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Malintzin

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Malintzin

Dereinst werde ich in eure Mitte zurückkehren,
vom östlichen Meer,
zusammen mit weißen, bärtigen Männern

Sie sitzt mit schmerzenden Schultern über Mahlstein und Schüsseln voll Mais gebeugt unter dem Sapotebaum und wischt sich Schweiß von der Stirn. Ihre rissigen Hände bluten. Fremde Männer, die in schwimmenden Häusern von Osten kamen, müssen versorgt werden, während immer mehr Frauen mit Fieber darniederliegen. Als der Aufseher ihr einen Tritt in den Rücken versetzt, knurrt er, sie solle endlich fertig werden.

Der Fremde steht mit finsterer Miene auf dem Hügel, fuchtelt mit den Armen und schreit Befehle. Er ist die Gefiederte Schlange, von der weiten Reise über das Wasser zurück, er ist es wirklich — die helle Haut und der Bart lassen keinen Zweifel! Sie läuft näher und setzt sich schräg hinter einen Säulenkaktus. Seine Stimme tönt rau, weit öffnet er den Mund und verzerrt das Gesicht, um reibende Laute zu produzieren, wie nie zuvor ein Mensch sie gehört hat. Die Muskeln lassen sie erschaudern, gleichzeitig scheint er ihr eigenartig vertraut, als seien sie einander schon begegnet, in einem früheren Leben oder einem Traum.

Dass die Gefiederte Schlange davon spricht, Menschenopfer zu verbieten! Den Gestirnen sei das Blutvergießen gleich, die Sonne ginge jeden Morgen auf, auch ohne dass Priester Tausenden auf der Tempelpyramide das Herz herausschnitten.
Von dreien, die eins seien, erzählt er, und vom Lamm, das sich geopfert habe. Er lässt überall Kreuze errichten und sie will eindringen in das Geheimnis, wie das Blut eines Gottes im Wein schwimmen kann und er nach drei Tagen wieder lebendig wurde.

Die Worte der Gefiederten Schlange werden von einem ehemaligen Schiffbrüchigen mit monotoner Stimme für das Volk übersetzt, aber er kommt von weit her, aus dem Süden und kann sich kaum verständlich machen. Ihre Stirn pocht, das Herz schlägt bis zum Hals, während sie eintaucht in die elegant rollenden Laute des Fremden und sich darauf konzentriert, beide Zungen in sich aufzunehmen und miteinander zu verknüpfen.
Seit ihrer dunkelsten Stunde, als die Mutter sie verkauft hat, wandert sie von Hand zu Hand und verrichtet Arbeiten, die keines wachen Geistes bedürfen, da sie sich ewig wiederholen. Doch in jeder neuen Umgebung hört sie fremde Sprachen und eignet sie sich an. Sie besitzt diese Gabe.

Unten am Fluss haben die Fremden ihr Haar mit Wasser benetzt und für sie eine Zauberformel gesprochen: Drei sind eins. Wann immer sie dort allein ist, beugt sie sich über die spiegelnde Oberfläche und betrachtet ihr Gesicht, während sie mit der Zungenspitze den Wulst hinter ihren oberen Schneidezähnen berührt und die Luft ausstößt zum rollenden R. Den Laut, den sie von der Gefiederten Schlange und seinem Gefolge gelernt hat, gibt es weder hier, noch in dem Land ihrer Kindheit. Als nächstes macht sie den Gaumen eng zum J, dann zum Nj. Wie in Trance übt sie die raffinierten Techniken, den Luftstrom zu unterbrechen.
Ra ra ra!
Je je je!
Njo njo njo!

Es gibt hier nur eine einzige Frau, mit der sie sich in der Sprache ihrer Kindheit verständigen kann. Später, als sie zusammen mit anderen Sklavinnen am Brunnen stehen, über die eimerweise Wasser saufenden Riesentiere der Fremden klagen und ihren eigenen Durst an der Quelle stillen, steht die Gefiederte Schlange plötzlich hinter ihr, so nah, dass sie die Wärme seines Körpers wie ein Erdbeben auf sich spürt und den Geruch nach Leder, dass ihr schwindelig wird. Die Schultern sind breit, die Hände, mit denen er ihr über die Wangen streicht, jedoch ungewöhnlich schmal und weich. In seinem braunen Bart schimmern Silberfäden. Er beugt sich über sie und sieht ihr aus tiefliegenden Augen ins Gesicht. Mit einer knappen Kopfbewegung bedeutet er ihr, sie müsse ihre Sachen holen und mitkommen.

Die Gefiederte Schlange will alles wissen, fragt unermüdlich nach: Wo sind die Goldbergwerke und wer ist der Herrscher in der fernen Stadt im See, dem alle Stämme Tribut zahlen müssen? Wenn sie nicht versteht, hebt er die Brauen, schürzt die Lippen zu einem schmalen Lächeln und formuliert neu, was er verlangt. Während andere sich schwertun, seiner seltsamen Sprache zu folgen, entschlüsselt sie ihn Tag für Tag besser, bewegt Zunge und Lippen immer sicherer und holt Erkundigungen ein für ihn.

Er kleidet sie in kostbare Tücher und schenkt ihr Ketten aus farbig glänzenden Perlen. Nie mehr muss sie gewöhnliche Dienste verrichten, sie darf den Mahlstein zur Seite legen und vergräbt ihn bald tief unter ihren Habseligkeiten. Er gibt ihr auch einen Handspiegel, in dem sie sich betrachten kann, wann immer sie will, und so geht sie nur noch selten runter zum Fluss.

Sie betet, wobei sie die Worte langsam formt und jedes einzeln betont:
Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir.
Du bist gesegnet unter den Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes, Jesus.
Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes.
Amen.

Je öfter sie dieses Gebet spricht, desto mehr erinnert es sie an die geliebte Maismutter. Auf einmal erscheint ihr der neue Gebieter weniger seltsam. Auch er betet zu Maria.
Mehr an sich selbst gerichtet fügt sie leise hinzu:
Befreie dich und sei das Werkzeug, um die Prophezeiung zu erfüllen!

Sie flüstert ihm zu, was alte Frauen in den Hütten über Rebellion munkeln, und begleitet ihn zu Gesprächen mit Stammesfürsten. Männer, die sie früher keines Blickes würdigten, hängen nun an ihren Lippen wie kleine Kinder. Sie vermittelt ihnen und dem ganzen Volk die Weisungen der Gefiederten Schlange: Er komme im Auftrag des mächtigsten Königs der Erde und ist selbst ein gewaltiger Gott mit seinen Waffen, die Feuer speien und unbesiegbar machen!

Nachts liegt sie allein auf der Matte und lauscht den Zikaden. Jedes Mal wenn sie sich umdreht, klebt das Hemd am Rücken und Schweißperlen kitzeln am Hals. Als sie Sinn und Bedeutung der heute gelernten Lautfolgen in ihrem Kopf sortiert hat, öffnet sie den Mund und beginnt, zu intonieren — geliebte allabendliche Beschäftigung, die ihr Stärke verleiht, und so übertönt sie die Schreie von Verrätern, die draußen ihre gerechte Strafe erfahren. Die Gefiederte Schlange ist ein zorniger Gott.

Sie verteilt den Rest des Duftöls auf ihren verheilten Händen, atmet tief in sich hinein und spürt sich lächeln. Er ist nicht so groß, wie sie ihn all die Jahre erträumte, sondern überragt sie nur um wenige Handbreit. Die Augen, der Bart, seine Art, sich mit Autorität zu bewegen und zu sprechen — Zeichen seiner Göttlichkeit!

Gleichzeitig verhält er sich rätselhaft. Warum nimmt er nur das Gold aus den Tempeln und lässt die Prachtfedern des blauen Quetzal-Vogels zurück? Aber wer ist sie, das zu fragen? Sie steht unter seinem besonderen Schutz, ist ihm Ohr und Zunge. Wenn sie die Augen schließt, sieht sie das liebe Gesicht vor sich und hört seine melodische Stimme. Oh, wenn er doch jetzt hier bei ihr wäre, wie gerne würde sie ihr Lager teilen!

In der Ferne heult ein Kojote, draußen knirschen Schritte. Sie setzt sich auf und ihr Herz pocht. Käme die Freundin aus dem Land ihrer Kindheit noch so spät? Die Tür öffnet sich langsam und im Halbdunkel erscheint eine breitschultrige Gestalt. Die Gefiederte Schlange kommt näher, kniet neben ihr und presst die Lippen auf sie. Sanft umfasst er ihre Brust.
„Alles gut“, flüstert er. „Alles gut.“
Seine Hände sind überall auf ihr, der Stoff ihres Nachthemdes reißt und sie schmeckt brennendes Agavenwasser, Bohnen und Blut.
 
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Liebe Anne49,

du Überraschungskriegerin. Ich freue mich so, Texte von dir zu lesen, weil du so abwechslungsreich daher kommst und unter uns, ich mag deine neueren lieber, weil sich hier deine Sprachlichkeit (gibts vermutlich gar nicht :shy:) zum Tragen kommt. Also versteh mich bitte nicht falsch, dein Humor ist auch nicht zu verachten, aber ... naja. Du weißt schon.
Diese Geschichte beginnt schon damit, dass ich den Titel nicht verstanden habe, habe also gegoogelt und schon mal mehr über deine Protagonistin erfahren als mir lieb war, aber im Grunde genau das, as du mir hier erzählst.

Eine interessante Person, über die man sicher noch mehr wissen möchte, wenn man denn möchte.

Als der Aufseher ihr einen Tritt in den Rücken versetzt, knurrt er, sie solle endlich fertig werden.

Hey:eek: Sach ma!

Ihre Stirn pocht, das Herz schlägt bis zum Hals, während sie eintaucht in die melodisch rollenden Laute des Fremden und sich darauf konzentriert, beide Zungen simultan in sich aufzunehmen und im Geiste miteinander zu verknüpfen.

simultan stört mich, weil ich eine einfache Frau vor mir sehe und der Erzähler sich nicht darauf einlässt, sonst ist die Sprache auch weicher und poetischer ... glaub ich. :shy:

An manchen Tagen ist das Wasser dort rot und riecht.

Es kommt mir vor, als würde das Wasser aktiv riechen. Vielleicht, weil ich denke, es müsste stinken oder zumindest übel riechen.

So schleppst du mich durch die Fakten und dabei wünschte ich doch bloß mehr ... mehr von ihrem Alltag, von der Begegnung und ihrer Bekehrung (sagt man auch so?), das geht so hopplahopp und ich lese es wie eine Abhandlung.
Aber gut, ich bin kein Maßstab. Ich brauche eine Ansprache an meine Gefühle, das bedienst du nicht. Okay. Merk ich mir :D

Aber immerhin kenne ich eine interessante historische Persönlichkeit mehr.

Lieber Gruß, Kanji
 
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Hallo Anne49

Ein paar Kleinigkeiten:

er ist es wirklich - die helle Haut
Bindestrich durch Gedankenstrich ersetzen.

und beginnt, zu intonieren - geliebte allabendliche Beschäftigung
Same.

und zu sprechen - Zeichen seiner Göttlichkeit!
Hier auch.

warum lehnte er mit Blut besprenkelte Speisen, die ihm dargeboten werden, ab?
lehnt stat lehnte

bei ihrem neuen Namen ruft - Doña Marina
weißt schon.

Gut recherchiert, würde ich mal sagen. Eine schöne Geschichte, bei der man den Inhalt ohne viel Hintergrundwissen gut verstanden hat, wo ich hinterher aber auch selbst was zum googeln und schlauer werden hatte, ich mag das sehr.

Ich finde, du hast sehr gut dargestellt, wie sie sich fühlt, wie sie ihn nicht versteht, aber ihn gleichzeitig bewundert und alles lernen will und so langsam auch alles annimmt, wie sie immer mehr in die Dolmetscherrolle hineinwächst. Wie er ihr Volk dabei die ganze Zeit ausnutzt und in seine Normen zwingt, ohne dass sie es wirklich merkt. Und wie es ihr dann am Ende geht, als sie dann bei der Vergewaltigung (ich nenne das mal so) plötzlich doch nicht mehr so begeistert von ihm ist (verständlicherweise).

Gerne gelesen.
Liebe Grüße,
Anna
 
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Darf man eigentlich noch um diese Zeit Crazy Horse' und Neil Young's "Cortez the Killer" und "Pocahontas" auflegen -

und damir wa lakota,

liebe Anne,

natürlich, unplugged und stumm ...

Ich weiß ums Elend des abendländischen Imperialismus, ich weiß aber auch, dass das Pferd - nur als Beispiel - mit seiner Rückkehr durch den weißen Mann - es war ausgerottet worden von den 500 Nations, deren Hochzeit lange vor der Ankunfrt des Weißen schon vorbei war - auch bewiesen hat, dass die sog. zivilisatorische Entwicklung alles andere als gradlinig erfolgt - Bauernvölker wie die der Sioux-Sprach-Familie verlegten sich wieder auf die Jagd, verlernten den Getreideanbau zum größten Teil ... so wie der mediale Fortschritt Sprach- und Schreibfähigkeit negativ beeinflussen kann und wird, vor allem aber nichts mehr selbst wissen zu müssen - man könne es ja erguugeln.

Aber auch niemand sollte glauben, dass die Fürstenschicht all dieser nacheinander folgenden ...teken-Kulturen (die mit th sind mir da lieber) wohltätig waren. Zuma (schöne Abkürzung, die bis Südafrika reichen kann) wird da selbst von den Mexikanern falsch gezeichnet - sogar so weit, dass Emiliano Zapatta seinen Stammbaum von daher ableitet. Insofern ist "Maria", wie Deine Heldin auch genannt wurde, ein weiteres Beispiel für Machtspiele und Unterdrückung.

Triviales

Hier
Sie verteilt den Rest des Duftöls auf ihren verheilten Händen, atmet tief in sich hinein und spürt sich lächeln.
mein ich, ist das Reflexivpronomen fehl am Platz, wie soll man "sich lächeln fühlen"?, wo es doch genügt, "dass" sie lächelt?

Warum hier
Warum lehnt er mit Blut besprengte Speisen, die ihm dargeboten werden, ab?
diese extrem schwache Klammer, wenn "warum lehnt er ... Speisen ab, die ihm angeboten werden" doch erst recht einfach ist?

So, itzo geh ich ins große Canoo mit Tasunke Witko und Tatanka Yotanka.

Gut Nacht!

Friedel
 
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Huhu Kanji,

uiih, du warst aber schnell mit deinem Kommentar! Hm, wenn ich das jetzt (etwas überspitzt) zusammenfassen darf: Dir gefällt der Text nicht, aber meine früheren Texte haben dir noch weniger gefallen? :D - Aans gut ...

simultan stört mich, weil ich eine einfache Frau vor mir sehe und der Erzähler sich nicht darauf einlässt, sonst ist die Sprache auch weicher und poetischer ... glaub ich. :shy:

Dankeschön und du hast Recht, simultan ist weg! Weich und poetisch, das hab ich angestrebt, aber schon gemerkt, dass ich meilenweit von dem entfernt bin, wie weich und poetisch ich es gerne hätte.

Sich in eine Indianerin hineinzuversetzen, die vor einem halben Jahrtausend gelebt hat, eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit für mich! Das, was wir heute als poetisch empfinden (die schwimmenden Häuser, die feuerspeienden Waffen), das war einfach das Staunen angesichts der wundersamen Dinge, die die Spanier mitbrachten.

Es kommt mir vor, als würde das Wasser aktiv riechen. Vielleicht, weil ich denke, es müsste stinken oder zumindest übel riechen.

Auch hierfür danke, jetzt riecht es da seltsam. Stinken war mir nicht poetisch genug, hehe. Ich hab mich allerdings auch gefragt, ob die Flüsse da bei denen nicht ohnehin schon gemüffelt haben, selbst wenn mal kein Menschenblut geflossen sein sollte, keine Ahnung.

So schleppst du mich durch die Fakten und dabei wünschte ich doch bloß mehr ... mehr von ihrem Alltag, von der Begegnung und ihrer Bekehrung (sagt man auch so?), das geht so hopplahopp und ich lese es wie eine Abhandlung.

Jaaaa, das war so ein bisschen ein Schnellschuss und meine allergrößte Angst war, dass der Text als Infodump rüberkommen würde, seufz, und das hast du mir voll bestätigt. :cry:
Ich hab eben bei der Überarbeitung noch ein bisschen versucht, überflüssige Infos zu killen, z. B. den Namen, den die Spanier ihr gegeben haben. Stattdessen guck ich mal, ob ich noch ein bisschen Gefüüüühl unterbringen kann.
Ich hatte mir als Aufgabe gesetzt, einen eher kurzen Text zu schreiben. Das nur als Erklärung.
Die letzten Monate habe ich sehr viel über La Malinche und Hernán Cortés gelesen, weil die beiden mich faszinieren. Wie da zwei Kulturen aufeinandergeprallt sind. Dass sie ein Talent für Sprache, Dolmetschen und Diplomatie hatte und sich so aus der Sklaverei befreien konnte. Sie wird ja sehr unterschiedlich rezipiert, als Verräterin verachtet, aber auch gerne von Feministinnen vereinnahmt.
So und da bin ich, ein Stück weit bewusst vielleicht sogar, in die Falle getappt, diesen kurzen Text mit Infos zu überfrachten.
Bekehrung (zum Christentum), weiß ich nicht. Vielleicht rücke ich das mit dem Ave Maria mehr in den Fokus, als mir lieb ist. Noch ist das Gebet drin, mal sehn, wie lang noch.
Mich haben zwei Sachen interessiert:
-- Wie schnell sie Spanisch gelernt hat. Zum einen hatte sie Talent, zum anderen hatte sie schon Fremdsprachen gelernt, während sie als Sklavin von den Azteken an die Maya weiterverkauft wurde. Die Neurolinguistik sagt, das Lernen weiterer Fremdsprachen erfolgt leichter und anders als das Lernen der ersten Fremdsprache. Vielleicht gebe ich dem zu viel Raum, wahrscheinlich ist es auch ein bisschen Annes Fantasy, wie sie am Fluss die Aussprache der Konsonanten übt, die für sie neu sind (aber es sind tatsächlich diese Laute, die für sie neu waren).
-- Dass sie ihn geliebt hat, obwohl er ein goldgieriger, grausamer Eroberer war. Die Liebe zu einem Monster, sozusagen. Die Andeutungen der Grausamkeiten sind mir natürlich sehr verhalten geraten. Hier ein bisschen Blut und da ein bisschen Schreie. :hmm:

Aber gut, ich bin kein Maßstab. Ich brauche eine Ansprache an meine Gefühle, das bedienst du nicht. Okay. Merk ich mir :D

Nee, nich merken, ich versuchs ja! :shy:Ich gebe zu, dass dieser Text bei mir keine besonders lange Reifezeit absolviert hat, er fühlte sich noch unrund an und dann hab ich ihn gepostet.
Das ist ja so ein Markenzeichen deiner Geschichten, diese differenzierten Innenansichten und die komplizierten Gefühle. Da komme ich sicher nicht an dich ran. Aber vielleicht gelingt es mir ja noch, ein paar „emotionalere“ Sätze einzubauen, um den blutrünstigen Conquistador ein bisschen mehr ... sexy zu machen (jetzt verdreht Kanji bestümmt die Augen ...)

Tausend Dank für deinen Kommentar und ganz liebe Grüße!
Anne
 
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Hallo Anne49,

habe deine Story gestern Abend noch gelesen und dachte, ich komme heute zum Kommentieren, klappt aber nicht. Muss ich nachholen, nur vorab schon mal:

Unglaubliche Story, eine authentische Zeitreise, anschaulicher clash of cultures, hat mir gut gefallen.

Peace, linktofink
 
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Hallo Anne, ich nochmal kurz. :D

Ich habe gesehen, dass du die Bindestriche schon zu Gedankenstrichen gemacht hast – oder zumindest machen wolltest. Denn die Dinger, die jetzt dastehen, sind auch nicht wirklich Gedankenstriche.

Es gibt - (Bindestrich, das hattest du zuerst), – (Gedankenstrich, so solls aussehen) und — (keine Ahnung, was genau das für Teile sind, die stehen da aber jetzt im Moment)

Aber ehrlich gesagt ... da bin ich wohl einfach sehr kleinlich. Ich wollte es trotzdem angemerkt haben.

Liebe Grüße,
Anna
 
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Liebe Anne49

Ich finde diesen Text tatsächlich sehr stimmungsvoll. Obwohl Geschichte eines meiner Prüfungsfächer im Abitur war und wir uns ein Semester lang mit der Eroberung Südamerikas (und sehr ausführlich mit Cortés) beschäftigt haben, kam La Malinche dort niemals vor. Einzig, was wir ausführlich diskutiert haben, ist, ob es die Menschenopfer wirklich gab oder sie eine Erfindung der Spanier waren. Als ich das jetzt nochmal kurz angegoogelt habe, konnte ich dazu aber keine offensichtliche Diskussion (mehr) finden, also never mind.

Ich finde es auch schön, dass Du nie so genau sagst, wer wer ist. Ohne den Titel der Geschichte hätte ich keine Chance gehabt, es herauszufinden.

Einzig zwei Dinge:

Die Jugendfreundin, die auch Malintzins Sprache spricht, irritiert mich total. Das liegt v.a. daran, wo Du sie das erste Mal platziert hast:

Es gibt hier nur eine einzige Frau, mit der sie sich in der Sprache ihrer Kindheit verständigen kann. Später, als sie zusammen mit anderen Sklavinnen am Brunnen stehen, über die eimerweise Wasser saufenden Riesentiere der Fremden klagen und ihren eigenen Durst an der Quelle stillen, steht er plötzlich hinter ihr, so nah, dass sie die Wärme seines Körpers wie ein Erdbeben auf sich spürt und den Geruch nach Leder, dass ihr schwindelig wird.

Was hat diese einzige Frau mit dem zu tun, was im restlichen Absatz geschieht? Nichts, oder? Im Übrigen ist der Satz, der danach kommt, unfassbar lang. Da könnte man vielleicht mal einen Punkt setzen. Es gibt auch gute lange Sätze, aber hier bin spätestens bei „eimerweise Wasser saufenden Riesentiere[n] der Fremden“ echt ins Schleudern geraten.

Na ja. Die Frau zumindest passt da überhaupt nicht rein – zumindest nicht, dass ich es erkennen würde. Später erwähnst Du sie nochmal:

Käme die Freundin aus dem Land ihrer Kindheit noch so spät?

Aber ich frage mich, v.a., da sie so verwirrend in die Geschichte eingeführt wurde, ob man sie wirklich braucht. Mich stört v.a. der erste Satz. Dass der zweite Satz dazu noch kam, enttäuscht mich nur deshalb, weil ich nicht einfach so vorschlagen kann, die Freundin zu streichen. Ich schlage es trotzdem vor. :D

Außerdem finde ich wirklich, dass, wie Du schreibst …

Die Andeutungen der Grausamkeiten sind mir natürlich sehr verhalten geraten.

Warum eigentlich? Ist das intentional? Auf Wikipedia (ja, ich lese immer zuerst Wikipedia und folge dann bei Interesse oder Dringlichkeit den Quellen) lese ich:

Besonders zu Beginn des Feldzuges war Malinche bei jeder Schlacht unmittelbar dabei und teilte die Todesgefahr mit den Spaniern. Als Cortés von den Tlaxcalteken angegriffen wurde, richtete sie die Männer in der Schlacht wieder auf, wenn sie den Mut verloren. https://de.wikipedia.org/wiki/Malinche


(Auf die Originalquelle dazu kann ich leider nicht zugreifen.) Das ist doch gravierend. Definitiv mehr als Blut und Schreie. Andererseits muss ich sagen, ich habe kein Problem damit, wenn Du den Fokus woanders hinlegst. Du sagst ja, Dich interessiert das Lernen von Sprache und die Liebe für Cortés. Und da braucht man vielleicht auch keine Schlachten und Todesgefahr (obgleich es interessant wäre).

Ich finde, bis auf das mit der Freundin, die mir wirklich ein Dorn im Auge ist, ist das eine runde Sache. Sehr gerne gelesen. So, und ich schaue mir jetzt bei Wiki Commons Bilder von Cortés an. :cool:

Grüße aus Wikipedia-Land,
Maria
 
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09.06.2017
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Hallo annami,

oder Anna, da sind wir ja fast Namenskolleginnen, bis auf einen Buchstaben ...

Vielen Dank fürs zweimalige Reinschauen und fürs Korrektorat und überhaupt!

Ja, die bösen, bösen Striche, hehe. (Ich schreib ja auch beruflich, nur keine Prosa, und da haben wir die Diskussion auch alle Jahre wieder.) Jetzt bleibts erst mal so, bis zur nächsten Überarbeitung und dann nehm ich die Dinger am besten mit Copy+Paste aus deinem Kommentar, sischer is sischer ... :D

Kurz vorm Posten hab ich die Geschichte vom Präteritum ins Präsens übertragen. Zunächst nur versuchsweise. Unglaublich, was das an Intensität bewirkt hat! Da gab es kein Zurück mehr. Na ja, ein Verb hab ich übersehen, danke fürs Finden, ist verbessert!

Gut recherchiert, würde ich mal sagen.

¡Gracias! Hehe, „gut recherchiert“ ist ein Euphemismus für ... Infodump.
Ja, Malinche und Cortés find ich superspannend, siehe oben, was ich Kanji geantwortet habe.
Es ist allerdings unter Historikern inzwischen umstritten, wie sehr und wie lange die Indianer die Spanier wirklich für Götter gehalten haben. Es gab zwar die Weissagung, dass Quetzalcoatl (die Gefiederte Schlange) zurückkehren würde mit weißen, bärtigen Männern. Aber Cortés, der seine Befugnisse überschritt, benutzte das evtl. geschickt als Vorwand gegenüber dem spanischen König und hat das entsprechend aufgebauscht, nach dem Motto: Die Indianer haben mich hier als Herrscher eingesetzt, ja was hätt ich denn machen sollen?!

Ich finde, du hast sehr gut dargestellt, wie sie sich fühlt, wie sie ihn nicht versteht, aber ihn gleichzeitig bewundert und alles lernen will und so langsam auch alles annimmt, wie sie immer mehr in die Dolmetscherrolle hineinwächst.

Freut mich, wenn du das so empfindest. War und ist bei der Kürze des Textes eine Herausforderung.

Wie er ihr Volk dabei die ganze Zeit ausnutzt und in seine Normen zwingt, ohne dass sie es wirklich merkt.

Keine Ahnung, inwieweit das in meinem Text rauskommt, dass sie (eine Aztekin, die als Sklave bei den Maya lebte) nicht zum „Volk“ gehörte. Die indigenen Völker waren alle untereinander zerstritten bzw. im Krieg, Malintzin fühlte ihnen gegenüber keine Loyalität und half Cortés auf entscheidende Weise, sich mit den Feinden der übermächtigen Azteken gegen diese zu verbünden. Weswegen sie Jahrhunderte später (als der mexikanischen Nationalismus aufkam) als Verräterin am eigenen Volk verachtet wurde, was Unsinn ist, weil es die mexikanische Nation im 16. Jahrhundert gar nicht gab.

Und wie es ihr dann am Ende geht, als sie dann bei der Vergewaltigung (ich nenne das mal so) plötzlich doch nicht mehr so begeistert von ihm ist (verständlicherweise).

Mag sein, dass das nicht immer eine Beziehung auf Augenhöhe war zwischen den beiden, wahrscheinlich nicht. Aber ich glaube, sie standen einander sehr nahe. Auf jeden Fall hatten sie einen Sohn miteinander. Und Cortés hat sein Versprechen gehalten und ihr die Freiheit geschenkt.
Ich ringe noch mit mir, ob ich dieses plakative letzte Wort „Blut“ brauche, hm ...

Aaalso, vielen Dank und bin gespannt auf deinen ersten Text ... :)

LG
Anne
 
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19.05.2015
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Hallo Anne49,

mm, was ich lese, gefällt mir. Da steckt eine Menge Stimmung, Geschichts-Timbre zwischen den Zeilen. Dennoch befriedigt mich der Text nicht. Du spannst den Bogen kurz, zeigst den Ausschnitt eines Ausschnitts, deutest an, ohne tiefer einzutauchen. Die Fremdartigkeit der historischen Situation müsste deutlicher werden. Dazu bräuchtest du allerdings mehr Volumen, müsstest mehrere Szenen aneinanderreihen und sie zu einem deutlich sichtbareren Konflikt zusammenfügen. cocakauende Conquistadores, Azteken, Mayas, die im Dreck verrecken, versklavt, missbraucht, wie Tiere behandelt, die Gold heranschaffen müssen, gegrillte Meerschweinchen und Quetchua (?)-Wörter, was auch immer dir einfällt. Kurzum: aus der Geschichte lässt sich mehr machen.

Du eroberst mutig unterschiedliche Genres und spielst mit sprachlichen Mitteln, was ich naturgemäß sehr gerne wahrnehme. :Pfeif:

Textstellen:

Seine Muskeln und stattlichen Schultern lassen sie erschaudern, gleichzeitig scheint er ihr eigenartig vertraut, als seien sie einander schon in einem früheren Leben begegnet.
das empfinde ich schwammig ausgedrückt, Muskeln, Schultern, okay und so ein gängiges Vertrautheits-Gefühl, klingt klischeehaft

Gleichzeitig verhält er sich rätselhaft. Warum lehnt er mit Blut besprengte Speisen, die ihm dargeboten werden, ab? Warum nimmt er nur das Gold aus den Tempeln und lässt die Prachtfedern des blauen Quetzal-Vogels zurück?
gut platzierte Anspielung, aber was genau bedeuten ihr die Federn?

Seine Hände sind überall auf ihr, der Stoff ihres seidigen Nachthemdes reißt und sie schmeckt brennendes Agavenwasser, Bohnen und Blut.
nette Geschmacksmischung, zumal Blut ja mehrdeutig verstanden werden kann. Seide, aha, Importware?

Liebe Andensehnsuchtsgrüße
Isegrims
 
Senior
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28.11.2014
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Liebe Anne49,

vorweg: Das ist für mich ein sprachlich gelungener Text, der mir als Leser ein angenehmes Leseerlebnis bereitet.

Etwas schwer tue ich mich mit dem Inhalt – und da geht es mir ähnlich wie Isegrims. Ich
will versuchen zu erklären, warum das bei mir so ist:

Dein Text transportiert neben der eigentlichen Handlung eine ganze Reihe von Wissenspartikeln über die Zeit der spanischen Conquistadoren. Ich kann nur vermuten, wie du dazu gekommen bist: Kann sein, dass du im Geschichtsunterricht gut aufgepasst hast, vielleicht bist du nur rein zufällig auf diese Dame gestoßen und sie hat begonnen, dich zu interessieren? Eventuell hast du eine Biographie von Cortès, Montezuma oder deiner Protagonistin gelesen? Die verarbeiteten Informationen scheinen mir auf jeden Fall alle gut recherchiert und authentisch.
Die Art, wie du hier geschichtliche Fakten darbietest, erinnert mich dabei ein wenig an Texte, wie sie sich noch in älteren Geschichtsbüchern finden: Dort wird den Schülern das Geschehen auf narrative Weise nahe gebracht, indem es aus der Perspektive eines fiktiven oder wirklichen Zeitzeugen dargestellt wird. (Erotik kommt in diesen Texten naturgemäß nicht vor). So aufbereitet, sollte Geschichte erlebbarer werden.
Das schafft dein Text – was das geschichtliche (Hintergrund-) Wissen angeht – ebenfalls.
Für mein Empfinden geht allerdings die gute Darstellung des historischen Settings auf Kosten der eigentlichen Story. Die Geschichte der Dolmetscherin vermittelst du im Zeitraffer und für die eigentliche Liebesbeziehung bleibt am Ende – so empfinde ich das – zu wenig Raum. Ich vermisse ein Sich-Entfalten dieser Beziehung, ein Eingehen auf die verschiedenartigen Sozialisationen und Betrachtungsweisen, einen Blick in ihr Inneres (besonders deiner Protagonistin). Das Konfliktpotential, das ihre einander so fremden Kulturen in sich birgt, wird von dir leider nur angedeutet, aber nicht vertieft.

Gleichzeitig verhält er sich rätselhaft. Warum nimmt er nur das Gold aus den Tempeln und lässt die Prachtfedern des blauen Quetzal-Vogels zurück? Aber wer ist sie, das zu fragen? Sie steht unter seinem besonderen Schutz, ist ihm Ohr und Zunge. Wenn sie die Augen schließt, sieht sie das liebe Gesicht vor sich und hört seine melodische Stimme. Oh, wenn er doch jetzt hier bei ihr wäre, wie gerne würde sie sein Lager teilen!

Hier reißt du auf knappem Raum ihre Befindlichkeit an, belässt es aber dabei. Das Spezielle der Situation, das 'clash of cultures' (danke linktofink), wird nicht thematisiert.

Sprachlich fand ich deinen Text - wie schon oben gesagt - gut, nur am Ende hatte ich zwei Bedenken:

Die Gefiederte Schlange kommt näher, kniet neben ihrem Lager und presst die Lippen auf sie. Sanft umfasst er ihre Brust.
Alles gut“, flüstert er. „Alles gut.“
Dieses ‚Alles gut’ ist eine Phrase, die wir uns in den letzten Jahren angewöhnt haben. Für mich passt sie nicht in diesen historischen Kontext.

Und auch diese Formulierung scheint mir nicht gerade neu:

Seine Hände sind überall auf ihr, ...

Fazit:
Liebe Anne, wenn ich noch nichts über die grausamen Bräuche der Azteken, Montezumas Glauben an die Rückkehr der Götter, Cortés erfolgreiches Ausnützen dieses Glaubens und das Leben der auf manchen Bildern neben Cortés stehenden Dolmetscherin Marina weiß, so ist dein Text sicher eine wirklich lesenswerte Lektüre. Wenn ich aber eine mich packende Geschichte der Beziehung zweier unterschiedlicher Menschen lesen möchte, so ist mir das, was ich bekomme, leider zu wenig. Möglicherweise stoßen sich da aber meine Lese-Erwartung und deine Intention.


Liebe Grüße
barnhelm
 
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09.06.2017
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Hallo Friedrichard,

Crazy Horse' und Neil Young's "Cortez the Killer"

Sehr hübsch, ich hab da gleich mal bei „DuRöhre“ reingehört ...
Mein Lieblingssong über Cortés ist übrigens „No me digas hijo de Cortés“ (etwa: Nenn mich nicht Sohn des Cortés) des Spaniers Enrique Bunbury (früherer Sänger der Héroes del Silencio).

Hiermein ich, ist das Reflexivpronomen fehl am Platz, wie soll man "sich lächeln fühlen"?, wo es doch genügt, "dass" sie lächelt?

Dachte halt, weil sie gerade nicht ihren Spiegel zur Hand hat und da hat sie dieses automatische Lächeln der Frischverliebten, gegen das sie machtlos ist, und das spürt sie. Ich hab es ja schon beim Hinschreiben gewusst, diese semantische Gratwanderung ... eigentlich will ich rauskriegen, wie viele Leser sich daran stören. Bütte, sieh es mir nach ...

Warum hierdiese extrem schwache Klammer, wenn "warum lehnt er ... Speisen ab, die ihm angeboten werden" doch erst recht einfach ist?

Hier kann ich froh vermelden, dass der ganze Satz inzwischen rausgeflogen ist. (Da hatte ich unbedingt unterbringen wollen, dass die da Speisen mit Menschblut beträufelt haben, sag, ist das nicht eklig?, dabei ist der Satz doch in Wahrheit entbehrlich.)

Wie immer: Muchas gracias für deine Einsichten und das Fehlerraussuchen und bis bald!
Anne

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Unglaubliche Story, eine authentische Zeitreise, anschaulicher clash of cultures, hat mir gut gefallen.

Freut mich sehr, linktofink, bist ja auch in der Gegend unterwegs, nur ein paar Hundert Jahre später ...
¡Hasta pronto!
Anne

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Hallo TeddyMaria,

Ich finde diesen Text tatsächlich sehr stimmungsvoll.

Yeahy - Luftschlangen!

Obwohl Geschichte eines meiner Prüfungsfächer im Abitur war und wir uns ein Semester lang mit der Eroberung Südamerikas (und sehr ausführlich mit Cortés) beschäftigt haben, kam La Malinche dort niemals vor.

Kannst du die Geschichtslehrerin verklagen? Ernsthaft. Gegenüber dem spanischen König hat Cortés ihre Rolle zwar kaum erwähnt, um die Leistungen der Spanier hervorzuheben, aber aus anderen Quellen wissen wir, dass sie für ihn absolut unentbehrlich war. Ohne sie wäre die Geschichte anders gelaufen. Aber wie immer, this is a man’s world ...

Einzig, was wir ausführlich diskutiert haben, ist, ob es die Menschenopfer wirklich gab oder sie eine Erfindung der Spanier waren.

Ich denke, die Menschenopfer gab es wirklich. (Vor einigen Tagen wurde in Peru übrigens ein 550 Jahre altes Kindermassengrab ausgegraben, das weltweit größte seiner Art. Den Kindern wurde ebenfalls in einem Opferritus das Herz herausgeschnitten.)

Ich finde es auch schön, dass Du nie so genau sagst, wer wer ist. Ohne den Titel der Geschichte hätte ich keine Chance gehabt, es herauszufinden.

Das macht mich sososo glücklich, dass dir das aufgefallen ist! Danke! :kuss:
Ich habe mit Absicht nirgends irgendwelche Namen erwähnt und für die Hauptfiguren nur „sie“ und „er“ geschrieben. Teilweise war das ein bisschen Rumgefrickel, damit die Bezüge klar waren. (Inzwischen habe ich konsequenterweise auch die einmal verwendete Doña Marina gestrichen.)

Die Jugendfreundin, die auch Malintzins Sprache spricht, irritiert mich total.

Sehr guter Punkt. Meine Achillesferse beim Kurzgeschichtenschreiben ist: Zu viel Personal.

Am Brunnen hat die Jugendfreundin so eine verkappte Funktion, die in der Kürze gar nicht rauskommt: Cortés hört, dass Malintzin eine fremde Sprache spricht, nämlich die Sprache von Moctezuma, die der Schiffbrüchige (Géronimo von Aguilar) nicht spricht. Da begreift er ihr Potential.

Ich guck mir das nochmal an. Da werde ich wohl was ändern. Wahrscheinlich kille ich die. Aber erst am Wochenende.

Übrigen ist der Satz, der danach kommt, unfassbar lang. Da könnte man vielleicht mal einen Punkt setzen. Es gibt auch gute lange Sätze, aber hier bin spätestens bei „eimerweise Wasser saufenden Riesentiere[n] der Fremden“ echt ins Schleudern geraten.

Hier bei Wortkrieger wurden mir bei meinen bisherigen Geschichten immer die stakkatohaften kurzen Sätze vorgeworfen, quasi mein Markenzeichen. Ich bin so glücklich, wenn ich mal einen langen Satz zustandebringe.
Cortés brachte übrigens 16 Pferde mit und die hatten bei der Wasserversorgung Vorrang vor den Indios ...

Dich interessiert das Lernen von Sprache und die Liebe für Cortés. Und da braucht man vielleicht auch keine Schlachten und Todesgefahr (obgleich es interessant wäre).

Ja, genau. In dem Setting könnte man auch Horror fabrizieren, Stoff gäbe es genug, es floss viel Blut, aber das ist nicht mein Ding.

Ja also, vielen Dank, das war sehr hilfreich, was du mir da geschrieben hast!
Brauchst du noch Feedback zu einem deiner alten Texte hier oder warte ich besser auf den nächsten?

LG, Anne
 
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Hallo Anne49,
Historik-KGs sind eigentlich nicht so meins. Ich glaube, ich brauche einfach etwas mehr Futter um mich in die vergangene Zeit einzufühlen. Trotzdem konnte mich deine Geschichte packen und ich war gespannt, was die Gefiederte Schlange mit dem Ort anstellen wird oder vllt.noch mit den Stammesfürsten aushandelt. Du hast da Einiges angedeutet. Anstelle das weiter auszuführen, bist du bei der Figur der Übersetzerin geblieben. Das fand ich aber auch interessant.
Und damit du aus meinem Kommentar noch was Hilfreiches rausziehen kannst,
Jedesmal wenn sie sich umdreht, klebt das Hemd am Rücken und Schweißperlen kitzeln am Hals.
sage ich dir, dass Jedes Mal getrennt wird. Es gibt, laut Duden, noch jedesmalig – was für ein schräges Wort.

Oh, wenn er doch jetzt hier bei ihr wäre, wie gerne würde sie sein Lager teilen!
Und hier ist sie gedanklich erst in ihrem Lager, dann in seinem. Weißt du, was ich meine? Also für mein Empfinden, entweder:
Oh, wenn sie doch jetzt hier bei ihm wäre, wie gerne würde sie sein Lager teilen! oder
Oh, wenn er doch jetzt hier bei ihr wäre, wie gerne würde sie ihr Lager teilen!

Die Gefiederte Schlange kommt näher, kniet neben ihrem Lager und presst die Lippen auf sie
Und gleich darauf noch ein zweites Mal „Lager“. Könntest du ändern. Musste aber nicht. :shy:

Viele Grüße und gute Nacht.
wegen
 
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Hey, Anne49

Hier bei Wortkrieger wurden mir bei meinen bisherigen Geschichten immer die stakkatohaften kurzen Sätze vorgeworfen, quasi mein Markenzeichen. Ich bin so glücklich, wenn ich mal einen langen Satz zustandebringe.

Ich entschuldige mich jetzt schonmal im Vorfeld: Ich habe die von mir kritisierte Stelle nochmal genau gelesen und eine Rollwende gemacht. Aber ich denke, diesmal bin ich gut aus der Wand gekommen. Also verzeih mir bitte. :shy:

Inzwischen kenne ich auch dieses Stakkato und muss auch sagen, dass mich das auf lange Sicht nervt. Ich finde, extrem kurze Sätze sind gut geeignet, um bestimmte Dinge hervorzuheben. Wenn dann aber nur so was kommt – na ja, was will man dann damit hervorheben? Also ja, ich verstehe beide Seiten.

Hier ist nochmal der Satz, um den es geht:

Später, als sie zusammen mit anderen Sklavinnen am Brunnen stehen, über die eimerweise Wasser saufenden Riesentiere der Fremden klagen und ihren eigenen Durst an der Quelle stillen, steht er plötzlich hinter ihr, so nah, dass sie die Wärme seines Körpers wie ein Erdbeben auf sich spürt und den Geruch nach Leder, dass ihr schwindelig wird.

Und ich habe behauptet:

Was hat diese einzige Frau mit dem zu tun, was im restlichen Absatz geschieht? Nichts, oder?

Aber ich wollte gerade diesen Satz kürzen, also da einen Vorschlag machen, da ist mir aufgefallen, dass "sie" ja hier Plural ist. Den Wechsel habe ich aufgrund der Länge des Satzes nicht hinbekommen und deshalb nicht wahrgenommen, dass die Freundin ja dabei ist. Und jetzte sehe ich auch, was das eigentliche Problem des Absatzes ist, denn Du sagst darüber:

Am Brunnen hat die Jugendfreundin so eine verkappte Funktion, die in der Kürze gar nicht rauskommt: Cortés hört, dass Malintzin eine fremde Sprache spricht, nämlich die Sprache von Moctezuma, die der Schiffbrüchige (Géronimo von Aguilar) nicht spricht. Da begreift er ihr Potential.
Cortés brachte übrigens 16 Pferde mit und die hatten bei der Wasserversorgung Vorrang vor den Indios ...

Du hast unglaublich viele Informationen im Kopf und schmeißt die mir alle gleichzeitig in möglichst verkappter Form hin. Das Problem ist: Für mich ist das alles neu. Ich muss 1) erkennen, dass „sie“ jetzt die Freundin und La Malinche sind, ich muss 2) interpretieren, dass die Riesentiere Pferde sind (in Geschichte habe ich damals einen Text gelesen, indem die Indios die Pferde als exotische Hirsche beschrieben haben), und 3) herauslesen, dass die als erstes trinken dürfen. Das ist verflucht viel auf einmal, und das hast Du wirklich stark komprimiert (das meinst Du wohl mit "Kürze"). Da könntest Du vielleicht entweder ein paar Informationen weglassen oder Dir etwas mehr Zeit nehmen, das Bild der Indios, die durstig darauf warten, dass die Pferde getrunken haben, zu entfalten.

Jetzt weiß ich auch, wozu die Jugendfreundin gut ist, und habe bemerkt, dass sie in dem Absatz tatsächlich vorkommt. D.h., ich habe nichts dagegen, wenn Du sie killst, aber vielleicht musst Du das gar nicht. Ich finde das Warten auf die Pferde nämlich eigentlich echt stark, aber dafür nimmst Du Dir ein bisschen wenig Zeit. (Andererseits ist die Beschreibung von Cortés danach halt auch deutlich interessanter, aber das entfaltest Du auch sorgfältig.)

Puh, entschuldige. Da habe ich beim ersten Mal nicht sorgfältig genug gelesen. Was jetzt noch zu sagen bleibt:

Kannst du die Geschichtslehrerin verklagen?

Interessant, wie in Deinem Kopf sofort eine Lehrerin auftaucht. Mein Geschichtslehrer war ein Mann, und ich habe ihn wirklich vergöttert. Ein sehr intelligenter, witziger und leidenschaftlicher Mensch. Der nicht am Curriculum schuld ist, denn das ist extrem streng vorgegeben. Auf den lasse ich nichts kommen. :D Bedauere bis heute, dass ich mich beim Abiball doch nicht getraut habe, ihm einen Heiratsantrag zu machen.

Brauchst du noch Feedback zu einem deiner alten Texte hier oder warte ich besser auf den nächsten?

Und liebes Angebot. Natürlich freue ich mich immer über Feedback, und wahrscheinlich brauche ich davon auch noch eine ganze Menge, um mich zu verbessern, aber ich kann Dir auch sagen, dass ich an neuen Texten arbeite. Ab Juni gibt es wieder was von mir. Also, fühl Dich bitte nicht genötigt.

Ich freue mich tatsächlich, wie viel ich aus diesem langen Satz jetzt noch rausziehen konnte. Aber wie gesagt, der entfaltet nicht die Stärke, die die Bilder eigentlich haben könnten. Also würde ich beinahe fürs Entzerren plädieren als das Streichen der Jugendfreundin (entschuldige meinen Stimmungsumschwung, aber da hatte ich ursprünglich einfach nicht genau genug hingesehen). "Shame. Shame."

Durstige Grüße,
Maria
 
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Hallo Isegrims,

vielen lieben Dank für deine Eindrücke!

Dennoch befriedigt mich der Text nicht. Du spannst den Bogen kurz, zeigst den Ausschnitt eines Ausschnitts, deutest an, ohne tiefer einzutauchen. Die Fremdartigkeit der historischen Situation müsste deutlicher werden. Dazu bräuchtest du allerdings mehr Volumen, müsstest mehrere Szenen aneinanderreihen

Da hast du einfach Recht. Punkt.
Es gibt Romane über Malintzin und Cortés. Ich bin gerade dabei, den zweiten zu lesen.
Und das war mir auch schon beim Posten klar, dass hier nicht die klassische Kurzgeschichte bedient wird und dass das im Grunde ein Themenoverkill ist.
Ich finde diese Frau einfach superspannend und hab mir das sozusagen mal gegönnt, das so zu schreiben. Und aus jedem Text lässt sich was lernen, auch aus einem so speziell verbockten „Mängelexemplar“.

das empfinde ich schwammig ausgedrückt, Muskeln, Schultern, okay und so ein gängiges Vertrautheits-Gefühl, klingt klischeehaft

Ja, das ist das Doofe mit diesen Plattitüden. „Oh, wenn er doch jetzt hier bei ihr wäre“ ist ja im Grunde auch so eine. Wundert mich, dass mir das noch keiner um die Ohren gehauen hat. Ist ja im Grunde unerträglich.
Das mit diesem Vertrautheitsgefühl … hm, für mich spiegelt das auch so ein bisschen dieses Spirituelle wider, diese Magie von Latinoamerica, deshalb steht das da so. Die beiden sind so unterschiedlich gewesen, wie zwei Menschen nur sein können. Und ich stelle mir vor, irgendeine Magie muss da gewesen sein zwischen den beiden. Das mit so einem schnöden Satz abzuhandeln, ist ein bisschen platt, die Kritik ist nicht ganz von der Hand zu weisen.

gut platzierte Anspielung, aber was genau bedeuten ihr die Federn?

Na, aber wenn ich anfangen würde, die religiöse Bedeutung der Federn zu erklären, die den Azteken viel kostbarer und heiliger erschienen als all das Gold, käme ja noch mehr Infodump, ich weiß nicht …

Seine Hände sind überall auf ihr, der Stoff ihres seidigen Nachthemdes reißt und sie schmeckt brennendes Agavenwasser, Bohnen und Blut.
nette Geschmacksmischung, zumal Blut ja mehrdeutig verstanden werden kann. Seide, aha, Importware?

Hat Recht, „seidig“ werde ich noch killen.

Bis bald und liebe Mir-fällt-grad-nix-ein-wie-ich-die-Grüße-nennen-könnte-Grüße!
Anne
 
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Liebe barnhelm,

vielen Dank für deine Überlegungen zu meinem Text!
Ich weiß, ich treibe dich mit meinem Romantikgedöns manchmal zur Verzweiflung. Umso mehr weiß ich es zu schätzen, wenn du vorbeikommst und mir die Leviten liest. Du weißt schon.

Das ist für mich ein sprachlich gelungener Text, der mir als Leser ein angenehmes Leseerlebnis bereitet.

Vielen Dank für diese Rückmeldung. Das freut mich.

Die Art, wie du hier geschichtliche Fakten darbietest, erinnert mich dabei ein wenig an Texte, wie sie sich noch in älteren Geschichtsbüchern finden: Dort wird den Schülern das Geschehen auf narrative Weise nahe gebracht, indem es aus der Perspektive eines fiktiven oder wirklichen Zeitzeugen dargestellt wird. (Erotik kommt in diesen Texten naturgemäß nicht vor). So aufbereitet, sollte Geschichte erlebbarer werden.

Das tut ein bisschen weh, das so zu lesen, ist für mich aber nachvollziehbar.

Für mein Empfinden geht allerdings die gute Darstellung des historischen Settings auf Kosten der eigentlichen Story. Die Geschichte der Dolmetscherin vermittelst du im Zeitraffer und für die eigentliche Liebesbeziehung bleibt am Ende – so empfinde ich das – zu wenig Raum. Ich vermisse ein Sich-Entfalten dieser Beziehung, ein Eingehen auf die verschiedenartigen Sozialisationen und Betrachtungsweisen, einen Blick in ihr Inneres (besonders deiner Protagonistin). Das Konfliktpotential, das ihre einander so fremden Kulturen in sich birgt, wird von dir leider nur angedeutet, aber nicht vertieft.

Das sehe ich auch so. Wie ich auch schon oben in meiner Antwort an Isegrims ausgeführt habe, wurden über Cortés und Malintzin Romane geschrieben. Das alles, was du da umreißt, ist in dieser Kürze nicht zu leisten und nein, es ist keine Kurzgeschichte im eigentlichen Sinne. Eher eine sehr spezielle Miniatur, die ich mir gegönnt habe.
Selbst wenn ich nochmal eine Lovestory schreiben sollte, die in der Gegenwart spielt, und da müsste ich ja nun weniger Hintergrund erklären, dann würde ich mir dafür voraussichtlich deutlich mehr als 1260 Wörter gönnen.
Ich habe den Romantik-Tag hier jetzt weggenommen. Damit ist der Text, glaube ich, besser charakterisiert.
Wie ich schon weiter oben geschrieben habe, hat mich speziell interessiert, wie konzentriert Malintzin Spanisch gelernt hat, welche Konsonanten sie neu lernen musste und wie sie es wohl angestellt haben mag (vor der spiegelnden Wasseroberfläche laut sprechen usw.).

Dieses ‚Alles gut’ ist eine Phrase, die wir uns in den letzten Jahren angewöhnt haben. Für mich passt sie nicht in diesen historischen Kontext.

Also, ich bin dir sehr dankbar für diese Anmerkung und habe intensiv darüber nachgedacht.
Wie ist das, heute über eine Begegnung zu schreiben, die vor 499 Jahren stattfand? Welche Sprache soll ich verwenden? Ich versuche es mit konnotativer Äquivalenz (ein Begriff aus der Translatologie), d. h. ich will beim heutigen Leser vergleichbare emotionale und assoziative Reaktionen hervorrufen. Cortés war Mitte dreißig, Malintzin unter zwanzig. Sicher flüsterte Cortés nichts, was sich ins heutige Deutsch übersetzen ließe mit „Ey Baby, alles klar“ oder „Gnädigste, es sei Euch wohl“.
Für mich persönlich erfüllt „Alles gut“ in dieser Situation den Zweck. In meinen Ohren klingt das zeitlos, wie etwas, was sich Menschen seit Jahrtausenden überall auf der Erde am Ende eines langen Tages auf dem Schlaflager zugeflüstert haben.
Ist das nicht ein neuer Rekord, dass ich diesmal nur eine einzige Zeile direkte Rede drinhabe?!

Und auch diese Formulierung scheint mir nicht gerade neu:
Seine Hände sind überall auf ihr, ..

Stimmt, ist nicht neu. Allerdings gäbe es da aktuell noch andere Stellen im Text, bei denen ich die Plattitüde aufdringlicher finde als hier. Dieses Bild hier empfinde ich doch als recht plastisch, anschaulich. Cortés hat sich sicher genommen, was er wollte. Es wird nie eine Beziehung auf Augenhöhe gewesen sein zwischen den beiden (was immer genau das sein mag).

Besten Dank fürs Vorbeischauen! Hätte dich ja eher im Zimmer erwartet …:sealed:

Sonnige Grüße
Anne

-----

Liebe wegen,

Historik-KGs sind eigentlich nicht so meins.

Hehe, meins auch nicht. Bleibt wohl the one and only Historik-Text, den ich je geschrieben habe. Jetzt übrigens Historik pur, habe die beiden anderen Tags gerade rausgeworfen.
Umso mehr freue ich mich, dass du dich überwunden und reingeschaut hast!

Trotzdem konnte mich deine Geschichte packen und ich war gespannt, was die Gefiederte Schlange mit dem Ort anstellen wird oder vllt.noch mit den Stammesfürsten aushandelt. Du hast da Einiges angedeutet. Anstelle das weiter auszuführen, bist du bei der Figur der Übersetzerin geblieben. Das fand ich aber auch interessant.

Dolmetscherin, bitte. Übersetzer machen das schriftlich, Dolmetscher mündlich.
Ja, ist mit mit 1260 Worten eine Miniatur geblieben. Könnte man mehr draus machen, mache ich aber nicht.

sage ich dir, dass Jedes Mal getrennt wird.

Danke, ist verbessert!

Und hier ist sie gedanklich erst in ihrem Lager, dann in seinem. Weißt du, was ich meine? Also für mein Empfinden, entweder:
Oh, wenn sie doch jetzt hier bei ihm wäre, wie gerne würde sie sein Lager teilen! oder
Oh, wenn er doch jetzt hier bei ihr wäre, wie gerne würde sie ihr Lager teilen!

Habe Option zwei genommen. Schon praktisch, deine Plug-and-Play-Korrekturvorschläge …

Und gleich darauf noch ein zweites Mal „Lager“. Könntest du ändern.

Ist weg! Jetzt kniet er neben ihr und nicht neben ihrem Lager.
Muchas gracias für dein wachsames Auge!

Sonnige Grüße!
Anne

P.S. Bin gespannt auf deinen nächsten Text! Was sagtest du nochmal, wann kommt der? :D Seit der Verbeugung sind meine Erwartungen noch einmal gestiegen …
 
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Hola Anne49,

deine Story schlägt für mich ein Fenster auf, durch das ich auf eine atmosphärisch dichte Szene schaue, die mich umgehend in ihren Bann schlägt. Ich mag sowas sehr. ;)

Seine Stimme tönt rau, weit öffnet er den Mund und verzerrt das Gesicht, um reibende Laute zu produzieren, wie nie zuvor ein Mensch sie gehört hat.
Sie muss vorher schon spanisch vernommen haben, es ist ja nicht der erste Kontakt, sondern der Spanier kehrt zurück, deshalb gefällt mir dieser Halbsatz nicht.

Das meinte ich mit Clash of cultures:
Dass die Gefiederte Schlange davon spricht, Menschenopfer zu verbieten! Den Gestirnen sei das Blutvergießen gleich, die Sonne ginge jeden Morgen auf, auch ohne dass Priester Tausenden auf der Tempelpyramide das Herz mit der Obsidianklinge herausschnitten. Von dreien, die eins seien, erzählt er, und vom Lamm, das sich geopfert habe. Er lässt überall Kreuze errichten und sie will eindringen in das Geheimnis, wie das Blut eines Gottes im Wein schwimmen kann und er nach drei Tagen wieder lebendig wurde.
Unten am Fluss haben die Fremden ihr Haar mit Wasser benetzt und für sie eine Zauberformel gesprochen: Drei sind eins. Wann immer sie dort allein ist, beugt sie sich über die spiegelnde Oberfläche und betrachtet ihr Gesicht, während sie mit der Zungenspitze den Wulst hinter ihren oberen Schneidezähnen berührt und die Luft ausstößt zum rollenden R.
Warum nimmt er nur das Gold aus den Tempeln und lässt die Prachtfedern des blauen Quetzal-Vogels zurück?
Bravo, du nimmst gekonnt und glaubhaft ihre Sichtweise an und formulierst schlüssig. Das ist eine große Stärke in deinem Text.

Gut beschreibst du auch die erotische Anziehung:
Seine Muskeln und stattlichen Schultern lassen sie erschaudern, gleichzeitig scheint er ihr eigenartig vertraut, als seien sie einander schon begegnet, in einem früheren Leben oder einem Traum.
... steht er plötzlich hinter ihr, so nah, dass sie die Wärme seines Körpers wie ein Erdbeben auf sich spürt und den Geruch nach Leder, dass ihr schwindelig wird.
Wenn sie die Augen schließt, sieht sie das liebe Gesicht vor sich und hört seine melodische Stimme. Oh, wenn er doch jetzt hier bei ihr wäre, wie gerne würde sie ihr Lager teilen!
Dein Text lebt von der Darstellung des Innenlebens der Prota. Indem du konsequent ihre Perspektive einnimmst, erzeugst du große Eindringlichkeit bei mir als Leser.

Damit kommen wir zum einzigen deutlichen Manko: Die Anpassung geschieht mir zu reibungslos, zu glatt. Keine Zweifel plagen sie, als Angehörige ihres Volks geschunden und abgeschlachtet werden, kein Widerstand regt sich in ihr gegen die Usurpatoren. Das Motiv, das du dafür lieferst ist: das Göttliche/ Gottgleiche, das sie in ihm sieht und das sie an Stelle ihre Götter (die Maismutter) setzt.
Und die Leugnung geht soweit, dass sie das rote Wasser, das seltsam riecht, nicht mehr zuordnen kann? Das geht mir etwas zu weit. Ich weiß, sie glaubt:
Die Gefiederte Schlange ist ein zorniger Gott.
Doch diese völlige Unterordnung und verblendete Selbstaufgabe eines Menschen, der nicht dumm ist, ist mir etwas zu dick, wenn du weißt, was ich meine ...


Peace, linktofink
 
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Hallo TeddyMaria,

Ich habe die von mir kritisierte Stelle nochmal genau gelesen […] da ist mir aufgefallen, dass "sie" ja hier Plural ist

Genau lesen ist immer gut. Nichts weniger erwarte ich von meinen Leserinnen. :)

Ich denke, die Stärken und Schwächen meines Textes sind im Thread nun ganz gut herausgearbeitet und charakterisiert worden. Es ist viel Material für eine 1260-Wörter-Geschichte. Manche erwarten bei einer Kurzgeschichte sogar nur eine (!) Szene mit Wendung. Das ist hier nicht der Fall, es gibt mehrere Szenen und sogar den bösen bösen Zeitraffer.
Das Killen der Freundin aus Kindheitstagen wird daran nichts Grundsätzliches ändern. Ja, also ich lasse sie jetzt erstmal drin.
Übrigens hatte ich auch nicht das Bild vor Augen, dass sie an dem Brunnen tatsächlich gerade warten müssen, bis die Pferde getränkt sind. Eher, dass sie nur darüber reden.

Interessant, wie in Deinem Kopf sofort eine Lehrerin auftaucht. Mein Geschichtslehrer war ein Mann

Soso, deine Geschichtslehrerin war ein Mann … Ach, das war doch nur eine kleine feministische Spitze von mir ... :Pfeif:

Vielen, vielen Dank für deine Gedanken zu meiner Geschichte und fürs Dranbleiben!

Liebe Grüße
Anne

---

Hola linktofink,

deine Story schlägt für mich ein Fenster auf, durch das ich auf eine atmosphärisch dichte Szene schaue, die mich umgehend in ihren Bann schlägt.

Freut mich sehr, das von dir zu hören! Zumal du ja auch in der Region unterwegs bist … Nur, eine Szene ist es strenggenommen ja nicht.

Seine Stimme tönt rau, weit öffnet er den Mund und verzerrt das Gesicht, um reibende Laute zu produzieren, wie nie zuvor ein Mensch sie gehört hat.
Sie muss vorher schon spanisch vernommen haben, es ist ja nicht der erste Kontakt, sondern der Spanier kehrt zurück, deshalb gefällt mir dieser Halbsatz nicht.

Das mit der Rückkehr bezieht sich auf die alte Weissagung (ganz am Anfang in kursiv), dass der Gott Quetzalcoatl (=gefiederte Schlange) zurückkehren würde.
Aber ja, das ist halt das Problem mit dem Zeitraffer hier. Das, was mein Text zeigt, hat sich in Wirklichkeit über mehrere Wochen hin abgespielt. Die Indios schenkten den spanischen Männern nach einem verlorenen Scharmützel 20 Sklavinnen (zum Kochen und ahem, du weißt schon …, wozu man Frauen halt „braucht“) und dann hat es ja noch eine Weile gedauert, bis Cortés merkte, dass Malintzin auch Náhuatl sprach, sie anfing, Spanisch zu lernen, ihn als Vermittlerin zu begleiten und schließlich seine Geliebte wurde.
Ich will nicht behaupten, dass die Szene in meinem Text jetzt der Moment ist, in dem sie zum allerersten Mal die spanische Sprache hört, aber die Laute klingen anfangs noch sehr fremd in ihren Ohren. Später bezeichnet sie den Klang dann als melodisch.

Dein Text lebt von der Darstellung des Innenlebens der Prota. Indem du konsequent ihre Perspektive einnimmst, erzeugst du große Eindringlichkeit bei mir als Leser.

Wie schön, dass du das so empfindest! Ich habe es zumindest versucht. Und ich fand das ganz witzig, das, was den christlichen Glauben ausmacht, mal so ganz anders wiederzugeben. So, wie Malintzin das mit ihrem Anfängerspanisch und ihrem polytheistischen Hintergrund verstanden haben könnte. Also, die christliche Taufe als Zauberspruch, dann die Vorstellung, dass Gottes Blut im Wein schwimme usw.

Gut beschreibst du auch die erotische Anziehung

Freut mich sehr! Ursprünglich war ich ja ausgezogen, um Romantikkrams zu schreiben, und dann kamen hier bei Wortkrieger so ein paar andere Genres dazwischen, die ich inzwischen auch sehr reizvoll finde.

Ich dachte eigentlich, dass mir die Formulierung mit dem Erdbeben um die Ohren gehauen werden könnte. Schön, wenn es für dich funktioniert.

Damit kommen wir zum einzigen deutlichen Manko: Die Anpassung geschieht mir zu reibungslos, zu glatt. Keine Zweifel plagen sie, als Angehörige ihres Volks geschunden und abgeschlachtet werden, kein Widerstand regt sich in ihr gegen die Usurpatoren. Das Motiv, das du dafür lieferst ist: das Göttliche/ Gottgleiche, das sie in ihm sieht und das sie an Stelle ihre Götter (die Maismutter) setzt.

Also, das mit der Göttlichkeit, das ist so eine Sache. Wie ich weiter oben schon geschrieben habe, wurde das nach Ansicht einiger Historiker möglicherweise von Cortés aufgebauscht. Er überschritt seine Befugnisse und hat das der spanischen Krone gegenüber zu rechtfertigen versucht: Die Eingeborenen haben mich hier als Herrscher eingesetzt, ja was sollte ich denn machen?
In meinem Text reite ich ziemlich darauf herum, auch weil es zu Malintzins Verliebtheit passt, dass sie ihn „vergöttert“. Tatsächlich, historisch betrachtet, habe ich aber Zweifel, dass sie ihn so gesehen hat. Höchstens ganz zu Anfang.

Zur Motivation von Malintzin (auch Malinche genannt): Wenn du das Pons Spanischwörterbuch aufschlägst, findest du malinchista übersetzt mit „alles Ausländische vorziehend“ und „Ausländerfreund“. Sie ist mit ihrer Art, den Spaniern zu helfen, sprichwörtlich geworden und wurde später nach dem Aufkommen des mexikanischen Nationalbewusstseins als Verräterin geschmäht und gehasst. Sicher war sie kein Zimperlieschen, aber ich finde ihr Verhalten plausibel und denke, sie hatte als Sklavin nichts mehr zu verlieren und allen Grund, so zu handeln. Die US-Forscherin Camilla Townsend hat darüber ein vielgepriesenes Buch geschrieben, habe es (noch) nicht gelesen.

Und die Leugnung geht soweit, dass sie das rote Wasser, das seltsam riecht, nicht mehr zuordnen kann? Das geht mir etwas zu weit.

Danke für den Hinweis. Ja, das ist so ein Punkt, über den ich nochmal nachdenken werde. Da schimmert in der Tat eine Naivität durch, das … äh ja, da muss ich mal gucken, was ich da machen kann. :shy:

Vielen Dank für deinen Kommentar, hat mich sehr gefreut!

Liebe Grüße
Anne
 
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Liebe Anne49,

ich muss zugeben, ich habe den Namen geguugelt, das mit den zwanzig geschenkten Frauen hatte ich gelesen, bin aber nicht besonders in die Tiefe gegangen. Ich vermute, dass dein Background nicht nur auf Recherche basiert, sondern dass du vielmehr beruflich im Thema involviert bist?
Auf jeden Fall ist dir eine fundierte, faktenbasierte Story gelungen, die aus der Masse heraussticht.

Peace, linktofink
 
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"Reziproker Altruismus hält auch die Mafia zusammen."
Ernst Fehr in einem Interview in Spektrum der Wissenschaft -
Dossier Fairness, Kooperation, Demokratie.
Die Mathematik des Sozialverhaltens, Dossier 5/2006, S. 58​

Ich nochma',

liebe Anne49,

nicht weil ich noch'n Fliegenschiss von Korrektur vorzutragen hätte, den sogar ich schon mal überlesen, pardon, übersehn hab - hier nämlich
da[r]niederliegen
(Vorsilbe in grauer Vorzeit germanistischer Zungen ein [räumliches] Adverb, dass zB auch noch in darlegen, dartun u. a. erhalten ist und im engl. there immer noch fortlebt),

sondern weil Huntingtons (ich hoff, ich schreib den Namen richtig, hab schon gefühlt eine Generation lang nix mehr von dem in die Hand genommen, Clash of Civilisations eingeworfen wird, einen Begriff, den er für die perspektivlosen jungen Leute vom Maghreb bis zur Levante einiges vorm Arabischen Frühling und dem IS geprägt hat. Denn was diesen jungen Leuten widerfährt, steht dem durchschnittlichen Europäer und Amerikaner noch mit der Digitalisierung der Arbeitswelt bevor und was bedeutet dieser Abschnitt
Seit ihrer dunkelsten Stunde, als die Mutter sie verkauft hat, wandert sie von Hand zu Hand und verrichtet Arbeiten, die keines wachen Geistes bedürfen, da sie sich ewig wiederholen. Doch in jeder neuen Umgebung hört sie fremde Sprachen und eignet sie sich an. Sie besitzt diese Gabe.
die Sklaverei des Fließbandarbeiters und Fließbandarbeit eine wichtige Vorstufe, Arbeiten in einfachste Handgriffe und Bewegungen zu zerlegen, um sie nachher in Maschinenprogramm umzusetzen.

Der Schwarzrock Adam Smith hat das als erster an der massenhaften Produktion von Nadeln dargelegt, was schon fast wieder wie Satire klingt aber heute bitterer Ernst ist.

Die Mexica ("Azteken" ist eine Fremdbezeichnung) kamen als Eroberer aus dem Norden etwa zu der Zeit, als dort die Kultur der Anasazi unterging (deren Nachkommen, das nur am Rande, wahrscheinlich die Hopi - gemeinhin Puebloindianer genannt - sind. "Anasazi" ist auch eine Fremdbezeichnung und bedeutet in Dene, der Sprache der "Navajo", "Alte Feinde" und selbst der Name der Navajo ist eher spanischen Ursprungs. Denen ist übrigens die Integration unterm herrschenden Wirtschaftssystem gelungen und sie nehmen in ihren Spielcasinos den Weißen Mann fleißig aus ... Der Betrug steckt halt schon im ersten Tausch, der nicht von Ungefähr umgelautet zur Täuschung und somit zum Betrug wird.

Ich weiß, wie schwierig es ist, sich in fremde Kulturen hineinzuversetzen - was selbst für die eigene gilt, wenn man sich in eine frühere Zeit "zurück"versetzt quasi auf eine scheinbar naivere Entwicklungsstufe (primitiv sind selbst die sog. Naturvölker nicht, der Homo sapiens hat den gleichen Denkapparat wie der Neandertaler und auf alles muss man erst Mal gekommen sein ... wie beim Baukasten für den lieben Kleinen ...)

Von Kevin Kostner wird berichtet, dass er für das Projekt "der mit dem Wolf tanzt" - man erinnere sich, dass der Alte des Films von seinem Vater einen spanischen Helm verwahrt und daran die Apokalypse festmacht - Einwohner zu Pine Ridge befragte, wie das Leben denn in der zwoten Hälfte des 19. Jh. in ihrem Stammesverband zugegangen sei, und er glaubte zunächst alles - bis klar wurde, dass die Nachkommen das Bild ihrer Vorfahren aus Western bezogen hatten, Hollywood, zweifelhafter Bewahrer ihrer Vergangenheit ... Und "der Mann, den sie Pferd nannten", wesentlich dunkler gestimmt als Kostners Meisterwerk, tatsächlich eine ethnologisch-historische Studie? Zumindest näher dran an der düsteren Wirklichkeit der Indigenen (sehn wir mal vom 3. Film ab) als jede Verfilmung mit John Wayne. Amerikanische Mythen halt.

Man kann also auch reinfallen in seine Quellen ... Dass das nicht geschieht ist Deinem reduzierten Stil zu verdanken, der verhindert, dass es Fantasy oder gar herzzerreißender Horror wird. Für Blinde und Taube mögen Kulturen untergehen. In Wirklichkeit arrangieren oder vermischen sie sich mit der der Eroberer und werden etwas Neues bilden, wie zB zur Zeit des Tiberius ein Jude auf die Idee kommt, seine Stammesethik - zwölf Volksstämme brauchen den Kitt des Zusammenhalts - allen Völkern anzubieten - das Imperium eignet sich großartig dafür, wie man zehn Generationen später merkt und selbst nach Augustus Wurstulus noch weiterwirkt, selbst wenn sie dann von schweren germanistischen Zungen geprägt wird. Das Fenster tut es so gut wie ein windouu (nhd. Windauge).

Man sollte Cortez wie Pizarro - die daheim wahrscheinlich als Kriminelle geendet wären - nicht kleinreden, aber mit ihrer Hunderstschaft allein, donnernden Kanonen und mühseligen Vorderladern hätten sie scheitern müssen - bis die Muskete feuerbereit ist, hat der Bogen als Distanzwaffe schon einige Pfeile verschickt - und dass Rüstungen zu knacken sind, weiß man nicht erst seit dem Hundertjährigen Krieg.

Die Mexica hatten sich - wie jede Besatzungsmacht/jeder Eroberer - reichlich Feinde geschaffen, die sich nun mit den Eindringlingen wider das Herrscherhaus verbündeten. Dass die Nachricht über einen Ausflug grönländischer Nordmänner, die einen Abstecher nach Neufundland vor Einbruch der kleinen Eiszeit wagten, bis in den Uto-Aztekischen Sprachraum schaffte ... glaub ich eher nicht. Und die Schoschoni - die heute nördlichsten Vertreter der Sprachfamilie - werden diesen Mythos gar nicht gekannt haben, um ihn weiterzugeben. Das Pony, das Bauern wieder zu Jägern werden ließ, kam ihnen aus dem Süden ...

Bis bald

Friedel,
der noch einen wunderschönen Sonntag wünscht!
 
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