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München. Nicht Johannesburg.

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München. Nicht Johannesburg.

Ein trüber Herbsttag in einem ruhigen Münchner Wohngebiet, ein schwarzer 3er-BMW mit zwei Männern Anfang dreißig steht etwas verloren mitten auf der Kreuzung. Suchen sicher eine Adresse. Ich vergesse den BMW sofort wieder, während ich gedankenverloren den Kinderwagen weiterschiebe.

An der nächsten Kreuzung muss ich kurz warten, von links kommt wieder der schwarze BMW. Er ist wohl vorbeigefahren und abgebogen, hat dann gewendet und kommt nun zur Kreuzung zurück. Immer noch auf der Suche. Etwas komisch kommt es mir nun aber doch vor. Die Männer wirken unruhig, unter Druck.

Von der anderen Seite kommen jetzt drei Männer zu Fuß. Ebenfalls Anfang dreißig, in dunklen Jeans und unauffälliger, sportlicher Kleidung. Sie gehen schweigend und konzentriert, ihre Bewegungen sind ruhig und durchtrainiert. Die Männer im Auto und zu Fuß schauen sich an. Keiner grüßt, aber ich bin mir sicher, dass sie sich kennen.

Der BMW fährt weiter, die Fußgänger teilen sich auf. Sie schauen sich nicht an, verabschieden sich nicht. Zwei verschwinden in die Anliegerstraße; der dritte, mit einer schwarzen Lederjacke bekleidet, wendet sich zu einem Fußweg, den auch ich nehmen will.

Ich überquere die Straße und bleibe stehen. Vor mir läuft der einzelne Mann in Lederjacke, hinter mir irgendwo die beiden anderen dunklen Gestalten. Zum ersten Mal wird mir bewusst, wie einsam dieser Fußweg mitten in München ist, links ein paar Schrebergärten und die S-Bahnlinie, rechts eine große Wiese.

Herbstblätter wehen über den Weg, im Nieselregen ist die Wiese menschenleer. München, sage ich mir, du lebst nicht mehr in Johannesburg. Vor und hinter mir sind Wohngebiete mit Autos und Menschen, es ist mitten am Tag. Trotzdem zögere ich, das verlassene Stück Weg zu betreten.

Eine Gruppe von Fußgängern geht an mir vorbei auf den Fußweg, etwas beruhigt folge ich ihnen. Bald sind sie so langsam, dass ich überholen muss, aber mit anderen Menschen in meiner Nähe fühle ich mich wieder deutlich sicherer.

Der Mann in der schwarzen Lederjacke läuft komisch; er wirft den linken Fuß immer etwas nach außen. Außerdem schaut er sich ständig um und mustert mich mit aufmerksamen Blicken.

Wir erreichen die Kreuzung ins nächste Wohngebiet. Der Lederjackenmann geht weiter, ich wende mich erleichtert die Straße entlang nach rechts.

Wenige Minuten später biege ich in einen kurzen, mit Pollern versehenen Fußweg, links zweigt eine Einbahnstraße ab. Nur noch ein paar Meter bis zu meinem Hauseingang.

Ich bin fast angekommen, da höre ich das Auto. Durch die Einbahnstraße kommt der schwarze BMW. Gegen die Fahrtrichtung, laut und viel zu schnell. Während ich hinter dem Lederjackenmann auf dem Fußweg um die große Wiese gegangen bin, ist der Wagen auf der anderen Seite über die Hauptstraße zu der Einbahnstraße gefahren, die zu meinem Hauseingang führt.

Mein Atem geht schneller, ich spüre, wie sich mein ganzer Körper verkrampft. Was wollen die Männer von mir, meinem Baby? Ohne meine Tür eines Blickes zu würdigen, gehe ich weiter. Ich will nicht, dass sie wissen, wo ich wohne. Im Gehen wähle ich die 110, den Finger über der grünen Wahltaste schaue ich zurück.

Der BMW bremst scharf vor dem Fußweg mit den Pollern ab. Hält an, wendet. Gibt Gas, fährt in hohem Tempo durch die Einbahnstraße, dieses Mal in Fahrtrichtung. Weg von mir, zurück zur Hauptstraße.

Das Ganze hat weniger als zwanzig Sekunden gedauert. Vor mir liegt die enge, herbstliche Anliegerstraße, braune Blätter auf dem Asphalt und Nieselregen in der Luft. Es ist sehr ruhig, kein Mensch ist zu sehen. Mein Herz klopft laut und mein Atem geht immer noch spürbar schneller, aber um mich herum ist es so still, als ob die Stadt den Atem anhielte.

Ich stehe mitten auf der Straße. Mir ist kalt; meine Ohren summen. Ist das alles wirklich gerade passiert?

Langsam gehe ich zurück und ins Haus, lasse die Tür hinter mir ins Schloss fallen. Prüfe noch einmal, ob sie wirklich zu ist, fahre nach oben. Meine Wohnungstür schließe ich von innen ab.

Mein Baby schläft. Ich hebe es aus dem Wagen, ziehe uns die Herbstsachen aus und setze mich, meinen kleinen Sohn an mich gedrückt, auf das Sofa. Hier sind wir in Sicherheit. Aber – was ist morgen, nächste Woche? Jeder Tag, an dem ich hinausgehe? Wir wohnen alleine.

Wieder zieht sich mein Magen zusammen. Ich möchte nicht jedes Mal, wenn ich das Haus verlasse, nach einem Mann mit Hoodie oder schwarzer Lederjacke und komischem Laufstil Ausschau halten. Mir Sorgen machen, wenn gerade keine Menschen in meiner Nähe sind. Wenn ich im Dunkeln nach Hause komme.

In meinen Kopf kommen ungebetene Bilder; ich versuche sie abzuschütteln. Das ist München, nicht Johannesburg. Ein paar Minuten sitze ich bewegungslos da. Halte mein Baby ganz fest, lasse mich von seiner Wärme und Nähe beruhigen.

Soll ich die Polizei anrufen? Eine Geschichte erzählen, die so seltsam ist, dass ich sie selbst nicht mehr so richtig glaube?

Was soll’s. Ich nehme mein Handy, wähle die 110. „Polizeinotruf, bitte legen Sie nicht auf…“ Dann, recht schnell, „Grüß Gott, Polizeinotruf hier.“
„Hallo.“ Einmal durchatmen. „Ich weiß nicht, ob Sie mir helfen können, aber hier ist gerade etwas sehr Komisches passiert.“

Ich erzähle von dem schwarzen BMW mit den zwei Männern, dem zweiten Zusammentreffen und den drei Männern zu Fuß, dem Mann mit der Lederjacke und dem komischen Gang, „ein bisschen wie Charlie Chaplin“, dann demselben BMW vor meiner Tür. Die Kommunikation zwischen den Männern, die ich an nichts festmachen kann, den gefühlten Stress des Fahrers.

Der Polizeibeamte beruhigt mich. Es ist gut, dass ich anrufe, das hört sich in der Tat ungewöhnlich an. „Bleiben Sie doch bitte zu Hause, wir schicken eine Streife vorbei.“ Ich lege auf, fühle mich deutlich besser.

Zwei Minuten später klingelt das Telefon, unbekannter Anrufer. Es ist der Polizist vom Notruf. Ob ich bitte eine Personenbeschreibung geben würde, dann könne die Streife unterwegs schon einmal die Augen offen halten.

Die Situation steht mir bildlich vor Augen, und erstaunlich präzise beschreibe ich die fünf Männer, das Auto, gebe noch einmal das Kennzeichen durch. Dann warte ich auf die Türglocke.

Statt dessen klingelt wieder das Telefon, eine Münchner Nummer. Ob ich bitte das Polizeipräsidium München anrufen könnte, Durchwahl 123.

Warum… Der ohnehin schon surreale Vorfall wird gerade noch ein bisschen surrealer. Kopfschüttelnd suche ich die Nummer heraus und rufe an.

Eine tiefe Stimme mit deutlich bayerischer Einfärbung meldet sich. „Hauptkommissar Huber hier. I wollt Eahna nur schnell B‘scheid geben, machen’s Eahna koa Sorgen. Die Männer, des wor’n Kollegen, die observieren groad in der Gegend.“

Verdeckte Ermittler, die bei einem Einsatz über verschiedene Wege schnell an die S-Bahnlinie heranzukommen versuchten, und denen ich dabei zufällig mehrfach über den Weg gelaufen bin. Die letzte halbe Stunde läuft vor meinem inneren Auge noch einmal ab. Es macht Sinn.

„Und der Charlie Chaplin, do hommer recht g’lacht, der hot groad an Bänderriss hinter sich, deshalb lauft der so komisch.“

Ich stelle mir die Abschlussbesprechung im Revier vor. „Ihr sollt’s observieren, net Mütter mit Kinderwogn derschrecken. Überhaupt wie konn eich a daherg’laufene Passantin enttarnen, do miast’s no a bisserl orbeiten an der Unauffälligkeit …“

Hier ist München, nicht Johannesburg. Ich fange an zu lachen. Mein Baby wacht auf und grinst mich an. Irgendwo im Polizeipräsidium München lacht Hauptkommissar Huber mit.

 
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Hallo @Katrina,

ich mag die Geschichte. Sie erzählt etwas, ist nicht langweilig, ist flüssig geschrieben und nicht oberflächlich. Die Frage, wie sicher und wohl man sich in seiner Stadt fühlt, das Thema der Paranoia und die Erkenntnis, dass man als Deutscher glücklich sein kann in verhältnismäßig sehr sicheren Städten zu leben, finde ich spannend.
Den Titel finde ich insofern gut, als dass er spannend und sehr passend ist.
Einzige Frage die ich habe, ist, warum ausgerechnet Johannesburg? Ich habe lange in Südafrika gewohnt, kenne JHB sehr gut und weiß, dass das nicht nur nicht die gefährlichste Stadt in Südafrika ist, denn in Kapstadt oder Durban sind die Zahlen der Toten viel höher, sondern auch in keinem Verhältnis zu Städten wie Caracas oder Tijuana, jedenfalls meiner Meinung nach. Hast du in Johannesburg irgendetwas erlebt oder wieso?

„Grüß Gott, Polizeinotruf hier.“ „Hallo.“ Einmal durchatmen. „Ich weiß nicht, ob Sie mir helfen können, aber hier ist gerade etwas sehr Komisches passiert.“
Kleinigkeit, hier sprechen unterschiedliche Personen in einer Zeile, da einen Zeilensprung machen, um das zu kennzeichnen. Hier wird nicht viel geredet, in anderen Texten mit mehr direkter Rede verwirrt das manchmal.

Viele Grüße!
Max

 
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Hallo Max,
vielen Dank für Deinen Kommentar! Ich freue mich, dass der Text Dir gefallen hat.
Du hast recht; Johannesburg fällt etwas vom Himmel. Ich habe auch ein paar Jahre dort gelebt und es geliebt, aber da erlebt man natürlich so einiges... Die Paranoia habe ich danach auch in Deutschland erst mal schwer abschütteln können, bin mir aber auch unseres Privilegs bewusst geworden, in einer sicheren Umgebung zu wohnen. Ich werde versuchen, es noch mit einzuarbeiten!
Vielen Dank auch für den Hinweis mit der wörtlichen Rede - werde ich umsetzen.
Viele Grüße, Katrina

 
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Hi @Katrina

Deine Geschichte ist super erzählt. Es war ein Lesevergnügen. Da ich Johannesburg nicht kenne habe ich heidenrespekt vor großen südafrikanischen Städten und da mache ich keinen Unterschied.

ihre Bewegungen sind effizient und durchtrainiert.
der einzige Stolperstein für mich. Können die Männer mit ihren Bewegungen effizient sein? Würde mir ein anderes Wort aussuchen. Da am Schluss heraus kommt, dass es Polizisten sind kann ich mir das schon besser vorstellen, doch so richtig geht es in dem Augenblick wo du das Wort gebrauchst für mich nicht.

Ich stelle mir die Abschlussbesprechung im Revier vor. „Ihr sollt’s observieren, net Mütter mit Kinderwogn derschrecken. Überhaupt wie konn eich a daherg’laufene Passantin enttarnen, do miast’s no a bisserl orbeiten an der Unauffälligkeit …“ Hier ist München, nicht Johannesburg. Ich fange an zu lachen. Mein Baby wacht auf und grinst mich an. Irgendwo im Polizeipräsidium München lacht Hauptkommissar Huber mit.
Das Aufgehen der Geschichte im Lachen und Lächeln gibt ihr eine Leichtigkeit.

Danke.
du zeigst die positiven und auch die negativen Seiten der Sicherheit und der gut funktionierenden Überwachung auf. Wenn die Überwachung einem schön Ängste macht, kann das ein hoher Preis für die Sicherheit sein. Doch es spiegelt München wieder. Ich wurde auch jedes mal als ich in den 90gern mit meinem Kifferbenz von München ins Hinterland fuhr gefilzt. Hatte auch noch lange Haare, aber kinderwagenschiebende Personen zu ängstigen, dass ist nicht nur ein Spaß, auch wenn es interessanten Geschichten produziert.
Schreibe weiter so, bitte.
Viele liebe Grüße aus der Zeit.

G.

 
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Willkommen bei den Wortkriegern @Katrina,

dein Einstand hat mir gut gefallen.
Und zwar hauptsächlich gefiel mir das Thema. Mich hast du auf jeden Fall prima mitgenommena auf die Reise in diese Unsicherheitsgefühle, die irgendwie surreal sind und doch so real zugleich und bei denen frau sich fragt, ob sie nun richtig liegt oder nicht. Das ist dir gut gelungen, diese Zweifel zu säen und auch dadurch gehörig Spannung aufzubauen.

Am besten gefällt mir natürlich dann das Happy End, auch wenn ich alles andere als happyendsüchtig bin, aber dieses Ende ist eine befriedigende Auflösung der ganzen Spannung und wirkt auch mich auch nicht konstruiert. Das ist nämlich immer das Schlimmste, dass die meisten HappyEnds so erzwungen und aufgedrückt wirken. Bei dir ist das nicht der Fall.

Ok, nun kommt das ABER :D:

An manchen Stellen ist die Beschreibung des Weges deiner Protagonistin zu steif und unmelodisch.
Liest du dir deine Geschichten, wenn sie fertig sind, laut vor? Wenn nicht, dann probier es bitte doch mal, dann wirst du an einigen Stellen merken, dass die Schilderungen, so schlüssig und richtig sie auch sein mögen, keinen Flow haben. Es stockt und hakelt und zwar meist immer dann, wenn deine Prota beschreibt, wohin sie geht, links, rechts und woher der BMW oder die Männer kommen. Das wirkt etwas unbeholfen und vielleicht gelingt es dir mit der Zeit, das alles geschmeidiger zu verpacken. Vielleicht ist es auch an manchen Stellen überhaupt nicht wichtig, sondern wichtig ist nur, dass zunehmende Interesse deiner Prota, das dann in weiterem zunehmendem Maße in Unsicherheit und schließlich in Furcht umschlägt.
Und immer gemischt mit den Zweifeln, ob sie nicht diejenige ist, die es zu weit treibt mit ihren Gedanken. Um genau diesen Schwerpunkt in der Geschichte geht es und damit schiebt sich die Frage, aus welcher Richtung kommend, die Prota immer wieder auf die Männer stößt in den absoluten Hintergrund und die ganzen Ortsangaben stören da nur. Wichtig ist, dass sie immer wieder diesen Typen begegnet und es sich nicht erklären kann, was das soll.

Mein Vorschlag: alle Worte, die sich mit der Richtung, den Örtlichkeiten befassen, wie rechts, links, geradeaus etc, einfach mal weglassen und schauen, was allenfalls noch hinzu gefügt werden müsste, damit man die innere Logik der Geschichte nicht verliert.
Ich bringe einfach mal ein schlichtes Beispiel: statt zu schreiben: die Männer kamen plötzlich von rechts, ginge eleganter: plötzlich sah ich sie wieder (ohne Ortsangabe).

Das war mein ABER.

Hier noch Textkram:

ein schwarzer 3er-BMW mit zwei Männer
Männern
geht geradeaus in den Fußweg,
das klingt schief, würde schreiben: geht geradeaus auf dem Fußweg

recht eine große Wiese

Bin gespannt auf weitere Geschichten von dir!

Lieben Gruß
lakita

 
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Hallo G.,
vielen Dank für Dein Feedback! Freut mich natürlich sehr, dass Du meinen Text gerne gelesen hast. Die "effizienten Bewegungen" sind vermutlich aus dem englischen herübergewachsen; ich versuche noch ein passenderes Wort zu finden. Ich hatte eine Weile daran herumgekaut, aber offensichtlich noch keine ganz zufriedenstellende Lösung gefunden. Ich arbeite dran! ;)
Liebe Grüße, Katrina

Hallo @lakita,
vielen Dank für Deinen Willkommensgruß und das Feedback! Dies ist die erste Geschichte, die ich anderen zum Lesen gebe, und da war ich natürlich schon etwas nervös, wie sie ankommt... ;)
Deinen "Textkram" habe ich eben direkt eingearbeitet; den Fluss werde ich mir möglichst bald vornehmen. Mit diesem Punkt hatte ich beim Schreiben schon Schwierigkeiten, mich auf die wirklich (logik-)relevanten Informationen zu beschränken; ich gehe noch einmal darüber.
Liebe Grüße, Katrina
PS: Leider habe ich nicht so viel Zeit zum Schreiben, wie ich es gerne hätte - entschuldige also bitte, wenn Deine Anmerkungen ein paar Tage unbearbeitet herumliegen!

 
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Hallo @Katrina,
also so geht das natürlich nicht! Wenn solcherart Verbesserungen anstehen und die nicht auf der Stelle erledigt werden, hast du hier nichts zu suchen. Ganz böse gucke.:susp:
Nee, Spaß beiseite: es ist so, dass jeder von uns mal mehr oder mal weniger Zeit hat und natürlich ist es jedem freigestellt, an seinem Text zu arbeiten.
Das wäre ja noch schöner, wenn es hier Zwang gäbe.
Das soll ja Spaß bringen und auch, wenn Textarbeit eine ernste und manchmal auch wirklich schmerzhafte Sache ist, so soll es unterm Strich Freude machen. Und Freude kann nicht aufkommen, wenn man sich gehetzt fühlt. Also bitte keine Entschuldigungen, die hast du gar nicht nötig.
Alles gut!
Lieben Gruß
lakita

 
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12.05.2021
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Liebe @lakita, @Max88, @G. Husch,
Geschafft... ich bin noch ein paar Mal über den Text gegangen und hoffe, dass er sich jetzt flüssiger liest. Vielen Dank Euch allen für Eure konstruktiven Kommentare!
Liebe Grüße, Katrina

 
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Hallo @Katrina,

finde ich gut, dass du an deinem Text gearbeitet hast. Davor habe ich absolut Respekt, denn mir geht es meist so, dass ich noch wochenlang eine Sperre habe, an meinem Baby Schönheitsoperationen vorzunehmen. So komm ich mir immer vor.

Die Geschichte ist besser geworden. verständlicher, aber hier an diesen Stellen finde ich es noch ein wenig chaotisch:

Zwei verschwinden nach in die Anliegerstraße;
nach streichen
das abgelegene Stück Weg zu betreten.
abgelegen oder eher einsam?
Seine Verlängerung ist eine schmale Durchfahrtsstraße zur Hauptstraße, nach links zweigt eine Einbahnstraße ab.
bei diesem Satzteil habe ich gehadert mit seiner Verständlichkeit
nach links zweigt eine Einbahnstraße ab. Ein paar Meter weiter ist mein Hauseingang.
und somit dem Rest auch, da fände ich es gut, wenn du nochmals drüber gehst, zur Not eben paar Sätze mehr schreiben, um da genauer zu sein? So klingt es immer noch so, dass ich anfange, in meinem Kopf rotierend mir die Örtlichkeit vorzustellen und genau das gelingt mir nicht so gut. Leider habe ich grad keinen guten Vorschlag, wie du es machen könntest.
Während ich hinter dem Lederjackenmann auf dem Fußweg um die große Wiese gegangen bin, ist er auf der anderen Seite über die Hauptstraße zu der Einbahnstraße gefahren, die zu meinem Hauseingang führt.
Hier klingt es so als sei der Lederjackenmann erst der Fußgänger, dann der BMW-Fahrer.


Lieben Gruß

lakita

 
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12.05.2021
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Hallo @lakita,

Vielen Dank, dass Du Dich noch mal mit der neuen Version beschäftigt hast!

Die "einfachen" Kommentare sind schon eingearbeitet; an der Beschreibung der Örtlichkeit werde ich noch etwas feilen.

abgelegen oder eher einsam?
Hier hast Du recht, das Wort "einsam" habe ich aber im Absatz zuvor schon verwendet und versuche eine Wiederholung zu vermeiden. Vielleicht fällt mir noch etwas ein...

Liebe Grüße,
Katrina

 
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06.02.2021
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Der BMW fährt weiter, die Fußgänger teilen sich auf. Zwei verschwinden in die Anliegerstraße; der dritte, mit einer schwarzen Lederjacke bekleidet, wendet sich zu einem Fußweg, den auch ich nehmen will. Sie schauen sich nicht an, verabschieden sich nicht.
Hi @Katrina

Ich würde den Satz "Sie schauen sich nicht an, verabschieden sich nicht" gleich hinter "die Fußgänger teilen sich auf" setzen. So wie es ist, ist es verwirrend, zumindest für mich.

Ich stehe mitten auf der Straße. Mir ist kalt; meine Ohren summen.
Das ist mir zu viel, oder es müsste im vorhergegangenen Absatz sein.
Der Man in der schwarzen Lederjacke läuft komisch
Flüchtigkeitsfehler

Ja, deine Erzählung ist gut geworden. War sie aber schon von Anfang an.

Viele Liebe Grüße nach München.

G.

 
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12.05.2021
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Hallo @G. Husch ,
Vielen Dank, dass Du Dich noch mal mit dem Text befasst hast! Deine Anmerkungen habe ich gleich mal eingearbeitet.
Liebe Grüße,
Kristina

 
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23.06.2021
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Hallo Katrina,

die Geschichte hat mir richtig gut gefallen. Die zunehmende Anspannung, die Zweifel der Protagonistin, der Höhepunkt und dann die überraschende Auflösung. Chapeau.

Das war ein echtes Lesevergnügen.

Wenn ich die Kommentare richtig gelesen habe, hast Du schon ein bisschen gefeilt und es liest sich dementsprechend flüssig. Ein paar Anmerkungen habe ich trotzdem für Dich.

Ein trüber Herbsttag in einem ruhigen Münchner Wohngebiet, ein schwarzer 3er-BMW mit zwei Männern Anfang dreißig steht etwas verloren mitten auf der Kreuzung. Suchen sicher eine Adresse. Ich vergesse den BMW sofort wieder, während ich gedankenverloren den Kinderwagen weiter den Gehweg entlangschiebe.
"Weiter schiebe" wäre ausreichend.

Von der anderen Seite kommen jetzt drei Männer zu Fuß. Ebenfalls Anfang dreißig, in dunklen Jeans und unauffälliger, sportlicher Kleidung. Sie gehen schweigend und konzentriert, ihre Bewegungen sind ruhig und durchtrainiert. Die Männer im Auto und zu Fuß schauen sich an. Keiner grüßt, aber ich bin mir sicher, dass sie sich kennen.
Gefällt mir sehr gut. Packt mich gleich.

Herbstblätter wehen über den Weg, im Nieselregen ist die Wiese menschenleer. München, sage ich mir, du lebst nicht mehr in Johannesburg. Vor und hinter mir sind Wohngebiete mit Autos und Menschen, es ist mitten am Tag. Trotzdem zögere ich, das verlassene Stück Weg zu betreten.
Der Einschub mit den Herbstblättern ist klasse. Wie ein Atemholen in der Spannung.

Es wäre leichter zu lesen, wenn Du die wörtlichen Gedanken kursiv setzt.

Wenige Minuten später biege ich in einen kurzen, mit Pollern versehenen Fußweg. Auf der anderen Seite geht es geradeaus weiter zur Hauptstraße, nach links zweigt eine Einbahnstraße ab. Ein paar Meter weiter ist mein Hauseingang.
Das ist für mein Gefühl immer noch zu viel Ortsbeschreibung.

Vielleicht so: ... Fußweg. Links zweigt die Einbahnstraße ab. Nur noch ein paar Meter bis zu meiner Haustür.

Mein Atem geht schneller, ich spüre, wie sich mein ganzer Körper verkrampft. Was wollen die Männer von mir, meinem Baby? Ohne meine Tür eines Blickes zu würdigen, gehe ich weiter. Ich will nicht, dass sie wissen, wo ich wohne. Im Gehen wähle ich die 110, den Finger über der grünen Wahltaste schaue ich zurück.
Super.

Erstaunlich präzise beschreibe ich die fünf Männer, das Auto, gebe noch einmal das Kennzeichen durch. Dann warte ich auf die Türglocke.
Das ist der einzige Punkt, wo ich gestolpert bin. Wenn sie über sich selbst erstaunt ist, würde ich das deutlicher machen.

Ich beschreibe die Männer und das Auto und bin erstaunt, wieviel Details ich noch weiß.

Insgesamt toll. Ich bin schon gespannt, mehr von Dir zu lesen.

Gruß, Gerald

 
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12.05.2021
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Hallo @C. Gerald Gerdsen ,

Vielen Dank für Deine Kommentare - es gibt immer noch etwas zu feilen! Die von Dir angesprochenen Stellen habe ich gerade noch einmal etwas angepasst.

Ich freue mich sehr, dass Dir die Geschichte gefallen hat!

Viele Grüße,
Katrina

 
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23.06.2021
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Ja, inzwischen, mit den ganzen Veränderungen ließt sie sich klasse. Sehr schön flüssig, sehr schön auf den Punkt.

Gruß, Gerald

 
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12.05.2021
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@C. Gerald Gerdsen

Hallo Gerald,

Ich wollte doch noch einmal etwas ausführlicher auf Deine Kommentare eingehen - sorry, beim letzten Mal war ich etwas in Eile...

Vor allem bei der Ortsbeschreibung habe ich einige Runden gedreht. Diese Geschichte ist tatsächlich genau so geschehen, wie ich sie beschrieben habe (mitsamt happy end :)), und ich hätte nie gedacht, wie schwierig es ist, die mir bildlich vor Augen stehendene Geographie "ich gehe links um die große Wiese, Auto fährt rechts herum" mit den verkomplizierenden Faktoren Fußwege, Einbahnstraße, Kreuzungen, etc. in wenigen Worten konkret genug zu beschreiben. :sconf: Es gibt ja immer noch etwas zu verbessern, aber glaube jetzt passt es - dank der Hilfe von Dir und den anderen Kommentatoren!

Beim "Selbsterstaunen" hast Du natürlich recht; wenn man es erwähnt, sollte es auch eine Begründung oder Unterfütterung dafür geben.

Deine Hinweise auf Stellen, die Dir gut gefallen haben (und warum), helfen mir ebenfalls weiter - darauf werde ich in den nächsten Texten achten.

Danke also für Deine Kommentare!

Viele Grüße
Katrina

 

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