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Mondenkind

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Mondenkind

Der Tag neigte sich dem Ende. Sehnsüchtig erwartete Anna diesen, für sie magischen, Moment. Anna drückte ihre Nase an die Fensterscheibe und beobachtete, wie die Sonne hinter der Häuserreihe gegenüber verschwand. Ihre Augen glänzten mit jedem Stück mehr. Anna streifte wie jeden Abend ihren schwarzen Kapuzenpullover über und griff nach der Sonnenbrille.
„Jetzt, Mama?“, fragte sie und sprang nervös von einem Fuß auf den anderen.
Ihre Mutter lugte aus dem Fenster.
„Noch ein wenig, Schatz. Dann gehen wir.“
Sie beugte sich zu ihrer Tochter hinab und gab ihr einen Kuss auf die Stirn. Anna spinkste wieder aus den Fenster. Die Sonne war fast vollständig verschwunden. Nur ein dünner Rand war noch zu sehen.
„Aber jetzt, Mama? Oder?“, quengelte sie wie jeden Abend.
„Ja, Liebling. Jetzt gehen wir raus. Hast du deine Brille?“
Anna schob ihre Kapuze tief ins Gesicht und reckte ihre Sonnenbrille triumphierend wie einen Pokal in die Höhe.
Der Sprung von der letzten Treppenstufe war ein allabendliches, liebgewordenes Ritual geworden. Es war ein Sprung in die Freiheit. Eine kurze zwar nur, aber sie war frei von dieser schweren, klobigen und hässlichen Schutzkleidung, die sie sonst tragen muss.
Ein lautes Kinderlachen hallte durch die kleine Straße.
Die Mondsichel versteckte sich hinter einer Wolke während Anna auf ihrem Rad in der Straße hin und her fuhr und spielte. Für einen kleinen und viel zu kurzen Moment waren beide glücklich.
 
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09.08.2020
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Moin betzebub,

ich verstehe den Text nicht so ganz. Warum trägt die Kleine nachts eine Sonnenbrille? Was ist so schlimm an der Sonne bzw dem Tag, sodass deine beiden Charaktere nicht rausgehen? Da gibt der Text leider zu wenig her, um das Ganze interpretieren zu können, ich könnte mir da ja jetzt alles Mögliche drunter vorstellen. Nur dein Titel gibt etwas Aufschluss darüber, gibt die Bezeichnung ja im Kontext einer Krankheit; die kleine Anna darf also nicht in die Sonne, muss Schutzkleidung tragen, um ihre Haut zu schützen. Ich gehe mal davon aus, dass es dir genau darum geht. Da hätte ich mir trotzdem etwas mehr gewünscht, etwas mehr aus Annas Sicht. Wie sie das findet, wie sie damit umgeht. Dass sie sich auf die Nacht freut, ist ja das Einzige, was du von ihr preisgibst, und das ist mir etwas zu wenig.

Eine wirkliche Geschichte entsteht hier ja auch nicht, es ist nur ein Ausschnitt aus dem abendlichen Alltag der beiden, eine Momentaufnahme. Dabei lädt das Thema doch zu einer ergreifenden Story ein, die auch gerne mehr Umfang haben dürfte.

Ein paar Kleinigkeiten noch:

Sehnsüchtig erwartete Anna diesen, für sie magischen, Moment.
Die Kommasetzung ist hier nicht notwendig, ich würde das Markierte ohnehin rauswerfen. Du schreibst ja aus ihrer Perspektive, da braucht es diese Erklärung nicht.
Anna spinkste wieder aus den Fenster.
Aha, da kommt das Rheinische durch. :D
Eine kurze zwar nur, aber sie war frei von dieser schweren, klobigen und hässlichen Schutzkleidung, die sie sonst tragen muss.
Was für Schutzkleidung trägt sie denn genau? Und was würde denn genau ohne sie passieren? Und da kommt bei mir natürlich auch die Frage auf, ob ein dicker Pulli und eine Sonnenbrille in diesem Zusammenhang nicht auch eine Form von Schutzkleidung ist.
Die Mondsichel versteckte sich hinter einer Wolke Komma während Anna auf ihrem Rad in der Straße hin und her fuhr und spielte.

So viel erstmal von mir.
Bis dahin und liebe Grüße
 

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