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Legati

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Legati

Es war einer dieser Abende, an denen man alles um sich vergessen konnte. Die harmonische Schönheit der Natur war manchmal der schönste Trost für jedes Leid eines jeden Tages, dachte sich der ergraute und sonnengegärbte Mann, welcher seinen Blick um sich schweifen ließ. Tief einatmend sah er sich den Fluss an, welchen man von dem kleinen Hügel, auf dem sie sich befanden, ausmachen konnte. Welcher sich schlangengleich und voller Ruhe seinen Weg durch die Ebene bahnte und so weit man sehen konnte kein Anfang oder Ende fand. Er trat schon über die Ufer und die Natur blühte, trotz der heißen Temperaturen, welche jetzt am Abend dank eines lauen Windes zu einer angenehmen Wohltat wurden. Während er ausatmete sah er sich zu dem kleinen, lodernden Lagerfeuer um und beobachte die scheinbar spielenden Flammen und wie sie langsam das Wildschwein mit ihrer Hitze umgarnten, damit sie bald den langen harten Tag bei einem guten Stück Fleisch und dazu viel zu schlechten Wein ausklingen lassen konnten.
„Manchmal, viel zu selten, aber manchmal, auch wenn ich es ungern zu gebe, meint das Leben es gut. Oder was meinst du Lagos?“
Auf ein kurzes Gelächter antwortete ihm die Stimme eines jungen Mannes.
„Noch ist der Tag nicht zu Ende Hauptmann. Verlieren Sie nicht ihre schlechte Laune.“
Ein dritter Mann saß sich zu den beiden ans Feuer und legte einen Arm von hinten um jeden von beiden.
„Hört auf mit eurem missmutigen Gerede den ganzen Tag. Erinnert euch lieber wer das Wildschwein mit einem einzigen Pfeil erlegt hat und dankt es ihm mit ein paar Schlucken eures Weins!“
Mit einem selbstverliebten Grinsen dreht er den Spieß, welcher das Wildschwein durchbohrte einmal um und setzte sich zu den beiden.
Der ältere Mann richtete sich nun etwas auf. Er wäre beinahe weggedöst und nur die unsanfte Berührung seiner Schulter weckte ihn etwas aus seiner Trance. Mit einem kräftigen schluck befeuchtete er seine Kehle mit Wein. Es war einfach zu gut gelaufen dachte er sich. Den ganzen Tag keine Zwischenfälle, frisches Fleisch und endlich schwang angenehme Frische im Ostwind mit. Aber er konnte sein Misstrauen nicht abschalten. Alter und Erfahrung, ließen das einfach nicht zu, nicht in dieser gefährlichen Zeit.
„Lagos, sieh nach den Pferden und den übrigen Männern. Wehe wenn auch nur ein Gaul abhaut, dann kann einer von uns nach Hause laufen und das werde sicher nicht ich sein. Es ist zu wichtig, dass der Rat von unserer Entdeckung erfährt.“
Auch wenn der schein trügt, dies war vielleicht der Beginn einer gefährlichen Zeit für dieses Land. Ein gewaltiges Heer der Karthager ist aus ihren Winterquartieren aufgebrochen, sicherte Flussübergänge, legte provisorische Straßen und Versorgungswege an. Er wusste nicht was das für sie zu bedeuten hatte. Die Karthager bekämpften seit einigen Jahren die Stämme in dieser Gegend. Doch unterwarfen sie diese nun einen nach den anderen und wechselten ihr Verhalten. Der junge Mann vor ihm wollte gerade aufstehen und murmelte einige mürrische Laute, nicht begeistert davon seine verdiente Ruhepause zu unterbrechen.
„Warte Lagos, ich mach es selbst. Ich will ja nicht, dass du dich überanstrengst Junge.“
Er stand kopfschüttelnd auf und seine Knochen knackten unter der Anstrengung der letzten Wochen. Er weiß schon nicht mehr wie viele Tage genau sie jetzt schon durch die Gegend ritten, um die Karthager bei ihrem Tagewerk zu beobachten und die Häuptlinge der kleinen Stämme zu besänftigen, dass sie sich nicht von ihnen abwandten. Ihre Militärpräsenz ist der einzige Weg diesen zu zeigen, dass sie nicht allein waren und Saguntum noch immer Macht hatte hier draußen. Müde schritt er zu Pferden, vorbei an der übrigen Handvoll Männer, die sich im Schatten der Bäume ausruhten. Manche schliefen, ein paar beobachteten verträumt die Landschaft und dachten wohl an zu Hause und daran wann sie an der Reihe waren Wache zu schieben. Sie grüßten ihn mit einem Kopfnicken oder kurzen Salut, während der Hauptmann dieser kleinen Gruppe jeden Knoten eines jeden Pferdes nachzog.
„Ich höre Stimmen. Gleich aus dem Wald.“
Der Wachposten rief einmal quer durchs Lager und zeigte mit seinem Speer in die Richtung, aus der er Diese vernahm und noch bevor er Alarm schlagen konnte traten zwei Männer zwischen den Bäumen hervor und redeten lautstark miteinander. Der Hauptmann selbst eilte ans andere Ende ihres Lagers, zu dem Soldaten, der seinen Speer nun drohend nach vorne streckte. Er trat vor die Neuankömmlinge und legte seine rechte Hand auf den Schwertknauf, zog es ein paar Finger breit aus seiner Scheide und musterte die Beiden, die soeben erschienen. Sie hatten beide einen Bogen über die Schulter gespannt, mehrere Messer an ihren Gürteln befestigt und waren mit lockeren Lederstoffen bekleidet. Die Männer waren absolut ungepflegt; lange zottige Bärte und Schürfwunden sowie Narben am ganzen Körper.
„Bleibt stehen. Das ist nah genug. Wer seid ihr und wie kommt ihr dazu einfach quatschend in mein Lager zu marschieren ohne auch nur anzuhalten?“
Einer der beiden meldete sich zu Wort.
„Wir jagen hier und haben euch schon aus der ferne gesehen. Dachte wir schauen uns das mal genauer an. Wie ihr seht ist unsere Beute heute etwas mager ausgefallen. Immerhin seid ihr hier bei uns und ihr seid gewiss keine Karpesier. Also habt ihr kein Recht uns zu drohen Sagunter.“
Er zuckte kurz mit den Augenbrauen bei solcher Dreistigkeit und vergaß dabei beinahe die Tatsache, dass die beiden so genau wusste wer sie waren.
„Wie wagt ihr es mit mir zu reden. Das ist genau so wenig euer Land wie unseres. Oder liege ich falsch in der Annahme, dass die Karthager euch im letzten Jahre an diesem Fluss direkt da unten abgeschlachtet haben wie Vieh und euch euer Land nahmen.“
Die beiden verzogen ihr Gesicht zu einer grimmigen Miene. Es stimmte. Im Sommer letzten Jahres wurde ihr Volk vernichtend geschlagen und sie waren nicht erfreut daran erinnert zu werden.
„Du bereust deine Worte noch Sagunter, wenn die Karthager erstmal eure Stadt in Flammen gesetzt haben und nichts mehr an euch erinnert als das schreien eurer versklavten Frauen und Kinder.“
Der Mann spuckte dem Wachposten, der noch immer sein Speer auf die Neuankömmlinge richtete vor die Füße und lachte dreckig.
Beleidigt und verschmäht zog der Hauptmann sein Schwert ganz aus der Scheide und ging drohend einen Schritt auf die beiden zu, während der Wachposten es ihm mit dem Speer in beiden Händen nachtat. Die umhersitzenden Männer beobachteten das Schauspeil, setzten sich auf oder suchten ihre eigenen Waffen.
„Geh auf die Knie Karpesier und fleh mich um Vergebung an, dann lass ich dich vielleicht noch am Leben. Ihr selbst habt euch diesen karthagischen Hunden unterworfen und seid nichts mehr als Sklaven. Ihr habt nicht das Recht über einen freien Mann zu urteilen.“
Der bärtige Mann lachte.
„Alter Mann. Du denkst du wärst frei? Wir waren nur schlau genug unsere Herren zu erkennen, während dein Volk in seinem Stolz verharrt und sterben wird. Ihr haltet euch vielleicht für etwas Besseres, aber das seid ihr nicht. Und jetzt werdet ihr sterben. Leider darf keiner von euch Saguntum lebend erreichen.“
Noch bevor dieser den Satz beenden konnte sausten Pfeile aus dem umliegenden Gebüsch und kampfschreie entbrannten im Unterholz des Waldes. Der langgediente Veteran, welcher soeben den beiden zotteligen gestalten die Respektlosigkeit austreiben wollte, blickte sich zu seinen Männern um. Lange stand er schon nicht mehr einer tatsächlichen Gefahr gegenüber und er wusste seine jungen Kameraden waren durch die lange Friedensperiode noch mehr aus der Routine. Er musste Ruhe bewahren, während das Adrenalin durch seine Adern schoss, sein Herz schneller zu schlagen begann, sein Zorn der Furcht zu weichen drohte und sein Geist sich vom Geschehen zu lösen begann, als wäre er in einer anderen Welt.
Ein Schrei ertönte, als einer der Sagunter von einem Pfeil in den Oberschenkel getroffen wurde, seine Arterie durchbohrte und der Mann, welcher sich soeben aufgerichtet hatte und seinen Schild griff unter stechenden schmerzen beide Hände um sein Bein legte und sich gegen den Baum hinter ihm fallen ließ. Der Hauptmann wusste es gab nur eine Option, doch für ihn war es zu spät. Jetzt galt es diesen ehrlosen Bastarden das höhnische Grinsen aus dem Gesicht zu treiben. Aber die anderen hatten eine für das Überleben der Heimat bedeutsame Mission.
„Hinterhalt Männer, rüstet euch schnell und rennt zu den Pferden. Lasst alles andere stehen und liegen. Wir können hier nur siegen, wenn es einer von uns lebend nach Sagunt schafft. Unsere Botschaft ist zu wichtig!“
Während die Handvoll Soldaten ihre Waffen griffen und auf all ihr Hab und Gut verzichteten, brachen die ersten Karpesier aus dem Unterholz hervor. Es waren eindeutig unausgebildete und schlecht ausgerüstete Männer, fernab jedweder Disziplin. Doch ihre Pfeile schossen zahlreich aus dem Gestrüpp und zwangen die Sagunter vorsichtig und mit dem Schild als Deckung zu den Pferden zu laufen, während mehr als ein Dutzend Karpesier mit Schwertern und Speeren ihnen den Weg abzuschneiden versuchte.
Der Hauptmann blickte zur Seite auf seinen Kameraden, der nur seinen Befehl abwartete und ihm bedächtig zunickte. Dann musterte er die beiden Männer vor ihm und erspähte Bewegung im Gebüsch hinter diesen. Er wusste natürlich, dass die beiden ihn nur provozieren sollten, damit er unbedacht in seinen eigenen Tod rannte und die Truppe führerlos zurückblieb, aber sie selbst waren schon abgeschnitten von ihren übrigen Kameraden und die Pferde waren am anderen Ende ihres kleinen Lagers. Für sie war es schon zu spät… und welch eine Verschwendung wäre es diesen Hundesöhnen nicht ihre dreckigen Kehlen aufzuschlitzen und noch so viele wie möglich mitzunehmen?
Er machte einen Ausfallschritt in Richtung des nächsten der beiden Gestalten vor ihm, während er seinen Oberkörper eindrehte, um weniger Angriffsfläche zu bieten und stieß sein leicht gekrümmtes Kurzschwert mit seiner rechten nach vorne. Sein gegenüber war anscheinend von der Hartnäckigkeit oder eher der Torheit des alten Veteranen, welcher sich nicht zu seinen Kameraden zurückziehen wollte und todesmutig in den Angriff überging so überrascht, dass es nur gerade so schaffte dessen Angriff mit einem unsicheren Schritt nach hinten auszuweichen, wobei er ins taumeln geriet. Diese Chance musste er Nutzen, denn er wusste zwar um seine eigene Erfahrung, aber auch dass er es kaum mehr mit einem, geschweige mehreren jungen und ausgeruhten Männern aufnehmen könnte. Es musste also schnell gehen, auch wenn es sein Leben kosten sollte, welches ohnehin verwirkt schien. Sein Schwertarm ausgestreckt und vor ihm der wankende Karpesier, setzte er so schnell es ihm möglich war seinen linken Fuß vor den rechten, während er sein Schwert losließ und leicht nach oben federte, sein Handgelenk umdrehte und seine Waffe an der selben Stelle, an der sie noch wenige Millisekunden zuvor ruhte wieder fest umschloss. Durch den neuen Schwung nach vorne katapultiert, packte er sein Gegenüber mit der linken an der Schulter und stieß ihn sein Schwert zwischen den Brustkorb, sodass er ihn langsam tiefer in die tödliche Klinge treiben konnte, welche sich nur schwer durch das Leder und die Knochen bohrte. In einen qualvollen Todeskampf zwang er den Mann, den er nun eng umschlungen hielt in seinen Tod, während der sterbende versuchte unter glucksenden lauten zu atmen, aber seine Lunge sich unter dem brechenden Brustkorb langsam mit Blut zu füllen begann, welches sich aus dessen Mund über die beiden in einem warmen Schwall ergoss. Sein Gegenüber umgriff noch verzweifelt seinen Schwertarm und versuchte das Eindringen der Klinge, welche in ihn eintrat, zu verlangsamen, oder sie wieder ganz herauszuziehen. Doch vergeblich. Unter dem Aufbringen seiner ganzen Kraft die es erforderte, dem sich widersetzenden Gegner zu übermannen traten die Knöchel des alten Veteranen schon weiß unter den Händen hervor, die Muskeln und Sehnen spannten sich bis zu einem brennenden Schmerzen seines ganzen Körpers und es fühlte sich an als würden all seine schon vorgetretenen Adern gleich platzen, als er den jungen Mann vor sich mit dem Schwert langsam durchbohrte. Er sah ihm noch einmal direkt in sein verzweifeltes Gesicht.
„Auch wenn ich jetzt gleich sterbe, sterbe ich wenigstens nicht als unterwürfiger Feigling.“
Beinahe verstummt musste er sich jedes Wort aus seiner Kehle pressen, doch die Wut in ihm und das Adrenalin waren stärker als jede Anstrengung. Er drehte die Klinge des Schwertes, unter einem matschenden Geräusch, als wäre man auf einen fauligen Apfel gestiegen, in einem letzten Kraftakt einmal nach rechts und zerfetzte damit die Lunge seines Gegners und schnitt diesem tief in sein Herz, welches er beim Zurückdrehen wie dessen Brustkorb vollständig aushöhlte. Jegliches Leben verschwand im Bruchteil einer Sekunde aus den Augen des Mannes, der soeben noch so verzweifelt um eben jenes gekämpft hatte. Die Hände, welche gerade noch seinen Schwertarm fest umschlungen hielten waren beraubt von jeder Kraft und sein Körper sackte leblos in sich zusammen, sodass die Klinge in seiner Brust und der Griff um seine Schulter das einzige waren, was ihn noch aufrecht hielten. Als er soeben sein Schwert aus seinem leblosen Gegenüber ziehen wollte und diesen mit seiner freien Hand von sich drückte, bemerkte er noch eine rasche Bewegung zu seiner linken, doch sein Körper war kaum fähig ansatzweise angemessen zu reagieren. Der Kamerad des Karpesieres, den er gerade tötete, hatte längst eines seiner Messer gezogen und ging selbst zum Angriff über. Dieses rammte er in seinen linken Unterarm, durchbohrte mühelos seine ungeschützte Haut, durschnitt seine Sehne, welche unter einem erstaunlich lauten Schnalzen auseinanderriss und säbelte sich in seine Unterarmknochen, wo es dann stecken blieb. Der hartgesottene Veteran brüllte unter diesen Schmerzen auf und ließ sowohl sein totes Gegenüber, als auch seinen Schwergriff los, um sich instinktiv an seinen verletzten Arm zu fassen. Als der Karpesier sein Messer wieder herausreißen wollte, hatte es sich so in den Unterarmknochen festgezahnt und wollte sich nicht lösen, dass er den durchbohrten Arm mit nach oben schleuderte und die Waffe sich weiter in die Knochen sägte. Unter den qualvollsten Schmerzen, als sein Arm, durch das Messer penetriert, umher gerissen wurde, verlor der saguntische Hauptmann beinahe das Bewusstsein und Tränen traten ihm in die Augen sowie floss das Blut in kurzen aber starken Strömen mit jedem Herzschlag aus dem Eintrittspunkt der Klinge. Dieser hatte sich mittlerweile zu einer gewaltigen, klaffenden Wunde ausgeweitet. Der saguntische Wachposten, welcher beim überstürzten Angriff seines Hauptmanns zögerte und durch den Pfeilhagel eingeschüchtert erst jetzt einen Satz nach vorne setzte, stieß seinen Speer mit aller Kraft auf den Karpesier zu, welcher gerade verzweifelt sein Messer befreien wollte und damit seinem Gegenüber unter unendlichen Schmerzen schier den Arm ausriss. Die Spitze des Speers traf ihn direkt in den Oberschenkel und durchbohrte erst die Kleidung, dann Haut, Fett und Muskelgewebe mühelos, zertrümmerte den Oberschenkelknochen, welchen die Klinge streifte und verließ das Bein auf der anderen Seite wieder. Als er den Speer gerade auf denselben Weg wieder herausziehen wollte, um den aufheulenden Feind den Rest zu geben durchbohrte einer der Pfeile, welche schlecht gezielt aber ununterbrochen aus dem Unterholz abgefeuert wurden seine ungeschützte Kehle. Den Schaft des Speeres sofort loslassend, griff er sich noch überrascht mit seiner Hand an den Hals und zog den Pfeil wieder heraus. Ohne einen Ton von sich geben zu können und mit glasigen, weit geöffneten Augen betrachtete er musternd den Pfeil, welcher ihn gerade durchbohrt hatte, als hätte er ihn gerade auf dem Boden gefunden. Der Versuch zu atmen, war nichts weiter als ein öffnen und schließen des Mundes, der von einem kehligen Glucksen gefolgt wurde. Blut lief ihm aus der Wunde und dem Mund bei jedem unmöglichen Atemzug und sein Gesichtsausdruck wurde mit jeder Sekunde verzweifelter, während er bemerkte, dass das Leben langsam, aber beständig aus ihm wich. Der Mann wollte nicht begreifen, dass sein Leben so enden sollte, aber war machtlos seinen Abgang von dieser Welt zu ändern. In einer Sekunde wandte sich ein Adrenalinrausch, ein schieres Gefühl der Unverwundbarkeit, in die grausame Realität des Todes, welcher sich so einfach gestaltete, dass diese eine Sekunde den Unterschied herbeiführen konnte. Er fiel mit einem verzweifelten Lächeln auf die Knie und sackte dann in sich zusammen wie ein lebloser Kadaver, der nie zuvor auch nur einen Hauch Leben in sich besessen hat. Unbeeindruckt vom Schauspiel des Todes seines Kameraden fasste der Hauptmann all seine Kraft zusammen. Mit seiner rechten packte er den Griff des Messers, welches immer noch tief in seinem Unterarm steckte. Der Karpesier wurde unter der Wucht mit dem der Speer seinen Oberschenkel durchdrang zu Boden gerissen und ging schreiend vor Qualen auf die Knie. Durch Schmerzen, den Aufprall und dem strömenden Blutschwall, der sich aus der zerfetzten Oberschenkelarterie ergoss, war es diesem kaum mehr möglich sich auf sein Gegenüber zu konzentrieren. Dennoch setzte er sich mit seinem linken Bein auf, zog ein weiteres seiner Messer und versuchte irgendwie aufzustehen, um dem alten Veteranen den Rest geben. Dieser sah erst den am Boden knienden Karpesier an, welcher sich verzweifelt wiederaufzurichten versuchte. Dann den eigenen Arm, der mittlerweile durch sein Blut und herausstehende Knochensplitter bis ins unerkennbare malträtiert war. Er biss die Zähne zusammen, legte seine rechte Hand um den Griff des in ihm steckenden Messers, schloss die Augen voll Tränen und riss es mit all seiner verbleibenden Kraft heraus. Markerschütternde Schmerzen, das Geräusch zersplitternder Knochen und sein qualvolles aufschreien, als das Messer sich nach kurzem, aber gefühlt unendlich langem rütteln endlich herauslöste, begleiteten diesen Vorgang, der ihm beinahe den Arm abtrennte, sodass dieser nur noch unbrauchbar an seinem Körper herabhing. Er stemmte seine rechte Hand samt dem vor Blut triefenden Messer mir solcher Anstrengung über seinen Kopf, als wäre es ein tonnenschwerer Schmiedehammer und lies jenes samt seinem gesamten Oberkörper auf den sich vergeblich aufrappelnden Karpesier zu seinen Füßen herabfahren. Die Klinge des mittlerweile schon stumpfen Messers drang in die Schulter des Mannes unter ihm ein, gefolgt von seinem gesamten Körpergewicht, da er sich nicht einmal mehr selbst auf den Beinen halten konnte und über seinem Opfer beinahe zusammenbrach. Sie zerschmetterte unter dieser Wucht das Schulterblatt des Karpesiers, bohrte sich tief in dessen Oberkörper und durchbohrte sein Herz. Der Hauptmann selbst war nun auch auf den Knien und nur noch seine Hand, welche den Griff des Messers umschlang, das tief in der Schulter des Mannes vor ihm steckte und der ihm einen Schwall Blut ins Gesicht hustete, hielt ihn aufrecht. Ein viel zu ehrenvoller Tod für so einen Hundesohn dachte er sich noch, als jedes Leben aus seinem Gegenüber erlosch. Der todesnahe Anführer dieser kleinen Schar Sagunter blickte mit einem letzten Funken Hoffnung zu seinen übrigen Männern und den Pferden. Auch wenn seine Sicht unter den quälenden Schmerzen verschwamm und alle seine Sinne sich langsam verabschiedeten, konnte er eine Hand voll seiner Soldaten ausmachen wie sie sich bei den Pferden sammelten und die Angreifer vorerst noch zurückhielten. Doch die feindliche Überzahl schien unbezwingbar. Sie konnten nur noch fliehen, dachte er sich. Mit seinem letzten Atemzug ließ er das Messer, welches er noch immer fest umklammerte los. Einer der Karpesier die soeben hinter ihm aus dem Unterholz brachen, packte ihn von hinten mit der Hand ans Gesicht und riss seinen Kopf zu sich, während er sein Schwert genüsslich an den Hals des knieenden Mannes anlegte. Mit einer kurzen, aber ruckartigen und kräftigen Armbewegung durchtrennte er die Kehle des alten Sagunters und stieß dessen leblose Leiche auf den Boden.
 
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24.03.2019
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Liebe/r Wellington,

deine Geschichte wirkt sprachlich noch sehr ungelenk. Inhaltlich fand ich es gar nicht schlecht, aber die Sprache hat mich immer wieder rausgehauen, so dass ich es nicht ganz bis zum Ende geschafft habe.

Es beginnt schon mit dem Einstieg:

Zitat:

"Die harmonische Schönheit der Natur war manchmal der schönste Trost für jedes Leid eines jeden Tages, dachte sich der ergraute und sonnengegärbte Mann, welcher seinen Blick um sich schweifen ließ. Tief einatmend sah er sich den Fluss an, welchen man von dem kleinen Hügel, auf dem sie sich befanden, ausmachen konnte. Welcher sich schlangengleich und voller Ruhe seinen Weg durch die Ebene bahnte und so weit man sehen konnte kein Anfang oder Ende fand. Er trat schon über die Ufer und die Natur blühte, trotz der heißen Temperaturen, welche jetzt am Abend dank eines lauen Windes zu einer angenehmen Wohltat wurden. Während er ausatmete sah er sich zu dem kleinen, lodernden Lagerfeuer um und beobachte die scheinbar spielenden Flammen und wie sie langsam das Wildschwein mit ihrer Hitze umgarnten, damit sie bald den langen harten Tag bei einem guten Stück Fleisch und dazu viel zu schlechten Wein ausklingen lassen konnten."

In dieser Szene atmet der Mann nur einmal ein und aus. Eigenartig. Die Flammen umgarnen das Wildschwein mit ihrer Hitze (umgarnen bedeutet bezirzen, verführen, ich finde, das passt hier nicht), außerdem funktioniert der Relativsatz nicht - damit SIE bald den langen harten Tag - hier würde sich SIE auf die Flammen beziehen.

Zitat:

"Mit einem selbstverliebten Grinsen dreht er den Spieß, welcher das Wildschwein durchbohrte einmal um und setzte sich zu den beiden."

Immer wieder wechselst du in einem Satz das Tempus von Präsens zu Präteritum. Warum?

Zitat:

"Mit einem kräftigen schluck"

Auch Groß- und Kleinschreibung sind gelegentlich falsch.

Zitat:

"Alter und Erfahrung, ließen das einfach nicht zu, nicht in dieser gefährlichen Zeit."

Zu viele Kommata.

Zitat:

„Warte Lagos, ich mach es selbst. Ich will ja nicht, dass du dich überanstrengst Junge.“

Hier fehlt ein Komma vor JUNGE.

Hier noch ein paar Sätze, die sprachliche Mängel aufweisen:

Er weiß schon nicht mehr wie viele Tage genau sie jetzt schon durch die Gegend ritten,

Er zuckte kurz mit den Augenbrauen bei solcher Dreistigkeit und vergaß dabei beinahe die Tatsache, dass die beiden so genau wusste wer sie waren.

Die umhersitzenden Männer beobachteten das Schauspeil,

Es waren eindeutig unausgebildete und schlecht ausgerüstete Männer, fernab jedweder Disziplin. (Wieso erkennt er das sofort?)

Tut mir leid, aber aufgrund der sprachlichen Mängel erstmal kein Lesevergnügen.

LG,

HerrLehrer
 
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12.04.2007
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Mit einer kurzen, aber ruckartigen und kräftigen Armbewegung durchtrennte er die Kehle des alten Sagunters und stieß dessen leblose Leiche auf den Boden.

Mein lieber Mann,

Wellington,

was tustu Dir an und uns, den Lesern, den karthagischen Phöniziern und vor allem den Indigenen der iberischen Halbinsel zu Zeiten der punischen (im dritten Jh. vor unserer Zeitrechnung) Kriege und vor allem der Geschichtsschreibung!

Gleichwohl, bevor ich‘s vergess, herzlich willkommen hierorts!
und zugleich auch ein herzlich willkommen an den Herrn @HerrLehrer,

dessen Urteil ich weitestgehend folgen kann.

Es fehlt einfach an Allem, was zu wundersamen Stilblüten führt wie etwa der oben zitierten „leblosen Leiche“. Tatsächlich stellstu in Kombination mit reichlich fehlender Konzentration Deine Deutschkenntnisse zur Schau, von denen ich nun jeweils ein Beispiel bringe, da ich bezweifeln muss, dass Deutsch Deine Muttersprache sein könne … Aber Latein oder Phönizisch oder ein iberisch-keltischer Dialekt (das Wort „Amt“ z. B. ist keltischen Ursprungs) wird‘s auch nicht sein.

Aber der Reihe nach und – wie schon gesagt - jeweils nur ein Beispiel, denn oft wiederholt sich dieses und jenes, wie schon der Beginn der Erzählung schwülstig daherkommt
Es war einer dieser Abende, an denen man alles um sich vergessen konnte. Die harmonische Schönheit der Natur war manchmal der schönste Trost für jedes Leid eines jeden Tages, dachte sich der ergraute und sonnengeg[e]rbte Mann, welcher seinen Blick um sich schweifen ließ.
Zu viele Adjektive (dieser, harmonisch, schön, manchmal, jede…, sonnengegerbt [es kommt nicht von den Garben, sondern vom Verb gerben, seinen] und darum nahe der Gartenlaube gebaut ist.

Und ängstigstu Dich, ein schlichtes Realtivpronomen wie der, die, das zu verwenden? Was ist da an einem immer wiedekehrenden Fragepronomen wie „welche“ in der Position eleganter?

Der Schwulst setzt sich fort, wenn Du statt des schlichten Vollverbs „sein“ Befindlichkeiten ins Spiel bringst, etwa der Art
Tief einatmend sah er sich den Fluss an, welchen man von dem kleinen Hügel, auf dem sie sich befanden, ausmachen konnte. Welcher sich schlangengleich und voller Ruhe seinen Weg durch die Ebene bahnte und[,] so weit man sehen konnte[,] kein[en] Anfang oder Ende fand.

Die Zeichensetzung findet gelegentlich willkürlich oder zumeist nicht statt – mit der einen Ausnahme bei den „welche“-verseuchten Relativsätzen …
Während er ausatmete[,] sah er sich zu dem kleinen, lodernden Lagerfeuer um und beobachte[te] die scheinbar spielenden Flammen und wie sie langsam das Wildschwein mit ihrer Hitze umgarnten, damit sie bald den langen[,] harten Tag bei einem guten Stück Fleisch und dazu viel zu schlechte[m] Wein ausklingen lassen konnten.

Die Kommaregeln findestu unter https://www.duden.de/sprachwissen/rechtschreibregeln/kommawie überhaupt der Duden (oder auch auch der Wahrig) und erst Recht die Leute hierorts hilfreich sind ...
(Duden.de an erster Stelle, weil die Rechtschreibreform noch lnge nicht zu Ende ist und immer wieder neue Wörter aufkommen und aufgenommen werden. Die Dudenredaktion ragiert am schnellsten auf Änderungen - manchmal sogar nahe beim Blödsinn, als etwa "lol" aufgenommen wurde.)

„Noch ist der Tag nicht zu Ende Hauptmann. Verlieren Sie nicht ihre schlechte Laune.“
Warum wird die Höflichkeitsform nicht durchgehalten?

Ein dritter Mann saß sich zu den beiden ans Feuer und legte einen Arm von hinten um jeden von beiden.
Wenn einer sitzt,hat er sich zuvor hingesetzt
und legte er nicht schlicht seine Arme auf die Schultern der beiden?

Hier dämmert mir, dass Du allein durch ein „welches“ Relativsätze erkennst
Erinnert euch lieber[,] wer das Wildschwein mit einem einzigen Pfeil erlegt hat[,] und dankt es ihm mit ein paar Schlucken eures Weins!“
Passiert Dir auch bei anderen Relativpronomen, wie gleich beim „wer“; musstu selber gucken

Mit einem kräftigen schluck befeuchtete er seine Kehle mit Wein.
Der „Schluck“ ist vom Verb „schlucken“ abgeleitet sein, wäre dann aber als Substantivierung mit Großbuchstaben zu beginnen … wie später der „trügende Schein“ vom Verb „scheinen“

Es war einfach zu gut gelaufen[,] dachte er sich.
Warum das Reflexivpronomen? Kann er nicht einfach denken, muss er immer sich mitdenken?

Alter und Erfahrung, ließen das einfach nicht zu, nicht in dieser gefährlichen Zeit.
Wenn Du das erste Komma begründen kannst, solltestu es stehen lassen. Wenn nicht – weg mit ihm!

Wehe[,] wenn auch nur ein Gaul abhaut, dann kann …
Vor dem vielgestaltigen (konditional, konzessiv, temporär) „wenn“ erfolgt fast immer ein Komma, wenn es nicht am Anfang eines Satzes steht ...

Der junge Mann vor ihm wollte gerade aufstehen und murmelte einige mürrische Laute, nicht begeistert davon[,] seine verdiente Ruhepause zu unterbrechen.
Zu den Infinitiven vgl. o. g. Duden.de, denn bei komplexen Prädikaten (wie etwa "zu laufen versuchen" zerrisse ein Komma trotz der eventuellen Abhängigkeit des Infinitivs das Prädikat und wird deshalb ausdrücklich untersagt

Ich will ja nicht, dass du dich überanstrengst[,] Junge.“
Anrede wird ob am Ende oder Anfang oder inmitten eines Satzes durch Komma vom eigentlichen Satz getrennt

Ihre Militärpräsenz ist der einzige Weg diesen zu zeigen, dass …
Warum der Gezeitenwechsel? Besser „war“

Müde schritt er zu Pferden, …
Unfreiwillige Komik durch vergessenen/verschluderten Artikel zu „den“ Pferden, denn man sitzt gelegentlich zu Pferde

Der Wachposten rief einmal quer durchs Lager und zeigte mit seinem Speer in die Richtung, aus der er Diese vernahm und ...
Warum die Substantivierung eines schlichten „diese“?

Wie dem auch sei und wird, Du wirst mehr Geduld und Energie brauchen, korrektes Deutsch zu lernen, als ich und HerrLehrer zusammen hier aufbringen mussten.

Halt die Ohren steif!

Friedel
 
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07.01.2019
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Guten Tag @Wellington und herzlich Willkommen im Forum :-)

Ich bin selber eine Null in Rechtschreibung und Kommasetzung, obwohl ich jedes mal hoffe das es besser wird. Ich habe mittlerweile zwei Übungsbücher und das eine beginnt sogar schon ab Klasse 5.
Ja ich bin weit über die 5. Klasse hinaus und dennoch fange ich nochmal von Vorne an. Ich kann dir nur empfehlen das auch zu tun.

Dennoch habe ich einen, vielleicht hilfreichen, Tipp um gerade Kommafehler zu umgehen.

Ich habe deine Geschichte nicht gelesen. Ich habe sie überflogen, weil ich schon am Anfang gemerkt habe, das ich der Geschichte nicht folgen kann, weil sie mir zu anstrengend wird.
Du verwendest oft wahnsinnig lange Sätze über drei bis sechs Zeilen und gerade bei fehlenden Kommas ist das enorm schwer und anstrengend, da den Überblick zu behalten.

Ich hab nur ein paar Beispiele raus gesucht an denen ich die versuchen will zu erklären was ich meine.

Der saguntische Wachposten, welcher beim überstürzten Angriff seines Hauptmanns zögerte und durch den Pfeilhagel eingeschüchtert erst jetzt einen Satz nach vorne setzte, stieß seinen Speer mit aller Kraft auf den Karpesier zu, welcher gerade verzweifelt sein Messer befreien wollte und damit seinem Gegenüber unter unendlichen Schmerzen schier den Arm ausriss.
Ich bin geneigt mir einen Notizzettel zu nehmen, um alle Infos, die du in diesen Satz packst, zu verarbeiten.
Wieso teilst du das nicht in mehrere Sätze auf ?
Beispiel:
Der saguntische Wachposte zögerte, beim überstürzten Angriff seines Hauptmanns.
Durch den Pfeilhagel eingeschüchtert, brauchte er einige Minuten um zu realisieren was geschah. Als er sich gefangen hatte, machte er einen Satz nach Vorne und stieß seinen Speer, mit aller Kraft, in Richtung Karpesier. Dieser versuchte verzweifelt sein Messer zu befreien.

Das mit dem Arm ausreißen verstehe ich nicht, deswegen hab ich es gestrichen.

Er trat schon über die Ufer und die Natur blühte, trotz der heißen Temperaturen, welche jetzt am Abend dank eines lauen Windes zu einer angenehmen Wohltat wurden.
Erstens finde ich, dass der Satz komisch klingt, heiße Temperaturen werden zu einer angenehmen Wohltat? Sie werden angenehmer, das nehme ich dir ab. Die Wohltat jedoch nicht. Eine Wohltat wäre es wahrscheinlich, wenn er in den Bach springen würde.
Zweitens: Auch hier bietet es sich an, einfach mehrere Sätze zu bilden.

Beispiel:
Er trat schon über die Ufer und die Natur blühte, trotz der heißen Temperaturen, auf.
Dank des abendlichen, lauen Windes wurden die Temperaturen angenehmer.

Während er ausatmete sah er sich zu dem kleinen, lodernden Lagerfeuer um und beobachte die scheinbar spielenden Flammen und wie sie langsam das Wildschwein mit ihrer Hitze umgarnten, damit sie bald den langen harten Tag bei einem guten Stück Fleisch und dazu viel zu schlechten Wein ausklingen lassen konnten.

Beispiel
Während er ausatmete, sah er zu dem kleinen Lagerfeuer.
Die lodernden Flammen schienen das Wildschwein zu umgarnen (ich lasse es jetzt mal dahin gestellt, ob das Adjektiv in dem Zusammenhang wirklich Sinn macht).
Schon bald konnten sie den langen, harten Tag bei einem guten Stück Fleisch und viel zu schlechtem Wein ausklingen lassen.

Wie oben erwähnt bin ich auch nicht gut in Zeichensetzung. Durch kürzere und einfachere Sätze brauchst du weniger, wo durch die Anzahl der Fehler vielleicht schon minimiert wird.
Dann gibt es eine schöne erfinden die Nennt sich Duden Rechtschreibprüfung. Es ist eine beta Version und mit Sicherheit nicht immer 100½ Fehlerfrei aber auf jeden Fall lohnt es sich, bei Unsicherheit, mal einen Satz prüfen zu lassen.

Ich gehe stark davon aus, dass deine Geschichte im Korrekturcenter landen wird.
Ich hoffe jedoch, dass du dich ihr noch einmal annimmst und überarbeitest. Schaue dann auch gerne nochmal, bezüglich Inhalt, rein :-)

ermutigende Grüße
Shey :-)
 
Wortkrieger-Team
Senior
Monster-WG
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04.03.2018
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1.095
@Wellington,

Herzlich Willkommen im Forum. Ich sehe, du hast auf keinen der Vorkommentare reagiert, deshalb fällt mein Kommentar auch kurz aus.
Ich will das Kind beim Namen nennen. Ich finde deinen Text echt gruselig zu lesen, was folgende Gründe hat:
1) Fehlende Absätze. Der Text ist nicht strukturiert, mir als Leser werden keine Sinnzusammenhänge vorgegeben (und somit auch keine Pausen), dadurch verschwimmt der Text zu einem zähflüssigen Brei.
2) Die Dichte an Fehlern in Groß-/Kleinschreibung, Kommasetzung, Rechtschreibfehlern.
Da fehlen ganz klar einige Bearbeitungsrunden, bzw. eine eingehende Beschäftigung mit den formalen Dingen beim Schreiben. Das schreit nach Korrekturcenter.
3) Sprache und Wortwahl. Du schreibst, als würdest du einen Roman des 19. Jahrhunderts schreiben wollen. Gut, du hast Historik getagt, also soll das so? Jedoch: Du hast auch Spannung getagt und die schwülstige Sprache verschleppt das Tempo. Gerade dieses welcher/ welche/ welches ist echt nervig, weil so gewollt literarisch aber dabei doch nur eine Worthülse. Ebenso die gestelzten Formulierungen (fett) , die keine Bilder vermitteln, sondern diesen im Weg stehen.

Hierzu nur mal der erste Absatz:
Es war einer dieser Abende, an denen man alles um sich vergessen konnte. Die harmonische Schönheit der Natur war manchmal der schönste Trost für jedes Leid eines jeden Tages, dachte sich der ergraute und sonnengegärbte (sonnengegerbte) Mann, welcher seinen Blick um sich schweifen ließ. Tief einatmend sah er sich den Fluss an, welchen man von dem kleinen Hügel, auf dem sie sich befanden, ausmachen konnte. Welcher sich schlangengleich und voller Ruhe seinen Weg durch die Ebene bahnte und(,) so weit man sehen konnte(,) kein Anfang oder Ende fand. Er trat schon über die Ufer und die Natur blühte, trotz der heißen Temperaturen, welche jetzt am Abend dank eines lauen Windes zu einer angenehmen Wohltat wurden. Während er ausatmete(,) sah er sich zu dem kleinen, lodernden Lagerfeuer um und beobachte die scheinbar spielenden Flammen und wie sie langsam das Wildschwein mit ihrer Hitze umgarnten, damit sie bald den langen harten Tag bei einem guten Stück Fleisch und dazu viel zu schlechten Wein ausklingen lassen konnten.

Schon da verlässt mich die Lust am Lesen, weil du mir die Szene nicht zeigst, sondern verzällst, wie man bei mir in Köln sagt. Show, don´t tell: zeig, was passiert und lass den Leser mitfühlen, statt ihn mit Phrasen zu langweilen.

Peace, linktofink
 

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