüchtern rüber, andererseits ein wenig feige, als würde sie versuchen, sich rauszuwinden. Während dem Lesen hatte ich das Gefühl, dass mir etwas fehlt.
Interessant, dass du das Gefühl hattest, dass etwas fehlt. Möglicherweise müsste ich die Beziehung noch weiter schildern? Ich hatte nämlich schon gedacht, dass sie sich häufiger gesehen haben.

Einerseits kommt sie bei mir schüchtern an, andererseits überlege ich, ob sie ihm mit dem "ich hab durch die Uni immer so viel zu tun" andeuten möchte, dass sie keine Zeit für was Festes hat.
Ja, genau, sie ist so ambivalent und es ist nicht so richtig klar, was sie denn eigentlich will. Ich glaube, dass sie es selbst nicht weiß bzw. mit sich selbst wirklich zu kämpfen hat.

An der Stelle wünsche ich mir, ich könnte in sie reinschauen. Wirlich verstehen, was in ihr vorgeht, was sie denkt.
Das finde ich eine coole Rückmeldung, so hatte ich mir die Prota beim Schreiben auch vorgestellt.

Daraus wird dann ein Monat, weil sie wahrscheinlich so viel zu tun hat.
Ich habe das angepasst, weil ich mir das schon so vorgestellt habe, dass sie sich oft gesehen und getroffen haben und irgendwann merkt er dann, dass er in sie verliebt ist. Vielleicht fehlt genau hier noch ein Baustück, weil dieser Beziehungsaufbau nicht so klar wird?

Mmmmh. Also die Kernaussage der Geschichte verstehe ich nicht so ganz. Mann verliebt sich in Frau, die sich nicht festlegen möchte und immer busy ist. Es gibt nur ganz wenige persönliche Treffen, wochenlang hört er nichts von ihr. Gesteht ihr seine Liebe, sie bittet um mehr Zeit, er will Nägel mit Köpfen machen und weint, als sie nicht gleich erwidert, dass sie ihn liebt. Mmmmh. :) Was möchtest du denn mit dem Text rüberbringen? Dass man lieber warten soll, dem anderen die Zeit geben, die er braucht? Oder ins Kalte Wasser springen, die Abfuhr kassieren, die fast klar ist, sich dann ausweinen und weitermachen?
Kernaussage der Geschichte ist, dass es manchmal Gründe oder Blockaden gibt, die nicht direkt zu verstehen sind. Ich wollte damit zeigen, wie schmerzhaft sowas sein kann.

Vielen Dank fürs Lesen und Kommentieren, hat mich gefreut liebe @Silvita. Hoffentlich kann ich mich bald bei dir revanchieren. :-)

Beste Grüße
MRG


PS: Habe den Titel mal angepasst, damit das nicht zu falschen Erwartungen führt.

 
Wortkrieger-Team
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Hej @MRG ,

der Titel sprang mich an wie aus dem Nichts, voller (Sturm und) Drang gelesen werden zu wollen ;). Und natürlich mit ihm die Assoziation von Romantik und dem Werther. Dass es aber auch Erwartungen weckt, quasi gratis dazu, ist wohl auch klar und mutig von dir, ist es zudem; das muss ich dir lassen. Denn jetzt muss gelitten werden!

Warnung: Ich bin pingelig! :klug:

In etwa der 60. Zeile bemerke ich erstmalig so etwas wie ein Leiden des Poetryslammers.

Er schaute ihr verwirrt hinterher, bevor er noch rief: „Ich schreib dir, lass uns die Woche was machen.“
Nämlich hier. Mit viel Wohlwollen geht das als Leid durch. :D
na toll, da bin nur mal kurz eben … raus und dann ist alles anders!
Denn nun ist mein Gedankengang dazu ein völlig anderer. Bis dahin erstmal. :lol:
Kanji

 

MRG

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Hi @Kanji,

vielen Dank für dein Kommentar, habe dann doch kalte Füße bekommen und mir ist klar geworden, dass ich mir mit dem Titel viel zu viel zumute. :D

der Titel sprang mich an wie aus dem Nichts, voller (Sturm und) Drang gelesen werden zu wollen ;). Und natürlich mit ihm die Assoziation von Romantik und dem Werther. Dass es aber auch Erwartungen weckt, quasi gratis dazu, ist wohl auch klar und mutig von dir, ist es zudem; das muss ich dir lassen. Denn jetzt muss gelitten werden!
Nach dem Kommentar von Henry ist mir klar geworden, dass ich mir da ein Eigentor geschossen habe, weil ich die Messlatte da extrem hochlege und bei dem Vergleich miserabel abschneide. :D Da habe ich dann schnell noch mal eine Änderung vorgenommen.

In etwa der 60. Zeile bemerke ich erstmalig so etwas wie ein Leiden des Poetryslammers.
Nämlich hier. Mit viel Wohlwollen geht das als Leid durch. :D
na toll, da bin nur mal kurz eben … raus und dann ist alles anders!
Denn nun ist mein Gedankengang dazu ein völlig anderer. Bis dahin erstmal. :lol:
Vielen Dank für die Rückmeldung! Das zeigt mir, dass es eine gute Entscheidung war, den Titel zu verändern, weil ich der Text dieses Leiden nicht liefert.

Soweit erst einmal und vielen Dank für deine Rückmeldung!

Beste Grüße
MRG

 
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@MRG

Hi nochmal ;-)

Das zeigt mir, dass es eine gute Entscheidung war, den Titel zu verändern, weil ich der Text dieses Leiden nicht liefert.

Sehe ich im Rückblick auch so. Habe mich gefragt, warum ich den Text eigentlich als Beschreibung eines Problems der männlichen Figur gelesen habe und da war der Titel sicher einer der Hauptgründe. Der zweite Grund war sein Offenbarungseid und der Zusammenbruch am Ende.

Ich finde es ehrlich gesagt auch immer noch etwas unplausibel, dass die Figur als vielgefragter Traumtyp so unter einem Korb leiden soll, nur weil er sonst immer kriegt, was er will. So ein Szenario ist denkbar, aber in meinen Augen unwahrscheinlich, denn man muss ja berücksichtigen, dass einzelne Frauen von Männern mit vielen Optionen nicht so idealisiert werden, wie von eher einsamen Nerd-Typen. Erstens haben solche Männer wahrscheinlich schon so viele Erfahrungen gemacht, dass sie Verliebtheit nicht mehr gnadenlos überbewerten, zweitens zeigen ihnen die anderen Frauen um sie herum ein Spektrum, das für eine gewisse Objektivität sorgt und "Verblendung" verhindert.

Drittens, und das bezieht sich auf die Story, wird nicht klar, warum die Frauenfigur ihn überhaupt so anzieht. Klar, sie ist hübsch und scheinbar gebildet, aber er steht ja im Wortsinne über ihr (auf der Bühne). Und eifersüchtig macht sie ihn auch nicht.

Grüsse

HK

 

MRG

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Moin @Henry K.,

schön, dass du noch einmal reinschaust:

Sehe ich im Rückblick auch so. Habe mich gefragt, warum ich den Text eigentlich als Beschreibung eines Problems der männlichen Figur gelesen habe und da war der Titel sicher einer der Hauptgründe. Der zweite Grund war sein Offenbarungseid und der Zusammenbruch am Ende.
Ja, denke, dass ich mir mit dem Titel ein Eigentor geschossen habe. Hoffe, dass das jetzt besser funktioniert; ohne diesen Goethe Rahmen, der für meine kleine, bescheidene Geschichte viel zu groß war.

Ich finde es ehrlich gesagt auch immer noch etwas unplausibel, dass die Figur als vielgefragter Traumtyp so unter einem Korb leiden soll, nur weil er sonst immer kriegt, was er will. So ein Szenario ist denkbar, aber in meinen Augen unwahrscheinlich, denn man muss ja berücksichtigen, dass einzelne Frauen von Männern mit vielen Optionen nicht so idealisiert werden, wie von eher einsamen Nerd-Typen. Erstens haben solche Männer wahrscheinlich schon so viele Erfahrungen gemacht, dass sie Verliebtheit nicht mehr gnadenlos überbewerten, zweitens zeigen ihnen die anderen Frauen um sie herum ein Spektrum, das für eine gewisse Objektivität sorgt und "Verblendung" verhindert.
Hier habe ich ein anderes Bild und Verständnis. Ich habe meinen Prota nicht als einen "Playboy" gesehen, der jede Woche eine andere hat und seinen Selbstwert darüber definiert. Er ist vielmehr eine leidenschaftliche Künstlerseele, der sehr intensiv fühlt und sich unsterblich verliebt. Vielleicht muss ich das noch etwas deutlicher herausarbeiten, damit dieses Missverständnis nicht auftritt.

Drittens, und das bezieht sich auf die Story, wird nicht klar, warum die Frauenfigur ihn überhaupt so anzieht. Klar, sie ist hübsch und scheinbar gebildet, aber er steht ja im Wortsinne über ihr (auf der Bühne). Und eifersüchtig macht sie ihn auch nicht.
Ja, das ist eine Schwachstelle, das sehe ich ein. Ich nehme für mich mit, dass ich den Beziehungsaufbau noch besser herausarbeiten muss. Das sind gute Anregungen für die Überarbeitung, vielen Dank!

Beste Grüße
MRG

 

MRG

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So, habe versucht die Anmerkungen einzubauen und habe den Text verdichtet und versucht, das Thema zu fokussieren. Hoffentlich funktioniert es jetzt besser, danke für die hilfreichen Impulse @Silvita, @Henry K. und @Kanji.

Beste Grüße
MRG

 
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Hi @MRG,

hier waren noch ein Fragen/Punkte offen:

Henry K. schrieb:
Deine Konkretheit wirkt für mich stellenweise deplatziert und zwar in dem Sinne, dass sie offenlegt, was du als Autor/in kennst und was du als beim Leser bekannt annimmst.
Interessanter Punkt, da muss ich drüber nachdenken. Hatte bislang immer wieder Schwierigkeiten, dass ich zu viele Klischees drin hatte und habe daher versucht so gut wie möglich konkret zu werden. Klischees sind für mich nach wie vor noch ein schwieriges Thema, an dem ich weiter arbeiten werde.
Henry K. schrieb:
Das mag mal durch die Medien gegangen sein, aber das ist nicht kanonisch. Bei vielen Lesern, wie bei mir, klingelt da gar nichts ausser einer vagen Erinnerung an irgendeinen kurzen Hype oder ein Skandälchen.
Was genau meinst du hier mit kanonisch? Ich habe es mit reingenommen, weil Julia Engelmann eine Größe in der deutschen Poetry Slam Szene ist (so spielt beispielsweise auch Torsten Sträter in seinen 10 Regeln auf sie an und jeder weiß genau, wen er meint). Daher ist es für die Leute, die sich das anhören absolut bekannt und daher funktioniert sein Text. Hier hatte ich weniger an die Leser:innen gedacht, sondern mehr an die Figuren, die sich das anhören.
Henry K. schrieb:
Nachtrag: Auch der Hinweis auf Murakami framet den Text sehr stark, fällt mir grade noch ein, gerade weil "der Poet" ein altmodischer, ja fast schon mythischer Ausdruck ist. Dazu passend hättest du Murakamis Geschichte vl. besser nacherzählt und offen gelassen, woher sie stammt.
Hm, auch das bringt mich zum Nachdenken. Mein Ziel dahinter: Der Prota versucht wirklich alles zu geben und meint, wenn er eine Geschichte erzählen könnte, würde es sie vielleicht überzeugen. Wenn ich dich mit dem "Framen" richtig verstehe, dann ist der zeitliche Bezug sofort klar, oder?
Henry K. schrieb:
Hier noch Beispiele für Floskeln bzw. literarische Standardversatzstücke (meine Meinung!):
Damit tue ich mich noch sehr schwer, bekomme immer wieder die Hinweise, dass da noch zu viele Klischees drin sind, aber kann nicht genau sagen, wie ich das beheben kann. Ich finde, dass die Worte schon irgendwie passend sind und wüsste auch nicht direkt, wie ich das ersetzen kann. Das fällt mir noch schwer, habe hier noch nicht so richtig den Zugang gefunden.

Zur Konkretheit

Konkretheit ist gut, nicht, dass wir uns hier falsch verstehen. Details schaffen ja überhaupt erst Atmosphäre und Glaubwürdigkeit. Man muss aber immer genau abschätzen, was der Leser sofort versteht, und was er nicht versteht, denke ich. Für den zweiten Fall braucht man dann einen genauen Fahrplan, wie man damit umgeht.

Beispiel I: Die Figur geht einkaufen. Da kannst du, wenn es der Story dient, statt "Supermarkt" "Rewe" oder "Aldi" schreiben und jeder Leser hat direkt Bilder im Kopf, obwohl du konkreter geworden bist. Ob "Supermarkt" oder "Aldi" besser passt, das musst du anhand der Geschichte entscheiden. "Aldi" sagt direkt Discounter und man sieht direkt eine speziellere Kundschaft vor sich als bei "Supermarkt". Vielleicht dient das der Story, vielleicht ist das aber auch kontraproduktiv, weil die Art Supermarkt gar keine Rolle spielt.

Beispiel II: Ein Text wie Moby-Dick. Da wird ja in epischer Breite vom Walfang und der Seefahrt erzählt und das kann man natürlich nur machen, wenn man eine Menge Fachbegriffe benutzt, denn sonst würde man ja beispielsweise die spezielle Milieu-Sprache gar nicht abbilden können. Hier ist Konkretheit also notwendig, für den Leser ist sie aber in solchen Bücher ein pain in the ass. Man liest ganze Kapitel und versteht entweder nur Bahnhof oder man muss ständig im Glossar nachschlagen, für was jetzt dieses oder jenes Werkzeug wieder gut war. Furchtbar! Und so denke ich, kann man heute nicht mehr schreiben. Solche Sperrigkeit können sich nur noch Klassiker leisten.

Ich denke darum, für heutige Autoren geht es darum, hier die Waage zu finden zwischen für die Story notwendigen konkreten Begriffen und beschreibenden Umwegen zu Gunsten des Leseflusses. Und meistens findet man ja einen mehr oder weniger elegant eingeflochtenen Mix: Jemand schreibt etwas wie "Wir trafen uns im 'Night Owl'. Peter legte auf." Der Leser weiß nicht, was das "Night Owl" ist, kann es sich aber direkt oder etwas später selbst erschließen (Jemand legt dort auf, es muss also ein Club oder so was sein).

Jetzt zu deinem Text. Du beziehst dich darin auf einen Namen aus der Poetry-Slam-Szene und klar, das ist schon eine relativ große Szene. Trotzdem ist es eine Szene, mit der viele Leute nichts zu tun haben. Bei mir reichte das Vorwissen noch aus, um zumindest zu verstehen, auf was da ungefähr angespielt wird, aber mein Vater zum Beispiel hätte keinen blassen Schimmer gehabt. Es gibt also Leser, denen eine Kerninformation nicht oder nur teilweise vermittelt wird: Warum ist der Mann in der Story so ein guter und beliebter Poetry-Slam-Poet?

Und darum hatte ich gefragt, ob du deinen Text so klar auf bestimmte Leser - Leute, die sich mit Poetry Slam beschäftigen - ausrichten wolltest? Denn wenn nicht, müssen da meines Erachtens eben erklärende Passagen rein, die unwissenden Lesern klarmachen, worum es bei dieser Szene überhaupt geht und warum man Julia Engelmann kennen sollte. Du hättest beispielsweise irgendwie die Essenz aus diesem Engelman-Slam ziehen und verwursten können. Auch eine Poetry-Slam-Text-Passage wäre denkbar.

Zu Framing und Murakami

Hier mal die Wiki-Definition vorneweg: "Framing ist der meist bewusst gesteuerte Prozess einer Einbettung von Ereignissen und Themen in Deutungsraster, anhand konstruierter Narrative bzw. Erzählmuster."

Schreiben ist also framing - auch wenn man seinen Text natürlich auch zur freien Auslegung abgibt. Aber bis zu einem bestimmten Punkt steuert man den Leser bewusst und gezielt durch ein Narrativ, das man selbst erschafft. Das heißt, jedes Details, das man anführt, hat einen Einfluss auf den Kopf des Lesers.

Dein Text nun ist insgesamt eher unkonkret, würde ich sagen. Die Figuren bleiben etwas blass (anderes Thema), es tauchen nur ein paar konkrete Ortsnamen auf, ein Kneipenname, Julia Engelmann und eben Murakami. Der Leser stolpert also unwillkürlich über jedes konkrete Detail und misst ihm große Bedeutung bei.

Meine Frage war: Hat der Name Murakami bewusst und zu Recht diese große Bedeutung im Text? Sprich: Ist es wichtig, dass die Geschichte, die den Poeten antreibt, von Murakami stammt? Wenn ja: Welche Verbindungen gibt es sonst noch zwischen dem Werk von Murakami und deinem Text? Sind da stilistische Anklänge drin? Wird Murakami sonst noch irgendwie aufgegriffen oder zitiert, vielleicht mit Motiven? Ich erkenne da nichts, bin aber auch kein Murakami-Experte.

Oder ist es "Zufall", dass die vom Poeten zitierte Geschichte bei Murakami stand? In diesem Fall denke ich, dass man den Namen Murakami besser im Dunkeln lassen sollte, eben damit der Leser nicht nach Dingen sucht, die gar nicht da sind und keine Rolle spielen. Oder mit anderen Worten: Durch die Nennung von Murakami gibst du eventuell Deutungsmuster vor, die du eigentlich gar nicht vorgeben wolltest (vgl. auch der ursprüngliche Titel mit Verweis auf "Die Leiden des jungen Werther").

Eine Frage ist auch: Ist der Verweis auf Murakami eine Abkürzung zur Charakterzeichnung? Damit meine ich Folgendes: Murakami-Leser werden denken: Ach, wenn er Murakami so mag, dann wird das so und so ein Typ sein. Aber was für Informationen erhalten die Leser, die Murakami nicht kennen? Können sie sich ein ähnlich genaues Bild vom Poeten in deiner Story machen, hast du ihnen alternative Informationen geliefert, die zu einem ähnlichen Bild führen, ist das Framing für sie zumindest ähnlich?

Zu Klischees

Die zu vermeiden, damit haben wohl alle Autor/innen ihre Mühe. Eine Faustregel könnte vielleicht sein, jeden spontanen ersten Einfall für Beschreibungen genau auf den Prüfstand zu stellen und sich zu fragen: Habe ich mir das gerade ausgedacht oder habe ich es irgendwo abgerufen? Mehr kann ich dazu auch nicht sagen :-)

Ich hoffe, meine Nachträge haben nicht alles noch unklarer gemacht und helfen irgendwie weiter.

Viele Grüsse, HK

 
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Hey @MRG , auf ein Neues, denn im Grunde hat sich die Ausgangssituation geändert. Mein Blick liegt nicht länger auf dem Poeten, sondern er hängt an den Anfängen einer Liebe. Wenn’s gut läuft. :D

Und da muss ich dir gleich zu Beginn sagen, dass ich nicht so genau weiß, worauf die Geschichte basiert, was sie aussagen will. Das frage ich mich sonst nie und ich bin von mir selbst irritiert. Ich warte die ganze Zeit auf etwas und im Grunde ist dieser Teil der Geschichte eben in meinen Augen bloß eine Szene einer Liebesgeschichte. Bisschen wie bei den Russen, also den Autoren des vorherigen Jahrhunderts: Er liebt, gesteht und leidet, sie zögert. Aber während man seinerzeit allen Grund hatte und weise wählen musste, weil eine Beziehung oftmals in einer Dauer auf Lebenszeit, also lebenslänglich :D endete oder im Tod, erfahre ich keine Hintergründe. Ich weiß nicht, warum niemand der beiden aktiv wird, ob der Hintergrund dieser flammenden Gefühle des Poeten (bloß) die Schönheit der Angebeteten ist und worauf diese denn so wartet.

Die Bar lag im Schanzenviertel, von der U-Bahn-Station Feldstraße waren es etwa fünf Minuten zu Fuß.
Ein reales setting mitten in Hamburg, noch denke ich nichts.:schiel: Kannich gut.
Der erste Absatz zeigt eine handelsübliche Szene junger Menschen in dieser Stadt in dieser Zeit.
sie trug einen lapislazulifarbenen Ring.
In dieser kurzen Zeit der Geschichte taucht ein besonderer Ring auf, der nie wieder erwähnt wird, dessen Farbe sich einmal in der Farbe der Rosen widerspiegelt, die er an der Elbe aus dem Rucksack zieht. Das ist ebenso traurig wie verwirrend, denn ich denke immer, nichts sollte ins Leere laufen, schon gleich gar nicht in einer Kurzgeschichte.
Die Linie vom Ohr zum Kinn verstärkte sich durch einen gepflegten Dreitagebart; er hatte strahlend, blaue Augen; die dunkelbraunen Haare waren zu einem Seitenscheitel gestylt.
Ein Traum. :D ich würde strahlendblau zusammenschreiben oder zumindest kein Komma setzen. Diese besagte Linie scheint essentiell zu sein bei dschungn Leut’, meine Tochter achtet auch auf so was.
Sie trafen sich am Elbstrand und spazierten in Richtung Teufelsbrück. Luisa meinte einen stehenden Mann mitten auf dem Wasser zu sehen, bis sie bemerkte, dass es eine Boje war.
Es scheint mir bedeutungsvoll zu sein und dann verläuft sich auch diese Bemerkung. Zurück bleibe ich und denke mir selbst was aus: Ist Luisa eine Träumerin, hat sie psychische Probleme, stimmt etwas anderes nicht mir ihr, hat sie Erfahrungen mit Männern im Wasser gemacht? In der Kindheit? Diese Richtung. Aber ich sehe nichts, woran ich das festmachen kann. Es folgt auch nichts dahingehend.
„Habe dir was mitgebracht“, sagte er und griff in seinen Rucksack.
„Danke“, antwortete Luisa als sie die Rosen entgegennahm. „Aber … das wäre doch nicht nötig gewesen.“
Niemand sagte etwas.
Er sog Luft in seine Lunge und sagte: „Luisa, du bist genau mein Typ.“
„Oh, danke, ich … ich …“
„Schon, okay. Lass uns einfach Zeit zusammen verbringen.“
Ach MRG, ich bin eine olle Frau und kriege die romantischen Bilder einfach nicht mit dem Dialog in Einklang. Auch verstehe ich Luisa nicht. Muss ich nicht, klar, aber was ist denn da ... wirklich los? Wo ist das Problem? Der beiden und das der Geschichte?
„Hendrik, ich …, ich … brauche Zeit. Einerseits finde ich dich schon toll und ich bewundere dich so. Aber mir fällt das schwer und es ist eben doch noch nicht so dieser komplette Funken … ich brauche mehr Zeit … die Gefühle müssen sich entwickeln, weißt du? Es fällt mir alles so schwer … ich weiß nicht, woran das liegt …“
Ist die jetzt nun seltsam oder empfinde ich das nur so? Wofür braucht sie denn Zeit? Wenn die beiden keine miteinander verbringen, sich nicht einmal schreiben, was soll denn da wann und warum überspringen? Entschuldige bitte meinen Ton, aber ich bin ... verwirrt und dann werde ich gerne ... laut :lol:
Und zum Fuchs noch mal, woran liegt es denn nun? Am lapislazulifarbenen Ring? Am Mann in der Elbe? An seinem perfekten Aussehen? Seinem Job? :confused:
Der Schriftsteller ist währenddessen immer für sie da. Am Ende heiraten sie dann. Was ich damit sagen will: Ich bin für dich da, egal was passiert.“
Das ist ja mal ne Ansage und ein Freibrief für die zögernde Luisa. Hoffentlich ist sie eine von den Guten und lässt den armen Poeten nicht allzu lange im dunklen Kämmerlein das Leben der anderen lesen. :shy:

Also zusammengefasst meine ich, mir fehlt ganz platt formuliert die Tiefe, auch tieferer Sinn, oder wahlweise eine überraschende Wende, ungewöhnliche Charaktere, untypische Handlungen und/oder Dialoge. Irgendetwas, was diese Geschichte besonders macht, gerade weil du hübsch formulierst, sanft und genau.

Das war ein Leseeindruck, wie er sich bei mir entwickelt hat. Mehr nicht. :shy:

Lieber Gruß. Kanji

 

MRG

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Hallo @Henry K.,

möchte mich bei dir für deine Erläuterungen bedanken, ich kann damit viel anfangen und merke, dass ich mit diesem Text hier in ein Fettnäpfchen des "Framings" getreten bin (ohne, dass mir das so klar war). :D

Konkretheit ist gut, nicht, dass wir uns hier falsch verstehen. Details schaffen ja überhaupt erst Atmosphäre und Glaubwürdigkeit. Man muss aber immer genau abschätzen, was der Leser sofort versteht, und was er nicht versteht, denke ich. Für den zweiten Fall braucht man dann einen genauen Fahrplan, wie man damit umgeht.
Wenn ich es richtig verstehe, dann geht es in vielerlei Hinsicht um einen guten Lesefluss, ohne die Leser:innen zu enttäuschen oder rauszubringen. Ja, das ergibt Sinn für mich und bringt mich ins Reflektieren, wie ich in Zukunft damit umgehen möchte.

Jetzt zu deinem Text. Du beziehst dich darin auf einen Namen aus der Poetry-Slam-Szene und klar, das ist schon eine relativ große Szene. Trotzdem ist es eine Szene, mit der viele Leute nichts zu tun haben.
Kann ich so nachvollziehen und ich habe Julia Engelmann aus dem Text genommen.

Dein Text nun ist insgesamt eher unkonkret, würde ich sagen. Die Figuren bleiben etwas blass (anderes Thema), es tauchen nur ein paar konkrete Ortsnamen auf, ein Kneipenname, Julia Engelmann und eben Murakami. Der Leser stolpert also unwillkürlich über jedes konkrete Detail und misst ihm große Bedeutung bei. Meine Frage war: Hat der Name Murakami bewusst und zu Recht diese große Bedeutung im Text? Sprich: Ist es wichtig, dass die Geschichte, die den Poeten antreibt, von Murakami stammt?
Gekauft: Habe Murakami auch rausgenommen, denn es stimmt schon, dadurch setze ich einen Rahmen vor, wie du hier ja auch schreibst:

Oder mit anderen Worten: Durch die Nennung von Murakami gibst du eventuell Deutungsmuster vor, die du eigentlich gar nicht vorgeben wolltest (vgl. auch der ursprüngliche Titel mit Verweis auf "Die Leiden des jungen Werther").
Und trete damit in das oben angesprochene Fettnäpfchen des Framings; das erscheint mir nicht so elegant, weil ich so Erwartungen evoziere, die der Text nicht erfüllt.

Eine Frage ist auch: Ist der Verweis auf Murakami eine Abkürzung zur Charakterzeichnung? Damit meine ich Folgendes: Murakami-Leser werden denken: Ach, wenn er Murakami so mag, dann wird das so und so ein Typ sein.
Charakterzeichnung finde ich ein spannendes Thema, bei dem ich mich immer wieder frage, wie ich das am besten angehen möchte. Ich muss dir recht geben, dass die Figuren blass bleiben und das ist etwas, das ich in der Überarbeitung angehen möchte.

Die zu vermeiden, damit haben wohl alle Autor/innen ihre Mühe. Eine Faustregel könnte vielleicht sein, jeden spontanen ersten Einfall für Beschreibungen genau auf den Prüfstand zu stellen und sich zu fragen: Habe ich mir das gerade ausgedacht oder habe ich es irgendwo abgerufen? Mehr kann ich dazu auch nicht sagen :-)
Denke in letzter Zeit viel über Klischees nach und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich Klischees in vielerlei Hinsicht verwende, weil ich andere Autorinnen und Autoren imitiere, ohne dass mir das so klar wäre. Denn das Gegenteil von Klischees ist ja Originalität, etwas eigenes und Neues zu erschaffen. Ich finde, dass das ein wirklich spannendes Thema ist, vielen Dank für deine Anregungen, die ich als hilfreich erlebt habe. :-)

Beste Grüße
MRG


Hallo @Kanji,

schön, dass du noch einmal reingeschaut hast, möchte mich da ganz herzlich bedanken! :-)
Du triffst mit deinem Kommentar ziemlich ins Schwarze: Ich lese gerade die "Liebesgeschichten" von Tschechow und habe versucht, mich in ein neues Genre zu begeben. Ich befürchte nur, dass eigentlich die gesamte Story an sich ein Klischee ist; das ist nichts Neues, nichts Überraschendes. In vielerlei Hinsicht ist das eine ernüchternde Erkenntnis, auf der anderen Seite habe ich das Gefühl nach und nach zu verstehen, was überhaupt Klischees sind. Das ist ja der erste Schritt, dass ich damit spielen kann und letztendlich etwas Neues schaffe. Dein Kommentar hat mir gut getan, danke!

Und da muss ich dir gleich zu Beginn sagen, dass ich nicht so genau weiß, worauf die Geschichte basiert, was sie aussagen will.
Das hat mich irgendwie getroffen, auf eine positive Art, weil es stimmt. Es ist eine Szene und in vielerlei Hinsicht ein Klischee, weil das schon X-fach genau so geschrieben worden ist. War eine gute Erkenntnis, die mir in der Schärfe vorher nicht klar war.

Ich warte die ganze Zeit auf etwas und im Grunde ist dieser Teil der Geschichte eben in meinen Augen bloß eine Szene einer Liebesgeschichte. Bisschen wie bei den Russen, also den Autoren des vorherigen Jahrhunderts: Er liebt, gesteht und leidet, sie zögert.
Auch hier ein Volltreffer, wie ja schon weiter oben geschildert. Muss allerdings dazu sagen, dass mich die Geschichten von Tschechow sehr berühren und ich das sehr gerne lese.

Ich weiß nicht, warum niemand der beiden aktiv wird, ob der Hintergrund dieser flammenden Gefühle des Poeten (bloß) die Schönheit der Angebeteten ist und worauf diese denn so wartet.
Ja, das ist etwas für die Charakterzeichnung, das bleibt alles oberflächlich und austauschbar; denke, dass daher auch die Dialoge so nichtssagend bleiben. Da will ich noch einmal ran.

In dieser kurzen Zeit der Geschichte taucht ein besonderer Ring auf, der nie wieder erwähnt wird, dessen Farbe sich einmal in der Farbe der Rosen widerspiegelt, die er an der Elbe aus dem Rucksack zieht. Das ist ebenso traurig wie verwirrend, denn ich denke immer, nichts sollte ins Leere laufen, schon gleich gar nicht in einer Kurzgeschichte.
Sehr guter Punkt, hier öffne ich ein Fass, platziere eine Erwartung, die ich nicht erfülle. Das habe ich direkt rausgenommen, bis mir etwas besseres dazu einfällt.

Ein Traum. :D ich würde strahlendblau zusammenschreiben oder zumindest kein Komma setzen.
Danke, habe ich auch korrigiert. :-)

Es scheint mir bedeutungsvoll zu sein und dann verläuft sich auch diese Bemerkung. Zurück bleibe ich und denke mir selbst was aus: Ist Luisa eine Träumerin, hat sie psychische Probleme, stimmt etwas anderes nicht mir ihr, hat sie Erfahrungen mit Männern im Wasser gemacht? In der Kindheit? Diese Richtung. Aber ich sehe nichts, woran ich das festmachen kann. Es folgt auch nichts dahingehend.
Ach MRG, ich bin eine olle Frau und kriege die romantischen Bilder einfach nicht mit dem Dialog in Einklang. Auch verstehe ich Luisa nicht. Muss ich nicht, klar, aber was ist denn da ... wirklich los? Wo ist das Problem? Der beiden und das der Geschichte?
Denke, dass du genau das weiter oben mit der Frage nach dem Thema meintest; es fehlt an Substanz, verläuft sich so zu einer belanglosen Szene. Das ist eine sehr wichtige Rückmeldung für mich!

Ist die jetzt nun seltsam oder empfinde ich das nur so? Wofür braucht sie denn Zeit? Wenn die beiden keine miteinander verbringen, sich nicht einmal schreiben, was soll denn da wann und warum überspringen? Entschuldige bitte meinen Ton, aber ich bin ... verwirrt und dann werde ich gerne ... laut :lol:
Und zum Fuchs noch mal, woran liegt es denn nun? Am lapislazulifarbenen Ring? Am Mann in der Elbe? An seinem perfekten Aussehen? Seinem Job? :confused:
Auch hier fehlen ja die Hintergründe, oder die "Tiefe", so verstehe ich das und ich merke, dass ich das so nicht stehen lassen will. Da setze ich mich an eine umfangreiche Überarbeitung - allerdings tue ich mich noch schwer, wie ich die genannten Vorschläge umsetzen kann. Wird eine interessante Herausforderung werden.

Also zusammengefasst meine ich, mir fehlt ganz platt formuliert die Tiefe, auch tieferer Sinn, oder wahlweise eine überraschende Wende, ungewöhnliche Charaktere, untypische Handlungen und/oder Dialoge. Irgendetwas, was diese Geschichte besonders macht, gerade weil du hübsch formulierst, sanft und genau.
Vielen, vielen Dank für deinen Kommentar, das war wichtig für mich zu lesen. Ich nehme mir für die Überarbeitung mit, dass ich an der Substanz und der "Tiefe" feilen will. Mal schauen, ob ich das umgesetzt bekomme.

Beste Grüße
MRG

 
Wortkrieger-Team
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Du triffst mit deinem Kommentar ziemlich ins Schwarze: Ich lese gerade die "Liebesgeschichten" von Tschechow und habe versucht, mich in ein neues Genre zu begeben. Ich befürchte nur, dass eigentlich die gesamte Story an sich ein Klischee ist; das ist nichts Neues, nichts Überraschendes. In vielerlei Hinsicht ist das eine ernüchternde Erkenntnis, auf der anderen Seite habe ich das Gefühl nach und nach zu verstehen, was überhaupt Klischees sind.
hej @MRG, es ist wohl unmöglich, den Klang Tschechows in die heutige Zeit zu transponieren. Das merkt man schon allein im Dialog. Einerseits spürt man die Sensitivität, des Poeten Hendrik, seine Gefühle für Luisa, andererseits zerstört die Sprache diesen Klang, wenn er ihr gesteht, sie sei „sein Typ“. Auch, dieses Leid ohne wirkliche Not, des Ausbleibens des Austausches, das Fehlen vom Beschreiben der Gefühle, des Handelns. Ich bin sehr gespannt, was du daraus machen wirst.

bis dann. Kanji

 
Monster-WG
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Hallo @MRG

ich hab auch nochmal reingeschaut und muss sagen, dass mir die erste Version besser gefallen hat. In der ersten Version hat mir die Tiefe der Protagonistin gefehlt und eine bessere Verortung der Zeitspanne, in der die beiden sich sehen. Jetzt geht es mir ähnlich wie @Kanji - ich frag mich auch, was genau Du mit der Story rüberbringen möchtest. Aus Deinen Antworten auf die Kommentare lese ich heraus, dass es Dir darum geht, zu zeigen, dass es Menschen gibt, die Blockaden haben und sich nicht auf eine Beziehung einlassen können. Da stimme ich erstmal komplett zu. Die Menschen gibts definitiv und ich kenne viele, denen es so geht. Allerdings kann ich das aus Deiner Geschichte nicht herauslesen. Teilweise wirkt diese zweite Version jetzt eher abgehackt, mir fällt es schwer, Kopfkino zu entwickeln und nach wie vor fehlt mir die Tiefe des Charakters der weiblichen Prota. Den Einstieg finde ich gelungen. Ich selbst war noch nie bei einem Poetry Slam und finde, Du bringst das gut rüber. Ich konnte mir das gut bildlich vorstellen.

Hier einige Leseeindrücke:

Irgendwann hielt er es nicht mehr aus, erkundigte sich, wie es bei ihr aussehe und ob sie sich sehen könnten.

Die Wortwiederholung ist mir aufgefallen.

Die Linie vom Ohr zum Kinn verstärkte sich durch einen gepflegten Dreitagebart;

Das liest sich sehr komisch. Du möchtest ihn ja gerne attraktiv rüberbringen. Wenn ich das als Frau lese, macht es für mich den Mann eher unattraktiv.

Nachdem das Finale beendet und alle Stimmzettel ausgezählt worden waren, stand fest, dass der erste Poet mit den blauen Augen gewonnen hatte. Er kam nach seinem Sieg auf Luisa zu und lud sie auf einen Cocktail ein. „Wie hat‘s dir gefallen?“
„War echt großartig“, antwortete sie.
Er schaute sie lange an.
„Willst du noch was trinken?“
„Gern“, antwortete Luisa und trank ihr Glas aus.
Als er zurückkam, sagte er: „Auf uns.“
Luisa wurde wieder rot. „Danke … ich …“
„Schon okay“, sagte er. „Lass uns einfach den Moment genießen.“
Irgendwann kam ihre Freundin und sagte, dass sie langsam gehen müssten; Luisa verabschiedete sich wehmütig, sie tauschten ihre Nummern aus und verließen die Bar. Er rief ihr noch zu: „Ich schreib dir, lass uns die Woche was machen.“

In dem Dialog fehlen mir die Emotionen. Auch kommt nicht wirklich rüber, was Luisa denkt, was in ihr vorgeht.
Was ihn angeht, passt es für mich besser. Er hat sie im Publikum erspät, sie ist ihm aufgefallen und er fasst den Mut, sie anzusprechen, lädt sie auf einen Drink ein. Das ist alles glaubhaft. Auch das "auf uns" finde ich jetzt nicht drüber, ihre Reaktion dann aber seltsam. Er hat ihr ja keinen Heiratsantrag gemacht.
Du schreibst, sie verabschiedet sich wehmütig. Also gehe ich an der Stelle davon aus, dass sie durchaus Interesse hat (was aber im Dialog nicht wirklich rüberkommt).

Sie trafen sich am Elbstrand und spazierten in Richtung Teufelsbrück. Luisa meinte einen stehenden Mann mitten auf dem Wasser zu sehen, bis sie bemerkte, dass es eine Boje war.
„Ich liebe diesen Ort“, sagte er, als sie sich auf eine Bank gesetzt hatten; ein Baum schützte vor neugierigen Blicken, gab allerdings noch immer den Blick auf die Elbe frei.
„Habe dir was mitgebracht“, sagte er und griff in seinen Rucksack.
„Danke“, antwortete Luisa als sie die Rosen entgegennahm. „Aber … das wäre doch nicht nötig gewesen.“
Niemand sagte etwas.
Er sog Luft in seine Lunge und sagte: „Luisa, du bist genau mein Typ.“
„Oh, danke, ich … ich …“
„Schon, okay. Lass uns einfach Zeit zusammen verbringen.“
Luisa nickte.

Die Erwähnung Boje/ stehender Mann - ist die wichtig? Ich fänds besser, wenn Du stattdessen die Gefühle/ Gedanken von Luisa thematisieren würdest.
Auch hier bringt mich der Dialog nicht weiter. Ist nur eine kurze Momentaufnahme. Er bringt Blumen mit, das ist doch schön.
Auch in dem Abschnitt erfahre ich praktisch nichts über Luisa.
Er sagt, sie sei genau sein Typ. Selbst eine Frau mit Blockade würde sich über dieses Kompliment erstmal freuen. Er schlägt ja nicht vor, dass sie zusammenziehen.

Doch die Wochen vergingen, jedes Mal, wenn er auf sein iPhone schaute, fühlte er einen Stich in der Magengegend. Sie hatte nicht geschrieben. Ununterbrochen dachte er an sie; hörte Musik, die ihn an Luisa erinnerte; reagierte nicht auf die Komplimente anderer Frauen; wünschte sich nichts sehnlicher, als ihr einen seiner Texte zu widmen. Irgendwann hielt er es nicht mehr aus, erkundigte sich, wie es bei ihr aussehe und ob sie sich sehen könnten. Endlich antwortete sie und in ihm stieg Hoffnung auf.

Ihn kann ich in der ganzen Story besser greifen. Er hat sich in sie verguckt, auch wenn ich selbst nicht an Liebe auf den ersten Blick glaube, nehm ich Deinem Prota das zu 100% ab. Mich würde interessieren, was Luisa in all den Wochen macht. Denkt sie an ihn? Hat sie Sehnsucht? Ist sie froh, dass er sich nicht meldet?

Diesmal saßen sie in einem Park auf einer Bank. In der Nähe war ein Spielplatz: Kinder spielten und lachten, während die Eltern aufpassten. Nach oberflächlichem Geplänkel sagte er: „Ich denke seit Wochen jeden Tag an dich.“
„Hendrik, ich …, ich … brauche Zeit. Einerseits finde ich dich schon toll und ich bewundere dich so. Aber mir fällt das schwer und es ist eben doch noch nicht so dieser komplette Funken … ich brauche mehr Zeit … die Gefühle müssen sich entwickeln, weißt du? Es fällt mir alles so schwer … ich weiß nicht, woran das liegt …“

Und der Dialog ist dann irgendwie etwas tolpatschig und auch nicht so glaubwürdig. In dem ganzen Text kann ich Luisa überhaupt nicht greifen. Ich glaube, um die Thematik wirklich rüberzubringen, mit der Blockade, müsste die Geschichte länger sein, Du müsstest viel mehr in die Tiefe gehen.

„Ich habe letztens eine berührende Kurzgeschichte gelesen. Da ging es um drei Freunde, zwei Männer und eine Frau; der eine ist ein Macher und der andere ist Schriftsteller. Beide verlieben sich in sie. Aber der Macher fragt sie zuerst und bootet den Schriftsteller aus. Nach ein paar Jahren bekommen sie eine Tochter und der Schriftsteller kümmert sich noch immer um die Frau, jetzt als bester Freund. Irgendwann verlässt der Macher sie wegen einer anderen. Der Schriftsteller ist währenddessen immer für sie da. Am Ende heiraten sie dann. Was ich damit sagen will: Ich bin für dich da, egal was passiert.“
Er umarmte sie, Luisa ließ es geschehen.

Naja. Seltsam, dass er ihr das so erzählt. Was will er damit bezwecken?
Sie lässt die Umarmung geschehen, wie gnädig. Dennoch weiß ich immer noch nicht, was sie denkt und fühlt

Als er wieder Zuhause war, zog er die Gardinen zu, nahm den Kurzgeschichtenband aus dem Bücherregal und begann zu lesen.

Das Ende der ersten Version hat mir besser gefallen.

Ich hoffe sehr, ich war mit meinem Kommentar nicht zu grob. Falls doch, dann tut es mir sehr leid. Ich bin davon überzeugt, dass Du das besser kannst und freue mich auf einen neue Version.

Ganz liebe Grüße aus dem nebligen Freiburg,
Silvita

 

MRG

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Liebe @Kanji,

ich habe den Text überarbeitet und habe versucht, deine Punkte einfließen zu lassen; war eine Herausforderung, bin mal gespannt, ob die Überarbeitung geholfen hat:

hej @MRG, es ist wohl unmöglich, den Klang Tschechows in die heutige Zeit zu transponieren. Das merkt man schon allein im Dialog.
Das stimmt und ich habe auch mehr versucht, meine eigene Version zu schreiben; möchte mir nicht anmaßen, mich mit Tschechow zu vergleichen.

Einerseits spürt man die Sensitivität, des Poeten Hendrik, seine Gefühle für Luisa, andererseits zerstört die Sprache diesen Klang, wenn er ihr gesteht, sie sei „sein Typ“. Auch, dieses Leid ohne wirkliche Not, des Ausbleibens des Austausches, das Fehlen vom Beschreiben der Gefühle, des Handelns. Ich bin sehr gespannt, was du daraus machen wirst.
Habe bei den Dialogen versucht nachzuschärfen und ich habe versucht, diesen Austausch stärker in den Vordergrund zu stellen. Ich bin sehr gespannt, ob es jetzt besser funktioniert.

Vielen herzlichen Dank für deine Zeit, Mühe und hilfreichen Impulse!

Beste Grüße
MRG


Liebe @Silvita,

finde es großartig, dass du mich so unterstützt und mir noch einmal einen Kommentar da gelassen hast. Ich habe den Text jetzt komplett überarbeitet und habe versucht, deine Kritikpunkte zu berücksichtigen und umzusetzen:

ich hab auch nochmal reingeschaut und muss sagen, dass mir die erste Version besser gefallen hat. In der ersten Version hat mir die Tiefe der Protagonistin gefehlt und eine bessere Verortung der Zeitspanne, in der die beiden sich sehen. Jetzt geht es mir ähnlich wie @Kanji - ich frag mich auch, was genau Du mit der Story rüberbringen möchtest.
us Deinen Antworten auf die Kommentare lese ich heraus, dass es Dir darum geht, zu zeigen, dass es Menschen gibt, die Blockaden haben und sich nicht auf eine Beziehung einlassen können. Da stimme ich erstmal komplett zu. Die Menschen gibts definitiv und ich kenne viele, denen es so geht. Allerdings kann ich das aus Deiner Geschichte nicht herauslesen.
Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast! Ich habe mich selbst noch einmal gefragt, was ich das eigentlich erzählen will und dabei ist mir aufgefallen, dass ich es positiv enden lassen will und es mir eigentlich darum geht, dass Männer durchaus sanft sein können und sich wirklich kümmern. Ob ich das rüberbringen konnte, weiß ich nicht, habe alles gegeben in der Überarbeitung. :D

Das liest sich sehr komisch. Du möchtest ihn ja gerne attraktiv rüberbringen. Wenn ich das als Frau lese, macht es für mich den Mann eher unattraktiv.
Ich habe an diese markante Kinnlinie gedacht, die Männermodels immer auf Bildern haben. Hier weiß ich noch nicht genau, wie ich das klarer machen kann.

In dem Dialog fehlen mir die Emotionen. Auch kommt nicht wirklich rüber, was Luisa denkt, was in ihr vorgeht.
Habe vor allem bei den Dialogen nachgeschärft und versucht, die beiden Personen deutlicher zu zeichnen.

Die Erwähnung Boje/ stehender Mann - ist die wichtig? Ich fänds besser, wenn Du stattdessen die Gefühle/ Gedanken von Luisa thematisieren würdest.
Ich habe die Boje jetzt so platziert, dass Luisa eine schlimme Erfahrung mit ihrem Ex-Freund hatte und es ihre Gefühle in dem folgenden Dialog verstärkt.

Mich würde interessieren, was Luisa in all den Wochen macht. Denkt sie an ihn? Hat sie Sehnsucht? Ist sie froh, dass er sich nicht meldet?
Ich habe dieses "sich nicht melden" komplett gestrichen, da hat mir dein Kommentar sehr weitergeholfen.

Und der Dialog ist dann irgendwie etwas tolpatschig und auch nicht so glaubwürdig. In dem ganzen Text kann ich Luisa überhaupt nicht greifen.
Ich habe jetzt versucht, Luisas Beweggründe stärker herauszuarbeiten.

Naja. Seltsam, dass er ihr das so erzählt. Was will er damit bezwecken?
Ja, habe ich gestrichen und durch das Gedicht ersetzt. Damit will er für sie da sein.

Ich hoffe sehr, ich war mit meinem Kommentar nicht zu grob. Falls doch, dann tut es mir sehr leid. Ich bin davon überzeugt, dass Du das besser kannst und freue mich auf einen neue Version.
Auf keinen Fall, dein Kommentar hat mir gut getan und mir bei der Überarbeitung als Richtlinie gedient (und dafür gesorgt, dass ich mich von einigen Darlings verabschiedet habe). Ich hoffe, dass die jetzige Version besser geworden ist.

Liebe @Silvita dein Kommentar war spitze, danke!

Beste Grüße
MRG

 
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Hallo @MRG,

wirklich großes Kompliment für die neue Version, das ist in meinen Augen ein Unterschied wie Tag und Nacht. Das liest sich jetzt überlegt, durchkomponiert und richtig gewichtet, die Figuren haben viel mehr Profil und die Bezüge bzw. der Bezug auf Rilke macht Sinn.

Nur die Dialoge und die Thematik selbst finde ich nun noch ausbaufähig. Es ist zwar nun schon eine schlüssiges Szenario, aber ich finde mit der Nennung von Narzissmus und generischen Charakteristika von solchen Beziehungen, das geht noch besser. Wie hat er sie manipuliert? Wie lange hat sie es nicht gemerkt? Wie viele Versuche wegzukommen gab es? Wie hat sie es dann geschafft? Usw, usf.

Aber vielleicht muss das auch nicht mehr an diesem Text umgesetzt werden. Oder nicht zeitnah. Ich denke, irgendwann wird man überarbeitungsmüde und verliert auch irgendwie die Distanz zum Text. Ist meine Erfahrung.

Jedenfalls Glückwunsch zu dieser starken Steigerung.

VG, HK

 

MRG

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Hallo @Henry K.,

danke für die Rückmeldung, das hat mir ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert!

wirklich großes Kompliment für die neue Version, das ist in meinen Augen ein Unterschied wie Tag und Nacht. Das liest sich jetzt überlegt, durchkomponiert und richtig gewichtet, die Figuren haben viel mehr Profil und die Bezüge bzw. der Bezug auf Rilke macht Sinn.
Das hat mich sehr gefreut, ich mag es sehr, mich zu verbessern und freue mich daher doppelt über dein Kompliment.

Nur die Dialoge und die Thematik selbst finde ich nun noch ausbaufähig. Es ist zwar nun schon eine schlüssiges Szenario, aber ich finde mit der Nennung von Narzissmus und generischen Charakteristika von solchen Beziehungen, das geht noch besser. Wie hat er sie manipuliert? Wie lange hat sie es nicht gemerkt? Wie viele Versuche wegzukommen gab es? Wie hat sie es dann geschafft? Usw, usf.
Ja, guter Punkt, das reiße ich nur an. Da liegt auf jeden Fall noch Potential, mal schauen, wie ich das angehe, bin mit den Dialogen jetzt zunächst an meine Grenze gekommen; habe ziemlich lange gebraucht, damit es besser klingt.

Aber vielleicht muss das auch nicht mehr an diesem Text umgesetzt werden. Oder nicht zeitnah. Ich denke, irgendwann wird man überarbeitungsmüde und verliert auch irgendwie die Distanz zum Text. Ist meine Erfahrung.
Werde den Text jetzt erst einmal einige Tage liegen lassen, um etwas Abstand zu gewinnen.

Jedenfalls Glückwunsch zu dieser starken Steigerung.
Herzlichen Dank! Da hat sich die Überarbeitung gelohnt. :-)

Wünsche dir ein schönes Wochenende.


Beste Grüße
MRG

 
Monster-WG
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Hey @MRG

Ich bringe ein paar grundsätzliche Überlegungen mit, in der Hoffnung, dass das für dich hilfreich ist.

Der Text weist in meinen Augen noch reichlich Unwucht auf. Das fügt sich nicht so recht zu einem Ganzen, das ist bzgl. Erzähltempo, Gewichtung, Perspektive ruckelig. Ich musste mich immer wieder neu orientieren und mich fragen, worum es in dem Text eigentlich geht. Konkreter: Du nimmst dir relativ viel Zeit, diesen Poetry-Slam zu beschreiben, die Stimmung. Du hast sogar eine Freundin ohne Namen reingenomen, der du einige Zeilen widmest. Die hat Dialog, nippt am Radler etc. etc. Für die Geschichte spielt sie aber nicht die geringste Rolle. Alles, was sie tut, könnte auch Luisa selbst tun. Auf jeden Fall dachte ich, dass bei der gegebenen Länge der gesamte Text an diesem Abend spielen wird. Eine Begegnung, ein schönes Gespräch, aber am Ende zieht der Typ mit der Freundin ab. So etwas. Aber dann öffnest du auf einmal den zeitlichen Horizont, da wird auf kurzer Strecke der Anfang einer möglichen Beziehung geschildert und erst gegen Schluss taucht der eigentlich Konflikt auf, der dann aber sehr zackig gelöst wird. Mir war da ziemlich schwindelig. Um es pointiert zu formulieren: Ich weiss am Ende mehr über das höhenverstellbare Mikrofon und die Location, in der sie sich zum ersten Mal getroffen haben, als über Luisa.

Ein Problem ist auch, dass deine Perspektive nicht sauber ist. Das wechselt einerseits hin und her, hat manchmal auktoriale Züge, aber es dann gibt es doch keinen eindeutigen Erzähler mit Distanz. Ich würde dir insgesamt also raten, dir zunächst ganz klar darüber zu werden, was der Kern der Geschichte sein soll (ich denke, den finden wir bei Luisas Vorgeschichte und ihren Ängsten) und diesem Kern dann auch das entsprechende Gewicht zu geben. Idealerweise sollte dieser Kern schon am Beginn eine Rolle spielen, subtil oder weniger subtil. Es könnte zum Beispiel deutlich werden, dass Luisa gerade aus einer Beziehung kommt oder dass sie nur selten ausgeht oder dass die Freundin ihr sagt, schau mal der Typ auf der Bühne, der wäre doch was für dich, und Luisa sieht, wie selbstbewusst er auf der Bühne steht und das macht ihr Angst, weil er sie an ihren narzisstischen Ex erinnert und dann ist da aber doch so ein Ausdruck in seinem Gesicht, der sie neugierig macht. Also, der Kern sollte jederzeit im ganzen Text zu finden sein. Und lass dir danach Zeit, diesen Kern wirklich zu entfalten. Zeige ihre Ambivalenzen. Der neue Typ ist ein Gewinner. Das zieht sie an. Aber Gewinner sind häufig selbstverliebt. Ist Hendrik auch so einer? Das muss sie herausfinden. Das ist spannend. Lass die Leser daran teilhaben.
Oder du wechselst die Perspektive ganz. Hendrik lernt Luisa kennen. Sie zieht ihn an, hat aber offenbar ein Geheimnis. Eine seltsame Distaznahme. Was ist mit ihr los? Weshalb darf er sie nicht berühren? Will sie nichts von ihm? Aber weshalb ruft sie ihn dann an? Auch das wäre spannend. Ich würde mich da fürs Erste für eine klare Perspektive entscheiden und das durchziehen. Und eben die Gewichtung. Entweder den Anfang deutlich kürzen, die Freundin kannst du auch rausstreichen (ausser du gibst ihr eine Funktion) oder dann den Rest des Textes stärker ausarbeiten.

Man spürt deine Lust, Geschichten zu erzählen. Und ich sehe, dass du dich richtig reinkniest, wenn es um Überarbeitungen geht. Nutze diese Lust, diese Energie, um den Grundkonflikt, den ich sehr spannend und alltagsnah und relevant finde, ganz zur Entfaltung zu bringen. Was braucht es, um sich nach so schlechten Erfahrungen wieder auf jemanden einlassen zu können? Vermutlich mehr als ein Gedicht. Zeige uns, wie sich die Sache entwickelt, zeige auch Rückschläge. Nimm dir dafür Zeit.

Lieber Gruss
Peeperkorn

 

MRG

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Lieber @Peeperkorn,

deinen Kommentar finde ich außergewöhnlich und sehr, sehr hilfreich. Habe ich mir jedenfalls rauskopiert und lege den für meine Überarbeitung neben mich. Ich finde es auch ganz interessant, dass du viele Punkte ansprichst, die wir auch während des Schreiblabors besprochen haben (hat jetzt am Wochenende angefangen und ich bin absolut begeistert, dass es so etwas gibt). Einer der Impulse war da beispielsweise auch, dass die Motive schon ganz am Anfang auftauchen und sich dann während des weiteren Verlaufs entfalten. Auch die Hinweise zur Perspektive bringen mich zum Nachdenken und zeigen mir, dass ich noch sehr viel zu lernen habe und das Schreiben in vielerlei Hinsicht ein Handwerk ist (wovon ich gar nicht genug bekommen kann). Mein Plan sieht jetzt so aus, dass ich den Text für einige Tage ruhen lasse und dann mit frischer Energie an die Überarbeitung gehe.

Ich gehe im Detail auf deine Anmerkungen ein:

Ich bringe ein paar grundsätzliche Überlegungen mit, in der Hoffnung, dass das für dich hilfreich ist.
Deine Überlegungen habe ich als wertvoll und sehr hilfreich wahrgenommen. Finde es sehr bemerkenswert, dass du dir die Zeit genommen hast und bei jedem deiner Punkte konnte ich innerlich nicken und habe verstanden, weshalb meine Geschichte noch nicht so funktioniert, wie ich mir das wünsche. Danke!

Der Text weist in meinen Augen noch reichlich Unwucht auf. Das fügt sich nicht so recht zu einem Ganzen, das ist bzgl. Erzähltempo, Gewichtung, Perspektive ruckelig. Ich musste mich immer wieder neu orientieren und mich fragen, worum es in dem Text eigentlich geht.
Die Idee mit der Unwucht war für mich ziemlich relevant: Ich habe mir bislang noch keine Gedanken gemacht, ob der Text diese Unwucht aufweist oder nicht, kann es jetzt allerdings gut erkennen. Wenn ich es richtig verstehe, dann geht es um die Gesamtkomposition, momentan sind das noch Versatzstücke, die sich nicht zu einem funktionierenden Bild zusammensetzen.

Auf jeden Fall dachte ich, dass bei der gegebenen Länge der gesamte Text an diesem Abend spielen wird. Eine Begegnung, ein schönes Gespräch, aber am Ende zieht der Typ mit der Freundin ab. So etwas. Aber dann öffnest du auf einmal den zeitlichen Horizont, da wird auf kurzer Strecke der Anfang einer möglichen Beziehung geschildert und erst gegen Schluss taucht der eigentlich Konflikt auf, der dann aber sehr zackig gelöst wird. Mir war da ziemlich schwindelig. Um es pointiert zu formulieren: Ich weiss am Ende mehr über das höhenverstellbare Mikrofon und die Location, in der sie sich zum ersten Mal getroffen haben, als über Luisa.
Das hat mich zum Nachdenken gebracht, denn ich wecke hier falsche Erwartungen, die ich so überhaupt nicht geplant hatte. Vielmehr habe ich mich damit beschäftigt, wie ich diese Szene, diesen Poetry Slam, möglichst glauwürdig beschreiben kann und mich da auf Erinnerungen gestützt. Dabei ist mir entgangen, dass es gar nicht so relevant für den Grundkonflikt ist. Das hat bei mir einen großen Aha-Effekt ausgelöst.

Ein Problem ist auch, dass deine Perspektive nicht sauber ist. Das wechselt einerseits hin und her, hat manchmal auktoriale Züge, aber es dann gibt es doch keinen eindeutigen Erzähler mit Distanz. Ich würde dir insgesamt also raten, dir zunächst ganz klar darüber zu werden, was der Kern der Geschichte sein soll (ich denke, den finden wir bei Luisas Vorgeschichte und ihren Ängsten) und diesem Kern dann auch das entsprechende Gewicht zu geben.
Mit der Perspektive habe ich mich noch nicht so eingehend befasst und das nehme ich mir mit; habe dazu die Diskussion hier im Forum gesehen und denke, dass ich mich da noch einmal intensiver mit befasse. Der Gedanke zum Kern der Geschichte hat mich dann an das Schreiblabor erinnert und tut mir momentan sehr gut, um mich selbst zu fokussieren. Für alle weiteren Überarbeitungen und Geschichten versuche ich mir im Vorfeld diese Fragen selbst zu stellen und meine Gedanken dazu aufzuschreiben, bevor ich loslege.

Idealerweise sollte dieser Kern schon am Beginn eine Rolle spielen, subtil oder weniger subtil.
Ja, das nehme ich mir auch gerne mit und hilft mir meine ersten Sätze zu optimieren und schon am Anfang die Motive einzuführen. Denke, dass du das auch im folgenden Punkt mit dem Entfalten gemeint hast?

Also, der Kern sollte jederzeit im ganzen Text zu finden sein. Und lass dir danach Zeit, diesen Kern wirklich zu entfalten. Zeige ihre Ambivalenzen. Der neue Typ ist ein Gewinner. Das zieht sie an. Aber Gewinner sind häufig selbstverliebt. Ist Hendrik auch so einer? Das muss sie herausfinden. Das ist spannend. Lass die Leser daran teilhaben.
Ich verstehe das so, dass ich die Motive schon am Anfang platziere und dann nur diese Motive entfalte und behandle, um so diesen Kern zu entfalten und die Geschichte atmen zu lassen. Deinen Vorschlag finde ich spannend für die Überarbeitung, mal schauen, wie ich das am besten angehe.

Oder du wechselst die Perspektive ganz. Hendrik lernt Luisa kennen. Sie zieht ihn an, hat aber offenbar ein Geheimnis. Eine seltsame Distaznahme. Was ist mit ihr los? Weshalb darf er sie nicht berühren? Will sie nichts von ihm? Aber weshalb ruft sie ihn dann an? Auch das wäre spannend.
Merke, dass ich bei der Perspektive noch viel Entwicklungspotential habe und da im Vorfeld viel zu wenig drüber nachgedacht habe. Es fasziniert mich gerade, wie stark sich die Geschichte verändern würde, wenn ich eine andere Perspektive in den Vordergrund stelle.

Ich würde mich da fürs Erste für eine klare Perspektive entscheiden und das durchziehen. Und eben die Gewichtung. Entweder den Anfang deutlich kürzen, die Freundin kannst du auch rausstreichen (ausser du gibst ihr eine Funktion) oder dann den Rest des Textes stärker ausarbeiten.
Das nehme ich mir als Orientierung für die Überarbeitung mit und ich merke schon jetzt, dass das eine echte Herausforderung werden wird. Ich hatte schon bei der jetzigen Überarbeitung das Gefühl, dass ich an meiner "Grenze" arbeite; genau das macht mir Spaß, weil ich mich genau in diesen unbekannten Regionen verbessern kann.

Man spürt deine Lust, Geschichten zu erzählen. Und ich sehe, dass du dich richtig reinkniest, wenn es um Überarbeitungen geht. Nutze diese Lust, diese Energie, um den Grundkonflikt, den ich sehr spannend und alltagsnah und relevant finde, ganz zur Entfaltung zu bringen. Was braucht es, um sich nach so schlechten Erfahrungen wieder auf jemanden einlassen zu können? Vermutlich mehr als ein Gedicht. Zeige uns, wie sich die Sache entwickelt, zeige auch Rückschläge. Nimm dir dafür Zeit.
Vielen Dank, das hat mich ermutigt und motiviert mich, eine gute Überarbeitung zu schreiben. Werde mir dafür einige Tage (oder möglicherweise Wochen) nehmen, weil ich das Gefühl habe, hier wirklich vor einer Aufgabe zu stehen, die sich auf mein gesamtes Schreiben auswirken wird.
Auch der Gedanke mit dem Zeit nehmen wird mir immer klarer: Am Anfang dachte ich, dass alles schnell sein muss und dass ich schon zu Beginn die gesamte Geschichte raushauen müsste; jetzt merke ich nach und nach, dass weniger mehr ist. Manchmal reicht schon ein kleines Detail, um wirklich Spannung aufkommen zu lassen, eine Figur zu zeichnen oder einen Ort lebendig werden zu lassen.

Lieber @Peeperkorn ich möchte dir meine Wertschätzung ausdrücken, weil ich das Gefühl habe, entscheidende Punkte zur Kunst des Schreiben gelernt zu haben. Über diesen Kommentar werde ich noch viele Tage nachdenken und mein Bestes geben, um diese Punkte umzusetzen.

Beste Grüße
MRG

 
Monster-WG
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10.07.2019
Beiträge
281

Hallo @MRG =)

Jetzt hat dir Peeperkorn bereits einen exzellenten Kommentar verfasst, dem ich kaum etwas hinzuzufügen möchte. Daher bleibt es bei einem sehr kurzen Kommentar meinerseits, zwei, drei Dinge, die mir einfach mal so aufgefallen sind:

- Hendrik und Luisa erzählen sich recht schnell persönliches. Ihr Weg zueinander (via Lyrik) scheint auf emotional wuchtigen Ereignissen zu beruhen. Poetry save lives. Der Ex war ein Narzisst, der Onkel starb, Hendrik erzählt von seinem Verliebtsein. Vielleicht könntest du eine Stufe herunterfahren. Mag sein, dass der Opa ihm Rilke vorgelesen hat. Mag sein, dass der Ex auf Grund einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung manipuliert hat. Aber vielleicht gewinnt dein Text einfach an Leichtigkeit, wenn die Figuren weniger heftigen emotionalen Turbulenzen ausgesetzt waren. Irgendwo lernen sich in deinem Text zwei Menschen kennen und schätzen beide die Kraft lyrischer Worte. Beide scheinen unsicher zu sein, beide sind vielleicht nicht sicher, was der eine sagt, beide müssen zu einem Vertrauen finden, beide finden sich attraktiv.

- Ich halte es weniger wichtig, ob jetzt ein genannter Titel kanonisch ist oder nicht oder ob er sich an ein studentisches Zielpublikum richtet oder nicht. Denn eigentlich charakterisierst du doch über die Titel- und Autorenwahl die Figuren. Also, Hendrik mag Rilke und schätzt Rilke auf Grund eines persönlichen Ereignisses, was eine gewisse Tiefe suggerieren soll. Okay, alles gut. Aber es wäre meiner Ansicht nach auch kein Problem, wenn du zum Beispiel Ossip Mandelstam nimmst und Luisa fragt, oh, Mandelstam, den kenne ich nicht und Hendrik antwortet: Naja, das war ein verarmter, armenischer Dichter, der mit Reise nach Armenien seinen Verstand rettete. Und Luisa, Armenien, hm, ich wollte immer mal nach Georgien. Gut, ist jetzt alles rasch improvisiert, ist nur ein kleiner Einwurf.

Lg aus Leipzig
kiroly

 

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