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Die Uhr

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17.07.2019
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Die Uhr

Er bummelte unschlüssig an diesem Stand mit all dem Gerümpel aus längst vergangenen Tagen herum. Die Menschen bahnten sich ihren Weg durch die engen Gassen des Flohmarktes. Wie Ameisen bahnten sie sich einen Weg. Man wühlte sich durch, hie und da bekam er einen unbeabsichtigten Rempler. Und er dachte genervt daran, dass es den Menschen wohl nicht reiche, unter der Woche die Fußgängerzonen zu überfüllen, nein, sie mussten auch noch sonntags hinausströmen, um ihr sauer verdientes Geld loszuwerden.
Er betrachtete ein altes Nudelsieb aus Emaille und fand, dass es irgendwie Charme besaß. Dann nahm er einen alten Fotoapparat auf und stellte ihn sich gedanklich auf seiner Fensterbank im Wohnzimmer vor. Na ja, Wohnzimmer war zu viel des Guten, eher eine kleine Wohnküche. Er überlegte, ob er sich das Ding kaufen solle, als sein Blick auf einen goldglänzenden Gegenstand fiel. Was war das? Eine Taschenuhr! Sie besaß einen Deckel, auf dem eine Jagdszene eingraviert war. Ein Hirsch verfolgt von einer Meute Dackel und zwei Jäger zu Pferd. Dazu kam noch eine hübsch gearbeitete goldene Kette.
Er ließ sie aufspringen und blickte auf ein eigenartig bläulich schimmerndes Zifferblatt und römische Ziffern. Richtig schön, dachte er und erkundigte sich zum Preis. Der Verkäufer, ein alter ungepflegter Mann ohne Zähne – dafür mit vielen Pockennarben im Gesicht, nannte ihm den Preis und der löste Freude in seinem Herzen aus. Fantastisch, die Uhr war spottbillig und er schlug ein. Fast andächtig steckte er sie in seine Jackentasche und eilte nach Hause.
Er lebte in einer dunklen, kleinen Kellerwohnung mit Gittern vor den Fenstern. Was ihn nicht weiter störte, denn er hatte jahrelang auf der Straße gelebt. Viel Elend hatte er gesehen und so kam ihm die Wohnung wie eine Luxusbude vor. Er schloss die Haustür auf, durchquerte den Flur und zog seine schäbige Jacke aus, um sie wieder in den Flur zu bringen. Hansi hängte sie an einen Nagel, der als Garderobe diente, nachlässig auf. Wieder halb in seiner Wohnküche besann er sich, ging zurück und kramte die Uhr aus seiner Jackentasche, die nebenbei noch ein Päckchen Tabak, Feuerzeug und viele abgelaufene Fahrscheine enthielt. Der Mann legte sie auf den kleinen hellen Wohnzimmertisch und kochte sich in der kleinen Küchennische einen Kaffee. Dann ließ er sich auf das abgenutzte Sofa, das eine Spende der Caritas war, plumpsen und drehte sich eine Zigarette. Er nahm die Uhr hoch und betrachtete sie genauer. Die Jagdszene auf dem runden Deckel war eigentlich nicht so sein Ding. Ihn faszinierte das Zifferblatt, denn er konnte sich keinen Reim auf das Material machen, aus dem es gearbeitet war.
Einem Opal ähnlich, irisierend wechselte es mal in hellblau, dann wieder in rosa – je nachdem wie man sie ins Licht hielt und … Halt! Da war noch etwas eingraviert, und zwar im Deckel. Zwei Buchstaben. Altdeutsch. Ein S und P.
War wohl derjenige, dem die Uhr als erstes gehörte, schlussfolgerte er. Er stellte sich diesen Besitzer vor. Er trug bestimmt einen Zylinder und ein Monokel. Vielleicht war er einmal ein Banker gewesen? Wie dem auch sei, dachte er, auf jeden Fall konnte er dieses Kleinod weiter veräußern und er dankte dem Flohmarkthändler, dass jener so bescheuert war und nicht erkannte, dass das Gold der Uhr, das so wunderbar glänzte … echt war. Der verschlagene, heimtückische Blick desselben aber ist an ihm vorbeigegangen.
Die Turmuhr der nervigen Kirche gleich nebenan schlug fünf. Heute Morgen hatte der Kirchturm, der mit lautem und grellem Gebimmel die Scheinheiligen zum Gottesdienst rief, ihn um acht aus dem Bett geschmissen, wie jedes Wochenende. Aber es war ihm aber egal. Er war arbeitslos und hatte auch nicht vor, daran etwas zu ändern. Für ihn war der Staat ein reiner Ausbeuter und die Sozialhilfe, die er bezog, sah er als Schadensersatz. Hansi legte sein erworbenes Kleinod wieder auf den wackeligen Tisch, erhob sich und schaltete den alten Röhrenfernseher an, auch ein Geschenk der Caritas. Dann dachte er an die Dose Fisch in Tomatensoße und als er sie mit zwei Scheiben Toastbrot gegessen hatte, fühlte er sich rundum zufrieden. Zu seinem Glück fehlte ihm nur noch Bier, aber das durfte er nicht trinken, er war ein halbes Jahr trocken. Seitdem er hier in der Bude lebte und er wusste, sollte er wieder mit dem Saufen anfangen, hätte sich die Wohnung bald erledigt und die Straße wäre erneut sein Zuhause und davor hatte er Panik. Der Alkoholiker hatte Angst davor, wie Horst zu enden. Sein Schicksalsgefährte. Horst war verbrannt. Erst haben sie ihm den Schädel gespalten und dann in Brand gesteckt. Mit einem halben Liter Spiritus. Schnell dachte er an etwas Anderes. Im Fernsehen lief grade eine langweilige Doku und seine Augen wurde schwerer und schwerer und schließlich schlief er tief und fest.
Ein schrilles Piepen weckte ihn. Wie? Hatte er so lange geschlafen, dass bereits das Testbild im ZDF lief? Nee, er hörte irgendjemanden aus dem TV heraus quasseln. Trotzdem piepte es so eindringlich, dass ihm die Ohren klingelte. Nicht laut, aber kontinuierlich. Der Feuermelder? Quatsch, den hatte er ja abgebaut, als das Gerät anfing, mit seinem Alarm, selbst wenn er nur Spaghetti kochte, das alte Scheißding.
Die Nachbarn kamen runter und hatten Sturm geklingelt. Was hatte der Penner von unten jetzt schon wieder angestellt, fragten sie sich und waren sich über den Asozialen im Keller einig. Er hatte es mitangehört, durch die verschlossene Tür und war sehr betroffen darüber, dass sie wussten, wer er war.
Welches Labermaul hatte da wieder seine dumme Fresse nicht halten können, fragte er sich damals und fühlte sich irgendwie ertappt. Stöhnend richtete er sich auf und fuhr sich mit seinen Händen durch das schütter werdende Haar. Er war noch nicht so alt, aber sein Vater hatte bereits mit Ende dreißig eine ordentliche Platte auf dem Kopf. Hatte er wohl geerbt. Er richtete sich auf, um die Quelle des Piepsen zu suchen und stellte auch fest, dass die Luft rosa flimmerte. Was, zum Henker?! Nachdem er den Fernseher ausgeschaltet hatte, weil er sehen wollte, woher das Licht kam, sah er auf den Tisch. Das rosa Licht kam eindeutig vom Tisch und das Piepsen auch, und zwar … von der Taschenuhr. So alt konnte die doch dann nicht sein, wenn die so einen bescheuerten Weckruf hatte und er war sofort derbe enttäuscht. Alt und echt Gold … Das hätte ihm eine Stange Geld eingebracht, jetzt konnte er nur noch auf das Gold setzen. Vielleicht war der Stempel, der das Material als Gold auswies, auch nicht echt? Vielleicht war er, Hansi, der Depp und nicht der Verkäufer vom Trödelmarkt? Er nahm die Uhr vom Tisch auf und öffnete sie. Was er dann sah, veranlasste ihn, das Schmuckstück auf die Couch zu werfen. Wie vom Donner gerührt stand er zunächst da und schüttelte ungläubig den Kopf, nein, das kann nicht sein, schlief er noch und träumte? Er schlug sich auf die Wange und spürte den Schmerz. Nee, er war wach. Langsam und zögernd begab er sich zum Sofa und nahm den Zeitmesser vorsichtig hoch, so, als wäre er heiß und er könne sich die Finger daran verbrennen.
In Zeitlupe öffnete er den Deckel und schaute ängstlich noch einmal genauer hin. Und tatsächlich! Hinter dem Ziffernblatt, das jetzt die Struktur eines Fensters hatte, sah er einen Menschen. Ein kleiner Mann in Miniaturformat, der verzweifelt gegen das Ziffernblatt trommelte und irgendwas schrie. Der eindringliche Piepton war verstummt, sobald er den Deckel hatte hochspringen lassen. Oh mein Gott, was soll die Scheiße? Dachte er entsetzt und zweifelte an seinem Verstand. Er fragte mit rauer Stimme in die Uhr, wer der Mann sei. Dieser schrie nur in einer unverständlichen Sprache irgendetwas. Dann erinnerte sich der ehemalige Obdachlose an eine Lupe, die er irgendwann einmal im Herbst auf einem Sperrmüllhaufen gefunden hatte und rannte in die Küche, um sie zu holen. Damit bewaffnet sah er wieder auf das Ziffernblatt und konnte mithilfe der Vergrößerung sogar die Gesichtszüge des Unglücklichen erkennen, der voller Verzweiflung jetzt weinte. Der neue Besitzer schrie in die Uhr, was er denn tun solle und während er das schrie, begannen zarte Töne zu erklingen.
Eine wunderschöne Musik formte sich aus den Klängen und durchdrang das ganze schäbige Apartment. Der junge Mann beruhigte sich zunehmend und lauschte nur dieser Musik, die an Klassik erinnerte, aber fremd klang und schön … atemberaubend schön. Und plötzlich fand er das gar nicht mehr so ungewöhnlich, dass ein kleiner Mensch hinter dem Ziffernblatt seines Kleinodes verzweifelt schrie. Mehr noch, er spürte einen unwiderstehlichen Drang, ihm Gesellschaft zu leisten. Was gäbe es schöneres, als in der Uhr zu leben? Für immer. Er kicherte ausgelassen. Und während er kicherte, färbte sich der rosa Glanz im Zimmer blau und er bekam das Gefühl als schrumpfe er. Er wurde kleiner und kleiner und während seine Größe sich verringerte, zog es ihn in die Uhr hinein. Jetzt lachte er irre. Sein neues Leben konnte beginnen.

Die Möbelpacker holten die letzten Kisten aus der Kellerwohnung und der Gerichtsvollzieher zusammen mit dem Vermieter beobachteten den Schlüsseldienst, der ein neues Schloss in die Haustür einbaute. Ich vermiete nie wieder an ehemalige Obdachlose, erklärte der Hausbesitzer, einfach nicht zahlen und dann abhauen.

Die junge Frau stand unentschlossen an der Theke des Trödelhändlers und wog die Taschenuhr abschätzend in der Hand hoch und runter. Dabei hatte sie ihr hübsches Gesicht in nachdenkliche Falten gelegt. Der alte, ungepflegte Mann betrachtete sie mit halb geschlossenen Augen heimtückisch. Eine Frau. Eine Frau fehlte ihm noch in seiner Sammlung. In der Tat. Samuel Pillerstone lächelte zahnlos in sich hinein.

 
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Grundsätzlich eine interessante Idee, die mich entfernt an H.G.Wells erinnert.
Insgesamt recht flüssig geschrieben, allerdings ließ mich das 2 x "bahnte" am Anfang stolpern. Der Name Hansi kommt für mich viel zu spät. Was war der Grund dafür, "ihn" nicht von Anfang an so zu benennen oder es ganz sein zu lassen?
Okay, er ist mürrisch und regt sich über die anderen Besucher auf. Obwohl er selbst einer von ihnen ist. Macht ihn für mich nicht sympathisch.
Nun, "Kellerwohnung" ... Dafür hätte er Treppen hinabsteigen müssen. Tut er aber nicht.
Des Weiteren gibt der Verweis auf das Testbild ein zeitliche Verortung, die ich nicht gebraucht hätte, zumal sie für die Geschichte irrelevant ist.
Das Ende ist nett, aber - wie hat die Uhr zu dem Zahnlosen zurückgefunden? Warum hat er einen so seltsamen Namen? Was hat er davon, Menschen in diese Uhr zu bannen?
Für mich ist leider im obigen Text zu wenig Fleisch am Knochen, dass ich eine Fortsetzung lesen wollen würde. Das gesamte Konzept hätte für mich in eine Geschichte gehört.
Und das ist der Gegensatz zu H.G.Wells, der für sich für eine solche Geschichte mehr Zeit gelassen und am Ende eine Auflösung angeboten hat.

 
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Hm, mich erinnert der Text an kein literarisches Vorbild (nicht, dass jetzt jemand käme, ich kennte bestimmter Abneigungen wegen nicht H. G. Wells) und ist eigentlich bestenfalls ein Beleg für Probleme literarischen Schreibens, wie sie halt am Anfang auftauchen. Kein Grund zu erschrecken,

liebe Aurora Loredan,

denn am Konjunktiv scheitern manchmal selbst eingefleischte Könner. Kein Grund zur Panik, denn hier gelingt der Konj. I zwar

Und er dachte genervt daran, dass es den Menschen wohl nicht reiche, unter der Woche die Fußgängerzonen zu überfüllen, …
„ist“ aber entbehrlich (eigentlich hätte ich „wäre“ schreiben wollen, doch allein schon ein „dass“ im Zitat ermöglicht, statt der indirekten („reiche“) den Indikativ beizubehalten. Warum also nicht

„Und er dachte genervt daran, dass es den Menschen wohl nicht reicht, unter der Woche die Fußgängerzonen zu überfüllen, …“

Hier aber

Er überlegte, ob er sich das Ding kaufen solle, als sein Blick auf einen goldglänzenden Gegenstand fiel.
kannstu sogar richtig mit Sprache spielen, wenn das Modalverb „sollen“ identisch in Konj. II und Prät. bleibt und quasi Gebots-Charakter annimmt (nicht nur die zehn Gebote, sondern nahezu alle Gesetze arbeiten damit):
„Er überlegte, ob er sich das Ding kaufen sollte, als ...“

Langsam und zögernd begab er sich zum Sofa und nahm den Zeitmesser vorsichtig hoch, so, als wäre er heiß und er könn[t]e sich die Finger daran verbrennen.

Aber es drängeln sich auch andere Fehlerchen auf, wie etwa hier, wo besonders die Dativ-Endung der zwei Jäger zu beachten ist
Ein Hirsch[,] verfolgt von einer Meute Dackel und zwei Jäger[n] zu Pferd.

Hier ist es das „Ziffer(n)blatt“
Er ließ sie aufspringen und blickte auf ein eigenartig bläulich schimmerndes Zifferblatt und römische Ziffern.
...
Hinter dem Ziffernblatt, das jetzt die Struktur eines Fensters hatte, sah er einen Menschen.
Beide Schreibweisen sind aber zulässig (wobei ich mich für eine entscheiden würde … auch weiter unten ...)

Wieder halb in seiner Wohnküche besann er sich, ging zurück und kramte die Uhr aus seiner Jackentasche, die ...
nix falsch, aber wäre nicht nur das Possessivpronomen erwähnenswert, wenn es eines andern Uhr oder Küche wäre?

Der Mann legte sie auf den kleinen[,] hellen Wohnzimmertisch und kochte sich in der kleinen Küchennische einen Kaffee.
(Beide Attribute/Adjektive sind gleichrangig und eine Gegenprobe (fast wie in Mathe, diesmal aber mit „und“, also „… kleinen und hellen Wohnzimmertisch …“) widerspricht dem nicht.

Aber es war ihm aber egal.
Kommstu selber drauf ….

Hier wirkt ein bisschen Möbelrücken wesentlich eleganter

Seitdem er hier in der Bude lebte und er wusste, sollte er wieder mit dem Saufen anfangen, hätte …
vllt. besser: „Seitdem er hier in der Bude lebte[, wusste er], sollte er wieder mit dem Saufen anfangen, hätte …

Hier sollte die Zeitenfolge auch über die Sätze hinweg eingehalten werden

Der Alkoholiker hatte Angst davor, wie Horst zu enden. Sein Schicksalsgefährte. Horst war verbrannt. Erst haben sie ihm den Schädel gespalten und dann in Brand gesteckt. … Schnell dachte er an etwas Anderes*.
*Anderes ist eigentlich ein Zahlwort und die alte zwei (im anderthalb kommt das noch immer durch, mehr als eins, aber weniger als zwei).
In manchen Dingen ist die Rechtschreibreform buchstäblich misslungen, denn nun kann- wie einem gerade ist – Majuskel (Anderes) oder Minuskel (anderes) verwendet werden. Was sicherlich bei Bewerbungsschreiben denkwürdige Reaktionen hervorrufen kann …

Trotzdem piepte es so eindringlich, dass ihm die Ohren klingelte[n]

Er hatte es mitangehört[…] durch die verschlossene Tür und war sehr betroffen …

Er richtete sich auf, um die Quelle des Piepsen zu suchen[,] und stellte auch fest, dass die Luft rosa flimmerte.

Und während er kicherte, färbte sich der rosa Glanz im Zimmer blau und er bekam das Gefühl[,] als schrumpf[t]e er.

Nunja, kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken und bekanntermaßen ist noch kein*e Meister*in vom Himmel gefallen. Was hätte sie/er auch davon außer einem gebrochenen Genick - und umso schlimmer bei Deinem Namen -

und damit herzlich Willkommen hierorts,

liebe Aurora!

Friedel

 
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04.04.2008
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Hallo Aurora!
Der Beginn deiner Geschichte auf dem Trödelmarkt hat mich gelockt. Vielleicht wird es eine spannende Reise in die Vergangenheit mit Lokalkolorit, Familiengeheimnissen, vielleicht wird es opulent wie ein Kostümstück. Auf jeden Fall hoffte ich, dem Protagonisten und anderen Akteuren näher zu kommen, denn die Idee mit der Uhr ist voller Möglichkeiten.
Doch nach der Lektüre dachte ich in eine ganz andere Richtung:
Für mich hat deine Geschichte etwas von Selbstboykott: Adjektive wie nervig, bescheuert, plakative Milieuschilderungen, dies alles verhindert ein Eintauchen in eine stringent erzählte Geschichte. Dein Protagonist ist einmal Hansi, dann der Alkoholiker, dann der ehemalige Obdachlose. Wolltest du dich bewusst von ihm distanzieren? Warum erfahre ich nichts über diesen Menschen, außer ein paar beliebigen Daten aus dem Suchtleben?
Leider hat mich dann auch das Ende nicht überzeugt, zu zahnlos eben.
Ich finde es nicht leicht, Figuren zu entwickeln, die ich im Grunde gar nicht mag, oder die mir im Leben fremd sind. Wie geht es dir damit? Doch diese Figuren brauchen m.E. besondere Aufmerksamkeit, Vielschichtigkeit, damit sie im Gesamtkontext ihren Platz finden. Effekte, die schnell mal aufploppen und dann verschwinden können keine Lebendigkeit ersetzen.
Deine Geschichte ist eine inhaltliche Überarbeitung wert, finde ich.
Viele Grüße,

Jutta

 

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