So, meine Lieben, jetzt aber ...
Ich bin wirklich überrascht, wie unterschiedlich ihr die Geschichte gelesen habt. Und ich verrat's jetzt doch, damit ich unten nicht blöd rumeiern muss: Als ich den Text begonnen habe, war ich in einer ziemlich melancholischen Stimmung (ist aber nicht autobiographisch, keine Sorge). Und die habe ich auch versucht zu transportieren, d.h. ich hatte hauptsächlich die eher triste Geschichte einer im Scheitern begriffenen Partnerschaft vor Augen. Bei jeder Weiterbearbeitung bin ich auch wieder in dieselbe Stimmung gefallen. (Gibt es so was wie "method writing" als Pendant zum "method acting"?
) Entsprechend verwirrt war ich bei den ersten Komms: Witzig? Humor? Sehr gelacht?
Wenn ich das Stück mit etwas mehr Distanz lese (nicht ganz einfach), verstehe ich aber, was ihr meint: Der Einstieg kommt wohl scherzhaft rüber. Die Idee, dass der Prot sein Inneres der Katze offenbart, mag skurril wirken. (Ich habe als Kind immer mit unserem damaligen Hund geredet und tue es jetzt noch gelegentlich mit dem heutigen.) Der Prot in seiner Hilflosigkeit hat was Lächerliches. Und meine Wortwahl geht stellenweise ins Sarkastische. Vielleicht war es mir selbst sonst zu schmerzhaft, und ich habe einiges an Ironie reingebracht, ohne es selbst richtig zu merken.
Also einigen wir uns auf eine Tragikomödie.
Ich wünschte nur, ich könnte behaupten, dass ich das so geplant hätte. Aber genug der Vorrede ...
Hallo josefelipe,
das fängt ja gleich mit fieser Mordplanung an: „Doctor Jones muss weg“ Falsche Spur, Gott sei Dank.
Den Anfang hatte ich zuerst im Kopf, und von da aus hat es sich fast von selbst weitergesponnen. Am Ende habe ich mich gefragt, ob diese Verleitung noch passend ist, und hätte sie fast gestrichen. Aber zum einen fand ich es als "Hook" einfach zu verlockend, zum anderen könnte der Prot seinen Kater - wenn es nach Nadia ginge - wohl ebensogut im nächsten Bach ersäufen. War aber auch für mich als Schreiber von Anfang an indiskutabel.
das hat richtig Spaß gemacht! Herrlich witzig und ironisch. Und geistreich. (...) [diverse schamlose Schmeicheleien gekürzt]
Das freut mich, dass es dir so gefallen hat. Ich hoffe, du bist nicht enttäuscht, dass ich es eigentlich anders gemeint hatte. Ich jedenfalls bin nicht enttäuscht, dass du auf diese Weise Spaß hattest.
PS: Dass Du die Ich-Form gewählt hast, und auch im Präsens schreibst, trifft meinen persönlichen Geschmack voll. Der Leser ist näher dran, der Text wird intensiver.
Im Gegensatz zu der Schrittfehler-Geschichte, bei der ich mich lange geziert habe, auf das Ich umzusteigen, hätte ich diese Geschichte nie anders schreiben können. Keine Ahnung, warum.
Lieber José, ich danke dir für dein verschwenderisches Lob, du machst es mir schwer, dem auch künftig noch gerecht zu werden!
Hallo RinaWu,
mir ging es wie José. Falsche Spur. Dann: "Ahaaaa, darum geht es." Hat gut funktioniert.
Danke, der Einstieg ist ja immer besonders wichtig. Wie oben an José geschrieben, hatte ich Zweifel, ob das der Story angemessen ist. Aber anscheinend hat sich niemand betrogen gefühlt, keinen Krimi serviert zu bekommen.
Warum heißt die Geschichte eigentlich nicht "Doctor Jones muss weg"? Das fände ich gut.
Tja, das war mein Arbeitstitel, einfach weil es mit die erste Idee für den Text selbst war. Aber ich fand das irgendwie langweilig, auch wenn es natürlich den Text in gewisser Weise zusammenfasst (oder gerade deshalb). Der jetzige Titel fiel mir ziemlich zuletzt ein, als mir am Textende noch irgendein kleiner Kniff fehlte und ich mich dann entschied, den Kälteschlaf aus dem Alien-Film quasi zum Motto zu machen. Ich glaube, ich lasse das so.
Du hast gekonnt und irgendwie fast nebenbei eine Beziehung beschrieben, die ihren Reiz verloren hat. Ist natürlich nur subjektiv, aber so habe ich das gelesen. Doctor Jones, noch dazu auf Psychologie spezialisiert, hat mich dabei köstlich amüsiert.
Das hast du genau richtig gelesen, siehe oben. Dass dich der gelehrte Kater amüsiert, nimmt er dir vielleicht übel, ich aber nicht.
Ich mag keine Katzen. Aber die Rolle, die der Kater in diesem ganzen Gefüge hat, gefiel mir dann doch.
Ich bin selbst eher der Hundetyp, aber damit hätte das m.E. nicht funktioniert. Hunden fehlt dieses Mysteriös-Distanzierte. Ein Hund wäre wahrscheinlich zu seinem traurigen Herrchen gelaufen, um es mittels Gesichtabschlabbern zu trösten. Hätte irgendwie eine
ganz andere Stimmung in die Story gebracht ...
Diese Sätze finde ich immer ganz schlimm. "Nach x Jahren ist halt nicht immer alles fein in einer Beziehung" oder "naja, nach x Jahren, da kehrt schon mal die Routine ein". Fies. Mag ich nicht. Ich finde, eine Beziehung ist Arbeit.
Ja, furchtbar, oder?! Aber genau das wollte ich in der Geschichte haben: dass da (nicht nur, aber auch) durch reine Nachlässigkeit etwas kaputtgeht. Man hat es irgendwie für selbstverständlich gehalten, aber ups, plötzlich funktioniert es nicht mehr, und man steht ratlos davor.
Dein Protagonist windet sich förmlich vor der Katze. Spricht dabei Dinge aus, die vielleicht unterschwellig in ihm brodeln ("Macht Nadia das absichtlich"). Da sind so viele Zwischentöne, die ich so empfunden habe, als sei er in der Beziehung eigentlich nicht mehr glücklich.
Nee, glücklich ist anders. Er weigert sich bloß, den Tatsachen ins Gesicht zu sehen.
Sprachlich habe ich nichts zu meckern. Einen ganz feinen Humor hast du. Und ich habe das gerne gelesen. Auch wenn dein Protagonist mir irgendwie leid tut. Ich sehe ihn vor mir, mit Doctor Jones auf dem Beifahrersitz in den Sonnenuntergang fahrend. Auf irgendeinem Highway weit weg von Nadia.
Tja, vielleicht nächste Woche, nachdem er den Kater von seiner Schwester abgeholt hat. Dann hat er wieder seinen Rollkoffer gepackt. Aber ob er's dann auch wirklich durchzieht ...?
Liebe RinaWu, ich danke dir für deinen mitfühlenden Kommentar. Wünschen wir den beiden das Beste!
Hallo barnhelm,
da ist dir ein schönes Psycho-Dings gelungen. Ein innerer Monolog, der abtastet, was eigentlich mit den beiden passiert ist, wo sie stehen, aber letztendlich der Konsequenz aus dem Weg geht. So meine Gedanken nach dem Lesen deiner Geschichte.
Gedankenübertragung gibt es also doch! Ach so, da war ja ein Text als Medium ...
Ich finde das sehr gut, wie du den Leser hier teilnehmen lässt an den Gedankengängen deines Protagonisten. Er hat alle Puzzlestücke in der Hand, weigert sich aber, sie zusammenzusetzen
(...)
weil er sich nicht traut, den Strich unter die Rechnung zu machen:
(...)
aber intuitiv zielt sein Handeln in diese Richtung:
(...)
Dann aber macht er wieder einen Rückzieher, schiebt eine Entscheidung hinaus, ebenso wie er das Problem ‚Doktor Jones’ hinausschiebt.
(...)
Diesen, deinen Protagonisten kann ich mir sehr gut vorstellen.
Ob mit oder ohne Übertragungsmedium, du hast genau die Gedanken erfasst, die ich beim Schreiben hatte. Er fühlt irgendwo, dass es so nicht weitergehen kann, mag sich das aber nicht richtig bewusst machen, geschweige denn danach handeln. Seine Zögerlichkeit in Bezug auf das "Katzenproblem" steht sinnbildlich für die Art, wie er sein ganzes Leben (oder zumindest seine Beziehung) angeht oder eben nicht angeht.
Holg, mir hat deine Geschichte sehr gefallen. Nicht zuletzt, weil ich auch Katzenliebhaber bin und es in meiner Biographie eine ähnliche Szene gab, allerdings mit anderem Ausgang. Ich musste meine Katze ins Tierheim bringen, weil eine Beziehung auseinanderbrach und ich für meine Katze einfach keinen Platz fand. Die Einzelheiten der Beziehung habe ich vergessen, aber diese Situation ist mir total präsent geblieben und schmerzt immer noch, wenn ich daran denke.
Das ist sehr traurig. Ich bin, wie oben gesagt, mehr der Hundetyp, aber das macht ja emotional keinen Unterschied. Unser Hund ist ein Familienmitglied, und sich von dem zu verabschieden, fühlt sich genauso schlimm an, als wenn es ein Mensch wäre.
Dir ist es gelungen, mit der Figur des ‚Doktor Jones’ und der Suche nach einem Platz für sie, eine Ehe zu beschreiben, die allmählich in den ‚Kälteschlaf’ übergeht. So meine Interpretation. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das, was ich in deiner Geschichte gesehen habe, deiner Intention entspricht.
Doch, und zwar zu 100 %.
Aber so ist das nun mal: Wenn wir einen Text aus der Hand geben, geben wir ihn gleichzeitig zur Deutung frei.
Wie ich an den eher humorlastigen Komms gesehen habe. Tut aber gar nicht weh, wenn andere noch mehr Gutes im Text finden als man selbst.
Liebe barnhelm, vielen Dank fürs Geschichten- und Gedankenlesen!
Hallo peregrina,
sofort bin ich drin im Geschehen. Kein Wunder. Mit dieser Geschichte triffst du genau meine (freiliegenden) Nerven – Beziehungen, Filme und Katzen.
Oha, noch ein Katzenfan! Ich bin ein weiteres Mal froh, dass ich Doctor Jones nicht wirklich einem Mordanschlag zum Opfer fallen ließ. Das hätte bestimmt einen Sh*tstorm gegeben - und das von Katzen riecht doch so schlimm ...
Dir gelingt eine feine Analyse einer Partnerschaft, die nicht nur etwas abgenutzt ist. Ich habe herausgelesen, dass sich unter der Oberfläche mehr Probleme aufgetürmt haben als nur Langeweile. Die Unfähigkeit miteinander zu reden, die Uneinigkeit über Nachkommen.
Ja, die haben Probleme. Und zwar alle beide. Wenn man dann nicht miteinander reden kann, ist die Prognose eher düster.
Und nun zwingt die Allergie - möchte gerne sagen – der Kater, deinen Prot über die Situation nachzudenken und Stellung zu beziehen. Die Katze als Katalysator, lustige Idee.
Ja, lustiger, als ich selber dachte (siehe oben). Aber ich freue mich enorm, dass diese Idee solchen Anklang findet!
Spannend und souverän erzählt (keine Überraschung für mich), da gibt es nichts für mich zu kritteln, außer … Ich wünsche mir, dass Nadia anstelle von Dr. Jones auszieht. Aber beim genauen Hinsehen kann ich diese Entwicklung deutlich erkennen. Ich bin sicher, in einer Woche wird die Katze ohnehin aus dem Sack kommen.
Na, schau'n mer mal ... eine Fortsetzung dazu werde ich wohl kaum schreiben, aber der Prot ist ja jetzt echt unter Zugzwang, viel länger kann er nicht rumlavieren. Das lässt hoffen.
... und das gilt gleichermaßen für deinen Kommentar. Vielen Dank, peregrina!
Hallo wieselmaus,
ich musste mehrfach lachen, weil ich mich so gut wiederfinden konnte in deiner Paargeschichte, obwohl ich bestimmt mehr als dreißig Jahre Jahre älter bin als du ( falls deine Protas und du im gleichen Alter sein sollten).
Öhm, nicht mehr ganz ... sagen wir, ich bin irgendwo zwischen euch ...
Die Allergiegeschichte war bei mir so: Tierhaarallergie, besonders Katzen und Meerschweinchen. Mein Söhnchen Sebastian musste sich mit fünf Jahren entscheiden, entweder das herzige Rosettenmeerschweinchen oder seine Mutter muss ausziehen. Großes Drama.
Oh, wie traurig. Ich hoffe mal, das ist nur rhetorisch, dass der Fünfjährige entscheiden sollte. Auch so schlimm genug.
Meine Mutter hat als Kind eines Tages die Kaninchen, die sie so geliebt hat, auf dem Teller wiedergefunden. Als sie mir das erzählt hat, war ich selbst noch recht jung. Mann, habe ich das meinen Großeltern übelgenommen ...
Gestern habe ich noch mit dem Gedanken gespielt, diese Erinnerung in eine Geschichte zu packen. Das lass ich jetzt bleiben. Dafür ist deine Geschichte zu schön.
Na, das meinst du doch hoffentlich nicht ganz ernst?! Das wäre ja, als ob man nie wieder einen Krimi schreiben dürfte, bloß weil es schon einen gibt!
das schleichende Auseinanderleben von Paaren, die einmal muntere Studentenpärchen waren. Man kann nicht alles auf die Allergien schieben, oder man muss Allergien neu definieren.
Tja, umgangssprachlich reagiert man ja auf vieles "allergisch". Ich finde das ziemlich vielsagend.
Gut, dass dein Prot einen sachkundigen Ratgeber hat. Katzen sind ja so schlau.
Das sind sie wohl. Meinem Prot wäre vermutlich auch mit einem ordentlichen Spiegel gedient, der wäre ähnlich "schlau". Wichtig ist in beiden Fällen, dass man den Rat auch annimmt.
Ich selbst möchte nur dann kritisieren und eigene Vorschläge bringen, wenn ich überzeugt bin, dass ich die bessere Lösung habe.
Ich umschreib's mal so: Ich sage dem Mechaniker auch, wo mein Auto klappert und knarzt, ohne zu wissen, woran es genau liegt und wie man es repariert. Trotzdem hilft es ihm sehr bei der Wartung des Fahrzeugs.
Ich wünsche ein verregnetes Pfingstfest, damit viele Wortkrieger dem Weg ins Forum finden.
Zumindest in meiner Gegend wurde dein Wunsch erhört!
Liebe wieselmaus, ich danke dir für deinen Besuch. Es ist immer wieder eine Freude!
Hallo Kanji,
persönlich habe ich es nicht so gerne, wenn Geschichten mit wörtlicher Rede beginnen, aber da der erste Absatz so knackig ist, habe ich es gleich wieder vergessen.
Jetzt, wo du es sagst: Das mache ich tatsächlich ziemlich häufig so. Ist wohl tatsächlich eine ziemlich abgedroschene Masche. Das kommt auf meine Drauf-achten-Liste - danke dafür! Aber hier lasse ich es noch mal so.
Eine Geschichte über eine Katzenhaarallergie zu verfassen, ist sehr originell, zumal du fein die Beziehungsproblematik eingebaut und den Humor nicht vergessen hast.
Danke! Wie nun mehrfach erwähnt, war der humoristische Part nicht so bewusst durchgeplant, aber je mehr Leute das mögen, desto besser gefällt es mir selbst.
Die Sexszene zum Alienfilm ist so eine mit Humor. Diesen Satz hätte ich allerdings nicht gebraucht, zu viele Informationen für diese Geschichte.
Ja, an der Stelle war ich auch unsicher. Aber ich wollte damit auch etwas aussagen, nämlich dass schon ganz zu Anfang nicht alles perfekt war.
Wenn man nicht synchron kommt, ist das ja tatsächlich kein Problem, je nachdem, wie man damit umgeht. Aber die Tatsache, dass der Prot das überhaupt erwähnt, zeigt ja, dass es ihm eben nicht egal ist. Also ist vielleicht da ganz zu Beginn schon eine gewisse Unzufriedenheit angelegt. Womöglich sogar ein Gefühl von Unzulänglichkeit, weil Männer sich ja doch allzu oft auch über sexuelle Performance definieren.
Das steht da so alles nicht drin, ich wollte nur eine Möglichkeit andeuten. Vielleicht ist das auch ein bisschen zu sehr um die Ecke gedacht.
Die Kommunikation mit der Katze ist sehr hilfreich und clever und der Film "Die Katze" immer wieder sehenswert, by the way.
Den Film kenne ich tatsächlich nur aus der Fernsehzeitschrift,
Alien ist eher mein Genre. Der Part ist also authentisch.

Aber die Buchvorlage stammt ja von Georges Simenon, der als Krimiautor bekannter ist (Kommissar Maigret). Also sollte ich mir vielleicht mal das Buch antun, das könnte ganz spannend sein.
Und am Ende deiner Geschichte habe ich gedacht, zum Glück ist aus der Laune heraus am besagten Fernsehabend nur eine Katze "geboren" , denn irgendwie bekam ich das Gefühl, die beiden Protagonisten harmonieren doch nicht so dolle miteinander.
Da hast du weiter gedacht als ich, aber du hast natürlich vollkommen recht. So im Überschwang mal eben ein Kind - das gibt es ja leider auch viel zu oft.
Aber Nadias viele Begründungen dafür, kein Kind zu kriegen, sagen ja auch einiges über
ihre Sicht auf die Ehe der beiden aus.
Deine Geschichte ist gut aufeinander aufgebaut und sehr kurzweilig.
Vielen Dank, Kanji, für dein Lob und für deine Gedanken zu meiner Geschichte!
Hallo Novak,
So Holg, jetzt kriegst dus aber ...
Genau, nämlich ein ganz dickes fettes Lob und eine kleine hübsche Empfehlung.
Da ist dir anscheinend jemand zuvorgekommen. First come, first served. Ich war noch geplätteter als gestern (ungefähr so platt wie dieses Wortspiel), dass offenbar gleich zwei Leute meine Geschichte empfehlenswert finden. An manches Tagen kommt es eben
ganz dick ... wie gesagt, ich freue mich und bedanke mich recht herzlich!
Ich finde nur, du könntest den allerletzten Abschnitt streichen. Der passt doch auch gar nicht mehr so recht, wenn ich dich richtig verstanden habe, denn er hat seinen Rollkoffer doch schon eingepackt. Warum lässt du ihn denn nicht auf der Suche nach dem Kälteschlaf mit Rollkoffer und Katzenhaaren und Kratzbaum, Dr. Jones auf dem Schoß in die Morgenröte fahren. Den Schluss fänd ich viel logischer. Der letzte Abschnitt nimmt den Rollkoffer zurück und wiederholt nur das, was schon vorher kjlar ist, bzw geht einen Schritt zurück.
Ich bin nicht sicher, ob ich dich hier richtig verstehe. Letzten Abschnitt streichen, das schon. Aber den genauen Grund?
Wünschst du dir einfach nur das "Happy-End", in dem er mit dem Kater Richtung Sonnenuntergang reitet? Oder hältst du meinen Schluss für redundant, weil ich seine Zögerlichkeit und Entschlussschwäche schon zur Genüge gezeigt habe? Oder empfindest du das Ende als Rückschritt gegenüber einer Entwicklung, die vorher schon begonnen hat? Du sagst das irgendwie alles (jedenfalls verstehe ich es so) und ich habe das Gefühl, das passt nicht zusammen.
Ich erkläre einfach mal, was ich beabsichtigt habe: Ich wollte zum einen ganz einfach die Frage auflösen, was er denn nun macht; denn beim Losfahren weiß er ja noch nicht, wo es hingeht. Ich fand also, ich brauchte noch irgendeinen Schluss. Klar, ich hätte es auch offenlassen können, das ist ja nicht verboten und eigentlich sogar recht gängig. Aber ich wollte noch einen Schluss.
Zum anderen wollte ich aber kein "einfaches" Happy-End. Mir sah das zu sehr nach Friede, Freude, Eierkuchen aus. Ich hatte nicht das Gefühl, dass das Vorangegangene es hergibt, dass der Prot plötzlich zu so einer Entscheidung in der Lage ist. Er hat ja seine Gedanken und Probleme hin- und hergewälzt, mit der Katze als Katalysator, schön und gut. Aber nach meinem Gefühl hat er sich dabei nicht wirklich der Lösung, sprich der längst fälligen Entscheidung angenähert. Der einzige Hinweis in die Richtung ist m.E. der Koffer, und der ist sicher eine Art Anfang, aber ausreichend schien mir das nicht. Dass er die Sache noch einmal vertagt, schien mir bei diesem Charakter einfach die schlüssigste Folgerung zu sein.
Das hängt sicher mit der melancholischen Grundstimmung zusammen, die ich beim Verfassen der Geschichte verspürt habe; das fühlte sich nicht nach Happy-End an, eher nach "unhappily ever after". Und wenn ich so darüber nachdenke, ist das wahrscheinlich auch der Grund, warum mich die Interpretation als lustige Story so überrascht hat: weil mir auch und gerade das Ende eher pessimistisch erschien.
Aber hey, wer weiß, was nächste Woche passiert? Wenn er wirklich gezwungen ist, Farbe zu bekennen, weil seine Schwester ihm das Katzenklo in die Hand drückt und den Doctor rausschmeißt. Vielleicht rafft er sich ja dann auf. Oder er findet noch mal jemanden, der das Vieh für ein paar Wochen bei sich aufnimmt, und kann die Sache weiter aufschieben ...
Liebe Novak, ich danke dir für deine Gedanken, für das große Lob und für die (Absicht zur) Empfehlung!
Hallo Eisenmann,
Ich will ehrlich zu dir sein, Grüner - ne Empfehlung hättest du jetzt zwar nicht unbedingt von mir gekriegt, dafür hat mich das Teil nun doch nicht genug umgedübelt, aber trotzdem auf jeden Fall gerne gelesen!
Na, da bin ich aber froh, dass noch jemand seinen Klug beisammen hat! Wenn Du jetzt auch noch Lobeshymnen angestimmt hättest, hätte ich befürchten müssen, dass die Außerirdischen allen Wortkriegern das Gehirn gewaschen hätten. Omikron-Strahlen, produziert durch einen JavaScript-Hack, der in den BB-Code der Foren-Software eingeschleust wurde und allen Lesern nur noch lächelnde Smileys ins Bewusstsein projiziert. Gut, dass es dazu nicht gekommen ist!
Aber im Ernst: Es hätte mich schon übelst gewundert, wenn nicht auch mal eine kritische Stimme gekommen wäre. Und ganz ohne Vorurteile über Herzen aus Eisen und so (zumal du Schopenhauer zitierst) kann ich damit leben, falls dieser Text nicht ganz in dein Beuteschema passt (oder in das, was ich dafür halte). Solide, unterhaltsam - das ist nichts, dessen ich mich genieren müsste.
Auf Sprache, Stil und Technik gehe ich bei verdienten Veteranen wie dir nicht ein
Ein Veteran? Nach exakt sieben Monaten Mitgliedschaft? Find ich toll, wenn du mich als solchen ansiehst, ganz im Ernst!
das mit Hollywood und den zehn gesunden Fingern
Öhm ... das könnte ich jetzt hier erklären, aber ich glaube, du denkst schon in die richtige Richtung. Blättere doch bitte kurz zurück, was ich an Kanji geantwortet habe. Das erklärt, was ich damit jenseits der direkten Bedeutung bezweckt habe.
Vielen Dank, Eiserner, fürs Zurückholen auf den Boden!
Puh, das war lang, der Nachmittag ist rum. Nochmals einen gesammelten Dank an alle!
Grüße vom Holg ...