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Frau Uexküll

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Frau Uexküll

Frau Uexküll

Aus dem Bewerbungsschreiben:


Frau Dr. Rosa Uexküll
Leberstraße 6
1030 Wien
Österreich

Bewerbung für ein Zimmer in Ihrem herrschaftlichen Anwesen


Sehr geehrter Herr Kasulke,

ich las mit höchstem Interesse Ihre Anzeige im Kölner Stadtanzeiger und möchte mich hiermit offiziell um ein Zimmer bewerben.
Aus beruflichen Gründen, ich werde ab Dezember Kurse an der Kölner Volkshochschule leiten, suche ich dringend eine Wohnung im Kölner Umland. Nachdem sämtliche Gruften schon vergeben oder für eine Lehrerin unerschwinglich sind, würde ich mich sehr freuen, aus Ihrer ehrwürdigen Gründervilla wieder ein trautes Heim zu machen.

Ich habe hierzu die besten Qualifikationen. Ich wurde 1815 in Klosterneuburg geboren und arbeitete mehrere Jahrzehnte als Gouvernante in herrschaftlichen Häusern. Ich spreche fließend Englisch und Französisch, verstehe mich auf Handarbeit und habe ein außerordentlich ausgeprägtes Verständnis für Kunst und Kultur. Ich umgab mich zu Zeiten der Secession mit namhaften Persönlichkeiten wie Freud, Klimt, Schiele, Werfel etc. etc.

Leider passierte mir im Jahre 1860 das große "Malheur" und ich verlor meine Stelle als Gouvernante, weil die Kinder die Fangzähne fürchteten. Ich wäre aber keine Uexküll hätte ich nicht aus der Not eine Tugend gemacht.
Ich bildete mich zur Fremdsprachensekretärin fort. In der dunkelsten Zeit unserer Geschichte verließ ich Wien und arbeitete direkt unter General Eisenhower. In der Armee habe ich gelernt, dass Disziplin und Gehorsam zum Erfolg führen.
1950 kehrte ich nach Wien zurück. Ich machte eine Ausbildung zur Diätassistentin und studierte anschließend Ökotrophologie, gefolgt von meiner Promotion. Summa cume laude, wenn ich das erwähnen darf.

In der Ernährungsberatung für Mensch und Monster fand ich schließlich meine Berufung. Umso mehr freue ich mich, dass ich ab Dezember in einer so sündhaften Hochburg und frevelhaften Stadt, wie Köln es ist, den Schülern die Vorzüge gesunder und ausgewogener Ernährung, zu der für mich auch Fleisch und Fisch bei Menschen und Blut und Hirn für Monster gehören, näher bringen darf.

In meiner Freizeit absolviere ich zurzeit eine Online-Fortbildung zur Ordnungsmanagerin bei einer japanischen Koryphäe. Ferner schreibe ich am Feiermorgen an meinen Memoiren.

Ich bin mir sicher, dass ich mein Wissen und meine Talente in Ihrem Haushalt zielführend einbringen kann. Ich werde den weiteren Bewohnern ein Vorbild in Zucht und Ordnung sein.

Ich interessiere mich für ein kleines Zimmer mit Blick in den Garten. Ich habe nicht viel Besitz. Einen Schlafsarg, einen Büchersarg, einen Schreibtisch mit Stuhl und einen kleinen Kühlschrank für meine Blutkonserven nenne ich mein eigen.

Jetzt komme ich leider noch, ich vertraue hier aber auf Ihre absolute Diskretion, zu einem mir sehr unangenehmen Thema. Ich mache seit 100 Jahren eine Null-Negativ-Diät. Aber ich habe seit dem "Malheur", wie ich es nenne, einen unheimlichen Drang nach jungen Männern mit der Blutgruppe AB positiv. Ich versuche, dieser furchtbaren Krux zu widerstehen. Aber ich möchte Sie trotzdem bitten, sollten Sie je Besuch einer solchen Person haben, geben Sie mir Bescheid und schließen Sie mich in das Zimmer ein. Ich vertraue darauf, dass Sie gegenüber den anderen Bewohnern Stillschweigen bewahren und dies unser beider geheime Verabredung bleibt.

Und bitte, hier erwarte ich ebenfalls Diskretion, erzählen Sie niemanden über meinen Vornamen. Er gehörte meiner Mutter und ich kann mich so gar nicht mit ihm anfreunden.

Ich würde mich sehr freuen, von Ihnen zu hören.

Mit vorzüglicher Hochachtung
Dr. Uexküll
 
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Ich gehe morgen zur Blutspende. Kein Witz, die haben mich vorgestern angerufen, sie brauchen dringend AB-.

Negativ, da hab ich grad nochmal Glück gegabt, was Frau Uexküll?

Ich freu mich auf die militärisch ausgebildete taffe Gouvernante, wie sie dem Rob versucht, seinen Whisky- und Schokoladenkonsum auszureden.
Auf gute Mitbewohnerschaft und viele gute Einfälle wünsch ich uns.
Gruss dot
 

CoK

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Hallo @Maedy
Und bitte, hier erwarte ich ebenfalls Diskretion, erzählen Sie niemanden über meinen Vornamen. Er gehörte meiner Mutter und ich kann mich so gar nicht mit ihm anfreunden.

Würde man so etwas in einer Bewerbung schreiben wenn man sich noch gar nicht persönlich kennt?
Außerdem weiß sie doch noch gar nicht ob sie genommen wird!
Okay ich verstehe es nicht.( unsichtbaren Vornamen )
Macht mich neugierig, bleibe dabei.

Freue mich mehr über deinen Charakter zu erfahren.
Lieber Gruß CoK
 
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Liebe @CoK ,

ja, da wollte ich den Zwiespalt verdeutlichen. Als korrekte Lehrerin schreibt sie natürlich die vollständige Adresse mit Namen in die Bewerbung, auch wenn sie viel lieber den Vornamen verschweigen würde.

Warum der unsichtbar ist, erfahrt ihr dann in der ersten KG. Ein kleiner Hinweis auf einen weiteren Mitbewohner 😉

LG Mae
 

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