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Er wartet
Nackt liegt sie da, schlafend, das Laken über ihre Hüften gerutscht. Er könnte sie zudecken, es ist kalt an diesem Morgen in Havanna. Er könnte die Kakerlake, die über ihren Oberschenkel krabbelt, verscheuchen. Er sitzt auf einem Stuhl, neben dem Bett in ihrem Hotel. Die Zeit kriecht. Er steckt sich eine Kippe an. Sie, die da liegt, ist nicht schön, gefällt ihm nicht. Wie war ihr Name noch gleich? Er wartet, bis sie aufwacht.
Er betrachtet ihren Mund, regungslos. Erdbeermund. Gestern nannte er ihn so. Das Wort hat er sich schon vorher ausgedacht, bevor er ihn küsste. Bevor er so viele küsste. Erdbeermund. Und ihre Ohren, in die er Schmeicheleien säuselte. Stumpfe Worte. Gewohnt. Das mögliche Ticket in die Freiheit, nur weg von hier. Er wartet, bis sie aufwacht.
Die Minibar summt. Eine Fliege auf ihrer weissen Brust, zum Sprung bereit. Stimmen, Verkehrslärm und Gezeter draussen, die Brandung des Meeres. Rythmen, die Hitze macht die Stadt verrückt. Der gewohnte Alltag in diesen Strassen die er liebt und zugleich hasst. Seine Hände, seine Finger, lang und fein. Ein Ring daran? In einem anderen Land. Fernab von hier. Nur nicht zu Stein erstarren um nachher als Staubkorn in der ewigen Weite des Meeres mit der Brise davonzuwehen. Das immer gleiche Meer. Lethargie. Die Uhr tickt. Er wartet.
Schöne Worthülsen, Küsse, Blicke, vielleicht dieses Mal. Das Ticket in die Fremde, weg von der Heimat. Er wartet. Gesang, Musik, Gelächter, draussen auf den Strassen die er liebt. Die Wärme der Stadt. Die Verrücktheit. Das Summen der Minibar.
Weg von der Heimat.
Er steht auf, deckt sie zu und geht.
) hat das überdeckt und auch so wird nicht klar, was du eigentlich rüberbringen möchtest, außer dass einer mit seinem Leben nicht klar kommt und irgendwie davor flüchtet. Da fehlt mir was.
, doch ich weiss glaube ich was du meinst. So eine Message wollte ich mit meiner Geschichte nicht ansatzweise rüberbringen.