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Else, Corona und ich

CoK

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Else, Corona und ich

Ich schenke mir gerade eine Tasse Kaffee ein, als das Telefon klingelt. Ein Blick auf das Display. Es ist meine Freundin.
„Guten Morgen, Kirsten. Ich habe einen Coronatest gemacht. Er ist positiv. Euch habe ich als Kontaktpersonen genannt. Ihr werdet einen Anruf vom Gesundheitsamt bekommen."
Schweigen. Ich schlucke trocken.
„Wann hast du den Test gemacht?“
„Gestern, mir ging es am Wochenende schlecht. Gliederschmerzen, Kopfweh, ich hatte Atemnot. Mein Hausarzt hat mich sofort zum Test geschickt."
„Das tut mir leid. Wie fühlst du dich jetzt?"
„Mir tut einfach alles weh und ich bin ständig müde. Kirsten, wahrscheinlich habe ich mich bei euch angesteckt. In Martins Pflegeeinrichtung gibt es doch einige Coronafälle.“
„Er wird jeden zweiten Tag getestet", werfe ich ein.
„Auch, wenn sein Test negativ war, kann er Überträger sein. Außerdem, die Schnelltests sind nicht zuverlässig."
Ich überlege. Könnte das sein? Am Mittwoch vielleicht? Wir saßen gemeinsam vor dem Bildschirm. Mit Martin, Julia und Anna. Auf ARTE wurde eine Doku gezeigt. Über diese Stadt in den USA, wo LKWs mit Kühlcontainer Dutzende von Coronaleichen in Krematorien transportierten.
„Ist wohl eine Strafe Gottes." Entsetzt hatte ich Anna angeschaut, das konnte nicht ihr Ernst sein.
„Wohl kaum", hatte Martin erwidert. „Wenn man den Medien glauben darf, fing das Ganze in China an. Da gibt es fast nur Atheisten."
Anna unterbricht meine Gedanken:
„Mach dir keinen Kopf, zehn Tage Quarantäne, dann ist es vorbei."
„Ich weiß nicht, was ich sagen soll, es tut mir so leid. „Muss ich jetzt auch einen Coronatest machen?“
„Wahrscheinlich!"
„Jetzt brauche ich erst Zeit, um das zu verdauen. Wenn wir etwas für dich tun können, sage es bitte. Danke für deinen Anruf. Gute Besserung!"
Ich laufe wie ein Tiger im Käfig auf und ab.
Warum warten, bis das Gesundheitsamt anruft?
Ich google, suche nach der Teststelle.
Nach dreimal Klingeln nimmt jemand ab.
„Guten Tag, ich möchte ein Coronatest machen."
„Wurden Sie vom Gesundheitsamt angerufen?"
„Nein."
„Dann können Sie auch keinen Test machen."
„Hören Sie, mir geht es nicht so gut, ich muss wissen, ob ich mich angesteckt habe. Meine Freundin wurde positiv getestet."
Es ist still in der Leitung, die Frau scheint zu überlegen.
Dann: „Was haben Sie denn für Symptome?"
Ich zähle auf: „Kopfweh, Gliederschmerzen."
„Stopp! Ich frage Sie und Sie antworten nur mit ja oder nein."
Wir arbeiten die Frageliste ab.
„Morgen um 9:30 Uhr."
„Mein Mann hat auch Symptome, er hustet. Kann er den Test morgen auch machen?"
„Nein, er muss warten, bis sich das Gesundheitsamt bei ihm meldet.
Auf Wiederhören."
Peter ist mit vielen Arbeitskollegen zusammen, die zum Teil keine Masken tragen. Was, wenn er sie ansteckt? Ich rufe ihn an. „Anna hat Corona, bitte komm nach Hause! Vielleicht hast du es auch. Dein Husten könnte ansteckend sein.“
„So eine Scheiße! Mein Chef reißt mir den Kopf ab, wenn ich meine Kollegen angesteckt habe."
„Wir wissen es ja noch nicht sicher", beruhige ich ihn.
„Okay, du hast Recht, es ist besser, ich komme heim."
Wieder zu Hause ruft er bei seiner Hausärztin an. „Nein, Sie dürfen nicht in die Praxis kommen. Ich schreibe Sie krank. Die Krankschreibung müssen Sie abholen lassen. Morgen sollten Sie dann bei einem Kollegen einen Coronatest machen."
Er kommt zu mir, lässt sich in einen Sessel fallen. „Wir haben kein Corona, ich habe doch gar kein Fieber."
Ich springe auf. Verblüfft schaut Peter mich an, als ich nach dem Telefon greife.
„Hallo Mama", höre ich die Stimme meines Sohnes. „Ich wollte dich eben auch anrufen. Mein Test heute war positiv. Wir sind unter Quarantäne."
„Und Julia?"
„Das wissen wir noch nicht. Sie wird morgen getestet."
Ich erzähle ihm von Anna. Teile ihm mit, dass auch wir einen Coronatest machen werden. Er atmet tief, seine Stimme klingt belegt. „Mama, es tut mir leid, wenn ich euch angesteckt habe. Die arme Anna."
„Ihr geht es so weit gut. Sie hat kein Fieber. Es ist kein schlimmer Verlauf", versuche ich ihn zu trösten.

Es beherrscht mich nur noch der Wunsch, ins Bett zu gehen. Ich halte mich am Treppengeländer fest und langsam, Stufe um Stufe gelange ich in den oberen Stock. Ein Gefühl wie nach einem 100-Meter-Lauf. Kurzatmig und total erschöpft. Ich schlafe sofort und habe einen seltsamen Traum. Martin sitzt als kleiner Junge auf dem Wohnzimmerteppich und sieht sich eine Doku über den Golfkrieg an. Die Bombardierung Bagdads durch amerikanische Kampfflugzeuge. Es sind viele Verletzte zu sehen. Er dreht sich zu mir, hat Tränen in den Augen. „Mama, jetzt weiß ich, warum der liebe Gott sich nicht mehr sehen lässt." Aus seinem Mund fliegen kleine Bälle mit roten Tentakeln.
„Komm runter, Abendessen!“ Die Stimme meines Mannes holt mich zurück. Er steht neben dem Bett und schaut mich besorgt an. Ich möchte nicht aufstehen, meine Muskeln sind ohne Kraft. Mein Kopf besteht nur aus Schmerz. Ich greife nach den Ibuprofen.
„Du solltest Aspirin nehmen." Er nimmt mir die Tabletten aus der Hand. „Ibuprofen verursacht Atemnot."
„Das sind Fake News", widerspreche ich.
„Meine Arbeitskollegin Nina war eine der Ersten mit Corona. Ihre Atembeschwerden fingen an, nachdem sie Ibu eingeworfen hatte. „Außerdem", triumphierend schaut er mich an,„ habe ich gelesen, dass Patienten, die Ibuprofen genommen haben, viel öfter beatmet werden müssen, als Kranke, die Aspirin geschluckt haben." Ich wälze mich aus dem Bett. Nehme ein Aspirin.
Ungläubig beiße ich ein Stück von der Essiggurke ab, das kann doch nicht wahr sein, ich schmecke nichts. Ich atme tief ein, halte die Gurke unter die Nase. Versuche etwas zu riechen.
„Die sind noch gut, habe ich gestern erst aufgemacht.“
„Darum geht es nicht, mein Geschmacks- und Geruchssinn sind weg."
Er greift nach dem Gurkenglas. „Also, ich hab kein Problem, die sind gut."
Ich kaue auf einem Stück nichtsschmeckendem Käsebrot. „Elschen!“ Das Brot und der Rest des Satzes bleiben mir im Hals stecken.
“Hm … Was?" Peter schleckt sich die Brotkrümel aus den Mundwinkeln und schaut mich an.
Ich schlucke. Ein Versuch, die aufkeimende Angst wieder hinunterzuwürgen. Hustenanfall, keuchend, lang. „Sie war auch hier!"
„Stimmt. Und?" Er nimmt sich ein Brot.
„Wir … könnten Sie angesteckt haben!" Sorgsam, jede noch so winzige Stelle seines Brotes mit Butter bestreichend, antwortet er: „Wir … wissen noch gar nicht, ob wir Corona haben!“
„Wo ist das Telefon?"
Freiton. „Else ist nicht zu Hause."
Er beißt vom Brot. Kleine Brotkümelwörter fliegen aus seinem Mund „Dann musst du es eben später noch einmal versuchen.“
„Ich kann mir gar nicht vorstellen, wo Elschen um die Zeit noch sein könnte. Sie ist abends immer zu Hause."

Wir hatten sie vor Jahren kennengelernt. Im Laufe der Zeit war aus einer flüchtigen Bekanntschaft Freundschaft geworden.
Else lebt zur Miete in einem Geschäftshaus. Im Erdgeschoss ist ein Blumenladen. Bis vor zwei Jahren bewohnte sie die Wohnung darüber. Der Hausbesitzer meldete Eigenbedarf an. Else musste nach vierzig Jahren in die kleine Wohnung unters Dach ziehen.
Zwei Etagen und achtundzwanzig Stufen höher. Vieles, was sie an Erinnerungen von ihrem verstorbenen Mann und den beiden Kindern hatte, fand in der schrägen, winzigen Dachwohnung keinen Platz mehr. Ich staunte, wie wenig nach zweiundachtzig Jahren von einem Menschen noch bleibt.
Selten verlässt Else die Wohnung, das Treppensteigen strengt sie zu sehr an.
Wieder nehme ich das Telefon
Freiton. Else geht nicht ran.
Sie hat nicht viele Kontakte. Die Kinder von Else leben in Amerika. Ihr Mann ist schon seit zwanzig Jahren tot. Wenn sie hier ist, erzählt sie von ihrer Arbeit im Krankenhaus. vierzig Jahre hatte sie da geputzt. Komm halt nirgends mehr hin. Hab nie Geld für den Führerschein gehabt. Sie erzählt und wir hören zu. Geschichten und Anekdoten aus der Zeit, als sie noch gebraucht wurde.
Am Sonntag war ihr Besuch kürzer ausgefallen. Ohne Umarmung. Kaffeetrinken auf Abstand.
Peter und ich räumen den Tisch ab. Im Hintergrund das Radio. Der Moderator spricht von Querdenkern und Impfgegnern.
„Ich würde mir wünschen, die lägen jetzt im Krankenhaus und müssten künstlich beatmet werden." Wütend schalte ich aus.
Mein Mann nimmt mich in den Arm. „Du weißt doch, viele sind falsch informiert."
„Ja, und wir, wir wissen, wie gefährlich es ist, und laden eine 82jährige zum Kaffee ein."
Vielleicht liegt sie schon im Krankenhaus. Oder sie ist umgefallen und liegt in ihrer Wohnung.
Telefon.
Freiton. Else geht nicht ran.
„Ich werde jetzt bei ihrem Vermieter anrufen."
Freiton. „Gröllmann."
„Entschuldigen Sie bitte die Störung …"
Herr Gröllmann zeigt Verständnis und verspricht, nach Else zu sehen und zurückzurufen.
Erschöpft lege ich mich aufs Sofa, die Kopfschmerzen sind wieder da. „Können wir die Terrassentür aufmachen? Es ist so stickig."
Peter öffnet die Tür. „Das hat ja Minusgrade." Fröstelnd reibt er sich die Arme.
„Nur ein paar Minuten!" Ich greife nach der Couchdecke und ziehe sie bis unter das Kinn.
„Ich gehe Duschen. Das Telefon lege ich dir hier aufs Kissen, sollte der Gröllmann anrufen."
„Danke."

Tief atme ich die kühle Abendluft ein.
Unbarmherzig schrill das Telefon, es hat nur einmal geklingelt. Mein Ohr an den Hörer gepresst, höre ich die aufgeregte Stimme. „Hallo, hören Sie, ich habe Frau Baum gefunden und den Krankenwagen gerufen."
Das Wort Krankenwagen lässt mich aufspringen. Aufgeregt warte ich auf die nächsten Worte.“Sie liegt im Treppenhaus. Sie ist mit ihrer Einkaufstasche ausgerutscht und zwischen dem ersten und zweiten Stock die Holztreppe hinuntergestürzt. Ihr Fuß ist im Geländer hängen geblieben. Der Krankenwagen kommt gleich. Ein Nachbar ist jetzt bei ihr. Ich wollte Ihnen Bescheid geben."
„Wie geht es ihr?"
„Ihr Knie tut weh und sie hatte schreckliche Angst, dass keiner sie finden würde. Eine Stunde hat sie um Hilfe gerufen. Ich höre das Martinshorn, der Krankenwagen ist da. Ich muss raus. Auf Wiederhören."
Ich schließe die Terrassentür.

„Hallo, meine Liebe, ich bin wieder zu Hause. Wieso Corona? Sie haben gesagt, ich brauche ein neues Knie. Ich hab Schmerzmittel bekommen. Operiert wird erst im August. Ja, ich habe im Krankenhaus einen Test gemacht.
Ob der negativ war? Klar, was denkst du denn!"

 
Monster-WG
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Liebe @CoK

wie immer habe ich Deine Geschichte gern gelesen. Der Text ist flüssig geschrieben, ich kann mir alles gut vorstellen, bin nah bei den Protagonisten. Ein Thema direkt aus dem Alltag gegriffen. So geht es derzeit vielen. Die Aussage der Geschichte verstehe ich nicht so ganz. Am Ende geht es plötzlich um Ibuprofen. Was möchtest Du denn mit Deiner Story transportieren?

Hier noch ein paar Anmerkungen:

„Guten Morgen, Kirsten. Ich habe einen Coronatest gemacht. Er ist positiv. Euch habe ich als Kontaktpersonen genannt. Ihr werdet einen Anruf vom Gesundheitsamt bekommen."

Das ist etwas heftig. Sie nimmt den Hörer ab und keiner sagt hallo.
Wenn Du es so lassen möchtest, dann würde ich noch etwas hinzufügen, wie z.B. ... sprudelt es aus ihr heraus.

Ich überlege, könnte das sein?

Ich überlege. Könnte das sein?

„Jetzt brauche ich erst Zeit, um das zu verdauen. Wenn du was brauchst, melde dich bitte. Danke für deinen Anruf. Gute Besserung!"

Wortwiederholung.
Vorschlag: "Ich muss das erstmal verdauen. Wenn du ..."

Ich laufe wie ein Tiger im Käfig auf und ab. Ich kann nicht warten, bis das Gesundheitsamt anruft. Ich googlesuche nach der Teststelle.

3 Sätze, die mit Ich beginnen.
Vorschlag: Ich laufe wie ein Tiger im Käfig auf und ab. Warum warten, bis das Gesundheitsamt anruft? Ich setze mit an den Laptop und suche per Google nach der nächsten Teststelle.

„Guten Tag, ich möchte ein Coronatest machen."

Hier könntest Du noch hinzufügen. Nach drei mal Klingeln nimmt jemand ab.

Das klingt so abgehackt.

Meine Arbeitskollegin Nina war eine der Ersten mit Corona. Ihre Atembeschwerden fingen an, nachdem sie Ibu eingeworfen hatte. Außerdem, triumphierend schaut er mich an, habe ich gelesen, dass Patienten, die Ibuprofen genommen haben, viel öfter beatmet werden müssen,

Das Ende, bzw. die Aussage, die Du transportieren möchtest verstehe ich nicht so recht.

Liebe Grüße und einen schönen Tag,
Silvita

 

CoK

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Liebe @Silvita

Entschuldige bitte, ich hatte Schwierigkeiten den Text zu übertragen.
Deshalb konntest du nur den ersten Teil lesen.
Dafür schon mal vielen Dank.

Das ist etwas heftig. Sie nimmt den Hörer ab und keiner sagt hallo.
Wenn Du es so lassen möchtest, dann würde ich noch etwas hinzufügen, wie z.B. ... sprudelt es aus ihr heraus.
Sie sagt „Guten Morgen Kirsten" und dann spricht sie und alles andere wird unwichtig.
Ich überlege. Könnte das sein?
Verbessert
Wortwiederholung.
Vorschlag: "Ich muss das erstmal verdauen. Wenn du ..."
Das hatte ich auch gesehen und auch schon verbessert.
3 Sätze, die mit Ich beginnen.
Vorschlag: Ich laufe wie ein Tiger im Käfig auf und ab. Warum warten, bis das Gesundheitsamt anruft? Ich setze mit an den Laptop und suche per Google nach der nächsten Teststelle.
Du hast recht, hatte ich übersehen. Vorschlag übernommen.
Hier könntest Du noch hinzufügen. Nach drei mal Klingeln nimmt jemand ab.

Das klingt so abgehackt.

Vorschlag übernommen.
Das Ende, bzw. die Aussage, die Du transportieren möchtest verstehe ich nicht so recht.

Vielen lieben Dank für deine Korrektur. Es freut mich dass dir die Geschichte soweit gefallen hat. Ich hoffe du bist mit dem Ende einverstanden.

Ich wünsche dir einen schönen Tag
Liebe Grüße CoK

 
Seniors
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Realistischer Text, stell ich mir vor,

liebe CoK,

da gibt es nix zu mosern bis auf ein "so weit", nämlich hier

„Ihr geht es soweit gut.
"Soweit" ist nur KOnjunktion und kommt, soweit ich weiß, wesentlich seltener vor als die zusammengeschrieben, unbestimmte örtl./zeitl. Bestimmung.
Wenn die Unterscheidung schwer fällt, empfehl ich - allein aus statistischen Gründen - die Zusammenschreibung, was die Fehlerquote (wenn auch nicht gerade hier in dem Satz) von 0,9 auf 0,1 senkt.

Mittag kitzelt in der Nase -

also gern gelesen (soweit man es bei solch einem Thema sagen kann) vom

Friedel

 

AWM

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Servus @CoK für meinen Geschmack reißt du in der Geschichte zu viele Themen auf einmal an und es dauert mir zu lange, bis die eigentliche Geschichte, nämlich die mit Else, anfängt. Es ist auch so, dass man den Ablauf bei Coronaverdacht eben mittlerweile kennt. Und du hast da eben minutiös diesen Ablauf beschrieben, wo man anruft, was die sagen etc. Das kannte ich einfach alles schon aus dem echten Leben und hat mich deshalb etwas gelangweilt.

wo LKWs mit Kühlcontainer Dutzende von Coronaleichen in Krematorien transportierten.
Kühlcontainern
„Ist wohl eine Strafe Gottes." Entsetzt hatte ich Anna angeschaut, dass konnte nicht ihr Ernst sein.
,das konnte nicht ihr Ernst sein. Finde dieses Strafe-Gottes-Thema in deinem Text nicht gut umgesetzt. Da komme ich später noch einmal dazu.
„Wenn man den Medien glauben darf, fing das Ganze in China an. Da gibt es fast nur Atheisten."
Finde diese Argumentation nicht schlüssig. Gerade das wäre ja ein Grund für eine Strafe Gottes. Eine Abkehr vom Glauben. Zudem stimmt es nicht, dass es da fast nur Atheisten gibt. Die Religion hat (Gott sei Dank ;)) auch die Kulturrevolution überdauert.

„Nein."
„Dann können Sie auch keinen Test machen."
Ist das so? Ich wohne in Salzburg. Hier kann man immer einen Test machen. Beim Hausarzt oder in Teststraßen muss man dafür 40 Euro zahlen.
die Frau scheint zu überlegen.
Würde ich streichen
Ich zähle auf:
Würde ich streichen
„Stopp! Ich frage Sie und Sie antworten nur mit ja oder nein."
Wir arbeiten die Frageliste ab. „Morgen um 9:30 Uhr."
Zeilenumbruch nach ab.
Vielleicht hast du es auch. Dein Husten könnte ansteckend sein.“
Würde ich streichen
„Wir wissen es ja noch nicht sicher", beruhige ich ihn.
„Okay, du hast Recht, es ist besser ich komme heim."
Auch das braucht es nicht
Ein Gefühl wie nach einen 1000 Meter Lauf.
einem
Kurzatmig und total erschöpft.
Braucht es nicht. Wozu hast du dann das Bild mit dem 1000-Meter-Lauf, wenn du es nachträglich noch so erklärst?
Es sind viele Verletzte zu sehen. Er dreht sich zu mir, hat Tränen in den Augen. „Mama, jetzt weiß ich, warum der liebe Gott sich nicht mehr sehen lässt." Aus seinem Mund fliegen kleine Bälle mit roten Tentakeln.
Das finde ich, wie oben erwähnt, einen Fremdkörper im Text. Das ist ein eigenes Thema und das schneidest du nur so halbherzig an. So etwas gibt es ja. Als AIDS aufkam, haben das viele Ultrakonservative als Strafe Gottes interpretiert. Ich kannte mal einen Christen, der wirklich geglaubt hat, dass der Tsunami in Südostasien damals eine Strafe Gottes war, weil die Leute dort nicht christlich sind. Für deine Handlung spielt dieses Thema aber keine Rolle. Anna taucht nie wieder auf. Und es wäre ja die Frage, wie jemand damit umgeht, der Corona als Strafe Gottes interpretiert, wenn er diese Strafe selbst bekommt.
„Das sind Fake News", widerspreche ich.
"Quatsch", sage ich.
. Außerdem, triumphierend schaut er mich an, habe ich gelesen, dass Patienten, die Ibuprofen genommen haben, viel öfter beatmet werden müssen, als Kranke, die Aspirin geschluckt haben."
Hier hast du die Anführungszeichen falsch, da du einen Einschub (triumphierend schaut er mich an) hast.
Ich wälze mich wie ein Wal aus dem Bett. Nehme ein Aspirin.
Würde den Wal streichen. Das sagt man abfällig über sehr dicke Leute. Ich wälze mich aus dem Bett und nehme eine Aspirin.
„Elschen!“ Das Brot und der Rest des Satzes bleiben mir im Hals stecken.
“Hm … Was?" Peter schleckt sich die Brotkrümel aus den Mundwinkeln und schaut mich an.
Ich schlucke. Ein Versuch, die aufkeimende Angst wieder hinunterzuwürgen. Hustenanfall, keuchend, lang. „Sie war auch hier!"
Hier hab ich zunächst nicht gecheckt, wer Elschen ist. Ich dachte deine Protagonistin heißt so. Und eigentlich geht hier erst deine wirkliche Geschichte los. Die Sorge, eine alte Frau angesteckt zu haben, die sie dann durch diese Sorge, retten. Aber eben anders als gedacht.
Kleine Brotkümelwörter fliegen aus seinem Mund
Brotkümelwörter?
Wir hatten sie vor Jahren kennengelernt. Im Laufe der Zeit war aus einer flüchtigen Bekanntschaft Freundschaft geworden.
Else lebt zur Miete in einem Geschäftshaus. Im Erdgeschoss ist ein Blumenladen. Bis vor zwei Jahren bewohnte sie die Wohnung darüber. Der Hausbesitzer meldete Eigenbedarf an. Else musste nach 40 Jahren in die kleine Wohnung unters Dach ziehen.
Zwei Etagen und 28 Stufen höher. Vieles, was sie an Erinnerungen von ihrem verstorbenen Mann und den beiden Kindern hatte, fand in der schrägen, winzigen Dachwohnung keinen Platz mehr. Ich staunte, wie wenig nach 86 Jahren von einem Menschen noch bleibt.
Selten verlässt Else die Wohnung, das Treppensteigen strengt sie zu sehr an.
Dieser Absatz wirkt wie infodump. Später webst du diese Infos besser in den Text ein.
nach Else zu sehn
sehen
„Dass hat ja Minusgrade."
Das
Tief atme ich die kühle Abendluft ein.
Unbarmherzig schrill das Telefon, es hat nur einmal geklingelt.
Ab hier hast du wieder zu viele Adverbien
Mein Ohr fest an den Hörer gepresst,
Z.B. auch hier. Wenn man sein Ohr an den Hörer presst, ist das immer fest. Das fest steckt im Verb presst schon drin.
das keiner sie finden würde.
dass
Gruß
AWM

 
Wortkrieger-Team
Seniors
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@servus @CoK,

gibt ja doch recht wenig Texte um Corona. Liegt wohl daran, dass wir mittendrin stecken und noch kein Abstand möglich ist ... vielleicht auch ein wenig an der Unsicherheit, ob man nicht von manchen Bekannten als "Schlafschaf" tituliert werden könnte.

In Familie und Bekanntenkreis haben wir hier bis jetzt 6 Leute mit dem Zeug. Einer davon schwer, mit Aussicht auf das Jordan-Ufer.

Dein Text ist also mitten aus dem Leben. Passiert es woanders, hat man schlimmstenfalls altkluge Ratschläge und Besserwisserei auf Lager (oder Leugnung). Passiert es unmittelbar im eigenen Bereich, dann kommen Ratlosigkeit, Unsicherheit, Orientierungslosigkeit ... danach evtl. Wut auf x oder y, Verweigerung, am Ende Einsicht und Aufnahme des Kampfes. Menschlich.

Am Ende sind wir schlicht Sternenstaub. Und jeder mittelmäßige Gezeitenwind kann uns wegpusten.

Gute und wichtige! Geschichte. Ein Zeitzeugnis. Und das ist das Bemerkenswerte daran. Ein Zeugnis gerade ablaufender Geschichte. Dazu gratuliere ich dir.

Griasle
Morphin

 
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Hallo @CoK,

na, du bist ja produktiv. Das Thema find ich mal wieder gut von dir gewählt. Betrifft uns alle und jeder hat wohl so seine eigene Strategie, damit umzugehen.

Deine Geschichte besteht vorrangig aus Dialogen. Vorweg: Ich lese gerne Dialoge. Aber in dieser Geschichte denk ich häufig, der Dialog dient nur dem Zweck, mir Informationen zu vermitteln. Es liest sich streckenweise, als wollte du besonders schnell ans Ziel kommen und eine Abkürzung nehmen. Hier ein Beispiel, das du gleich am Anfang stehen hast:

Guten Morgen, Kirsten. Ich habe einen Coronatest gemacht. Er ist positiv. Euch habe ich als Kontaktpersonen genannt. Ihr werdet einen Anruf vom Gesundheitsamt bekommen."

Ich fand ganz inspieriend, dass Morphin deine Geschichte als "Zeitzeugnis" betitielt hat. Würde ich zustimmen, aber die Form bzw. das Format wäre in meinen Augen in der jetzigen Version überdenkenswert.
Als Interview in einer Zeitung (Jahre später) würde das u.U. sehr gut funktionieren. Aber im Hier und Jetzt ...

Viele Grüße
Aurelia

 
Seniors
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Gute und wichtige! Geschichte. Ein Zeitzeugnis. Und das ist das Bemerkenswerte daran. Ein Zeugnis gerade ablaufender Geschichte. Dazu gratuliere ich dir.

Recht hat er,

der Morphin,

und am liebsten wäre mir, der Text bliebe so unbehauen und somit „authentisch“, wie er nur sein kann – und, das nur nebenbei von einem gewesenen Presbyter, der an keinen Gott glaubt, aber weiß, dass die Bergpredigt mehr als eine Stammesethik oder der kategorische Imperativ ist. 1992 und endgültig 94 hab ich als einer der jüngsten Finanzkirchmeister unserer schönen Republik aufgehört, weil ich zwo Jahre zuvor in den Bezirksvorstand der ÖTV (heute Verdi) gewählt wurde und somit keine Zeit mehr fürs eigene Kind geblieben wäre.

Gleichwohl, wirkt insofern inkonsequent, bissken Flusenlese,

wie etwa hier

Warum warten, bis das Gesundheitsamt anruft.
was nicht nur wegen des Frage-Fürwortes nach mehr als einer bloßen Aussage klingt … selbst als (erkennender) Ausruf kann man den Entschluss ansehen. Warum also nicht „?“ und „?!“?

Ähnlich hier

„Anna hat Corona, bitte komm nach Hause.
„So eine Scheiße.
Solltestu noch mal insgesamt durchforsten ...

Nach drei mal Klingeln nimmt jemand ab.
Entweder „dreimal“ oder „drei Mal(e)“

Morgen sollten Sie dann, bei einem Kollegen, einen Coronatest machen."
Kommas weg! Wenn Pausen angezeigt werden sollen, besser Gedankenstrich(e) verwenden

War mir gestern beim ersten Lesen aufgefallen (zum Unterschied zwischen so weit und soweit s. d. ersten Beitrag von mir)

„Ihr geht es so[...]weit gut.
„Ibuprofen verursachen Atemnot."

„Ibuprofen“, singular, „Gattungsname“ sozusagen, folglich „verursacht Atemnot“, sonst besser „...tropfen“

„Stimmt. Und? Er nimmt sich ein Brot.[“]
Auch Anführungszeichen solltestu nochmals durchsehen ...

Und nun muss ich, was ich an sich sehr, sehr ungern tu, zum Kommentar von @AWM einmischen, wenn es heißt zum Satz wird

wo LKWs mit Kühlcontainer Dutzende von Coronaleichen in Krematorien transportierten.
und AWM "Kühlcontainern" vorschlägt
Tatsächlich sind es Kühlcontainer (Plural) aber selbst jeder 40-Tonner trägt nur einen Container. Der Plural zu „Container“ aber erweckt den Eindruck, jeder LKW transportierte wenigstens zwo Container – was nicht der Fall ist, dass ich CoKs Formel für durchaus korrekt ansehe, LKW mit Container als Einheit zu betrachten (es gibt ja auch LKWs mit „anderer Ladefläche“) und Ladung[en]. Wenn etwa die Wagen der Müllabfuhr vorbeischauen, so sind es zwar mehrere Wagen, die aber immer nur ein System wie zB das Pressplattensystem tragen und nicht Pressplattensyteme.

Bleibt gesund!

Friedel

 
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28.12.2020
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Hallo @CoK,
Deine Geschichte habe ich gerne gelesen! Sie ist flüssig und aktuell. Ein Zeiterzeugnis, wie @Morphin schon sagte.
Aus dem Leben gegriffen. Die Unsicherheit beim Testen, die Angst jemand angesteckt zu haben. Alles sehr nah.
Ich war sofort Mitten drin, bin aber trotzdem etwas von den vielen Namen verwirrt und denke manchmal, wer ist nun wer? Für mich hat das die Geschichte leider etwas abgebremst.
Da ist mir noch etwas aufgefallen und ich weiß nicht ob das an mir liegt oder das es die andern vielleicht übersehen haben:

wie wenig nach 86 Jahren von einem Menschen noch bleibt.

„Ja, und wir, wir wissen, wie gefährlich es ist, und laden eine 82jährige zum Kaffee ein."

Wie alt ist Elschen nun wirklich?

Liebe Grüße,
Schwerhörig

 

CoK

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24.08.2020
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Hallo @AWM

Ich habe mich gefreut, dass du meine Geschichte gelesen hast, und möchte mich bei dir für die Mühen und die Zeit deiner Korrektur bedanken.
Deine Gedanken die du dir zu meinem Text gemacht hast, riefen in mir widersprüchliche Gefühle hervor. Zum einen wollte ich den Text so authentisch wie möglich gestalten und zum anderen war es mir ein Anliegen möglichst viele Eindrücke und Emotionen meiner Porta wiederzugeben.

meinen Geschmack reißt du in der Geschichte zu viele Themen auf einmal an und es dauert mir zu lange, bis die eigentliche Geschichte, nämlich die mit Else, anfängt. Es ist auch so, dass man den Ablauf bei Coronaverdacht eben mittlerweile kennt. Und du hast da eben minutiös diesen Ablauf beschrieben, wo man anruft, was die sagen etc. Das kannte ich einfach alles schon aus dem echten Leben und hat mich deshalb etwas gelangweilt.
Ich wollte dich nicht langweilen. Es ist aber so, dass es Menschen gibt die neugierig darauf sind und das weiß ich aus eigener Erfahrung.


Ist das so? Ich wohne in Salzburg. Hier kann man immer einen Test machen. Beim Hausarzt oder in Teststraßen muss man dafür 40 Euro zahlen.
Bei uns hier ist das so. Der Hausarzt macht keine Tests. Es gibt auch in der näheren Umgebung keine Teststraßen.
Braucht es nicht. Wozu hast du dann das Bild mit dem 1000-Meter-Lauf, wenn du es nachträglich noch so erklärst?
Wollte es einfach noch mal verdeutlichen und hatte dieses Bild im Kopf.

Finde diese Argumentation nicht schlüssig. Gerade das wäre ja ein Grund für eine Strafe Gottes. Eine Abkehr vom Glauben. Zudem stimmt es nicht, dass es da fast nur Atheisten gibt. Die Religion hat (Gott sei Dank ;)) auch die Kulturrevolution überdauert.
Es sollte keine Diskussion darüber werden, ob Martin Recht hat oder nicht. Er hat es einfach so eingeworfen.
Quatsch", sage ich
Das mit den Fake News über Ibuprofen ist wahr und warum sollte ich dann „Quatsch" schreiben?
Hier hast du die Anführungszeichen falsch, da du einen Einschub (triumphierend schaut er mich an) hast.
Verbessert
Würde den Wal streichen. Das sagt man abfällig über sehr dicke Leute. Ich wälze mich aus dem Bett und nehme eine Aspirin.
Ich wollte nicht abfällig werden. Ich habe den Wal gestrichen.
Hier hab ich zunächst nicht gecheckt, wer Elschen ist. Ich dachte deine Protagonistin heißt so. Und eigentlich geht hier erst deine wirkliche Geschichte los. Die Sorge, eine alte Frau angesteckt zu haben, die sie dann durch diese Sorge, retten. Aber eben anders als gedacht.
Du hast recht ,ich hätte hier anfangen können. Der erste Teil meiner Geschichte wäre weggefallen. Der ohne Spannungsbogen war, nur von dem Erlebten mit Corona berichtet. Es wäre auch weggefallen, dass wenn man sich Sorgen um einen anderen Menschen macht, die eigene Krankheit nicht mehr so schlimm empfunden wird .( Man sie vergisst )
Brotkümelwörter?
Ich hätte auch schreiben können, bei jedem Wort kamen ihm Krümel aus dem Mund.
Dieser Absatz wirkt wie infodump. Später webst du diese Infos besser in den Text ein.
Ich denke darüber nach
Ja, Du hast recht. Leider kommt bei mir ab und zu der Schwabe durch. So sparsam wie möglich, dabei spare ich auch an Buchstaben.
Z.B. auch hier. Wenn man sein Ohr an den Hörer presst, ist das immer fest. Das fest steckt im Verb presst schon drin.
„fest" Ich hab’s gestrichen, frage mich aber, ob man nicht auch fest pressen kann.
Verbessert.

Kühlcontainern
Das mit den Kühlcontainer hab ich jetzt mal so gelassen nachdem Friedl auch meiner Meinung ist.

Ich bin dir sehr dankbar und ich nehme mir auch immer viel von deinen Anregungen und deiner Kritik mit.

Ich wünsche dir einen schönen Nachmittag
Lieber Gruß CoK

Hallo @Morphin

Danke das du meine Geschichte gelesen hast. Es freut mich immer einen Kommentar von dir zu lesen.

In Familie und Bekanntenkreis haben wir hier bis jetzt 6 Leute mit dem Zeug. Einer davon schwer, mit Aussicht auf das Jordan-Ufer.
Das tut mir sehr leid.
Es passiert so viel um uns herum, es geschieht so viel in uns und mit uns.
Gute und wichtige! Geschichte. Ein Zeitzeugnis. Und das ist das Bemerkenswerte daran. Ein Zeugnis gerade ablaufender Geschichte. Dazu gratuliere ich dir.
Lieben Dank dafür. Ich freue mich darüber.

Hab einen schönen Tag
Lieber Gruß CoK

Liebe @Aurelia

Danke, dass du meine Geschichte gelesen hast.

Das Thema find ich mal wieder gut von dir gewählt. Betrifft uns alle und jeder hat wohl so seine eigene Strategie, damit umzugehen.

Deine Geschichte besteht vorrangig aus Dialogen. Vorweg: Ich lese gerne Dialoge. Aber in dieser Geschichte denk ich häufig, der Dialog dient nur dem Zweck, mir Informationen zu vermitteln. Es liest sich streckenweise, als wollte du besonders schnell ans Ziel kommen und eine Abkürzung nehmen. Hier ein Beispiel, das du gleich am Anfang stehen hast:

Weißt du mir ist schon klar, dass die meisten hier eine Geschichte, ein Erlebnis über Corona viel besser geschrieben hätten als ich. Doch es ist meine Geschichte dazu und die hat viele Dialoge.
Ich hoffe, dass meine nächste Geschichte dir gefallen wird. Nehme mir fest vor, dass es eine Kindergeschichte wird.
Wenn es sich für dich streckenweise so liest, als wollte ich besonders schnell ins Ziel kommen, kann ich dir versichern, dass es nicht so war.
Das Gegenteil war der Fall. Ich habe einiges aus dem Text gestrichen und verbessert.

Liebe Grüße
CoK

Lieber @Friedrichhard

nun, ich hatte mich schon umsonst gefreut. Konnte es wirklich sein?

da gibt es nix zu mosern bis auf ein "so weit", nämlich hier

war schon klar, und ich hab mich natürlich sehr gefreut dass du den Text noch einmal gelesen hast.
was nicht nur wegen des Frage-Fürwortes nach mehr als einer bloßen Aussage klingt … selbst als (erkennender) Ausruf kann man den Entschluss ansehen. Warum also nicht „?“ und „?!“?
? Und Anführungsstriche gesetzt.
Entweder „dreimal“ oder „drei Mal
dreimal, verbessert.
Kommas weg! Wenn Pausen angezeigt werden sollen, besser Gedankenstrich(e) verwenden
Sind weg.
„Ibuprofen“, singular, „Gattungsname“ sozusagen, folglich „verursacht Atemnot“, sonst besser „...tropfen“
Verbessert.
Auch Anführungszeichen solltestu nochmals durchsehen ...
Mache ich. Allerdings bin mir nicht sicher, dass mir dabei was auffällt.

Vielen lieben Dank für deine Zeit und Korrektur.
Hab einen schönen Tag und bleib auch gesund.
Liebe Grüße CoK

Liebe @Schwerhörig

Ich freue mich, dass du meine Geschichte gelesen hast. Sorry, dass ich das mit den Namen nicht besser hinbekommen habe. Anna ist die Freundin.
Martin der Sohn der Protagonistin Kirsten. Peter der Ehemann und Julia ist die Frau des Sohnes.
Else( Elschen auf Schwäbisch) eine alte Freundin. Sie ist 82 Jahre alt.

Ich wünsche dir einen schönen Nachmittag
Liebe Grüße CoK

 
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Hallo @CoK,

Weißt du mir ist schon klar, dass die meisten hier eine Geschichte, ein Erlebnis über Corona viel besser geschrieben hätten als ich.

Nee, das kauf ich nicht. Jetzt mal nicht dein Licht unter den Scheffel stellen ...

Ich hoffe, dass meine nächste Geschichte dir gefallen wird. Nehme mir fest vor, dass es eine Kindergeschichte wird.

Sorry, wenn mein Komm den Eindruck hinterlassen hat, dass mir deine Geschichte nicht gefallen hat. Manchmal schreibe ich sehr kurze Komms, obwohl ich meist lange dafür brauche ... Aber ich hab deine Geschichte gerne gelesen. Anderenfalls hätte ich sie nicht kommentiert.
Und bitte schreib weiter über Dinge, die dir wichtig sind und schreib bitte nicht, um Kritikern zu gefallen.

Wenn es sich für dich streckenweise so liest, als wollte ich besonders schnell ins Ziel kommen, kann ich dir versichern, dass es nicht so war.

Das glaube ich dir. Da hab ich mich bei meiner Kritik bzgl. der Dialoge uU unsauber ausgedrückt. Ich wollte sagen, dass es in meinen Augen manchmal eine leichtere Variante ist, Informationen über einen Dialog preiszugeben, als über andere Tools.

Viele Grüße
Aurelia

 

CoK

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Liebe @Aurelia

Sorry, wenn mein Komm den Eindruck hinterlassen hat, dass mir deine Geschichte nicht gefallen hat. Manchmal schreibe ich sehr kurze Komms, obwohl ich meist lange dafür brauche ... Aber ich hab deine Geschichte gerne gelesen. Anderenfalls hätte ich sie nicht kommentiert.
Und bitte schreib weiter über Dinge, die dir wichtig sind und schreib bitte nicht, um Kritikern zu gefallen.
Ich hatte den Eindruck, es hat dir überhaupt nicht gefallen und ich sollte besser bei meinen Kindergeschichten bleiben.

Danke für deine Zeilen, macht mir Mut.

Liebe Grüße und vor allem bleib gesund
CoK

 

Bas

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Hallo @CoK,

der Anfang hat mich leider fast dazu verleitet, die Geschichte nicht weiterzulesen. Und zwar wegen des Dialogs - den kauf ich nicht.

Guten Morgen, Kirsten. Ich habe einen Coronatest gemacht. Er ist positiv. Euch habe ich als Kontaktpersonen genannt. Ihr werdet einen Anruf vom Gesundheitsamt bekommen.

Gut, ich, der Leser, bekomme hier Infos. Vier, genau genommen - Test gemacht, positiv, Kontaktpersonen, Anruf vom Gesundheitsamt.

Und so geht es dann auch weiter:

„Wann hast du den Test gemacht?“
„Gestern, mir ging es am Wochenende schlecht. Gliederschmerzen, Kopfweh, ich hatte Atemnot. Mein Hausarzt hat mich sofort zum Test geschickt."

Frage - Antwort auf Frage.

„Das tut mir leid. Wie fühlst du dich jetzt?"
„Mir tut einfach alles weh und ich bin ständig müde. Kirsten, wahrscheinlich habe ich mich bei euch angesteckt. In Martins Pflegeeinrichtung gibt es doch einige Coronafälle.“

Hier fiel es mir dann am meisten auf, dass vor allem ich, der Leser, angesprochen werde. Das wirkt so ... arrangiert. Insgesamt ist der Dialog mir einfach zu sachlich, als dass er interessant wäre, ich höre da wirklich nur die Infos raus, keine "menschlichen Zwischentöne". Na, außer halt, dass die beiden sehr sachlich sind.

Kleinigkeit:

Entsetzt hatte ich Anna angeschaut, dass konnte nicht ihr Ernst sein.

das

„Jetzt brauche ich erst Zeit, um das zu verdauen. Wenn wir etwas für dich tun können, sage es bitte. Danke für deinen Anruf. Gute Besserung!"

Ja, oder auch hier. Im folgenden Satz läuft sie dann "wie ein Tiger im Käfig auf und ab", das ist also offensichtlich eine Sache, die sie irgendwie belastet, da erahne ich Emotionen, Aufgewühltheit. Da passt dann aber das, was sie sagt, nicht. Ich hätte da etwas erwartet wie ... "Ich weiß jetzt gar nicht ... Nein ... Ja, bitte melde dich, wenn wir etwas für dich tun können. Danke. Und gute Besserung!" Irgendwas, das mir auch in ihren Worten zeigt, dass sie da gerade nicht denkt wie ein Roboter, sondern ein bisschen aus der Bahn gerät, sich sortieren muss.

„Warum warten, bis das Gesundheitsamt anruft?"

Hier verstehe ich die Anführungszeichen nicht ganz, sie sagt das ja nicht laut, oder?

„So eine Scheiße! Mein Chef reißt mir den Kopf ab, wenn ich meine Kollegen angesteckt habe."

Ja, auf so etwas habe ich gewartet - Emotionen in der wörtlichen Rede.

„Okay, du hast Recht, es ist besser ich komme heim."

Nein! Sei aufgebracht! (Komma nach besser)

„Nein, Sie dürfen nicht in die Praxis kommen. Ich schreibe Sie krank. Die Krankschreibung müssen Sie abholen lassen. Morgen sollten Sie dann bei einem Kollegen einen Coronatest machen."

Ich würde viel lieber sagen, wie sehr ich die Geschichte mag, aber ich möchte dir auch sagen, was ich beim Lesen empfinde. Du hast den Alltag-Tag gewählt. Okay. Aber auch eine alltägliche Geschichte kann, darf und soll vielleicht sogar sprachlich nicht zu alltäglich sein. Das wird dann nnämlich schnell langweilig, das ist ja genau das, was die Sprechstundenhilfe auch zu mir sagen würde, hier, in meinem langweiligen echten Leben, das will ich nicht auch noch in einer Geschichte lesen. Vielleicht ist das auch eine unfaire Kritik ... Na, wie gesagt, so empfinde ich jedenfalls.

1000 Meter Lauf

1000-Meter-Lauf

Die dann folgende Traumsequenz ist der erste Part, der mich ein wenig aus dem Alltag reißt, mir das bietet, was ich mir von einer Geschichte erhoffe, mir etwas zeigt, was ich nicht jeden Tag zu sehen bekomme.

Brotkümelwörter

krümel?

82Jahren

zweiundachtzig Jahren - ich würde Zahlen in literarischen Texten grundsätzlich immer ausschreiben, also auch achtundzwanzig Stufen, vierzig Jahre ...

Die ganze Else-Sache kommt dann recht plötzlich, vorher ist schon von anderen Leuten die Rede, die nur angeschnitten werden. Bei Else flechtest du mehr Hintergrund ein, ich meine, sie steht ja sogar im Titel, ist also eine der Hauptpersonen - dafür taucht sie mir fast schon zu spät auf. Den Sohn könnte man beispielsweise ersatzlos streichen, ich finde, sie hätte schon viel früher an ihre Else denken müssen, dann hättest du auch mehr Zeit, ein Bild von Else zu zeichnen und müsstest das nicht so geballt tun.

Unbarmherzig schrill das Telefon

schrillt?

Hallo, meine Liebe, ich bin wieder zu Hause. Wieso Corona? Sie haben gesagt, ich brauche ein neues Knie. Ich hab Schmerzmittel bekommen. Operiert wird erst im August. Ja, ich habe im Krankenhaus einen Test gemacht.

Auch hier wieder: Info, Info, Info ...

Liebe CoK, ich glaube, mir ist hier kein guter Kommentar gelungen, entschuldige bitte den schlechten ... Stil. Und wie schon gesagt, hätte ich dir viel lieber gesagt, dass ich deine Geschichte toll fand, ich weiß ja, dass du das kannst, das kleine Einhorn Schmuu hab ich noch in allerbester Erinnerung. Diese Geschichte hier konnte mich aber leider nicht überzeugen. Vermutlich wäre sie ganz interessant für einen Historiker, der in ein paar hundert Jahren herausfinden möchte, wie das so war, damals, mit Corona, mit den Anrufen beim Gesundheitsamt und so weiter ... Für mich ist hier nicht viel zu holen.

Trotzdem vielen Dank für das Teilen der Geschichte, ich hoffe, mein Kommentar entmutigt dich nicht, bitte sei weiter so aktiv hier, das ist toll zu sehen und freut mich sehr!

Bas

 

CoK

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24.08.2020
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Zuletzt bearbeitet:

Hallo @Bas

Danke, dass du meine Geschichte gelesen hast und auch danke für deinen Kommentar.
Es ist eine Geschichte, die mich eiskalt erwischte. Ja, in der funktioniert wird und ja, nicht viel Gefühl rüber kommt.
Mir ist klar, dass es Menschen gibt, die wenn Sie so ein Telefonat führen, emotionaler reagieren.
Es gibt auch Menschen, die, dann wie von einem Autopilot geleitet reagieren. Weil sie überfordert sind.

Das wird dann nnämlich schnell langweilig, das ist ja genau das, was die Sprechstundenhilfe auch zu mir sagen würde, hier, in meinem langweiligen echten Leben, das will ich nicht auch noch in einer Geschichte lesen.
Ich denke nicht, dass es am Ablauf der Geschichte lag. Sondern an meiner langweiligen Schreibweise. Ich habe hier im Forum schon viele Alltagsgeschichten gelesen, nur waren sie wahrscheinlich nicht so langweilig geschrieben wie meine hier. Ich bin noch am Lernen.
der Anfang hat mich leider fast dazu verleitet, die Geschichte nicht weiterzulesen. Und zwar wegen des Dialogs - den kauf ich nicht.
Beide waren überfordert, beide reagierten.
Hier fiel es mir dann am meisten auf, dass vor allem ich, der Leser, angesprochen werde. Das wirkt so ... arrangiert. Insgesamt ist der Dialog mir einfach zu sachlich, als dass er interessant wäre, ich höre da wirklich nur die Infos raus, keine "menschlichen Zwischentöne". Na, außer halt, dass die beiden sehr sachlich sind.
Stimmt.
Verbessert
Hier verstehe ich die Anführungszeichen nicht ganz, sie sagt das ja nicht laut, oder?
Nein, sie sagt es nicht laut. Ich hab die Anführungszeichen entfernt
Nein! Sei aufgebracht! (Komma nach besser)
Komma gemacht.
000-Meter-Lauf
Bindestriche gemacht.
zweiundachtzig Jahren - ich würde Zahlen in literarischen Texten grundsätzlich immer ausschreiben, also auch achtundzwanzig Stufen, vierzig Jahre ...
Ich habe die Zahlen ausgeschrieben. Danke ich werde es mir merken.
schrillt?
Wenn es leise ist und das Telefon klingelt, höre ich das als schrill . Weil es ein hoher Ton ist.
Brotkümelwörter

krümel?
Er isst Brot und spricht dabei kommen Krümel aus seinem Mund.
Ich würde viel lieber sagen, wie sehr ich die Geschichte mag, aber ich möchte dir auch sagen, was ich beim Lesen empfinde.
Das ist gut und wichtig. Davon profitiere ich.

Lieben Dank für deine Korrektur und für die Zeit, die du dir genommen hast.

Ich wünsche dir ein schönes Wochenende
Lieber Gruß CoK

 
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Hallo @CoK
Die Geschichte hat mir wirklich gut gefallen! Ein schöner Twist zum Schluss. Ich finde, du hast eines sehr gut hervorgehoben und zwar das Corona auch etwas blind für anderes macht. Missversteht mich nicht, ich spreche der Pandemie nichts von ihrer Schwere ab. Aber trotzdem fallen noch alte Frauen die Treppe runter oder alte Männer im Schrebergarten von der Leiter. Covid-19 addiert sich zu dem ganzen anderen Mist.

„Ist wohl eine Strafe Gottes." Entsetzt hatte ich Anna angeschaut, das konnte nicht ihr Ernst sein.
„Wohl kaum", hatte Martin erwidert. „Wenn man den Medien glauben darf, fing das Ganze in China an. Da gibt es fast nur Atheisten."

Schöne Abwandlung von "i'm still an atheist, thank god." (Luis Bunuel, oder?)

„Du solltest Aspirin nehmen." Er nimmt mir die Tabletten aus der Hand. „Ibuprofen verursacht Atemnot."
„Das sind Fake News", widerspreche ich.
„Meine Arbeitskollegin Nina war eine der Ersten mit Corona. Ihre Atembeschwerden fingen an, nachdem sie Ibu eingeworfen hatte. „Außerdem", triumphierend schaut er mich an,„ habe ich gelesen, dass Patienten, die Ibuprofen genommen haben, viel öfter beatmet werden müssen, als Kranke, die Aspirin geschluckt haben." Ich wälze mich aus dem Bett. Nehme ein Aspirin.

Das ist eine schöne Darstellung von dem Durcheinander, der sich im Laufe der Zeit angesammelt hat. Was stimmt? Was stimmt nicht? Find ich gut umgesetzt.

„Hallo, meine Liebe, ich bin wieder zu Hause. Wieso Corona? Sie haben gesagt, ich brauche ein neues Knie. Ich hab Schmerzmittel bekommen. Operiert wird erst im August. Ja, ich habe im Krankenhaus einen Test gemacht.
Ob der negativ war? Klar, was denkst du denn!"

Boa! Wirklich eins zu eins den perfekten Ton getroffen. Könnte von meinem Großvater sein. :D

Grüße
The Dead Frog

 

CoK

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24.08.2020
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197

Hallo @The Dead Frog

Danke für das Lesen meiner Geschichte und deinen Kommentar.
Ich freue mich, dass sie dir gefallen hat.
Fühle mich verstanden und das ist schön.

Schöne Abwandlung von "i'm still an atheist, thank god." (Luis Bunuel, oder?)
Nein, da muß ich dich enttäuschen.

Boa! Wirklich eins zu eins den perfekten Ton getroffen. Könnte von meinem Großvater sein
Ja, wir Großeltern haben so unsere Gemeinsamkeiten.

Liebe Grüße
CoK

 
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06.02.2021
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Hi CoK

Wenn ich nicht schlafen kann, warum sollte ich dann nicht Spuren hinterlassen. Danke für deine Erzählung. Ich habe sie heute gelesen. Gefallen haben mir deine flüssigen Dialoge. Auch wenn ich zugeben muss, der Anfang ist für mich etwas lang, doch finde ich das nicht störend, die Maßnahmen dauern ja auch an, auch die Pandemie zieht nicht einfach an uns vorüber. Ich wurde durch die Längen langsam in deinen Text hinein geführt. Auch ich habe schon den absurden Umgang mit den Tests gekostet und die Ängste die daraus entstehen sind nicht unerheblich. Ich schließe mich an: Die Geschichte ist ein Zeitzeugnis. Alles dreht sich nur noch um diesen Virus. Am Schluss ist man sogar überrascht, dass Else im Treppenhaus verunglückt, doch das ist gut so, denn wir dürfen nicht vergessen, dass es noch andere Gefahren gibt, die das Leben mit sich bringt.

Ich danke Dir.
Und grüße herzlich.

G.

 

CoK

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24.08.2020
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197

Hallo @G. Husch

Ich danke dir für das Lesen und kommentieren meine Geschichte.
Corona bestimmt unser Leben unsere Zeit. Jeden Tag können wir hören, wie absurd mit diesen Tests umgegangen wird. Du hast recht die Ängste, die mit diesem Virus entstanden sind und noch entstehen werden uns noch lange begleiten.

Bleib gesund und hab einen schönen Tag
Lieber Grüße CoK

 

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