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Exposé für eine Anthologie

Wortkrieger-Team
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Exposé für eine Anthologie

Hallo, meine Lieben!

In meiner Schreibgruppe kam vergangene Woche die Frage auf, wie sich eigentlich ein sinnvolles Exposé einer Anthologie gestaltet. Eine (zugegebenermaßen kurze) Google-Suche hat diesbezüglich nicht viel ergeben, deshalb dachte ich, ich richte die Frage mal an euch.

Jemand meinte zu mir, man würde sich vor allem auf die technischen Details konzentrieren (also Titel, Umfang, Genre, Zielgruppe), und das lässt sich ja auch leicht machen, genauso wie Klappen- und Buchrückentext (eben was auch in unseren Exposés hier im Forum immer drin steht). Viel interessanter finde ich tatsächlich den Blick auf die Inhaltsangabe. Ist eine Inhaltsangabe für eine Anthologie überhaupt sinnvoll? Oder würde es reichen, den roten Faden zwischen den Geschichten zu beschreiben?

Andererseits bin ich mir tatsächlich auch nicht sicher, ob man ein Exposé für eine Anthologie jemals brauchen wird. Das Thema kam bei uns auf, weil wir eine Anthologie für die LBM vorbereiten, die auch veröffentlicht werden soll. Ob ein (kleiner und/oder regionaler) Verlag sich aber für so etwas überhaupt realistisch interessiert ..., hm, da wäre ich mir sehr unsicher. Wahrscheinlich geht der Weg sowieso ins SP. :Pfeif:

Habt ihr schon einmal ein Exposé für eine Anthologie geschrieben? Oder seid so etwas einmal über den Weg gelaufen? Würde mich interessieren!

Cheers,
Eure Maria
 
Senior
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18.06.2015
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Inhaltlich lose Textsammlungen lassen sich - wenn die Autorinnen und Autoren unbekannt sind - nicht gut bewerben, weil man den Leuten nicht so recht vermitteln kann, was drin steht. ("In diesem Buch hat es viele spannende und toll geschriebene Geschichten" :D) Aus diesem Grund machen auch viele Rezensenten einen Bogen um alles, was kein Roman ist, was wiederum die Verlage wissen. Gute Texte sind oftmals leider nur eine notwendige, keine hinreichende Bedingung.

Daher finde ich es gut, dass ihr einen roten Faden, bzw. eine inhaltliche, thematische Klammer habt. Lokalbezug wäre auch eine Möglichkeit. Alle Geschichten spielen in dieser Region oder widmen sich einer Lokalität. (Ich weiss nicht, wie die Situation in Deutschland ist, aber hier schiessen diese Regionalkrimis, Mord in Engelberg etc., wie Pilze aus dem Boden und gelangen mittlerweile auf Bestsellerlisten.)

Diese Klammer würde ich im Exposé deutlich machen: Das hier unterscheidet die Sammlung von einer losen Textzusammenstellung. Alle Geschichten im Detail zusammenzufassen macht wohl keinen Sinn, aber man könnte jeweils aufzeigen, welchen Beitrag die Texte zur allgemeinen Thematik liefern. Da würde ich, um auf deine konkrete Frage einzugehen, einen Schwerpunkt setzen. Insgesamt sollte ein Exposé meiner Meinung nach nicht nur Hinweise darauf geben, was drin steht, sondern (implizit und dezent) auch, wie sich das verkaufen lässt.

Ist komplett aus der Hüfte geschossen, was ich schreibe, aber vielleicht kannst du was damit anfangen.

Viel Erfolg mit eurem Projekt!
 
Wortkrieger-Team
Beitritt
07.01.2018
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Hi @Peeperkorn

Vielen Dank für Deine detaillierte Antwort!

Ich weiss nicht, wie die Situation in Deutschland ist, aber hier schiessen diese Regionalkrimis, Mord in Engelberg etc., wie Pilze aus dem Boden und gelangen mittlerweile auf Bestsellerlisten.
So ist es in Deutschland auch. In meiner alten Schreibgruppe Wolfsburg-Braunschweig haben wir auch die Erfahrung gemacht, dass Anthologien mit Regionalbezug sich außergewöhnlich gut verkaufen. Die Schreibgruppe hat im SP eine Anthologie rausgebraucht, die in Braunschweig spielt, und die Buchläden haben dieses Buch immer in der Auslage. Das läuft wohl richtig gut (leider war ich daran noch nicht beteiligt). Mit ein paar Freundinnen plane ich momentan eine Novellen-Reihe mit Braunschweig-Bezug (die Idee ist auch aus der Schreibgruppe gewachsen). Bin gespannt, wie sich das gestalten wird.

Diese Klammer würde ich im Exposé deutlich machen: Das hier unterscheidet die Sammlung von einer losen Textzusammenstellung. Alle Geschichten im Detail zusammenzufassen macht wohl keinen Sinn, aber man könnte jeweils aufzeigen, welchen Beitrag die Texte zur allgemeinen Thematik liefern.
Das finde ich total sinnvoll. Wenn ich es bisher richtig wahrgenommen habe, ist das auch, wie Anthologien besprochen werden (wenn sie dann doch einmal passiert), dass man also heraushebt, wie sich einzelne Geschichten in das Thema der Anthologie einreihen. Da werde ich noch einmal nachschauen, wie das gemacht wird.

Insgesamt sollte ein Exposé meiner Meinung nach nicht nur Hinweise darauf geben, was drin steht, sondern (implizit und dezent) auch, wie sich das verkaufen lässt.
Das ist ja immer der Sinn, ne? Gut, dass Du mich daran erinnerst. Ich schreibe tatsächlich häufig ein Exposé, während ich eine längere Geschichte plane, weil es mir hilft, mich schon vor dem Schreiben zu strukturieren. Dass nach dem Schreiben der Verkauf interessant wird ..., ja, das zu lernen, dazu werde ich hoffentlich auch irgendwann Gelegenheit haben.

Vielen Dank für Deinen Input! Damit kann ich auf jeden Fall etwas anfangen.

Cheers,
Maria
 

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