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Die Geschichte einer Raupe, der plötzlich Flügel wuchsen

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23.02.2019
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Die Geschichte einer Raupe, der plötzlich Flügel wuchsen

Es war einmal eine kleine Raupe. Sie war unauffällig, schüchtern und alle sagten ihr immer sie sei zu ruhig, solle mehr aus sich herauskommen. Die kleine Raupe verstand nicht, wieso sie genauso laut sein sollte wie alle anderen auch. Zudem konnte sie laut sein, wenn sie der Meinung war, dass es angebracht wäre. Aber das müsse sie niemanden beweisen, dachte sie sich und lebte ihr ruhiges, entspanntes Wesen weiterhin vollkommen aus.
Allerdings war sie sehr verwirrt. Sie wusste einfach nicht was der Sinn ihres Lebens sei. "Was ist meine Bestimmung, zu was bin ich eigentlich fähig, was möchte ich einmal werden?" All diese Fragen beschäftigten sie meistens nachts. Alle anderen Raupen wussten ganz genau: „Ich möchte im Garten arbeiten, oder mit Menschen oder in der Küche als Koch.“ Noch dazu hatten alle anderen, in ihrem Alter, sich bereits in einen wunderschönen Schmetterling verwandelt. Das schafft man nur mit der richtigen Wärme und natürlich, wenn man seinen Sinn des Lebens gefunden hatte und diesen auch nicht mehr loslassen möchte. Die kleine Raupe probierte vieles aus, aber jene Probearbeitstage waren nichts Ganzes und nichts Halbes. Sie dachte damals nur: „Mit Tieren arbeiten will ich eigentlich nicht, aber ich probiere das trotzdem, denn ich möchte mir alles einmal anschauen und auch endlich dieser Schmetterling werden, von dem alle sprechen!“

Auf der Arbeit mit den Raupenkids musste sie sich die typischen Worte anhören „Hey du bist viel zu ruhig!“, aber sie dachte sich nichts dabei und erledigte ihre Aufgaben zuverlässig. Sie wusste sie kann auch anders. Auch ruhige Raupen können zu Rebellen werden. Nachdem ein Probejahr vorbei war, wusste sie schon, dass sie eine großartige Entwicklung durchgemacht hatte und sie war sich sicher, sie ist dem Sinn des Lebens ganz nahe. Sie blieb auf ihrem Weg und fand einen weiteren Platz, an dem sie wachsen konnte.
Sie begegnete vielen Herausforderungen, tollen Persönlichkeiten, liebenswerten Raupenkids und auch der besten Raupenchefin der Welt. Schon nach kurzer Zeit merkte sie, dass sich etwas tut. Sie war gefangen, positiv, in einer sanften Hülle, voller Wertschätzung, Wärme, Anerkennung. "Genau das braucht man doch, um ein Schmetterling zu werden, um endlich fliegen zu können", dachte sie sich. Der Umgang mit den Raupenkids und ihr tägliches Lächeln und das Wissen am Ende des Tages etwas Gutes getan zu haben, gab der Hülle noch den letzten Schliff. Noch dazu hatte sie den Satz, dass sie zu still sei, schon lange nicht mehr gehört bekommen.
Es fühlte sich endlich richtig an.
Über das Wochenende war es dann soweit. Die Hülle schloss sich vollständig. In der Zeit konnte sie ihr bisheriges Leben reflektieren und auch ihre Stärken erkennen und wusste, dass alles wunderbar ist, so wie es ist.
"Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet das meine Bestimmung ist", sagte sie lächelnd. Die Raupe tankte genug Energie und wusste, wenn sie jetzt gleich zu einem Schmetterling wird, aber die Flügel noch nicht so wollen, wie sie eigentlich sollen, dann holt sie sich den letzten Schub Energie von ihrer Raupenchefin. Und so war es auch. Sie gab ihr die letzte Kraft, Motivation, den Glauben an sich selbst und auch das Wissen "Hey, selbst wenn das mit dem Fliegen noch nicht so klappt, stehe ich hinter dir."
Ein paar Stürze musste die Raupe mit Flügeln dann auch hinnehmen, aber sie ließ sich nicht unterkriegen. Sie wusste, wenn sie fallen würde, dann weich und wenn sie einmal in ein tiefes Loch versinken würde, dann würde ihr sofort ein Seil runtergeworfen werden um wieder stabil den Boden unter ihren Füßen zu haben. Natürlich wäre die Raupe stärker als zuvor, denn durch das Klettern entlang des Seils bildeten sich einige Muskeln. Trotzdem funktionierte das mit dem Fliegen noch nicht so, wie sie es gerne hätte. Es lief zwar alles super, die Raupe war stark, hatte Spaß mit den Kids und ihren Kollegen, sprach offen mit ihrer Chefin über Probleme, genoss die Zeit auf der Arbeit, denn es fühlte sich am Ende des Tages nicht nach Arbeit an und sie war dafür sehr dankbar.
Dennoch saß sie eines Tages in einem dunklen Loch fest.
Ihre Raupenchefin bemerkte das sofort und handelte ohne mit den Wimpern zu zucken. Sie gab ihr die nötige Zuversicht, dass alles wieder gut werden würde. Sie rief der kleinen Raupe ermutigende Worte zu: „Ich möchte dir helfen, ich bin für dich da, du schaffst das!". In der Tiefe bildete sich plötzlich eine extreme Wärme aus und enorm spürbare Energiewellen. Die Chefin wurde von einem Licht geblendet und konnte ihre Augen kaum offenhalten. Die kleine Raupe atmete kurz durch, schloss die Augen und ließ die positiven Worte nochmal auf sich wirken. Dann schlug sie langsam mit den Flügeln.

Als sie die Augen öffnete war sie wieder oberhalb des Erdbodens angekommen. Durch die kleinen Windstöße öffnete auch ihre Raupenchefin wieder ihre Augen. "Alles ist gut", ermutigte ihre Chefin sie und klopfte ihr vorsichtig auf die Schultern. - "Alles ist gut, dank dir", antwortete der Schmetterling lächelnd. Doch eine Frage blieb dem fliegenden Wesen noch: „Du tust so viel gutes, du kümmerst dich um deine Mitarbeiter, du hast immer ein offenes Ohr, auch für die Raupenkids, bei Notfällen bist du zu erreichen, du strahlst eine Motivation aus, die mir sonst nicht viele Menschen geben können, du kannst zaubern, „Abrakadabra Simsalabim, nie wieder schwächeln, ich zaubere dir ein Lächeln“ und du bist sehr wertschätzend.“ „Also wo sind deine Flügel?“, fragte der Schmetterling.
„Du müsstest doch die größten und stärksten von allen haben!“
„Tja, weißt du, wenn ihr alle Flügel habt und ich sehe wie stark ihr seid und wie ihr schwebt, dann tragt ihr mich automatisch mit“
„Ich gebe Raupen, die ich wertschätze, Flügel um wegzufliegen, Wurzeln um zurückzukommen und Gründe, um zu bleiben“
Und im gleichen Moment tat sich etwas. Ein kurzer Lichtstrahl. Ein sanfter Knall. Der Raupenchefin waren ebenfalls Flügel gewachsen.
Denn sie ist mehr als richtig auf ihrem Lebensweg und das wurde ihr heute nochmal bewusst gemacht.​
 
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30.12.2018
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179
Hallo @Rabaerbel_182

Willkommen im Forum! :)

Uff, Kindergeschichten sind nicht einfach. Ich kenne mich damit auch nicht wirklich aus, trotzdem will ich versuchen, dir zu erklären, warum deine Raupenstory in meinen Augen leider nicht funktioniert.

Die Geschichte einer Raupe, der plötzlich Flügel wuchsen

SPOILER! ;)

Es war einmal

Wie gesagt, ich kenne mich nicht mit Kindergeschichten aus, aber ich bin mir sicher, dass sie nicht alle mit "Es war einmal ..." beginnen müssen.

wenn sie der Meinung war, dass es angebracht wäre.
und lebte ihr ruhiges, entspanntes Wesen weiterhin vollkommen aus.

Diese beiden Sätze sind soooooo erwachsen formuliert, das sie kein Kind der Welt verstehen würde. So denken keine Kinder und keine Raupenbabys. Das ist viel zu analytisch und konkret. Ich hätte mehr an so etwas gedacht wie:

»Pah!«, macht Raupe Robin. Ich kann still sein, wenn ich will. Flüstergrashalmleise! Und wenn ich will, kann ich auch laut sein, Grillengrobianlaut! Das ist meine Entscheidung!

Haha, das ist dämlich, aber sieht du, worauf ich hinauswill? :D Denke, wie ein Kind denken würde. Vor allem wie ein Raupenkind!

Allerdings war sie sehr verwirrt. Sie wusste einfach nicht was der Sinn ihres Lebens sei.

"Sinn des Lebens" ist ein Konzept, das einem allerfrühenstens in der Pupertät beschäftigt. Kinder interessiert so etwas Null. Abgesehen davon ist es viel zu abstrakt formuliert. Wenn, dann ginge es ja wieder in die Richtung von: »Mama, warum bin ich da? Also hier? Also auf diesem Blatt?«, oder sowas.

„Ich möchte im Garten arbeiten, oder mit Menschen oder in der Küche als Koch.

Ich bin kein Biologe, aber sind das klassische Raupen-Ausbildungsberufe? ;)

Auch ruhige Raupen können zu Rebellen werden.

Wieso will sie denn jetzt auf einmal Rebellin sein? Ich dachte, sie will Flügel, wie alle anderen auch? Wenn man das will, was alle anderen haben, ist man das Gegenteil eines Rebells.

Sie begegnete vielen Herausforderungen, tollen Persönlichkeiten, liebenswerten Raupenkids und auch der besten Raupenchefin der Welt.

Das ist, pardon, ziemlich lieblos formuliert, als wolltest du schnell vorankommen. Jaja, was weiß ich, liebe Kinder, dann passierte noch so einiges und dann kamen Leute, und naja, worauf ich hinauswill, dann kam der eine Tag, an dem ...

So geht das nicht. Kinder sind sehr gute Zuhörer und wittern Betrug in der Geschichte! ;) Sie wollen hören, wie die Raupe sich anstrengt, was ihr so passiert, wie sie zum Ziel kommt. Der Weg dorthin ist wichtig, sonst fühlt sich das Ergebnis schal an.

Die Hülle schloss sich vollständig.

Welche Hülle? Mir ist klar, das du den Kokon meinst, den Kindern nicht. Ein Kokon aus Licht und Wertschätzung und netten Worten ist wieder sehr sehr abstrakt. Vielleicht hat die kleine Raupe ja richtige Probleme damit, den Kokon zu bauen und die anderen helfen ihr dabei?

In der Zeit konnte sie ihr bisheriges Leben reflektieren und auch ihre Stärken erkennen und wusste, dass alles wunderbar ist, so wie es ist.

Das klingt wie aus einem Weiterbildungsseminar für gestresste Manager. Das ist doch eine Kindergeschichte, oder? Überlege dir, wie Kinder denken, was sie verstehen, welche Worte sie benutzen.

Dennoch saß sie eines Tages in einem dunklen Loch fest.
Ihre Raupenchefin bemerkte das sofort und handelte ohne mit den Wimpern zu zucken.

Hier wieder: Lieblos weiter im Text. Und dann, eines Tages, hockte sie halt in einem Loch. Fragt nicht, wieso.

„Also wo sind deine Flügel?“, fragte der Schmetterling.
„Du müsstest doch die größten und stärksten von allen haben!“
„Tja, weißt du, wenn ihr alle Flügel habt und ich sehe wie stark ihr seid und wie ihr schwebt, dann tragt ihr mich automatisch mit“

Die Moral von der Geschichte ist tatsächlich das beste an der Geschichte, die gefällt mir echt! Voll gut, da können Kinder doch auch was fürs Leben mitnehmen, nämlich:

Man kann alle Anstrengungen in sich selbst investieren, in den eigenen Erfolg. Oder, man kann anderen helfen, ihre Ziele zu erreichen ... und dabei selbst ein erfülltes Leben führen.

Und im gleichen Moment tat sich etwas. Ein kurzer Lichtstrahl. Ein sanfter Knall. Der Raupenchefin waren ebenfalls Flügel gewachsen.

Oh ... und wieder vorbei mit der Moral. :D Was für ein Zufall, das die Chefin jetzt natürlich auch Flügel bekommt.

Insgesamt: Leider noch weit von einer Kindergeschichte entfernt. Du hast dir da nicht genug Gedanken gemacht, finde ich. Die Idee ist gut, aber die Ausführung ist mir leider zu schnell hingeschrieben, zu lieblos und zu unbedacht.

Bleib dran, gute Kindergeschichten können die Zeit überdauern! (An dieser Stelle viele Grüße an die Raupe Nimmersatt!)

Und viele liebe Grüße an dich!

PP
 
Zuletzt bearbeitet:

Ane

Mitglied
Beitritt
08.08.2006
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827
Hej Rabaerbel_182,

auch für mich funktioniert Deine Geschichte nicht. Sie wirkt auf mich nicht mal wie eine Kindergeschichte, vom Konzept her, eher wie eine durch die Raupenthematik leicht verschleierte Personen- und Situationsbeschreibung, bzw. das vollkommen unrealistische Wunschdenken von jemandem, der/die im sozialen Bereich tätig ist.

"Abrakadabra" und "Simsalabim" treffen da im besten negativen Sinn der Worte. Über den Text hinweg bleibt unkonkret, was genau vor sich geht, da ist die Rede von "Wertschätzung" und "Bestimmung", von "etwas Gutes tun" und einem "dunklen Loch", aus dem die beste (Raupen-) Chefin der Welt mit Zuversicht rettet.
Wie das alles vor sich geht, beschreibst Du leider nicht.

Für Kinder find ich das ungeeignet. Wenn Du da mehr Klarheit hineinbringen wolltest, könntest Du Dich versuchen, die vage beschriebenen Situationen konkret zu formulieren.
Nenne die Herausforderungen, denen die Raupe begegnet. Benenne das Gute, dass sie am Ende des Tages getan hat, zeig es den Kindern - woher sollen die sonst wissen, was Du damit meinst?

Du hast auch einige Tempusfehler im Text. da könntest Du nochmal nach fahnden.

Und damit viel Spaß noch hier,

Gruß
Ane
 

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