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Ein Stern entsteht

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16.08.2021
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Anmerkungen zum Text

Die Geschichte ist als Prolog für einen Roman gedacht.

Ein Stern entsteht

Die Wesen der unsichtbaren Welt, mit sich selbst beschäftigt und von immer währenden Frieden geblendet, waren unvorbereitet und leicht zu überrumpeln. Sie erhoben sich nicht einmal zum Kampf. Viele Monde hatte die Eine gelauert und an ihrem Plan gearbeitet. So brachte sie das magische Gleichgewicht der schwebenden Insel, die man Tearfor nennt, ins Wanken, riss sie an sich und kippte die unsichtbaren Reiche auf die Schattenseite.
Elfen, jene Geschöpfe, die mit den zartesten Wurzeln an ihrem Reich haften, verloren den Halt und fielen durch das Portal hinab auf die sichtbare Welt der Menschen. Dort wandelten sie ohne Erinnerung umher, mit einer Sehnsucht in ihren Herzen, die sie nicht zur Ruhe kommen ließen. Menschen, die in der Lage waren, Wesen anderer Welten zu sehen, konnten helfen, sie an ihrer Heimat zu erinnern. Nur dann vermochten die Elfen zurückzukehren und das Gleichgewicht wiederherzustellen.
Dieses Wissen machte sich die Eine zu Nutzen und sie vertraute auf die Blindheit der sichtbaren Wesen. Denn je länger Elfen unter den Menschen unentdeckt lebten, desto mehr verblasste ihre Sehnsucht an ihre Heimat Tearfor und sie vergaßen ihre Aufgabe zurückzukehren. Viele fanden nicht, wonach sie zu suchen hatten und das Gleichgewicht der Insel blieb gestört.

So herrschte die Eine ungehindert Tag um Tag über alle Wesen und Reiche Tearfors. Sie nährte sich an ihnen, versklavte und folterte sie. Oder sie ließ sie zu ihrem Vergnügen auf der Schattenseite darben. Mit letzter Kraft schlossen sich die Wesensgemeinschaften, nicht befeindet und dennoch über Jahrhunderte jeder für sich in seinem Reich herrschend, zusammen. Zauberer, Elfen, Zwerge, Kobolde, zauberhafte Tiere, Hexen und magische Pflanzen bildeten die helle Sieben. Und sie vollbrachten das Unmögliche. Die Insel kippte, obwohl nicht alle Elfen heimgekehrt waren, und die Reiche tauchten in die gleißende Helligkeit der weißen Wolke zurück.
Bezwungen vom Kampf kroch die Eine vom Schlachtfeld und erhaschte einen letzten Blick auf die Menschenwelt, die so leicht von Tearfor aus zu beherrschen gewesen wäre. Das Bild brannte sich in ihr Gedächtnis. Ein kleines Städtchen mit verspieltem Bachlauf, schwatzenden Dorfbewohnern, honigfarbene Felder und bunte durch Holzstreben verstärkte Gebäude. Mit aufbäumender letzter Kraft hauchte sie ihren Atem wie Nebel über das Dorf. Nur wenige Häuser erreichte der wabernde heiße Luftzug, bevor er zu Stein erstarrte. Es würde ausreichen, die Zeit zu überdauern.
«Wir haben sie geschlagen – aber nicht besiegt. Nun ist die Zeit des Friedens angebrochen, der nicht noch einmal leichtsinnig in Vergessenheit geraten darf.» Es war der Zauberer, der als erster von ihnen sprach.
Er war gewandet in einem smaragdfarbenen Umhang, der durchsichtig schimmerte und nur bruchstückhaft die eigenen Wunden des Kampfes verbarg. Aufrecht stand er von einer silbrig gleißenden Aura umgeben auf dem Schlachtfeld vor jenen, die überlebt hatten. Vor seinen Füßen lag der Finger der Einen, den er ihr in einem erbitterten Zweikampf abgeschlagen hatte und der augenblicklich, als Tearfor die weiße Wolke berührte, zu roter Lava zerfloss.
Um ihn herum kreischte Zerstörung. Es roch nach Blut und angesengter Erde. Die Mauern des Palastes, der die schwebende Insel bildete, waren von den Einschlägen der heißen Lava durchsiebt, die sie hatte niederregnen lassen. Schwarzgraue Baumskelette ragten wie Spieße in den von Schwefel vernebelten Himmel. Es würde Jahre dauern, die strahlenden Mauern Tearfors neu zu errichten. Mauern voller Geschichten, von denen jeder einzelne Stein erzählte und die die Reiche vereint hatten.
«Wir müssen etwas tun, Calvis. Die Menschen dürfen nicht noch einmal das Schicksal unserer Reiche bestimmen. Wir können ihnen nicht mehr vertrauen.»
«Ich pflichte dir bei, Arkansan, König der Elfen. Sie darf nie wieder erstarken und das Gleichgewicht zerstören.»
Über ihnen ragten die Türme Tearfors. Der einstmals erhabene silbrig schimmernde Glaspalast mit der spitz zulaufende Pforte hatte dem Angriff getrotzt. Doch alle Farben und der facettenreiche Glanz waren mit dem Leid und den Totengesängen um die Verluste erloschen. Der Blick des Zauberers glitt über ausgemergelte Körper und verknöcherte Mienen. Es waren gute Wesen, dachte er. Aufrichtige und tapfere Geschöpfe, die nie gelernt hatten, zu kämpfen. Und dennoch hatten sie niemals den Mut verloren, ihr Schicksal in die Hand zu nehmen. Doch nun waren sie müde und gefangen in den Bildern, die sich in ihren Seelen eingebrannt hatten. Mit gestrafften Schultern richtete der Zauberer den Blick in die abgekämpften Gesichter seiner Verbündeten und erhob die Stimme über das Feld, damit jeder seine Worte vernahm.
«Hört meine Entscheidung, Wesen von Tearfor, Geschöpfe der weißen Wolke und der schwebenden Insel. Das Portal zur sichtbaren Welt muß für immer verschlossen werden. Hört mich an. Hör du mich an, Arkansan, mein Freund. Schon jetzt haben wir von deinem Volk zu viele auf der Menschenwelt verloren. Es brechen nun die Zeiten an, in denen die Menschen nicht mehr darauf vertrauen, uns zu sehen. Wir müssen uns schützen. Ich beschwöre euch alle. Das Portal muss für alle Zeit verschlossen werden.»
Die spitzen Ohren des Elfenkönigs liefen blau an.
«Wie willst du das anstellen, Calvis? Du bist das mächtigste Wesen unter uns, aber keiner von uns vermag allein das Portal zu schließen. Lass es uns besser auf eine andere Weise versuchen. Wir könnten die Menschen kontrollieren.»
«Nein, Arkansan, wir müssen es alle gemeinsam angehen. Der Stern von Tearfor vermag das Portal zu schließen und die Welten können jeder für sich weiter existieren.»
Die Menge murmelte wie ein Bachlauf. Der Elfenherrscher hob die Augenbrauen und gebot den Anwesenden mit einer Geste zu schweigen.
«Der Stern von Tearfor!», sagte er heiser. «Niemand hat es je vermocht, den Arghurus zu erschaffen.» Dann erblickte er die entschlossenen Gesichter seiner Mitstreiter und fuhr mit kräftiger Stimme fort. «Nun gut, Calvis, großer Zauberer von Alvisstru, der du vermagst den Silberglanz des Mondes einzufangen und aus den Wassern Tearfors Feuer für das Zwergenreich zu entfachen. Deine Worte waren noch nie leere Schalen und du wirst sie wie immer weise gewählt haben.»
«Wir alle gemeinsam.» Der Zauberer atmete erleichtert aus.
«Doch ich knüpfe die Entscheidung an eine Bedingung. Ich verlange von dir den Bau eines Schutzwalls. Eine Täuschung, die die Eine zurückhalten wird, auf der Menschenerde einzudringen, sollte sie wieder erstarken. Wir müssen die Menschen vor ihr schützen und uns vor der Ungläubigkeit der Menschen. Sie darf nicht dorthin gelangen, um von der Menschenerde aus Macht über uns zu erlangen. Unter dieser Bedingung stimme ich im Namen des Elfenvolks für deinen Vorschlag. Es mögen auch die Führer der anderen Reiche oder deren Vertreter bekunden, ob der Stern von Tearfor, der Arghurus, beschworen werden soll.»

Da reckte Boomrang der Baum, der für das magische Pflanzenreich stimmte, seinen kräftigsten Ast in den violetten Abendhimmel. Kreischend umkreiste Vaugh, der Pferdevogel und mächtigstes Wesen des Fabeltierreiches die Anwesenden und setzte sich neben Boomrang, der seinen Wipfel neigte und ihm respektvoll auf die Nüstern klopfte.
«Schmrgh wiszh zhrdr!», gurrte der Vogel.
Calvis verbeugte sich vor ihm und legte die Hände zum Gruß aneinander.
«Und wir werden unsere Kräfte für die Euren geben», bekundete er.
«Wir sind auch dabei», echoten die Kobolde im Gleichklang. In ihrem Reich gab es keine Anführer.
«Unsere Handwerkskunst sei die deine.» Grashmund von Strogh, der Herr der Zwerge, legte ihm zum Zeichen der Zustimmung eine Fackel mit der Flamme des ewigen Feuers Tearfors zu Füßen.
Calvis von Alvisstru sah sich nach seiner ältesten Weggefährtin um.
«Die Hexen fehlen», sprach der Elfenkönig die Besorgnis seines Freundes aus.
«Wenn sie nicht kommen, können wir den Stern nicht erschaffen.»
«Bedenke, Calvis, sie wurden von der Einen verschont. Was ist, wenn....»
«Nein, Arkansan, kein Wort!» Die Stimme des Zauberers bebte.
Er wollte nicht hören, was viele in ihren Gedanken bewegten. Die Eine hatte das Hexenvolk weniger gequält, weil sie eine von ihnen war. Sie musste Helfer gehabt haben. Verräter unter den Wesen. Alleine hätte sie es niemals geschafft. Doch Calvis wusste, dass hunderte Hexen in den Callapus Höhlen, auf der Unterseite der schwebenden Insel, in erbitterten Kämpfen ihr Leben für Tearfor gelassen hatten.
«Calvis, mein Feund, ich weiß, wie sehr du an das Gute glaubst. Selbst die Menschenwelt, die uns vergisst und verspottet, die uns als Hirngespinste verhöhnt, und uns in die Welt der Märchen verbannt, selbst diese Welt schützt du immer noch. Aber du musst der Wahrheit ins Auge sehen. Nicht alle Welten sind gut für uns und nicht alle Wesen, die wir für Freunde halten, sind es wert, als solche behandelt zu werden.»
«Sie kommen.»
Das Gesicht des Zauberers klärte sich auf wie Nebel an einem Frühlingsmorgen. Arkansan folgte dem Blick seines Freundes. Der Anblick der schwarzen Wolke, die sich mit rasender Geschwindigkeit näherte, rang Calvis von Alvisstru ein volles Lachen ab. Ein Schwarm wie Krähen im Herbst flog auf Besen, Teppichen, Tassen oder Kisten über den Himmel. Allen voran ihre Anführerin Aurelia Jolaithon, die als mächtigste unter ihnen den Parder, ein prächtiges pantherähnliches Tier, ritt und bereits über seinem Kopf schwebte.
«Relia. Willkommen.»
Der große Zauberer hielt galant seinen Arm in die Luft. Sanft glitt sie neben ihm zu Boden.
«Dann sind wir vereint», sagte sie und stieß ein kehliges Lachen aus.

Silbern zeigte sich der dreischattige Mond in der schwarz aufgehenden Nacht als die Wesen von Tearfor mit der reinsten Magie, die jemals die Wesensgemeinschaften hervorzubringen vermocht hatten, den Stern von Tearfor erschufen. Noch in derselben Nacht errichteten sie eine Zwischenwelt als Schutzwall, wie vom Elfenkönig verlangt, die sie Betwehn nannten. Wäre die Eine jemals wieder in der Lage, über den Rand von Tearfor hinaus zu blicken, bekäme sie nur dieses Spiegelbild zu sehen. Das Abbild des letzten Anblicks, den sie von der Menschenwelt in Erinnerung behalten hatte. Eine Täuschung, die sie vermuten ließe, sie würde auf die Welt der Menschen blicken.
«Nur von Betwehn aus,» versprach der große Zauberer nach getaner Arbeit, «wird es fortan ein Portal zur Menschenwelt geben, das von dort ohne unsere Magie zu öffnen sein wird.»
«Ohne ....»
Mit zusammengekniffenen Augen und Lippen so schmal wie Bindfäden blickte der Elfenkönig zu seinem Freund hinauf.
Calvis von Alvisstru nickte und hielt dem misstrauischen Blick stand.
«Ja, ohne Zauberkraft. Nur durch den Zauber der Menschen läßt sich das Portal von Betwehn aus öffnen. Die Eine wird ihn nicht kennen, da ihr die Menschen fremd sind.»
«Und auf der Menschenerde?», argwöhnte der Elfenkönig.
«Wird Magie notwendig sein. Der Stern von Tearfor reagiert nur auf Zauberkraft. Wir werden ihn dort verbergen.»
«Wieso?»
«Die Menschen werden nicht nach etwas suchen, was sie nicht verloren wissen. Und da sie das Magische nicht länger sehen wollen, werden sie, selbst wenn sie den Stern von Tearfor entdecken, ihn nicht als Schlüssel für das Portal erkennen. Es wird sicher verschlossen bleiben.»
«Aber wie willst du Tearfor ohne den Arghurus schützen, wenn du ihn auf der Menschenerde verbirgst? Sie ist immer noch hier.»
«Wir entsenden einen Wächter auf die Menschenerde. Und sollte die Eine jemals wieder zu Kräften kommen, werden wir es dieses Mal früh genug SEHEN. Dann werden wir vorbereitet sein.»

Mit wenigen Handgriffen, die aussahen, als würde er einen Schneeball formen, erschuf er einen Kristall, in den er den zu Lava verkommenen Finger der Einen fließen ließe. Er blieb wie erkaltete Kohle auf dem Boden des Kristalls liegen. Der Kristal hob sich und schwebte über die ausgebrannten Felder hinauf zum Kuppelturm des Palastes.
Ein winziger Tropfen Lavamasse hatte sich an der Fußsohle seines Dieners Rumpert verfangen. Der schüttelte ihn vor Ekel von seinem Schuh und schenkte dem tropfenden Klecks keine weitere Bedeutung. So sah er auch nicht, dass der Spritzer durch das Portal verschwand, bevor es von Tearfor aus verschlossen wurde. Mit einem «Platsch» prallte die Lavamasse auf das neu erschaffene Betwehn auf.

Die Gemeinschaften entsandte einen Wächter, ohne Zauberkraft aber mit dem Wissen der Welten, der die Jahre überdauern sollte, auf die Menschenwelt. Das Wesen behielt seine Energie und seine Jugend, solange die Eine sich nicht rührte. Er wählte zwei Begleiter. Den einen zum Schutz des Arghurus, wenn die Zeit nahte und das andere Wesen, um zu helfen, wenn er darum bat. Würde der Wächter altern, wäre für ihn die Zeit gekommen, die Menschen zu warnen, den Stern von Tearfor zu erwecken und mit seinen Begleitern zu verteidigen.

Die Eine kroch verwundet, gedemütigt und ihrer Macht entrissen als zäher Schleim in das kleinste Loch auf der Schattenseite Tearfors. Wartend, die Wunden leckend, wissend, dass Gefühle der Menschen und Wesen sie nähren würde.
Da, wo sie Teile von sich entsandt hatte, lauerte sie geduldig wie eine Spinne.
Jahr für Jahr und Mond für Mond.

 

CoK

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24.08.2020
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Hallo @KerBin

ich möchte mich für deinen Besuch revanchieren.
Mir hat vieles an deinem Prolog gefallen, doch ich fühlte mich von ihm überfordert, es war mir zu viel Info.
Es gab einiges, dass ich überhaupt nicht verstanden habe.
Du schreibst in deinem Vorwort viel über die „Eine„ ich habe keine Ahnung wie ich sie mir vorstellen kann.

Ein Stern entsteht
Heißt so dein Roman? Denn diesen Titel verstehe ich was dein Prolog angeht nicht.
Sie erhoben sich nicht einmal zum Kampf.
Würde ich weglassen, es ist ja ein Widerspruch zu dem was kommt
Dieses Wissen machte sich die Eine zu Nutzen und sie vertraute auf die Blindheit der sichtbaren Wesen. Denn je länger Elfen unter den Menschen unentdeckt lebten, desto mehr verblasste ihre Sehnsucht an ihre Heimat Tearfor und sie vergaßen ihre Aufgabe zurückzukehren. Viele fanden nicht, wonach sie zu suchen hatten und das Gleichgewicht der Insel blieb gestört.
Inwiefern machte sie sich dieses Wissen zu Nutze und auf welche Blindheit vertraute Sie?
Warum ist es eine „Aufgabe“ zurückzukehren? Nach was suchten sie? Mir ist das zu viel und zu unklar.

Oder sie ließ sie zu ihrem Vergnügen auf der Schattenseite darben
darben?
Mit letzter Kraft schlossen sich die Wesensgemeinschaften,
Wesensgemeinschaften das klingt so nach Genossenschaft. Mir würde die Bewohner Tearfors besser gefallen.
zauberhafte Tiere
Da denke ich an besonders hübsche Tier. Gehe davon aus das meinst du nicht. Wie wäre es mit mystischen Tieren.
Mit aufbäumender letzter Kraft hauchte sie ihren Atem wie Nebel über das Dorf. Nur wenige Häuser erreichte der wabernde heiße Luftzug, bevor er zu Stein erstarrte.
Würde ich weglassen, passt für mich überhaupt nicht zu Nebel.
Nun ist die Zeit des Friedens angebrochen, der nicht noch einmal leichtsinnig in Vergessenheit geraten darf.» Es war der Zauberer, der als erster von ihnen sprach.
Wie der Frieden darf nicht in Vergessenheit geraten? Verstehe ich nicht.
Um ihn herum kreischte Zerstörung.
Damit kann ich auch nichts anfangen.

Bezwungen vom Kampf kroch die Eine vom Schlachtfeld und erhaschte einen letzten Blick auf die Menschenwelt, die so leicht von Tearfor aus zu beherrschen gewesen wäre. Das Bild brannte sich in ihr Gedächtnis. Ein kleines Städtchen mit verspieltem Bachlauf, schwatzenden Dorfbewohnern, honigfarbene Felder und bunte durch Holzstreben verstärkte Gebäude. Mit aufbäumender letzter Kraft hauchte sie ihren Atem wie Nebel über das Dorf. Nur wenige Häuser erreichte der wabernde heiße Luftzug, bevor er zu Stein erstarrte.
Wie kann sie einen Blick darauf werfen wenn man die Menschenwelt nur durch ein Portal erreichen kann?
Die Mauern des Palastes, der die schwebende Insel bildete,
Du hast da bestimmt Bilder im Kopf, ich kann mir gar nichts darunter vorstellen. Ich würde das weglassen.
Mauern voller Geschichten, von denen jeder einzelne Stein erzählte und die die Reiche vereint hatten.
Wie die Steine haben die Reiche vereint?
«Wir müssen etwas tun, Calvis. Die Menschen dürfen nicht noch einmal das Schicksal unserer Reiche bestimmen. Wir können ihnen nicht mehr vertrauen.»
Warum jetzt die Menschen? Sie haben doch gegen die „Eine “ gekämpft? Oder ist sie ein Mensch?

Doch alle Farben und der facettenreiche Glanz waren mit dem Leid und den Totengesängen um die Verluste erloschen.
Klingt schön, verstehe ich aber nicht, wie kann Farbe bei Leid erlöschen?
Aufrichtige und tapfere Geschöpfe, die nie gelernt hatten, zu kämpfen. Und dennoch hatten sie niemals den Mut verloren, ihr Schicksal in die Hand zu nehmen.
Und dennoch hatten sie den Mut nicht verloren und ihr Schicksal in die Hand genommen.
Hört meine Entscheidung, Wesen von Tearfor, Geschöpfe der weißen Wolke und der schwebenden Insel.
Hier bin ich jetzt irritiert, sind es drei Welten?
«Hört meine Entscheidung, Wesen von Tearfor, Geschöpfe der weißen Wolke und der schwebenden Insel. Das Portal zur sichtbaren Welt muß für immer verschlossen werden. Hört mich an. Hör du mich an, Arkansan, mein Freund. Schon jetzt haben wir von deinem Volk zu viele auf der Menschenwelt verloren. Es brechen nun die Zeiten an, in denen die Menschen nicht mehr darauf vertrauen, uns zu sehen. Wir müssen uns schützen. Ich beschwöre euch alle. Das Portal muss für alle Zeit verschlossen werden.»
Den ersten Teil könntest du weglassen, der zweite ist Wiederholung.( zumal das mit Wolke und Insel verwirrend ist)
«Der Stern von Tearfor!», sagte er heiser. «Niemand hat es je vermocht, den Arghurus zu erschaffen.»
Wieder bin ich verwirrt, was ist es den nun? Warum zwei Namen?

Und wir werden unsere Kräfte für die Euren geben»
Klingt wie tauschen.
Die Eine hatte das Hexenvolk weniger gequält, weil sie eine von ihnen war.
Verstehe ich auch nicht, Du schreibst von der „Einen“ und dann ist es plötzlich eine Hexe.
Das Gesicht des Zauberers klärte sich auf wie Nebel an einem Frühlingsmorgen. Arkansan folgte dem Blick seines Freundes. Der Anblick der schwarzen Wolke, die sich mit rasender Geschwindigkeit näherte, rang Calvis von Alvisstru ein volles Lachen ab. Ein Schwarm wie Krähen im Herbst flog auf Besen, Teppichen, Tassen oder Kisten über den Himmel. Allen voran ihre Anführerin Aurelia Jolaithon, die als mächtigste unter ihnen den Parder, ein prächtiges pantherähnliches Tier, ritt und bereits über seinem Kopf schwebte.
«Relia. Willkommen.»
Der große Zauberer hielt galant seinen Arm in die Luft. Sanft glitt sie neben ihm zu Boden.
«Dann sind wir vereint», sagte sie und stieß ein kehliges Lachen aus.
Was für ein schönes Bild. Fantasievoll und schön geschrieben.
Silbern zeigte sich der dreischattige Mond in der schwarz aufgehenden Nacht als die Wesen von Tearfor mit der reinsten Magie, die jemals die Wesensgemeinschaften hervorzubringen vermocht hatten, den Stern von Tearfor erschufen.
Das ergibt für mich kein Bild denn Nacht kann nicht aufgehen.

Das Abbild des letzten Anblicks, den sie von der Menschenwelt in Erinnerung behalten hatte. Eine Täuschung, die sie vermuten ließe, sie würde auf die Welt der Menschen blicken.
Woher wissen sie, was sie zum Schluss gesehen hat?
Nur durch den Zauber der Menschen läßt sich das Portal von Betwehn aus öffnen.
Menschen die Zaubern können?
Die Menschen werden nicht nach etwas suchen, was sie nicht verloren wissen. Und da sie das Magische nicht länger sehen wollen, werden sie, selbst wenn sie den Stern von Tearfor entdecken, ihn nicht als Schlüssel für das Portal erkennen. Es wird sicher verschlossen bleiben.»
Und hier brauchen sie dann wieder den Stern von Teafor dazu!
Aber wie willst du Tearfor ohne den Arghurus schützen
Verstehe ich auch nicht.
Er blieb wie erkaltete Kohle auf dem Boden des Kristalls liegen.
Ein Kristall der einen Boden hat?

Du hast Fantasie und vieles, was du geschrieben hast, hat mir auch gefallen. Doch der Text im Ganzen war mir zu verwirrend.
Vielleicht ergeht es anderen Lesern nicht so.
Es ist ein Prolog und darin musst du nicht alles beschreiben, doch das, was du andeutest, möchte ich auch verstehen können.
Es würde mich freuen, wenn der eine oder andere Gedanke dir helfen könnte.

Lieber Grüße CoK

 

Bas

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16.09.2018
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Hey @KerBin,

in deinem Profil heißt es:

Ich schreibe mit eigenem hohen Anspruch an einem Jugend Fantasy Roman und bin sehr daran interessiert, ob Lesefluss, Spannungsaufbau und Plausibilität sowie ein angenehmer Schreibstil gegeben ist.

Finde ich cool, weil das quasi eine Anleitung für mich ist, worauf ich beim Kommentieren achten könnte. Lesefluss, Spannungsaufbau und Plausibilität ...

Hm ... Also. Das ist wahrscheinlich nicht das, worauf du mit dem Wort Lesefluss abgezielt hast, aber: Mein Lesefluss wird leider schon durch den ersten Absatz gestört. Denn den muss ich mehrmals lesen, um dahinterzusteigen. Das könnte daran liegen, dass Fantasy nicht mein Go-To-Genre ist, vielleicht aber auch daran, dass du hier gebündelt sehr viele Informationen unterbringst, versuchst, eine glaubhafte Welt zu etablieren, das aber auf eine ... na, sehr erzählerische Weise tust. Es ist nicht erlebbar, was du da beschreibst, höchstens vorstellbar. Deshalb fiel mir der Einstieg schwer, auch wenn ich hinter das Thema Plausibilität nach mehrmaligem Lesen wohl einen Haken setzen würde.

Du schreibst ja auch, dass das der Prolog zu einem Roman wäre und für einen Roman gelten natürlich andere Maßstäbe als für eine Kurzgeschichte. In einem Roman kann man sich Zeit lassen - in einer Kurzgeschichte gestaltet sich das mit der Zeit ein bisschen komplizierter. Egal, weiter im Text.

...

Parallel, während ich hier schreibe, kommt gerade der Beitrag von @CoK reingetrudelt, und weil deine Geschichte dadurch nicht mehr kommentarlos dasteht, erlaube ich mir auch, auf halbem Wege auszusteigen. Was ich sonst eher ungerne mache. Aber: Für mich persönlich hat sich hier leider kein Lesespaß eingestellt. Das lag für mich an zwei Dingen.
Zum einen, und das ist sicher Geschmackssache, an der Adjektivlastigkeit des Textes. Auf mich wirkt das zu überfrachtet, zu wenig präzise, das deckt sich dann auch wieder mit der Kritik zum Einstieg: Adjektive sind, grob gesagt, beschreibende Wörter. Aber eine Geschichte lebt für mich von erlebbaren Szenen, nicht (nur) von Wörtern die sagen: Eine Sache ist so und so, stell dir das einfach mal vor. Oder anders gesagt: Ich will nicht vom heißen Feuer lesen, sondern vom Feuer, das auf der Haut brennt. Sehr vereinfacht, aber ja.
Zum anderen gibt es hier ein Missverhältnis von Autoren- und Leserwissen, du kennst diese Welt, du hast sie erschaffen, aber dass du mir dann all diese Informationen einfach so vorsetzt, das reicht mir nicht. Tust du auch nicht, also nicht nur, aber eben sehr viel, und gleichzeitig gibst du mir sehr wenig Erlebbares. Anders ausgedrückt: Frodo reist durch Mittelerde und mit jedem kleinen Hobbitschritt erschließe ich gemeinsam mit Frodo diese mir fremde Welt. Wo ist hier der Protagonist, der mich an der Hand nimmt? Ja, Fantasy ist nicht gleich Herr der Ringe und es gibt viele verschiedene Herangehensweisen, aber ... Diese hier funktioniert für mich nicht.

Aber lass dich bitte bloß nicht entmutigen von meinem Kommentar, das ist vor allem eine persönliche Meinung, und auch, wenn ich nicht warmgeworden bin mit deinem Text, müsste man blind sein, um hier kein Potenzial erkennen zu können. Und den ersten Schritt zur vollen Potenzialausschöpfung hast du ja jetzt schon mal getan, indem du dich "raus" getraut hast und dir fremde Meinungen einholst.

Viel Spaß noch hier und danke fürs Teilen!

Bas

 
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@CoK
Schon mal ganz lieben Dank für das umfangreiche Feedback - ich werde jeden Punkt angehen und gerne dazu Rückmeldung geben …. Brauche nur etwas Zeit.

@Bas
Deine Offenheit hilft mir sehr und auch die ausführliche Antwort - lieben Dank für die Mühe! Ich schaue mir das gerne im Detail und kann den Kern sehr gut nachvollziehen. Viele Grüße!

Heißt so dein Roman? Denn diesen Titel verstehe ich was dein Prolog angeht nicht.
Hallo @CoK - ich noch einmal, nachdem ich schon viel Deiner Anmerkungen bei mir durchgearbeitet habe. Dies ist in der Tat nur der Arbeitstitel des Prologs

Würde ich weglassen, es ist ja ein Widerspruch zu dem was kommt
Macht Sinn - habe ich weggelassen

Wie der Frieden darf nicht in Vergessenheit geraten? Verstehe ich nicht.
Formulierung überarbeite ich

Und dennoch hatten sie den Mut nicht verloren und ihr Schicksal in die Hand genommen.
Danke für den Formulierungsvorschlag!

Das ergibt für mich kein Bild denn Nacht kann nicht aufgehen
Vielen Dank - Du hast absolut recht und ich habe schon umformuliert

Verstehe ich auch nicht.
Generell - wenn Du etwas nicht auf Anhieb verstanden hast, hilft mir das sehr, mich an diesen Stellen klarer auszudrücken

Was für ein schönes Bild. Fantasievoll und schön geschrieben.
Lieben Dank!

Aber eine Geschichte lebt für mich von erlebbaren Szenen,
Hallo @Bas - das ist für mich wichtig und ich klemme mich hinter das Adjektiv-Eliminieren und Fühlbar-Machen.

müsste man blind sein, um hier kein Potenzial erkennen zu können.
Lieben Dank

 
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16.03.2015
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3.541

Hallo @KerBin

und willkommen hier.
Ich habe deine 10 Posts zusammengeführt.
Du musst nicht jedes einzelne Zitat separat beantworten, sondern kannst mehrere Zitate in einem Post mit der Funktion "+Zitieren" zusammenführen. Bitte achte beim nächsten Mal darauf, bevor du einen Post absendest.

Danke und viele Grüße,
GoMusic

 
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16.08.2021
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Oh - lieben Dank für den Hinweis. Ich lerne noch …. Liebe Grüße

 

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