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Die Quellenfrau

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24.10.2017
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Die Quellenfrau

„Diese Wanderung dürfen Sie auf keinen Fall versäumen!. . .“ Benedikta fand, dieser Empfehlung müsse man nicht unbedingt folgen. Schließlich sah man vom Strand aus die Berge sehr schön. Doch Rebecca und Anton sowie ihr Mann Peter teilten ihre Ansicht nicht. Die beiden Paare verbrachten ihre Ferien gemeinsam, seit die Kinder flügge waren.

Der schweißtreibende Aufstieg zu dem Bergdorf zog sich endlos hin. Benedikta hätte eine gemütliche Bootsfahrt oder einen Besuch in der Eisdiele dieser Strapaze vorgezogen.
Der Anblick der alten, grauen Häuser traf sie wie ein Blitz. Die engen Gassen, das Kirchlein, die ummauerten Gärten - alles schien ihr vertraut. „Gleich um die Ecke ist das Backhaus. Und dort, hinter dem Friedhof beginnt der Weg. - Wieso weiß ich das?“ Wie im Traum durchquerte sie den winzigen Ort und schlug den Wanderweg ein, während ihre Begleiter nach Wegmarkierungen suchten. Sie besuchte diese Gegend zum ersten Mal, hatte weder einen Reiseführer studiert, noch ein Foto betrachtet. Dennoch fühlte sie sich, als sei sie zu Hause, und mit jedem Schritt wuchs ihre Freude.

Der Wandersteig bot atemberaubende Ausblicke auf das Meer und die felsige Küste. Immer wieder hielten die Wanderer inne und bestaunten die traumhafte Landschaft. Benedikta bewegte sich immer langsamer. Schließlich rührte sie sich nicht mehr vom Fleck. Rechts des Pfades fiel steil der Berg ab, und der Blick verlor sich im Blau des Meeres. Auf der anderen Seite raschelte ein Wäldchen vor einer blühenden Wiese. Im Hintergrund erhob sich eine Felswand. Dieser Platz empfing sie wie eine ersehnte Heimat.

„Ich bleibe hier! Geht ruhig weiter! Heute Abend treffen wir uns im Ferienhaus“, erklärte sie.
„Ja, es ist herrlich hier! Aber wir werden noch an vielen schönen Ecken vorbeikommen.“
„Sollen wir Rast machen?“
Die Freunde legten die Rucksäcke ab und legten eine kleine Pause ein. Nur widerwillig setzte Benedikta die Wanderung fort. Den ganzen Weg lang blieb sie schweigsam.

Den folgenden Tag verbrachten die vier am Strand. Benedikta gab sich große Mühe, den wunderbaren Ort aus ihren Gedanken zu verbannen und nicht darüber zu grübeln weshalb er ihr so bekannt und vertraut war. Sie stürzte sich in belanglose Diskussionen, schwamm bis zur Erschöpfung und schaufelte am Abend im Restaurant jeden Bissen des üppigen Menüs in sich hinein. Dazu genoss sie zu viel von dem schweren Wein. Ermattet sank sie ins Bett. Im Traum mühte und quälte sie sich ab, den Höhenweg zu erklimmen, um an der bewussten Stelle endlich Ruhe zu finden. Doch sie rutschte und stürzte immer wieder ab. Wie gerädert erwachte sie im Morgengrauen. Sie setzte sich auf die Terrasse und beobachtete wie das Licht der aufgehenden Sonne das dunstige Grau in die kräftigen Farben des Südens verwandelte. Vielleicht wäre es nicht verkehrt, noch einmal diese Stelle aufzusuchen. Wahrscheinlich verlor sich dann der seltsame Zauber. Peter und die Freunde mochten bestimmt nicht wieder denselben Weg machen. Der Gedanke, den Pfad allein und ungestört zu gehen, gefiel ihr sehr. Und warum nicht gleich heute? Je eher, desto besser.

Auf den für heute geplanten Ausflug hatte sich Benedikta gefreut. Jetzt schien ihr der Besuch der Stadt unsinnig. Sie täuschte Übelkeit vor und bat um Verständnis, wenn sie nicht mitkomme. Den Vorschlag, den Ausflug zu verschieben, lehnte sie energisch ab. Ebenso Peters Angebot, bei ihr zu bleiben. Benedikta packte eine Flasche Wasser in den Rucksack und vom Bäcker neben der Bushaltestelle etwas Gebäck. Ungeduldig und aufgeregt, als verpasse sie etwas Wichtiges, wartete sie auf den Bus, der die abgelegenen Dörfer mit den größeren Orten an der Küste verband. Als sie in dem Bergdorf stand, fielen Aufregung und schlechtes Gewissen von ihr ab. Sie fühlte sich frei und unbeschwert. In der Eile hatte sie vergessen, ihre Sandalen mit den Wanderstiefeln zu tauschen, doch das beeinträchtigte sie keineswegs. Leichtfüßig folgte sie dem holprigen Pfad, ohne auf Steine und Wurzeln zu achten, als ob sich ein englischer Rasen unter ihren Füßen ausbreite. Sie genoss das Zwitschern der Vögel, das ihr so lieblich erschien wie nie zuvor und erreichte in weniger als einer Stunde das Ziel ihrer Wünsche. Glücklich breitete sie die Arme aus, drehte sich im Kreis, und ließ sie sich unter einem Baum ins Gras sinken. Die Sonne leuchtete golden durch die Blätter, die sich sachte im leisen Wind bewegten, tief unten glitzerte das Meer, ringsum dufteten Blumen und Kräuter, umschwirrt von eifrigen Bienen. Das gleichmäßige Zirpen einer Zikade drang an ihr Ohr und schläferte sie ein.Im Traum befand sie sich an derselben Stelle, wo sie gerade ruhte. Müde und zerschlagen durchquerte sie die Baumgruppe. Sie trat zu einer Quelle und trank. Augenblicklich schwanden Müdigkeit und Schmerzen.

Indessen wanderte die Sonne weiter, ihre Strahlen trafen das Gesicht der Schlummernden. Erfrischt und frohgemut erwachte sie. Es drängte sie, die Umgebung des Traumes in Augenschein zu nehmen. Sie wanderte durch das Wäldchen und gelangte auf eine schmale, von Steinen und Felsbrocken übersäte Wiese, die vor dem Berg endete. Unter einer mächtigen Pinie duckten sich überwucherte Mauern, Reste eines kleinen Hauses. „Da möchte ich wohnen.“ Sie näherte sich der Felswand. Hier leuchtete das Gras frischer und grüner als auf der Wiese vor dem Wäldchen. „Also gibt es Wasser“, folgerte sie, fand jedoch nichts. Ein Blick auf die Uhr mahnte zur Umkehr. Wieder fiel es ihr schwer, das herrliche Fleckchen Erde zu verlassen. Mit schweren Beinen stolperte sie ins Dorf und verpasste den Bus. Der Abstieg auf dem steilen, ausgetretenen Pfad und den zerbrochenen Stufen erwies sich viel schwieriger als der Aufstieg vor zwei Tagen. Es dunkelte bereits, als sie die Ferienwohnung aufschloss. Besorgte und vorwurfsvolle Gesichter erwarteten sie. Weder Peter noch die Freunde verstanden, was Benedikta bewogen hatte, diesen Platz wieder aufzusuchen. Sie verzichtete auf eine Erklärung, sie begriff es ja selbst nicht. Und erst recht nicht, als sie am nächsten Morgen verkündete, sie werde noch einmal einen Tag dort oben verbringen. Peter ärgerte sich über ihr befremdliches Verhalten. Rebecca versuchte, die Wogen zu glätten. Sie versprach, die Freundin zu begleiten und darauf zu achten, dass sie den Abendbus nicht verpassten.

Rebecca hatte Mühe, dem beschwingten Schritt der Freundin zu folgen. Sie fand die Gegend hier oben auch herrlich, konnte aber Benediktas Glücksgefühl nicht nachvollziehen. Sie machte es sich auf einer Decke bequem und vertiefte sich in ein Buch. Benedikta eilte zu dem Steinhaufen vor der Felswand. Wild entschlossen die Quelle zu finden, wuchtete sie einen Stein nach dem anderen auf die Seite. Sie verlor jedes Zeitgefühl, arbeitete wie in Trance. Erst als Rebecca sie energisch am Arm packte, erwachte sie wieder in der Realität.

Falls hier tatsächlich eine Quelle existiert, weshalb musst ausgerechnet du danach suchen? Warum tun dies nicht die Einheimischen? – Und jetzt komm, unser Picknick wartet!“
Benediktas ganzer Körper schmerzte, ihre Hände waren zerschrammt von der ungewohnten Arbeit. Dennoch ließ sie sich nach einer kurzen Pause nicht abhalten, wieder zu der „Baustelle“ zu gehen. Sie sah, wie viel Steine sich noch türmten, und ihr Vorhaben erschien ihr auf einmal aussichtslos. Müde kauerte sie auf einen großen Stein. „Ich gebe auf – es ist irrsinnig“, murmelte sie und beobachtete einen Schmetterling, der über die Wiese schwebte. Sie sollte sich neben Rebecca ausstrecken. Stattdessen hockte sie da wie angewachsen, vernahm das Gesumm der Bienen und das Vogelgezwitscher und – Benedikta hielt die Luft an – ein fernes Rauschen! Sie beugte sich vor. Es kam unter den verbliebenen Steinen hervor. Mit Aufbietung aller Kräfte schob sie den Gesteinsbrocken, der am nächsten vor der Felswand lag, zur Seite. Spärliches Nass sickerte hervor! Ziemlich weit unten entsprang die Quelle dem Felsen. Benedikta grub ein paar weitere Steine aus. Endlich tauchten ihre Hände in ein gluckerndes Rinnsal. Doch wohin floss das Wasser? Offensichtlich in eine Felsspalte und suchte sich seinen Weg unter der Erde. Es gab noch viele Steine zu schleppen. Heute bewältigte sie diese Arbeit nicht mehr. Immerhin, die Quelle existierte und war gefunden.
Rebecca zeigte sich wenig beeindruckt.
„Überall in den Bergen entspringen Wasserfälle und Quellen, und viele werden durch einen Erdrutsch begraben, warum also nicht auch hier?“
Aber diese Quelle war etwas Besonderes, davon war Benedikta überzeugt.

Die restlichen Ferientage boten ihr keine Gelegenheit mehr, die Quelle aufzusuchen. Da sie nicht mehr davon sprach, nahmen Peter und ihre Freunde an, ihre „Besessenheit“ habe sich gelegt. Aber sie träumte nach wie vor von dem Ort, sie empfand Heimweh, das sich auch nach Wochen nicht legte. Peter fand keine Erklärung für die zunehmende Entfremdung zwischen ihnen. Er quälte sich mit allen möglichen Befürchtungen. Doch als sie ihre Sehnsucht nach dem Platz an der Quelle gestand, hielt es für Unsinn, übersteigerte Phantasie.

„Das Gefühl, dass ich nicht mehr hier her gehöre, und es mich zu diesem Platz zieht, lässt mich nicht los. Monate lang habe ich vergeblich dagegen gekämpft“, sagte sie an einem Frühlingstag zu Peter. „Nun muss ich es wagen.“ Peter wollte nichts mehr davon hören. „Komm endlich wieder zur Vernunft und begreife, dass du dich verrannt hast!“

Benedikta kündigte ihre Arbeit in der Kita. Sie packte die Campingausrüstung aus den frühen Tagen ihrer Ehe. Sie verabschiedete sich von Rebecca und schrieb Peter einen Brief. Natürlich war es nicht fair. Doch sie glaubte, es sei sinnlos, noch einmal mit ihm zu diskutieren. Er würde, er konnte sie nicht verstehen. Seine Enttäuschung und seinen Zorn musste sich hinnehmen.

Als Benedikta das kleine Bergdorf hinter sich ließ, verlor sie die letzten Bedenken. Und - wie Peter sagen würde, das letzte bisschen Vernunft. Ihr bisheriges Leben lag hinter ihr, sie fühlte weder Reue noch Angst. Und sie grübelte nicht mehr darüber nach, warum sie hier und nirgends anders leben wollte. Neben den Resten des Häuschens schlug sie ihr Zelt auf. Sie verspürte kein Bedürfnis, sich auszuruhen, nie war sie sich so lebendig vorgekommen. Benedikta fand das Rinnsal wie sie es im Jahr zuvor verlassen hatte. Stein um Stein schichtete sie neben der Felswand auf, und legte die Stelle frei, wo die Quelle entsprang. Triumphierend wusch sie Hände und Gesicht und trank davon. Sie mochte den Geschmack, würzig, ein bisschen metallisch. Die einsame Camperin genoss einen grandiosen Sonnenuntergang, bestaunte den Sternenhimmel und schlief zufrieden und traumlos in dem winzigen Zelt.

Am nächsten Morgen kreiste sie um die Ruine. Bestimmt könnte man das Gebäude wieder instand setzen und darin wohnen. Steine lagen genügend ringsum. Balken, Dachziegel, Fenster und Türe und natürlich sämtliche Einrichtungsgegenstände fehlten. Alles musste vom Dorf her geschleppt werden, denn dieser Ort war nur zu Fuß erreichbar. Sie brauchte Hilfe, zumindest einen Maurer und einen Zimmermann. Sie fing an, das Gestrüpp um die Ruine mangels anderem Werkzeug mit dem Messer abzuschneiden.

Auf dem Wanderweg hinkte, auf einen Stock gestützt ein Mann heran. In der Hand trug er einen Stiefel. Sein linker Fuß war nackt und geschwollen. Benedikta lud ihn ein zu rasten, bot ihm einen Becher Wasser an. Der Fremde hieß John. Er verbrachte seinen Urlaub bei Freunden in der Nähe. Benedikta betrachtete den verletzten Knöchel. „Das Wasser“, dachte sie, „Es tut bestimmt gut.“ Als sie mit einer Schüssel Quellwasser zurücklief, kroch eine weiße Schlange vor ihre Füße und blickte sie aus grünen Augen an. Benedikta blieb stehen und sah, wie sich das Tier zu einer Pflanze mit handgroßen Blättern wand. Dort verharrte es und hob ihr das Köpfchen entgegen. Sie gehorchte der Aufforderung und pflückte einige Blätter. Die Schlange verschwand im Gras. Benedikta badete den verletzten Fuß des Wanderers und verband ihn mit den Blättern. Müde legte sich John ins Gras. Zwei Stunden später betastete er überrascht seinen Fuß – er spürte keine Schmerzen mehr, und die Schwellung war zurückgegangen. Der Stiefel passte wieder. Erfreut dankte er seiner „Sanitäterin“. Die unglaublich schnelle Besserung nahm Benedikta ohne große Verwunderung hin.

Ob sie denn länger hier zelte, wollte John wissen. Ja, entgegnete sie, und sie werde dieses kleine Haus bewohnen, sobald es gerichtet sei.
„Ich möchte gern etwas für dich tun – ich komme wieder“, versprach John.

Einige Tage danach erschien der junge Mann mit zwei Freunden und vollkommen geheiltem Knöchel. Sie brachten Zement und Werkzeug mit und opferten drei Tage ihrer Ferien. Einmal fiel Paolo ein schwerer Stein auf den großen Zeh. Benedikta behandelte ihn mit Wasser und Blättern. Die Verletzung heilte über Nacht. Die Mauern erhoben sich mannshoch, als sich die Helfer verabschiedeten. Um das Haus fertig zu stellen, benötigte man nun ein Gerüst oder zumindest eine Leiter. Auch das würde sich finden. Es war bloß eine Frage der Zeit, bis sie einziehen konnte. Das, daran glaubte sie fest, würde noch vor dem Winter geschehen. Hin und wieder marschierte Benedikta ins Dorf, um Lebensmittel zu kaufen. Obwohl sie sparsam, ja kärglich aß, ging ihr Geld zur Neige. Merkwürdigerweise sorgte sie sich darob nicht, sie machte sich überhaupt keine Sorgen.

Die Kunde von Johns und Paolos wundersamer Heilung verbreitete sich offensichtlich, denn immer häufiger kamen Menschen mit mancherlei Gebrechen. Das wichtigste Heilmittel war das Wasser. Nachdem sie die breiten Blätter als hilfreich erwiesen, beschäftige sie sich mit den Gewächsen, die hier gediehen. Bei manchen Kräutern und Beeren hatte sie das Gefühl, sie seien gut gegen ein Leiden. Diese sammelte sie. Als zuverlässige Beraterin blieb die Schlange an ihrer Seite. Benedikta bot ihr kleine Leckerbissen an, Brot, Käse, Obst. Schließlich nistete sich das Tier neben dem Zelt ein und verstärkte den Glauben an die geheimnisvollen Kräfte der „Quellenfrau“, wie die sie die Dorfbewohner nannten. Einmal in der Woche ging sie in das Backhaus, das seit langem nicht mehr benutzt wurde. Dorthin brachten die Leute ihre kranken oder verletzten Angehörigen, die den Weg zu der Quelle nicht bewältigten. Die Geheilten dankten ihr oft mit Lebensmitteln, Geld oder halfen beim Bau des Häuschens. Nur selten dachte sie an ihr voriges Leben zurück, sie vermisste nichts und niemand und vergaß ihr Versprechen, zu schreiben. Eigentlich dachte sie überhaupt nicht mehr nach.

Enttäuscht und traurig zerbrach sich Peter den Kopf über den Grund von Benediktas Verschwinden. Was hatte sie zu diesem Schritt bewogen? Was sie gesagt und versucht hatte, in dem Brief zu erklären, konnte er weder begreifen noch glauben.
„Besuche sie“, riet Rebecca. „Sieh wie sie lebt und sprich mit ihr. Vielleicht kannst du sie dann verstehen und quälst dich nicht mehr mit Befürchtungen und Vorwürfen. Möglicherweise bereut sie ihren Auszug inzwischen.“
„Nein.“

Im Herbst erschien ihm Rebeccas Vorschlag nicht mehr ganz abwegig.
Anstelle seiner einst molligen Gefährtin traf er auf der Wiese eine gertenschlanke, in ein loses Leinengewand gehüllte Frau an. Ihre rotbraunen Locken, einst flott und kurz geschnitten, trug sie nachlässig hochgesteckt. Und sie ging barfuß. Benedikta freute sich sich über seinen Besuch.
"Komm' und schau dir mein in mein nagelneues Heim an!"
Das Häuschen umfasste nur einen Raum. Durch drei kleine Fenster fiel Tageslicht herein. Einfache, glatt gehobelte Bretter bedeckten den Fußboden. Ein gemauerter Herd, ein mit Fellen belegtes Lager, ein Tisch, zwei Stühle, ein alter Bauernschrank und einige Regale bildeten die Einrichtung. An den Deckenbalken hingen Kräuterbündel. Sie bewirtete ihren Gast mit Quellwasser, selbst gebackenem Fladenbrot und Käse. Peter hielt respektvollen Abstand zu der weißen Schlange und versuchte, seine Verwirrung zu verbergen. Seine Frau erschien ihm wie eine Fremde. Sie verhielt sich herzlich und liebenswürdig, doch sie zeigte keinerlei Interesse an Familie und Heimat. Über ihre Tochter meinte sie nur: „Ich würde mich freuen, sie zu sehen. Aber sie ist erwachsen und braucht mich nicht mehr.“ Zu sehen, wie weit sich Benedikta von ihrem gemeinsamen Leben entfernt hatte, schmerzte ihn. Seine Warnungen von Winter, Kälte, Krankheit und Einsamkeit wies sie lächelnd zurück. Am Morgen vernahm er leisen Gesang. Peter kroch unter den Fellen hervor und spähte hinaus. Benedikta stand vor der Quelle und wusch sich. Dann breitete sie die Arme aus und sang in einer unverständlichen Sprache. Peter rieb sich die Augen. Früher brachte sie am Morgen kaum den Mund auf, man ließ sie besser in Ruhe. Jetzt wusch sie sich in aller Frühe mit kaltem Wasser und sang noch dazu! Schließlich wandte sie sich um und winkte Peter zu sich.

„Nimm ein Bad! Dort ist meine Badewanne", befahl sie und wies auf das schön gearbeitete, steinerne Becken, in dem sich das Wasser der Quelle staute, bevor es durch eine kleine Öffnung floss und in einer Felsspalte verschwand. "Ein Steinmetz hat es zum Dank für seine Heilung gefertigt."

„In dem kalten Wasser! Nein!“
„Es tut dir gut und heilt dich von deinen chronischen Rückenschmerzen.“ Nach einigem Hin und Her ließ Peter sich dazu nötigen. "Hm, ganz angenehm", gab er zu.
Anschließend gab es Kräutertee und Pfannkuchen zum Frühstück.

„Ich komme mir vor wie in einem Historienschinken, in dem du eine heidnische Göttin spielst“, stellte Peter fest.
Benedikta lachte. „Ich spiele nichts. Schon gar keine Göttin. Eher eine Priesterin. Ich diene der heiligen Quelle. Die Leute nennen mich Quellenfrau.“

Peter blieb einige Tage und erlebte, wie Benedikta verschiedene Besucher von ihren Leiden heilte. Seine Einladung in ein Restaurant lehnte sie ebenso ab, wie das Angebot, ihr neue Kleider und Schuhe zu kaufen. Er verspürte keine Wut mehr. Verstehen konnte er sie nicht, aber er begriff, dass ihre Flucht aus dem gemeinsamen Leben keiner plötzlicher Laune entsprang. Sie war glücklich, fand ihre Erfüllung hier. Die Frau, die er geliebt hatte und mit der er alt werden wollte, existierte nicht mehr.
 
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Hallo @niebla!

Also, dass deine Geschichte hier so unkommentiert untergegangen ist, kann ich gar nicht verstehen. Ich fand sie sehr interessant und habe sie in einem Rutsch weggelesen. :)

Einzig den Übergang zwischen der ersten Reise und der zweiten fand ich etwas kurz. Vielleicht auch nicht zu kurz im Wortsinne, mir ist einfach nicht klar, wie viel Zeit vergangen ist, nachdem Benedikta abgehauen ist und was da Zuhause inzwischen passiert ist. Peter hat nichts unternommen als die Schultern zu zucken? Wow, das muss ja eine tolle Ehe gewesen sein. :)

Ich mag Benedikta und freue mich, dass sie zu ihrem erfüllten Leben gefunden hat.
Schreibtechnisch finde ich es allerdings etwas zu unmotiviert, dass sie all ihre Kenntnisse aus dem Nichts heraus bekommen hat. Das macht für mich das Geschehen unglaubhaft. Und das ist schade.

=> Sie "dient der Quelle" und hat ihre Kenntnisse daher? Vielleicht könntest du das ein wenig ausbauen, der Glaubwürdigkeit zuliebe?

Ein paar Fehlerchen sind übrigens noch drin. Ein paar Mal hast du das a von Benedikta vergessen.

Grüße,
Chris
 
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Hallo @niebla,
da muss ich gleich mal @Chris Stone recht geben, dass es schade ist, dass die Geschichte hier so klanglos durchgerutscht ist, aber nun steht sie ja wieder vor und findet etwas mehr Beachtung :)

Peter sieht traurig und zerknautscht aus. Und er hat abgenommen.
Den Anfang find eich gut - er zeigt gleich, dass irgendwas nicht in Ordnung ist, macht also neugierig.
Nun ja, Benedikta ist weg, und sie ist eine wunderbare Köchin.
Ich würde überlegen, ob Du dieses umgangssprachliche "Nun ja" streichst. Damit wird ja der Leser direkt angesprochen, eine spezielle Art, die Geschichte dem Leser zu erzählen. Du nutzt solche Stilmittel aber im weiteren kaum, so dass dieses "nun ja" so alleine dasteht.
Peter ist der Mann meiner besten Freundin.
Sachlich, fachlich, gamatikalisch,inhaltlich, etc ... vollkommen korrekt. Dennoch mag ich den Satz nicht. Er wirkt "ungeschickt" vieleicht sogar unpassend. Vielleicht passt das auch wegen dem "Nun ja" nicht, weil der Satz so berichtend daher kommt und mich als Leser auf Abstand hält.
Wenn sie mit mir geredet hätte!
kleiner vertipper.

Ich höre hier mal auf ins Detail zu gehen.

Ich finde die Idee schön, die Story auch. Aber mir fehlt etwas. Das besondere. Etwas, dass mich in die Geschichte hineinzieht. Potential dazu hat die Geschichte ja!
Es könnte natürlich Benedikta sein. Die ist ja schon Titelgebend. Aber sie ist mir mit ihrem "ich weiß es einfach" zu unnahbar. Das mystische kommt mir so abweisend rüber, sie stößt ihre alten Lebensgefährten einfach so weg, als würde sie ihrem Mann keinen Kräuterverband geben wollen, wenn ihm etwas weh tut.
Es könnte aber auch Peter sein, der nur als Aufhänger am Beginn und Ende vorkommt. Ansonsten aber als Kollateralschaden einfach nur "da" ist.
Oder die Erzählerin selbst. Aktuell ist sie sehr berichtend und wirkt unparteiisch. Ich könnte mir bei ihr auh einen Wandel vorstellen, einen inneren Kampf - Mitleid für Peter, Solidarität für Benedikta. Klar hast du das angedeutet - aber es nimmt mich nicht mit.

mhm - ich hoffe Du kannst mit meinem Leseeindruck etwas anfangen
viele Grüße
pantoholli
 
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24.10.2017
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Hallo Chris Stone,
über Deinen freundlichen Kommentar freue ich mich sehr!:) Ich hatte schon die Befürchtung, meine Geschichte sei einfach zu langweilig. . .

"Peter hat nichts unternommen als die Schultern zu zucken? Wow, das muss ja eine tolle Ehe gewesen sein. :)"
Ja, so kommt das wohl rüber. War aber nicht so gedacht.

"Schreibtechnisch finde ich es allerdings etwas zu unmotiviert, dass sie all ihre Kenntnisse aus dem Nichts heraus bekommen hat. Das macht für mich das Geschehen unglaubhaft. Und das ist schade.
=> Sie "dient der Quelle" und hat ihre Kenntnisse daher? Vielleicht könntest du das ein wenig ausbauen, der Glaubwürdigkeit zuliebe?"


Ja, das muss ich wohl! Das vergessene a bei Benedikt hat mein PC weg-korrigiert, und ich habe nicht aufgepasst, es wieder anzufügen.

Herzlichen Dank!

Liebe Grüße
niebla

P.S.: Das Wiedergeben von Zitaten klappt auch nach Anleitung nicht mit diesem Gerät. Deshalb eben diese in Kursiv.
 
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24.10.2017
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Hallo pantoholli,
Danke für Deinen konstruktiven Kommentar!

"Ich würde überlegen, ob Du dieses umgangssprachliche "Nun ja" streichst. Damit wird ja der Leser direkt angesprochen, eine spezielle Art, die Geschichte dem Leser zu erzählen. Du nutzt solche Stilmittel aber im weiteren kaum, so dass dieses "nun ja" so alleine dasteht."

Du hast recht, war mir nicht bewusst.

"Peter ist der Mann meiner besten Freundin."

Dieser Satz gefiel mir auch nicht, aber mir fiel einfach nicht ein, wie ich die Information sonst einfügen sollte.

"Ich finde die Idee schön, die Story auch."

:) Freut mich!!

"Aber mir fehlt etwas. Das besondere. Etwas, dass mich in die Geschichte hineinzieht."

Stimmt. Dieses Gefühl habe ich auch. Zuerst habe ich die Geschichte ohne Erzählerin geschrieben. Dann habe ich sie aus Rebeccas Sicht erzählt, aber so richtig glücklich bin ich nicht. Deshalb bin ich froh über Deine Anregungen.

"Aber sie ist mir mit ihrem "ich weiß es einfach" zu unnahbar. Das mystische kommt mir so abweisend rüber, sie stößt ihre alten Lebensgefährten einfach so weg, als würde sie ihrem Mann keinen Kräuterverband geben wollen, wenn ihm etwas weh tut."

Ich wollte Benedikts Verwandlung, das mystische hervorheben. Dass sie einfach ihren Weg gehen muss. Aber klar, so gefühlskalt müsste sie sich ja nicht geben.

Dank Deiner hilfreichen Kritik fällt es mir leichter, die Geschichte noch mal zu überarbeiten.

Liebe Grüße
niebla
 
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Hallo Niebla,

Eine schöne Geschichte 😊 Zwar ist der Verlauf nicht überraschend, aber gerade bei solchen Geschichten, die in Sagen und Märchen umschlagen und sich bei ihnen bedienen, ist die Wiederholung der Sagenelemente ja gerade das Wichtige, und du hast es sehr schön und bildlich geschrieben.
Besonders Benedikta wird einem vertraut. Die Icherzählerin dagegen bleibt ein bisserl blass - aber das ist in Ordnung, sie ist ja nicht der Fokus der Geschichte.

Wäre das nicht auch unter „Märchen“ oder „Fantasy“ gut aufgehoben?


Hier noch Textkram:

Was ist in sie gefahren!

Das klingt nach einer Frage. Wenn du noch ein „nur“ einfügst, passt aber auch ein Ausrufezeichen. Allerdings hat der erste Absatz schon sehr viele Ausrufezeichen insgesamt, da könnte man vielleicht eines oder zwei streichen. Denn während Peter traurig und zerknautscht aussieht, wirkt seine wörtliche Rede mit den vielen Ausrufezeichen eher aufgeregt oder sogar aufgebracht. Ist aber natürlich Geschmackssache 😊


seinen Foto

ich hätte jetzt gesagt, das muss Fotoapparat heißen, oder?


Neben dem Weg blühte eine Wiese. Ein wunderschöner Platz.

Vielleicht geht da noch ein bisschen mehr Beschreibung? Er ist ja doch sehr wichtig für die Geschichte.

den reichen Vorkommen von wunderbaren Pflanzen

das klingt für mich fast ein bisschen zu technisch. Wie aus einem Pflanzenbuch 😊



„Ein fester Verband würde ihm mehr helfen, als Blätter.“

Das Komme kann hier glaub ich weg.



Hab ich gern gelesen!

LG Ardandwen
 
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Hi @niebla.
Die Idee und die Geschiche finde ich schön. Es klingt aber so deskriptiv, als würdest du über eine Geschichte schreiben, sie aber nicht erzählen. Sie entfaltet sich nicht.

Während dem Urlaub
während des Urlaubs

entlang den schroffen Bergen
entlang der schroffen Berge

rissen uns zu begeisterten Ausrufen hin
deskriptiv ohne jedes Gefühl. Warum nicht: ich war begeistert und rief ergriffen aus...

Nachdem ich alle möglichen Pflanzen beäugt und berochen hatte
neee, oder? alle möglichen wären einige Milliarden. Vielleicht "Nachdem ich zahllose Pflanzen bewundert und an ihnen gerochen hatte"

Anton endlich wieder seinen Foto verstaute
Und was hat er damit gemacht? Geht in der Geschichte völlig unter.

Benedikta weigerte sich. Wir sollten die Wanderung ohne sie fortsetzen. Heute Abend würden wir uns in der Ferienwohnung wieder treffen
Was verweigert sie? Kommt erst im Folgesatz. Heute Abend würden wir sie wieder treffen... wie kommt der Leser darauf? Gesagt wird es nicht. Das ist das Problem der Geschichte. Es wird wahnsinnig viel einfach vorgesetzt, es entwickelt sich nicht.

„Ich begleite dich!“, unterbrach ich ihn
Da bin ich mir nicht sicher, ob das korrekt ist. Vermutlich hast du aber Recht.

Bepackt mit Proviant und einem Buch
Was soll denn das Buch? Und im Folgenden kommt es auch überhaupt nicht mehr vor.

in grauer Vorzeit ein Hirte dort gewohnt
Perspektivfehler? Woher weiß der Leser das?

Zum Beispiel eine neue Sprache lernst
Echt jetzt?

Das Gefühl, dass ich nicht mehr hier her gehöre, und es mich zu diesem Ort zieht, lässt sich nicht ausrotten
Wie rottet man denn ein Gefühl aus ?? Die zwei Worte passen überhaupt nicht zusammen.

Wenn du hin reisen würdest
hinreisen

ihr Häuschen, das seit ein paar Tagen bewohnbar ist.
Perspektivfehler? Woher weiß der Leser das?

Sie freut sich zwar über meinen Besuch komma ist herzlich und liebenswürdig, d

Vorkommen von wunderbaren Pflanzen
äh? hab vergessen, warum ich es zitiert habe. Irgendwas stört mich an der Stelle, aber ich kommt nicht mehr drauf

Sie selbst schläft im Freien, wie so oft in diesem Sommer.
Perspektivfehler? Woher weiß der Leser das?

Lied in einer mir seltsamen Sprache
In einer mir seltsamen Sprache? Das passt aber überhaupt nicht zusammen.

Ein Steinmetz hat es an Ort und Stelle aus einem Felsblock gehauen
Perspektivfehler? Woher weiß der Leser das?

und muss sie der Freundin recht geben
Da ist wohl ein Wort zuviel oder eins zuwenig

in dem sprudelnden Wasser.
Hä? was sprudelt denn da? Das war ein mickeriges Rinnsal, das aufgestaut wird, und durch ein ebenso mickeriges Loch wieder abfließt

Orangenmarmelade
An der Stelle kommt das nicht gut. Wo hat sie die her? Erst viel später steht, dass sie mit allem Möglichen von Besuchern ausgerüstet wird. Aber es passt auch sonst nicht, nicht zu ihrem Erscheinungsbild, nicht zu ihrer Lebensphilosophie, garnicht. Luxus. Ziegenkäse, selbst gemachtes Brot, Kräuter, wunderbar. Aber Orangenmarmelade? Abgesehen davon, dass ich sie persönlich - schauder, schüttel - Warum nicht gleich ein IPhone? Und Marshmallows? Nein, passt nicht in die Geschichte rein.

Blätter.“,
Punkt Komma?

streift sie herum
Kann man herumstreifen? Würd ich anders formulieren. umherstreifen vielleicht. Oder flanieren, obwohl dieses Wort nicht zum Stil der restlichen Geschichte passt.

So wurde ihr Häuschen von dankbaren Handwerkern gebaut.
Perspektivfehler? Woher weiß der Leser das?
Wie an so vielen Stellen: Du erzählst es, weit, weit weg, aus ferner Distanz. Es wird nicht richtig lebendig, in der Geschichte entfaltet sich keine Handlung. Wo wäre das Problem gewesen, einen Mann zu beschreiben, der auf einer Leiter steht und Nägel reinhaut? Ein einziger Satz "zum Dank für das Hüftgelenk". Und die wenigen Worte würden Wunder wirken.

Naja. Nur meine Meinung. Und ich bin neu hier. Veilleicht gibst du nicht so viel drauf. Schließlich hat es alten Hasen wie @Chris Stone gefallen.
 
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Hallo Ardandwen,
wie schön, ein Lob von Dir zu bekommen! :)
Stimmt, die Geschichte passt besser zu "Fantasy" und "Märchen".

"Das klingt nach einer Frage. Wenn du noch ein „nur“ einfügst, passt aber auch ein Ausrufezeichen. Allerdings hat der erste Absatz schon sehr viele Ausrufezeichen insgesamt, da könnte man vielleicht eines oder zwei streichen. Denn während Peter traurig und zerknautscht aussieht, wirkt seine wörtliche Rede mit den vielen Ausrufezeichen eher aufgeregt oder sogar aufgebracht. Ist aber natürlich Geschmacksache"

Hm, ja. Nicht so glücklich.

Deine weiteren Anmerkungen greife ich gerne auf.
Ich werde die Geschichte überarbeiten. Rebecca, die Erzählerin erscheint zu neutral und zu sachlich. Ich glaubte, aus der Sicht der Freundin die "Wandlung", die Benedikta erlebt hat, besser rüber zu bringen. Das ist nicht richtig gelungen. Auch Peter bleibt zu blass.

Herzlichen Dank und liebe Grüße
niebla

Hallo Uhdrapur,
danke, dass Du Dir die Zeit genommen hast, einen so ausführlichen Kommentar zu schreiben!

"neee, oder? alle möglichen wären einige Milliarden. Vielleicht "Nachdem ich zahllose Pflanzen bewundert und an ihnen gerochen hatte""

Stimmt, werde ich berichtigen, samt den Grammatikfehlern :idee:

Auch prima, das Du mich auf die Perspektive der Erzählerin aufmerksam machst!
Das hat sich so eingeschlichen, weil ich die Geschichte zuerst ohne Erzählerin geschrieben habe.

"Hä? was sprudelt denn da? Das war ein mickeriges Rinnsal, das aufgestaut wird, und durch ein ebenso mickeriges Loch wieder abfließt"

Jaa. Hast recht.

"An der Stelle kommt das nicht gut. Wo hat sie die her? Erst viel später steht, dass sie mit allem Möglichen von Besuchern ausgerüstet wird. Aber es passt auch sonst nicht, nicht zu ihrem Erscheinungsbild, nicht zu ihrer Lebensphilosophie, garnicht. Luxus. Ziegenkäse, selbst gemachtes Brot, Kräuter, wunderbar. Aber Orangenmarmelade? Abgesehen davon, dass ich sie persönlich - schauder, schüttel - Warum nicht gleich ein IPhone? Und Marshmallows? Nein, passt nicht in die Geschichte rein."

Hm. Könnte weg bleiben.

"Kann man herumstreifen? Würd ich anders formulieren. umherstreifen vielleicht. Oder flanieren, obwohl dieses Wort nicht zum Stil der restlichen Geschichte passt."

"Herumstreifen" ist bei uns schon eine Bezeichnung für "schlendern". Vielleicht ist es auch nur bei uns um Süden gebräuchlich. Es bedeutet spazieren und dabei nach etwas Ausschau halten.

"Wie an so vielen Stellen: Du erzählst es, weit, weit weg, aus ferner Distanz. Es wird nicht richtig lebendig, in der Geschichte entfaltet sich keine Handlung. Wo wäre das Problem gewesen, einen Mann zu beschreiben, der auf einer Leiter steht und Nägel reinhaut? Ein einziger Satz "zum Dank für das Hüftgelenk". Und die wenigen Worte würden Wunder wirken."

Ich werde noch mal drangehen und Deine Kritik im Kopf behalten.

Liebe Grüße
niebla
 
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24.10.2017
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Hallo Chris Stone,
hallo pantoholli,
hallo ardandwen,
hallo Uhrdapur,
ich habe mit Eure Kommentare zu Herzen genommen und die Geschichte aus anderer Perspektive erzählt. Ob sie jetzt plausibler ist?
:hmm:
liebe Grüße
niebla
 
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56
Viel besser aber nicht konsequent genug.

Ein Steinmetz hatte es aus einem Felsblock gefertigt
Show not tell :-) machst du noch oft. Wer sagt das? Wer hat die Info über den Steinmetz? Wer sagt es dem Leser? Es steht einfach so da, wird dem Leser hingeworfen. Es wäre doch ganz einfach: B. sagt "Schön, nicht wahr? Die Wanne hat mir ein geheilter Steinmetz geschenkt." Das ist noch nicht sehr elegant, es soll nur darstellen, wie man Show in Tell verwandelt.

Er musste ihr recht geben (Peter gibt ihr recht, aber nicht durch sein Verhalten, sondern aus innerem Dialog heraus.)
Stolz lud sie ihn in ihr Häuschen ein. (nur Benedicta weiß, dass sie stolz ist, denn du schilderst nichts, aus dem der Leser das heraussehen könnte)
Und innerhalb eines Absatzes zweimal Perspektivwechsel, er erste Satz ist die Perspektive von Peter, der zweite von Benedicta.
 
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Hallo Uhdrapur,
lieben Dank, dass Du Dir die Mühe gemacht hast, nochmal meine Geschichte zu lesen und kommentieren. Es ist einfach hilfreich, eine objektive Meinung zu erfahren. Man liest und liest und hat Scheuklappen. . .
Ich habe nach Deinen Kritikpunkten ein bisschen geändert.

Grüße
niebla
 

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