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Knochenspreißel

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03.10.2020
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Knochenspreißel

Unter den Reifen unseres Bentleys knirscht der Kies, als der Wagen beim Spielplatz zum Stehen kommt. Ich drücke mein bleiches Gesicht gegen die Scheibe. Hinter den Fenstern klebt eine verwaschene, graue Welt ohne Konturen. Hier drin wohnt die Kälte und Papa sitzt vorne, streichelt die Armaturen des Autos wie die Haut einer Geliebten. Auf langen Fahrten redet er manchmal mit ihm und seine Stimme wird eins mit dem monotonen Schnurren des Motors. Ich erinnere mich an früher, als er noch mein Vater war, irgendwann hat ihm jemand alle Empathie gestohlen. Dabei bin ich sein einziger Sohn. Wie ich mich fühle, das kann er schon längst nicht mehr nachvollziehen.
An manchen Tagen sehe ich Licht aufflackern, dann legt er die Schatten ab wie einen aus Trauer gewobenen Mantel und zeigt mir sein wahres Gesicht. Spricht zu mir, mit seiner vertrauten, hellen Stimme, entzündet einen Funken Mut inmitten meiner Verzweiflung. Jedoch vergeht kein Tag, ohne dass er die gespendete Wärme mit unmenschlichem Eifer wieder abtötet.
Beim Frühstück habe ich ein halbes Croissant runtergekriegt, es liegt wie ein Ziegel im Magen. Übelkeit schlich sich während der Fahrt in meinen Unterleib. Letzte Nacht habe ich nur wenig Schlaf gefunden, meist lag ich wach, zusammengekauert auf dem Bett, zählte sinnlos die Minuten und die Stunden, lauschte dem Pochen des Regens und hoffte, entrinnen zu können.
Aaron, unser Sicherheitsmann, steigt aus und schlägt die Tür hinter sich zu.
Ich löse die Schlosszunge. Einatmen. Ausatmen. Leben in den Körper pumpen, nun da die Lungenflügel frei sind vom engen Käfig des Gurtes. Ich halte diesen Zustand nicht mehr lange aus. Stelle mir vor, auf dem Rücksitz zu kollabieren, Organversagen. Langsam, schmerzvoll und still, weil die Luft nicht ausreicht zum Schreien.
„Ist das der Spielplatz, von dem du mir erzählt hast?“
Papa antwortet nicht. Er schnuppert, riecht die Schwäche, sie stinkt mir aus allen Poren. Starr blickt er geradeaus, sein Verstand hat sich in einem Labyrinth verirrt und er ist völlig taub für äußere Einflüsse. Trotzdem hätte ich die Frage niemals stellen dürfen! Innerlich ohrfeige ich mich für meine Torheit. Nur ein falsches Wort und er wird tobsüchtig, bricht mir erneut das Jochbein, oder Schlimmeres. Mein Körper ist fragil, ein Blatt im Wind, ich habe Glasknochen, sagt der Arzt.
Neben mir reißt Aaron die Tür auf, fuchtelt mit seiner wulstigen Hand herum. Er ist ein Grobian, großgewachsen und breitschultrig, hat ein Gesicht wie aus Stein gemeißelt, es ist eingefroren und erstarrt. In seinen Körperbewegungen liegt etwas Animalisches, Adern zucken über die Muskelstränge, als stünde er permanent unter Strom. Ich habe die kleinen Fläschchen bemerkt, die manchmal in seiner Jackentasche aneinanderklappern.
Papa sitzt da, regungslos wie ein Grabstein.
„Ich glaube, heute kann ich es schaffen. Kommst du mit?“
Er dreht sich langsam um, ein schwerfälliges Tier. Sein Gesicht ist tief verdunkelt. Nur die Augen quellen daraus hervor. Zwei madenweiße Kugeln, baumelnd an Stielen, sie besitzen weder Iris noch Pupille. Ich rieche seinen sauren Schweiß und das Eau de Cologne.
„Ich habe deine Fragerei langsam satt, Julian. Das haben wir schon oft genug durchgekaut! Wie alt bist du jetzt?“
„Ich bin letzten Monat neunzehn geworden, Papa.“
„Seit ganzen neunzehn Jahren verschwendest du schon meine Zeit! Isst von meinem Tisch, wohnst unter meinem Dach. Ohne auch nur den Ansatz eines Versuchs zu wagen! Seit Jahren wärst du bereit dafür, doch wartest du lieber und tust gar nichts … Hoffentlich fühlst du dich hundeelend dabei! Ich sollte Stolz empfinden können, doch du, du ...“
„Es tut mir leid ...“
„Keine anderen Kinder, nicht mal eine Tochter. Du bist alles, was ich zustande gebracht habe! Deine Mutter trägt Mitschuld an dieser ganzen Misere.“
„Du arbeitest zu viel ... Mama kann das nicht verstehen.“
„Ich muss Prioritäten setzen, so einfach ist das! Wenn ich unsere Linie halten will, bleibt mir nichts anderes übrig. Niemals hätte ich einen Pakt mit diesem menschlichen Ballast eingehen sollen. Man sieht ja, was dabei rauskommt!“
„Mach dir keine Sorgen, Mama und ich kommen zurecht ... Ich bin ja schon ein grosser Junge.“
„Das ist alles, was du dir während der ganzen Fahrt überlegt hast? Dass du mir sagen kannst, du kommst zurecht?“
„Ja ... und ...“
„Das reicht mir nicht.“
Ich hole tief Luft und sage: „Ich werde es tun.“
„Na also! Dann hör auf hier rumzustottern und zier dich nicht so! Steig gefälligst aus!“

„Hör endlich auf zu schwächeln!“
Papa vergräbt seine Faust im Beifahrersitz.
„Du weigerst dich also weiterhin? Damit habe ich gerechnet ... Dein Vater spürt genau, was für Zweifel dich plagen! Heute ist dein Tag, du gehst jetzt da raus!“
Ich beiße mir auf die Lippen. Ertrage dieses leere Starren nicht, die Finsternis, die sich von ihm ausbreitet. Ein schwarzes Tuch, das die Seele erstickt.
„Nun gut. Dann muss ich Aaron bitten, dir nachzuhelfen.“
„Nein!“
Habe ich geschrien? Kräftige Finger packen mich an der Schulter, pressen auf die fragilen Knochen, die knirschen wie Aarons Zähne, wenn er seine Injektionen vergisst. Bevor er mir das Schlüsselbein zerquetscht, steige ich aus. Zuerst den versilberten Gehstock, danach folgt das rechte Bein. Dabei habe ich das Gefühl, mein Körper verdreht sich unnatürlich im Sitz, ein Kampf gegen mich selbst, geführt mit zitternden Muskeln. Unter Aufbringung aller Willenskraft hieve ich das linke Bein hinterher, erhebe mich und stütze die Hände auf den goldenen Knauf. Feiner Regen legt sich auf die Haut, pikt sie mit tausend Nadelstichen, kalte Angst in meinem Atem.
„Du hast gehört, was dein Vater gesagt hat“, schnauzt Aaron mich an. „Beweg dich!“
Der Boden neben dem Kiesweg ist schlammig und aufgeweicht. Die Schuhsohlen rutschen auf der nassen Erde, ein Sturz ist tödlich. Mein Blick springt über den verwahrlosten Spielplatz. Dort im Schleier des Nieselregens erwartet er mich, seine Krallen in das verfaulte Holz geschlagen, grinsend, mit einem Mund, der aussieht wie eine klaffende Schnittwunde. Zwischen seinen spinnengliedrigen Extremitäten zerreißt er die letzten Reste Zuversicht. Sein Ruf hallt wider in meinem Kopf, treibt mir Nägel ins Gehirn. Das Äußere ist roh, abgehäutet und entstellt, triefendes Fleisch mit hundert Narben, Hornhautplatten stechen aus dem verwinkelten Schädel. Ich nenne ihn den Knochenspreißel.

Das Feuer prasselt im Kamin, es riecht nach frisch aufgebrühtem Kamillentee und Mamas blumigem Duft. „Was siehst du?“, fragt sie leise.
Papa sitzt im Ohrensessel und liest die Zeitung. Ich löse meine Augen von den tanzenden Flammen und nehme einen Schluck der heißen Flüssigkeit, verbrühe mir den Mund. Das erschrockene Keuchen liegt noch auf den Lippen, als ich antworte: „Es ist alles gut, Mama. Jetzt ist er nicht da. Ich denke, er hält sich heute fern.“
Vor Schmerz verziehe ich das Gesicht.
„Das freut mich“, sagt sie und streichelt mir zärtlich über die Wange. „Genieße die Ruhe. Ich bin glücklich, dass du bei uns bist, Julian.“
„Ich auch, Mama“, pflichte ich bei und vermeide es, Papa anzusehen. Die Schatten ballen sich in seinem Antlitz, in letzter Zeit ist es schlimmer geworden, ich kann mich kaum mehr an sein Aussehen erinnern. Eine finstere Aura verbirgt ihn hinter einem schwarzen Vorhang, der seine Menschlichkeit erdrückt. Ich will nicht wissen, was sich in der Dunkelheit verbirgt. Die Gesichtszüge wirken so fremdartig und die klaren Linien sind zerstört. Davon träume ich jede Nacht.
Er faltet die Zeitung zusammen und legt sie auf das Ebenholztischchen, auf dem meine und Mamas Tassen stehen. Sie blickt ihn erwartungsvoll an, sagt aber nichts.
„Was weißt du über die Ley-Linie?“, will er mit tiefer Stimme von mir wissen.
„Das ist die Adelslinie, das alte, königliche Blut, das durch deine Adern fließt. Ein stolzes britisches Erbe.“
„Was würde es für dich bedeuten, dazuzugehören?“
„Es würde mir einfach alles bedeuten, Vater.“
Ich flüstere und das Holz knackt im Kamin. Funken stieben den Schornstein hoch.
„Jetzt setz den Jungen doch nicht so unter Druck“, fährt Mama dazwischen, ein Zittern liegt in ihren Worten. „Lass ihm die paar ruhigen Stunden. Er sollte sich zwischendurch entspannen dürfen.“
Er dreht seinen massigen Schädel, bringt sie zum Schweigen. Dabei bleibt er stumm, muss keine Hand erheben. Während ihrer Ehejahre hat sie gelernt, sich dem Oberhaupt der Ley-Linie nicht zu widersetzen. Papa ärgert sich, wenn er allzu oft mit den Auswirkungen seiner Taten konfrontiert wird, deshalb trägt sie eine dicke Schicht Make-up. Mir wird ganz traurig bei dem Gedanken, was sie zu ertragen hat. Manchmal möchte ich sie danach fragen, aber getraue mich nicht, weil ich Angst habe, dass ihr Herz daran zerbricht. Mama senkt den Blick und knetet ihre weichen Hände.
„Was macht einen Angehörigen der Ley-Linie aus, mein Sohn?“
„Manche sagen, unser Stammbaum sei verflucht, dass wir niemals denselben Rang der anderen Adligen erlangen können. Aber du hast mich gelehrt, dass es nicht stimmt. Nur durch die Prüfung werden wir als würdig für die Ley-Linie erwiesen. Die restliche, minderwertige Bevölkerung ist Abschaum, den wir nur so lange dulden, bis wir aufgestiegen sind. Es erfordert viel Mut und Kraft, dazuzugehören. Deshalb sind alle, die würdig sind, etwas Besonderes.“
„Sehr schön! Ich hätte es nicht besser ausdrücken können. Nun hör mir zu: Deine Prüfung wird bald stattfinden. Ich habe alles arrangiert.“
Mein Mund wird trocken und ich greife nach der Tasse. Bevor ich sie zu den Lippen führen kann, krallen sich Papas Finger um mein Handgelenk und drücken zu. Der Tee kräuselt sich, als wäre eines der Zuckerstücke hineingefallen, die in Mamas Lieblings-Keramikschale auf dem Tischchen stehen.
„Hast du mich verstanden?“
Muss mich zusammenreißen, damit ich nicht kreische. Bin ich überhaupt in der Lage zu sprechen? Bei Papa dürfen keine Anzeichen meiner Unsicherheit geweckt werden, sonst sperrt er mich auf den Dachboden. Dort oben tropft das Wasser durch die Schindeln und der Wind säuselt um die Mauern, singt ein Lied von Schmerz und Kummer, das die finstersten Gedanken in mir weckt. In den Ritzen zwischen den Balken giert sein Antlitz, nährt sich an der Verzweiflung, seziert mich bis aufs Innerste. Gräbt nach der versteckten Linie tief in meiner Brust. Er wohnt in den Schatten der Erker, wo das Licht der Kerze stirbt und sein verdorbenes Reich beginnt. Nie mehr will ich zu ihm hinaufsteigen müssen.
„Ich bin bereit.“
Mir gelingt es, mit fester Stimme zu antworten. Das genügt ihm, er lässt meinen Arm los und legt mir eine schwere Pranke auf die Schulter. In dieser Berührung steckt kein Funken Wärme, sie fühlt sich kalt und tot an, ein klebriger Flecken Schwärze bleibt zurück.
„Beweise es uns, Julian. Erweise dich als würdig. Ansonsten bist du nur Ballast.“
Mama schluchzt leise in das Feuer.

Die Wippen schwingen und quietschen. Kein Wind weht.
Das Gerüst, an dem sie hängen, ist aus blankgenagten Knochen zusammengeschraubt, der Querbalken das Rückgrat eines Ungeheuers. Ich humpele daran vorbei, mühselig auf den Gehstock gestützt, dessen Hartgummispitze sich tief in den morastigen Boden gräbt. Er zittert unter meiner Anspannung. Rote und eitriggelbe Rinnsale schlängeln sich zwischen den Schuhen hindurch, vom Himmel fallen Fleischfetzen wie Asche mit dem Regen.
Im Kopf der unvermeidliche Sturz, das Skelett in tausend Splitter zerbrochen, ein blutiger Scherbenhaufen. Und ich liege da, zuckend und sterbend und mit dem Regen auf dem Gesicht, der anstelle von Tränen meine Wangen netzt. Ich kann nicht mehr weinen.
Je näher ich dem Aussichtsturm komme, desto höher steigt der Puls, ein Presslufthammer schlägt in meinen Adern. Ich möchte schreien, mich losreißen aus diesem psychotischen Netz, doch es gelingt mir nicht einmal ein Krächzen, der Mund ist kratzig, als hätte Papa einen Knebel hineingesteckt.
Die Umrisse meines Ziels schälen sich aus dem Grau und obwohl der Turm nur circa zwei Meter in die Höhe ragt, wirkt er bedrohlich und unüberwindbar. Wie soll ich ihn jemals erklimmen? Wo sitzt der Knochenspreißel? Er beobachtet, wartet darauf, dass ich ihm unter die Augen trete, seine bohrenden Blicke durchstechen mich, legen ein Kribbeln auf die Haut.
Endlich erreiche ich den Turm, die Konstruktion sieht instabil aus, das Holz ist mit Nässe vollgesogen und vermodert. Ich hebe den Kopf und schaue nach oben, der Atlasknochen drückt mir ins Hinterhaupt, die Aussichtsplattform ist im Nebel verborgen. Das ist viel zu hoch für mich! Zögernd stelle ich den Gehstock an den Turm und mache einen letzten, unsicheren Schritt, presse die Hände gegen die morschen Bretter. Für einen Moment lehne ich dort, komme zu Atem, die Welt riecht nach Sumpf und Ocker, rostiger Blutgeschmack auf der Zunge. Die Glasknochen ächzen, als ich den Arm hebe, um in die Lücke zwischen zwei Balken zu greifen. Meine Hand streicht über Knorpel.
Ich ziehe mich nach oben, drücke die Schuhspitzen in den weichen Boden, bedacht darauf, das Gleichgewicht nicht zu verlieren.
„Möchtest du von meiner Haut kosten?“
Er lacht aus dem Nebel herab, ein Geräusch, als zerreiße Papier.
„Wenn du es bis zu mir nach oben schaffst, rupfe ich dir die Gliedmassen aus! Ein Festmahl, meine Folter der Ley-Linie. Ach, wie ich es geniesse, ihr Herr zu sein. Komm, füttere mir von deinem Leid, erfülle mich, du schmeckst so fein!“
Das Geschrei ausblenden, mich nur auf den bevorstehenden Kraftakt fokussieren. Entweder sterbe ich beim Versuch, oder steige heute in die Reihen der Leys auf. Hebe den anderen Arm, bin jetzt völlig ohne Hilfe, meine Beine durchfährt ein Zucken, der Boden kippt aus der Waagrechten. Ich schlittere.
„Achtung, Achtung, Julian! Du willst doch keinen Fehler machen! Ich werde schon zusehen, dass du unversehrt bei mir ankommst, mein köstliches Wrack. Schau mal, wenn ich nur mit dem Finger schnippe, bricht dir das Handgelenk. Oder stell dir vor, ich stupse gegen deinen Kopf und dein Schädel bräche in tausend Stücke! Was hältst du davon, hä?“
Ignorieren, bleibt nur ignorieren, unter der Schädeldecke schwillt das Hirn an. Ich schüttele die Gedanken ab, der Aufstieg ein letzter Akt, oder der erste, je nachdem, was darauf folgt. Mit einem Ruck ziehe ich mich nach oben, die Zeit erstarrt, ich hänge schwerelos in der Luft. Keuchend stemme ich meine Fußspitzen gegen den Turm. Kontrolle, bevor die Schwäche wiederkommt.
„Deine Arme zittern wie Espenlaub, kannst dich nicht mehr lange halten, was? Du lässt besser los, dein Schicksal ist besiegelt. Mama siehst du nie wieder! Hast du gehört?“
Ein greller Blitz schlägt in die Spitze des Turms, Knochenstreben leuchten fahl in seinem Licht. Donner kracht über mir zusammen, die Konstruktion erzittert und ein dicker Splint schiebt sich in meine Hand. Es ist zu spät! Vor Schmerz und Überraschung lasse ich das Brett los, mein Gewicht hängt nur noch an ein paar Fingern. Die Belastung für das verrottete Holz wird zu groß, es bricht, Splitter fliegen in Zeitlupe davon.

„Wir haben ihn wieder! Wir haben ihn.“
Aaron. Die Fläschchen klappern.
„Gott sei Dank ...“
Etwas steckt in meinem Oberarm. Er zieht es raus.
Schluchzen. Mama. Ich möchte sie trösten, versuche, meine Hand zu bewegen, damit sie sieht, dass ich da bin. Ein Raunen staut sich in der Kehle, will ausbrechen, die Stimmbänder in Schwingung bringen. Ich schaffe das.
„Mama ...“
Für einen ewigen Moment bleibt es still, weit entfernt klopft der Regen gegen ein Fenster. Ich spüre ihren Griff am Arm, ihre Wärme legt sich auf meinen Körper.
„Julian ... Oh Julian! Du hast es geschafft, Mama ist bei dir.“
Sie wiegt mich in ihren Armen.
„Wo ist ... Papa ...“, stocke ich.
„Pap- ... Stephan sitzt seit Jahren im Gefängnis, er kann uns nie wieder etwas antun, mein Schatz.“

„Ich denke, wir sollten ihn umgehend stationär behandeln lassen, Frau Pendergast. So geht das doch nicht weiter. Diese Rückschläge machen ihm schwer zu schaffen.“
„Geben Sie uns noch ein paar Minuten.“
„Natürlich.“
Er schiebt den Rollstuhl zur Tür und ich lächle. Sitze hinten im Bentley, die Erinnerung an Papa ist intensiv, aber sie wird verdrängt durch die aufflackernden Funken, ein Zauberspiel dort im Licht, wo die Ley-Linie im Sterben liegt.

 
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Hallo @DissoziativesMedium !

Ich bin recht gut durch den Text gekommen, habe nur hier und da mal grübeln müssen, so richtig hororig war es nicht, aber düster allemal! Ich begrüße deinen Hang zu bildlicher Sprache und kräftigen Formulierungen, möchte dir aber gleichzeitig nahelegen, es nicht zu übertreiben. Oftmals ist einfach zu dick aufgetragen worden, das hat zwei Nachteile: die wirklich guten Formulierungen und Bilder gehen in der Masse unter, und das Textverständnis und der Lesefluss leideen darunter, hier und da musste ich schon schmunzeln ob der seltsamen Worte und Bilder.
Das Ende ... ja, weiß ich nicht, konnte ich nichts anfangen mit. Auch der tiefere Sinn verschließt sich meiner: klar, der gewalttätige Vater, das traumatisierte Kind; da gab es dann aber noch diese Sache mit der Ley-Linie und der Knochenspreißel, die, so hatte ich das Gefühl, mich auf eine ganz andere Reise mitnahm, eine sehr fantastische, und dann war ich doch plötzlich wieder nur im Krankenhaus und der Vater nur ein verrückter Schläger. Ich hatte auch die Idee, dass hier die Koma – Träume des Jungen verbildlicht werden sollen, aber so recht geht das aus dem Ende nicht hervor.

Ich mache hier noch Textarbeit.

Unter den Reifen des Bentleys knirscht der Kies,
Hier im ersten Satz ist es super wichtig, sofort die Perspektive zu klären.
Mir wurde erst später klar, wo genau sich der Prota befindet, die Bilder in meinem Kopf müssen sich neu ordnen.

"unseres Bentley" hätte geklärt

Vor den Fenstern
Wenn er im Auto sitzt, ist die Welt draußen, dann nicht hinter dem Fenster? Die ersten Sätze musste ich drei mal lesen, weil mit nicht klar war, wo sich der Prota befindet.

heute hat ihm jemand alle Empathie gestohlen.
Diesem Satz nach, hat jemand dem Vater am heutigen Tage erst alles geklaut bzw. es gilt nur für heute.
Vllt. etwa
"heute besaß er keine Empathie mehr, jemand hatte sie ihm geraubt."

Beim Frühstück habe ich nur das Croissant runtergekriegt,
Nur ein Croissant? :lol: gut, man kann morgens deutlich mehr essen, aber so schlecht scheint es ihm nicht zu gehen, klingt wie Tränen von reichen Leuten.
Übelkeit verkroch sich während der Fahrt in meinem Unterleib.
verkriechen trifft, glaube ich, nicht das, was du sagen willst, denn es impliziert, dass es nicht mehr sichtbar ist – und aus den Augen, aus dem Sinn!
kriechen/schleicht oder Stärkeres: tanzt/wabert/glüht

Mein Körper ist fragil, ein Blatt im Wind, ich habe Glasknochen, sagt der Arzt.
Also das mit den Glasknochen wirkt im Text sehr widersprüchlich. Einerseits droht dem Prota der sofortige Tod, wenn er fiele, andererseits behandeln Adrian und der Vater ihn sehr grob, da wusste ich nicht, wo du mir die Wahrheit erzählst. Klar übertreibt er in der eigenen Wahrnehmung ein wenig (der Prota), aber so ganz wollte ich dir das mit den Glasknochen nicht abkaufen. Dafür bist du darauf auch zu wenig eingegangen, handelt es sich hier doch um eine üble Krankheit. Solche Menschen können kein normales Leben führen, ihr Körper ist nicht richtig entwickelt, schwer vorstellbar, dass ein gewalttätiger Vater lange unentdeckt bleibt (und der Prota ist ja schon 19).
Nur ein falsches Wort und er wird tobsüchtig, bricht mir erneut das Jochbein, oder gar Schlimmeres.
Nach meiner Empfindung wirkt es stärker so.
doch wartest du lieber, bis dass die Zeit den Tod besiegt
Hier ein Beispiel für die geschwurbelte Sprache. In manchen Dialogen reden deine FIguren "ganz normal" und in anderen dann so. Aber wer redet denn so? Klingt auch ein wenig nach Lovecraft und definitv aus der Zeit gefallen.

„Hör endlich auf zu schwächeln!“

Dein Vater spürt genau, was für Zweifel dich plagen!
Hier wieder die Sprache. Hat der steroide Bodyguard Philologie studiert? :lol:
Ich beiße mir schweigend auf die Lippen.
Da musst du wohl schweigen, wenn du dir auf die Lippen beißt.
„Beweg dich!
Imperativ
mit einem Mund, der aussieht wie ein klaffender Schnitt
Das ist so ein Bild, das ich einfach nicht nachvollziehen konnte. Wie sieht denn ein klaffender Schnitt aus? Schnitt wovon, worin, wodurch?
Während ihren Ehejahren hat sie gelernt,
Während verlangt den Genitiv.
Während ihrer Ehejahre
den wir nur solange dulden, bis wir aufgestiegen sind.
Ist "solange" eine Konjunktion oder wird "so lange" adverbial verwendet?

"den wir nur so lange dulden, bis wir aufgestiegen sind."
"den wir nur dulden, solange wir noch nicht aufgestiegen sind."

Bevor ich sie zu den Lippen führen kann, krallen sich Papas Finger um mein Handgelenk und drücken zu.
Hier die Gewalt des Vaters, die so häufig offenbar wird und die sich ein wenig mit den Glasknochen beißt. Den sonstigen Beschreibungen des Protas zufolge, müsste diese "Berührung" üble Verletzungen hervorrufen, es passiert jedoch nichts.
Muss mich zusammenreißen, damit ich nicht quieke.
quieke? Ist er ein Schwein? Warum nicht "aufschreie"? Das ist stärker und ich glaube dem Prota dann auch, dass er Schmerzen hat.
sonst sperrt er mich auf den spinnwebenverhangenen Dachboden.
Was für ein Wort :lol: Würde ich weglassen. Den Dachboden beschreibst du danach so ausführlich, da brauchst es das nicht.
In dieser Berührung steckt kein Funken Wärme, sie fühlt sich kalt und tot an, ein klebriger Flecken Schwärze bleibt zurück.
Das finde ich zum Beispiel eine gut gelungene Formulierung. Sie "sitzt an der richtigen Stelle" sozusagen, ist stark, aber nicht übertrieben, liest sich gut, und ich konnte es mir vorstellen, ohne groß darüber nachzudenken.
vom Himmel fallen Fleischfetzen[,] wie Asche mit dem Regen.
das Komma weg
Ich hebe den Kopf und blicke nach oben, der Atlasknochen drückt mir ins Hinterhaupt, die Aussichtsplattform ist im Nebel verborgen.
Was für Substantive, gut, wieder etwas dazugelernt, aber zum Lesegenuss tragen diese Worte nicht bei. Warum braucht der Satz das überhaupt? Ich finde es schön, wenn man versucht, mit Worten zu malen, aber hier wurde zu dick aufgetragen.

Achja und der "Turm" ist nur zwei Meter hoch, ist die "Aussichtsplattform" wirklich im Nebel verborgen? Ich konnte es mir nicht so recht vorstellen, dabei hatte ich diesen knochigen Spielplatz so schön vor Augen. Wenn es sich um einen Alptraum handelt, warum ist dann nicht alles übertrieben dargestellt?

Probehafter ziehe ich mich nach oben,
Probehalber? Trotzdem kein schönes Wort
Meine Hand streicht über Knorpel.
Knorpel? Eben war Turm noch aus Holz, und später auch.

Stephan Ley sitzt seit Jahren im Gefängnis, er kann uns nie wieder etwas antun, mein Schatz.“
Redet die Mutter so über den Vater des Jungen?
Hier deutet sich auch an, dass er lange im Koma lag, aber eion wenig mager wirkt das ganze schon.
Er ist schuld an meiner gläsernen Struktur, deshalb nenne ich ihn den Knochenspreißel. Das Feuer prasselt im Kamin, es riecht nach frisch aufgebrühtem Kamillentee und Mamas blumigem Duft. „Was siehst du?“, fragt sie leise.
Ich habe nicht verstanden, warum dieses Ding nun Schuld an seinen Glasknochen trägt :confused:


Ich finde es schön, dass du so eifrig starke Worte für starke Bilder suchst und einige davon sind echt gut gelungen! Aber wie oben erwähnt, ist es manchmal zu viel des Guten. Sie verschwimmen sie ineinander, schwächen sich gegenseitig. Ich hatte so düstere Bilder vor Augen, da war es schade, dass ich manchmal rausgeflogen bin und grübeln musste.
Ich hoffe, das kann dir eine Hilfe sein, ich habe versucht, dir meine Eindrücke mitzuteilen.

MfG

 
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Hallo @DissoziativesMedium ,

eine interessante Erzählart mit viel Raum für Interpretationen.

Ein wahrscheinlich psychisch erkranktes Kind, durch die schlimmen Erlebnisse mit seinem Vater. Wie es sich erinnert und die Welt erlebt. Die Rolle des Knochenspreißels und der Ley-Linie ist mir bisher auch nicht klar. Vielleicht waren es die Wahnvorstellungen des Vaters, die das Kind in seinen Gedanken nicht los wird und immer wieder erlebt?

Aber ich mag Texte, die nicht direkt alles ausführlich erklären, insofern habe ich deine Geschichte gerne gelesen. Gruselig ist sie auf jeden Fall!

Die Dialoge finde ich teilweise etwas zu ausführlich und für den Leser erklärend geschrieben, da konnte ich mir an einigen Stellen nicht vorstellen, dass sie tatsächlich so sprechen würden. Würde ich zumindest etwas kürzen und natürlicher klingen lassen.

Bezogen auf die Sprache schließe ich mich dem vorherigen Kommentar von @Putrid Palace an, den ein oder anderen bildlichen Vergleich fand ich etwas übertrieben und eher störend. Zum Beispiel in einem Satz wie:

Beim Frühstück habe ich nur ein halbes Croissant runtergekriegt, es liegt wie ein bleischwerer Ziegel im Magen.

Da würde ich dir ebenfalls den Tipp geben, einen Gang zurückzuschalten.

Noch ein paar Details:

Unter den Reifen unseres Bentleys knirscht der Kies, als das Schlachtschiff beim Spielplatz zum Stehen kommt. Ich drücke mein bleiches Gesicht gegen die Scheibe. Hinter den Fenstern klebt eine verwaschene, graue Welt ohne Konturen. Hier drin wohnt die Kälte und Papa sitzt vorne, streichelt die Armaturen des Panzers wie die Haut einer Geliebten.
Auch hier finde ich die markierten Wörter nicht passend. Klar, es ist ein großer Wagen, aber warum denkt der Junge an solche Begriffe? Könnte m.E. direkt zu Beginn den ein oder anderen Leser abschrecken.

Ich erinnere mich an früher, als er noch mein Vater war, irgendwann hat ihm jemand alle Empathie gestohlen.
Ich würde nach "war" einen neuen Satz beginnen.

An manchen Tagen sehe ich Lichtfunken, dann legt er die Schatten ab wie einen aus Trauer gewobenen Mantel. Spricht zu mir, mit seiner vertrauten, hellen Stimme, entzündet einen Funken Mut inmitten meiner Verzweiflung. Jedoch vergeht kein Tag, ohne dass er die gespendete Wärme mit unmenschlichem Eifer wieder abtötet.
Der erste Satz kommt irgendwie so aus heiterem Himmel, warum und wann sieht er Lichtfunken...?
Auch die Formulierung "Schatten wie ein aus Trauer gewobener Mantel" wirkt auf mich eher konstruiert, nicht wie ein passender Vergleich.

Letzte Nacht habe ich nur wenig Schlaf gefunden, meist lag ich wach, zusammengekauert auf dem Bett, zählte sinnlos die Minuten und die Stunden, lauschte dem Pochen des Regens und hoffte, entrinnen zu können.
Das zweite "die" könntest du streichen.

„Das ist alles, was du dir während der ganzen Fahrt überlegt hast? Das du mir sagen kannst, du kommst zurecht?“
Dass

Dabei habe ich das Gefühl, mein Körper verdrehe sich unnatürlich im Sitz,
verdreht

Während ihrer Ehejahren hat sie gelernt, sich dem Oberhaupt der Ley-Linie nicht zu widersetzen.
Ehejahre

„Manche sagen, unser Stammbaum sei verflucht, das wir niemals denselben Rang der anderen Adligen erlangen können.
dass

Aber du hast mich gelehrt, dass das nicht stimmt.
"es" statt "das" , um die Wortdoppelung zu vermeiden

Der Mund wird trocken und ich greife nach der Tasse.
Hier würde ich "mein" Mund schreiben.

Der Tee kräuselt sich, als wäre eines der Zuckerstückchen hineingefallen, die in Mamas Lieblings-Keramikschale auf dem Tischchen stehen.
Ich würde (mindestens) ein "...chen" streichen.

..., vom Himmel fallen Fleischfetzen wie Asche mit dem Regen.
Auch der Vergleich passt für mich nicht. Fleischfetzen und Asche werden im Regen ja nicht ähnlich fallen.

Er beobachtet, wartet darauf, dass ich ihm unter die Augen trete, seine bohrenden Blicke durchstechen mich, legen ein Kribbeln auf die Haut.
Endlich erreiche ich den Turm, die Konstruktion sieht instabil aus, das Holz ist mit Nässe vollgesogen und vermodert. Ich hebe den Kopf und blicke nach oben, der ...
Wortwiederholung

Komm, füttere mir von deinem Leid, erfülle mich, du schmeckst so fein!“
mich

Jemand schluchzt, Mama schluchzt.
Die Wortwiederholung ist hier wahrscheinlich Absicht, oder?
Ich finde sie nicht so passend ...

Interessante Erzählung, habe ich gerne gelesen!

Viele Grüße,
Rob

 
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03.10.2020
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Hallo @Putrid Palace

Danke für deinen Kommentar, ich habe mich sehr gefreut. Leider bestätigt er meine Befürchtungen, dass ich teilweise übertrieben habe und das Ende noch nicht stimmig ist. Aber der Reihe nach:

Ich bin recht gut durch den Text gekommen, habe nur hier und da mal grübeln müssen, so richtig hororig war es nicht, aber düster allemal!
Das stimmt mich doch schon mal positiv! Ich habe auch den Horror-Tag wieder entfernt, war mir eh unsicher, ob der passt. Wie Du schreibst, ging es mir im Kern darum, eine düstere Stimmung zu erschaffen. Das scheint ja nicht so schlecht geklappt zu haben.

Ich begrüße deinen Hang zu bildlicher Sprache und kräftigen Formulierungen, möchte dir aber gleichzeitig nahelegen, es nicht zu übertreiben. Oftmals ist einfach zu dick aufgetragen worden, das hat zwei Nachteile: die wirklich guten Formulierungen und Bilder gehen in der Masse unter, und das Textverständnis und der Lesefluss leideen darunter, hier und da musste ich schon schmunzeln ob der seltsamen Worte und Bilder.
Danke für das Lob und die Kritik. Ich kann das nachvollziehen und werde noch einmal über den Text gehen. An einigen Stellen habe ich bereits geschraubt. Wörter gestrichen / umformuliert / überladene Sätze entfernt oder gekürzt.

Schön finde ich aber, dass es mir zumindest im Ansatz gelungen ist, kräftige Bilder vor deinem inneren Augen zu erschaffen. Wenn Du hie und da schmunzeln musstest, so ärgere ich mich natürlich gewissermassen darüber (auch wenn ich Dir gerne den Nachmittag etwas versüsst habe), denn wie Du dir vorstellen kannst, war das natürlich überhaupt nicht meine Intention! Die Geschichte sollte eine düstere und bedrohliche Atmosphäre transportieren und nicht etwa belustigend wirken ...

Ich glaube, dass mir dies nicht ganz gelingt, liegt hauptsächlich daran, dass es mir noch sehr schwer fällt, die Position des Lesers einzunehmen und meine eigenen Texte aus dessen Augen zu betrachten. So denke ich mir immer, mmmh, da muss ich noch was beifüttern, damit das auch verstanden wird, damit ich "mein Bild" auch auf den Leser übertragen kann und dann bastle ich da zu viel rein und es wird überladen ... Da die richtige Mischung zu finden, ist noch ein kleines Geheimnis für mich, dass sich mir noch nicht erschlossen hat. Kommentare wie deine helfen mir aber dabei, mich zu verbessern.

Das Ende ... ja, weiß ich nicht, konnte ich nichts anfangen mit.

aber so recht geht das aus dem Ende nicht hervor.
Ja, das Ende ist zu wenig ausgereift. Rob F hat da tatsächlich in eine Richtung gedacht, die ich eigentlich beabsichtigt hatte ... Aber da fehlt noch was. Muss noch etwas mehr Hinweise einbauen, damit es klarer wird. Wie und wo, da brauche ich etwas Zeit.

aber so ganz wollte ich dir das mit den Glasknochen nicht abkaufen. Dafür bist du darauf auch zu wenig eingegangen, handelt es sich hier doch um eine üble Krankheit. Solche Menschen können kein normales Leben führen, ihr Körper ist nicht richtig entwickelt
Guter Punkt. Da muss ich nochmal über die Bücher bzw. Recherche betreiben, was denn das eigentlich genau bedeutet, wenn jemand Glasknochen hat. Ich fand die Idee einfach interessant, aber ehrlich gesagt, habe ich mich nicht näher mit dieser Krankheit befasst. Ein Fehler. Werde versuchen, dies glaubhafter darzustellen.

Redet die Mutter so über den Vater des Jungen?
Im Nachhinein und jetzt wo Du es so direkt ansprichst, gefällt es mir auch nicht mehr. Habe es leicht verändert. Damit wollte ich ausdrücken, dass die Mutter nicht von "dem Vater" redet, sondern einfach seinen vollen Namen gebraucht, um sich von ihm zu distanzieren, so als würde sie ihn nur flüchtig kennen.

Ich habe nicht verstanden, warum dieses Ding nun Schuld an seinen Glasknochen trägt
Ja, auch diesbezüglich fehlen wohl Hinweise im Text. Werde ich nachbessern. Diesen Satz habe ich aber bereits entfernt bzw. umgeschrieben.

Deine anderen Anmerkungen habe ich alle so wie vorgeschlagen oder in ähnlicher Form übernommen. Danke für deine Hilfe.

Und abschliessend natürlich vielen Dank fürs Lesen und deine Zeit!

Beste Grüsse,
DM

 
Beitritt
03.10.2020
Beiträge
58

Hallo @Rob F

Möchte mich noch für deine Zuschrift bedanken. Jetzt im Sommer und mit den ganzen Corona-Lockerungen bin ich nicht mehr so viel online, weshalb meine Rückmeldung ganz schön gedauert hat: Aber ich habe Dich nicht vergessen!

Dein Beitrag schlägt in eine ähnliche Richtung wie der von Putrid Palace. Das bestätigt mir zusätzlich, dass ich mit den Bildern übertrieben habe und da dringend etwas auf die Bremse treten muss. Sonst wirkt das Ganze wahrscheinlich zu überzeichnet und das war selbstverständlich nicht mein Ziel.

Ein wahrscheinlich psychisch erkranktes Kind, durch die schlimmen Erlebnisse mit seinem Vater. Wie es sich erinnert und die Welt erlebt. Die Rolle des Knochenspreißels und der Ley-Linie ist mir bisher auch nicht klar. Vielleicht waren es die Wahnvorstellungen des Vaters, die das Kind in seinen Gedanken nicht los wird und immer wieder erlebt?
Genau so hatte ich mir das gedacht. Ich kann aber nachvollziehen, das vieles zu vage ist. Gerade was den Knochenspreißel anbelangt und die Ley-Linie, das ist viel zu wenig ausgearbeitet. Passt vielleicht auch eher besser in eine Fantasy-Geschichte und nicht so gut in diese Story. Das hier

insofern habe ich deine Geschichte gerne gelesen. Gruselig ist sie auf jeden Fall!
freut mich jedoch sehr! Danke dafür. Gruselig / düster war mein Ziel bei dieser Geschichte.

Die Dialoge finde ich teilweise etwas zu ausführlich und für den Leser erklärend geschrieben, da konnte ich mir an einigen Stellen nicht vorstellen, dass sie tatsächlich so sprechen würden. Würde ich zumindest etwas kürzen und natürlicher klingen lassen.
Habe schon hier und dort etwas gekürzt bzw. abgeändert. Ich tue mich immer noch schwer mit den Dialogen, auch wenn ich glaube, stetige Fortschritte zu verzeichnen.

Danke auch für deine Textarbeit und die ganzen restlichen Anmerkungen. Ich habe praktisch alles so oder in ähnlicher Form übernommen! Besten Dank natürlich auch fürs Lesen und dein Feedback.

Grüsse aus den majestätischen Alpen,
DM

 

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