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Erotik in Minga: Die Gottesanbeterin

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Erotik in Minga: Die Gottesanbeterin

»Ich habe jemanden umgebracht.« Sara beobachtete Moritz, der zurückgelehnt auf dem transparenten Plastikstuhl des Schwabinger Bistros saß.
Moritz lachte auf und schlug sich auf den rechten Oberschenkel. »Guter …«
Sie schwieg, sah ihn nur an. Moritz verstummte. Die Stille begann, unangenehm zu werden.
»War doch ein – Witz?«, fragte er. Er rückte mit seinem Po auf dem Stuhl hin und her und fuhr sich durch die wuscheligen, von grauen Strähnen durchzogenen Locken.
»Nein, war es nicht«, sagte sie. »Und ich muss dir noch etwas sagen. Ich bereue es nicht.«
Moritz’ Mundwinkel gingen langsam, aber sicher nach unten. Er rückte näher an den Tisch und spielte mit dem Ring an seiner rechten Hand. Er sagte nichts. Die Stille währte nun etwas länger und er blickte sie an, als würde er darauf warten, dass sie den Scherz auflöste.
Sara hatte sich vorgenommen, von Anfang an ehrlich zu sein. Aber in diesem Moment wusste auch sie nicht, wie sie weitermachen sollte. Sie rückte sich die rahmenlose Brille zurecht, die ihr ständig auf die Nasenspitze rutschte.
»Zwölf Jahre habe ich bekommen, nach neun hat man mich entlassen. Wegen guter Führung und so … Das ist drei Monate her«, sagte Sara und wischte sich eine ihrer rot gefärbten Haarsträhnen aus dem Gesicht.
Moritz schwieg weiter.
Sara sah an seinem Adamsapfel, dass er schlucken musste. So hatte er sich sein Tinder-Date sicher nicht vorgestellt.

Moritz blickte auf den Tisch zu seinen Händen, die fortwährend mit dem Goldring spielten. Schlicht war er, dachte Sara. So einen hätte sie sich damals gewünscht.
Moritz sah sie wieder an. »W… Wer?«, fragte er.
»Meinen Ehemann«, sagte Sara. Hoffentlich stand er jetzt nicht auf und ging einfach. Hielt sie für eine mordende Medusa.
»Als du geschrieben hast, du hättest deinen Mann verloren …«, sagte Moritz und faltete seine Hände vor sich auf dem Tisch. »Ich – ich meine, irgendwie dachte ich …«
Sara setzte sich ganz gerade an den wackeligen Bistrotisch. »Dass ich auch verwitwet wäre? Irgendwie bin ich das ja. Nur – entschuldige bitte. Das ist völlig unpassend für ein erstes Date. Ich hätt nicht …« Sara nahm einen großen Schluck Rotwein. Gleich, wie sie es anging, es war immer der falsche Weg.
Moritz zwang sich zu einem Lächeln. »Schon gut, schon gut …« Sara sah seine Halsschlagader pochen. Dann fasste er sich wieder in die Locken, so fest, dass seine Fingerknöchel weiß anliefen. »Du musst dich nicht rechtfertigen«, sagte er schließlich. »Ich meine, ich muss darüber nachdenken. Aber … lass uns doch heute über etwas anderes reden.«
Sara nickte erleichtert.

Zur Verabschiedung drückte Moritz ihr einen Kuss auf die linke Wange. Seine Lippen waren feuchtwarm und aus seinen Locken kam ihr der Duft von Fichtennadeln entgegen. Für einen Moment wagte sie es, sich näher an ihn zu drücken, seinen Geruch aufzusaugen.
»Wir sehen uns wieder?«, fragte sie, als sie sich von ihm löste.
Er lächelte sie an. »Das können wir machen«, sagte er. »Es war nett mit dir. Und … wie wäre es mit Samstag? Ich könnte für uns kochen?«
Sara spürte, wie ihr Herz leichter wurde. »Ja, das wäre sehr schön«, sagte sie leise. Fasste ihren ganzen Mut zusammen und drückte auch ihm einen flüchtigen Kuss auf die Wange. Seine Bartstoppeln piksten an ihrem Kinn, während ihre Lippen seine weiche Haut berührten. Als sie von ihm ließ, fühlte sie sich mit einem Schlag einsam.

Mit erröteten Wangen schnippelte Moritz das Gemüse in seiner Küche und bereitete den Reiskocher vor.
Diese kleine Rothaarige hatte es ihm sofort angetan. Das schelmische Lächeln auf den Tinder-Fotos, das markante Kinn und der kleine Leberfleck links an der Stirn, kurz unter dem Haaransatz.

Moritz schob die Pekingente in das Backrohr. Dabei wusste er nicht einmal, ob Sara gerne chinesisch aß. Er hatte sich nicht getraut zu fragen, sondern lediglich die wichtigsten Eckdaten per SMS ausgetauscht. Seine Nackenhaare stellten sich auf, wenn er daran dachte, dass sie vielleicht darüber sprechen wollte. Er wusste immer noch nicht, wie er damit umgehen sollte. Hätte er sofort gehen sollen oder wenigstens fragen, warum sie ihren Mann …? Irgendetwas in ihm hoffte immer noch, dass es nur ein dummer Scherz von Sara war. Und gleichzeitig wusste er genau, dass Sara nicht der Typ von Frau war, der mit so etwas scherzte. Schon gar nicht vor einem Witwer. Neun Jahre, dachte er. Für ihre 48 Jahre sah sie noch gut aus, fast so, als hätte sie die Zeit einfach übersprungen, als hätte sie etwas im Knast eingefroren.
Moritz goss sich ein Glas Rotwein ein und nahm einen kräftigen Schluck. Diese Frau hatte ihren Ehemann ermordet. Was wäre wenn …?

Es klingelte. Eilig schob Moritz das Glas Rotwein hinter die Küchentheke und ging zur Tür. Er nahm den Hörer ab. Er hatte sich fest vorgenommen, selbstbewusst zu sein, doch seine Stimme war auf einmal nur ein Hauch. »Ja?«
»Sara!« Kurz und knapp. Vielleicht war sie auch nervös. Ob sie ihr letztes Mal vor neun Jahren …? War es die Nacht, in der sie …? Moritz verdrängte den Gedanken, öffnete die Wohnungstür und hörte ihre Schritte auf der Treppe. Sie trippelte irgendwie. Es hörte sich gar nicht so an, als würde ein Mensch die paar Stufen bis in den ersten Stock besteigen.
Dann zeigte sich Saras roter Schopf im Treppenhaus. Sie hob ihren Kopf und lächelte ihn an. »Hallo«, sagte sie fast schüchtern.
»Hallo!«, antwortete er mit zittriger Stimme. »Komm rein.«

»Es ist so viel übrig geblieben«, sagte Sara, die sich nach dem Essen auf seine Couch gesetzt hatte. Sie überschlug ihre Beine. Moritz konnte seinen Blick nicht abwenden von ihren Oberschenkeln, die in einer knallengen Jeans steckten.
»Nicht schlimm«, sagte er. Schob die Reste der Ente in den Kühlschrank. Dann setzte er sich zu ihr. Kam ihr dabei ganz nah. Er strich ihr mit der Hand über die Wange. Seinen Ring hatte er abgelegt. Sich eingeredet, das sei beim Kochen besser.
Sara schaute auf die Couch. Schließlich berührte er ihr Gesicht mit beiden Händen. Gezwungen von seinem Griff sah sie ihm in die Augen. Seine Blicke wanderten zu ihren Lippen. Sie waren hellrot, glänzten feucht. Sie roch nach Äpfeln und Feigen. Seine Finger glitten von ihren Wangen in Richtung ihres Halses. Er konnte die Anspannung nicht länger aushalten, umschlang sie und drückte seinen Mund auf ihren. Strich mit seiner Zunge über das weiche Fleisch, spürte sie zittern, als er die Zunge vorschob und sie küsste, wie er seit Elisabeths Tod keine Frau mehr geküsst hatte.
Eng umschlungen hob er sie leicht an, führte sie von der Couch weg. Richtung Schlafzimmer. Ließ sich mit ihr auf das Bett fallen, glitt mit seinen Händen unter ihr dunkelblaues Satintop, bis er ihren BH berührte. Sara erwiderte seine Küsse; ihre Zunge schmeckte nach dem Rotwein, den sie zuvor getrunken hatten, doch auch irgendwie süßer.
Sie richtete sich auf. Die roten Haare umrahmten ihr Gesicht, auf ihrer Stirn bildeten sich Schweißperlen. Sie zog sich das Top über den Kopf und öffnete die Jeans. Er sah zu, wie sie sich vor ihm auszog, nackt bis auf den weißen Slip, durch den er rasierte Haut erahnen konnte. Er ließ geschehen, dass sie die Knöpfe des Hemdes öffnete, die Hose herunterstreifte. Ihre Hand griff fest in den Schlitz seiner Unterhose. Moritz stöhnte, überrascht von ihrer Forschheit.
Er drehte sich ruckartig um, lag nun über ihr. Zog ihren Slip herunter, fuhr mit seinen Fingern von ihrem Bauchnabel hinab, langsam Richtung Vulva, glitt über ihre Schamlippen, rieb sie, bis ihr Atem schneller wurde und suchte schließlich mit dem Finger den Weg in sie hinein. Sie war feucht und warm. Er atmete durch, hatte schon lange nicht mehr diesen einen Duft gerochen. Nicht mehr seit Elisabeth. Er zog seinen Finger wieder aus ihr heraus, richtete sich auf. Sie griff nach seinen Hüften und schob die Unterhose herab. Er streifte dieses letzte Kleidungsstück über seine Beine, warf es in irgendeine Ecke. Ließ sich auf sie fallen. Sie umarmte ihn, küsste ihn, ihre Hände schienen überall zu sein. Er spürte die Erregung in seinem Körper, wie er steif wurde und den Wunsch, in sie einzudringen. Er schloss die Augen, als ihre Hände sein Glied umgriffen und es vorsichtig führten. Für einen Moment zögerte er. Dachte an Elisabeth, die er nie betrogen hatte. Auch nicht, als sie schon so krank war und er verzichten musste. Zwei lange Jahre. Und auf einmal schwirrten wieder die neun Jahre in seinem Kopf. Sara hinter Gittern, Sara beim Liebesakt, Sara mit einem Messer in der Hand …

»Alles in Ordnung?« Saras Stimme holte Moritz aus den Gedanken. Er nickte, atmete tief durch, drang in sie ein. Seine Hände glitten über ihre Oberschenkel, zu den Hüften und verharrten in Höhe ihrer Brüste, bevor er sich traute, diese zu berühren. Zunächst ganz sanft, dann griff er fester zu, knetete das weiche Fleisch. Er schloss die Augen; er würde bald kommen. Saras Hände bewegten sich an seinen Hüften auf und ab, griffen hart zu, bohrten sich in seine Haut, etwas Warmes floss über seine Oberschenkel.
Moritz riss die Augen auf, blickte erstarrt in Facettenaugen und einen weit aufgerissenen, grünen Schlund. Das Insekt sprang auf ihn zu, warf ihn vom Bett und biss in seine Kehle.

Mit einem Stöhnen fand Moritz sich auf dem Fußboden wieder. Die Bettdecke um sich gehüllt. Sein Glied war steif und schmerzte so wie der Arm, auf den er gefallen war. Moritz brauchte einen Moment, um zu verstehen, was geschehen war und rieb sich die Augen. Er dachte an Sara, sein rothaariges Date mit der verrückten Geschichte. Schlaftrunken tastete er nach seinem Handy auf dem Nachtschränkchen und schrieb eine SMS.

Jenny saß bereits im Park Café und rauchte eine Zigarette, als Sara beladen mit Einkaufstüten ankam.
»Na, Süße, wie war das Date?«, fragte Jenny und zwinkerte ihr zu.
Sara setzte sich. »Ich werde diesen scharlachroten Buchstaben nie loswerden. Mein Liebesleben ist mit Bernd gestorben.«
»Wieder nichts?« Jenny nahm einen weiteren Zug und blies Sara die Rauchwolke ins Gesicht. Sara hatte lange nicht geraucht. Der Geruch war ihr noch vertraut, aber … sie schüttelte sich. »Es war schön und er wollte mich wiedersehen«, sagte sie. »Aber heute früh kam dann die SMS, dass er glaubt, wir wären doch zu verschieden.«
»Faule Ausrede«, sagte Jenny. »Hast du es ihm etwa erzählt?«
Sara nickte.
»Und er hat es nicht verstanden?«
»So weit bin ich gar nicht gekommen. Er …« Sara stockte. Erinnerte sich an Bernd, seine Schläge und Tritte. Ihre Angst. Das Gefühl, keinen Ausweg zu sehen. Nur Gehen hätte nicht gereicht. Ein Leben in ständiger Angst bedeutet, er kann sie wiederfinden. Es hatte nur die eine Lösung gegeben, damit er ihr sicher nichts mehr anhaben konnte. In ihren Gedanken sah sie sich wieder zu der Axt greifen …
Jenny winkte ab. »Irgendwann wird einer kommen, der es versteht.«
Mit einer Träne im Auge sah Sara ihre Freundin an. »Vielleicht. Aber wird er auch ruhig schlafen können?«

 
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Liebe Münchner,

ich starte dann einmal mit unserer internen Challenge zum Thema Erotik. Die Fantasy-Elemente sind jetzt irgendwie auf fast Null reduziert. Aber ich wollte die Story auch nicht bis zur Unverständlichkeit überladen.

Und nun @wander und @RinaWu warte ich auf Eure Geschichten und vor allem auf Wanders, der so getönt hat, dass Erotik gar nicht schwer sei.

Liebe Grüße
Mae

 
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:-) Ich habe gesagt, "geglückte" Erotik ist sauschwer. Was in die Hose geht, ist leichter zu erzählen.:-)))
So...und nun lese ich deine Geschichte, @Maedy

 
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Hey @Maedy, so so, eine interne Münchener Erotik-Challenge, ich bin gespannt ...

Ich bereue es nicht – es getan zu haben.
Den Satz finde ich als reines Statement ohne die zweite Hälfte stärker.
Und ich muss dir noch etwas sagen: Ich bereue es nicht.

Moritz’ Mundwinkel gingen langsam, aber sicher nach unten
Das klingt so, als würden die sich verselbstständigen. Und das "langsam aber sicher" verwässert. Vielleicht etwas klarer, härter:
Moritz Lächeln gefror, der Blick flackerte, suchte in ihrem Gesicht.

Nicht so schlimm wie sein Ruf, eigentlich ganz in Ordnung, aber trotzdem ein durchgetaktetes Leben auf begrenztem Raum, das ihr immer noch nachhing.
würde ich streichen, ist mMn redundant.

Wegen guter Führung und so … das ist drei Monate her
Wegen guter Führung und so … Das ist drei Monate her.

dachte Sara und versuchte, sich ein infantiles Grinsen zu unterdrücken
oder: sich zu verkneifen.

So hatte er sich sein Tinder-Date sicher nicht vorgestellt, dachte Sara und versuchte, sich ein infantiles Grinsen zu unterdrücken. Scheiß Situation, in die sie sich da gebracht hatte. Vielleicht hätte sie einfach nichts sagen sollen. Aber das war auch keine Lösung. Irgendwann würde er es erfahren, dann lieber gleich reinen Wein einschenken.
Das bräuchte ich gar nicht, das mit dem reine Wein hattest du vorher schon (Sara hatte sich vorgenommen, von Anfang an ehrlich zu sein). Fände es ohne die Ablenkung stärker.

Schlicht war er, dachte Sara. So einen hätte sie sich auch gewünscht.
Stark! Würde das auch durch vorher oder damals ersetzen.

sagte Moritz und faltete seine Hände vor sich auf dem Tisch zusammen

Ich – ich meine, irgendwie dachte ich …
Finde den Gedankenstrich hier nicht richtig.
Ich, ich meine, irgendwie dachte ich …

Als sie von ihm ließ, fühlte sie sich mit einem Schlag einsam
schön

sagte sie und winkte ihm wie ein Schulmädchen hinterher.
Das würde ich nicht schreiben, der Vergleich schwächt deine Prota.

fast so(Komma) als hätte sie die Zeit einfach übersprungen,

Es hörte sich gar nicht so an, als würde ein Mensch die paar Stufen bis in den ersten Stock besteigen. Hör auf, zu spinnen, dachte Moritz.
Ich finde, der Nachsatz killt den schönen Suspense-Moment.

Gezwungen von seinem Griff sah sie ihm in die Augen. Doch er nahm nur ihre Lippen wahr.
Sie schaut ihm in die Augen, aber er sah nur die Lippen? Wie geht das, das widerspricht sich.

Er konnte die Anspannung nicht länger (aus)halten, umschlang sie und drückte seinen Mund auf den ihren

Eng umschlungen hob er sie leicht an, führte sie von der Couch weg.
Irgendwie dachte ich, er hebt sie hoch und trägt sie weg, aber dann läuft sie doch selbst.

Die roten Haare umrahmten ihr Gesicht, auf welchem sich Schweißperlen bildeten.
Das "auf welchem" klingt so explizit nach dem Rahmen für eine Beschreibung. Würde ich auflösen.
Die roten Haare umrahmten ihr Gesicht, auf ihrer Stirn standen Schweißperlen.

durch den er ihre rasierte Haut erahnen konnte. Er ließ geschehen, dass sie die Knöpfe seines (des) Hemdes öffnete, seine (die) Hose herunterstreifte
Es ist klar, dass die ihm gehören. Könntest die Possessivpronomen tauschen gegen Artikel, auch vorher im Text schon.

Er atmete durch, hatte schon lange nicht mehr diesen einen Duft gerochen. Nicht mehr seit Elisabeth. Er zog seinen Zeigefinger wieder aus ihr heraus. Sie griff nach seinen Hüften und schob die Unterhose herab. Er erhob sich leicht und streifte dieses letzte Kleidungsstück über seine Beine, warf es in irgendeine Ecke.
Da stimmt was in der Choreo nicht. Wenn er sie bei der Stimulation riecht, muss seine Nase in der Nähe sein - ergo ist sein Kopf zwischen ihren Beinen. Wie kommt sie dann an seine Hüfte? Den letzten Satz kannst du streichen. Wenn sie schon so weit sind, glaube ich nicht, dass irgendjemand darauf achtet.

Sie umarmte ihn, küsste ihn, ihre Hände schienen, überall zu sein
Das letzte Komma kann weg.

Er spürte die Erregung in seinem Körper, wie er steif wurde
Wie, jetzt erst? Ist er aus Stein?

Er schloss seine Augen
die

als ihre Hände sein Glied umgriffen und es vorsichtig führten
Bei "umgreifen" bin ich beim Surfen oder Klettern. :Pfeif:

Für einen Moment zögerte er. Dachte an Elisabeth, die er nie betrogen hatte.
Da würde ich dachte klein, mit Komma davor setzen.

Moritz riss die Augen auf, blickte erstarrt in Facettenauge(n) und einen weit aufgerissenen, grünen Schlund. Das Insekt sprang auf ihn zu, warf ihn vom Bett und biss in seine Kehle.
Das ist echt hart, und gut gemacht. Würde dennoch vorher neben ihrem Gang die Treppe hoch weitere assoziative Andeutungen einbauen, dann kommt das nicht so aus dem Nichts.

als Sara beladen mit Einkaufstüten kam
ankam, dazu kam?

Ich werde diesen scharlachroten Buchstaben nie loswerden.
Schnall ich nicht.

Ein Leben in ständiger Angst bedeutet, er könne sie wiederfinden.
Von der Logik her würde ich das umdrehen:
Die Tatsache, dass er sie wiederfinden konnte, hätte ein Leben in ständiger Angst bedeutet.

Spannende Ausgangslage, doch die Auflösung am Schluss hätte ich in der Form nicht gebraucht. Ich als Leser kann mir das so denken und es zu lesen bringt keinen Mehrwert.
Ich möchte dir raten, entweder den Schwerpunkt stärker auf die Problematik der verlorenen Seelen zu legen, das würde bedeuten, das die Protas es wirklich versuchen (und nicht mit nur einem Date), es aber einfach nicht geht, weil beide in ihrer Vergangenheit, in ihren Strukturen verharren, die sie nicht abwerfen können.
Oder aber völlig anders: Für mich wäre es prickelnder, wenn niemand (auch ich Leser nicht) weiß, wie ihr Mann starb und der gute Moritz von (Vor-)Ahnungen geplagt wird, weil an der guten Sara irgendwas so furchtbar sexy, aber auch so furchtbar merkwürdig ist. Mit ihr stimmt was nicht, weil ihre Blicke so an ihm vorbeigehen, ihre Schritte nicht menschlich scheinen, sie nach gar nichts riecht (oder nach Blättern), sie die Ente ohne zu Kauen runterschlingt, so was, weißt du?
Und dann im zweiten Schritt, quasi beim Liebesakt offenbart sich ihre Natur (sie würgt ihn, dominiert ihn, besteigt ihn auf die harte Tour) und er wird zerrissen zwischen seiner Geilheit einerseits und der Angst andererseits, dass sich seine Vorahnungen bewahrheiten und es für ihn gefährlich werden könnte. Und dann möchte ich mit ihm echt nicht tauschen.
Oder alternativ: Er hat sich neu verliebt, sie erzählt es ihm nach dem gelungenen Liebesakt, quasi in dem Moment, wo er glaubt, er hätte den perfekten Ersatz gefunden. Und er kann sie verstehen, ist aber dennoch schockiert und es bleibt völlig offen, ob er seine Ängste loswird und ob er es schafft, genug Vertrauen aufzubringen. Das wäre die Variante mit dem größten Ausblick.

Nur so als Ideen …, gefallen hat es mir allemal, die Sexszene hätte was ausführlicher und von der Abfolge stimmiger sein können, habe es auch so gerne gelesen.

Peace, linktofink

 
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Vielen Dank für das Feedback :bounce:

So, so lieber @wander . Irgendwie habe ich das anders in Erinnerung … :hmm:

Und nach Deinem Kommentar bin ich fast gezwungen, zu sagen, dass es sauschwer war. Vor allem sind mir irgendwann die Verben ausgegangen. Auch die Possessivpronomen haben mich in den Wahnsinn getrieben. Sie zu vermeiden, fiel echt schwer, da ich ja schon irgendwie darstellen musste, wessen Hand gerade an wessen Körperteil ist und ob nun das Höschen von Männchen oder Weibchen fiel …

Dieses Mal verhülle ich mich dann auch in Schweigen, ob der Text autobiografisch ist oder nicht … :naughty:

Hallo @Kahasimir ,

freue mich, von Dir unter meinem Text zu lesen!

ich finde die Geschichte mitreißend geschrieben.

Woah, danke. Das freut mich. :D

sich sich

:bonk: Also, wie das zustande kam. Wohl ein Gemeinschaftsprojekt von Autokorrektur, zu viel Satzumbau und akuter Bildschirmblindheit der Autorin zu später Stunde.

Das Aufeinandertreffen der Charaktere ist interessant, weil nachvollziehbar Urängste beider Seiten eine Rolle spielen, beide noch gar nichts genaues über die Vergangenheit des anderen wissen (wobei die Details ja hier zwingend den Unterschied machen würden) und nur probieren können, sich gemeinsam auf eine selbstverständliche Ebene zu begeben, was leider scheitert, obwohl keiner Schuld daran ist.

Uff - das ist ja schon fast Sekundärliteratur, die Du da schreibst zu meinem Textchen. Vielen Dank dafür und ich muss sagen, Du hast sogar mehr im Text gesehen als ich selbst.
Das freut mich sehr, weil der Text also zu funktionieren scheint.

Auf unerklärliche Weise ist diese Vorstellung beinahe unerträglich heiß, oha!

Aha … da hab ich wohl Urtriebe geweckt :lol:

Für beide geht die Geschichte nicht gut aus und verschlechtert die Situation sogar, weil (von mir mal dreist interpretiert) ihnen spätestens dann bewusst wird, das sie zwar noch ihr restliches Leben plus Körper und Geist haben, damit aber wenig anfangen können, weil man ihren inneren Schaden nicht sehen kann und nur nachfühlen, wenn man zumindest ansatzweise das Gleiche erlebt hat.

Das ist schön auf den Punkt gebracht. Freut mich, dass meine Intention hinter dem Text so gut bei Dir angekommen ist.

Hallo @linktofink ,

danke für Deinen Kommentar! Hat mich gefreut, von Dir zu lesen.

Den Satz finde ich als reines Statement ohne die zweite Hälfte stärker.
Und ich muss dir noch etwas sagen: Ich bereue es nicht.

Ich wollte ihre Verwirrung darstellen und deswegen diesen Zweitsatz. Aber Du hast mich überzeugt. Das Statement ist so wirklich stärker.

Moritz’ Mundwinkel gingen langsam, aber sicher nach unten
Das klingt so, als würden die sich verselbstständigen.

Da denke ich noch drüber nach. Die Verselbstständigung war durchaus gewollt.

Nicht so schlimm wie sein Ruf, eigentlich ganz in Ordnung, aber trotzdem ein durchgetaktetes Leben auf begrenztem Raum, das ihr immer noch nachhing.
würde ich streichen, ist mMn redundant.

Gekauft.

dachte Sara und versuchte, sich ein infantiles Grinsen zu unterdrücken
oder: sich zu verkneifen.

Auch gekauft. Klingt wirklich besser.

Das bräuchte ich gar nicht, das mit dem reine Wein hattest du vorher schon (Sara hatte sich vorgenommen, von Anfang an ehrlich zu sein). Fände es ohne die Ablenkung stärker.

Ich habe jetzt erst einmal nur den Wein gestrichen.

gewünscht.
Stark! Würde das auch durch vorher oder damals ersetzen.

Danke und gute Idee.

Ich – ich meine, irgendwie dachte ich …
Finde den Gedankenstrich hier nicht richtig.
Ich, ich meine, irgendwie dachte ich …

Ich wollte hier den Lesefluss stoppen, also eine Atempause machen. Ich warte einmal, ob dazu noch ein Kommentar kommt.

sagte sie und winkte ihm wie ein Schulmädchen hinterher.
Das würde ich nicht schreiben, der Vergleich schwächt deine Prota.

Das soll er auch. Sie ist ja gerade nicht die »mordende Medusa«, sondern eigentlich sehr verletzlich.

Es hörte sich gar nicht so an, als würde ein Mensch die paar Stufen bis in den ersten Stock besteigen. Hör auf, zu spinnen, dachte Moritz.
Ich finde, der Nachsatz killt den schönen Suspense-Moment.

Gestrichen.

Sie schaut ihm in die Augen, aber er sah nur die Lippen? Wie geht das, das widerspricht sich.

Okay, überarbeite ich.

Irgendwie dachte ich, er hebt sie hoch und trägt sie weg, aber dann läuft sie doch selbst.

Ja, genauso. Er hebt sie nur von der Couch und dann läuft sie.

Die roten Haare umrahmten ihr Gesicht, auf ihrer Stirn standen Schweißperlen.

Gekauft.

durch den er ihre rasierte Haut erahnen konnte. Er ließ geschehen, dass sie die Knöpfe seines (des) Hemdes öffnete, seine (die) Hose herunterstreifte
Es ist klar, dass die ihm gehören. Könntest die Possessivpronomen tauschen gegen Artikel, auch vorher im Text schon.

Hmm … ja stimmt an der Stelle. Mit dem Possessivpronomen habe ich echt gekämpft.

Da stimmt was in der Choreo nicht. Wenn er sie bei der Stimulation riecht, muss seine Nase in der Nähe sein - ergo ist sein Kopf zwischen ihren Beinen. Wie kommt sie dann an seine Hüfte? Den letzten Satz kannst du streichen. Wenn sie schon so weit sind, glaube ich nicht, dass irgendjemand darauf achtet.

Liegt daran, dass ich die Choreografie nicht im Detail beschrieben habe, also nicht jede Bewegung. Dass er seine Stellung verändert hat, war für mich durch den Finger bereits impliziert. Ich habe da jetzt aber einen Halbsatz dazu geschrieben. Ich habe mir übrigens seine Nase auch nicht zwischen ihren Beinen vorgestellt, sondern er nahm den Geruch allgemein auf. Er hatte schon lange keine Frau im Bett.

Wie, jetzt erst? Ist er aus Stein?

Nee, aber schon etwas älter und außerdem von Zweifeln geplagt. Da geht das alles nicht mehr so einfach und schnell (ich warte jetzt einmal, ob es Protest der Generation Ü50 gibt :D) Aber Du hast recht, das Alter muss ich noch irgendwo unterbringen. Habe ich jetzt am Anfang angedeutet.

Bei "umgreifen" bin ich beim Surfen oder Klettern.

?

Das ist echt hart, und gut gemacht.

Danke

Ich als Leser kann mir das so denken und es zu lesen bringt keinen Mehrwert.

Ich hoffe, das ist nicht so. Mir war schon wichtig darzustellen, dass sie nicht so eine Bestie ist, die aus Mordlust getötet hat.

Mit ihr stimmt was nicht, weil ihre Blicke so an ihm vorbeigehen, ihre Schritte nicht menschlich scheinen, sie nach gar nichts riecht (oder nach Blättern), sie die Ente ohne zu Kauen runterschlingt, so was, weißt du?

Ja, ich weiß, was du meinst. Und so ähnlich sah meine erste Version aus. Die hatte mehr Fantasy-Elemente und bewegte sich auch in einer Fantasy-Welt. Das geht natürlich auch. Gefiel mir aber nicht, weil ich eigentlich nicht so eine Gruselstory daraus machen wollte wie bei Buffy im Bann der Dämonen (dort gibt es auch einen Serienteil mit einer Gottesanbeterin). Daher musste das zweite Date auch ein Traum sein. Und wie gesagt, mir ging es dann darum, zu zeigen, dass sie nicht so ein schlechter Mensch ist und dennoch mit Vorverurteilungen zu kämpfen hat. Daher auch der Hinweis mit dem "scharlachroten Buchstaben". Jetzt kommt :klug:: Der scharlachrote Buchstabe (The Scarlet Letter) ist ein englischer Literaturklassiker von Nathaniel Hawthorne mit dem gleichen Motiv, also eine straffällig gewordene Frau, die von der Gesellschaft geächtet ihren Weg gehen muss. Wurde auch verfilmt, ich glaube mit Demi Moore.
Deswegen auch nicht mehr Andeutungen. Das "Insekt" sollte so hart kommen als "Eiswasserdusche", um es mit Kahasimirs Worten zu sagen.


Vielen Dank für Eure Kommentare! Ich habe recht viel umgesetzt.
Liebe Grüße
Mae

 
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Hallo,
die Prämisse ist Weltklasse. Realistisch und hart. Ich finde, der Text wird dann dieser harten Realität nicht ganz gerecht, sie wirkt (mir) manchmal zu verspielt, und auch zu uneindeutig.

Moritz stöhnte, überrascht von ihrer Forschheit und der langsamen Erregung.

Das meine ich. Sie ist forsch, aber er nur langsam erregt? Oder lese ich das falsch. Ich lese es nämlich als Widerspruch.

Hielt es zwischen seinen Händen wie eine Lotusblüte.

Das ist auch so was. Wie eine Lotusblüte. Du hast da so viele tolle, andere, wirklich erotische Momente drin, ich finde, dein Text hat so ein abgegriffenes Bild nicht nötig.
Er atmete durch, hatte schon lange nicht mehr diesen einen Duft gerochen.
Das hier zum Beispiel.

Insgesamt finde ich, den Part mir seiner toten Frau, der ist so etwas abtörnend. Sie wollen da zur Sache kommen, und mittendrin taucht dann wieder seine kranke Frau auf. Das senkt etwas die Stimmung, würde ich mal sagen. Warum ist die da? Warum braucht es das? Reicht es nicht, wenn er einfach nur solo ist? Ich meine, es ist doch ihre Geschichte. Die Frage ist ja, was wäre wenn, und die kannst du auch erzählen, wenn diese andere tote Frau gar keine Rolle spielt. Ich glaube, ich würde das Ende auch offen lassen. Er liest noch mal ihre SMS, und überlegt, was er machen soll. Das ist ja auch noch ein ganz anderer, interessanter Aspekt, den du ja auch anreißt - hatte sie neun Jahre keinen Sex? Bin ich dann wieder ihr erster Mann? Mir kommt da auch ihre Reaktion viel zu kurz, wie ist denn dieser Sex für sie, wie fühlt der sich an, wie geht es ihr damit? Das sind alles Effekte, die du nutzen kannst.

Prämisse ist Weltklasse, wie gesagt, und große Teile der Geschichte mag ich. Erotik finde ich wahnsinnig schwer, dir gelingt es gut, wie ich finde.

Gruss, Jimmy

 
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Hallo liebe @Maedy ,
ich werkle vor mich hin. Krieche gerade innerlich zu Kreuze….Wie wird das sexuelle Tun zu Erotik? Himmelherrgott!!!…Ich hänge fest. Also noch ein bisserl Geduld!
Du hast da jetzt ein echtes Pfund rausgehauen.
Ein paar wenige Sätze sind mir noch zu erzählend oder zusammenfassend.
z.B.:
„diese kleine Rothaarige hatte es ihm aber sofort angetan.“
„….aber irgendetwas an Sara zog ihn magisch an.“
Du zeigst das, unnötig. es zu erzählen.
Aber ansonsten…..ich weiß immer, wessen Hände oder Lippen wo sind. :-)
Und die Geschichte selbst…existenzialistisch und ein wenig animalisch.
Das bleibt auch trotz der Lösung, dass er geträumt hat. Das ist zwar nicht neu, macht die Geschichte aber irgendwie wahrer.
Als männlicher Vertreter der Ü-50 Generation weiß ich natürlich, wann man besser den Mund hält. ;-) Lieber grüble ich darüber, ob nun doch in der Beseitigung des Ehemanns oder in der Gottesanbeterin Autobiographisches steckt. ;-)
nachdenklichen Gruß
wander

 
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Liebe @Maedy, auch dir kurz eine Zwischenmeldung, ich habe @wander schon geschrieben, dass ihr mir einfach zu schnell seid ... Ich brauche noch ein wenig :shy:, melde mich aber, sobald ich kann.
Liebe Grüße!

 
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Liebe @RinaWu ,

keinen Stress! Soll doch Spaß machen :).

LG
Maedy

 
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Liebe @Maedy,

so, ich habe nun mal in der Pause deinen Text gelesen, denn ansonsten komme ich nicht dazu und ich will das auch nicht zu lange aufschieben ...

Mir gefällt dein Einstieg und auch der Ton, jedoch ist es mir noch ein wenig zu viel drum-herum-Erzählen. Ich finde, wenn du da noch einmal ganz genau hinschaust und kürzt, würde das dem Text und der Thematik gut tun. Zum Beispiel gleich am Anfang:

Sara beobachtete Moritz, der zurückgelehnt auf dem transparenten Plastikstuhl des hippen Schwabinger Bistros saß, in das er sie eingeladen hatte.
Das Fette könnte für mein Empfinden weg, das braucht es nicht.

Oder hier:

Doch das tat sie nicht. Sara hatte sich vorgenommen, von Anfang an ehrlich zu sein. Aber in diesem Moment wusste auch sie nicht, wie sie weitermachen sollte. Sie rückte sich die rahmenlose Brille zurecht, die ihr ständig auf die Nasenspitze rutschte. Sie hätte längst einmal wieder die Schrauben beim Optiker anziehen lassen sollen, doch solche Umwege störten ihren Alltag. Den geregelten Tagesablauf, wie sie ihn aus dem Knast kannte. Frauentrakt der JVA. Nicht so schlimm wie sein Ruf, eigentlich ganz in Ordnung, aber trotzdem ein durchgetaktetes Leben auf begrenztem Raum.
»Zwölf Jahre habe ich bekommen, nach neun hat man mich entlassen. Wegen guter Führung und so … Das ist drei Monate her«, sagte Sara und wischte sich eine ihrer rot gefärbten Haarsträhnen aus dem Gesicht.
Das Fettgedruckt klingt für mich nach Autorin, da sollen mir Informationen gegeben werden und ich merke es. All das erschließt sich aber auch ohne diese Erklärungen. Daher finde ich, das könnte auch komplett weg.

So hatte er sich sein Tinder-Date sicher nicht vorgestellt, dachte Sara und versuchte, ein infantiles Grinsen zu unterdrücken.
Hahahahahahahahaaaaa, herrlich! Ich glaube, ich versuche diesen Einstieg mal beim nächsten Date, einfach um die Reaktion zu sehen :lol: Das Fette würde ich wieder streichen.

»Meinen Ehemann«, sagte Sara. Hoffentlich stand er jetzt nicht auf und ging einfach. Hielt sie für eine mordende Medusa.
Noch ein Streichkandidat.

Sara nickte erleichtert. Es war ihr lieber, nicht an die Zeit zurückdenken zu müssen. Und ihm war es wohl lieber, nicht darüber zu reden.
Noch einer.

»Wir sehen uns wieder?«, fragte sie, als sie sich von ihm löste. Ihre Finger klebten. Wie gut, dass er ihr nicht die Hand gab.
Würde ich auch streichen.


So, genug der Streichungsvorschläge, ich denke, du weißt, was ich meine ;)

Dass ich auch verwitwet wäre? Irgendwie bin ich das auch.
Unschöner Doppler. Mein Vorschlag: "Dass ich auch verwitwet wäre? Irgendwie bin ich das ja ..."

Als sie von ihm ließ, fühlte sie sich mit einem Schlag einsam.
Das finde ich schön und stark in der Wirkung. Genau nach diesem Satz würde ich aus dem Absatz rausgehen. Der Rest ist irgendwie wieder zu blumig, zu erklärend, das braucht es nicht.

Seine Wohnung in Moosach war viel zu groß für ihn alleine. Doch er hatte es nicht geschafft, sie aufzugeben. Elisabeths plötzlicher Krebstod war nun eineinhalb Jahre her. Sich auf eine neue Frau einzulassen, fiel ihm immer noch schwer. Die meisten seiner Dates endeten bereits am ersten Abend. Die Frauen waren einfach nicht wie seine Betty.
Diese kleine Rothaarige hatte es ihm aber sofort angetan. Das schelmische Lächeln auf den Tinder-Fotos, das markante Kinn und der kleine Leberfleck links an der Stirn, kurz unter dem Haaransatz. Dieses zierliche Geschöpf ähnelte Betty mit keinem Härchen, aber irgendetwas an Sara zog ihn magisch an. Mit erröteten Wangen schnippelte Moritz das Gemüse, tranchierte die Ente und bereitete den Reiskocher vor.
Würde ich extrem kürzen. Dieser Absatz haut mich total aus der Anfangsstimmung raus. Ich würde gleich mit dem Schnippeln des Gemüses anfangen. Dass seine Frau tot ist, weiß man schon und ich finde, mehr braucht es nicht.

Ihre Hand griff fest in den Schlitz seiner Unterhose. Moritz stöhnte, überrascht von ihrer Forschheit und der langsamen Erregung.
Die langsame Erregung würde ich streichen ;)

Die Sexszene finde ich echt gelungen. Ich hab euch ja von dem Buch erzählt, das ich gerade lese, wo solche Szenen auch sehr explizit dargestellt werden, aber eben in einer Art und Weise, die realistisch ist. Das finde ich wichtig. Nix Blumiges, kein Lusthügel oder -prügel oder was es da sonst noch für absurde Wortkreationen gibt, nur um die Dinge nicht beim Namen zu nennen. Und ich finde, dieses Explizite hast du gut gemacht.

Die Wendung am Schluss ist natürlich sehr cool, mag ich sehr. Ich finde, insgesamt ist das ein echt guter Text, nur an manchen Stellen noch zu verspielt für das Thema, wenn du da noch einmal drüber gehst und kürzt, bzw. klarer wirst, dann wirkt das stimmiger.

Also, Kompliment, Challenge mit Bravour gemeistert in meinen Augen :)
Oh je, und mir steht es noch bevor ...

Liebe Grüße!
RinaWu

 
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Das Ende ist perfekt, Anfang auch, nur mittendrin gibt es Kleinigkeiten, die du verbessern könntest. Zum Beispiel:
- Peking-Ente schiebt man als Ganzes ins Rohr und tranchiert sie später.
- Später wird die Ente noch einmal als Peking-Ente erwähnt, obwohl der Leser schon weiß, was für eine Ente das ist.
- Auch ist irgendwo von der linken Hand die Rede, obwohl diese Information keine Bedeutung hat.
- Und dass Saras Küsse leidenschaftlich erwidert werden, ist eine bloße Behauptung, weil das nicht gezeigt wird.
- Zeigefinger zu benutzen ist unbequem, wenn man nebeneinander liegt – Mittelfinger ist besser.
- In dem Satz, der mit „Er spürte die Erregung in seinem Körper“ anfängt, kannst du das Zitierte ruhig streichen, weil das Folgende aussagefähiger ist, wenn du es umformulierst.

Fazit: Eine gut geschriebene Erotikgeschichte und kein 08/15-Plot, das sind schon zwei Merkmale, die selten sind in diesem Bereich des Forums. :thumbsup:

 
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Hallo @wander , @jimmysalaryman , @Dion und @RinaWu ,

lieben Dank für Eure Anmerkungen. Vieles macht mich nachdenklich, manches ist sogar widersprüchlich und anderes mag ich sofort unterschreiben, z.B. Lotusblüte (die wird als nächstes gekillt). Wie ich mit dem Ende umgehe, da habe ich heute Abend keinen Plan. Ich schlafe einmal eine Nacht darüber und tagge Euch, wenn ich den Text überarbeitet habe.

Es freut mich aber, dass der Text Euch im Prinzip gefallen hat und danke Jimmy für die "Weltklasse" Prämisse, zu der Du durch Discord-Diskussionen auch irgendwie beigetragen hast.

Liebe Rina, Du musst mir dann unbedingt von dem "Date" erzählen. :lol:

Liebe Grüße
Mae

 
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Die Ausgangssituation der Story fand ich richtig toll, Maedy. Diese Sara kann ja auf wahrlich extravagante Erfahrungen zurückblicken. Ich meine, wie viele Leute gibt’s (vor allem, wie viele Frauen), die schon mal wen abgemurkst haben? Noch dazu mit einer Axt. Und dann in der Blüte ihrer Jahre beinahe ein Jahrzehnt lang im Knast vor sich hinzuvegetieren, ist wohl auch nichts, was man so einfach wegsteckt. Beste Voraussetzungen also für eine … äh, extravagante Romanze.

Aber dann: (Beinahe) alles nur geträumt ... :rolleyes:
Also nicht, dass ich mich als Leser betrogen fühlte, aber so wirklich zufrieden war ich mit dieser Wendung nun auch nicht.
Schon klar, die beiden dürfen nicht in realitas miteinander schlafen, damit steht und fällt ja die gesamte Dramaturgie deiner Geschichte. Nur ist halt so eine Traumsequenz nicht ganz einfach in „wirkliches“ Geschehen einzubauen, ohne damit die innere Logik der Geschichte gehörig ins Wackeln zu bringen.
Sobald ich erkannte, dass ich nur von einem Traum gelesen habe, blätterte ich natürlich sofort zurück, weil ich wissen wollte, wo verdammt noch mal der Traum eigentlich beginnt. Und kam schließlich zu dem Schluss, dass dieser Satz

»Bis Samstag dann«, sagte sie und winkte ihm wie ein Schulmädchen hinterher.
… das letzte in der Wirklichkeit stattfindende Geschehen beschreibt.
In der nächsten Szene nämlich ist Moritz schon am Kochen, das heißt, es ist schon Samstag. (Das nahm ich jetzt einfach mal an, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass er eine Frau mit einem schon Tage vorher zubereiteten Essen, das er dann nur noch aufwärmt, beeindrucken will.)
Aber weil ich mir auch nicht vorstellen kann, dass er zwischen Essenzubereiten und die Frau empfangen sich noch mal schlafen legt, muss ich davon ausgehen, dass eben nicht Samstag ist, sondern Moritz an irgendeinem Tag oder in irgendeiner Nacht davor diesen Traum hat.
Was wiederum heißt, dass er nicht nur das Gemüseschnippeln und das Reiskochen und das Braten der Ente träumt, sondern auch das:
Seine Wohnung in Moosach war viel zu groß für ihn alleine. Doch er hatte es nicht geschafft, sie aufzugeben. Elisabeths plötzlicher Krebstod war nun eineinhalb Jahre her. Sich auf eine neue Frau einzulassen, fiel ihm immer noch schwer. Die meisten seiner Dates endeten bereits am ersten Abend. Die Frauen waren einfach nicht wie seine Betty.
Diese kleine Rothaarige hatte es ihm aber sofort angetan. Das schelmische Lächeln auf den Tinder-Fotos, das markante Kinn und der kleine Leberfleck links an der Stirn, kurz unter dem Haaransatz. Dieses zierliche Geschöpf ähnelte Betty mit keinem Härchen, aber irgendetwas an Sara zog ihn magisch an.
Und sorry, das klingt halt überhaupt nicht nach „geträumten Gedanken“.
Und klar, auch die Beischlafszene versuchst du möglich realistisch zu beschreiben, weil der Leser ja nicht gleich checken soll, dass er in Wahrheit an der Nase herumgeführt wird. Aber nachträglich gesehen, wirkt sie dadurch halt auch kein bisschen geträumt.
Und so gesehen empfinde ich die Geschichte als nichts Halbes und nichts Ganzes. Weil eben alles der kein-Happyend-Intention untergeordnet erscheint. Was ich schade finde, weil man aus dieser Figurenkonstellation wirklich viel machen könnte.

Ein paar Stolpersteine sind mir noch aufgefallen (zum Lesen der anderen Kommentare bin ich leider noch nicht gekommen, ich hoffe, ich wiederhole jetzt nichts):

Aber … lass uns doch heute über etwas Anderes [anderes] reden.
Ist, auch wenn es sich so anhört, kein Nomen, sondern ein Pronomen. (Ein Indefinitpronomen, um genau zu sein.)
Für einen Moment wagte sie es, sich näher an ihn zu drücken, seinen Geruch aufzusaugen.
Einen Geruch aufsaugen? Mit der Nase? Na gut, kann man wohl so sagen, das allerdings geht mir nun doch zu weit:
und drückte auch ihm einen flüchtigen Kuss auf die Wange. […] während ihre Lippen seine weiche Haut in sich aufsogen.
Die Lippen saugen die Haut in sich(?) auf? Sorry, aber bitte wie küsst denn die Tante? :eek:
Schließlich nahm er seine linke Hand, berührte ihr Gesicht.
Und womit nahm er seine linke Hand? Mit der rechten? :Pfeif:
Hielt es zwischen seinen Händen wie eine Lotusblüte.
Jedesmal, wenn ich diese Phrase lese - also bisher grob geschätzt ca. fünfzehntausendmal - frage ich mich, wie zum Henker man eine Lotusblüte angemessen zu halten hat. (Ich vermute mal, wie ein Gesicht.)
zog ihn magisch an.
Phrase
als er die Zunge vorschob und sie küsste[,] wie er seit Elisabeth keine Frau mehr geküsst hatte.
ihre Hände schienen überall zu sein.
Phrase
blickte erstarrt in [ein] Facettenauge

Darüber hinaus habe ich diesmal keine wahrscheinlichkeitsmathematischen Beanstandungen. :D

offshore

 
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Hallo @jimmysalaryman ,

vielen Dank für Deinen Kommentar und das Lob. Hat mich sehr gefreut, dass Dir die Geschichte im Kern gefallen hat. Jetzt zu Deinen kritischen Bemerkungen.

Mir kommt da auch ihre Reaktion viel zu kurz, wie ist denn dieser Sex für sie, wie fühlt der sich an, wie geht es ihr damit? Das sind alles Effekte, die du nutzen kannst.

Das habe ich wegen des Perspektivwechsels nicht geschrieben. Die mittlere Szene findet ja in Moritz' Träumen statt und da habe ich versucht, näher an ihm zu sein. Insoweit ist dieses Potenzial an dieser Stelle tatsächlich ungenutzt.

Ich habe einige Deiner Punkte umgesetzt. Die »langsame Erregung« gestrichen und die »Lotusblüte«.

Das Ende habe ich erst einmal belassen. Ich habe überlegt, ob ich die Infos, die mir wichtig waren, irgendwo vorne unterbringen kann, aber diese Diskussion, wie und warum sie ihren Ehemann getötet hat, wollte ich gerade nicht zwischen Sara und Moritz aufkommen lassen. ER sollte eben mit dem Gefühl ins Bett gehen, dass dort eine Gefahr besteht. Derzeit habe ich da keinen Masterplan …


Hallo @wander

Du hast da jetzt ein echtes Pfund rausgehauen.

Danke, freut mich.

„diese kleine Rothaarige hatte es ihm aber sofort angetan.“
„….aber irgendetwas an Sara zog ihn magisch an.“

Okay, an der Stelle habe ich jetzt relativ viel rausgestrichen. Die stieß hier ja einigen auf.

Liebe @RinaWu ,

Mir gefällt dein Einstieg und auch der Ton, jedoch ist es mir noch ein wenig zu viel drum-herum-Erzählen. Ich finde, wenn du da noch einmal ganz genau hinschaust und kürzt, würde das dem Text und der Thematik gut tun. Zum Beispiel gleich am Anfang:

Ja, die Verspieltheit, die auch Jimmy angesprochen hat. Lag daran, dass ich Sara so unschuldig wie nur möglich darstellen wollte. Ich habe jetzt aber einige Sequenzen gestrichen. Gehe jetzt nicht im Einzelnen drauf ein. Die meisten Deiner Vorschläge habe ich aber umgesetzt.

Also, Kompliment, Challenge mit Bravour gemeistert in meinen Augen

Danke, Dir auch noch einmal. Vor allem für das gute Lektorat :) .

Hallo @Dion ,

vielen Dank auch für Deinen Kommentar. Freut mich, dass es Dir gefallen hat.

Ja, die Peking-Ente. Habe ich noch nie gemacht (weil ich Ente gar nicht mag) und wollte das eigentlich noch nachschlagen, habe ich dann vergessen. Vielen Dank für den Hinweis und den Link.

Das mit der Hand habe ich jetzt ganz anders gelöst.

Gestrichen habe ich auch sonst eine Menge an Schnörkeleien.

Und der Mittelfinger. Den wollte ich tatsächlich erst nehmen; der hat aber so etwas Verruchtes an sich, was mir an der Stelle nicht passte. Ich habe jetzt einfach Finger geschrieben und da mag sich jetzt jeder den rechten Finger vorstellen.

Fazit: Eine gut geschriebene Erotikgeschichte und kein 08/15-Plot, das sind schon zwei Merkmale, die selten sind in diesem Bereich des Forums.

Danke!

Hallo @ernst offshore ,

Die Ausgangssituation der Story fand ich richtig toll, Maedy.

Danke soweit schon einmal.

Aber dann: (Beinahe) alles nur geträumt ...

Ich habe jetzt in der Traumsequenz viel gestrichen. Aber das hilft natürlich nicht darüber weg, dass der Traum bis zu einem gewissen Punkt (außer Saras Ankunft) recht realistisch ist. Aber auch solche Träume gibt es ja, die so echt erscheinen, dass einem erst am Ende oder gar beim Aufwachen bewusst wird, dass alles nur geträumt war. Diesen Tod muss ich wohl mit meinem Plot sterben; jedenfalls habe ich da noch keine andere Lösung gefunden. Ich könnte natürlich die Geschichte komplett in die Realität holen und Sara nie zur Gottesanbeterin werden lassen. Der Konflikt bliebe dann durchaus bestehen, aber irgendwie fand ich diese kleine Ausschweifung reizvoll.

Aber … lass uns doch heute über etwas Anderes [anderes] reden.

Nach neuer Rechtschreibung geht wohl beides, aber Deine Version wird empfohlen. Ich habe es geändert.

Die Lippen saugen die Haut in sich(?) auf? Sorry, aber bitte wie küsst denn die Tante?

Ja, mei. Was so ein richtiges, männerverschlingendes Insekt ist … nee, geändert.

Die Hand und die Lotusblüte habe ich auch gestrichen.

Die Fehlerchen habe ich ausgebessert. Danke für Deinen Kommentar und das damit verbundene Fine-Tuning.

Darüber hinaus habe ich diesmal keine wahrscheinlichkeitsmathematischen Beanstandungen.

Schade, hätte mich interessiert, wie hoch eigentlich die Wahrscheinlichkeit ist, dass das Tinder-Date den Ehemann mit einer Axt erledigt hat. :D


Lieben Dank und Grüße an Euch alle
Maedy

 
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„Die Mehrzahl der Tötungen gelten dem Intimpartner.“
Andreas Marneros*​

Da bekommt Tells, genauer Schillers „die Axt im Haus erspart den Zimmermann“ als Lob der Selbständigkeit (und sei‘s der eigenen Gattin) einen ganz anderen Klang,

liebe,

oder doch besser: böse, böse Maedy,

denn Medusa – die sterbliche der drei Gorgonen – ließ jeden Kerl, der ihrer angesichtig wurde, zu Stein erstarren, was nicht ausschließt, dass mancher Kerl, der um sie weiß, (gleich Perseus) und sie nur als Spiegelung wahrnimmt, zum Medusalem werden kann. Und gleich auch wieder was gelernt, nach @wander s „untertags“ nun „Minga“ …

Aber die Geschichte wirkt auf mich wie eine Kolportage (klar, darf Literatur dergleichen, aber) ist doch das Maß für Mord an sich „lebenslänglich“, fast so wie die Ehe – und ob man mit den Worten

… Ich bereue es nicht.«
mildernde Umschläge kriegt, bezweifel ich eher. Da kömmt‘s wieder hoch, dass ich vom Spion in der Tür und vom Schlüsselloch gar nix halte (nicht etwa, weil ich befürchte, die Tür vor‘n Kopf geknallt zu bekommen) – ich tat mich bei wander schon schwerer als üblich, da hilft dann nur Witz und böse Ironie drüber weg. Da hoff' ich dann doch noch mit den letzten Flusen nützlich sein zu können.

Moritz blickte auf den Tisch, zu seinen Händen, die fortwährend …
warum das erste Komma?

Moritz schob die Peking-Ente in das Backrohr
wie der Pekingmensch ist auch die Pekingente zusammenzuschreiben

»So[... ]weit bin ich gar nicht gekommen.
Nur – soweit ich weiß – so weit als Konjunktion zusammen, alles andere auseinadner. Mein Tipp: Im Zweifel immer auseinander, "soweit" als Konjunktion kommt sowas von selten vor, dass man das bissken Risiko leichter eingehen kann als umgekehrt ...
Ein Leben in ständiger Angst bedeutet, er könne sie wiederfinden.
Warum Konj. I, wenn Konj. irrealis das wahrscheinlichere ist?
Dabei ist "können" in seiner schlichten binären Wertigkeit des entweder es/sie/er kann oder es/sie/es kann eben nicht (und sei's nur halb)

Trotzdessen wirstu jetzt staunen - nicht ungern gelesen, denn immerhin hat es eine Erweiterung des Tell-Zitates bewirkt ...

Schönes Wochenende aus'm windigen Pott vannet

windje

* der eigentlich idealer Kommentator für die Geschichte wäre, denn neben Gutachten in Mordprozessen hat er einige mythische Stoffe (etwa der Griechen) besprochen.

 
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Hallo @Friedrichard ,

danke für Deinen Kommentar. Freue mich immer wieder, wenn Du reinschaust mit scharfem Auge. Und freut mich, wenn Du Dich trotz Voyeurismus mit der Geschichte anfreunden konntest.
Und da ich gerade im Discord ohnehin alle damit nerve: Ich habe mit Absicht die Sara nicht als Mörderin (§211 StGB) ausgestaltet, sondern als Totschlägerin (§212 StGB). Auf letztere Tat steht Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren und nur in besonders schweren Fällen lebenslänglich. Die zwölf Jahre sind für eine geschundene Ehefrau der Erfahrung halber daher eher hoch und auch das Entlassen nach der 3/4 und nicht 1/2 Haft zeigt, dass sie ein nicht ganz so einfaches Gemüt hat. Und wenn sie klug war, hat sie zumindest vor dem Gericht die Reumütige gemimt. 🙂

Lieben Gruß aus Minga
Maedy

 
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May be,

Maedy,

aber kannstu überhaupt nerven? Ich auf jeden Fall hab einen guten Trainer zur Stärkung der Nerven von fünf stolzen Jahren, der gerade mal mit der Oma Auto fährt, dabei wäre Opahausen mit ihm glatt die paar km bis zum größten Spielplatz mitsamt Bollzplatz weit und breit gegangen. So kann der Opa in Ruhe jetzt nach Berlin schauen ... um das Trio zu vervollständigen ...

Tschüss, schönen Restsonntag noch und bis bald

Friedel

 
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Hallo Maedy,

deine Geschichte hat mir im Großen und Ganzen gefallen. Die Sache mit dem Insekt kann ich nicht so richtig in den Kontext einordnen. Was iss n´ das jetzt? - hab´ ich beim ersten lesen gedacht. Wird das Kafka - der Kerl, der sich in ein Insekt verwandelt?
Das Ende ist ein bisschen (wie soll ich sagen?) enttäuschend. Erst machen die beiden auf heiß und innig und dann sagt er ihr per SMS ab. Vielleicht ist das aber heutzutage die gängige Methode - ich weiß es nicht. Habe noch keine Frau auf die Art im Regen stehen lassen. Allerdings kenne ich auch keine Axt-Mörderin. :D
Aber im Ernst: Ich habe mir vorgestellt, dass die beiden versuchen einen Weg zu finden, um unter diesen Umständen zusammen zu sein und einander zu vertrauen.
Sei´s drum - deine Geschichte hat mir dennoch (inhaltlich wie sprachlich) gefallen.

Gruß, Ronnie

 
Wortkrieger-Team
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16.03.2015
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Hallo Maedy,

ich habe deine Geschichte gerne gelesen, trotz der Fragezeichen, die noch in meinem Kopf schwirren.

Der Anfang ist toll. Schon baust du eine Spannung auf, die sich bis zum Ende hält.

Details:

Sara beobachtete Moritz, der zurückgelehnt auf dem transparenten Plastikstuhl des Schwabinger Bistros saß.
Wofür transparent, wofür München?

Die Stille währte nun etwas länger und er blickte sie an, als würde er darauf warten, dass sie den Scherz auflöste.
Doch das tat sie nicht. Sara hatte sich vorgenommen, von Anfang an ehrlich zu sein.
Ohne das FETTE fände ich es stärker.

rahmenlose Brille
wackeligen Bistrotisch
einen Kuss auf die linke Wange
Er strich ihr mit der rechten Hand über die Wange.
Wofür brauchst du die ganzen Details? Für mich unwichtig. Keine Bedeutung.

»Als du geschrieben hast, du hättest deinen Mann verloren …«
Eine gute Umschreibung :)

sagte sie leise. Fasste ihren ganzen Mut zusammen und drückte auch ihm einen flüchtigen Kuss auf die Wange.
Scheint, als fehle dort ein Komma (leise, fasste ...).
Der Stilbruch passt hier m.E. nicht.

»Nicht schlimm«, sagte er. Schob die Reste der Ente in den Kühlschrank.
Hier auch.

Moritz kippte sich ein Glas Rotwein ein und nahm einen kräftigen Schluck.
kippte = schüttete/goß
Kippen kenne ich nur für "in den Hals kippen" :-)

Es klingelte. Eilig schob Moritz das Glas Rotwein hinter die Küchentheke und ging zur Tür. Er nahm den Hörer ab. Er hatte sich fest vorgenommen, selbstbewusst zu sein, doch seine Stimme war auf einmal nur ein Hauch. »Ja?«
Hier dachte ich erst, sein Festnetztelefon wäre an der Tür/im Flur.

Moritz riss die Augen auf, blickte erstarrt in Facettenaugen und einen weit aufgerissenen, grünen Schlund. Das Insekt sprang auf ihn zu, warf ihn vom Bett und biss in seine Kehle.
WTF passiert da? :confused:

im Park Café
Park-Café oder Parkcafé; nicht getrennt

Ich werde diesen scharlachroten Buchstaben nie loswerden.
:confused:

Ich habe die Kommentare/Antworten nicht gelesen. Vielleicht werden dort meine Fragen beantwortet. Das sollte aber der Text auch so, alleine leisten können. Hm ...

Trotzdem: gut gemacht.

Viele Grüße,
GoMusic

 

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