Was ist neu

Freier Wille

(Vor)lese-Alter
(Vor)lesealter: 16
Mitglied
Beitritt
21.03.2021
Beiträge
72
Zuletzt bearbeitet:

Freier Wille

Kani liebte das Rascheln des zarten Papiers, wann immer er eines aus der Packung befreite.
Seine Finger formten die Membran um den Filter herum zu einer konischen Hülle, gefüllt mit einer Mischung aus Tabakfasern und ›Bubblegum Kush‹.
Das Chaos um ihn herum, die verwüstete Villa, die vielen Leichen, das Blut an den Wänden und die Einschusslöcher, welche sich wie perforierte Linien durch den Marmor zogen, all das nahm Kani in diesem Moment nicht wahr. Er konzentrierte sich einzig und allein auf das fragile Gebilde in seinen Händen.
Fünfmal klopfte er den Filter auf die gläserne Tischplatte, die Klänge entlockten Liv ein Grunzen. Und während Kani sein Werk vollendete, umrundete sie die Couch, auf ihrem Weg klimperten Patronenhülsen am Boden, für den Moment das einzige Geräusch im offenen, glamourösen Wohnbereich. Schließlich blieb sie vor ihm stehen.
Kanis Blick hing am äußersten Ende des Joints, die Fingerspitzen zwirbelten das Papier zu einer festen Spirale. Fertig.
Liv schnalzte missbilligend mit der Zunge.
Mit der freien Hand strich er sich eine karamellbraune Strähne hinters Ohr, dann griff er zum Sturmfeuerzeug auf dem Glastisch. Er sah zu ihr auf. »Was?«
Eine kleine Zornesfalte zwischen den Brauen zerstörte die ansonsten makellose Symmetrie, sie verschränkte die Arme vor der Brust. Ihre Augen huschten von seinem Gesicht zu der Tüte und wieder zurück. »Willst du mich verarschen?«, fragte sie.
Er steckte sich den Joint zwischen die Lippen, der Deckel des Feuerzeugs sprang mit metallischem Knacken auf. Auch dieses Geräusch liebte Kani. Tatsächlich stand es auf Platz Drei seiner Liste. Er setzte sein Kunstwerk in Brand, nahm einen Zug und genoss den süßlichen Druck, der über den Hals in seine Lungen quoll.
Kanis Mund formte ein ›O‹, und ein perfekter Rauchkringel flog in Livs Richtung. »Gras hilft mir beim Nachdenken«, sagte er.
Sie wedelte den Ring auseinander. »Das ist Grasverschwendung.«
»Ha-ha.«
»Jetzt mal im Ernst. Schaff deinen mickrigen Kifferarsch vom Polster hoch und hilf mir suchen.«
»Du hast den Safe noch nicht gefunden, siehst dich aber bereits nach dem Schlüssel um«, sagte er und zog am Joint.
»Weil wir wissen, dass es einen Schlüssel für den Safe gibt, Einstein!«, fauchte sie. »Der Papyrus war deutlich: ein kleiner Schlüssel mit ziselierter Blume im Griff. Das wüsstest du, wenn du bei der Einsatzbesprechung ausnahmsweise mal aufgepasst hättest!«
»Hab ich doch! Das Missionsziel befindet sich im Safe«, wehrte er sich. Er senkte die Stimme, als ob jemand sie belauschen würde, tatsächlich sah er sogar nach links und rechts. »Denkst du wirklich, dass es …?«
»Wenn du glaubst, dass ich dich zugedröhnten Hippie damit herumspielen lasse, hast du dich gewaltig geschnitten. Ich hab in meiner Karriere bereits genug von den Dingern gesehen, um zu wissen, dass sie nicht in Hände von Amateuren wie dir gehören.«
»Schon gut, kein Grund unhöflich zu werden«, maulte er. »Aber glaubst du wirklich, dass sie …?«
»Du bist zu neugierig, Kani. Neugierde ist der Katze Tod.«
»Aber glaubst du, sie kann …?«
»Ja, verdammt! Sie kann alles, was Vater uns gesagt hat. Und um sie zu bekommen, brauchen wir den beschissenen Schlüssel. Also steh’ gefälligst auf!«
Kani blieb sitzen und nahm einen weiteren tiefen Zug. Er sah sich im Zimmer um und nickte in Richtung eines der toten Yakuza. Wie die anderen trug auch dieser einen edlen Zweireiher, doch im Gegensatz zum Rest hatte seine letzte Tat zu Lebzeiten darin bestanden, in ein übergroßes Aquarium zu taumeln. Nicht freiwillig, versteht sich. Die kinetische Energie eines gutes Dutzend Pistolenkugeln hatte den Anstoß gegeben, entfesselt von Liv und ihren zwei halbautomatischen ›Browning High Power‹. Nun hing der Körper im ausgelaufenen Wasserbecken zwischen Korallenriff und Piratenschatz. Der durchtränkte Teppich war übersät mit Glasscherben und verendeten Zierfischen.
»Sieh in seinen Taschen nach!«, wies Kani sie an.
Sie runzelte die Stirn. »Woher weißt du, dass gerade er ihn hat?«
Kani hielt den Joint hoch. »Himmlische Intuition«, presste er mit Rauch in den Lungen hervor.
»Du bist ein Idiot!«
»Ich liebe dich auch.« Grinsend pustete er aus.
Liv trat über einen weiteren Anzugträger am Boden hinweg und durchsuchte die Kleidung des Toten im Stahlrahmen. Ihre Motorradkluft knarzte leise. Kani sah ihr schweigend zu. Das Leder auf Livs Haut erlaubte keinen Spielraum für Interpretationen, und es dauerte nicht lange, da rückten ihre wiegenden Hüften in seinen Fokus. Als sie kurz innehielt und über ihre Schulter sah, senkte er den Kopf.
Tote Fische im feuchten Flor. Orangefarbene Tupfer in einem grauen See.
Eine Woge der Melancholie rollte durch seinen Geist, Gänsehaut prickelte auf seinen Armen und eine uralte Erinnerung blitzte vor seinem inneren Auge auf. Glockenhelles Lachen, so schnell verschwunden, wie es erklang.
»Ich hatte auch mal so ein Aquarium«, murmelte er.
»Ach ja?« Liv sah nicht auf, sie hatte ihm wieder den Rücken zugewandt und leerte die Anzugtaschen ihres Opfers.
»Hm-m … ist lange her.« Er starrte geradeaus. »Damals. Als ich noch ein Mensch war …«
»Bingo!« Liv hielt einen filigranen Schlüssel an einer Kette in die Höhe. Sie verpasste dem ehemaligen Besitzer einen Tritt: »Ha, fick dich, du Knecht! Ich hoffe, du bezahlst da unten teuer für dein Versagen! Auf ewig brennen sollst du, Wichser.« Mit triumphierendem Grinsen wendete sie sich wieder Kani zu. »Ich hab ihn.«
Kani reagierte nicht, er stierte weiterhin ins Leere. Vom Joint fiel ein Aschekegel auf das cremefarbene Sofa.
Liv kam zu ihm und schnippte wiederholt mit den Fingern, dicht vor seinem Gesicht. »Hey, … Bob Marley! Hast du gehört? Hoch mit dir!«
»… Kennst du das?«, fragte Kani mit schwerer Zunge.
Liv musterte ihn. Sie seufzte. »Was?«
»Wenn du zufällig mit einem Detail deines Lebens konfrontiert wirst. So wie … ein Déjà-vu, nur …, dass es sich jedes Mal total … beschissen anfühlt …?«
Die schwarzhaarige Schönheit schwieg, doch ihr Gesichtsausdruck wandelte sich. Das Genervte in ihren Augen wich einer trotzigen Härte. »Ich weiß nicht, wovon du sprichst«, presste sie schließlich hervor. »Los jetzt, lass uns den Safe dieses Hurensohns finden und dann nichts wie weg.«
»Manchmal frage ich mich, warum er so grausam ist«, sagte Kani. »Dass er uns immer wieder an die Schönheit des Verlorenen erinnert. Daran, dass wir niemals wieder das haben werden, was einmal unser war.«
Liv schwieg erneut. Ihre Lippen waren bloß noch dünne Striche.
Kani blinzelte. »Wünschst du dir nicht auch, du hättest damals die Wahl gehabt?«
»Welche Wahl?«
»Du weißt ganz genau, was ich meine. Nach unserer … Ankunft. Zu entscheiden, was aus uns wird. Und was wir dann tun«, sagte er, breitete seine Arme aus und sah sich um, als ob der gegenwärtige Tod und die Zerstörung seine Aussage unterstreichen würden.
Liv zwang sich zu einem Lächeln. »Dicker, was ist denn heute los mit dir? Hast du deine Tage?« Sie sah auf die goldene ›Patek Philipe‹ an ihrem Handgelenk. »Piss die Wand an, schon so spät. Die Reinigung muss jeden Moment …«
»Ich hätte gerne die Wahl gehabt«, murmelte Kani. Er schaute auf einen der erschossenen Yakuza. Die Schrotladung hatte dem Mann das Gesicht oberhalb des Unterkiefers weggerissen. »Vielleicht hätte ich mich dagegen entschieden. Vielleicht hätte ich …«, seine Stimme brach und als sich ihre Blicke fanden, glänzten Kanis Augen feucht.
Liv ging vor ihm in die Hocke, sachte legte sie ihm ihre Hand auf den Oberschenkel. »So eine Erinnerung, hm? Jetzt hör mir mal zu. Okay, ja, ich weiß wie du dich fühlst. Das passiert uns allen irgendwann einmal. Die Frage nach dem großen ›Was wäre wenn?‹. Doch so darfst du nicht denken.« Ihre Hand streichelte behutsam sein Knie. »Das ist gefährlich, weißt du?« Sie sah zum Fußboden. »Er wartet nur darauf, einen Zweifler aus unseren Reihen auf seine Seite zu ziehen. Doppelagenten zu erschaffen. Und ganz ehrlich …«, sie nickte in Richtung der Leichen, »… Du willst mir ja wohl nicht sagen, dass du lieber für die Gegenseite arbeiten würdest.« Ihr Ausdruck war ernst, als sie wieder aufsah. »Du musst Vater vertrauen. Er weiß, was er tut«, sagte sie leise.
»Vertrauen?«, antwortete er mit verschleierter Sicht und suchte in ihrem Antlitz nach der Wahrheit. »Wohl eher ›Blinder Gehorsam‹.«
Sie seufzte, beugte sich zu ihm, nahm den Spliff aus seiner Hand und drückte ihn grob im Aschenbecher aus. »Ganz ehrlich, hör auf damit, diesen Scheiß zu rauchen, das macht dich …«
Die Türklingel schellte.
Liv wirbelte herum, in einer fließenden Bewegung richtete sie sich auf, zog die beiden Pistolen aus den Schulterholstern und zielte auf das Portal aus massivem Mahagoni.
Nichts geschah.
»Hör auf zu heulen, Soldat«, zischte sie in Kanis Richtung. »Mach deinen verdammten Job.«
Kani blinzelte träge. Er wischte sich mit dem Ärmel über die geröteten Augen, stand langsam auf und hob dabei die abgesägte Schrotflinte vom Polster. Mit markantem ›Ratsch-Ratsch‹ pumpte er eine Patrone in die Kammer. Das musste er zugestehen, dies war ein weiteres Geräusch auf seiner Liste, das er ohne seine erzwungene Ausbildung womöglich niemals gehört hätte. Nicht unter den Top Ten, aber notiert.
Es schellte erneut.
Livs fragenden Schulterblick konterte er mit einem Achselzucken.
Ein dünnes Stimmchen drang durch das Holz der Haustür: »Es besteht absolut kein Anlass für diese martialischen Drohgebärden. Wären Sie so freundlich, mir aufzumachen, damit wir uns wie zivilisierte Wesen von Angesicht zu Angesicht unterhalten können?« Die Stimme war eindeutig männlich, wenngleich sie nasal und hell erklang.
»Wer zum Teufel ist da?«, fragte Liv in herrischem Ton.
Stille, für die Dauer eines Herzschlags.
»Mein Name ist Unterstieg, ich … bereinige das Chaos«, näselte es von draußen. »Vater schickt mich.«
Liv gab Kani mit einem Wink ihres Kopfes zu verstehen, die Tür zu öffnen. Sie zielte weiterhin beidhändig auf den Eingang.
Das Holz schwang auf und ein Blitz zuckte am Nachthimmel, der Donnerknall folgte unmittelbar. Ein kleiner Mann im Anzug hielt zwei abgewetzte Lederkoffer in den Händen. Sein schmaler Schnauzbart sah aus wie mit dem Lineal gezogen, das wenige Haupthaar glänzte ölig, es erinnerte Kani an schwarzen Schlick.
»Grüß Gott! Darf ich eintreten?«, fragte der Mann höflich und entblößte zwei Reihen makelloser Zähne.
»Na klar, kommen Sie rein«, nuschelte Kani und senkte die Pumpgun.
Auch Liv witterte keine Gefahr mehr, sie holsterte ihre Waffen und musterte den dünnen Anzugträger, der seine Koffer auf dem Couchtisch abstellte und die Verschlüsse aufschnappen ließ. »Wie heißen Sie gleich?«, fragte sie ihn. »Unterberg?«
»Unterstieg. Heinrich Unterstieg.« Er drehte ihnen den Rücken zu und hantierte mit dem Inhalt des ersten Koffers. Er wandte sich zu ihnen, die Hände steckten nun in rosafarbenen Gummihandschuhen. Sein Blick strich über die Leichen, dann nickte er anerkennend. »Gründliche Arbeit, das muss ich schon sagen. Sind Sie hier fertig?«, fragte er Kani.
Bevor er antworten konnte, kam ihm Liv zuvor: »Wir sind so gut wie weg.« Sie sah Unterstieg für einen Moment lang an, ihre Augen wanderten von ihm zu seinen Koffern und wieder zurück. Er schenkte ihr ein unschuldiges Lächeln. Sie wandte sich an Kani: »Zeit, sich unsere Flügel zu verdienen.« Sie holte den kleinen Schlüssel an der Kette hervor und ging durch den Flur, tiefer in das Gebäude hinein. »Kommst du, Partner?«
»Bin direkt hinter dir«, murmelte Kani, doch anstatt ihr zu folgen, blieb er stehen und besah sich die Gerätschaften in Unterstiegs Koffer. »Sind Sie neu bei der Truppe?«, fragte er den kleinen Mann. »Sie sehen nicht aus wie Ihre Kollegen, die sonst immer kommen. Was ist das denn?« Er zeigte auf die mit Schnallen gesicherten Gegenstände.
»Tatsächlich bin ich einer der dienstältesten Mitarbeiter in meiner Abteilung. Verzeihung, darf ich mal?« Unterstieg schob Kani ein Stück zur Seite um besser an seinen Koffer zu gelangen. Er zog drei gläserne Phiolen aus ihren Halterungen, im Innern der Zylinder schwappte eine giftgrüne Flüssigkeit. Zwei der Behälter verstaute er in den Taschen seines Anzugs, mit der dritten trat er zur Leiche, der das Gesicht fehlte.
Kani sah ihm fasziniert über die Schulter. Unterstieg schüttete den Inhalt der Phiole vorsichtig über den Toten aus. Als die Flüssigkeit die Kleidung berührte, verfärbte sich das Grün ins Dunkle, beinahe schon schwarz. Ein Zischen erfüllte die Luft, mit einem Mal roch es penetrant nach faulen Eiern. Kani hob den Arm und schützte die Nase in der Beuge des Ellbogens. Unterstieg schien der Gestank nichts auszumachen, er drehte sich zu Kani um und grinste, als er das Unbehagen im olivbraunen Teint sah: »Das ist schon was anderes als Weihrauch und Myrrhe, nicht wahr?«
Kanis Stimme erklang gedämpft: »Was machen Sie mit ihm? Lösen Sie ihn nicht auf? Ihre Kollegen …«
»Sehen Sie!«, stoppte Unterstieg ihn und zeigte auf den Leichnam.
Die schwarze Suppe auf dem Anzug verdickte sich und gewann an Größe, dabei kroch sie über den Leichnam, als hätte sie ein Eigenleben entwickelt. Sie wuchs und wuchs, dünne gallertartige Tentakelstränge bildeten sich aus ihrem öligen Kern heraus und tasteten sich weiter über den Rumpf der Leiche in Richtung der Beine.
Kani machte einen Schritt zurück, die geröteten Augen aufgerissen: »Was in Gottes Namen ist das?«
Unterstieg schmunzelte. Er verstaute die leere Phiole wieder im Koffer. »Das, mein todbringender Freund, ist die Zukunft. Und nebenbei noch genau das, was diese Männer verdienen.«
Die lebendige Masse hatte den Yakuza mittlerweile fast vollständig umhüllt, wie ein Kokon aus schleimiger, pulsierender Asche umgab sie den Körper.
Livs Stimme wehte durch den langen, cremefarbenen Flur: »Partner, komm her! Ich hab hier was!«
Kani wandte sich zum Gehen.
Unterstieg holte eine der beiden übrigen Phiolen hervor und trat an den Toten im Aquarium heran. »Glauben Sie, dieser Mann hätte sich für einen anderen Weg entschieden, wenn er gewusst hätte, dass er auf diese Art und Weise endet?«
Kani horchte auf. »Wie meinen Sie das?«
»Ich spreche vom Freien Willen, mein Freund. Die Menschen besitzen diese Gabe, wussten Sie das?«
»Ich weiß.« Kanis Blick ruhte auf dem zerschossenen Aquarium.
Unterstieg hielt den Glaszylinder in der Hand, öffnete ihn jedoch noch nicht. Er sah kurz über Kanis Schulter in den leeren Flur. Mit gesenkter Stimme fuhr er fort: »Wissen Sie, was ich gehört habe? Dort unten …«, seine Augen wanderten zum Fußboden, »kann man ihn angeblich ebenfalls zurückerhalten …«
Kani schnaubte. »Ja, aber zu welchem Preis?«
Unterstieg trat nah an ihn heran. »Würden Sie nicht auch sagen, dass etwas so kostbares jeden Preis wert wäre?« Er wisperte jetzt, seine nasale Stimme glich beinahe einem beschwörendem Singsang: »Wie das wohl sein muss, sich wieder frei auf Erden bewegen zu können? Nicht nur, um im Auftrag eines alles bestimmenden Vaters todbringende Befehle auszuführen. Stattdessen könnten Sie tun, was immer Sie wollen. Sehen Sie, was Sie erwartet.« Blitzschnell umfasste Unterstiegs Hand Kani am Arm.

Bilder gleißten in seinem Geist. Er saß vereint mit seiner Familie am Tisch. Da waren seine Frau und seine kleine Tochter. Sie lächelten, froh darüber, dass er endlich wieder bei ihnen war. Die Sonne schien durch die Fenster, es roch nach frisch geröstetem Kaffee. Und da war das Aquarium, orangefarbene Fische tummelten sich darin.
»Hallo Papa, wo warst du so lange?«, fragte seine Tochter, und lachte ihr glockenhelles Lachen.
Nummer Eins auf seiner Liste.
Dieses Leben, sein Leben, war gut gewesen. »Ja«, flüsterte Kani, während ihm aus geschlossenen Augen Tränen über die Wangen rannen. »So soll es sein.«
»Sehr gut«, knurrte Unterstieg. Kani hörte etwas gläsern klimpern. Er wagte es nicht, die Augen zu öffnen, saß er doch noch am Frühstückstisch. Seine Tochter, die Liebe seines Lebens, reichte ihm einen frisch gepressten Orangensaft und ihre Stimme war plötzlich vermischt mit einem nasalen Unterton, als sie ihm das Glas entgegenhielt: »Trink, und ich nehme dich mit in das Reich, jenseits des Vaters. Als Diener des Einen wirst du uns wiedersehen.«
Kanis Finger zitterten, als er es entgegennahm. Unterstiegs Hand umschloss die seine und führte es mit sanftem Druck an Kanis Lippen.
Ein lauter Knall, die Phiole zersprang und Glassplitter rissen blutige Furchen in Kanis Gesicht. Mit dem Gefäß zerfiel auch das Trugbild und katapultierte seinen Geist zurück in die Villa.
Kani blinzelte.
Da stand Liv, Pulverdampf kräuselte sich über dem Lauf der Halbautomatik, mit der sie auf Unterstieg zielte. Der kleine Mann hatte sich hinter Kani verschanzt und drückte ihm eine Klinge an den Hals. Kani schluckte. In seinem Kopf drehte sich alles.
»Fallenlassen!«, bellte Liv.
»Du zuerst, Schlampe!«, zischte Unterstieg. »Oder ich steche dieses Weichei ab, bevor dein Finger auch nur zuckt.« Kani spürte den geifernden Atem des Mannes ganz dicht an seinem Ohr: »Hast du mal gesehen, was ein ›Belial-Dorn‹ bei Engeln anrichtet, Bürschchen? Der brennt dir ›Ratzfatz‹ das Fleisch von den Knochen. Danach siehst du nicht mehr so hübsch aus.« Unterstieg kicherte.
»Denk nicht mal dran, Dämon!«, rief Liv.
Kani blinzelte erneut. Seine Partnerin stand im Flur, eine Hand hinterm Rücken, die andere hielt die Pistole. »Liv, hilf mir!«
»Liv, hilf mir!«, äffte Unterstieg. »Schluss mit der Scharade.«
Livs Augen weiteten sich. An seiner Peripherie nahm Kani wahr, wie die Haut des Mannes zerlief wie geschmolzener Käse und zähflüssig auf den Teppich tropfte. Es knackte und knirschte, als das Wesen sich aus der menschlichen Verkleidung schälte. »Ich verschwinde jetzt von hier«, rasselte es hinter ihm. Unterstiegs Stimme klang nach seiner Verwandlung wie ein heiserer Greis. »Und dich wankelmütigen Judas nehme ich mit. Du wolltest doch die Seiten wechseln, hm?«, höhnte er. Langsam bewegte der Dämon sich rückwärts in Richtung der beiden Koffer auf dem Couchtisch. Die Klinge an Kanis Hals schnitt nur leicht in seine Haut, doch es brannte bereits höllisch. Dem Engel blieb nichts anderes übrig, als zu folgen.
»Partner, hast du bei der Einsatzbesprechung wirklich zugehört?«, fragte Liv. Sie machte einen Schritt in den Raum hinein, Glasscherben knirschten unter ihren Stiefeln.
»Ja, hab ich«, krächzte Kani.
Ihre Blicke trafen sich. Für den Bruchteil eines Wimpernschlags glitten Livs Augen zu ihrer Linken, die sie noch immer hinterm Rücken hielt. »Sie kann alles, was Vater gesagt hat.«
Kani deutete ein Nicken an.
»Jetzt!«, schrie Liv.
Kani stampfte Unterstieg mit der Hacke seines Stiefels auf die Klaue, so fest er nur konnte.
Liv holte weit aus, wie ein Pitcher beim Baseball.
Unterstieg schrie auf und holte mit der Klinge ebenfalls aus.
Kani duckte sich weg, er machte sich so klein wie möglich. Etwas Silbernes flog durch die Luft. Er schloss die Augen und wartete auf sein Ende.
Ein Geräusch, als ob eine Stoffbahn zerreißt, dicht gefolgt von dem Gestank nach fauligem Fleisch und Asche. Hinter ihm kreischte Unterstieg auf, wie ein Tier, dass um sein Leben kämpft.
Der tödliche Stoß blieb aus, Kani rollte sich blindlings weg und prallte mit dem Kopf gegen etwas Hartes.
»Sieh’ nicht hin!«, hörte er Liv aus der Ferne schreien.
Kani kämpfte die Neugierde nieder, zu sehen, was mit dem Höllendiener geschah. Das Geheul steigerte sich weiter und weiter, bis es rasch in ein feuchtes Gurgeln überging und schließlich gänzlich verebbte.

»Hey, Partner. Es ist vorbei.«
Kani öffnete die Augen. Da war Liv. Unterstieg war fort. Wo er gestanden hatte, war bloß ein riesiger, rußgeschwärzter Brandfleck im Teppich zurückgeblieben. Etwas Kleines glänzte silbern darin. Liv bückte sich und hob es auf, wischte es zwischen Daumen und Zeigefinger ab und hielt es ihm hin.
»Das ist sie?«, fragte Kani. Er zitterte am ganzen Körper und hatte doch bloß Augen für die Münze in Livs Handfläche.
»Sie war im Safe. Eine der echten dreißig Silberlinge des Judas Ischariot«, sagte sie ehrfürchtig. »Wie Vater sagte: In den Händen eines Engels entlarvt sie Verräter und führt sie ihrer gerechten Strafe zu. Doch es ist nicht an uns, Freude zu empfinden, im Angesicht über die Züchtigung der Sündhaften.«
Unsicher machte Kani einen Schritt zurück.
»Was ist?«, fragte sie.
»Was …, wenn du mich statt ihm getroffen hättest?«
»Dann wäre dein Dasein ausgelöscht worden.« Noch immer hielt sie ihm die Münze hin. Kani erbleichte. Liv seufzte genervt und rollte die Augen. »Unterstieg hätte dich mit seiner Klinge gekillt, du Vollidiot.«
Er sah ihr direkt ins Gesicht. »Woher bist du dir so sicher?«
Sie ließ das Silber in einer Seitentasche ihrer Motorradkombi verschwinden und legte Kani die Hand auf die Schulter. »Dicker, du bist kein Verräter.«
»Liv, ich …«
»Ein kiffender Klugscheißer, dessen Neugierde eines Tages garantiert mal mein Untergang sein wird … aber bei Gott, kein Verräter.« Sie schmunzelte.
Kani grinste schief. »Danke!«
»Schon gut.« Sie hob seine Schrotflinte auf und warf sie ihm zu. »Sehen wir zu, dass wir von hier wegkommen.«
»Amen. Liv?«
»Ja?«
»Kann ich die Münze auf dem Rückweg tragen?«
»Das hättest du wohl gern«, sagte sie und lachte ihr wundervolles, dreckiges Lachen.
Kani lächelte. Nr. Neun auf seiner Liste. Immerhin.

ENDE

 
Seniors
Beitritt
12.04.2007
Beiträge
6.204
Zuletzt bearbeitet:

»„jakuza“ ist nicht in unseren gegenwartssprachlichen lexikalischen Quellen vorhanden.« (aus dem DWDS und »dem deutschen Wortschatz von 1600 bis heute“ unter [jakuza – Schreibung, Beispiele | DWDS]

Er starrte geradeaus. »Damals. Als ich noch ein Mensch war …«

Kani liebte das Rascheln des zarten Papiers, wann immer er eines aus der Packung befreite.
...
»Wie das wohl sein muss, sich wieder frei auf Erden bewegen zu können? Nicht nur, um im Auftrag eines alles bestimmenden Vaters todbringende Befehle auszuführen. Stattdessen könnten Sie tun, was immer Sie wollen. Sehen Sie, was Sie erwartet.«

Was kann einen notorischen Nichtraucher (egal, was fürn Zeug auch immer), vor allem aber Meider von Fantasy und Horror hierher treiben, außer Titel und Neugierde auf Ausläufer japanische Kultur jenseits des restaurierten Mittags- oder Abendmahls und Kurosowas Epen von Rashomon bis Ran – übrigens eine Adaption des Shakespear`schen McBeth. Nicht, dass nachher mancher Eingeweihte meint wie vllt. Du,

@Seth Gecko,

Kani und sicherlich Liv, denn

Ich hab in meiner Karriere bereits genug von den Dingern gesehen, um zu wissen, dass sie nicht in Hände von Amateuren wie dir gehören.«

Nein, ich weiß – da allerdings eher beim Chinesen – gerüchteweise um die Funktion der Aquarien und ihrer Bevölkerungsgröße/-dichte Bescheid, und da Japans Kultur von China kommt, glaube ich zumindest da mitreden zu können, womit wir zwo wesentliche Elemente haben: Der freie Wille und die Zwänge des Lebensraumes Aquarium (wo ich als Fisch – Sternkreiszeichen!) beschränkt als Lungenatmer mitreden kann und ich denke, dass Du einen spielerischen Umgang mit Deinem Werk verkraften wirst.
Es spielt übrigens kein Mensch mehr mit mir freiwillig Skat – nehm ich doch andere nicht ernst genug, die verbissen hinter ihren Karten hocken und das Spielerische über den heiligen Sieg vergessen … und Trivial Pursuit, wo ich nur über populäre und weltbewegende Fragen wie etwa, welches Leibchen Madonna seinerzeit getragen habe, als ihr die Rotze als Träne aus dem Äuglein quoll – aber wo ich helfen kann, tu ich’s auch – wie etwa hier
»Sieh in seinen Taschen nach«, wies Kani sie an.
wo m. E. der Imperativ das Ausrufezeichen – inzwischen selbst hierorts eine bedrohte Art – erzwingt. Es ist keine bloße Aussage Kanis, wie auch der „eigenwillige Mensch“, der „Idiot (ἴδιος` =) abgesondert, eigen, eigentümlich, privat ist – so weit zum Bedeutungswandel in entsprechenden Kreisen, jeden eigenen Willen als idiotisch zu diskriminieren -
was übrigens auch für Begrüßungsformeln gilt, wie hier zB (ha, ich komm wieder von Höcksken aufs Stöcksken)
»Grüß Gott. Darf ich eintreten?«, fragte der Mann

und auch hier gegen Ende der Story
Kani grinste schief. »Danke.«
für die Danksagung! Oder hier der Behauptung
»Du bist ein Idiot.«
da kann man nur kontern
»Ich liebe dich auch.« Grinsend pustete er aus.
Und dann wird’s tatsächlich auf wie ich finde raffinierte Weise ernst:

»Ich hätte gerne die Wahl gehabt«, murmelte Kani.

»… Du willst mir ja[...]wohl nicht sagen, dass du lieber für die Gegenseite arbeiten würdest.«

»Es besteht absolut kein Anlass für diese martialischen Drohgebärden. Wären Sie so freundlichKOMMA mir aufzumachen, damit wir uns wie zivilisierte Wesen von Angesicht zu Angesicht unterhalten können?«

Hier
Zwei der Behälter verstaute er in den Taschen seines Anzugs, mit der dritten trat er an die Leiche, der das Gesicht fehlte, heran.

Ist nix falsch – aber schwache Klammern lassen sich doch schlicht vermeiden durch einfaches, also gar nicht mal schwieriges Möbelrücken wie etwa
„Zwei der Behälter verstaute er in den Taschen seines Anzugs, mit der dritten trat er zur Leiche, der das Gesicht fehlte.“
(man muss ja nicht die Kommata unnütz überdehnen)

Und dann hältstu tatsächlich die vom Aussterben bedrohte Zeichenwelt hoch!

»Fallenlassen!«, bellte Liv.
»Du zuerst, Schlampe!«, zischte Unterstieg. »Oder ich steche dieses Weichei ab, bevor dein Finger auch nur zuckt.« Kani spürte den geifernden Atem des Mannes, ganz dicht an seinem Ohr:
und doch gilt: Komma weg!

Sie ließ das Silber in einer Seitentasche ihrer Motorradkombi verschwinden, trat nah ihn heran und legte ihm die Hand auf die Schulter. »Dicker, du bist kein Verräter.«
Hm, ich kenn das Dilemma des „nah an x (heran)treten“

Und schließlich find ich die Stelle eines kleinen Geniestreich hinsichtlich der Münze … Die Familie Gott (Vater, Sohn und Jungfrau nebst Onkel Satan und Ziehvater) werden uns verzeihen. Wenn die keinen Humor haben – was sollten wir dort im Paradies oder -das?

Gern gelesen vom

Friedel

 
Mitglied
Beitritt
22.01.2013
Beiträge
398

... gefüllt mit einer Mischung aus Tabakfasern und ›Bubblegum Kush‹.
Hallo Seth,

der Titel deiner Geschichte hat mich gelockt (zumal ich an den freien Willen nur begrenzt glaube), 'Bubblegum Kush' dann aber gleich wieder rausgeschmissen, weil (alt und unwissend wie ich bin) ich diesen Begriff erst googlen musste. Belohnt für's Weiterlesen wurde ich durch den krassen Übergang der Geschehnisse vom kontemplativen Rauchen zum leichenübersäten Schlachtfeld der Villa - hat mir gut gefallen!

Das Chaos um ihn herum, die verwüstete Villa, die vielen Leichen, das Blut an den Wänden und die Einschusslöcher, welche sich wie perforierte Linien durch den Marmor zogen, all das nahm Kani in diesem Moment nicht wahr. Er konzentrierte sich einzig und allein auf das fragile Gebilde in seinen Händen.
Nun hing der Körper im ausgelaufenen Wasserbecken zwischen Korallenriff und Piratenschatz.
Das ist nett formuliert, die Ortsangabe zur Leiche :-).
Dass musste er zugestehen, dies war ein weiteres Geräusch auf seiner Liste, dass er ohne seine erzwungene Ausbildung womöglich niemals gehört hätte.
Kleine Korrektur: 'Das musste ..., das er ohne ...'
»Und dich wankelmütigen Judas nehme ich mit. Du wolltest doch die Seiten wechseln, hm?«
Hm, dass die Himmlischen und Teuflischen in dieser Geschichte den Judas noch so negativ beurteilen, finde ich ungerecht. Meiner Meinung nach wollte er den (seiner Meinung wohl allzu friedliebenden) Jesus aus der Reserve locken, den Beweis für dessen Messiassein liefern. Als der stattdessen hingerichtet wird, begeht er aus Verzweiflung Selbstmord. Die zuvor eingenommenen Silberlinge hatte er, der für die Finanzen der Jesusgruppe zuständig war, doch am ehesten für die Jüngergemeinschaft gedacht. Also, so ein schlechter Kerl war er wahrscheinlich gar nicht. Zumindest nicht brutaler als die Engel bei dir.
Wo er gestanden hatte, war bloß ein riesiger, rußgeschwärzter Brandfleck im Teppich zurückgeblieben.
Das habe ich gerne gelesen - ein schönes Bild von dem, was von einem Dämonen übrig bleibt!
»Ich spreche vom Freien Willen, mein Freund. Die Menschen besitzen diese Gabe, wussten Sie das?«
Wie schon oben angedeutet, ich zumindest weiß das nicht hundertprozentig. Eher gibt es hie und da Entscheidungsmöglichkeiten - biochemische Marionetten sind wir also nicht - aber etwas weniger frei als wir glauben vermutlich schon. Leider vertieft deine Geschichte trotz des Titels diese Frage nicht. Mir wird auch nicht klar, weshalb die Engel keinen freien Willen haben? Beweist Luzifer nicht das Gegenteil? Und weshalb gehört es zu ihren Aufgaben, zu töten? Scheint mir nicht wirklich plausibel. Dazu hätte ich mir noch mehr Informationen gewünscht, vielleicht ließe sich ja ein Mehrteiler entwickeln? Aber ansonsten: klasse geschrieben, das Lesen habe ich sehr genossen!
Sonnige Grüße Eva

 
Mitglied
Beitritt
21.03.2021
Beiträge
72

Moin @Friedrichard,

und vielen Dank für deinen erfrischenden Kommentar, das Aufzeigen kleinerer Grammatikbaustellen sowie dein Lob manch Ideen betreffend.

und ich denke, dass Du einen spielerischen Umgang mit Deinem Werk verkraften wirst.
Die Kurzgeschichte ist alles andere als ernst gemeint, da freue ich mich über jede einzelne verspielte Meinung.

Es spielt übrigens kein Mensch mehr mit mir freiwillig Skat – nehm ich doch andere nicht ernst genug, die verbissen hinter ihren Karten hocken und das Spielerische über den heiligen Sieg vergessen … und Trivial Pursuit, wo ich nur über populäre und weltbewegende Fragen wie etwa, welches Leibchen Madonna seinerzeit getragen habe, als ihr die Rotze als Träne aus dem Äuglein quoll – aber wo ich helfen kann, tu ich’s auch – wie etwa hier
Tatsächlich bin ich aus ähnlichen Gründen vor Jahren aus einer ›Doppelkopf‹-Runde ausgestiegen. Und beim TP waren seit jeher die einzigen Punkte, die ich holen konnte, jene aus dem Bereich der Popkultur. Für deine Hilfe bin ich wie immer dankbar.

Und schließlich find ich die Stelle eines kleinen Geniestreich hinsichtlich der Münze … Die Familie Gott (Vater, Sohn und Jungfrau nebst Onkel Satan und Ziehvater) werden uns verzeihen. Wenn die keinen Humor haben – was sollten wir dort im Paradies oder -das?
Vielen Dank. Es ist mir schwergefallen ein passendes Ende zu finden, wusste ich doch zu Beginn der Geschichte noch nicht, welchen Inhalt der Safe enthalten soll.

Deine Änderungen wurden übernommen, mit besten Grüßen
Seth


Moin @Eva Luise Groh,

und auch dir möchte ich für deinen Kommentar und deine Zeit danken.
Dass du die Geschichte nach Hilfestellung aus dem Netz weitergelesen hast, freut mich sehr. Der kurze Satz, in welcher die chaotische Umgebung aufgezeigt wird, sollte genau das bewirken: Die Leser dazu bringen, interessiert weiterzulesen. Hat funktioniert.

Das sich im Safe eine der 30 Silbertaler des Judas befindet, ist mir erst auf den letzten Metern eingefallen, die Wortnennung des Dämon, als er Kani so bezeichnet hatte keinen tieferen Sinn.
Generell kann ich sagen, ist ja hier einiges an „Worldbuilding“ entstanden, dass in seiner Erklärung den Rahmen gesprengt hätte. Warum agieren Engel im Auftrag Gottes als kaltblütige Killer? Und anscheinend können sie sich diese „Berufung“ nicht frei aussuchen, sondern werden dazu gezwungen. Dies zu erklären, bleibe ich den Lesern schuldig, da stimme ich dir zu. Und trotzdem glaube ich, hätte es das Tempo der Story zerstört, hätte ich es noch eingebaut. Da stellt sich für mich dann wieder die Frage? Wie lang und umfassend darf eine KG eigentlich sein …?

Vielen Dank für deine Aufmerksamkeit, auch deine Änderung wurde dankend übernommen.

Beste Grüße
Seth

 

Neue Texte

Letzte Empfehlungen

Anfang Bottom