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Konsumgeil

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15.01.2008
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Konsumgeil

Ich habe meiner Mutter schon mal gesagt, was ich zu meinem Geburtstag in fünf Monaten geschenkt haben will. Sie hat sich an den Kopf getippt und gesagt, dass ich spinne. Da bin ich zu meinem Vater gegangen und habe gesagt: „Papa ich will zu meinem Geburtstag den neuen Laptop von Apple. Aber nicht der in blau, der ist uncool. Alle haben den in weiß. Und ein neues Handy will ich auch, alle haben ein viel moderneres und cooleres als ich. Ach, bevor ich es vergesse, meine Schuhe sind kaputt. Ich will jetzt die von Adidas. Die kosten bloß hundert Euro.“
Mein Vater hat natürlich ja gesagt zu all meinen Wünschen. Ich habe das große Glück, dass er unbedingt will, dass ich zu ihm ziehe. Ich wohne seit der Scheidung bei meiner Mutter. Er kauft mir lauter coole Sachen um mich zu bestechen. Einmal hat er zu mir gesagt: „Ich werde dir all deine Wünsche erfüllen, wenn du nur zu mir ziehst.“ Ich glaub ihm das nicht, also lasse ich ihn zappeln. Manchmal sage ich: „Ich denke darüber nach, ob ich zu dir ziehe.“ Dann schaut er mich hoffnungsvoll an und gibt mir fünfzig Euro. Eltern sind schon ziemlich leicht zu manipulieren!
Zu Weihnachten habe ich dieses Jahr ein neues Fahrrad gekriegt. Und einen Fernseher. Ich war ganz traurig, weil ich keinen DVD- Player bekommen habe. Und meine kleine Schwester, die verwöhnte Göre hat mehr bekommen als ich! Ich war sehr wütend auf meine Eltern. Meine Schwester ist total konsumgeil und wird darin auch noch bestärkt. Gott sei Dank bin ich nicht so.
Ich gehe gerne shoppen. Das ist mein größtes Hobby. Ich nehme alle meine Freundinnen mit und am Ende des Tages schauen wir, wer am meisten gekauft hat. Das bin immer ich. Meine Freundinnen sind dann immer ganz neidisch.
Manche Leute sagen zu mir, ich würde viel zu viel Geld ausgeben. Aber ich kaufe nur das, was ich wirklich brauche um glücklich zu sein.

 

Hallo Jasmin!

Das ist eindeutig eine Satire, ob nun gewollt oder nicht weiß ich nicht, vielleicht hast du die Rubrik ja übersehen? Ich würde die Geschichte verschieben lassen, sonst bekommt sie hier nur unangemessene Kritik. Das ist natürlich alles gnadenlos überzogen, aber irgendwie passt diese naive und görenhafte Erzählerstimme sehr gut. Wenn auch ein bisschen oberflächlich, diese Sache mit dem Vater zum Beispiel.
Was mir nicht gefällt ist der Titel, der ist zu direkt für eine solche Geschichte und verrät schon zu viel. Zudem kommt er nochmal im Text vor, was an sich nicht schlimm ist aber auf mich wirkt das hier zu wahllos.
Also keine Ahnung, irgendwie hat die Geschichte was, befindet sich aber eindeutig in der falschen Rubrik.

Liebe Grüße,
apfelstrudel

 

Hallo Jasmin und ein herzliches Willkommen!

Zunächst erlaube ich mir, apfelstrudel zu widersprechen. :) Meiner Ansicht nach ist die Geschichte kaum bis gar nicht übertrieben, trotz satirischen Zügen, wäre sie in der Satire-Rubrik wohl nicht gut aufgehoben, allein mangels eines ansteigenden Aufbaus. Aber das ist natürlich meine persönliche Sicht. :)

Zur Geschichte selbst: Da widerspreche ich apfelstrudel nicht, die Story hat was für sich. Ein wenig kurz und gleichzeitig mit einem zu hohen relativen Erzählanteil, beides nicht weiter tragisch. :) Vll hast du es dir mit einer "Pauschalabhandlung" der Konsumgeilheit thematisch ein bisschen zu einfach gemacht, mE müsste da ein paar Unterscheidungen rein. Aber nun gut.

Auf jeden Fall noch weiter viel Spaß beim Schreiben.

Beste Grüße

Nothlia

 

ich habe die rubrik satire wirklich übersehen. aber ich finde die geschichte ist hier richtig aufgehoben, denn ich möchte einfach die "konsumgeilheit" unserer gesellschaft kritisieren. der titel ist ziemlich übertrieben, genau wie die geschichte selbst. aus diesem grund habe ich ihn gewählt.

 

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