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Magst du Blues?

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03.09.2024
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Magst du Blues?

Ich hab es eingegeben. Bei Chat GTP. Haha. Wie blöd ist das denn? Kann nix, völlig bescheuert. Das wird nichts!
„Du hast nur die Basic-Version“, sagt mein Sohn. „Du meldest dich nicht mal an!“
„Ja, und? Literatur werden sie nie schaffen!“
Mein Sohn sagt nichts. Er sieht mich so an. Ich mag nicht, wenn er mich so ansieht.
„Du musst nur richtig fragen“, sagt er.
„Tatsächlich?“, frage ich.
Mich nervt die Musik, die im Hintergrund läuft.
„Gibt´s irgendwas anderes, als diesen Scheiß?"
„Klar“, sagt er. „Magst du Acoustic und Blues?“
Er weiß, dass ich Blues mag. Mein Sohn ist mehr in HipHop unterwegs. Er spielt einen Titel. So hollow. Sensationell. Leichter Reggae-Rhythmus. Die Bläser sind der Hammer. Er hat sich in mich hineingedacht. Ich bin beeindruckt. Hätte ich nicht für möglich gehalten.
„Hörst du das denn nicht?“, fragt er.
„Was denn?“
„Das ist alles KI!“
Ich mag meinen Sohn, ich liebe ihn, wirklich! Es gab Phasen, die waren nicht einfach, wir haben die geschafft.
„Du verstehst nicht, oder?“, fragt er.
Was fällt dem eigentlich ein?

 

Hey @Jaylow,

ich bin da nicht so drinnen, also in Flash Fiction generell, darum liege ich vielleicht auch völlig falsch mit meiner Einschätzung und es geht um "Subtext"? Aber egal, letzten Endes ist’s sowieso ein Leser-Eindruck.

Auf mich wirkt das, was erzählt wird, irgendwie unfertig, mir fehlt die Pointe, die auf die KI bezogen ist. Vielleicht kommt mir der Sprung von der Belustigung über ChatGPT hin zum Ärger über den Sohn (und die schwierigen Phasen) zu unvermittelt?
Zuerst dachte ich, es geht halt um KI und darum, dass sie vielmehr Dinge kann (oder auch können wird), als die Alten ihr zutrauen, während die Jungen es entweder schon wissen oder aber kommen sehen. Aber die Geschichte endet mit dem Ärger des Vaters auf den Sohn (+ die Rückerinnerung des Vaters an die Schwierigen Phasen). Das verschiebt mAn den Fokus auf das Zwischenmenschliche: Vater macht den Sohn für seine Unfähigkeit verantwortlich. Vielleicht war's auch so gedacht? Dass die KI das Verhältnis von Vater und Sohn wieder zerwürfelt und sie wieder in einer dieser "schweren Phasen" sind?

„Ja, und? Literatur werden sie nie schaffen!“
Hier fand ich "sie" nicht richtig, klar, es ist direkte Rede und der Vater kann so sprechen, aber vorher spricht er ja von ChatGPT (also "er wird es nie schaffen") - insgesamt könnte er noch die KI meinen, da ist aber auch eher Singular gebräuchlich, oder?

Ich mag meinen Sohn, ich liebe ihn, wirklich! Es gab Phasen, die waren nicht einfach, wir haben die geschafft.
„Du verstehst nicht, oder?“, fragt er.
Was fällt dem eigentlich ein?
Ich versteh's auch nicht. Was meint der Sohn, dass der Vater nicht versteht? Und weshalb ist der Vater wütend?

LG Salatze

 

Hallo @Jaylow

Als erstes ein paar Anmerkungen:

„Du musst nur richtig fragen“, sagt er.
Sagt man dazu auf Neudeutsch nicht: Du musst einfach richtig prompten? Fände ich besser, das könnte ja für zusätzliche Irritation beim Vater führen.

"Gibt´s irgendwas anderes, als diesen Scheiß?"
Hier sind die Anführungs- und Schlusszeichen nicht dieselben wie sonst im Text. Gibt's würde ich mit kurzem Apostroph schreiben, sonst wird das Wort bzw. die Wörter so unschön auseinandergerissen.

Er spielt einen Titel. „So hollow“. Sensationell.
So hollow vielleicht kursiv? Mich hat's rausgehauen, weil ich dachte, da spricht jemand.

Er hat sich in mich hineingedacht. Ich bin beeindruckt. Hätte ich nicht gedacht.
Eigentlich eine Kleinigkeit, aber in einem so kompakten Text fällt die Wortdoppelung sofort ins Auge.

Ja, vordergründiges Thema scheint mir ein Generationenkonflikt zu sein. Dem Erzähler/Vater ist die neue Technologie fremd, obwohl er sich daran versucht. Ich lese es so, dass er KI auf jeden Fall misstrauisch gegenübersteht. Der Sohn geht anders damit um, er provoziert ihn aber in dem Sinne nicht damit, sondern versucht, seinem Alten Herrn die Möglichkeiten mit KI näher zu bringen. Allerdings reagiert dieser eher bockig und am Ende ist es so, dass der Vater gegenüber seinem Sohn -- diese Sache betreffend (KI, ChatGPT) -- sozusagen einen Autoritäts- oder Machtverlust erfährt. Der Sohn ist da einfach schon viel weiter. Mehr kann ich auch nicht rauslesen, aber der Text ist ja sowieso extrem kurz.

Beste Grüsse,
d-m

 

Hallo @Jaylow,

von mir nur ganz kurz, weil ich das Gefühl habe, dass ich die Geschichte anders verstehe als meine Vorkommentatoren.

Am Ende kapiert der Protagonist Vater/Mutter aus meiner Sicht nicht, dass die Musik ebenfalls KI generiert ist.

Die anderen Ebenen, die hier von meinen Vorkommentatoren diskutiert wurden, lese ich gar nicht raus. Das kann man natürlich hineininterpretieren. Für mich ist das Ganze aber nur eine kurze Pointengeschichte, die eben genau auf den Punkt zugespitzt ist, dass die KI nicht nur Literatur verfasst, was der Prota schon nicht glauben kann, sondern auch noch die geile Musik, die der Prota hört und was der Prota in dem Moment übernaupt nicht versteht.

Gruß
Geschichtenwerker

 

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