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Hilflos
HILFLOS
Es ist dunkel und sie hat furchtbare Angst, denn sie ist allein!
Allein auf der Welt, niemand ist da, der sie beschützt,
niemand, der sie in den Arm nimmt ,sie rausholt...
Sie ist doch fast noch ein Baby und trotzdem tut er ihr immer wieder so weh .Warum nur?
Es war ein warmer Sommerabend, der ihr Leben so stark verändert hat. Nur noch wenige Kinder waren auf dem Spielplatz, keine Eltern, denn es waren bloß 30 Meter bis zum sicheren Ort. Eine ruhige Gegend, so dachte man.
Sie spielte mit ihrer Puppe, saß im Sandkasten in ihrem blauen Kleidchen und ihren weißen Sandalen. Ihre kleinen Hände umklammerten ihre Puppe, denn sie merkte, dass etwas nicht stimmte. Hilfesuchend schauten ihre großen blauen Augen umher und da sah sie ihn. Ihr kleines Herz pochte so sehr und er kam immer näher, näher zu ihr, näher an sein Opfer. Als er ihr direkt gegenüberstand, streckte er seine Hand aus und lächelte ihr zu. Sie solle keine Angst haben, sagte er, er würde sie nach Hause bringen. So klein und hilflos, so ängstlich und allein war sie. Doch ebenso ahnungslos. Sie legte ihre kleine Hand in seine und ging mit ihm mit. Sie kannte den Weg nicht und wollte sich losreißen, doch er hielt sie fest und redete auf sie ein, wie hübsch sie doch aussehe, in ihrem Kleidchen. Ihre Puppe hielt sie immer noch fest in ihrer Hand, auf gar keinen Fall wollte sie loslassen. Sie wollte nicht allein sein…mit diesem fremden Mann. Er nahm sie auf seinen Arm und drückte ihr kleines Gesicht an seinen Hals…der beißende Geruch von seinem Parfum zog in ihre Nase und sie musste husten. Tränen schossen ihr in die Augen und liefen an seinem Hals hinunter.
Keine Spur von Mitleid, er riss dieses arme Wesen aus der gewohnten Umgebung, weil er es wollte! Was sie wollte, war ihm egal. Sie konnte nicht schreien, sie hatte Angst, einen Ton von sich zu geben. Bei ihm angekommen, legte er sie ins Bett und zog ihr das Kleidchen und die Sandalen aus. Er flüsterte ihr ins Ohr, dass sie so süß aussehe und sie keine Angst haben müsse, weil er ihr nicht wehtun wolle.
Er liebte sie nämlich schon lange. Er liebte sie so sehr, obwohl er sie nicht kannte, er wollte sie schon so lange für sich haben. Doch ist eine so abscheuliche und egoistische Denkweise mit Liebe zu verbinden? Er liebte nicht sie, er liebte es, seine Macht ausleben zu können. Er liebte es, ihr nachzustellen, ohne dass sie es wusste. Er liebte es, all ihre Gesten, Bewegungen und Worte in sich aufsaugen zu können. Er liebte es, ein doch so fremdes Mädchen, trotz Distanz, so gut kennen zu können. Er beobachtete sie schon seit so langer Zeit, er hatte alles geplant und vorbereitet. Im Keller seines Elternhauses richtete er ihr sogar ein Zimmer ein. Alles in rosa, denn sie war seine kleine Prinzessin.
Alles war ihm egal, nur seine kleine Geliebte zählte noch für ihn…nur sie!!! Was er mit ihr machte, war ihm ebenfalls egal, denn er konnte nicht wissen, dass er ihr etwas Schlimmes antat. Er hätte es wissen müssen! Er wusste es!
Nacht für Nacht zog er ihr Kleider an, die eigentlich nur richtige Frauen tragen sollten, keine kleinen Kinder… Was er dann tat, bohrte sich tief in ihre kleine Seele und zerstörte sie innerlich. Wie einen Gegenstand, befleckte er ihre Unschuld mit Schmutz, Schmerzen und Scham…Er war so groß, so kräftig…sie war klein, zart und schwach…Nach sechs Monaten packte er sie und reiste mit ihr weit weg…weg aus ihrer Umgebung, weg aus seiner Umgebung…auf einen anderen Kontinent!
Gefälschte Papiere machten sie zu seiner Tochter. Ganz einfach aus einem alten Leben entrissen. Ganz einfach ein anderer Mensch. Einfach eine neue Welt. Darf man jemals aufgeben? Durfte so etwas Schreckliches so einfach geschehen? Nein! Aber sie war viel zu klein, um zu begreifen, was geschah. Sie vertraute ihm fast schon und nun war es zu spät.
Sie waren angekommen. In seinem Paradies, in ihrer Hölle.
Dort hat er sie weiter benutzt, über viele Jahre hinweg. Sie erlebte weitere zwölf Jahre der Schmerzen, der Scham, doch sie kannte es nicht mehr anders. Er hatte sie geheiratet, schwängerte sie sogar!
Sie war erst sechzehn als sie ihr Kind gebar. Ein kleines Mädchen, das sie mit sich in den Tod nahm…
Sie sprang die Klippen hinunter mit ihrer kleinen Tochter in den Armen, damit er ihr nicht genau das Selbe antun konnte!