Was ist neu

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Früher war er oft hier gewesen am Fuß der Kastanie, auch mit der, deren Namen er nicht mehr denken mochte. Die Kastanie stand auf einer schmalen Lichtung, nur ein Pfad führte zu einem Hochsitz, an dessen Gestänge jetzt Moose und Pilze fraßen. Noch war die Verbuschung nicht weit vorangeschritten und überließ hüfthohem Graswuchs den Vorrang. Der Baum hatte schwere Äste in die Breite gedrückt und schon damals den Freiraum darüber mit ausuferndem Blattwerk gefüllt.

Er dachte an das Herz, das er an jenem Sommertag in die Rinde gekerbt hatte, mit seinem Anfangsbuchstaben und ihrem K darin. Das Taschenmesser hatte Blasen in seiner Hand hinterlassen, die er mit den Zähnen aufgekaut hatte.
Gelacht hatte sie, war ihm mit den Fingerspitzen über die Handfläche gefahren und hatte ihn geküsst. Das Blätterdach sank bis aufs Gras, sie waren ungestört gewesen.
Sie öffnete die Lippen und drückte ihre Zunge an seine Lippen, bis er erwiderte. Damit hörte sie auf, als er eine zitternde Hand unter ihren Rock wandern ließ. Vorsichtig strichen seine Finger über die Knie und die Innenseite ihrer Schenkel. Sie ließ es geschehen, legte den Kopf in den Nacken und schloss die Augen. An ihrem Atem merkte er, dass es ihr gefiel. Bald kniete er sich hin, beugte den Kopf und tauchte zwischen ihre Beine. Sachte forschte er, drückte sie mit dem Kinn, spürte ihre Wärme. Er küsste die weiche Haut ihrer Oberschenkel und die Falten ihrer Hüfte unter den Bändern ihres Slips. Sie öffnete die Beine. Als seine Zunge über ihre Scham glitt, stöhnte sie leise und kippte das Becken nach vorne. Ihr Duft weckte eine Gier in ihm, die ebenso neu war wie das, was er vor sich sah. Er richtete sich auf, legte seine Hände um ihre Hüfte und drückte das harte Vorderteil seiner Hose zwischen ihre Beine.
Schon als er es tat, ahnte er, er war zu weit gegangen. Sie stieß ihn weg, stand auf und strich ihren Rock glatt. Obwohl er eine Entschuldigung stammelte, kniff sie die Lippen zusammen und schlug ihn auf die Wange. Ruhig stieg sie auf ihr Fahrrad und fuhr los, ohne sich noch einmal umzudrehen.

Zurück blieb das Herz in der Baumrinde und eine Taubheit, die ihn nicht mehr verließ. Saft quoll aus der Rinde hervor und erinnerte ihn an das Wundwasser nässender Sommerknie. Er wartete, bis das Herz angetrocknet war, dann fuhr er die grobe Kontur mit der Fingerspitze ab, stoppte bei dem Plus, zog die Kuppe über den senkrechten Strich und folgte dem waagerechten bis zu ihrem Buchstaben. Mit dem Fingernagel ging er unter den Rand des K, um die Rinde abzuheben und die Kerben unkenntlich zu machen. Als er fand, es sei undeutlich genug, verließ er den Wald und kehrte erst sieben Jahre später zurück.

Er folgte dem Weg, der ihn zur Kastanie bringen würde, damals wie heute eine mächtige Schönheit, deren Krone ihre Nachbarn weit überragte. Unverrückbar standen die Bäume an ihrem Platz wie Wahrheiten, die nicht angezweifelt werden. Der Gedanke gefiel ihm, schon als er in dem dünnen Waldführer darauf gestoßen war, weil es diese Art Wahrheiten in seinem sonstigen Leben nicht gab.
Was ihn anfangs zurückbrachte, konnte er nicht sagen, er spürte, der Wald tat ihm gut. Bei seinen bald täglichen Besuchen begann er, die Wege zu verlassen und tiefer in den Wald zu dringen. Sein Blick wanderte die Stämme hoch und suchte zwischen den vielen Blättern nach dem einen besonderen. Es wurde ihm klar, er war auf der Suche nach etwas, das er dort verloren hatte. Das Herz hatte er schnell gefunden und mit ihm einen Teil desjenigen, der er früher gewesen war.

Er begann, den Müll entlang der Wege einzusammeln und in Plastiktüten zu stopfen, die er mitbrachte und auf dem Rückweg in den Container am Tennisheim warf. Dosen, feuchtes Toilettenpapier, Kronkorken und Zigarettenstummel aus dem Wald zu holen, gab ihm eine stille Befriedigung.
Als die Wege abgesucht waren, ging er tiefer ins Unterholz, scharrte mit Händen und Füßen unter dem Laub, zog jahrealte Plastiktüten und Flaschen aus dem weichen Boden und freute sich über jeden gefüllten Beutel, den er aus dem Wald trug.

Wenn er am Ende des Tages zum Tennisheim ging, standen sie dort in rosigen Polohemden an Stehtischen unter Sonnenschirmen mit bayrischer Bierwerbung. Beim ersten Mal riefen sie ihm zu, was denn das nun werde? Er zeigte auf den Beutel und antwortete: … aus dem Wald. Dabei zog er die Schultern hoch. Langsam öffnete er den Deckel und legte die Tüte in den Container. Dabei ließ er sie nicht aus den Augen.
Einer von ihnen reckte den Daumen hoch, die übrigen schüttelten die Köpfe, grinsten und prosteten sich zu. Die nächsten Abende nickten sie ihm zu, einer legte zwei Finger an die Stirn.
Er wischte sich die zotteligen Haare aus dem Gesicht und grüßte zurück, sofern das, was aus seinem Bart drang, als menschliche Äußerung durchgehen konnte. Hinter seinem Rücken runzelten sie sonnengebräunte Stirnen und flüsterten komischer Kauz. Es störte ihn nicht, solange sie ihn gewähren ließen. Auf eine für ihn verdrehte Art und Weise schienen sie zu schätzen, was er tat.

Nachdem er allen Müll aus dem Wald herausgesucht hatte, begann er, tote Zweige, die gesunde Sprösslinge zu Boden drückten, herunterzuheben und ins Unterholz zu schichten. Die Baumtriebe richteten sich sogleich auf und es dauerte nicht lange, da hatten sie ihre Blätter wieder zum Licht hin ausgerichtet. Die neuen Blätter nahm er zwischen Daumen und Zeigefinger und befreite sie von der Knospenhülle, streichelte mit der flachen Hand über das weiche Grün, als wäre es der Kopf eines Kindes.
Er las Bücher über Flora und Fauna des heimischen Waldes, lernte Insekten zu unterscheiden, Bäume zu bestimmen und aus den Fährten zu erkennen, welche Nager und welches Rotwild ihre Spuren hinterließen.
Bäume kommunizierten miteinander, las er dort und wahrlich fühlte er sich vom Wald willkommen geheißen, sobald er ihn betrat. Aus dem Rascheln der Blätter hörte er geflüsterte Grüße, so zart und flüchtig, dass er sie nicht greifen konnte. Er antwortete, indem er höfliche Formeln murmelte und dazu den Kopf nach rechts und links beugte.

Immer wieder kehrte er zu der Kastanie zurück, nach Jahren der Abwesenheit war der Baum ins Zentrum seines Daseins gerückt. Die Ruhe und die Schlichtheit des Wesens beeindruckten ihn, ebenso die enorme Standhaftigkeit und Größe. Es gab so vieles, was die Kastanie ihn lehrte, vor allem innere Haltung und Genügsamkeit. Sie war einfach da und blieb, wer sie war, ohne den Versuch, mehr zu erscheinen.
Auf einem geraden Stück Weg übte er den festen, sicheren Gang, hielt seinen Körper aufrecht und reckte die Arme wie Äste in die Luft. Der Kastanie näherte er sich vorsichtig und langsam, doch mit festem Schritt.

Das Herz, das er in einem lang vergangenen Leben in den Stamm geschnitzt hatte, war gewachsen. Die Kastanie hatte sich Mühe gegeben, die Wunde in ihrer Außenhaut zu überwalmen. Aus ihrem unkenntlich gewordenen Buchstaben war etwas Neues erwachsen. Ein ominöses Geheimzeichen, das er nicht zu entschlüsseln vermochte. Manche Dinge stachen schärfer betont hervor, andere traten in den Hintergrund. Wenn er blinzelte, was er bei grellem Licht zunehmend tat, sah er in den beiden aufrechten Herzbögen die Brust einer jungen Frau. Er konnte nicht verhehlen, dass ihn diese Momente berührten. Sie berührten ihn auf eine andere Art als die Erhabenheit des Baumes. Er dachte an eine Hand, die unter einen Rock wandert, und fühlte Regungen, die fordernd, jedoch nicht direkt unangenehm zu nennen waren.
Als er dieses Mal an den Stamm trat, spürte er, etwas war anders – als hätte eine Knospe ihre Spitze geöffnet und würde nun Frühlingsduft verströmen.
Durch das Blätterdach drang ein dunstig-mildes Zwielicht, das die Kontur der Rundungen glättete und bernsteinfarben erglühen ließ. Möglicherweise lag es an diesem Licht und seinen Effekten, dass er den Baum und seine gefurchte Borke anders sah als jemals zuvor. Flechten und Risse wirkten mit einem Mal wie ein gemustertes Kleid, das sich um die Lenden einer Frau schmiegt.
Das Herz hatte sich wulstig nach außen gedrückt, es wölbte sich unwiderstehlich aus dem Stamm, geschwollenen Brüsten gleich, die sich ihm darboten. Dort, wo das Herz in die mittige Spitze sank, war die Wulst besonders ausgeprägt, sie reckte sich ihm V-förmig entgegen, einladend und nahezu obszön.

Er drückte seinen kratzigen Bart auf den Wulst und schmeckte die herbe Rinde. Als er seine Zunge entlang der Mittelfurche des Herzens zog, nahm ihm der Geruch beinahe die Sinne. War es Einbildung oder erzitterte die Kastanie unter seiner Liebkosung? Er konnte nicht aufhören mit dem, was er tat, das Rascheln der Blätter erschien ihm mit einem Mal rhythmisch.
Endlich fand er eine Möglichkeit, dem einzigen Wesen, das ihm etwas bedeutete, nahezukommen. So nahe, wie sich Individuen nur kommen können. Der Zauber des Moments sollte nicht enden und so tat er alles, um die Verbindung nicht zu verlieren.
Wie im Rausch entledigte er sich seiner Kleider und drückte den Körper an den Stamm. Die Berührung der rauen Borke führte auf seiner nackten Haut zu einem Reigen wohlig schmerzhafter Reize, als würde sein Körper von einem niedergehenden Funkenregen überzogen.
Endlich vollführte er die Vereinigung mit diesem bewundernswerten Wesen, nach dem er sich in seinem tiefsten Inneren gesehnt hatte. Vorsichtig rieb er seine Körpermitte am kühlen Stamm und bedachte das Herz mit weiteren sanften Küssen. Er wusste, es brauchte nicht viel, um diesen intimen Kontakt zu einem Ende zu führen und befreit von allen Fesseln seines bisherigen Daseins ließ er es geschehen.
Wind fuhr in die Baumkronen ringsum und ließ sie heftig aufrauschen. Ermattet sank er am Fuß des Baumes nieder. Es dauerte einige Atemzüge, bevor er verstand, was mit ihnen geschehen war.

Nie zuvor hatte er seinen Körper derart intensiv gespürt und niemals war die Berührung eines anderen Wesens derart erfüllend gewesen. Da war etwas zwischen ihnen, etwas Gewaltiges, das vorher schon schlummerte, doch der intime Kontakt hatte es hervorgebracht. Dunkel erinnerte er sich an die Verliebtheit, die er einst gespürt hatte, doch hier und jetzt war es anders. Eine Gewissheit nahm Platz in seinem Bewusstsein. Die Kastanie würde ihn nicht enttäuschen.
Er nahm sich Zeit, weil er wusste, wie schnell Liebe zerbrechen konnte, wenn er zu forsch vorging. Alles in ihm verlangte nach einer zeitnahen Wiederholung, doch auch seine wundgescheuerte Zungenspitze und andere Überempfindlichkeiten zeigten ihm: Als schwacher Mensch musste er sich behutsam an diese besondere Form der Liebe gewöhnen. Er fand nicht, dass daran etwas falsch war, doch es erforderte gewisse Gewöhnungen und Umstellungen. Während dieses kleine Pflänzchen in ihm wuchs, hatte er ausreichend Zeit, sich weiter um den Wald zu kümmern.

Um die größeren Äste, die quer lagen, in kleinere Abschnitte zu sägen, stahl er die Bügelsäge seines Nachbarn aus der gemeinsam genutzten Garage. Er sägte so lange er vermochte, bis er vor Schmerz den Arm sinken lassen musste. Dennoch mochte er die harte Arbeit und das Gefühl, etwas zu bewirken. Es fühlte sich an wie Körperpflege, wie das Entfernen einzelner borstiger Haare oder das Schneiden von Fingernägeln – beides Tätigkeiten, die er an sich selbst nicht mehr ausführte, weil er sie als nicht mehr nötig erachtete.
Vor Wochen hatte er Geldbörse und Telefon auf den Esstisch gelegt, war der Arbeit ferngeblieben und hatte nicht mehr in seiner Wohnung genächtigt. Er wusste, diese Art Leben lag hinter ihm, es bestand nur aus grauer Bedeutungslosigkeit. Bei seinem letzten Besuch ließ er den Schlüsselbund auf der Garagentür stecken, er würde ihn nicht mehr benötigen.

Mit den Abschnitten der Äste blockierte er etwas entfernt den Weg, der in diesen Teil des Waldes führte, indem er sie zu einem Haufen auftürmte und mit allerlei stacheligem Gestrüpp bedeckte. Zusätzlich schob er Laub auf den Weg und verdeckte ihn, so gut es ging. Auch die Markierungen des Wanderwegs schabte er von den Stämmen und malte woanders neue. Er fand es erstaunlich, wie aufgeräumt und doch erfrischend natürlich der Wald danach auf ihn wirkte.
Mittlerweile konnte er die feinen Gerüche des Waldes unterscheiden, roch die Botenstoffe der Bäume, unterschied Zufriedenheit und Verlangen, aber auch Durst und Alarm. Seine Ernährung hatte er gänzlich umgestellt auf Beeren, aber auch Insekten, die über die Baumrinde liefen und nach einem wunden Punkt suchten, um in die Rinde einzudringen. Gerne folgte er den Hilferufen der Bäume. Es hatte etwas von Lausen, fand er. Der Gedanke gefiel ihm und brachte ihn zum Schmunzeln. Die Bäume dankten ihm die Pflege mit Zuckerwasser, das sie aus den Blättern tropfen ließen, er musste nur den Mund darunter halten.

Symbiose las er in einem seiner Bücher, dem schimmelgrünen mit dem abgegriffenen Einband, mit dem er einst Fliegen totschlug bevor er anfing, sie zu essen. Zusammenleben zum gegenseitigen Nutzen. Er wusste, der Baum stand in Kontakt mit seinen Artgenossen und sein Wurzelwerk bildete mit dem Pilzgeflecht im Waldboden ebenfalls eine Symbiose. Diese Verbindung spürte er auch, wenn er die Zehen ins Laub grub, und sie war sinnvoll und wichtig. Doch an die tiefe Liebe, die ihn mit der Kastanie verband, konnte der Austausch im Wurzelwerk nicht heranreichen. Was sie verband, ging weit über eine Zweckgemeinschaft hinaus.

Mittagssonne brach sich den Weg durch das Blätterdach, tauchte das goldbraune Laub in Sprenkel gleißender Helligkeit. Ein Strahl fand den Weg vorbei an Ästen und Blattwerk und tunkte das Herz in der Kastanienrinde in warmes Himmelslicht. Wieder meinte er, es schwelle ihm entgegen, schmatze nahezu sehnsüchtig nach der Berührung seiner Zungenspitze. Länger schon und vor allem dauerhaft hatte er die Kleider abgelegt und mit ihnen alle Scham. Niemand war anwesend, der an seinem aufrechtstehenden Gemächt Anstoß genommen hätte oder daran, dass er sich an den Baum klammerte und die eine Stelle mit Küssen überdeckte, während er sich rhythmisch bewegte.
Heute war das Herz besonders gierig, wie ihm der eifrige Fluss des Baumsaftes verriet. Er hatte sich angewöhnt, schmutzige Dinge zu seiner Liebsten zu sagen, während er es tat. Und es schien ihr zu gefallen, wie er an den Säften spürte, die durch die Bastschicht schossen. Er roch den Kohlenstoff, der vom Baumwipfel zu den feinsten Wurzeln transportiert wurde, dort das symbiotische Pilzgeflecht speiste, das sich mit Nährstoffen revanchierte. Alles, was seiner Kastanie guttat, tat auch ihm gut. Und doch konnte es mit dem Kochen der Säfte, die er dem Baum durch seine Zuwendung bescherte, keinesfalls wetteifern.

Sein Schnäuzer und Kinnbart waren bretthart geworden vom getrockneten Baumsaft, wodurch es um einiges leichter wurde, seinen Mund an der aufgeworfenen Rinde zu platzieren und längere Zeit die Position zu halten.
Mit zunehmender Übung wuchs auch die Tiefe der gegenseitigen Befriedigung, das spürte er deutlich. Es war wie in einer guten Ehe und wie ein liebevoller Ehemann wich er fortan nicht mehr von ihrer Seite und las jeden Wunsch von den Lippen ab. Sein großes Vorbild waren zwei Bäume etwas den Taleinschnitt hinab, Buche und Kiefer. Sie wuchsen eng umschlungen, stützten sich gegenseitig, tranken dasselbe Wasser, teilten Wurzelgeflecht und Nährstoffe und waren glücklich miteinander. Sie würden gemeinsam altern und sterben, zu Boden sinken und verfallen. Mit allem, was sie jemals gewesen waren, würden sie ihrem Nachwuchs den Boden bereiten, ihn füttern, nähren und die Zukunft bereiten.
Wenn er nicht gerade aufräumte, die Vereinigung vollzog oder den Stamm nach Insekten absuchte, umarmte er den Stamm und grub seine Zehen in die Erde. Dort prüfte er den vom mächtigen Wurzelwerk durchzogenen Nährboden, dessen Ströme ein aufregendes Kribbeln in seine Fußsohlen aufsteigen ließ. Gesund, dachte er und lächelte, es fehlte ihnen an nichts.

Mit den ersten Herbststürmen fielen stachelige Kastanien auf den Waldboden. Aus denen, die aufplatzten, kullerten glänzende dunkelbraune Kugeln. Er freute sich über die Frucht seiner Lenden, sammelte händeweise ihrer gemeinsamen Nachkömmlinge und vergrub sie im ganzen Wald an vielversprechenden Stellen. Besonders geeignet erschienen ihm Lichtungen in Nähe von Wasseradern, die er unter der Humusschicht im Mineralboden wahrnahm.
Als die Blätter fielen und die Nächte kühler wurden, schmiegte er sich an den Stamm und half der Kastanie, zur Ruhe zu kommen. Der Baum dankte es ihm mit liebevoller Zuwendung und warf seine Blätter ab, mit denen er sich fortan nachts bedeckte. Er spürte das Ende des Wachstumszyklus, die Natur bereitete sich auf den nahenden Winter vor.
Von seiner einstigen Leibesfülle war ihm nicht viel geblieben. Mit jedem Tag verlor er mehr seiner Kraft und der andauernde Herbstregen ließ ihn ausgemergelt und zitternd zurück. Zugleich wusste er, wie wichtig Regen und Kälte für die Regeneration des Waldes und seinen Fortbestand waren und an diesem Ziel hatte er eifrig mitgewirkt.

Aus seiner Erschöpfung wuchs der Wunsch zu schlafen. Er hatte alles erlebt und getan, was einen Menschen ausmacht, hatte Liebe und Gemeinschaft erfahren, Leben gezeugt und für reichlich Nachkommen gesorgt. Sein Lebenswerk war vollbracht, nun war es an der Zeit loszulassen. Er schmiegte sich an den rauen Stamm und küsste ein letztes Mal das Zeichen, das in einem anderen Leben einmal ein K gewesen war.
Im nächsten Frühjahr sprossen auf vielen Lichtungen und Kahlstellen zarte Kastanienkeime aus dunkelbraunen Samen. Sie wanden sich wie weißliche Würmer aus der Frucht, reckten ihre Spitzen der Sonne entgegen und schlugen ihre feinen Wurzeln in den feuchten Waldboden, wo sie vom Pilzgeflecht begrüßt wurden, mit dem sie sich sogleich verwoben.
Am Fuße der mächtigen Kastanie lag ein Skelett, sauber abgefressen von allerlei Maden, Gewürm und Mikroorganismen. Friedlich lag es dort, zusammengekauert wie ein Embryo, eingesunken in ein Polster aus braunem, nassem Laub. Die Fingernägel waren lang, die Haare auf dem kahlen Schädel zottelig und die Zähne bleckten ein versonnenes Lächeln.
Aus der Erde am Grund des Brustkorbs begrüßten Winterlinge die Wärme des jungen Jahres mit leuchtend gelben Blüten, aus deren Anordnung sich ein Buchstabe ergab, ein kraftvoll geschwungenes K.

 
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Hey @Rob F,

Auch aus meiner Sicht entwickelt die Erzählung einen Sog
Vor dem Lesen hätte ich auch nicht geglaubt, dass das jemand erzählen kann, ohne dass ich beim Lesen denke "wie abwegig, so würde sich doch nie jemand entwickeln, im Wald mit einem Baum ...". Aber es ist dir m.E. sehr gut gelungen, es wirkt alles andere als konstruiert.
Spricht dafür, dass die Grundidee durch den Text zieht und funktioniert, das ist ja schon mal ein Pfund.
Sehr interessanter und gut formulierter Text, in dem Fall ja tatsächlich in einer "erzählenden" Art, die mir sonst bei Geschichte eher nicht so gefällt.
Hab bewusst diese Perspektive mit Draufblick und auch die altertümlich anmutende Sprache gewählt, weil mir Distanz an der Stelle wichtig ist. Ich wollte von ihm erzählen, nicht durch ihn.
Deine Anmerkungen bezgl. der Formulierungen habe ich geprüft und teilweise umgesetzt. Dort, wo dir was fehlte oder wo du PQP vorgeschlagen hast, möchte ich das erstmal so lassen, weil es sich womöglich antiquiert liest, aber so nicht falsch ist. Und es passt für mich zum Ton der Erzählung. Da ich nochmal überarbeiten will, erübrigt sich das ein oder andere vermutlich auch, bzw. es fließt mit ein.
Die Fingernägel waren lang, die Haare auf dem kahlen Schädel zottelig und die Zähne bleckten ein versonnenes Lächeln.
Nicht dass ich davon Ahnung habe ... aber sind die Fingernägel und die Haare dann noch da?
Das Körpergewebe löst sich in einem Sarg in ein bis zwei Jahren auf, bis zur Skelettierung. Haare und Fingernägel benötigen ca. vier Jahre. An der frischen Luft geht es achtmal schneller. Kommt also hin.

Danke für deinen Gegenbesuch, Rob und frohes Schaffen, peace, l2f

 
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Hallo Jimmy,

Im Grunde ist er fast ein Störenfried. Er dringt einfach in eine fremde Sphäre ein, er nistet sich da fast ein, entnimmt der Natur Dinge, zwingt dem Baum sein Gemächt auf mehr oder weniger - da könnte man auch sagen, das ist aber ein ganz schön respektloser Typ, der mißbraucht die Natur, beutet sie für seinen Zweck aus. Gut, am Ende stirbt er zwar, aber vorher hat er sein Ideal erfüllt.
Ist eine mögliche Lesart, als Allegorie, Mensch vergewaltigt Natur, doch die sitzt es aus, bis er weg ist. Da wäre auch viel Verblendung und Selbstüberschätzung am Start, vieles wird hineininterpretiert in das Verhältnis Mensch/Natur und etwas gesehen, was gar nicht da ist. Es ist wie du sagst, er benötigt die Natur, sie ihn nicht. Schön, dass du über diese Lesart nachdenkst, ich wollte es offen lassen, bewusst nicht ins eindeutig Surreale abdriften lassen.
Mir nicht klar, wie er von diesem Mädchen K, die ihn nur einmal so fast rangelassen hat, zu diesem heftigen Baumfetisch kommt. Was sublimiert sich da? Mich erinnert dein Text an so Sachen von Gerard de Nerval, 19 Jahrhundert, Novellen, wo minutiös nachgezeichnet wird, wie ein Mensch wahnsinnig wird. Wie es sich immer weiter um ihn zuzieht, und er in seiner Tragik nicht mehr anders kann. Das fehlt mir hier.
Der Schritt von K zur Kastanie hat für mich nicht mit Sublimation zu tun, es wird nichts überhöht, eher kompensiert, überwunden und anders fortgeschrieben. Für mich ist das keine sexuelle Spielart, insofern trifft da Baumfetisch nicht, sondern der Wunsch, dem Leben Bedeutung zu verleihen, durch Partnerschaft, Positionsbestimmung in einem Sozialgefüge, Fortpflanzung, etc.. Alles Dinge, die möglicherweise nur in seiner Einbildung stattfinden, da wären wir wieder bei der Verblendung, der Umdeutung der Realität, dem Trumpismus. Vielleicht kann er nicht anders, wie du schreibst. Sind wir da so anders? Mit welchen psychischen Vorgängen ist unser Verhältnis zur Natur zu erklären? Wir ficken sie alle, benutzen sie, sind sehenden Auges dabei, uns als Menschheit abzuschaffen und bringen es seit dreißig Jahren nicht, Gegenmaßnahmen zu treffen. Wahnsinn würde ich das nicht nennen, auch beim Prota nicht. Gebe zu bedenken, dass er der Natur nicht so schadet, wie der zivilisierte Mensch. Was ist es dann? Für mich Verdrängung zum Erhalt, bzw. Erlangen des bequemen modernen Lebensstils, gepaart mit der Unfähigkeit, Probleme taktisch anzugehen, bevor sie auf der Fußmatte stehen. Was also wollen wir dem Prota vorwerfen? ^^
Ich bekomme auch nie die andere Seite von ihm gezeigt, die in seiner "normalen" Welt, wie funktioniert er denn da? Wie verhält er sich denn da? Und was ist dann das Momentum, in dem er sich entscheidet, diesen krassen Schritt zu tun? Einfach in die Wälder gehen.
Ich dachte, dazu brauche ich den Einstieg, diese Flucht aus Druck und Tristesse. Momentan schnippsel ich rum und steige mit dem Hemingway-Satz ein (cheerio^^), dann wäre das komplett weg. Wenn ich das später bringe, ginge es nur als Rückblende, was in seiner Entwicklung immer ein Rückgriff wäre. Ich weiß noch nicht, wie ich es anstellen soll.
Auf den Sex und diesen ganzen Liebesakt hätte ich verzichten können. Warum? Bringt das mehr? Ist es nur dann eine Symbiose, wenn man sich irgendwie penetrativ vereinigt?
Kann ich verstehen und habe auch lange überlegt, ob ich es reinnehme, wie explizit ich werde usw.. Ich denke, das Sexualität als Trieb und Triebfeder uns ängstigt, was damit zusammenhängt, dass Reproduktion der Lebensinhalt der gesamten Flora und Fauna ist, mit einer Ausnahme: dem Menschen. Wir trauen dem nicht und versuchen uns was anderes weiszumachen. Obwohl wir ach so aufgeklärt uns schlau sind, reden wir nicht gerne offen über Sex und Erotik, doch sobald wir Männer alleine sind, schauen wir uns Pornos an.
Schwieriges Feld, die Erotik, auch hier bei den Wortkriegern, ganze 11 Geschichten dieses Jahr, oft mit humoristischem Einschlag. Gute Erotik ist schwer, oft lachen wir das weg, klar, unfreiwillig komisch, reagieren fast wie Schuljungs oder Voyeure, die erwischt wurden. Aber mein Ziel ist nicht, das zu lassen, sondern da besser zu schreiben, so zu schreiben, dass es ankommt und nicht diese Abwehr hervorruft. Warum einen ganzen Bereich ausklammern, der ein wichtiger und natürlicher Teil des Menschseins ist? Vereinigung und vermeintliche Reproduktion ist für meinen Prota in der Logik der Figur ein Anliegen, das ihn bindet und ihm Erfüllung gibt, unabhängig von der Deutung. Da möchte ich schon weitermachen und das besser geschrieben drinlassen.

So muss in die Waagerechte, Nacht und peace, l2f

 
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Lieber @linktofink ,

so nun endlich ist mal deine Geschichte dran, die hier ja schon eine Weile steht und die ich heute gemütlich lesen konnte.
An Textkritik wirst du von mir nichts zu sehen bekommen heute, weil ich nichts gefunden habe oder anders gesagt, ich hatte meinen Fokus einfach nicht darauf gelegt und bin zudem auch nicht über Klopfer, noch nicht mal Tippfehler gestolpert.

Doch an einer Stelle schreibst du Buche (und Kiefern kommen dann auch noch) und ich würde da Buchen schreiben, aber die Stelle hab ich nicht rauskopiert. Sorry.

Ich mag Kurzgeschichten, die sich mit einer völlig neuen Welt befassen, neue Sichtweisen vor meinen Augen entstehen lassen und das ist dir mit diesem Plot verflucht gut gelungen.
Respekt. Dein Protagonist entwickelt sich anschaulich und nachvollziehbar zum Liebhaber eines Baumes, nein eigentlich eines Waldes, denn er pflegt ihn ja akribisch und du stellst es nicht so dar, dass er es nur tut, um der Kastanie ein Geschenk zu machen. Nein, ich glaube, da hat jemand die Liebe zur Natur und später zur Natürlichkeit entdeckt und lebt diese immer extremer aus.
Das beschreibst du einerseits sehr ausführlich, andererseits aber auch so, dass ich deinem Protagonisten ohne Zweifel folge. Ich sehe nirgendwo Brüche oder gar Unstimmigkeiten.
Besonders gut gefallen hat mir sein Einpflanzen der Kastanien, um den Fortbestand zu sichern. Fast so eine Art Vaterrolle, die er da übernimmt.

Trotzdem geht mir das Ende dann doch zu schnell. Der Winter, der ja unbedingt von ihm eigene Maßnahmen erforderlich macht, damit er überlebt, kommt mir zu rasch und sein Ende ebenfalls.
Meine Idee dazu wäre die, dass er sehr wohl weiß, dass er nicht für den Winter als Mensch vorgesorgt hat, sondern dass er jetzt vor dem Winterbeginn mental sich so weit entwickelt hat, dass er bereit ist in den Kreislauf der Natur einzutreten und ihn mitzuerleben mit all seinen Konsequenzen und eben dieser Vergänglichkeit.
Wie wäre es, wenn er sich kurz vor seinem Ende vorstellt, wie natürlich es dann sein wird, dass sein Körper verwesen wird und wie du so schön beschreibst, durch Insekten zersetzt wird und er dann letztendlich sich als einen Anteil Kompost und wichtigen Dünger für die Kastanie begreift und genau deswegen mit seinem Ableben versöhnt ist. Ist es doch ein guter wichtiger Teil, um das Überleben der Kastanie zu sichern.
Ich würde es auch gut finden, auch wenn dadurch die Geschichte noch länger wird, wenn man als Leser deutlich mehr über seinen Tod und seine Gedanken, aber vor allen Dingen die Reaktion des Baumes darauf erfährt. Da huscht du ein bisschen zu fix zum Ende hin.

Trotzdem, wie immer jammere bzw. fordere ich auf hohem Niveau, ist dir eine runde gut erklärte Geschichte über ein verblüffendes Thema gelungen.

Lieben Gruß

lakita

 
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Hi @jimmysalaryman,
noch ein Nachhapp zu deinem Kommentar, der vieles bei mir angestoßen hat.

Warum dann so unentschieden? Das ist ja eine Urangst - wie weit kann man gehen, ohne eine Abfuhr zu risikieren? Was passiert, wenn ich eine Abfuhr kassiere? Warum passiert das? Du lässt das unbeantwortet, das Mädchen mit K fährt einfach weg, und das ist doch ein gutes Ende für diesen Absatz. Da braucht es keine Erklärung mehr, ihre Handlung ist Eklärung genug. Vorher ist es aber ein Hin und Her, und sollte das daran liegen, dass der Protagonist sich diese Szene im Rückblick versucht zu erklären, müsstest du die Perspektive wechseln.
Dieses Vorkommnis, das ihn so verändert hat, habe ich ausgeführt, um diese Unentschiedenheit zu beantworten. Ich weiß nicht, ob es dem Text dient, die Stelle dadurch an Klarheit gewinnt oder die Intimität eher vom Text entfernt.
Das ist ein guter Absatz. Ich würde den aber eher später bringen. Da liegt doch auch eine ungemeine Spannung drin, was mit diesem Baum jetzt ist, K, das ist der Titel der Geschichte, ich würde da nicht sofort alles verraten. Dass er erst sieben Jahre später wieder zurückkommt, das ist so ein brachialer Fakt, das wirkt auch so.
Ich verstehe den Punkt nicht sofort alles zu offenbaren, weiß aber nicht, wie ich den Text dahingehend umstricken soll, weil das die Erinnerungen sind, die direkt an die Oberfläche kommen. Wenn ich das hinauszögere, fühlt es sich an wie eine falsche Reihenfolge.
Er konnte nicht sagen, warum er zurückkehrte. Dann wird es mir aber doch irgendwie gesagt, milde Neugierde, wehmütiger Blick. Warum nicht auslassen? Warum nicht ganz nah beim Personal bleiben. Wir wissen es nicht. Jetzt ist er da und findet das Herz schnell wieder.
Hab das umgeschrieben, konkreter gefasst und das Kursive weggelassen.
"Was ihn anfangs zurückbrachte, konnte er nicht sagen, er spürte, der Wald tat ihm gut. Bei seinen bald täglichen Besuchen begann er, die Wege zu verlassen und tiefer in den Wald zu dringen. Sein Blick wanderte die Stämme hoch und suchte zwischen den vielen Blättern nach dem einen besonderen. Es wurde ihm klar, er war auf der Suche nach etwas, das er dort verloren hatte. Das Herz hatte er schnell gefunden und mit ihm einen Teil desjenigen, der er früher gewesen war."
Er säubert penibel dieses Umgebung dieses Ortes, dann dringt er durch die ersten Schichten, um auch dort den Unrat zu finden und zu entsorgen. Das ist eine tolle Szene, die auch symbolhaft ist. Du schickst dann aber diesen Absatz davor, der mir die Motivation erklärt. Dass ihn der Ort und was er damit verbindet, stark berührt, wird doch klar. Ich glaube, du nimmst deinem Text auch hier die Wirkung. Für mich wirkt eine Handlung stärker als eine Nacherzählung.
Die Erklärungen habe ich gestrichen, finde es jedoch schwierig, alles Erklärende aus dem Text rauszuhalten. Ich vermute, das ist auch eine Folge der Perspektive. Ich schreibe sehr selten auktorial, für den Text schien es mir passend, auch das Nacherzählende, ebenso wie Handlung oder Dialoge für mich hier unpassend scheinen.
Warum geht er zum Tennisheim? Was macht er da? Ein Doppel spielen? Das kommt total aus dem Nichts. Und hier könntest du doch reingehen. Der verliert immer mehr seine Sprache, und das könntest du doch zeigen, wie er da im Gespräch herumstammelt und nach Worten sucht, wie er sich immer weiter vernachlässigt und die anderen sich irgendwie Sorgen machen, aber ihn irgendwie auch bewundern. Das hat so was Britisches, wo Exkzentriker und Käuze geschätzt werden. Nur hier kommt dieses Skurrile nicht zum Tragen, weil du da rasch drübererzählst, als hättest du keine Zeit. Da könnte man was Wes Anderson-mässiges draus machen.
Das Tennisheim ist für mich wie das Tor zurück. Die Polohemden stehen da wie Torwächter, die ihn prüfen und durchwinken. Ich habe jetzt auch klarer geschrieben, dass er da den Müll entsorgt, damit sein Tun nicht aus dem Nichts kommt. Klar könnte man das Skurrile ausführen, das Exzentrische breiter erzählen, aber vielleicht nicht ich.
Peter Wohlleben lässt grüssen! Er fühlte sich wahrlich vom Wald begrüßt. Wie äußert sich das? Welche Erlebnisse hatte er, dass er das so konstatieren kann?
Habe das ausgeführt:
"Bäume kommunizierten miteinander, las er dort und wahrlich fühlte er sich vom Wald willkommen geheißen, sobald er ihn betrat. Aus dem Rascheln der Blätter hörte er geflüsterte Grüße, so zart und flüchtig, dass er sie nicht greifen konnte. Er antwortete, indem er höfliche Formeln murmelte und dazu den Kopf nach rechts und links beugte."
Da steckt das drin, der alte germanische Mythos der Baumverehrung. Aber wie lehrt ihn der Baum innere Haltung? In dem er einfach da ist? In dem er ist, wie er ist?
Habe versucht, das genauer zu fassen:
"Die Ruhe und die Schlichtheit des Wesens beeindruckten ihn, ebenso die enorme Standhaftigkeit und Größe. Es gab so vieles, was die Kastanie ihn lehrte, vor allem innere Haltung und Genügsamkeit. Sie war einfach da und blieb, wer sie war, ohne den Versuch, mehr zu erscheinen."
Und dann: Wortwahl. In einem solchen Text Wörter wie Lieblingsstelle und Grandezza zu lesen, das passt für mich nicht. Lieblingsstelle klingt so wie eine Boutique. Das ist wie Lieblingsmensch. Der Ort bedeutet ihm doch viel mehr, das hat fast metaphyische Qualität, da fällt ein solches Wort einfach auf. Das ist leicht und flüchtig. In deinem Text entscheidet sich aber ein Mensch für etwas Großes, und ich denke auch, wenn du wie ein Baum auftrittst, ist es doch eben nicht Grandezza, nicht leicht und elegant, sondern eben standhaft, breit und bestimmt. Oder sehe ich das vollkommen falsch?
Bei Lieblingsstelle stimme ich zu, das ist weg, weil zu nahe an Lieblingsmensch. Bei Grandezza war ich überrascht, "(besonders bei Männern) hoheitsvoll-würdevolle Eleganz der Bewegung, des Auftretens" (Duden) passte für mich, weil es doch genau das ist, was er als kleiner Mensch gegenüber den großen Wesenheiten der Bäume anstrebt? Ist dennoch weg, weil der Punkt breit, standhaft und bestimmt mich überzeugt hat.
Ich weiß nicht, was mich stört. Ich glaube, ich empfinde die Sprache manchmal als irgendwie altertümlich, verkomplizert. Wie dieses: nicht direkt unangenehm. Außer, du wolltest so klingen.
Kann ich nachvollziehen, doch den Erzähler habe ich so angelegt und wollte, dass das so klingt wie eine altertümliche Erzählung.
Geschwollene Brüste sind demnach obszön. Das ist vielleicht etwas drastisch, oder? Also er sieht diesen Baum als Frau, bzw als weiblichen Körper. Das finde ich interessant. Warum gerade jetzt? Was ist passiert? Brauchte er diesen Vorlauf, die Entdeckung des Sprituellen, das Wahrnehmen und Aufnehmen des Waldes als Ganzes? Oder will er das so gar, will er das so sehen, ist es eine bewusst unbewusste Entscheidung? Das kommt etwas plötzlich aus der Hüfte geschossen.
Obszön heißt für mich erstmal unanständig und da geht es um den Wulst, der sich ihm entgegenreckt. Finde das passend, dass Prota das so empfindet. Warum er gerade jetzt den Baum als Frau sieht, ist für mich eine Mischung aus allem, er will das so und es ist quasi der logische nächste Schritt in seiner Entwicklung/ Transformation. Habe das ergänzt, um seine Wahrnehmung klarzumachen.
"Möglicherweise lag es an diesem Licht und seinen Effekten, dass er den Baum und seine gefurchte Borke anders sah als jemals zuvor. Flechten und Risse wirkten mit einem Mal wie ein gemustertes Kleid, das sich um die Lenden einer Frau schmiegt."
Das ihn jemand dabei beobachtet und ihn vollkommen für irre erklärt. Ich würde mich auch selbst fragen, wo dieser plötzliche Drang herkommt, da schaltet sich doch irgendwann der letzte Rest Ratio ein, oder meinst du nicht?
Für mich lebt er zunehmend in seiner eigenen Wirklichkeit, egal, ob er diese fantasiert, oder diese seltsamen Veränderungen tatsächlich stattfinden. Für mich hat er den sogenannten gesunden Menschenverstand lange hinter sich gelassen.

Danke für deine Kommentar, peace, l2f.

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Hallo, @lakita,

An Textkritik wirst du von mir nichts zu sehen bekommen heute, weil ich nichts gefunden habe oder anders gesagt, ich hatte meinen Fokus einfach nicht darauf gelegt und bin zudem auch nicht über Klopfer, noch nicht mal Tippfehler gestolpert.
das ist schon gut zu lesen, wenn gelingt, das so aufzunehmen. Gerade der Einstieg in den Text haperte und da habe ich gegenüber der Version, die du gelesen hast, nochmal viel geändert. Für mich ist das ein Text, an dem ich ewig weiterschnippseln könnte, immer wieder was streichen und an anderer Stelle was hinzufügen. Jedes Mal, wenn ich ihn lese, geht mir das so und ich überarbeite ihn ständig. Ich denke mal, ganz fertig wird er nie.
Doch an einer Stelle schreibst du Buche (und Kiefern kommen dann auch noch) und ich würde da Buchen schreiben, aber die Stelle hab ich nicht rauskopiert. Sorry.
Da geht es um eine Buche und eine Kiefer, die zusammengewachsen sind und fast einen Organismus bilden. Für ihn ist das eine Art Vorbild, wo er hinmöchte, das ist seine idealisierte Vorstellung einer Partnerschaft.
Ich mag Kurzgeschichten, die sich mit einer völlig neuen Welt befassen, neue Sichtweisen vor meinen Augen entstehen lassen und das ist dir mit diesem Plot verflucht gut gelungen.
Respekt.
Das ist dir mit der "Rache der Blaublütigen" auch gelungen ;), wenn auch völlig anders.
Das beschreibst du einerseits sehr ausführlich, andererseits aber auch so, dass ich deinem Protagonisten ohne Zweifel folge. Ich sehe nirgendwo Brüche oder gar Unstimmigkeiten.
Besonders gut gefallen hat mir sein Einpflanzen der Kastanien, um den Fortbestand zu sichern. Fast so eine Art Vaterrolle, die er da übernimmt.

Trotzdem geht mir das Ende dann doch zu schnell. Der Winter, der ja unbedingt von ihm eigene Maßnahmen erforderlich macht, damit er überlebt, kommt mir zu rasch und sein Ende ebenfalls.
Meine Idee dazu wäre die, dass er sehr wohl weiß, dass er nicht für den Winter als Mensch vorgesorgt hat, sondern dass er jetzt vor dem Winterbeginn mental sich so weit entwickelt hat, dass er bereit ist in den Kreislauf der Natur einzutreten und ihn mitzuerleben mit all seinen Konsequenzen und eben dieser Vergänglichkeit.
Wie wäre es, wenn er sich kurz vor seinem Ende vorstellt, wie natürlich es dann sein wird, dass sein Körper verwesen wird und wie du so schön beschreibst, durch Insekten zersetzt wird und er dann letztendlich sich als einen Anteil Kompost und wichtigen Dünger für die Kastanie begreift und genau deswegen mit seinem Ableben versöhnt ist. Ist es doch ein guter wichtiger Teil, um das Überleben der Kastanie zu sichern.
Hab ich ja ähnlich schon drin, als er über Buche und Kiefer nachdenkt: "Mit allem, was sie jemals gewesen waren, würden sie ihrem Nachwuchs den Boden bereiten, ihn füttern, nähren und die Zukunft bereiten."
Von der Gewichtung her stimme ich dir zu, ich beschreibe einer Zyklus und das Ende ist kurz, das könnte allmählicher und vorbereiteter kommen. Klar, auch mit mehr gedanklicher Beschäftigung. Eine Aufgabe für die nächste Überarbeitungsrunde.
Ich würde es auch gut finden, auch wenn dadurch die Geschichte noch länger wird, wenn man als Leser deutlich mehr über seinen Tod und seine Gedanken, aber vor allen Dingen die Reaktion des Baumes darauf erfährt.
Mit der Reaktion des Baumes bin ich vorsichtig, da werde ich nichts zu schreiben, weil ich die Lesart, dass sich alles nur in seiner Vorstellung abspielt, ebenso möglich lassen will, wie die surreale Variante.

Danke für deinen Kommentar und deine Gedanken, peace, bis bald, l2f.

 
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Lieber @linktofink,


ich kenne das gut, habe auch manche Geschichte, an der mir jedes Mal beim erneuten Durchlesen was Besseres einfällt an Formulierungen und Hinzufügungen.

Ich wollte aber nochmals einen Punkt aufgreifen, den ich bemängelt hatte und das war, dass ich dein Ende viel zu rasch und kaum dargelegt vorfand.
Ich hatte vorgeschlagen, neben dem, was deinen Protagonisten antreibt und wie es sich für ihn anfühlt, nichts mehr zu tun, auch die Reaktion des Baumes zu schildern. Damit meinte ich keinesfalls einen Perspektivwechsel und gar noch so a la Peter Wohlleben nun einen fast sprechenden Baum. Sondern es sind doch diese Kleinigkeiten, die Großes bewirken. Es fällt Laub. Es fällt vielleicht extra viel Laub auf deinen Protagonisten, der Baum deckt ihn vielleicht mit Ästen und Ästchen zu, bildet Luftwurzeln, um ihn zu umhüllen oder biegt tiefergelegene Wurzeln hoch, um ihn von sich wegzuschieben. So etwas in dieser Richtung hatte ich gedacht.
Oder strömt er extra einen besonderen Lockstoff aus, dass besondere Insekten kommen können, die den Protagonisten schneller zerlegen und so weiter. Also ich dachte an vollkommen natürliche Vorgänge, die kein HokusPokus sind, sondern die man einerseits als ganz normale Reaktion eines Baumes betrachten kann, aber natürlich, wenn man möchte auch im Sinne deines Protagonisten als eine Art Verschmelzung zwischen Mensch und Natur nach den Regeln der Natur, denen er sich ja vollständig unterwirft.

Lieben Gruß und ich wünsche Erfolg beim Überarbeiten

lakita

 
Monster-WG
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Moin, liebe @lakita,
da der Baum bereits Winterruhe hält, ist das schwierig mit aktiven Maßnahmen wie Wurzeln bilden oder Botenstoffe losschicken, die Empfänger pennen ja schon alle. :D Da kann sich allenfalls passiv was ergeben und das habe ich jetzt mal so drin, als möglicher Turn hintenrum:

Aus der Erde am Grund des Brustkorbs begrüßten Winterlinge die Wärme des jungen Jahres mit leuchtend gelben Blüten, aus deren Anordnung sich ein Buchstabe ergab, ein kraftvoll geschwungenes K.
Bin mir nicht sicher, ob es eine Verbesserung darstellt, das Ende mit den gebleckten Zähnen reicht mir eigentlich. Erstmal bleibt es so, schau ich mir später nochmal an.
Peace und schönen Tag, l2f

 
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Hallo @linktofink,

eine merkwürdige und zugleich großartige Geschichte hast Du uns da aufgetischt! Ich stimme mit MRG darin überein, dass Du die Geschichte trotz – oder gerade wegen – des „schrägen“ Protagonisten und des „abgefahrenen“ Inhalts besonders glaubwürdig rüberbringst.

Würde man den Protagonisten und seine Motive nicht durch Deine Schilderungen kennen, würde man ihn für genauso verrückt halten wie viele Aussteiger, Obdachlose und andere „Durchgeknallte“, die reif für die Psychiatrie sind. Aber das soll ja gute Literatur gerade leisten: auch ungewöhnlichen Erfahrungswelten für uns nachvollziehbar zu machen. Durch Deine behutsamen und bedächtigen Beschreibungen ist Dir das besonders gut gelungen. Ich habe mich irgendwann gar nicht mehr über seine Verrücktheiten gewundert und auch auch nicht über seinen Tod, alles wirkt konsequent und dadurch wunder-bar.

Deine erotischen Stellen erinnerten mich stellenweise an „Freitag oder im Schoß des Pazifik“ von Michel Tournier. Dessen Robinson-Figur im Roman leidet nicht mehr unter der Einsamkeit, sondern findet in einer Erdhöhle (!) lustvolle Erfüllung. In der Psychoanalyse nennt man so etwas „philobatisches“ Erleben: Ein Gegenstand aus dem Naturbereich - Berg, Meer, Luft oder eben ein Baum - wird zum Lustobjekt und löst manische Zustände aus. Gerade diese, so weiß man, führen aber nicht selten in die Katastrophe. Dass Du Deinen selbstvergessenen Protagonisten draußen erfrieren lässt, ist daher ein durchaus realistisches Ende.

Nun habe ich doch noch ein Aber: Philobatisches Erleben stellt eine regressive Verarbeitung eines meist depressiven Grundkonflikts dar. Das heißt, das Aufgehobensein im guten Objekt (Mutter Natur) repräsentiert zugleich die Distanz vom bösen, weil enttäuschenden Objekt (die Geliebte, die einen nicht liebt oder die als schwierig empfundene Menschenrealität). Diesen Aspekt hast Du, finde ich, nicht gründlich genug herausgearbeitet. Die Wut Deines Protagonisten richtet sich lediglich gegen sich selbst. Noch glaubwürdiger wäre es, wenn er sein ursprüngliches „Objekt“ K., die ihn überstürzt verlassen hat, aufrichtig hasst. Vielleicht auch die Frauen oder die Menschheit Allgemeinen. Mir erscheint das in Deiner Geschichte zu glatt und zu wenig konflikthaft, um wirklich glaubwürdig zu sein.

Trotz allem, ich freue mich auf weitere „abgefahrene“ Geschichten von Dir!

Liebe Grüße, A. Martin

 
Monster-WG
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Hallo @A. Martin, danke für deinen Kommentar und herzlich Willkommen bei den Wortkriegern,

hier geht es um Textarbeit, das gilt für die eingestellten Geschichten ebenso wie für die Kommentare, die ein gewisses Maß an Reflexion und Genauigkeit erfordern. Bei dem Satz habe ich mich gleich mal so richtig heftig verschluckt:

Würde man den Protagonisten und seine Motive nicht durch Deine Schilderungen kennen, würde man ihn für genauso verrückt halten wie viele Aussteiger, Obdachlose und andere „Durchgeknallte“, die reif für die Psychiatrie sind.
Dazu mal ein ernstes Wort. Ich gehe davon aus, dass du das, was du damit sagst, nicht so meinst. Du hast nicht drüber nachgedacht, in dubio pro reo. Ansonsten würde das im Umkehrschluss bedeuten, dass du viele Aussteiger und Obdachlose für durchgeknallt und reif für die Psychiatrie hältst. Das ist leicht dahergesagt, zu leicht, da geht bei mir direkt der Menschenbild-Alarm los. Aber auch beim Begriff "Durchgeknallte" muss ich schlucken, wenn du damit psychisch erkrankte Menschen meinst. Das wirkt alles schon sehr abwertend, wenn nicht gar stigmatisierend. Da würde ich mir eine größere Sensibilität wünschen, vor allem von jemand, der über philobatisches Erleben und regressive Verarbeitung schreibt, was einen entsprechenden Hintergrund andeutet, oder ist der nur angelesen?

Zum Text. Es freut mich, dass die Geschichte bei dir Anklang gefunden hat, abgefahren und schräg nehme ich positiv und dass es dennoch glaubwürdig ist, freut mich. Der Schwerpunkt lag auf den Beschreibungen und ich nehme gerne auf, dass diese dir das Innenleben haben nachvollziehbar werden lassen und du die Entwicklung gekauft hast.
Den Freitag von Tournier habe ich Anfang der Neunziger gelesen, ich muss gestehen, viel weiß ich davon nicht mehr. In Erinnerung geblieben ist mir ein eigenwilliger Freitag, der sich so gar nicht regieren lässt und sein eigenes Ding durchzieht. Die Erdhöhle und ihre Funktion waren mir total entfallen.

Philobatische Erleben, nie gehört, Philobat vs. Oknophiler, Angstlust vs. Angstschwäche, hm. Ich weiß nicht, ob diese Festlegungen uns weiterführen. Einiges scheint zu passen, ich würde jedoch nicht soweit gehen, dass der Baum Lustobjekt wird. Manisch trifft schon eher. Für mich findet er durch seine neue Art zu leben einen Weg aus seiner Tristesse und dem traumatischen Erlebnis. In welche Schublade das passt und welche Bezeichnung da draufsteht, finde ich persönlich für das Verständnis nicht so wichtig. Ich weiß auch nicht, was Hass als Agens in der Geschichte sollte, für mich hasst er sich nicht und auch die Frauen im Allgemeinen nicht. Ich würde diese Art Konflikt in diesem Text nicht brauchen. Denn ich sehe ihn nicht als aggressiven, sondern als verlorenen, sehnsüchtigen Menschen, der um sein Leben ringt und um das, was es ihm bislang vorenthalten hat: Partnerschaft, Sexualität, Fortpflanzung, Anerkennung im sozialen Gefüge und vor allem Bestimmung und Sinn. Das alles findet und verwirklicht er mit der Kastanie (mal außen vor, ob sich das alles nicht nur in seinem Kopf abspielt), und literarisch gesehen genügt mir das, auch wenn ich die Prozesse nicht psychologisch genauer determinieren kann.
peace, l2f

 
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Guten Abend, l2f,
erst einmal danke für Dein herzliches Willkommen bei den Wortkriegern und Deinen Hinweis, dass es hier um Textarbeit, nicht um eher allgemein gehaltenes Feedback gehen soll (so habe ich ihn zumindest verstanden). Das ziehe ich mir an und werde es bei meinen nächsten Kommentaren beherzigen. Mir ist bewusst, dass Hinweise für die Autor/-innen möglichst konkret ausfallen sollten, um hilfreich zu sein.
Deinen zweiten Hinweis bzgl. der potenziellen Abwertung Andersdenkender und -fühlender, wie z.B. Deines Protagonisten, kann ich dagegen nicht so stehen lassen: Die Formulierung war ausschließlich ironisch gemeint. Ich wollte damit zum Ausdruck bringen, dass Menschen mit abweichenden Verhaltensweisen zu Unrecht diskriminiert und häufig auch psychiatrisiert werden (daher auch die „Durchgeknallten“ in Anführungszeichen). Tut mir leid, dass meine Formulierung dieses Missverständnis ausgelöst hat, ausgrenzen wollte ich damit niemanden, ganz im Gegenteil.
Viele Grüße, A. Martin

 
Monster-WG
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Hallo @A. Martin,

Deinen zweiten Hinweis bzgl. der potenziellen Abwertung Andersdenkender und -fühlender, wie z.B. Deines Protagonisten, kann ich dagegen nicht so stehen lassen: Die Formulierung war ausschließlich ironisch gemeint.
Okay, Ironie heißt ja, das rüberzubringen, was du ausdrücken willst, indem du das Gegenteil sagst und dabei zu unter- oder übertreiben. Das konnte ich so nicht ablesen, da war mir der Spott zu versteckt. Mag daran liegen, dass man sich nicht kennt und nicht weiß, wie der andere tickt. Ich habe es jedenfalls eins zu eins genommen, daher meine Reaktion.
Also nix für ungut, peace, l2f

 

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