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Ein Imperator für die Erde

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04.08.2002
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Ein Imperator für die Erde

„Wir machen uns sicher nicht mit UFO Fotos lächerlich!“ Doktor Charles, der Leiter des SALT versuchte die junge Doktorandin hinauszuwedeln.
„Wir haben einen Film!“, rief sie. „Es ist direkt durch das Blickfeld geflogen.“
„Das US-Militär hat solche Filme auch. Na und?“
„Sehen Sie es sich wenigstens an. Das ist die Sensation des Jahrtausends! Ich schätze es ist 1000 Meter lang!“
Veronica hielt den Ausdruck vor Doktor Charles Nase. Im Hintergrund leuchteten einzelne Sterne und davor, in hellem Grau, ein kurzen Stab. Ungefähr zehnmal so lang wie breit und am vorderen Ende ragten zwei stumpfe Flossen in falschem Winkel heraus.
„Vermutlich Weltraummüll, ganz klar. Sie wissen doch, das bei einem außerirdischen Raumschiff keinerlei gesicherte Annahmen über seine Reflexion und damit über seine Größe gemacht werden können. Und falls das ein außerirdisches Raumschiff wäre, dann hätte es sich doch gemeldet. Und wenn nicht, es gibt doch genug Teleskope, die viel früher auf so etwas reagiert hätten.“
„Warum sollte es sich melden. Was ist, wenn es uns nur beobachtet? Lassen sie mich doch den Spiegel neu ausrichten. Ich habe seine Bahn berechnet und wenn ich ihn noch einmal filme, kann ich Geschwindigkeit und Größe bestimmen.“
Doktor Charles dachte wehmütig daran, als er selbst noch so jung wie die schwarze Frau gewesen war, und nervös nach Spuren außerirdischen Lebens Ausschau gehalten hatte. Dann dachte er an das kommende Wochenende und was es bedeutete, wenn er eine UFO Sichtung meldete.
„Sie bekommen das Teleskop nur unter einer Bedingung. Sollten sie das Objekt nicht innerhalb von zehn Minuten gefunden haben, höre ich nie wieder etwas davon. Und diesen Film möchte ich keinesfalls im Internet sehen.“
Doktor Charles nahm seine Brille ab und hielt den Ausdruck dicht vor seine Nase. Es konnte sich nur um einen schlechten Scherz der Teleskopmannschaft des SALT handeln. Zu seiner Zufriedenheit störte ihn die junge Doktorandin nicht wieder und am Nachmittag ging er eine halbe Stunde früher in sein verdientes Wochenende.


Ot-Kar-Tzu, Kapitän der Sucher von Qi starrte mit seinen acht Augen auf acht verschiedene Holos, während seine acht Tentakel nervös zuckten. Sein nur drei Kilometer langes Schiff war ganz alleine auf einer geheimen Mission in der Nähe des Gebietes der Allianz und in der sensiblen Phase nach dem Eintritt in den Unterlichtbereich war es für zehn Minuten sichtbar. Angestrengt vergrößerte er mal den blauen Planeten und dann wieder den Mond und schaltete die hypersensiblen Infrarotsensoren auf höchste Auflösung. Als eine Statusmeldung anzeigte, dass der Tarnschild an war, änderte er sofort den Kurs und gönnte sich erst dann einen tiefen Zug aus seinem gut zweieinhalb Meter großen Inhalator. Er stieß Wächterdrohnen aus und machte drei weitere Züge. Dann scheuchte er seine Mannschaft auf. Es gab viel zu tun. Der Planet unter ihnen war bewohnt und erste Scans deuteten auf eine Klasse Drei Zivilisation hin. Sie besaßen primitive Technologie, und schon nach kurzer Zeit hatte er ihre Übertragungssysteme und ihre Sprache entschlüsselt. Wie erwartet gab es einige, ständig im Streit liegende, Stammesgebiete, deren Häuptlinge eifrig versuchten, sich gegenseitig zu schaden. Mit einem weiteren Schwung seiner Tentakel, befahl er einem seiner Untergebenen, die zehn Mächtigsten von ihnen zu identifizieren. Der Planet sah gut aus, mit viel Wasser, und würde eine feine Kolonie abgeben. Ungefähr neun Milliarden Lebewesen schienen geeignet, ihm zu Diensten zu sein und seine Leuchtstreifen glühten silbern, als er im Kopf durchrechnete, was das ganze System wohl wert sein würde. Die Sucher von Qi ging in den Orbit und kurze Zeit später stieß sie zehn kugelförmige Drohnen aus, die seine Botschaft an die zehn mächtigsten Häuptlinge überbringen würden.

Der amerikanische Präsident drehte sich im Schlaf, während das blaue Leuchten der Holoprojektion über seine Decke wanderte.
„Aufwachen!“, schrie die Drohne mit schriller Stimme. Sie hatte noch immer ihren Tarnschirm an und ließ ein Holo von sich selbst drei Meter vor sich entstehen. Ot-Kar-Tzu ging gerne auf Nummer sicher.
Vor den verschlafenen Augen des Präsidenten schwebten achtzehn Sterne, die durch ein Netzmuster verbunden waren. Das allseits bekannte Zeichen des Galaktischen Netzes. Es verbreitete Angst unter seinen Gegnern und ließ die Kreislauforgane seiner Anhänger schneller schlagen. Dahinter sah der Präsident eine etwa dreißig Zentimeter durchmessende Kugel mit vier Dornen an der Spitze.
„Wer bist du verdammt noch mal“, brummte der Präsident in dem Glauben, die Kugel wäre ein Lebewesen. „Ich muss morgen um sechs Uhr nach Japan fliegen.“
„Hier spricht Ot-Kar-Tzu: Vertreter des Galaktischen Netztes. Die Erde steht jetzt unter unserem Schutz. Ich gebe dir die Chance, zum Obersten Häuptling aufzusteigen. Aber du musst mir beweisen, dass du fähig bist, die Menschen effektiv anzuführen. Du hast eine Erdumdrehung Zeit, um alle deine Menschen in Form dieses Musters aufzustellen. Jedes benötigt einhundertvierundvierzig Menschen.“
Aus der Drohne flog ein Stück Folie mit der genauen Beschreibung des Musters. Der Präsident zuckte erschrocken zusammen, als der Ausdruck auf seiner Bettdecke landete. „Wozu sollte das gut sein?“, fragte er, nachdem er es einige Zeit angestarrt hatte.
„Das zeigt, wie gut und schnell du deinen Untertanen Befehle erteilen kannst.“ Derjenige eurer Häuptlinge, der die meisten seiner Untertanen dazu bringt, dieses Muster darzustellen, wird unter mir als Imperator dienen.“
„Ich glaube nicht, dass so ein Test Sinn macht. Ich schlage vor, sie bewerten das Bruttosozialprodukt meines Landes, addieren Steueraufkommen, Soldatenanzahl, Flugzeuge, Raketen, Panzer und Schiffe dazu. Das würde Sinn machen.“
„Es geht nicht darum, was Sinn macht, sondern wie gut du deine Untertanen befehligen kannst!“
„Also zuerst mal möchte ich von euch mehr als so eine Folie mit ein paar Sternchen. Wenn du wirklich vom Galaktischen Netz bis, dann lande doch dein Raumschiff und sprich mit mir von Angesicht zu Angesicht.“
„Erfüll deinen Auftrag. Du hast kein Recht, Forderungen zu stellen.“
„Und falls ich den Auftrag annehme, was bringt uns ein Beitritt zum Galaktischen Netz?“ Der Präsident war wach und wütend.
Es blieb stumm, nur die Hochglanzfolie mit dem komischen Muster lag noch immer auf der Bettdecke.
„Verdammte Demokraten!“, fluchte der Präsident. „Ihr werdet mir sicher nicht einreden, ich sei verrückt.“
Bei den vielen Gerüchten um seine angegriffene Gesundheit, brauchte er keine weiteren Schlagzeilen über Halluzinationen. Zornig warf er die Folie in den Mistkübel, nahm zwei Schlaftabletten und war kurz darauf wieder eingeschlafen.

Ot-Kar-Tzu wechselte seine Farbe frustriert auf grün und schaltete zur nächsten Drohne.
Der Häuptling von Frankreich aß zusammen mit einem seiner Berater am Esstisch, als ihn Ot-Kar-Tsu aufforderte, das Muster mit seinen Untertanen aufzustellen.
„Wir müssen schon wissen, mit wem wir es zu tun haben“, erdreistete sich der Häuptling von Frankreich zu fordern. Ot Kar-Tzu verknotete zwei seiner Tentakel ob solcher Borniertheit.
„Eine Erdumdrehung habt ihr Zeit“, antwortete Ot-Kar-Tzu ungehalten und druckte die Folie aus, die auf einen Teller mit Muscheln flatterte.
Dann ließ er die Drohne ein Glas mit roter Flüssigkeit verdampfen. Der Häuptling von Frankreich schien nicht beeindruckt, sondern griff durch das Holo der Drohne hindurch, während er seinen Berater fragte: „Glaubst du, das waren die Jungs von Charli Hebdo?“ Ot-Kar-Tzu schaltete das Bild weg. Er hatte noch weitere acht Häuptlinge vor sich und hoffentlich waren die nicht so begriffsstutzig.

Als nächstes traf die Drohne den Chinesischen Ministerpräsidenten in einer Besprechung mit seinem Arbeitsminister an. Ot-Kar-Tzu ließ das Muster des Galaktischen Netzes in der Luft erscheinen. Die beiden Männer sprangen auf und hörten ihm überhaupt nicht zu. Wachen rannten herein und wedelten mit Schwertern durch das Hologramm. Ot-Kar-Tzu brüllte, sie sollten gefälligst zuhören, doch die Anzahl der Menschen wurde immer größer und sie glaubten aus einem unerfindlichen Grund, er sei ein Amerikaner. Als er zuletzt die Folie des Musters in den Raum fallen ließ, wurde sie sofort von Kugeln durchsiebt und dann bekam seine getarnte Drohne einen Volltreffer und fiel aus. Mit einer kurzen Bewegung eines Tentakel sandte er eine Kampfdrohne los, die ihre Überreste bergen sollte und wandte sich mit sechs Augen dem nächsten Häuptling zu, die in einem riesigen, frostigen Land auf Befehle wartete. Vor Frust war seine Haut schon völlig rosa angelaufen, doch er hatte keine Zeit, ein paar beruhigende Inhalationen zu nehmen.

Im Palast des russischen Präsidenten stellte er die Drohne halb in die Decke direkt über einen Kristallluster und erschuf ihr Holo in drei Metern Entfernung. Kaum hatte er begonnen, zu sprechen, stürmten vier Leibwächter in das Arbeitszimmer und ballerten mit ihren Maschinengewehren derart wild durch die Gegend, dass die Drohne selbst dreimal getroffen wurde und sich zur Selbstreparatur ein paar Minuten zurückziehen musste. Schnell druckte er auch hier das Muster aus, sandte die Drohne eiligst nochmals in den Palast und lieferte es in einem Kugelhagel ab, gemeinsam mit der schriftlichen Anweisung, was zu tun sei. Offensichtlich hatte in dem Lärm keiner der Zweibeiner seine Aufforderung verstanden. Der Raum war erfüllt von Pulverdampf und hinter der Drohne rieselte Staub von der durchlöcherten Wand. Damit war dem Protokoll für Klasse Drei Zivilisationen genüge getan und er ließ die Drohne zurück zur Sucher von Qi kommen. Wegen der vielen Treffer war die Druckeinheit irreparabel beschädigt er musste sie verschrotten.

Der Häuptling von Indien hielt ihn zwar für einen Gott, warf sich zu Boden und winselte um Gnade, aber immerhin sah er das Muster an und versprach, den Wunsch zu erfüllen. Ot-Kar-Tzu sah ihm noch eine Weile im Verborgenen zu, wie er nach Priestern und wissenschaftlichen Experten schickte, aber noch immer keine Befehle an seine Untertanen aussandte.

Nach weiteren, wenig kooperativen Häuptlingen kam die Drohne schließlich zum letzten. Er war klein und dick, trug eine Brille und sein Land sah bei flüchtiger Betrachtung ziemlich heruntergekommen aus. Immerhin hörte ihn der Häuptling mit offenem Mund zu. Schließlich nickte er wieder und wieder und nahm dann endlich die Folie auf und rief nach seinen Generälen.

Ot-Kar-Tzu durchsuchte noch einmal die Nachrichten, die als stetiger, ungetarnter Strom vom Planeten zu ihm drangen. Allerdings waren sie so widersprüchlich, dass er es schließlich aufgab, sie zu sortieren und stattdessen noch einmal einen anderen Untergebenen den ganzen Planeten nach intelligentem Leben scannen ließ. Offensichtlich hatte er irgendetwas übersehen oder die Intelligenzen hier hatten sich unter einem Tarnschirm versteckt. Nach einer Erdumdrehung war er vor Frust ganz orange geworden und ließ dann seine Drohnen den Planeten nach dem Netzmuster absuchen. Zu seiner Überraschung hatte der dicke, kleine Häuptling seine Sache gar nicht schlecht gemacht.
„Häuptling Kim“, sprach er ihn schließlich über seine Drohne an. Der kleine Mensch fuhr verängstigt zusammen und warf sich dann zu Boden. Als Zeichen seines Wohlwollens und Vertrauens ließ Ot-Kar-Tzu das Schutzfeld seiner Drohne aufheben und sandte sein Holobild neben den kleinen Menschen. Eigentlich war es nur der vordere Teil, denn die Räume des Palastes waren zu klein, um ihn in voller Größe abzubilden. Häuptling Kim wimmerte und verlor gelbliche Flüssigkeit, was auf große Angst hindeutete. Aber das war Ot-Kar-Tzu ohnehin nur recht.
„Deine Herrschaft unter dem Schutz des Galaktischen Netzes beginnt ab jetzt. Ich bin dein Oberster Arkanoide Ot-Kar-Tzu und du wirst alle meine Befehle mit ganzer Kraft ausführen.“
Zitternd nickte der kleine Häuptling.
„Steh sofort auf und geh an die Arbeit.“
„Aber die anderen Häuptlinge werden meine Befehle nicht befolgen.“
„Sie werden. Das Galaktische Netz stellt dir Technologien zur Verfügung, die dich allen anderen Reichen weit überlegen machen.“
„Ich benötige große Atombomben und getarnte Raketen mit hoher Reichweite. Die anderen haben viel mehr Atombomben und meine Raketen sind zu klein.“
„Atombomben?“ schrie Ot-Kar-Tzu empört.
„Wagt es nicht, sie einzusetzen. Ab jetzt sind alle Atomwaffen verboten und ich sende ein paar Kampfdrohnen los, um sie zu eliminieren.“ Das würde ja den Wert des Planeten ordentlich nach unten ziehen. Ot-Kar-Tzu verknotete wieder einige Tentakel und seine Haut bekam einen rosa Ton.
„Eile ist geboten. Steh auf, denn dieses untertänige Gehabe ist für das Galaktische Netz nutzlos. Eine Drohne wird dir gesandt, die meine Befehle übermittelt. Das Netz benötigt Soldaten für Verteidigungsstellungen.“ Dann schickte er eine Trainingsdrohne los, die dem kleinen Imperator die Grundzüge moderner Staatsführung beibringen würde.

Der amerikanische Präsident stand, umgeben von Leibwächtern und aus der Ferne von Kampfjets abgeschirmt, am Flughafen in Tokio und wartete auf die Ehrenformation.
Plötzlich blitzte das Hologramm von Kim Jong-un auf. Seine Leibwächter zogen ihre Waffen und verschossen ein paar Magazine, bis klar wurde, dass es sich um ein Hologramm handelte. Eine der Kugeln war an irgendwas abgeprallt, aber keiner der Leibwächter konnte der Tatsache nachgehen, denn der nordkoreanische Diktator begann zu sprechen.
„Amerikanischer Präsident“, sagte er in akzentfreiem Englisch und grinste breit. „Ich bin Imperator der Erde. Im Namen des Galaktischen Netzes: Übergib mir dein Land und löse das Parlament auf oder ich töte dich.“
Panisch sprangen seine Leibwächter vor ihn und versuchten, ein Ziel auszuspähen.
"Knie nieder und unterwirf dich!“, schrie Kim Jong-un.
Der Präsident konnte ihn jetzt durch die Reihen der Leibwächter nicht mehr sehen. Ringsum wurden weitere Pistolen gezogen und Sturmgewehre entsichert, doch es gab immer nur noch das Holo von Kim Jong-un. Ein Leibwächter drosch mit seiner Faust immer noch durch das Holo, was Kim aber keineswegs beeindruckte.
„Nein, ich werde“, sagte der amerikanische Präsident, und kam nicht weiter, denn im nächsten Moment verglühte er in einem grellen Blitz. Seine Leibwächter begannen wieder zu schießen und Kim Jong-uns Grinsen wurde immer größer, als sie nacheinander in weißen Blitzen vergingen. Nachdem er fast die gesamte Amerikanische Delegation getötet hatte, griff der Japanische Präsident, der bei seiner Ehrengarde auf den hochgestellten Gast gewartet hatte, ein und kapitulierte mit seinem Land und dann auch im Namen der Vereinigten Staaten.
Mit Genuss zerstrahlte Kim Jong-un ein paar Minuten später auch den Chinesischen und Indischen Präsidenten, doch als er die am Boden wimmernde Deutsche Präsidentin zerstrahlen wollte, blockierte ihn die stachelige Trainingsdrohne von Ot-Kar-Tzu und wies darauf hin, nicht unnötig Wesen zu töten, die man nutzbringend einsetzen könnte. Kurze Zeit später war Kim Jong-un ohnehin damit beschäftigt, seine Generäle in alle Welt hinauszuschicken und die Regierungsgeschäfte zu übernehmen. Der Oberste Arkanoide hatte ihm eine hunderte Seiten lange Liste von Aufgaben gegeben und es dauerte einige Wochen, bis er sie alle an seine Untertanen verteilt hatte. Obwohl es nervte, die stachelige Trainingsdrohne ständig hinter sich zu haben, gab sie ihm doch ein paar gute Tipps und nach ein paar anfänglichen Schwierigkeiten führten seine Untertanen die Befehle genauso aus, wie er es wollte.

Brian wischte sich den Schweiß von seiner Stirn. Die texanische Sonne brannte heiß auf die Schlange von Tausenden Ex-Army Veteranen, die sich für die Armee des Galaktischen Netzes anstellten. Er hatte lange Zeit geglaubt, einer neuen verrückten Verschwörungstheorie auf den Leim gegangen zu sein. Doch, als sie ihn in Fort Hood nicht mehr reingelassen hatten, und die Senatoren Kim Jong-un sowohl bei CNN als auch bei Fox News als Imperator ansprachen, war ihm klar geworden, dass diese Nordkoreaner, die neuerdings im Fernsehen auftraten, real waren und es bis auf weiteres keinen neuen Amerikanischen Präsidenten geben würde. Die Raten seines Kredites blieben ihm jedoch und damit die Notwendigkeit, irgendwo Geld zu verdienen. So wie Tausende andere stand er jetzt vor einem achtzig Meter hohen schwarzen Obelisken, der ihn in den Weltraum bringen sollte. Zumindest was das Anstellen betraf, hatte sich unter der neuen Herrschaft nichts geändert und Brian, der in Afghanistan gedient hatte, erwartete sich keine große Änderung in der Streitmacht des Galaktischen Netzes. Sicher hingen sie die meiste Zeit in irgendeinem Camp herum und schossen dann mit Lasern anstatt mit Maschinengewehren. Er hatte Independence Day und alle Folgen von Star Wars gesehen und fühlte sich durchaus allen möglichen Gegnern gewachsen. Gerüchten zufolge war ihr Oberster Herrscher eine Art Tintenfisch und Brian‘s Meinung nach ein völliger Idiot, da er nicht den Amerikanischen Präsidenten zum Imperator gemacht hatte.
Am Eingang des Obelisken hantierten ein paar Leute mit einem riesigen Holoprojektor, der kurz darauf zu intensivem Leuchten erwachte. Ein Raunen ging durch die vorderen Reihen, als das Muster der achtzehn Sterne erschien. Brian hoffte auf ein Bild von Ot-Kar-Tzu, doch Kim Jong-un erschien und quasselte etwas von großer Liebe zum Galaktischen Netz und dass sie alle einen wichtigen Beitrag leisten würden im großen Kampf gegen die Allianz. Brian wollte sich schon abwenden, als ein Werbefilm gestartet wurde.
Die Milchstraße erschien zuerst von oben und dann zoomte das Video auf zwei Arme, die sich blau verfärbten. Ziemlich am Rand des blauen Sektors wurde ein Stern rasend schnell größer, bis man einen Ringplaneten erkannte vor dem sich eine Raumschlacht abspielte. Lichtlinien erhellten den Bildschirm, während kugelförmige Raumschiffe von riesigen Stachelkugeln bekämpft wurden. Die Stachelkugeln waren größer und stärker und auch ihre Laserstrahlen glühten heller als die der Kugeln. Die Flotte der Stachelkugeln näherte sich nun einem Mond des saturnartigen Gasriesen. Dieser war braun-grün gesprenkelt mit einigen wenigen, blauen Seen. Zylinderförmige Raumschiffe folgten den Stachelkugeln und setzten eine Unmenge großer und kleiner dreieckiger Shuttles ab. Von unten zogen ein paar Raketen ihre Spuren, doch die kleineren der Dreiecke schossen sie alle ab und dann blendete der Film direkt in den Bodenkampf über. Dreibeinige, langzottelige Wesen mit Hörnern am Kopf bedienten zwischen Stufenpyramiden doppelläufige Laserkanonen, während die Angreifer, zumeist blauhäutige und langköpfige Soldaten, hinter sich auffaltenden Spiegeln Deckung suchten und ihrerseits das Feuer aus Lasergewehren erwiderten. Über ihnen flogen Schwärme von kleinen elliptischen Drohnen und warfen Netze über den Verteidigern ab. Er entdeckte zwischen den blauhäutigen anderen Soldaten, die ihn an eine längliche Seeanemone erinnerten und die schwebenden Geschütztürme steuerten. Leider war das Werbevideo zu schnell vorbei und am Ende blieb nur das eingefrorene Bild eines achtarmigen Wesens, ähnlich einer Krake, aber mit erhöhtem Kopf, der in diesem Fall von einer graphitgrauen Halbkugel eingehüllt war, die von acht Schlitzen unterbrochen wurde. Das graphitgraue Material, so vermutete Brian, war sein Kampfanzug, den es überzog auch seine acht Arme an deren Ende, eindeutig erkennbar, verschiedene Waffen befestigt waren.
„Ein Arkanoide. Bin ich froh, dass der auf unserer Seit ist“, rief ein kleiner Kerl mit spanischem Akzent vor ihm. Brian nutzte das Durcheinander vor dem Bildschirm, um sich zehn Plätze in der Reihe nach vorne zu schummeln. „He du, stell dich wieder hinten an,“ rief der kleine Hispanic hinter ihm, doch Brian richtete sich zu seiner vollen Größe auf und schnauzte zurück: „Pass besser auf, sonst gibt’s was auf die Fresse.“
„Dein Gesicht merk ich mir, Wixer“, gab der Hispanic zurück und hinter ihm wurde jetzt geschubst, da die Reihenfolge ziemlich durcheinandergeraten war und sich auch andere Soldaten nicht mehr auf ihrem ursprünglichen Platz befanden.
„Ruhe da hinten, oder ihr könnt alle wieder nach Hause gehen“, schrie jetzt einer der Wachen in der neuen, schwarzen Uniform des Netzes und kam, den Schlagstock drohend erhoben, auf Brian zu. Es gab noch ein paar Flüche, doch dann wurde die Reihenfolge widerwillig akzeptiert. Als Brian dann nach einer Stunde endlich am Raumschiff ankam, war sein Mund ausgetrocknet, doch drinnen kühlte die Klimaanlage ordentlich.
„So, Schluss für heute, sagte einer der Schwarzuniformierten und dann ging ohne Vorwarnung das Schott hinter Brian zu. Im Schiff selbst war es dämmrig und nur einige blaue Leuchtschlangen erhellten den Weg zu einer Schleuse, die wohl den Eingang in den nächsten Raum bildete.
Brian drehte sich um, doch hinter ihm war es nicht nur dunkel, sondern auch völlig still. Der Raum vor ihnen war mehr ein großer Tunnel, und im gedämpften Licht konnte er nur ein paar grobe Linien in der Wand erkennen, deren Funktion er nicht begriff. Brian überlegte, mit wem er wohl zusammen kämpfen würde. Würde es Bier geben, konnte man mit den blauhäutigen Langköpfen Karten spielen und wie schwer waren die Lasergewehre wohl, die sie ihm geben würden. Vor ihm ging der vorletzte Soldat durch die Tür. Sie bestand aus acht Segmenten, die sich ruckartig in die Wand bewegten und danach blitzschnell schlossen, wie ein hungriger, kleiner Mund. Der Durchgang war ziemlich groß und oval. Brian trat näher und bemerkte ein bläuliches Leuchten, das aus dem Rahmen kam. Plötzlich zogen sich die acht Zacken zurück und der Durchgang war frei. Brian hatte sich so etwas wie eine Gruppe muskelbepackter Wesen erwartet, doch vor ihm lag nur eine kleine, leere Luftschleuse aus einem dunkelgrauen Metall. Er trat ungeduldig vor, und hinter ihm schloss sich das Tor geräuschlos. Er bemerkte ein leichtes Vibrieren und dann kamen die Wände auf ihn zu und hielten ihn fest. Die Masse war weich und warm. Brian wollte schreien, doch dann wurde die Masse schlagartig fest, hielt ihn eisern im Griff und von oben schoss ein Rohr in seinen Kopf. Ehe er schreien konnte, wuchsen aus dem Rohr unzählige Drähte in sein Gehirn, dämpften zuerst den Schmerz, dann Brians Panik und schließlich Brians Gedanken selbst.

In einem der vielen Kontrollräume der Sucher von Qi stand ein Wesen, das wie ein riesiger Igel auf vier Storchbeinen aussah und quiekte zufrieden, als sich im Holo vor ihm ein Kreis schloss. Die nächste Ladung Arkanozombis für die Basis auf dem vierten Planeten war fertig zum Abflug. Es nannte sich Nunimij und war froh, dass man seine Rasse als zu klug ansah, als sie in willenlose Arkanozombis umzuwandeln. Es befahl dem Computer, die Rakete zu starten und die sechzigtausend Arkanozombis ins All zu bringen. Dann schaltete es weiter zu der Basis auf dem rötlichen Planeten. Auf dem Holo schlurften die willenlosen Menschen in dünnen Raumanzügen über den Planeten und mühten sich damit ab, Steine aus dem Weg zu räumen, um die Fläche für das nächste Habitat vorzubereiten. Aus ihren Köpfen stand das typische, periskopartige Rohr, durch das sie willenlos wurden und alle Befehle eines Arkanoiden ausführten. Plötzlich froren die fünf Menschen ein und vor Schreck fuhr Nunimij seine Stacheln aus. Dann verfärbten sich die Wände im Schiff violett, um höchsten Alarm auszulösen. Eine der Wächterdrohnen in der Nähe des Mondes zeigte kurz das Bild von unzähligen dunklen Kugeln, die auf sie zurasten und dann wurde das Holo schwarz. Überall auf dem Sucher von Qi schreckte die Besatzung hoch, zog ihre Stacheln ein oder fuhr sie aus, verströmte gelbliche Duftsekrete oder verhärteten ihre Außenhaut.
Ot-Kar-Tzu verfärbte sich vor Schreck violett und der Computer der Sucher von Qi stieß schwarze Tarnwolken aus, während unzählige Laserkanonen in Richtung der angreifenden Antimaterietorpedos zielten.
Die ersten Lichtblitze trafen einen Torpedo der sofort in weißem Licht verging und dabei die gerade austretenden Tarnpartikel hinwegfegte. Ot-Kar-Tzu schaffte es gerade noch, den Befehl zu geben, die Triebwerke mit vollem Schub zu starten, als der erste Torpedo direkt beim Fusionsreaktor einschlug.
Die Sucher von Qi verging in einem blauen Feuerball, der die Sonne um das zehnfache überstrahlte und einige Millionen Menschen in China aufgrund der dabei freigesetzten Gammastrahlung tötete. Fünf Sekunden später beendete weißes Rauschen die Propagandasendungen des Arkanoiden.

Es dauerte nur wenige Minuten, dann erschien zuerst das silberne Muster einer Galaxie auf schwarzem Hintergrund und dann machte es dem Bild eines neuen Außerirdischen Platz. Der Kopf war unverkennbar insektenartig, mit großen schwarzen Facettenaugen, rotem Chitinpanzer und schmalem Kinn, das zu einem Bündel von Mandibeln auslief. Über den großen Augen wandten sich fingerdicke, spiralartige Fühler nach hinten, die sich träge hin- und her bewegten, als schwebten sie im Meer. Das Bild wurde noch größer und diejenigen, die sich nicht vor Schreck abwandten, erkannten vier dunkle Schlitze zwischen Augen und Mandibeln und anstatt Ohren standen seitlich zwei dunkle Pyramiden aus dem Kopf. Nichts bewegte sich im Gesicht, als er zu sprechen begann, doch aufmerksame Menschen konnten am unteren Bildrand die Reflexion von Lichtblitzen erkennen.
„Ich bin Schwarmführer I-654-DK2. Eure Unterdrückung durch den verbrecherischen Arkanoiden ist zu Ende. Ihr seid nun wieder frei, eure eigenen Entscheidungen zu treffen und die Allianz unter der Führung der Itryx wird euch Schutz gewähren.“
Die Durchsage wurde in Nordkoreanisch durchgegeben und dann, untermalt vom Galaxienbanner, in den dreißig am weitest verbreiteten Sprachen wiederholt.
Dann wurden die Bildschirme wieder weiß.

Kim, der leicht betrunken beim Essen saß, gemeinsam mit seiner Frau und den drei Kindern, bekam den Vorfall nur dadurch mit, dass seine Garde von zehn Arkanozombis, die ihn ständig beschützte, plötzlich starr wurde und dann langsam zerfloss, wobei sich ein fürchterlicher Gestank ausbreitete. Er stürzte hinaus auf den Gang seines Palastes, vorbei an hysterisch weinenden Bediensteten und weiteren Haufen organischer Materie, aus deren Oberteil das gebogene Rohr schief herausstand, als sei es der traurige Überrest eines zerlaufenen Schneemanns.
„Imperator, sie müssen in den Kommunikationsraum kommen. Etwas ist dort, das sie ruft“, stotterte ein junger Leutnant. Kim wurde heiß und sein Herz schien zu zerspringen. Mit wackeligen Beinen stakste er in den Kommunikationsraum. Dort starrten ihn die Facettenaugen von I-654-DK2 an.
„Kim“, sagte er, zumindest hielt ihn Kim instinktiv für einen Mann, „die Herrschaft der Arkanoiden ist zu Ende. Dein Planet steht unter dem Schutz der Allianz. Alle Unterdrückung und Ausbeutung hat ab sofort ein Ende. Hast du das verstanden?“
Kim hatte das Gefühl zu fallen. Hinter ihm hasteten Leute auf der Flucht nach draußen, während andere weinend an den Konsolen lehnten. Kim verspürte den dringenden Impuls, sich auf den Bauch zu werfen und um Gnade zu flehen.
„Wie ich sehe, warst du Diener des Obersten Arkanoiden.“ Kim beugte den Oberkörper und erspähte ein Flackern an der Unterseite des Itryx. „Ich hatte keine andere Wahl, stotterte er.“
„Deine Handlungsspielräume waren etwas eingeschränkt, aber als Mitglied der Allianz werden sie erweitert. Meine Auswertungen zeigen, dass du den Planeten im Namen des Obersten Arkanoiden gut verwaltet hast.“
Kim fand es angebracht, niederzuknien und zu sagen. „Ich war nur sein Diener und habe Befehle ausgeführt.“
Obwohl die Stimme aus den Lautsprechern kam, wirkte sie kraftvoll, als spräche ein Riese.
„Du bist als Imperator dieses Planeten eingesetzt worden. Also nehme ich an, dass du klüger und besser bist, als deine Mitbewohner. Die Allianz ist bemüht, keine Talente zu vergeuden. Du hast jetzt die Wahl: Wirst du der Allianz gegenüber mit aller Kraft dienen, alle ihre Befehle sofort ausführen und dich Tag und Nacht anzustrengen, dein Bestes zum Gedeihen der Allianz beizutragen?“
„Ja“, hauchte Kim und legte sich demütig auf den kalten Plastikboden.
„Eine Drohne wird gesandt, die unsere Befehle übermittelt. Eile ist geboten. Wir benötigen Verteidigungsstellungen im ganzen System. Steh sofort auf und geh an die Arbeit, denn für dieses untertänige Gehabe haben wir bei der Allianz keine Zeit.“

 
Seniors
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Hallo @Bernhard ,

amüsanter kleiner Text, dessen Anlass, so vermute ich, die vor einigen Tagen nichtssagenden Erklärungen zu den Phänomenen der sog. unbekannten Flugobjekten gewesen sind.
Jedenfalls war dies meine erste Assoziation dazu.
Ich habe das Ganze sehr gerne gelesen und mich auch gut amüsiert, wenngleich ich überhaupt nicht viel Ahnung von diesen Ausserirdischen habe und somit also nicht beurteilen kann, wie innovativ deine Figuren gewesen sind. Das mögen dann die SF-Fachleute oder so beurteilen.
Ich fand deine Geschichte jedenfalls unterhaltsam.
Ich gestehe jedoch, dass ich immer gehofft hatte, du würdest das Merkel noch irgendwie nett dabei verwursten, vielleicht sogar im Zusammenhang mit ihrer alsbaldigen Rentnerstellung und so weiter. Aber leider hofft ich da vergeblich. Insgeheim hoffte ich sogar, du würdest sie zum Imperator machen.
Nett waren übrigens die Szenen zu lesen, die sich mit den jeweiligen Politikern befassen und ihren Sicherheitssystemen. Da spürte man auch, wie es dir selbst Freude gemacht hat, etwas zu fabulieren.

Und nun zur Textarbeit, zieh dich da mal warm an, hast viel zu tun:

deren Häuptlinge eifrig versuchte,
versuchten
„Sehen sie es sich wenigstens an.
Sie
Ungefähr zehnmal so lange wie breit
lang
in falschem Winkel heraus
Punkt fehlt
Ungefähr Neun Milliarden
neun
silbern als er im Kopf du
silbern , als
Die Sucher von Qi ging in den Orbit
Hier habe ich einige Male in deinem Text etwas gestutzt, weil die Sucher von Qi klingt so unbequem innerhalb mancher Sätze, vielleicht kursiv drucken? Damit man sieht, dass es ein Eigenname sein soll? Oder in Anführungszeichen? Das würde das Verständnis erleichtern, so dachte ich jedes Mal, du verwendest falsches Deutsch.
dieses Muster darzustellen wird unter mir
darzustellen , wird
Tentakel sandte er eine Kampfdrohnen los,
sandte er Kampfdrohnen aus oder mehrere Kampfdrohnen aus
einem anderen dem nächsten Häuptling
einem anderen , dem nächsten
zur Sucher von Qi kommen
hier klingt es auch so quer
durchforste noch einmal d
durchforschte?
mit Hörern am Kopf bedienten
Hörnern
Er trat ungeduldig nach vor,
entweder: er trat ungeduldig vor oder er trat ungeduldig nach vorn
trafen einen Torpedo der sofort in weißem Licht verging
Torpedo , der sofort
das zehnfache Überstrahlte
überstrahlte


Lieben Gruß

lakita

 
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23.06.2021
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Hallo Bernhard,

ich habe sehr über Deine Geschichte amüsiert. Im Grunde eine Kolonialgeschichte mit umgedrehten Vorzeichen. Diesesmal sind wir die Unterdrückten, für die sich eigentlich keine der Außerirdischen wirklich interessiert.

Dazu passt es auch, dass sich die außerirdischen Anführer eigentlich wie menschliche Arschlöcher benehmen, trotz ihres Aussehens.

Am Text solltest Du noch ein wenig feilen. Anregungen dazu hast Du schon. Mir sind zwei Dinge aufgefallen:

Wie erwartet gab es einige, ständig im Streit liegende, Stammesgebiete, deren Häuptlinge eifrig versuchte, sich gegenseitig zu schaden. Mit einem
Ich verstehe schon, dass Du hier ein - aus der Sicht der Außerirdischen - rückständiges Regierungsystem beschreiben willst. Dennoch ist das ein irdischer Begriff. Darüber bin ich gestolpert.
Wegen der vielen Treffer war die Druckeinheit irreparabel beschädigt und sie benötigte eine Generalüberholung
Das Personalpronomen ist da irreführend. So als ob die irreparabel beschädigte Druckereinheit eine Überholung bräuchte.

Lieber Gruß, Gerald

 
Seniors
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04.08.2002
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Hallo liebe Lakita,
Es freut mich sehr, das dich der Text gefallen hat, ich war mir ehrlich gesagt ziemlich unsicher, wie gut das rüberkommt. Angela Merkel war tatsächlich dabei, aber ich habs gekürzt, weil mir der Text zu lange geworden ist.

Und nun zur Textarbeit, zieh dich da mal warm an, hast viel zu tun:
Hatte ich schon befürchtet, ich weiß ich hätte nochmals drübergehen sollen, aber ich hatte gehofft, es würde schon irgendwie passen :Pfeif:
Hier habe ich einige Male in deinem Text etwas gestutzt, weil die Sucher von Qi klingt so unbequem innerhalb mancher Sätze, vielleicht kursiv drucken? Damit man sieht, dass es ein Eigenname sein soll? Oder in Anführungszeichen? Das würde das Verständnis erleichtern, so dachte ich jedes Mal, du verwendest falsches Deutsch.
Danke, guter Hinweis

Hallo Gerald

ich habe sehr über Deine Geschichte amüsiert. Im Grunde eine Kolonialgeschichte mit umgedrehten Vorzeichen.
Vielen Dank, ich war diesmal ziemlich unsicher und dachte die Geschichte hätte zu viele Längen - ich muss bei Kurzgeschichten immer so acht geben, beim Thema zu bleiben und nicht zu viel zu beginnen ...

Danke für die Hinweise, werde mich gleich nochmals drannsetzen.

LG
Bernhard

 
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09.09.2012
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Moin @Bernhard,

gerne gelesen :)! Unterhaltsam, flott geschrieben, vielleicht eine Spur zu lange, aber ist nur mein subjektives Empfinden. Den Humor Tag empfehle ich noch zusätzlich.

„Warum sollte es sich melden. Was ist, wenn es uns nur beobachtet? Lassen sie mich doch den Spiegel neu ausrichten. Es ist etwa drei Kilometer lang! Ich habe seine Bahn berechnet. Dann haben wir ein weiteres Bild und dann wissen wir wie weit entfernt sie sind und wie schnell.“
Sein nur drei Kilometer langes Schiff war ganz alleine auf einer geheimen Mission in der Nähe des Gebietes der Allianz und in der sensiblen Phase nach dem Eintritt in den Unterlichtbereich war es für zehn Minuten sichtbar.
Ich hab mir mal erlaubt, die drei Kilometer in die Aussage der Doktorandin unterzubringen. Kein aktueller Weltraumschrott bringt es auf drei Kilometer. Damit muss es was anderes als Weltraumschrott sein. Spannung steigt.

„Wir haben einen Film!“
Achtung, zuerst Film, und nachfolgend möchte sie mit der gleichen Spiegel ein Bild machen.

grauer als das Schwarz des Weltalls
Hierunter kann ich mir nichts vorstellen.

Sein nur drei Kilometer langes Schiff war ganz alleine auf einer geheimen Mission in der Nähe des Gebietes der Allianz
Ist die Erde die geheime Mission? Mir erscheint es eher so, als wären sie zufällig auf die Erde gestossen, da nichts über die Erde bekannt ist. Außerdem ist es nicht mal im Gebiet der Allianz. Was ist das Ziel, Ausbeutung oder militärischer Aussenposten?

Dann scheuchte er seine Mannschaft auf. Es gab viel zu tun.

Aufscheuchen denke ich, ist die falsche Beschreibung. Wenn die Erde die geheime Mission ist, dann sollte die Mannschaft schon bereit sein. Und was gab es eigentlich so viel zu tun? Nachfolgend wird dies nicht so richtig ersichtlich (mal abgesehen, dass die Mannschaft nicht wirklich auftaucht).

Der Planet sah gut aus, mit viel Wasser, und würde eine feine Kolonie abgeben.

Also bei einer Kolonie direkt vor den Augen des Feindes ... nur ein Schiff ... da kann man sich denken was passiert.

Das Netz benötigt Soldaten für Verteidigungsstellungen.
okay ...

Und für was braucht es überhaupt einen Imperator?

Meckern ist nun fertig :). Das passiert, wenn man dann die einzelnen Stellen anschaut und sich dadurch eine Erwartungshaltung aufbaut, und man damit auch das Gesamtbild falsch vor Augen hat. Denn Deine Geschichte ist eher von der Humorseite zu betrachten. Alles was ich vorher angebracht habe, hat mich dann auch nicht wirklich gestört.

Ot-Kar-Tzu wechselte seine Farbe frustriert auf grün und schaltete zur nächsten Drohne.
Der Häuptling von Frankreich aß zusammen mit einem seiner Berater am Esstisch,
:D:thumbsup:

Gerne gelesen :)

Beste Grüße
Kroko

 
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Hallo Kroko,
Vielen Dank für deine Kommentare:

Ich hab mir mal erlaubt, die drei Kilometer in die Aussage der Doktorandin unterzubringen. Kein aktueller Weltraumschrott bringt es auf drei Kilometer. Damit muss es was anderes als Weltraumschrott sein. Spannung steigt.

Habe ich eingebaut und auch etwas präzisiert was das Problem mit der Größenschätzung ist, die wird bei Asteroiden an Hand ihrer Helligkeit durchgeführt, wobei es Erfahrungswerte gibt. Ein Raumschiff vor einem Fernrohr ohne weitere Bezugspunkte kann man rein optisch nicht genau bestimmen.

Ist die Erde die geheime Mission? Mir erscheint es eher so, als wären sie zufällig auf die Erde gestossen, da nichts über die Erde bekannt ist. Außerdem ist es nicht mal im Gebiet der Allianz. Was ist das Ziel, Ausbeutung oder militärischer Aussenposten?
Wie ich versuchte im Namen anzudeuten ist die Sucher von Qi ein Scoutschiff. Und wenn man in der Nähe des feindlichen Gebietes eine Kolonie errichten möchte, muss sie zuerst einmal zur Verteidigung befähigt werden. Da sowohl das erste als auch das 2 e Raumschiff eher klein sind, ist es jeweils eilig, das System aufzurüsten ... ;)

Und für was braucht es überhaupt einen Imperator?

Naja, ist doch viel Einfacher, wenn man nur einem Typen die Befehle geben muss und der muss sich dann auch darum kümmern, das alles so gemacht wird, wie gewünscht:D

LG
Bernhard

 
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Moin @Bernhard,


Habe ich eingebaut und auch etwas präzisiert was das Problem mit der Größenschätzung ist, die wird bei Asteroiden an Hand ihrer Helligkeit durchgeführt, wobei es Erfahrungswerte gibt. Ein Raumschiff vor einem Fernrohr ohne weitere Bezugspunkte kann man rein optisch nicht genau bestimmen.

Das ist richtig. Dazu hatte ich mir auch ein paar Gedanken gemacht. Weltraumschrott ist aber in einem halbwegs gut bekannten Höhenbereich unterwegs und damit hat man für die Größenabschätzung des Objektivs einen Bezugspunkt (nämlich Dimension bekannter Weltraumschrott unter bekannten Aufnahmebedingungen). Man findet auf jedenfall raus, dass dieses Teil kein Weltraumschrott sein kann - und das ist doch schon eine Aussage und war eigentlich der Punkt meines Kommentares. Je mehr man drüber nachdenkt, umso mehr Themen tauchen hier auf.

„Sehen Sie es sich wenigstens an. Das ist die Sensation des Jahrtausends! Ich schätze es ist 1000 Meter lang!“
Gefällt mir :).

Wie ich versuchte im Namen anzudeuten ist die Sucher von Qi ein Scoutschiff. Und wenn man in der Nähe des feindlichen Gebietes eine Kolonie errichten möchte, muss sie zuerst einmal zur Verteidigung befähigt werden. Da sowohl das erste als auch das 2 e Raumschiff eher klein sind, ist es jeweils eilig, das System aufzurüsten ...
:Pfeif: dies ist mir doch tatsächlich durch die Lappen gegangen. Aber passt, lief ja irgendwie am Anfang auf der Erde nicht groß anders ab. Eigentlich krass beim zweiten Nachdenken. Klasse, wie du dies in Deiner Geschichte aufnimmst.

Naja, ist doch viel Einfacher, wenn man nur einem Typen die Befehle geben muss und der muss sich dann auch darum kümmern, das alles so gemacht wird, wie gewünscht:D
:lol: also wie im richtigen Arbeitsleben.

BG
Kroko

 
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06.01.2021
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47

Hallo @Bernhard,
Eine coole Idee in eine schicke Geschichte verpackt. Mir hat besonders gefallen, wie du mit den verschiedenen Anatomien der Aliens spielst. Der Krake, der zornig seine Tentakel verknotet, der Igel, der vor Schreck seine Stacheln ausfährt usw..
Ich bin leider auch kein Science-Fiction-Experte, was das Schreiben angeht. Aber Filme und Bücher werden doch häufiger konsumiert. Darum verzeih mir die etwas wackeligen Aussagen.
Ich fand das alles ein bisschen viel. Erst eine kleine Gruppe von Wissenschaftlern, dann ein globales Szenario und dann ein stellares. Die Reihenfolge ist klar, mir fehlt nur ein kleiner roter Faden. Zumal jede Stufe schon eine eigene schöne Kurzgeschichte abgegeben hätte. Aber vielleicht bin ich auch einfach nur konservativ.
Was ich richtig schade fand, war, dass du für mein Empfinden nicht genug mit den verschiedenen Klischees der einzelnen Länder gespielt hast. Natürlich können die wenigsten behaupten, die Führer dieser Welt wirklich zu kennen, darum hätte man sie als überspitztes Sinnbild ihrer Länder nehmen können.
Ich verstehe schon, warum du den guten Kim bemüht hast, aber irgendwie hinkt das für mich. Irgendwie seh ich ihn nicht als noch oben buckelnd, nach unten tretend. Der ist gewohnt, nur nach unten zu treten. Über ihm ist nichts. Da hätte ich mir mehr Widerworte gewünscht oder dass er sich dem Alien als ebenbürtig sieht oder so was.
Natürlich wäre das politisch nicht korrekt, aber es würde der Geschichte etwas mehr Würze verleihen. Denn das Einzige, was mich bei der Stange gehalten hat, war, dass ich wissen wollte, warum die Erde überhaupt eine Kolonie werden sollte.

Kleinscheiß:

Mistkübel
Der Präsident schläft in einem Stall? Das Wort find ich etwas unpassend.

Folgen von Star Wars
Teile von Star Wars, oder alle Star Wars Filme. Serien haben Folgen, Filmreihen haben Teile.

Liebe Grüße
The Dead Frog

 
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925

Hallo Dead Frog,
vielen Dank für deinen Kommentar.
Kleinzeugs wird ausgebessert;

Ich verstehe schon, warum du den guten Kim bemüht hast, aber irgendwie hinkt das für mich.
Danke für den Input, da werde ich noch etwas feilen.
Zumal jede Stufe schon eine eigene schöne Kurzgeschichte abgegeben hätte. Aber vielleicht bin ich auch einfach nur konservativ.
Ja, ich habe hier bewusst eine ziemlich geraffte Form gewählt, ich denke, dass ist einfach eine Art die Geschichte zu schreiben. Bin hier vielleicht etwas von Liu Cixin und der Trisolaris Trilogie inspiriert worden.

LG
Bernhard

 
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28.08.2016
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17

Hallo @Bernhard,

ich bin von deiner Geschichte begeistert. Der Beginn verspricht direkt ein Leseerlebnis der außergewöhnlichen Art. Mir gefallen besonders die gut recherchierten Beschreibungen des Weltalls und die hohe Ideenvielfalt.
Hier sind ein paar Kleinigkeiten, die ich anmerken möchte:

Ungefähr zehnmal so lang wie breit und am vorderen Ende ragten zwei stumpfe Flossen in falschem Winkel heraus.
Was ist ein falscher Winkel? Vielleicht ist in seltsamen Winkeln besser

Ungefähr neun Milliarden Lebewesen schienen geeignet, ihm zu Diensten zu sein
Sind diese neun Milliarden Lebewesen ausschließlich Menschen, oder sind da auch Tiere dabei? Ich möchte gerne wissen, was hinter dieser Zahl steckt.

Jedes benötigt einhundertvierundvierzig Menschen.
Also 12², eine schöne Zahl. Oder ist das nur ein Zufall?

Die Sucher von Qi verging in einem blauen Feuerball, der die Sonne um das zehnfache überstrahlte und einige Millionen Menschen in China aufgrund der dabei freigesetzten Gammastrahlung tötete.
Nur in China?

Den Text fand ich sehr angenehm zu lesen, das möchte ich unbedingt hervorheben. Trotz schlimmer Situationen war auch ein angebrachtes Ausmaß an Humor dabei. Weiter so!

Viele Grüße
Michael

 
Seniors
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04.08.2002
Beiträge
925

Hallo Michael

ich bin von deiner Geschichte begeistert. Der Beginn verspricht direkt ein Leseerlebnis der außergewöhnlichen Art.

Vielen Dank für das Lob. Freut mich sehr, dass dir die Geschichte so gut gefallen hat.

Was ist ein falscher Winkel? Vielleicht ist in seltsamen Winkeln besser
Ich dachte, das Flossen nach hinten zeigen sollten, während diese nach vorne zeigen. Werde mir da eine bessere Formulierung überlegen

Also 12², eine schöne Zahl. Oder ist das nur ein Zufall?
find ich auch eine schöne Zahl - darum kam sie rein

Nur in China?
Weil sie zu dem Zeitpunkt über China schwebte - werde versuchen mich klarer auszudrücken

LG
Bernhard

 

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