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Geld oder Leben

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21.02.2008
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Geld oder Leben

Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren der Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir weggehen.
Albert Schweitzer


Vollmond. Nicht sonderlich günstig für den bevorstehenden Auftrag, aber auch nicht übertrieben erschwerend. Die gut fünf Zentimeter dicke Schneedecke reflektierte das Mondlicht allerdings beschissen genug, um bereits zwei der Dreckswachen auf ihn aufmerksam zu machen. Naja, jetzt lagen sie in einer dunklen Ecke und schliefen beide. Jeder von ihnen mit einem dekorativen Bolzen seiner Armbrust im Oberschenkel. Das Schlafmittel an den Geschossen hatte ihn eine ziemliche Stange Geld gekostet. “Dafür hält es aber auch nahezu die ganze Nacht an, Jungchen”, hatte der Greis gesagt. Mal sehen, ob es stimmte.
Der Greis hatte gar nicht mehr aufhören wollen zu erzählen. Faron wusste nun, dass besagter Greis schon über 20 Winter in dieser Stadt lebte. Außerdem sei vor wenigen Tagen seine Katze gestorben. Alles Dinge, die ihn absolut nicht interessierten, aber dennoch hatte er geschwiegen und sich die Geschichten des Alten angehört. Schweigen war meist das beste Mittel, um Geschäfte zu machen.
Das Rauschen des Wassers war hier am Hafen wirklich erleichternd, die Aufschreie der beiden Wachen hatte niemand sonst gehört. Bestimmt zuletzt sein heutiges Opfer, Herr Gonzo, in dessen Garten er gerade hinter den blattlosen Bäumen und Sträuchern kniete. Das Licht der Straßenlaternen drang nicht bis zu ihm vor und der beachtlich große Garten war zum Hafen hin mit einem bestimmt zwei Schritt hohen, schwarzen Stahlzaun abgegrenzt. Eines musste Faron ihm lassen: Geld hatte der alte Sack genug. Er konnte den bereits ergrauten Herrn Gonzo sehr gut aus dem dunklen Gestrüpp durch das übergroße Fenster erkennen. Der Saal, der durch das Fenster zu sehen war und zum Garten hin zeigte, war hell erleuchtet. Eine Art Bibliothek oder dergleichen, wie Faron fand. Jedenfalls saß der Alte in einem teuren Sessel, las ein Buch und hatte ein jetzt noch halb volles Glas Wein (der bestimmt noch teurer war) neben sich auf dem Tisch. Da drin musste es wirklich gemütlich sein, gemütlicher als hier draußen in der klaren Winternacht.
Dennoch war die kalte Jahreszeit die, die ihm am behaglichsten war. Dunkel. Undankbar. Tot. Man wusste, woran man war. Obwohl er schon über ein Dutzend Menschen in Gottes Reich geführt hatte, so hoffte er doch auf die Gnade des selbigen, sollte er eines Tages auch dort hingeleitet werden. Wie auch immer, dies war nicht der richtige Moment, um sich über so etwas Gedanken zu machen. Sein Opfer saß unaufmerksam und kaum zu verfehlen in einem hell beleuchteten Raum - und wer weiß, wie lange es das noch tat. Dies war die passende Gelegenheit, und außerdem eine schöne Art zu sterben. Mit einem guten Glas Wein in einem kaminbeheizten Raum zu sitzen, vielleicht gerade noch zu hören, wie der Bolzen die Scheibe durchschlug, und dann... Finsternis. Dürfte Faron sich seinen Tod aussuchen, hätte er wohl einen ähnlichen gewählt. Aber wer durfte das schon? Er brachte den Tod nicht gerne, aber Dukaten waren ein zu gutes Argument, um sie zu verschmähen. Selbst sah sich Faron nie als Attentäter, vielmehr als Spion oder jemanden, der einem Opfer einen gehörigen Schrecken einjagte. Von den mittlerweile schon zwölf getöteten Menschen war nur eine handvoll Auftragsmorde dabei. Die meisten Toten waren zu aufmerksame Wachen oder schlichtweg Arschlöcher. Welcher Gattung sie auch angehörten, sie ließen sich in den entscheidenden Momenten nicht anders zum Schweigen bringen, als dass sie es fortan immer tun würden. Jeder ist sich selbst der Nächste, und wenn er gut für seine Arbeit bezahlt wurde, waren Faron die Mittel letztlich egal. Nicht ganz so egal waren ihm die Motive seiner Arbeitgeber. Das Töten bereitete ihm dabei keine Bedenken, sondern der Grund dafür. Er hatte schon Angebote bekommen, Leute zu töten, nur weil sein Arbeitgeber sie nicht leiden konnte. In diesen Fällen musste er sich durchaus überwinden, es dennoch tun zu können. Sie zu verwunden, ihnen einen Denkzettel zu verpassen, darauf hätte er sich sofort eingelassen, aber immer gleich töten? Naja, vielleicht wurde er nach dem Überschreiten der Jugend ja auch einfach nur sentimental. Wachen zu töten war schließlich auch nichts anderes, aber er tat es dennoch. Zumindest diesmal hatte er das Betäubungsgift - Glück für die Wachen.
Sein erster Mord war verdammt einfach verlaufen. Er hatte Verbindung mit einem Dieb aufgenommen und sich die Wohnungstür des Opfers knacken lassen. Dann noch eine gespannte Armbrust an der Decke befestigt und den Abzug mit einem Seil an den Türgriff. So simpel wie wirksam.
Aber wo war er schon wieder mit seinen Gedanken? Herr Gonzo saß noch immer da, doch es war schon spät und er würde bald zu Bett gehen. Anscheinend hatte sein Opfer mehrmals Angebote von Farons Arbeitgeber abgelehnt. Mehr wusste Faron selbst nicht, aber mehr hatte ihn wohl auch nicht zu interessieren. Sein Auftraggeber hatte ihm von den versprochenen 25.000 Dukaten sogar schon die ersten zehntausend gegeben. Es schien ihm also durchaus wichtig zu sein, dass Gonzo verschwand. Faron legte nun endlich die Armbrust an und zielte auf den Kopf des Alten. Ein kleines Zucken des Fingers und der Auftrag wäre erledigt. Endlich. In diesen Momenten, kurz vor dem Schuss, fiel ihm immer ein altes Kinderlied ein:

Schlafe Kindchen, schlafe ein,
Engel bringt dir Träumelein,
Schlafe sanft, schlaf bis zum Morgen,
Lass nun ruhen, deine Sorgen.

Makaber. So ähnlich mussten sich seine Eltern im Wald immer gefühlt haben, bevor sie ein Tier erlegten.
Schließlich waren sowohl Kavan, als auch dessen Frau Yuliya Torres Jäger. Dank ihnen hatte Faron wohl eine gewisse Veranlagung zum Fernkampf. Als Yuliya ihn vor 34 Jahren in einem kleinen Dorf, an dessen Namen er sich nicht mehr erinnern wollte, gebar, war die Ehe mit ihrem Mann bereits alles andere als harmonisch. Der ewige Streit zwischen seinen Eltern war schon schlimm genug, doch während Farons Pubertät in diese Streitigkeiten hineingezogen zu werden war ihm zuwider gewesen. Im Alter von 15 Jahren beschloss er von zu Hause zu verschwinden. Er hatte keine Ahnung wie es seinen Eltern heute ging, er hörte nie wieder etwas von ihnen.
So im kalten Schnee kniend bereute er es fast. Fast. Er hatte es auch so geschafft zu überleben, weil es immer Leute mit Aufträgen gab. Aufträge wie diesen, den er jetzt endlich zu Ende bringen sollte. Einfach diesen alten Mann dort umbringen. Einen alten, wehrlosen Mann. Unbewaffnet, sich keiner Gefahr bewusst. Verdammt, warum zögerte er nur so lange? Er war ein Mörder, das stand außer Frage, aber kein skrupelloser. Am liebsten hätte er dem Alten gesagt, dass er gleich sterben würde. Ihn seine letzten Worte sprechen lassen. Oder sich einfach nur mit den (sicher versteckten) zehntausend Dukaten aus dem Staub gemacht. All dies waren aber keine Alternativen. Gnade zu zeigen, war zu riskant, und da er bezahlt worden war, verbat es ihm sein selbst geschworener Ehrenkodex, einfach so zu verschwinden. Was war ein Mann schon ohne Prinzipien? Vielleicht seelenlos.
In diesem Moment öffnete sich die Tür im Zimmer des Alten. Herr Gonzo sah von seinem Buch auf und drehte sich zum kleinen Mädchen, das soeben den Raum betreten hatte. Es war nicht älter als sechs Sommer. Seine Enkelin, vermutete Faron. Sie war gekommen, um ihren Großvater zu umarmen und ihm eine gute Nacht zu wünschen. Zum letzten Mal.
Dieser Anblick reichte gewiss nicht aus, um Faron zu Tränen zu rühren, hatte er doch schon so oft den Tod gebracht, aber hinsehen wollte er nicht länger. Menschen mit Familie zu töten forderte immer die meiste Überwindung. Zumindest, wenn nur Geld das Motiv für den Mord war.
Als Faron wieder aufsah, bemerkte er, dass Gonzo sich erhoben hatte und mit seiner Enkelin Hand in Hand im Begriff war, den Raum zu verlassen. Verdammt. Noch rund dreißig Sekunden, dann wäre er außer Sichtweite. Faron hob die Armbrust und nahm Ziel auf Gonzo, der ihm aus knapp zwanzig Schritt Entfernung den Rücken zukehrte. Ihn jetzt hinterrücks zu erschießen, ihn neben seiner kleinen Enkelin sterben zu lassen, wollte er das denn? Herrgott, hätte er doch fünf Minuten früher abgedrückt. Noch zehn Sekunden Zeit. Schießen? Nicht schießen? Noch fünf Sekunden, jetzt oder nie. Faron kniff das linke Auge zusammen und sah Gonzo, der seine Enkelin auf die geduldige Weise anlächelte, wie man es tat, wenn ein Kind eine Kleinigkeit mit solchem Enthusiasmus erzählte, als würde diese die Welt bedeuten. Das genügte. Faron nahm die Armbrust herunter und sah die beiden durch die Holztür des Raumes verschwinden. Es war vorbei, er hatte versagt. Die zehntausend Dukaten würde er seinem Auftraggeber hinterlegen und heimlich verschwinden. Faron wollte keine Bezahlung für einen Auftrag, den er nicht ausgeführt hatte. Prinzipien.
Er stand auf und war keine drei Schritte weit gekommen, als ihn ein plötzlicher Ruck rückwärts zu Boden warf. Der Schnee hatte seinen Aufprall zwar gedämpft, doch als er aufstehen wollte, gehorchte ihm sein Körper nicht. Was war geschehen? Faron war verwirrt, überrascht und verärgert. Er hob den Kopf mühsam an. Sein Sichtfeld begann zu verschwimmen, alles, was er im Moment wahrnahm, waren Farben. Die dominierende Farbe war bisher weiß gewesen, doch wurde sie nun rasch von rot abgelöst. Zunächst nur in den Augenwinkeln, dann überall um ihn herum. Nach mehrmaligem Blinzeln erkannte er einen Pfeil in seiner Brust. Ungläubig betrachtete er ihn. Das Geschoss war so unwirklich.
Faron konnte nur noch flach atmen. Seine Sehkraft war zwar zurückgekehrt, aber seinen nahenden Tod hatte er sich mittlerweile eingestanden. Auch die Schmerzen waren letztlich gekommen. Er kniff die tränenden Augen zusammen und sah zu einer sich nähernden Gestalt in Richtung Hafen. Mit schmerzverzerrtem Grinsen ließ er den Kopf sinken, dann lachte er leise auf. Ein Mann mit Bolzen im Bein humpelte auf Faron zu. Der Greis hatte ihn beschissen.

 

Hallo zusammen.

Ich bin neu auf dieser Seite und hab mir gedacht ich schreib hier mal meine Geschichte über Faron rein ;)
Der Text ist bestimmt schon ein knappes Jahr alt, aber ich hab ihn noch ein wenig überarbeitet. Ich hoffe hier auf konstruktive Kritik!

Eines vielleicht gleich an dieser Stelle: Mich hat es gereizt eine Art Charakterisierung über eine Person zu schreiben, deren Aussehen in der ganzen Geschichte nicht erwähnt wird.

Anscheinend hat der Tabulator nicht funktioniert, bzw. ich bekomm das nicht hin..

Ansonsten... Zeichensetzung ist nicht gerade meine Stärke, hab mir aber Mühe gegeben.

Danke fürs Lesen!

Mfg Nian

 

Hallo Nian und herzlich willkommen auf KG.de!

Du weißt, was Dein Hinweis unter # 1 „Zeichensetzung ist nicht gerade meine Stärke, hab mir aber Mühe gegeben“ im Grunde in Zeugnissen bedeutete? Du habest Dich bemüht, es aber nicht geschafft. Ich hab mir gleichwohl erlaubt, den Text durchzusehen, soweit meine Augen da noch mitmachen und es hapert tatsächlich an der Zeichensetzung:

„Mal sehenKOMMA ob es stimmte.“

„Schweigen war meist das beste MittelKOMMA um Geschäfte zu machen.“

„ … dies war nicht der richtige MomentKOMMA um sich über so etwas Gedanken zu machen.“

„ … - und wer weißKOMMA wie lange es das noch tat.“

„ … vielleicht gerade noch zu hörenKOMMA wie der Bolzen die Scheibe durchschlug, …“

„Dürfte Faron sich seinen Tod aussuchenKOMMA hätte er wohl einen ähnlichen gewählt.“

„ … , aber Dukaten waren ein zu gutes Argument um sie zu verschmähen.“

Und dann – urplötzlich & unerwartet, dass ich es fast übersehen hätte – gehörte Mal ein Komma weg: „Die meisten Toten waren zu aufmerksame Wachen, oder schlichtweg Arschlöcher“, da hab ich erst Mal aufgegeben. Es ist spät, die Augenlider sind schwer geworden. Aber bis zu den „Arschlöchern“, d. i. ca. zur Hälfte Deines Textes, ist jetzt wohl die Zeichensetzung (ohne Garantie!) durchgeschaut und da sich die Schnitzer alle ähneln, solltestu den Rest selbst bewältigen können, ggfs. nimmstu den ersten Band des Dudens zur Hand und schaust unter Seite 27 bis 101, isnsbesondere aber Seite 71 bis S. 84 nach –

was ja nicht die Welt ist.

Dann lass Füllsel weg: „sonderlich; übertrieben; allerdings; dekorativ(en); ziemlich(e); absolut; wirklich …“ und straff den Text und nimm die nüchterne Sprache Albert Schweitzers zum Vorbild, dann schau’n wir Mal weiter.

Ob das nun die erhoffte "konstruktive Kritik" ist, weiß ich nicht, aber ich denk, dass Du’s schaffst, Deinen Text selbst zu "reparieren"!

Gruß

friedel

 

Hallo Friedrichard,

Zunächst mal vielen Dank fürs Lesen und natürlich für den hilfreichen Kommentar!
Die fehlenden und überflüssigen Kommata hab ich schon befürchtet. Aber Einsicht ist ja angeblich der Weg zur Besserung. ;)
Hab den Text mal überarbeitet, danke nochmals für die Verbesserungen.
Vielleicht sind Schreibstil und Story ja ein wenig gelungener als die Zeichensetzung.

Was die Füllsel betrifft: Die sind größtenteils bewusst gesetzt. Ich hab mir dadurch erhofft einen besseren Zugang zum Charakter zu erschaffen. Beispielsweise den "Dekorativen Bolzen", was die Meinung Farons widerspiegeln soll.
Natürlich bin ich nur ein Anfänger, was das Schreiben betrifft, aber mir sind diese eingeschobenen Wörter persönlich wichtig für diese Geschichte. Sollte diese Ansicht falsch sein, dann berichtigt mich.
Nur durch Fehler wird man besser :)

MfG Nian

 

„Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren der Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir weggehen.“
Albert Schweitzer

Hallo Nian,

ob man nur durch Fehler besser wird, bezweifel ich.

Wie dem auch sei, Du erzählst von einem Auftragsmörder in einer früheren, unbestimmten Zeit (Winter, Sommer, Dukaten). Gelegentlich verspürt der Serienmörder so etwas wie Skrupel, aber immer fällt ihm vorm Mord ein altes Kinderlied ein. Und nun kommt ein Enkel zwischen ihn und sein Opfer und die Läuterung bzw. der letzte Rest an Mitmenschlichkeit wird dem Killer zum Verhängnis.

Die Namen verweisen eher auf die Kategorie „Fantasy“ als auf „Gesellschaft“.

Trotz der Bearbeitung, Nian, sind noch eine Menge an Problemen zu „beackern“, die ich der Reihe nach aufführ, dass sie einfacher gefunden werden:

„So ähnlich mussten sich seine Eltern im Wald immer gefühlt habenKOMMA bevor sie ein Tier erlegten.“

„Von den mittlerweile schon zwölf getöteten Menschen waren nur eine handvoll Auftragsmorde dabei.“ Das Verb bezieht sich auf die „handvoll“, also Singular: „ … war nur eine handvoll …“

Dann ein sehr holpriger Satz: „ …, sie ließen sich in den entscheidenden Momenten nicht anders zum Schweigen bringen, als dass sie es fortan immer tun würden.“ Besser: „ …, sie ließen sich in den entscheidenden Momenten nicht anders als für immer zum Schweigen bringen.“

Und noch einer: „In diesen Fällen musste er sich durchaus überwinden es dennoch tun zu können.“ „In diesen Fällen musste er sich durchaus überwinden, es dennoch zu tun.“ Ließest Du den Satz in der Urfassung, sollte vorm „es“ ein Komma stehen.

Dann doch noch einmal zurück zu den Füllsen und überflüssigen Wörtern:

„Schließlich waren sowohl Kavan, als auch dessen Frau Yuliya Torres beide Jäger.“ „beide“ ist entbehrlich, da ja von zweien die rede ist und nicht von einem oder dreien.

Dann ein Monster an Satz: „Der ewige Streit zwischen den beiden Elternteilen war schon schlimm genug, doch während Farons Pubertät in diese Streitigkeiten hineingezogen zu werden war ihm zuwider gewesen.“ I. d. R. hat jeder Mensch zwo Eltern und Eltern gibt’s nur im Plural. Tritt ein Elternteil allein auf, ist dies eben ein Elternteil oder Mutter oder Vater. Also statt „beiden Elternteilen“ „Eltern“. Also: „Der ewige Streit zwischen den Eltern war schon schlimm genug, doch während der Pubertät in die Streitigkeiten hineingezogen zu werden, war Faron zuwider.“

„Im Alter von 15 Jahren beschloss er von zu Hause zu verschwinden.“ „Mit 15 beschloss er, von zu Hause zu verschwinden.“ Der Folgesatz ist gänzlich überflüssig, denn das Faron abgehauen ist, erschließt sich dem Leser wie von allein im übernächsten Satz: „Er hatte keine AhnungKOMMA wie es seinen Eltern heute ging, er hörte nie wieder etwas von ihnen.“

„So im kalten Schnee kniendKOMMA bereute er es fast.“

„Aufträgen wie diesem, den er jetzt endlich zu Ende bringen sollte.“ Akkusativ: wen oder was gab es? „Aufträge wie diesen, den er jetzt ...“

„Am liebsten hätte er dem Alten gesagt, dass er gleich sterben würde.“ Besser: „Am liebsten hätte er dem Alten gesagt, dass er gleich sterben müsste“ oder „ …., dass er gleich stürbe.“

„Gnade zu zeigenKOMMA war zu riskant, und da …“

„Sie war nicht älter als sechs Sommer.“ Das Pronomen bezieht sich auf „das Mädchen“, folglich „Es“.

„Als Faron wieder aufsah, bemerkte er, dass Gonzo sich erhoben hatte und mit seiner Enkelin Hand in Hand im BegriffKOMMA war den Raum zu verlassen.“

„ … wenn ein Kind eine Kleinigkeit mit solchem Enthusiasmus erzählte, als würde diese die Welt bedeuten.“ Besser: „ … wenn ein Kind eine Kleinigkeit mit solchem Enthusiasmus erzählte, als bedeutete diese die Welt.“

„ …, doch als er aufstehen wollteKOMMA gehorchte ihm sein Körper nicht.“

„ …, allesKOMMA was er im Moment wahrnahmKOMMA waren Farben.“

„Er war so unwirklich.“ Wer oder was war da „unwirklich“? Faron, dann ist das Pronomen korrekt. Das, was geschah? Dann wäre ein „es“ angesagt. Oder war die Situation unwirklich: dann bitte ein „sie“ oder besser der Verständlichkeit wegen den Namen/das Geschehen/die Situation.

Ob Albert Schweitzer das Fantasy-Gebilde gefallen hätte? Zu seinem Glück gab es zu seiner Zeit keine „Fantasy“ als literarische Gattung …

Nix für ungut und ein schönes Wochenende!

Friedel

 

Hallo Friedrichard,

Danke für die Mühe. Es waren nun doch viel mehr Fehler drin als ich dachte :/

Manche deiner Formulierungen, die DU für besser hälst, haben mir nicht gefallen.

Dann ein sehr holpriger Satz: „ …, sie ließen sich in den entscheidenden Momenten nicht anders zum Schweigen bringen, als dass sie es fortan immer tun würden.“ Besser: „ …, sie ließen sich in den entscheidenden Momenten nicht anders als für immer zum Schweigen bringen.

Deinen Vorschlag finde ich hier beispielsweise holpriger.

Es gibt Geschichten, die schreibt man für sich.
Es gibt Geschichten, die schreibt man für andere.
Diese hier habe ich für mich geschrieben.

Dass sie nur aufgrund der Namen der Personen in die Fantasy-Kategorie gehören würde, finde ich so nicht richtig. Zum einen habe ich diese Geschichte (wie oben in Kommentar #1 erwähnt) schon vor knapp einem Jahr geschrieben, also kann sie nicht für eine bestimmte Kategorie in diesem Forum verfasst worden sein. Zum anderen entspricht sie nicht den vorgegebenen Regeln für die "Fantasy-Rubrik". Den Regeln für "Gesellschaft" wird sie jedoch gerecht.

ob man nur durch Fehler besser wird, bezweifel ich.

Herrje, meine Aussage "Nur durch Fehler wird man besser" war nur so dahergeschrieben. Du musst nicht alles auf die Goldwaage legen! ;)

Ob Albert Schweitzer das Fantasy-Gebilde gefallen hätte? Zu seinem Glück gab es zu seiner Zeit keine „Fantasy“ als literarische Gattung …

Dir hat meine Geschichte also nicht gefallen. Schön und gut. Aber um mir das zu sagen schiebst du den guten Herrn Schweitzer vor?
Ob ihm DAS wohl gefallen hätte?
Das wage ICH nun zu bezweifeln. ;)

MfG Nian

 

Hallo Nian,

nix zu danken, aber auch kein Grund, böse oder traurig zu sein.

Grundsätzlich gilt doch, dass es Dein Text ist und bleibt. Da braucht niemand die Vorschläge des andern annehmen. Diese Vorschläge können bestenfalls Hilfestellungen sein. Ich hab kein Problem damit, wenn Du Deine eigenen Vorstellungen verwirklichen willst. Und das ist auch gut so!

Wenn Du den Text ursprünglich für Dich selbst geschrieben hast, ein Jahr liegen lässt, um ihn dann hier zu veröffentlichen, dann ist er von nun an eben „öffentlich“ und nicht mehr nur für Dich und dann solltestu auch mit rechnen, dass diese oder jene Antwort kommt. Und es ist doch keine Schande, aus Fehlern zu lernen (was Du ein bisschen unglücklich ausgedrückt hattest, mehr sollte und konnte mein – vielleicht provozierender - Hinweis auch nicht sein). Wie sagt doch Biermann irgendwo schon vor seiner Ausbürgerung: „Wer sich nicht in Gefahr begibt, der kommt drin um“, in unseren Fällen blieben wir auf Texten sitzen, was ja wesentlich harmloser als eine sonstige Auseinandersetzung ist.

Der Fantasy-Gedanke kam bei mir eben wegen der Namen und der passenden älteren Sprachformen und der Geldwährung auf. Ich wollt’ die Geschichte in keine Rubrik „zwingen“, könnt’ ich auch gar nicht, siehe zuvor.

Dein „Herrje“ und die erwähnte „Goldwaage“ zeigen, dass Du Dich erregt hast. Hm, ob Albert Schweitzer irgendwas hier gefiele oder seinem Neffen Sartre ist schon wieder mal zu bezweifeln. Da hastu in jedem Fall Recht. Und ob es schlimmer als ein Beinbruch ist, wenn mir was nicht gefällt, bezweifel ich nun wiederum.

Nix für ungut

Friedel

PS: Trotz aller Zweifel: Ich bin davon überzeugt, dass der nächste Versuch besser gelingen wird!

 

Hallo Nian,

auch von mir ein herzlich willkommen auf KG.de. Zu den Namen Deiner Protagonisten möchte ich anmerken, dass Du Dir genau überlegen solltest, welchen Namen Du für eine Figur verwendest. Ich stolpere hier z.B. über den Namen Gonzo, da ich dabei unwillkürlich an den kleinen blauen Kerl mit der langen Nase aus der Muppets Show denken muss. Ich glaube nicht, dass Du das beabsichtigt hast, aber wenn man einen Namen verwendet, der durch irgendeine Figur bereits mehr oder weniger bekannt ist, besteht immer die Gefahr, dass der Leser Deine Figur mit dieser bekannten Figur in Zusammenhang bringt oder gar verwechselt. Namen, auch ungewöhnliche und originelle, kannst Du übrigens ganz einfach im Internet finden: gib einfach mal bei Google den Suchbegriff "Vornamen" ein.

über 20 Winter
über zwanzig Winter. Zahlen solltest Du bis zu einer gewissen Größenordnung ausschreiben. Die 25.000 Dukaten würde ich so stehen lassen.
Zum Inhaltlichen. Wenn ich hier einmal Friedrichard zitieren darf:
Wie dem auch sei, Du erzählst von einem Auftragsmörder in einer früheren, unbestimmten Zeit (Winter, Sommer, Dukaten). Gelegentlich verspürt der Serienmörder so etwas wie Skrupel, aber immer fällt ihm vorm Mord ein altes Kinderlied ein. Und nun kommt ein Enkel zwischen ihn und sein Opfer und die Läuterung bzw. der letzte Rest an Mitmenschlichkeit wird dem Killer zum Verhängnis.
Das ist doch gar nicht mal schlecht. Hier gibt's Geschichten, die inhaltlich wesentlich dünner daherkommen. Du schreibst in einem Stil, der sich recht flüssig liest, ein weiterer Pluspunkt. Gut finden oder nicht gut finden ist immer subjektiv, jedem recht machen kann man es sowieso nicht. Mir hat Deine Geschichte grundsätzlich gefallen, auch wenn Du noch viele Techniken und Kniffe erlernen musst, wenn Du bei der Schreiberei bleiben willst (das gilt für mich ganz genauso). Mit der Wahl der Kategorie kannst Du die Zielgruppe ansprechen, die Du mit Deiner Geschichte erreichen willst. Ich persönlich finde, dass die Geschichte entweder in "Fantasy", vielleicht aber auch in "Jugend" besser aufgehoben wäre. Jemand, der gern Fantasygeschichten liest, wird sich in der Kategorie "Gesellschaft" vielleicht gar nicht umsehen, umgekehrt natürlich genauso.
PS: Trotz aller Zweifel: Ich bin davon überzeugt, dass der nächste Versuch besser gelingen wird!
Seh ich auch so.

Gruß, Stefan

 

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