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Monsterball

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02.02.2004
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Monsterball

Halunkengasse 12. Meinrad Monstrano, der untersetzte Inhaber von Monstranos Second Hand Shop in dritter Vampirgeneration, staunte nicht schlecht über seinen neuen Kunden. Vor ihm stand ein Zyklop in braunen Schlabberhosen, Holzzoggeli und freiem Oberkörper. Aber nicht das einzelne Auge über der Nase oder das Pink gefärbte Horn auf der Stirn irritierten Meinrad, sondern der Kleiderwunsch des Kolosses.
„Einen Anzug? Bei Ihrer Grösse?“
Rod Koukopulos blinzelte, ein sicheres Zeichen für Erregung. Denn, wenn Rod keinen Anzug auftreiben konnte, dann war es das mit dem Job. Die Stellenanzeige am weissen Brett der Monsterschenke war unmissverständlich:
'Für exklusiven Monsterball gesucht - Jazzpianist. Buttergasse 42, Köln. Honorar verhandelbar, erscheine er im schwarzen Anzug, oder gar nicht.'

Monstrano, für seine Gattung mit etwas zu kurz geratenen Eckzänen gesegnet, dafür glänzend schwarze, nach hinten gegelte Haare, kratzte sich nachdenklich an der spitzen Nase.
„Obwohl, gestern kam ein Smoking eines mittellosen Zwergriesen rein, der müsste einem Troll - ich meine, einem stattlichen Herrn wie Ihnen passen.“ Rod spannte seine Muskeln an, am liebsten hätte er dem Verkäufer für seine abschätzige Bemerkung eine gelangt. Aber er hatte ein Ziel vor Augen, brummte ein ‚geht doch‘ und folgte dem Vampir in den hinteren Teil des Ladens.

Nach einer viertel Stunde und um drei Beutel Frischblut leichter, trat Rod Koukopulos hinaus auf die Halunkengasse. Der Smoking war ihm eine Nummer zu gross, dafür sauber. Das weisse Hemd und die Lackschuhe bekam Rod nach einer kurzen, handfesten Verhandlung oben drauf. Der kleine Blutsauger wollte doch tatsächlich fünf Beutel A negativ dafür. Dachte wohl, ein Zyklop kennt sich mit Anzügen eh nicht aus. Jetzt baumelte Monstrano an einem Kleiderhaken. Sein Gejammer und Gezeter begleitete Rod bis nach draussen.
Kurz bevor die Ladentür ins Schloss fiel, hörte er noch das Reissen von Stoff, ein Poltern und lautes Fauchen. Ein Lächeln huschte über sein Gesicht.

Rod verstaute die Alltagskleidung in einem ausrangierten LKW-Anhänger, der ihm als Bollerwagen diente. In mitten von zahlreichen Maurerutensilien, einem grossen Bett und zwei Holzfässern schottischem Whisky, stand Steinweg. Ein altes Klavier, leicht verstimmt und mit lädierter Holzfurnierung. Gezeichnet vom Leben auf der Strasse und Auftritten in den dunkelsten Winkeln dieses Landes. Rods treuster Begleiter, seit er aus seiner Heimat vor den Monsterjägern fliehen musste.

Den Bollerwagen hinter sich herziehend, nahm er mit der freien Hand die Stellenanzeige aus der Hosentasche und studierte die Adresse. Irgendwo in der Altstadt musste der Jazzclub zu finden sein, menschlichen Augen verborgen, in irgendeinem verlassenen Keller. Die neuen Lackschuhe drückten bei jedem Schritt, Rod bereute seine Entscheidung, die Dinger einlaufen zu wollen. Als er in die Buttergasse einbog, prallte er auf ein junges Menschen-Pärchen, beide leicht angeschickert.
Die junge Frau begann zu kreischen und der Kerl rannte davon, ohne sich weiter um seine Freundin zu kümmern. Rod zeigte beschwichtigend seine linke Handfläche. Eigentlich war es nicht ungewöhnlich, um diese Zeit auf allerlei ungewöhnliche Gestalten zu treffen. Und ein Zyklop im Anzug war doch nicht furchteinflössend.
„Toller Hecht, dein Freund“, brummte Rod und beugte sich langsam zu der kreischenden Frau hinunter. Diese griff in ihre Tasche, zog einen zylindrischen Gegenstand heraus und sprühte Rod eine Ladung Pfefferspray aufs Jackett.
„Ei, machen se mir mal keine Flecken ins Hemd.“ Er packte die Frau und hob sie hoch. Das Kreischen war in ein Wimmern übergegangen und unter Tränen schluchzte sie: „Bitte, ich habe Kinder und einen Hund.“ Das stand auf jedem Selbstverteidigungsfaltblatt der Stadt: ‚Monsterattacke - Wie verhalte ich mich richtig.‘
Seit der umstrittenen Lex-Deamon der Bundesregierung mussten die Menschen mit den behördlich legitimierten Monstern mehr oder weniger leben lernen. Leider häuften sich in letzter Zeit die Übergriffe auf beiden Seiten, was die monsterkritische Landes-Partei ‚Deutschland ohne Monster‘ für ihre Politik der Angst ausnützte. Und deshalb hatte Rods Smoking nun einen Fleck auf dem Jackett.
„Na, na“, sagte Rod mit warmem Bariton, „ich hab schon gegessen.“
Er stellte die Frau zurück auf die Gasse und tätschelte mit dem Zeigefinger auf ihre Hand, die immer noch das Pfefferspray umklammerte.
„Tun Sie das mal lieber weg, hätte auch ins Auge gehen können.“
Die Frau schaute verwirrt auf ihre Hand, verstaute die Sprühdose rasch in der Handtasche und zog ein Taschentuch hervor.
Rod hielt ihr derweil die Stellenanzeige vors Gesicht und deutete auf den stilisierten Kartenausschnitt der Altstadt.
„Liebe Frau, können Sie mir verraten, wo ich das hier finde?“
Die Frau schneuzte sich die Nase und schaute sich die Zeichnung an, worauf ein kleiner Park mit einem Baum in der Mitte abgebildet war.
„Etwa dreihundert Meter die Gasse runter, auf der rechten Seite steht eine Linde. Gleich vor dem alten Brunnen. Ich muss dann mal weiter, tut mir leid wegen dem Fleck.“
Rod betrachtete die dunkle Verfärbung unterhalb der Einstecktasche, die bereits am Trocknen war. Er steckte die Stellenanzeige ein, nickte der Frau freundlich zu und machte sich mit seinem Bollerwagen auf den Weg.

Die Domuhr schlug gerade elf, als Rod den kleinen Park mit der grossen Linde erreichte. Er sicherte den Bollerwagen, tätschelte das Piano und inspizierte den Platz. Tatsächlich handelte es sich bei dem Brunnen um ein steinernes Trugbild, was dem menschlichen Auge den Eingang zum Monsterjazzclub verbarg. Ein stämmiger Troll stellte sich dem Zyklopen in den Weg.
„Club geschlossen, ne. Kommste nich rein.“
„Ich bin kein Gast, ich komme wegen der Anzeige.“ Rod hielt ihm das zerknitterte Papier aus der Monsterschenke vor die Knubbelnase.
Der Troll inspizierte die Anzeige, als könne er lesen.
„Und du kannst Klavier spielen, ne?“ Dabei deutete er auf Rods Pranke.
„Wieso nicht, du kannst ja auch Türstehen - ne?“
Der Troll runzelte verwirrt die Stirn.
„Was ganz anderes“, sagte Rod und deutete auf seinen Bollerwagen.
„Kannste mir auf den aufpassen?“
„Kostet extra, ne“, grinste der Troll.
„Tafel Schokolade? Echte Schweizer Ware, Direktimport.“
Die Miene des Trolls hellte sich auf. „Mach zwei draus, ne!“
„Gut. Eine gleich, die andere, wenn der Wagen bei meiner Rückkehr noch unversehrt da steht.“
„Gebongt!“
Sie gingen beide zurück zum Bollerwagen. Rod öffnete Steinwegs oberen Gehäusedeckel, zog eine Toblerone XXL heraus und gab sie dem geifernden Troll. Der setzte sich auf die Deichsel, riss die Verpackung auf und begann zu fressen.
„Wie heifft du eigentliff?“
„Rod, und du?“
„Thorften Grob. Laff dir ruhig Pfeit, ne, ich paff gut auf deinen Wagen auff.“
Rod schloss Steinwegs Deckel und schlurfte zum Clubeingang zurück.
Ein Waldschrat, gut versteckt im Geäst der Linde, hatte alles beobachtet. Was für Schätze der Riese im Smoking wohl sonst noch in seinem komischen Wagen gebunkert hatte? Schade, dass dieser Troll davor sitzt. Aber vielleicht, wenn er ihn ablenken könnte ...

Gebückt stieg Rod die steilen Stufen zum Club hinunter. Die Treppe endete in einem rechtwinkligen Knick nach links. Noch zwei Stufen bis zum Boden und Rod befand sich in einer grossen Halle. Meter dicke Pfeiler stützten ein Rundgewölbe aus roten Klinkersteinen. Alles war in warmes Licht getaucht. Auf der linken Seite erstreckte sich eine lange Theke bis zur Rückwand. Darauf befanden sich mehrere Fässer, Zapfhähne und diverse Trinkgefässe. Dahinter offene Kühlregale, zahlreiche Reagenz- und Einmachgläser, mehr oder weniger gefüllt mit rot schimmernden Flüssigkeiten. Die Wand auf der gegenüberliegenden Seite glich einer Wall of Fame. Verschiedene Gruppenlichtbilder mit Gästen und bekannten Musikern, zum Teil signiert, oder mit Blutspritzern verziert. Dazwischen gab es zahlreiche Gemälde mit Portraits wichtiger Personen der Vampir Oberschicht, die auf Lichtbildaufnahmen wohl eher schlecht erkennbar wären. Rod musste grinsen. Ein besonders grosses Gemälde zeigte den Grafen höchstpersönlich, vom Balkon des Transsilvanien Castles mit weltmännischer Miene herabschauend.
„Arrogante Blutsauger“, brummte Rod.
„Ah, ich sehe, er interessiert sich für unsere Ahnengallerie.“
Wie aus dem Nichts stand auf einmal ein Abbild des Gemäldes in Fleisch und Blut neben ihm. Also mehr Fleisch, als Blut.
„Gestatten, Baron Vansing, ich sehe er bewundert unsere Galerie der Ehemaligen.“
Rod wich zurück, stolperte über einen Bistrotisch und konnte sich gerade noch fangen. Falls der Baron seine unangebrachte Bemerkung mitbekommen hatte, liess er es sich nicht anmerken.
„Und was will er hier zu so früher Stund?“
Rod räusperte sich. „Ich habe Ihre Anzeige am weissen Brett in der Monsterschenke gesehen. Ah, und hier - „ Rod zog ein zusammengefaltetes Pergament aus der Tasche und reichte es dem Baron. „Ein Empfehlungsschreiben von Dr. Jazzkill, Professor für ...“
„Ich kenne Jazzkill. Professor für angehende Minibarpianisten in Bern. Mir persönlich eine Nummer zu klein.“
Obwohl der Baron ihm nur bis zum Bauchnabel reichte, schien dieser auf ihn herabzusehen. Jetzt nur nicht aufregen, ich brauche den Job, dachte Rod und - blinzelte.
„Ah, der Pianist ist aufgeregt.“ Der Baron warf Dr. Jazzkills Schreiben mit Schwung in den Mülleimer.
„Papier ist geduldig, spiele er mir lieber etwas vor.“
Der Baron machte eine einladende Geste zum Piano und setzte sich affektiert in einen der abgewetzten Clubsessel.

Rod betrat die Bühne, setzte sich vor das Piano, schloss sein Auge und erinnerte sich an die Abschiedsworte seines Berner Mentors. Der letzte Satz, der ihn sein ganzes Leben begleitet hat: „Hau Sie um, Koukopulos!“
Die ersten Töne kamen zaghaft, wie Wasserglucksen eines jungen Bergbachs. Der Baron blieb reglos. Rod schwitzte und zog den Rhythmus etwas an. Ein klassisches Pottpouri des Vampianisten Theo Honk. Rod wollte Eindruck schinden. Aber war das der Geschmack des Barons? Wenn nicht, hiess das dann wieder Endstation Strasse, zurück in die dunklen Gassen mit Geistermusik ohne Verdienst? Egal, dachte Rod, und wenn es der letzte Auftritt hier sein sollte, er liess nun die Finger laufen, streute kleine Improvisationen ein, schielte kurz in Richtung des Barons. Der Smoking weichte langsam auf, doch Rod war in seinem Element, intonierte Caravan in einer Petruciani-Version, die Hämmerchen hämmerten, die Seiten vibrierten, ...
„Halt - Stop - Aus!“, rief der Baron und sprang auf.

Rod hob die Hände, blinzelte zweimal, dreimal, wusste, er hatte es übertrieben. Hiermit war sein Gastspiel bereits zu Ende, bevor es begonnen hatte. 'Hau Sie um, Koukopulos.' Ha, Professor, wenn sie wüssten ...

Der Baron sank zurück in den Ledersessel, mit weit geöffneten Augen sichtlich um Fassung ringend.
Mit spitzen Fingern schloss Rod den Klavierdeckel und blickte traurig mit seinem Auge auf die Portraits an der Wand. Ein Platz, der ihm wohl für immer verwehrt bleiben wird. Da hallte ein klatschender Laut von den Wänden. Dann noch einer und noch einer.
„Fantastisch, mein Lieber.“ Rod verstand nicht gleich, wollte der Baron sich über ihn lustig machen?
„Wie kann er mit solchen Pranken so monstermässig gut Klavier spielen?“
„Es hat Ihnen gefallen? Ich bin ... nicht gefeuert? Also, ich meine ...“ Rod blinzelte zweimal.
Der Baron sprang aus dem Sessel und rief: „Gefeuert? Im Gegenteil, ich will ihn haben, unser Ehrengast wird begeistert sein. Morgen Abend, eine Stunde vor zwölf soll er sich einfinden. Nur sein Horn, dieses grässliche Pink, also der Graf mag es etwas dezenter. Schwarz-Anthrazit, ja das wäre schön. Gestreift vielleicht?“
Rod griff sich an sein Horn. „Lässt sich einrichten.“
Schwungvoll hüllte sich Baron Vansing in seinen schwarzen Umhang und rauschte lautlos durch die Barverkleidung.
„Und sei er pünktlich“, ertönte es gedämpft durch die Wand.
Rod wurde kalt. Etwa der Graf? Unmöglich, Graf Dracula zeigte sich kaum in der Öffentlichkeit. Aber was soll‘s, dachte Rod. Ich habe einen Job und kann Kasulke die Miete zahlen. Wobei - wie war das noch? ‚Honorar ist verhandelbar.‘ Das musste dann wohl warten.

„Hab dich spielen gehört“, raunte Thorsten. „Nicht schlecht für einen wie dich.“
Der Troll hockte auf der Deichsel des Bollerwagens und rauchte. Rod hatte noch nie einen Troll rauchen gesehen, aber er war auf seiner Flucht auch noch keinem begegnet. Je weiter er nach Norden kam, desto seltsamer wurde die Welt.
„Dank dir fürs Aufpassen.“ Rod öffnete den Pianodeckel und kramte die zweite Toblerone hervor.
Die Augen des Trolls weiteten sich. „Oh, Schokolade, ich liebe Schokolade.“
Anscheinend hatte er die erste bereits vergessen.

Rod tauschte Smoking, Hemd und Lackschuhe gegen Schlabberhose und Zoggeli. Den Bollerwagen hinter sich herziehend machte er sich auf, Richtung Stadtrand. Es galt die Gründervilla des Herrn Kasulke zu finden, wo ein hoffentlich geräumiges Zimmer in einer Monster-WG auf ihn wartete. Der Waldschrat blieb entäuscht zurück, dieser tumbe Troll hatte sich die ganze Zeit nicht von der Stelle bewegt.

***​

„Und, wie war's? Hast du den Job?“, raunte Steinweg, das verhexte Klavier auf Rods Bollerwagen.
„Ja, ich kann morgen Nacht irgend so einem Ehrengast aufspielen. Dem Grafen.“
Dem Grafen? Also Graf Dracula?“
„Na ja, jedenfalls hat Baron Vansing ...“
Steinweg kicherte mit sirrenden Saiten.
„Was denn? Der heisst wirklich so. Na, jedenfalls hat er auf das Porträt an der Wand geschielt, als er vom Ehrengast redete.“
„Wahnsinn, kann ich dabei sein? Ich will endlich auch wieder einmal auf die Bühne.“
„Du weisst, was letztes Mal passiert ist und wir haben eine Abmachung, schon vergessen?“
„Ach, der kleine Ausrutscher, deine Pause dauerte viel zu lange, da hab ich halt ...“
Es rumpelte, als Rod den Bollerwagen energisch anzog.
„Du hast meine Impro ruiniert, die Zuschauer haben mich ausgebuht und daher bin ich aus dem Kongresszentrum geflogen. Mann, aus dem Kulturtempel Luzern, weisst du eigentlich, was du mir da angetan hast?“
Steinwegs Holz bekam einen leichten Rotstich.
„War doch keine Absicht“, klapperte es halblaut. „Und ja, ich habe das Leben auf der Strasse auch satt. Meine Saiten sind angerostet und die Hämmerchen klemmen, so verzogen ist das Holz bereits. Zum Glück habe ich ein stählernes Rückrad. Aprospos, hab ich dir schon erzählt, wie ich in Meiringen mal eine Treppe ...“
„Schon tausend mal. Jedenfalls möchte ich diesmal die Stelle behalten, nur so können wir uns die Wohnung bei Kasulke leisten.“
„Hoffentlich sind die anderen WG-Bewohner nicht aufdringlich, sonst muss ich die ganze Zeit meine Klappe halten.“
„Das wäre manchmal gar nicht so schlecht, ich sage nur KKL Luzern.“
Steinweg schwieg, anscheinend war das Piano nun doch verstimmt. Rod war das ganz recht, schliesslich musste er sich auf die Strasse konzentrieren. Wer weiss, ob hier Wegelagerer ihr Unwesen trieben, oder Waldschrate, die mit allen Mitteln ihre Flora verteidigten. Weit hinter ihm schlug die Dom-Glocke die vierte Stunde der Nacht, er musste sich beeilen, wollte er vor der Morgendämmerung in der Villa sein.

***​

Die Räder des Bollerwagens knirschten im Kies, als Rod in die lange Auffahrt der Gründervilla einbog. Am Horizont begann der neue Tag rosa Wolkenschlieren an den Himmel zu zaubern. Im fahlen Licht der Dämmerung konnte man bereits den heruntergekommenen Zustand des alten Gebäudes erkennen.
„Nicht gerade einladend“, meldete sich Steinweg wieder. „Also wenn du mich fragst, dann ...“
„Ich liebe es, vor allem, es ist abgelegen. Genau richtig, um nicht dauernd Menschen über den Weg zu laufen. Oder Monsterjägern.“ Beim Gedanken an die brutalen Häscher, die seine Familie ausgelöscht hatten, schüttelte es Rod.
„Aber der Vermieter ist doch ein Mensch, oder?“
„Quatsch, welcher Mensch sucht sich denn Monster als Untermieter, was du immer für Ideen hast.“
„Na ja, wir werden es ja gleich seh...“ Steinweg klappte seinen Deckel zu und verstummte. Es musste jemand in der Nähe sein.
Rod hielt direkt vor der geschwungenen Treppe, die von zwei Seiten hoch zur kleinen Veranda vor dem Hauptportal führte und sah sich um. Ein wilder Garten erstreckte sich bis zu einer baufälligen Hütte, deren Kupferdach in der Morgendämmerung magisch glänzte. Daneben ein riesiger Nussbaum, mit dicken Ästen und einem dichten Blätterdach. Komisch, dachte Rod. Er hatte wieder das Gefühl, als würde er beobachtet werden. Sass da jemand im Baum? Ein Rascheln im hohen Gras liess ihn herumfahren. Ein Igel trippelte schnaubend in Richtung Hütte und verschwand hinter einer Regentonne.

Dann war da noch eine stumme Statue im hinteren Teil des Gartens. Mutter mit Kind, etwas klagend dargestellt. Eher was für einen Friedhof, dachte Rod. Dann betrachtete er sie näher von oben, schien relativ neu zu sein, strahlte so etwas - Lebendiges aus. Rod wollte eben mit der Hand das Material prüfen, da knallte es zweimal und ein knatterndes Höllengetier brauste fauchend aus der aufgesprungenen Doppeltür des Seitenflügels.
„Nicht. Im. Haus. Habe ich gesagt“, rief eine resolute Stimme. Der lärmige Drachen entpuppte sich als Zweitacktermoped. Darauf thronte ein Mädchen, das sein Gefährt gut im Griff zu haben schien. Gerade legte es sich in die Kurve und zog eine tiefe Furche in den weichen Boden.
Ein weiterer Bewohner, ein wuchtiger Kerl mit Schnurrbart sprang aufgeregt durch das Seitenportal und folgte dem rauchenden und stinkenden Moped.
„Ich han dir es jesaacht. Et wor de Verjaser.“
„Ferme la porte, mon Dieu!“, eine dritte Stimme aus dem Haus.
Verwundert folgte Rod dem Schauspiel, eben war es noch still wie auf einem Friedhof, jetzt hatte sich der Ort in ein Tollhaus verwandelt. Mit wehenden Zöpfen lenkte das Mädchen sein Gefährt um die Ecke der Villa. Ein Knall, ein lautes Scheppern und ein noch lauteres Fluchen.
„Eije, wat machste denn für Sache, Moepi“, rief der Bärtige und eilte hinterher. Auch Rod stapfte mit eiligen Schritten wieder zur Vorderseite. Da sass das Mädchen auf dem Boden, spuckte Rotz in den Kiess und fluchte in einem fort.
„Welcher Depp hat seinen Lastwagen mitten in der Einfahrt abgestellt?“ Das Mädchen rieb sich das Knie.
„Oh, das tut mir leid“, brummte Rod. „Ich bin eben erst angekommen und konnte ja nicht ahnen ...“
„Ach, nee, Einauge, das ist doch kein Parkplatz, das ist eine Vorfahrt. Vor-FAHRT. Hier wird durch-ge-fahren.“
„Herr Koukopulos, da sind sie ja.“ Auf der Veranda der Villa erschien ein älterer Herr im Morgenmantel.
Rod war froh, dem rothaarigen Rumpelstilzchen zu entkommen und erklomm die Stufen zur Veranda, beugte sich zu Herrn Kasulke hinunter und umschloss vorsichtig dessen ausgestreckte Hand.
„Ich habe mir Zyklopen immer etwas grösser vorgestellt.“
„Nun, ich wuchs in einer engen Schlucht auf, in einem engen Land, bei kleinen Leuten. Zwergen, um genau zu sein. Sie haben mir das Leben geret...“
„He, Kasulke“, rief es vom Hof. „Sagen sie dem Riesentroll, er soll seine Karre vom Vorplatz entfernen.“ Moepi stand breitbeinig auf dem Kiesplatz, die Fäuste in die Hüften gestemmt.
„Wie ich sehe, haben sie den Herrn Steinmetz und das Fräulein Moepi bereits kennengelernt.“
„Scheisskarre, was bildet der sich ein?“
„Kriech dich wieder ein, Moepi , dat Moped ist ja heil jeblieve.“
„Zum Glück, denn sonst hätte ich ihm seinen Bollerwagen sowas von auseinandergenommen.“
Kasulke schüttelte den Kopf.
„Was müssen Sie auch immer so durch die Gegend rasen, Fräulein ...“
„Moepi reicht, und jetzt geh ich Frühstücken.“ Und damit war die Vorstellung zu Ende, Moepi schob ihr Moped zurück zum Seitenflügel, der Steinmetz trottet grinsend hinter ihr her.

Herr Kasulke zog ein Zigarettenpäckchen heraus und reckte es Rod in die Höhe.
„Nein, danke. Aber ich könnte ihnen im Gegenzug einen Whisky anbieten? Habe ein Fass auf meinem Bollerwagen.“
Kasulkes Augen begannen zu leuchten.
„Das hört sich gut an. Am besten ziehen Sie ihren Anhänger hinters Haus, dann können Sie ihre Sachen direkt über den Balkon einräumen. Ihr Zimmer ist im ersten Stock.“
Kasulke steckte sich eine Kippe an, nahm einen tiefen Zug und stiess den Rauch genüsslich gen Himmel.
„Endlich. Drinnen darf ich ja nicht mehr, seit Frau ...“
„Monsieur Kasulke!“
„Wie aufs Stichwort“, seufzte Kasulke und versteckte die Kippe in seiner holen Hand.
In der Tür erschien eine stattliche Frau mit strengem Blick, die Rod entfernt an Mima Hedwig, die Hausdame des Zwergs Grimmimutz in Meiringen erinnerte, einfach in XXL.
„Darf ich vorstellen, Frau Uexküll. Ehemalige Gouvernante am ...“
„Oh, wir haben Besuch.“ Frau Uexküll schob sich an Kasulke vorbei und musterte Rod von seinem pinkfarbenen Horn über die blosse, stämmige Brust, die Schlabberhose, bis hinunter zu seinen Holzzoggeli.
„Haben Sie gebucht? Comme une touriste sehen sie aber nicht gerade aus, non.“
„Ähm, Rod Koukopulos, freut mich. Ich hatte mich für die Monster-WG beworben.“
„Ah, der neue Mitbewohner. Monsieur Zyklop aus dem grossen, fernen Helas.“
„Nein, aus der kleinen, feinen Schweiz. Berner Oberland. Aber ich würde nun wirklich gerne ...“
„Aber sicher“, sagte Kasulke und zeigt mit seiner Zigarette in der hohlen Hand in Richtung Garten.
„Wenn ich bitten darf.“
Gemeinsam schritten Rod und Herr Kasulke die Stufen zum Kiessplatz hinunter. Rod bugsierte seinen Bollerwagen über die Furchen, die Moepi im hohen Gras hinterlassen hatte und schob ihn zu der Stelle, die ihm Kasulke zuwies.
„So, das da oben ist ihr Zimmer. Bei Ihrer Grösse können Sie Ihre Sachen bequem über den Balkon und von innen - aber was erzähle ich da, Sie sind ja Handwerker - im doppelten Sinne, ha, ha. Sonst noch was? Ach, hier.“
Herr Kasulke hielt ihm einen Bund mit zwei Schlüsseln entgegen.
„Einen für die Haustür, einen fürs Zimmer. Das weitere erkläre ich Ihnen dann im Salon, wenn Sie eingerichtet sind.“
„Danke, am liebsten würde ich mich nachher eine Runde aufs Ohr legen. War eine anstrengende Nacht und heute Abend habe ich einen Auftritt.“
„Prima, auch gut. Na dann, willkommen in der Monster-WG.“

***​
Abends, in der Buttergasse 42. Rod parkte den Bollerwagen gegenüber dem kleinen Park mit der Linde und stapfte in Anzug und Lackschuhen zu dem steinernen Brunnen. Am geheimen Eingang stand der Troll und schwellte die Brust.
„Geschlossene Gesellschaft.“
„Mensch, Thorsten, ich bin's, Rod.“
„Kann jeder sagen. Haste Einladung?“
„Ich bin der Pianist von gestern.“
„Also keine Einladung. Heute geschlossene Gesellschaft, komm nächste Woche wieder.“
„Thorsten, ich bin es. Schweizer Schokolade, schon vergessen?“
In Trolls Hirn begannen sich zwei Synapsen zu verbinden und ein Leuchten huschte über sein Gesicht.
„Ah, du bist es – klar, äh, wollte dich nur testen, willkommen im Club, Rolf, ne.“
„Egal, aber hier.“ Rod deutete auf seinen Bollerwagen, den er am Strassenrand geparkt hatte.
„Schön aufpassen – ne?“
Er klopfte Thorsten auf die Schulter, bückte sich und betrat die steile Treppe. Noch war kein Gast in der ehemaligen städtischen Zisterne anwesend, dafür befanden sich bereits drei weitere Musiker auf der Bühne. Das Klavier war zum linken Rand verschoben worden und hatte einem riesigen Schlagzeug Platz gemacht. Wird also kein Soloauftritt. Das war schlecht fürs Honorar.
'Ist verhandelbar', schon klar, aber wann? Mit schlackerndem Smoking, glänzenden Lackschuhen und anthrazit-gestreiftem Horn schlurfte Rod zur Bühne. „Hallo zusammen, ich bin Rod Koukopulos, der Pianist.“
Die alten Eichenplanken ächzten, als er die Bühne betrat.
„Bist spät dran“, lispelte das Riesenwiesel. Mit den spitzen Zähnchen, die Pfoten um sein Saxophon geschlungen und nervös zuckenden Schnauzhaaren erinnerte ihn Rod entfernt an Dr.Jazzkill.
'Behutsam, mein Guter. Sie müssen dem Klavier die Töne mit Gefühl entlocken. Wenn sie es zerlegen, ist ihr Studium zu Ende, bevor es begonnen hat.'
„Hei, Koukopulos. Alles okay?“ Wiesels schneidende Stimme riss Rod aus seinen Erinnerungen.
„Was? Ja klar, und du bist?“
„Slatko, Saxophonist und Chef unserer kleinen Monstercombo. Hier drüben, das ist Garfmolg, unser Bassist.“ Eine drahtige Gestalt mit langen Armen, langen Beinen, eigentlich war alles lang an dem Kerl. Die Hakennase, seine knochigen Finger. Die silbergrauen Haare hingen ihm vom Mittelscheitel wie ein Hochzeitsschleier bis zur Hüfte.
„Und hinter der Kücheneinrichtung hier sitzt unser Drummer Herbert.“ Rod sah nur ein weisses, regloses Fellknäul, das die Sticks in regloser Haltung über dem Snare schweben liess.
„Und hei Koukopulos. Ich habe hier das Sagen. Und nächstes Mal bitte pünktlich, klar soweit?“
Rod haute ihm eine rein, steckte seinen Kopf in den Trichter des Saxophons und schleuderte es quer durch die alte Zysterne. Statt alledem, schluckte er den aufkommenden Ärger runter, denn damit wäre er den Job los, bevor er einen Ton gespielt hätte, würde die Wohnung bei Kasulke verlieren und mit Steinweg wieder unter freiem Himmel leben.
„Klar soweit“, bestätigte Rod, setzte sich hinters Piano und öffnete behutsam den Tastaturdeckel.
„Vom Stadtrand bis in die Altstadt ist es halt ganz schön weit zu Fuss.“
„Wieso Stadtrand?“, fragte Garfmolg.
„Bin gestern in dieser alten Gründervilla untergekommen“, sagte Rod. „Die haben da eine Monster-WG, irgendwie schräg, aber ...“
„Bei diesem vertrockneten Alten?“, feixte Garfmolg, den schlacksigen Körper über seinen Kontrabass gebeugt, Rod aus tiefliegenden Knopfaugen fixierend. „Wie hiess der Mensch noch gleich? Kasilke, Pasulke, ...“
„Kasulke, ja, bin aber nicht sicher, ob das wirklich ein Mensch ist.“ Rod liess seine Finger knacken und legte sie behutsam auf die Tasten. Garfmolg schürzte die Unterlippe.
„Also wenn das kein Mensch ist, nur Menschen können so meschugge sein und sich allerlei Monster ins Haus holen.“
Ein Tusch vom Schlagzeug. Der haarige Herbert hob beide Sticks in die Höhe und machte zustimmende Grunzlaute. Wahrscheinlich das einzige, was der Yeti hervorbrachte.
„Na jedenfalls habe ich mich da beworben“, sagte Rod, „und letzte Woche kam die Zusage. Erstaunlich, wer da so alles wohnt ...“
„Ha, bei dem ganzen Monster-Multikulti wird's dem Alten sicher nicht langweilig“, griente Garfmolg, zupfte dabei die G-Seite und zog mit seinem dürren Finger den Ton in die Höhe. Herbert platzierte erneut einen Tusch.
„Haben die Herrschaften ein nettes Kaffeekränzchen?“
Wie aus dem Nichts hatte sich Baron Vansing vor der Bühne materialisiert.
„Take Five - und eins ...“ Der Yeti schlug den Takt, Garfmolg liess den Bass dazu laufen und Rod stimmte mit den Akkorden ein.
Slatko leckte seine Schnautzhaare und liess sein Saxophon die berühmte Fünf-Achtel-Takt - Melodie aushauchen.
„Na also, geht doch, spielen sie weiter, immer weiter.“ Der Baron drehte seinen Zeigfinger durch die Luft, setzte sich wie am Vorabend in den Ledersessel und wippte mit dem Knie.
Rod fand Gefallen an der Combo, die Kerle waren besser als ihr Aussehen und sie spielten gleich noch zwei Traditionals hintereinander.
„Stopp!“, rief der Baron, wie gestern bei Rod, nur war sein Gesichtsausdruck heute etwas angespannter.
„Sparen sie sich das für den Ehrengast. Und jetzt - Monsterblues, nichts anderes.“ Damit rauschte der Baron, begleitet vom Geräusch wackelnder Einmachgläser, durch die Barverkleidung.
„Monsterblues? Sein Ernst?“ Rod schaute zu Slatko.
„Sein voller Ernst. Was dachtest du denn, das wäre hier die Monstahogany Hall?“
Und dann spielten sie diesen einfältigen Zweivierteltackt, C-F-G-F-C. Was soll‘s, dachte Rod, wenn‘s am Ende Kohle gab.
‚Honorar ist verhandelbar‘, fiel ihm ein und blickte zur Wand, durch die Vansing verschwunden war.

Nach und nach trafen die Gäste ein. Männliche Vampire, flankiert von blasierten Gefolgsdamen, stolzierten die Stufen herab, blickten arrogant in den Saal und begaben sich direkt zur Bar, hinter der geschäftige Elfen in Wald- und Wiesentracht den Neuankömmlingen diverse Blutgruppen zapften.
Herbert hinkte etwas im Takt hinterher, worauf Slatko ihm einen Pfotentritt ans Knie verpasste.
„Letzte Woche ist der Herbert nach zwei Stunden Blutsaugerblues fast eingepennt“, gackerte Garfmol in Richtung Rod, einen Tick zu nahe am Mikrofon.
„Garf!“, zischte Slatko, doch die Vampire hatten sich bereits provoziert gefühlt und fauchten Richtung Bühne.
„Nicht gut“, murmelte Garfmol. „Gar nicht gut.“
Rod spürte einen kalten Luftzug.
„Slatko, mach was“, rief Garfmolg, ohne den Rhythmus zu verlassen. „Oder willst du, dass sie die Bühne stürmen?“
„Herbert. Solo. Sofort!“, rief Slatko und gab Rod und Garfmol ein Zeichen, die Bühne zu verlassen.
Die Vampire wippten derweil angriffig mit dem Kopf, Arme zum Sprung angewinkelt. Rod war fasziniert, wie eine der schwarzhaarigen Gefolgsdamen in seine Richtung fauchte, er hatte noch nie aufgebrachte Vampire aus der Nähe gesehen. Ohne ihre Haltung zu ändern, näherten sie sich unaufhaltsam Richtung Bühne. Rod blieb sitzen. Was wollte Slatko nochmal? Tiefschwarze Augen, glänzend schön, direkt in seine Seele, ich will dich, komm zu mir. Dieses Ziehen im Unterleib, vergessen geglaubtes Verlangen. Das Blut rauschte in seinem Kopf, direkt in seinen Schoss, wärmte seine Lenden, so schöne Augen, jetzt ganz nah.
„Scheisse, Rod, komm endlich!“
Slatko kniff Rod mit seinen spitzen Krallen in die Seite.
„Autsch, spinnst du?“
„Wir brauchen dich noch, also runter von der Bühne. Jetzt!“
Rod erhob sich, ihm war schwindelig. Was ging hier ab? Wieso hatte er plötzlich Schmetterlinge im Bauch? Diese Augen, diese Anmut, dieses Verlangen.
„Verdammte Blutsauger, schau ihnen ja nicht in die Augen“, rief Garfmolg und Rod wachte auf. Die Gesellschaft war hungrig, gierte nach Blut. Die Elfen zapften frisches AB negativ, gefragt waren auch die trendigen Reagenzgläser mit 0 positiv. Der Monsterball war ein einziges Foodfestival für Vampire. Aber wieso kamen alle hierher, wo es Konservenblut inzwischen an jeder Tanke gab?
„Warte, bis die Ehrengäste da sind. Dann fliesst Frischblut“, schien Slatko seine Gedanken zu erraten.
Herbert wirbelte immer noch auf seinen Fellen herum, liess die Becken krachen. Die Vampire schienen die Lust auf die nun fast leere Bühne verloren zu haben, Yetis waren wohl nicht nach ihrem Geschmack. Jedenfalls drehte einer nach dem anderen um, rauschte zurück an die Bar und bestellte sich Lebenssaft-Nachschub.
Herbert grunzte und hob an zum Finale. Ein kräftiger Tusch zum Abschluss und die bereits angeschickerte Gesellschaft klatschte begeistert Beifall.

„Da hatten die Herren gerade noch einmal Glück“, sagte hinter ihnen Baron Vansing, der überraschende Auftritte zu lieben schien. Seine Augen im gepuderten Gesicht blitzten, die schwarzen Haare glänzten, er hatte sich herausgeputzt.
„Ich erwarte jeden Moment unseren Ehrengast und die Herren Musiker mischen meine geschätzten Gäste auf? Dass mir das ja nicht mehr vorkommt. Und nun, da capo, Monsterblues.“
Der Baron reckte den Kopf in die Höhe und betrat mit wallendem Mantel die Halle. Ein Raunen ging durch die Gesellschaft. Ein Hallo hier, ein Küsschen da, Lachen, Nettigkeiten, nichts war mehr von der Aufregung zu spüren, die um ein Haar drei Musikern das Leben gekostet hätte.

Diese hatten wieder hinter ihren Instrumenten Platz genommen, als etwas die Treppe herunterpolterte. In der Türöffnung erschien Thorsten, völlig aufgeregt und kurzatmig.
„Sie kommen!“
Der Baron klatschte zweimal in die Hände und sofort bildete die Menge freudig erregt einen Kreis. Etwa zwei Dutzend männliche und weibliche Vampire verharrten in wohliger Anspannung, ein leises Zischeln hier, ein heiseres Fauchen da, die Spannung war irgendwie fast körperlich.
Rod dachte derweil an seinen unbewachten Bollerwagen. Hoffentlich ging Thorsten wieder nach oben, doch der verdrückte sich erst mal an die Stirnseite der Bar und blickte ergriffen zum Treppenaufgang.

Kurz darauf betraten zwei Gestalten in schwarzen Kapuzenmänteln den Saal. Rod musste blinzeln, er hatte zwar von schrägen Monsterpartys gehört, aber diese hier schien alles andere in den Schatten zu stellen. Hinter den beiden Kapuzenmännern schwebte eine weibliche Gestalt, eingehüllt in weisses durchscheinendes Leinen, die langen Haare wie elektrisiert in alle Richtungen abstehend, ein elfenbeinfarbenes Gesicht, rosige Wangen, die Augen geschlossen, die roten Lippen halb geöffnet. Dahinter folgten zwei weitere Wächter. Das dunkle Quartett mit ihrer schwebenden Jungfrau schritt andächtig zur Mitte des Saals. Gierige Blicke schossen in Richtung des zarten Geschöpfs. Aus dem Boden wuchs in diesem Moment ein kubischer Stein langsam in die Höhe und bildete eine Art Altar, auf den die zerbrechliche Gestalt niedersank und nun wie Schneewittchen auf dem Präsentiertablett lag.
„Wer sind die?“, flüsterte Rod Garfmol zu.
„Vieleicht der Catering Service?“
„Ich dachte, öffentliche Frischblutveranstaltungen sind illegal?“
„Ruhe, Leute“, flüsterte Slatko. „It's Showtime. Take five.“
Rod liess die Akorde tanzen, Herbert wischte mit den Besen auf dem Snare herum und Garfmol zupfte sanft den Bass dazu. Die Anweisung des Barons war eindeutig gewesen, sobald der Ehrengast aufkreuzt, Take Five. Doch der liess sich augenscheinlich Zeit.
Die Vampire hätten sich nur zu gerne auf die schlafende Jungfrau in der Mitte gestürzt, die Zähne in den rosigen Hals gerammt und das Blut in raschen Zügen ausgesaugt. Aber es galt die Etikette zu wahren. Dieser Akt stand des Barons Ehrengast zu, dem Grafen höchst persönlich.
Rod fragte sich, woher er das alles wusste. Während er stoisch mit den Fingern den Fünfviertelpart wiederholte, spürte er einen Blick aus der Menge. Die schwarze Schönheit von vorhin fixierte ihn erneut über den Altar hinweg. 'Lass dich gehen, lass es zu. Du musst dich nicht gegen deine Gefühle wehren, ich bin ganz nah bei dir ...'
„Rod!“, zischte Slatko. „Schau auf dein scheiss Piano!“ Rod blinzelte und riss sein Auge los. Er hörte noch ein leises Fauchen der Enttäuschung.
„Danke, Mann“, keuchte Rod und drückte weiterhin das Take Five-Thema in die Tasten.
Slatko begann mit seinem Solo und die Menge fing an hin und her zu wogen.
Der Graf schien sich Zeit zu lassen, Baron Vansing zupfte nervös an seiner Nase, flüsterte etwas zu Thorsten, der bedauernd die Schultern hob.
Die Menge wurde zunehmend unruhig. Rod hatte plötzlich ein ganz mieses Gefühl, was lief hier falsch? Er musste nicht lange auf die Antwort warten.
„Im Namen der Lex-Deamon, bitte alle mal ihre Registrierung vorweisen!“ Die weibliche Ansage kam aus der Mitte der Halle.
Gleichzeitig warfen die vier Wächter ihre Kaputzenmäntel ab, vier Monstrozisten der Deamonguard kamen zum Vorschein, in Kampfmontur mit Haschunikas im Anschlag hielten sie die Vampirmeute in Schach. Lautes Zischen und Fauchen erfüllte die Halle.
„Haschunikas?“, flüsterte Slatko, „das ist spannend.“
„Was sind Haschunikas?“
„Im Gegensatz zu den alten Silberkugelwerfern kannst du damit Vampire zu Staub pulverisieren. Sind aber eigentlich seit Einführing der Lex-Deamon illegal.“

Die offensichtlich falsche Jungfrau sprang katzenhaft vom Altar herunter und entledigte sich ihres weissen Gewands. Auch sie steckte in einem Vollschutzanzug und Kampfstiefeln. In der linken Hand hielt sie nun eine Schocker-Lanze.
„Was soll das, Caroline. Bist du jetzt komplett übergeschnappt?“ Baron Vansing kam mit erhobenen Händen in die Mitte gelaufen.
Rod war über des Barons neue Ausdrucksweise erstaunt, auch dass die beiden ungleichen Kontrahenten sich anscheinend kannten.

„Wir hatten leider die berechtigte Annahme, dass in deinem Club ein illegaler Vampire-Blood-Rave stattfinden sollte.“
„Also bitte“, entrüstete sich der Baron. „Ein harmloses Treffen der Familie, die Getränke, von AB negativ bis Null positiv, sind bis auf das letzte Fass bei der Colonia-Blutbank registriert. Ich sehe hier leider so gar nichts Illegales vorliegen, ausser dein ungesetzlicher Auftritt als schwebende Jungfrau in meinem pri-va-ten Lokal, Ca-ro-li-ne.“ Der Baron stach bei jeder Silbe mit dem Finger in Richtung der rot angelaufenen Polizistin.
Rod beugte sich zu Slatko. „Sag mal, woher kennen die sich?“
„Es gibt Gerüchte, einige Leute beim Landesamt für Leib und Leben stünden auf der Gehaltsliste des Grafen.“
Leiser Tusch vom Herbert, der Yeti hatte wirklich Sinn für Timing.

Caroline griff sich unter die Schutzweste, zog ein laminiertes A4-Blatt hervor und hielt es dem Baron unter die Nase.
„Hier ist die Abschrift eines Telefongesprächs zwischen dir und einem gewissen Graf Dracula.“
Ein Raunen und Zischeln erfüllte die Halle.
Rod kam es vor, als würde der Baron trotz Puder noch eine Spur blasser um die Nase.
„Darin wurde eine reine Jungfrau bestellt, für heute Abend, in deinen Club. Jetzt rate mal, wer ...“
„Genug!“ Die Augen des Barons verengten sich, sein Rücken knackte hörbar, als er sich zu voller Grösse aufrichtete.
„Der Graf verrät mich also? Pah – dass man wegen ein paar Beutel Blut so nachtragend sein kann.“
„Ein paar? Es waren hundert Beutel“, schnitt Caroline dem Baron das Wort ab. „Gestreckt mit Randensaft. Ich hatte Mühe, dem Grafen das zu erklären.“
„Und da ist die korrupte Staatshüterin mal eben einen Deal mit ihm eingegangen. Aber weisst du was? Ein Fingerschnippen von mir und hier drinnen gibt es ein blutiges Gemetzel.“
Zischen und Fauchen, der Baron erntete Beifall.
„Damit deine Haupteinnahmequelle endgültig geschlossen wird? Also bitte, das wäre mehr als dumm von dir.“
In der nun einsetzenden Stille war nur das Summen der Zapfanlagen zu hören. Der Baron rang sichtlich um eine Entscheidung. Würde er sich geschlagen geben? Rod hatte ein Flashback. Die enge Aareschlucht in Meiringen, wütende Monsterjäger stürmten den Eingang. Seine Eltern stellten sich mutig dem Mob entgegen. Nur Rod entkam durch den hinteren Schluchtausgang. Seither war er auf der Flucht, alleine mit seinem Schmerz über den Verlust. Bisher konnte er den Jägern entkommen. Was wäre passiert, wenn er sich wie seine Eltern gegen sie gestellt hätte? Wären sie noch am Leben?

„Dachte ich mir“, sagte Caroline mit einem spöttischen Grinsen. „Ich hätte dann gerne von allen die Registrierbescheinigung ...“
Baron Vansing hatte sich entschieden. Mit weit aufgerissenem Mund warf er sich nach vorne. Rod sah glänzende Speichelfäden an spitzen Eckzähnen aufblitzen. Slatkos Fell bekam den Hauptanteil der roten Blutfontäne ab, als Carolines Lanze den Rachen des Barons durchbohrte. Rod sprang auf, Garfmolg klemmte sich den Bass unter die Arme und Herbert grunzte. Die Haschunikas brüllten, verdampften einen Vampir nach dem anderen. Einem unachtsamen Schützen wurde von hinten die Haschunika aus der Hand gerissen. Sogleich rammten andere Vampire ihre Zähne in dessen Weichteile, schlürften gierig den Lebenssaft aus seinem Körper.

Baron Vansing sank röchelnd zu Boden, sein prognostiziertes Gemetzel war in vollem Gange. In Rod stieg die Wut. Schon wieder dieses sinnlose Töten, Verlierer auf beiden Seiten, die Erinnerung an die Aareschlucht in Meiringen. Rod brüllte seine Wut in den Saal, übertönte den Kampflärm und sorgte augenblicklich für Ruhe. Summende Kühlaggregate, blutiges Geplätscher auf Stein, verhaltenes Keuchen.
Die übriggebliebenen Vampire drehten langsam ihre Köpfe zur Bühne.
„Oh, oh“, klagte Slatko und Rod ballte die Fäuste. Sie sassen in der Falle, der Weg nach draussen war durch ein halbes Dutzend blutrünstiger Vampire versperrt. Die schöne Caroline hatte sich mit den drei verbliebenen Schützen aus dem Staub gemacht.
Herbert schleuderte seine Schlagzeug Becken wie Freesbees in Richtung der ersten anstürmenden Vampire.
„Hier her“, rief es plötzlich aus dem hinteren Teil des Saals.
Thorsten. Er musste sich vorhin unbemerkt an dem Kampfpulk vorbeigeschlichen haben.
Rod, Slatko und Garfmolg stolperten über Fässer, Stühle und leere Getränkekisten.
„Sag, dass es einen Notausgang gibt“, rief Rod, in seinen glatten Lackschuhen über den Steinboden rutschend.
„Nein“, rief Thorsten über das Gebrüll der Meute hinweg, „aber die Kanalisation, ne. Rod - Kopf einziehen.“

Anscheinend mochten Vampire keine Abwasserrohre, denn niemand folgte ihnen. Rod hatte grosse Mühe in der engen, glitschigen Röhre vorwärts zu kommen, und Herbert, der nach dem letzten Wurf seiner Basstrommel zu ihnen aufgeschlossen war, trat Rod panisch in den Rücken.
„Jetzt hör schon auf zu stossen, ich kann nicht schneller.“
Herbert grunzte.
„Ist es noch weit? Mein Kontrabass verträgt keine Feuchtigkeit.“
„Wir sind auf der Flucht vor blutrünstigen Vampiren“, ächzte Slatko, „und du hast Angst um dein Instrument?“
„Hier vorne ist der Ausstieg zur Buttergasse“, rief Thorsten und drückte mühelos mit einer Hand den runden Schachtdeckel auf.
Slatko sprang geschmeidig als erster aus dem Schacht, Garfmolg reichte ihm den Bass und zog sich mit seinen langen Armen nach draussen. Für Rod war die Öffnung zu klein und er steckte fest. Dank Herbert und Thorsten, die kräftig von unten drückten, ploppte Rod dann doch noch aus dem engen Loch. Die Buttergasse war erstaunlich leer, als hätte die Stadt eine Ausgangssperre verhängt. Würde jedenfalls zur Razzia passen, die nun sichtlich schief gelaufen war. Doch wo keine Zeugen, da keine Berichterstattung. Die Menschen würden morgen nichts in der Zeitung lesen über einen vermissten Staatsbeamten.
„Lohn ist nicht verhandelbar“, brummte Rod verächtlich.
„Wie meinst du das?“ Garfmolg zog einen Lappen aus seiner Hose und polierte seinen Bass.
„Na, dass ich nun keine Gage bekomme, Kasulke keine Miete zahlen kann und somit wohl wieder rausfliege.“
„Hast du denn keinen Vorschuss verlangt?“, fragte Slatko und schaute treuherzig aus seinen Knopfaugen zu ihm hoch. Die Schnauzhaare zitterten
„Vorschuss?“ Rod setzte sich auf einen Abfallcontainer, dessen Räder bedrohlich knirschten.
„Alter. Bei Vampiren immer Vorauskasse, man weiss ja nie, wann die die Flatter machen.“
„Wusste ich nicht, war das erste - und wohl auch das letzte Mal, dass ich für einen Blutsauger spielte.“

„Wir könnten ja zusammen ne Platte aufnehmen. Ich habe da einen Vetter bei Monster Universal, die suchen immer mal wieder frische Studiomusiker. Auch geniale Pianisten wie dich.“
„Ach du Scheisse, Steinweg.“
Vor lauter Aufregung, die knappe Flucht vor den Vampiren und den Ärger über die geprellte Gage hätte er beinahe seinen Freund vergessen.
Rod sprang auf und der Container knallte lautstark gegen die Hausmauer. Er musste unbedingt zurück zum Platz mit der Linde und dem Brunnen.
„Ei, du willst da jetzt nicht wirklich wieder hin? Geld gibt‘s eh keins mehr.“
„Scheiss auf das Geld, ich mach mir Sorgen um meinen Bollerwagen, auf den Thorsten eigentlich aufpassen sollte!“
„Stimmt“, rief Thorsten und seine Miene hellte sich auf. „Du schuldest mir ja noch Schokolade, ne.“

***​

Ungerührt ob des blutigen Dramas, das sich im Untergrund hinter dem Steinbrunnen im kleinen Park abgespielt hatte, stand der Bollerwagen unversehrt im bleichen Mondlicht am Strassenrand. Rod war erleichtert.
„Und – wie war‘s?“, fragte Steinweg und klapperte vor Aufregung mit dem Deckel. „Hörte sich nach mächtig viel Stimmung an. Hast du sie weggehauen?“
„Das haben sie von ganz alleine hinbekommen. Und leider gab es dafür auch kein Geld.“
„Aber, warum ...“
„Lass es, Steinweg. Wir gehen zurück in die WG. Und morgen suche ich uns einen neuen Job.“
„Du hast uns gesagt. Ich darf also wieder mittun?“
„Wir werden sehen, Steinweg. Wir werden sehen.“

 
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@dotslash - wir müssen reden - einer von uns - Adalbert oder die Hexe selbst hat offensichtlich einen sehr, sehr schlechten Eindruck hinterlassen. Tut mir wirklich leid

Obwohl, es gibt dem wunderbaren Abenteuer noch ein bisschen Geheimnis mit, passt wohl doch (und unwahr ist es auch nicht)

Einen konstruktiven Komm bekommst du, wenn ich mal wieder am Schreibtisch sitze, erstmals nur Danke für das spaßige Monsterabenteuer. Ich hatte schon befürchtet, das sich die feine Idee vorm Aufwachen totgelaufen hätten.

Schönes Wochenende (im Camping?)
Witch

 
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Hallo @dotslash ,

schön, mal wieder eine Geschichte aus der Monster-WG.

Sie passt von der Erzählart her m.E. gut zu den vorherigen. Witzig fand ich auch die Szene, als Rod Koukopulos in der Monster-WG ankommt. Damit greifst auch du die Idee dieses Projekts auf, auch wenn keiner der anderen Charaktere dauerhaft an der Handlung teilnimmt.

Für die erste Geschichte von Rod finde ich es ausreichend, bei den weiteren fände ich es aber gut, wenn sein Charakter etwas mehr Tiefe bekommt. Was möchte er z.B., außer einen Job finden um die Miete zu bezahlen? Vielleicht freundet er sich ja mit einem der WG-Bwohner an und hat noch andere, geheime Ziele in Köln ...

Insgesamt unterhaltsam geschrieben, habe ich gerne gelesen!

Noch einige Details:

„Einen Anzug? Bei ihrer Grösse? Puh, das wird schwierig ...“.
Kein Punkt hinter den abschließenden Anführungszeichen

Rod Koukopulos blinzelte einmal mit dem Auge, ein sicheres Zeichen für Erregung.
"mit dem Auge" ist hier m.E. nicht unbedingt notwendig

'Für exklusiven Monsterball gesucht - Jazzpianist. Buttergasse 42, Köln. Honorar verhandelbar, erscheine er im schwarzen Anzug, oder gar nicht.'
Rod brauchte also einen Anzug.
Diesen wiederholten Hinweis würde ich streichen.

Monstrano, für seine Gattung mit etwas zu kurz geratenen Eckzänen gesegnet, dafür glänzend schwarze, nach hinten gegelte Haare, kratzte sich nachdenklich an seiner spitzen Nase.
der

Aber er hatte ein Ziel vor Augen, brummte ein ‚geht doch‘, und folgte dem Vampir in den hinteren Teil des Ladens.
kein Komma

Rod verstaute die Alltagskleidung einem ausrangierten LKW-Anhänger, der ihm als Bollerwagen diente.
"in" fehlt

Irgendwo in der Altstadt musste der Jazzclub zu finden sein, den menschlichen Augen verborgen, in irgend einem verlassenen Keller.
"den" würde ich streichen

Eigentlich war es nich ungewöhnlich, um diese Zeit auf allerlei ungewöhnliche Gestalten zu treffen.
nicht

Die Frau schneuzte sich die Nase und schaute sich die Zeichnung an, worauf ein kleiner Park mit einem Baum in der Mitte abgebildet war.
„Etwa dreihundert Meter die Gasse runter, auf der rechten Seite steht eine Linde. Gleich vor dem alten Brunnen.“ Sie schneuzte sich erneut die Nase und entschuldigte sich. „Ich muss dann mal weiter, tut mir leid wegen dem Fleck.“
Wortwiederholung

Rod betrachtete die dunkle Verfärbung unterhalb der Einstecktasche, die bereits am Abtrocknen war.
Ich würde hier nur "Trocknen" schreiben.

Die Domuhr schlug gerade elf, als Rod den kleinen Park mit der grossen Linde erreicht hatte.
Am Ende: erreichte (?)
Die Domuhr schlägt ja genau in diesem Moment.

Die Domuhr schlug gerade elf, als Rod den kleinen Park mit der grossen Linde erreicht hatte. Rod sicherte den Bollerwagen, tätschelte das Piano und inspizierte den Platz. Tatsächlich handelte es sich bei dem Brunnen um ein steinernes Trugbild, was dem menschlichen Auge den Eingang zum Monsterjazzclub verbarg. Ein stämmiger Troll stellte sich Rod in den Weg.
Die schreibst seinen Namen, Rod, sehr häufig, dieser Absatz also als ein Beispiel hierfür. Ich würde ihn ab und zu durch ein anderes Wort ersetzen.

„Ich bin kein Gast, ich komme wegen der Anzeige“.
. vor "

Rod schloss Steinwegs Deckel, und schlurfte zum Clubeingang zurück.
kein Komma

Schade dass dieser Troll davor sitzt. Aber vielleicht wenn er ihn ablenken könnte ...
Jeweils ein Komma, glaube ich ...

Professor für angehende Minibarpianisten in Bern.
Coole Idee! :thumbsup:

„Fantastisch, mein Lieber“.
. vor "

Rod hatte noch nie einen Troll rauchen gesehen, aber er war auf seiner Flucht auch noch keinem Troll begegnet.
würde das zweite "Troll" streichen

„Und, wie war's? Hast du den Job?“ raunte Steinweg, das verhexte Klavier auf Rods Bollerwagen.
, nach "

„Du hast MEINE Impro ruiniert, die Zuschauer haben MICH ausgebuht und daher bin ICH aus dem Kongresszentrum geflogen.
Auch das ist wohl Geschmackssache, aber ich finde es eher unpassend, etwas komplett in Großbuchstaben zu schreiben, um es hervorzuheben. Das sollte dann ja eigentlich die Formulierung selbst leisten.

„Hoffentlich sind die anderen WG-Bewohner nicht aufdringlich, sonst muss ich die ganze Zeit meine Klappe halten.“
„Das wäre manchmal gar nicht so schlecht, ich sage nur KKL Luzern.“
Steinweg schwieg, anscheinend war das Piano nun doch verstimmt.
Wieder sehr witizge Ideen! :)

Ein Rascheln im hohen Gras, liess ihn herumfahren. Ein Igel trippelte schnaubend in Richtung Hütte und verschwand hinter einer Regentonne.
kein Komma ; "in" könntest du streichen

Am besten ziehen Sie ihren Anhänger hinters Haus, dann können sie ihre Sachen direkt über den Balkon einräumen.
Sie

Aber ich würde nun wirklich gerne ... „
Kein Leerzeichen

„Aber sicher“, sagte Kasulke und zeigt mit seiner Zigarette in der hohlen in Richtung Garten.
zeigte ; "Hand" fehlt

„So, dass da oben ist ihr Zimmer.
das

„Prima, auch gut. Na dann, willkommen in der Monster-WG“
. vor " fehlt

„Egal, aber hier“, Rod deutete auf seinen Bollerwagen, den er am Strassenrand geparkt hatte.
"Egal, aber hier." Rod deutete ...

Wenn sie es zerlegen, ist ihr Studium zu Ende, bevor es begonnen hat.'
Sie ; Ihr

Hier drüben, das ist Garfmolg unser Bassist“.
Komma nach Garfmolg ; . vor "

Rod sah nur ein weisses, regloses Fellknäul, dass die Sticks in regloser Haltung über dem Snare schweben liess.
das

„Wieso Stadtrand?“ fragte Garfmolg.
Komma fehlt

„ Haben die Herrschaften ein nettes Kaffeekränzchen?“
Kein Leerzeichen

Damit rauschte der Baron, begleitet vom Geräusch wackelnder Einmachgläser durch die Barverkleidung.
Komma nach "Einmachgläser"

Was dachtest du denn, dass wäre hier die Monstahogany Hall?“
das

Seine Augen im gepuderten Gesicht blitzten, seine schwarzen Haare glänzten, er hatte sich herausgeputzt.
die

Diese hatte wieder hinter ihren Instrumenten Platz genommen, als etwas die Treppe herunter polterte.
herunterpolterte

Hinter den beiden Kapuzenmännern schwebte eine weibliche Gestalt herein, eingehüllt in ...
"herein" ist nicht unbedingt notwendig

„Danke, Mann“, keuchte Rod und drückte weiterhin das Take Five Thema in die Tasten.
Take Five-Thema

Baron Vansings sank röchelnd zu Boden, sein prognostiziertes Gemetzel war in vollem Gange.
Vansing

Herbert behann seine Schlagzeug Becken wie Freesbees in Richtung der ersten anstürmenden Vampire zu schleudern.
begann (oder du lässt dieses Hilfsverb weg: "Herbert schleuderte seine ...") ;
Schlagzeug-Becken

Rod hatte grosse Mühe in der engen dunklen glitschigen Röhre vorwärts zu kommen
hier fehlen m.E. Kommata

Danke für die unterhaltsame Geschichte und viele Grüße,
Rob - nicht Rod :gelb:

 
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Hi dotslash,

ich liebe diese Geschichte. Ich habe mich schlapp gelacht. Ich will mehr davon. Ich will, dass der Stoff verfilmt wird!
Du siehst, ich bin begeistert. Was nicht nur daran liegt, dass die bisher bekannten Figuren wunderbar integriert sind.

Rob hat ja schon ein paar Fehlerchen aufgezeigt. Ich konzentriere mich auf meine Lieblingsstellen und habe ein paar weitere Anmerkungen.


Monstrano, für seine Gattung mit etwas zu kurz geratenen Eckzänen gesegnet, dafür glänzend schwarze, nach hinten gegelte Haare, kratzte sich nachdenklich an seiner spitzen Nase.
Ich finde, dass du den Ladeninhaber ein wenig zu viel beschreibst, spielt er doch in der Story gar keine große Rolle.

Rod verstaute die Alltagskleidung einem ausrangierten LKW-Anhänger, der ihm als Bollerwagen diente.
Der Anhänger ist sein Bollerwagen – was für eine tolle Idee!

seit er aus seiner Heimat vor den Neomonsterjägern fliehen musste.
Ah, das bringt neuen Stoff in die Monster-WG-Saga, der bei Bedarf aufgegriffen werden kann.

Das Kreischen war in ein Wimmern übergegangen und unter Tränen schluchzte sie: „Bitte, ich habe Kinder und einen Hund.“ Das stand auf jedem Selbstverteidigungsfaltblatt der Stadt: ‚Monsterattacke - Wie verhalte ich mich richtig.‘
Faltblatt der Stadt. Wunderbar!

Seit der umstrittenen Lex-Deamon der Bundesregierung mussten die Menschen mit den behördlich legitimierten Monstern mehr oder weniger leben lernen.
Auch hier wieder etwas Neues, das später eine Rolle spielen kann.

die monsterkritische Landes-Partei ‚Deutschland ohne Monster‘
"DoM". :lol:

„Tun Sie das mal lieber weg, hätte auch ins Auge gehen können.“
:bounce:

Ein Waldschrat, gut versteckt im Geäst der Linde, hatte alles beobachtet.
Damit scheint wohl eine uns wohlbekannte Figur gemeint zu sein.

Die Wand auf der gegenüberliegenden Seite glich einer Wall of Fame. Verschiedene Gruppenlichtbilder mit Gästen und bekannten Musikern, zum Teil signiert, oder mit Blutspritzern verziert. Dazwischen gab es zahlreiche Gemälde mit Portraits wichtiger Personen der Vampir Oberschicht, die auf Lichtbildaufnahmen wohl eher schlecht erkennbar wären.
Das kann ich mir richtig gut vorstellen, wie die Kamera über die Wand fährt ... dramatische Musik im Hintergrund ...

Obwohl der Baron ihm nur bis zum Bauchnabel reichte, schien dieser auf ihn herabzusehen.
:thumbsup:


Steinwegs Holz bekam einen leichten Rotstich.
Steinweg schwieg, anscheinend war das Piano nun doch verstimmt.
:lol:

„Aber der Vermieter ist doch ein Mensch, oder?“
„Quatsch, welcher Mensch sucht sich denn Monster als Untermieter, was du immer für Ideen hast.“
Ja, ein guter Gedanke. Das Gerücht kursiert ja schon. Lässt sich viel mit anfangen.

Da sass das Mädchen auf dem Boden, spuckte Rotz in den Kiess und fluchte in einem fort.
„Welcher Depp hat seinen Lastwagen mitten in der Einfahrt abgestellt?“ Das Mädchen rieb sich das Knie.
Unglaublich. Genau so habe ich mir Moepi vorgestellt.

Auf der Veranda der Villa erschien ein älterer Herr im Morgenmantel.
Auch Kasulke. Im Morgenmantel. Anders kennt man ihn gar nicht.

„Ich habe mir Zyklopen immer etwas grösser vorgestellt.“
„Nun, ich wuchs in einer engen Schlucht auf, in einem engen Land, bei kleinen Leuten. Zwergen, um genau zu sein.
:rotfl:

„Was müssen Sie auch immer so durch die Gegend rasen, Fräulein ...“
„Moepi reicht,
Ja! Auch gut integriert!

Am besten ziehen Sie ihren Anhänger hinters Haus, dann können sie ihre Sachen direkt über den Balkon einräumen. Ihr Zimmer ist im ersten Stock.
Total lustig.

„Wie aufs Stichwort“, seufzte Kasulke und versteckte die Kippe in seiner holen Hand.
Ja, die Gouvernante. Kasulke hat schon Schiss vor ihr. :)

„Oh, wir haben Besuch.“ Frau Uexküll schob sich an Kasulke vorbei
Kann ich mir wirklich gut vorstellen, wie sie das macht.

Die silbergrauen Haare hingen ihm vom Mittelscheitel wie ein Hochzeitsschleier bis zur Hüfte.
Hier hab ich mich auch schlapp gelacht.

„Und hinter der Kücheneinrichtung hier sitzt unser Drummer Herbert.“ Rod sah nur ein weisses, regloses Fellknäul, dass die Sticks in regloser Haltung über dem Snare schweben liess.
Was für eine tolle Figur!

Der haarige Herbert
Herbert wirbelte immer noch auf seinen Fellen herum, liess die Becken krachen.
:lol:

‚Honorar ist verhandelbar‘, fiel ihm ein
Kommt mir ein wenig zu oft vor, dafür, dass es keine so große Bedeutung hat.


„Letzte Woche ist der Herbert nach zwei Stunden Blutsaugerblues fast eingepennt“, gackerte Garfmol in Richtung Rod, einen Tick zu nahe am Mikrofon.
„Garf!“, zischte Slatko, doch die Vampire hatten sich bereits provoziert gefühlt und fauchten Richtung Bühne.
Ein wenig Unachtsamkeit, und schon kommt Action!
Die ganze Szene mit den Vampiren, der Frau, die alles hochgehen lässt, der Schießerei ... gefällt mir echt gut.

„Wer sind die?“, flüsterte Rod Garfmol zu.
„Vieleicht der Catering Service?“
„Ich dachte, öffentliche Frischblutveranstaltungen sind illegal?“
Catering Service: :rotfl:

vier Monstrozisten der Deamonguard kamen zum Vorschein, in Kampfmontur mit Haschunikas im Anschlag hielten sie die Vampirmeute in Schach.
Auch hier: Was für wundervolle Einfälle / Figuren.

die Getränke, von AB negativ bis Null positiv, sind bis auf das letzte Fass bei der Colonia-Blutbank registriert.
„Es gibt Gerüchte, einige Leute beim Landesamt für Leib und Leben stünden auf der Gehaltsliste des Grafen.“
Colonia-Blutbank, LLL ... Bin begeistert.

Leiser Tusch vom Herbert, der Yeti hatte wirklich Sinn für Timing.
Hehe.

„Ist es noch weit? Mein Kontrabass verträgt keine Feuchtigkeit.“
„Wir sind auf der Flucht vor blutrünstigen Vampiren“, ächzte Slatko, „und du hast Angst um dein Instrument?“
Gefällt mir!


ploppte Rod dann doch noch aus dem engen Loch.
Ploppen, der riesige Rob. Das passt hier so gut.

Da sind noch so viele Stellen, die ich liebe, die ich zitieren könnte ...

Deine Geschichte hat mir den Morgen versüßt. Ich danke dir für den tollen, lustigen, einfallsreichen Text.

Schönen Sonntag und liebe Grüße,
GoMusic

 
Wortkrieger-Globals
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Liebe/r @greenwitch, @Rob F und @GoMusic,
vielen Dank für eure Rückmeldungen, hat mich total gefreut.:herz:
Momentan hänge ich noch aufm Camping ab und am handy ist es schwierig, fundiert auf Coms einzugehen.
Sobald ich wieder eine anständige Tastatur unter die Finger kriege, gibts auch anständige Antworten.

Und jetzt muss ich wieder zum Grill ...

 
Wortkrieger-Team
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Hallo @dotslash ,

juhu! Wettschulden eingelöst :bounce:
Was ich ja so faszinierend finde, ist, dass die Monster-WG-Geschichten irgendwie alle den gleichen Ton treffen und die Figuren der Dritten, so gut und einheitlich integriert werden. Auch Dir ist das wirklich sehr gut gelungen.
Die Geschichte um Rod ist ein netter WG-Einstieg. Und den Sidekick Steinway mag ich auch sehr.

Ein bisschen Flusenlese:

Kolosses.
„Einen Anzug? Bei Ihrer Grösse? Puh, das wird schwierig ...“(.)

Denn, wenn Rod keinen Anzug auftreiben konnte, dann war es das mit dem Job. Die Stellenanzeige am weissen Brett der Monsterschenke war unmissverständlich:

'Für exklusiven Monsterball gesucht Jazzpianist. Buttergasse 42, Köln. Honorar verhandelbar, erscheine er im schwarzen Anzug(,) oder gar nicht.'

in irgendeinem verlassenen Keller

Rod bereute seinen Entscheid, die Dinger einlaufen zu wollen.
Ich würde „seine Entscheidung“ schreiben. „Entscheid“ ist so Behördendeutsch.
Eigentlich war es nicht ungewöhnlich, um diese Zeit auf allerlei ungewöhnliche Gestalten zu treffen.

Er packte die Frau und hob sie hoch. Das Kreischen war in ein Wimmern übergegangen und unter Tränen schluchzte sie
Ein bisschen King Kong :D. Er könnte sie auf dem Dach eines Altstadthauses absetzen.
Die Frau schneuzte sich die Nase und schaute sich die Zeichnung an, worauf ein kleiner Park mit einem Baum in der Mitte abgebildet war.
Ich war mir ja sicher, es heißt schnäuzen. Habe dann nachgeguckt und festgestellt, dass „schneuzen“ einmal richtig war (in der Schweiz noch richtig ist???). schneuzen / schnäuzen | Neue Rechtschreibung – korrekturen.de
Sie gingen beide zurück zum Bollerwagen. Rod
Da habe ich mich gefragt, ob der überhaupt durch die Kölner Innenstadt passt. Jedenfalls in der Hohen Straße sollte das schwierig werden.
Schade, dass dieser Troll davor sitzt. Aber vielleicht wenn er ihn ablenken könnte ...

Ein Empfehlungsschreiben von Dr. Jazzkill, Professor für ...“
„Ich kenne Jazzkill. Professor für angehende Minibarpianisten

Papier ist geduldig, spiel er mir lieber etwas vor.“
Also, dieses K&K-Dritte-Person-Reden. Passt zum Herren Baron. Aber ich glaube, es heißt dann: spiele er mir ...
hat: „Hau sie um, Koukopulos!“

schielte kurz in Richtung des Barons, was mit einem Auge gar nicht so einfach war.
Das sollte er aber, so geboren, beherrschen.
Steinweg schwieg, anscheinend war das Piano nun doch verstimmt.
:lol:
Dann war da noch eine stumme Statue im hinteren Teil des Gartens. Mutter mit Kind, etwas klagend dargestellt. Eher was für einen Friedhof, dachte Rod.
:herz:
Dann betrachtete er sie näher von oben, schien relativ neu zu sein, strahlte so etwas – Lebendiges aus.

Holzzoggeli.
„Haben Sie gebucht? Comme une touriste sehen sie aber nicht gerade aus, non.“
Ach, da wäre Zimmer 7 einmal satt geworden ...
Aber sicher“, sagte Kasulke und zeigt mit seiner Zigarette in der hohlen (Hand?) in Richtung Garten.

Auftritt.“
„Prima, auch gut. Na dann, willkommen in der Monster-WG“
Ja, willkommen!
Job.“
„Du hast uns gesagt“, ich darf also wieder mittun?“
Da ist etwas mit der Zeichensetzung durcheinander geraten.

Alors, je suis tres angetan, Herrn Rod in der WG begrüßen zu dürfen. Die falsche Blutgruppe hat er, mais, was will man tun. Aber aufpassen soll er mit der Statue. Nicht, dass er schrumpft und nicht mehr in seinen Anzug passt!

Liebe Grüße
Mae

 
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Hallo @greenwitch

wir müssen reden - einer von uns - Adalbert oder die Hexe selbst hat offensichtlich einen sehr, sehr schlechten Eindruck hinterlassen. Tut mir wirklich leid
Also eigentlich hatte ich hier nur "irgend einen" der Gattung Waldschrate im Sinn, als ich den in den Baum setzte und Rods Ankunft beobachten liess. Hm, nun hat aber GoMusic – wie du auch – direkt den Adalbert assoziiert, was mich in ein Dilemma stürzt. Entweder, ich baue den ganz aus, oder ich erweitere ihn und gebe ihm mehr Spielzeit.
Einen konstruktiven Komm bekommst du, wenn ich mal wieder am Schreibtisch sitze, erstmals nur Danke für das spaßige Monsterabenteuer.
Danke schon mal dafür.
Liebe Grüsse, dot

Hallo @Rob F
Danke fürs Lesen und Kommentieren. Die Korrekturvorschläge konnte ich so ziemlich alle übernehmen. Bisschen peinlich, wieviel da noch hakte, deshalb vielen Dank fürs Fehlerfinden.

dotslash schrieb:
'Für exklusiven Monsterball gesucht - Jazzpianist. Buttergasse 42, Köln. Honorar verhandelbar, erscheine er im schwarzen Anzug, oder gar nicht.'
Rod brauchte also einen Anzug.
Diesen wiederholten Hinweis würde ich streichen.
Die Anzeige hatte ich umgeschrieben und die WW überlesen - danke, gestrichen.

dotslash schrieb:
„Du hast MEINE Impro ruiniert, die Zuschauer haben MICH ausgebuht und daher bin ICH aus dem Kongresszentrum geflogen.
Auch das ist wohl Geschmackssache, aber ich finde es eher unpassend, etwas komplett in Großbuchstaben zu schreiben, um es hervorzuheben. Das sollte dann ja eigentlich die Formulierung selbst leisten.
Ich habe es jetzt in Kursiv gesetzt, weil ich schon möchte, dass der Leser diese Worte im Kopf betont.

begann (oder du lässt dieses Hilfsverb weg: "Herbert schleuderte seine ...") ;
Schlagzeug-Becken
Das hört sich viel dynamischer an, danke.

dotslash schrieb:
Rod hatte grosse Mühe in der engen dunklen glitschigen Röhre vorwärts zu kommen
hier fehlen m.E. Kommata
Ich habs auch noch eingekürzt auf enge, glitschige Röhre.

Danke für die unterhaltsame Geschichte
Freut mich, dass es dir gefallen hat.
Liebe Grüsse, dot

Hi @GoMusic

ich liebe diese Geschichte. Ich habe mich schlapp gelacht. Ich will mehr davon. Ich will, dass der Stoff verfilmt wird!
und ich werde rot. Was will man mehr, danke für die tolle Rückmeldung. Schneide ich mir aus und häng sie übers Bett.

dotslash schrieb:
Monstrano, für seine Gattung mit etwas zu kurz geratenen Eckzänen gesegnet, dafür glänzend schwarze, nach hinten gegelte Haare, kratzte sich nachdenklich an seiner spitzen Nase.
Ich finde, dass du den Ladeninhaber ein wenig zu viel beschreibst, spielt er doch in der Story gar keine große Rolle.
Stimmt, ziemlich viel Aufmerksamkeit für einen Statisten. Aber ich könnte ihn ja als einen der Monterball-Besucher wieder auftauchen lassen und Rod erkennt ihn da wieder. Der ist nämlich immer noch sauer, weil er da am Haken hing ...

dotslash schrieb:
Ein Waldschrat, gut versteckt im Geäst der Linde, hatte alles beobachtet.
Damit scheint wohl eine uns wohlbekannte Figur gemeint zu sein.
Eigentlich dachte ich dabei (nur) an einen Waldschrat von vielen, der die Linde bewacht. (Siehe auch Antwort an witch).

dotslash schrieb:
‚Honorar ist verhandelbar‘, fiel ihm ein
Kommt mir ein wenig zu oft vor, dafür, dass es keine so große Bedeutung hat.
Oh, contraire. Das sollte eigentlich so ein Running Gag sein, denn er ist ja auf das Honorar angewiesen, rennt aber quasi immer hinterher, vergisst, danach zu fragen. Aber anscheinend zündet der nicht so richtig. Jo, hm, schwierig, ist halt so'n darling.

Deine Geschichte hat mir den Morgen versüßt. Ich danke dir für den tollen, lustigen, einfallsreichen Text.
Wunderbares Kompliment, danke dafür.
Es freut mich, konnte ich dich so gut unterhalten.
Liebe Grüsse, dot

Salü @Maedy

juhu! Wettschulden eingelöst :bounce:
da hüpf ich doch mit. :bounce:

Was ich ja so faszinierend finde, ist, dass die Monster-WG-Geschichten irgendwie alle den gleichen Ton treffen und die Figuren der Dritten, so gut und einheitlich integriert werden. Auch Dir ist das wirklich sehr gut gelungen.
Uff, danke dir, das bedeute mir viel.

Die Geschichte um Rod ist ein netter WG-Einstieg. Und den Sidekick Steinway mag ich auch sehr.
Ich mag Steinweg auch total. Auch wenn er Rod in Luzern den Auftritt versaute, so ist er ihm doch ein treuer Begleiter.

Danke auch fürs Flusenaufsammeln.

Ein bisschen King Kong :D. Er könnte sie auf dem Dach eines Altstadthauses absetzen.
Na, ja, er ist "nur" 2m50, aber ich dachte mir, die Reaktion im ersten Moment eines Zyklopen ist zupacken. Dann besinnt er sich seines Plans und stellt die Frau zurück auf die Gasse.
Seriös gefragt: Findest du die Aktion zu überdreht?


Ich war mir ja sicher, es heißt schnäuzen. Habe dann nachgeguckt und festgestellt, dass „schneuzen“ einmal richtig war (in der Schweiz noch richtig ist???). schneuzen / schnäuzen | Neue Rechtschreibung – korrekturen.de
Das Schweizer Bundesamt für Gesundheit gibt Tipps zum richtigen Schnäuzen. Also ändere ich das ab. ;)

Da habe ich mich gefragt, ob der überhaupt durch die Kölner Innenstadt passt. Jedenfalls in der Hohen Straße sollte das schwierig werden.
Wir sind doch bei Fantasy, also bei HP passt der fahrende Ritter auch überall durch. :p

dotslash schrieb:
schielte kurz in Richtung des Barons, was mit einem Auge gar nicht so einfach war.
Das sollte er aber, so geboren, beherrschen.
D'accord. Ein etwas konstruierter Gag, weil Schielen mit einem Auge nicht geht. Aber hier verwende ich Schielen ja anders: Ein Seitwärtsblicken ohne den Kopf zu bewegen. Deshalb - gestrichen, danke.

Alors, je suis tres angetan, Herrn Rod in der WG begrüßen zu dürfen. Die falsche Blutgruppe hat er, mais, was will man tun. Aber aufpassen soll er mit der Statue. Nicht, dass er schrumpft und nicht mehr in seinen Anzug passt!
Ja, die Statue. Nicht auszudenken, hätte sie Rod angefasst.

Vielen Dank für deine tolle Rückmeldung.
Liebe Grüsse, dot

 
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01.01.2015
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Guten Morgen Du lieber @dotslash,

bevor hier auch nur die "Androhung" eines ordentlichen Komms stehen bleibt (ich schulde gefühlt noch einige, weiß aber nicht mehr wem ..) mache ich das mal lieber gleich, sozusagen als Wochenstart.

Halunkengasse 12. Meinrad Monstrano, der untersetzte Inhaber von Monstranos Second Hand Shop in dritter Vampirgeneration, staunte nicht schlecht über seinen neuen Kunden.
Netter Einstieg, man weiß auch als Nicht-WG- Bewohner, dass es wohl seltsam wird. Bin gespannt, ob jemand kommentiert, der es aus Sicht der unvoreingenommenen liest.

ein Zyklop in braunen Schlabberhosen, Holzzoggeli und freiem Oberkörper.
Was für ein Bild!

Pink gefärbte Horn auf der Stirn
Uih! Ich wusste gar nicht, das die Hörner bzw. eines haben. Toll! Das lässt ja für weitere Geschichten viele Gestaltungen zu ...

„Einen Anzug? Bei ihrer Grösse? Puh, das wird schwierig ...“
Gefühlt könnte der letzte Satz weg, das zeigst Du so schon sehr gut ...

erscheine er im schwarzen Anzug, oder gar nicht.'
Ich liebe diese antiquierte Sprache. Und so wundervoll sexistitisch! Männer sind gefragt - passt hier absolut!

Nach einer viertel Stunde und um drei Beutel Frischblut leichter
Klasse Bezahlung!

Jetzt baumelte Monstrano an einem Kleiderhaken
Ah, der gute Rob kann also auch böse - mag ich!

ausrangierten LKW-Anhänger, der ihm als Bollerwagen diente.
Wenn mir auch das Bild schwerfällt, aber es ist ein gute Erinnerung, wie groß der liebe Rob ist - Wow!

Neomonsterjägern
Hierfür bin ich irgendwie zu doof - warum Neomonsterjäger, bitte erkläre es mir?

Als er in die Buttergasse einbog, prallte er auf ein junges Menschen-Pärchen auf dem Nachhauseweg,
Ich weiß nicht warum, aber die stören mich wirklich

„Na, na“, sagte Rod mit warmem Bariton, „ich hab schon gegessen.“
Und das findet die Frau beruhigend? Jetzt wäre ich in Panik!

„Tun Sie das mal lieber weg, hätte auch ins Auge gehen können.“
:rotfl:

Ein stämmiger Troll stellte sich dem Zyklopen in den Weg.
„Club geschlossen, ne. Kommste nich rein.“
Ich liebe Thorsten. Kann der bitte auch in der WG einziehen? Oder zu Besuch kommen?

„Tafel Schokolade? Echte Schweizer Ware, Direktimport.“
Okay, ich bin auch bereit etwas für Rod zu tun, Schokolade ist eine ausgezeichnete Währung.

Ein Waldschrat, gut versteckt im Geäst der Linde, hatte alles beobachtet. Was für Schätze der Riese im Smoking wohl sonst noch in seinem komischen Wagen gebunkert hatte? Schade, dass dieser Troll davor sitzt. Aber vielleicht, wenn er ihn ablenken könnte ...
Super Stelle! Es macht die Waldschrate unheimlich und lässt auf ein Ereignis hoffen. Sorry für die Verwirrung, aber mein erster Komm war als Witz gedacht. Du lässt Waldschrate hier negativ wirken und ich habe im Spaß protestiert, war offensichtlich nicht erkennbar.
Ich finde das richtig gut, Rod darf gerne eine negative Einstellung zu Waldschraten haben und wie wir an Adalberts Bruder gesehen haben, sind die ja auch nicht ohne. Passt prima!

stolperte über einen Bistrotisch und konnte sich gerade noch auffangen.
gefühlt hätte ich da ein abfangen erwartet - sich selbst auffangen?

Professor für angehende Minibarpianisten
Grins, zu schön!

„Ah, der Pianist ist aufgeregt. Wusste nicht, dass Zyklopen blinzeln können.“
Das widerspricht sich! Er erkennt am Blinzeln, dass der Zyklop aufgeregt ist und weiß nicht, das es geht?

Wer weiss, ob hier Wegelagerer ihr Unwesen trieben, oder Waldschrate, die mit allen Mitteln ihre Flora verteidigten.
passt perfekt, ich mache nie wieder dumme Bemerkungen ...

Daneben ein riesiger Nussbaum, mit dicken Ästen und einem dichten Blätterdach.
komm schon, da fällt Dir was besseres ein

Ein Igel trippelte schnaubend in Richtung Hütte und verschwand hinter einer Regentonne.
sogar Paul bekommt eine Gastauftritt - Dankeschön

Dann betrachtete er sie näher von oben, schien relativ neu zu sein, strahlte so etwas - lebendiges aus.
gut eingebaut - lebendige Ausstrahlung, haha

„Ach, nee, Einauge, das ist doch kein Parkplatz, das ist eine Vorfahrt. Vor-FAHRT.
Nur als Meldung, hier in Norddeutschland hätten wir Einfahrt gesagt, mag regional sein. Auf alle Fälle ist eindeutig, was gemeint ist, also passt.

versteckte die Kippe in seiner holen Hand.
ah, da wars, das fehlt ein h

Die Gesellschaft war hungrig, gierte nach Blut, die Elfen zapften AB negativ, verteilten Reagenzgläser mit 0 positiv.
Da bin ich kurz zurückgeschwenkt, vielleicht kann man es noch etwas umstellen? So liest es sich, als ob sie das eine zapfen und es ich dann verwandelt. Vielleicht bin ich aber auch nur noch zu müde für solche Aufzählungen.

die um ein Haar vier Musikern das Leben gekostet hätte.
nene, dreien, Yeti ist bäh

„Vieleicht der Catering Service?“
Reich mal einen Buchstaben nach ...

ploppte Rod dann doch noch aus dem engen Loch.
Wunderbares Bild! Schade, das die Presse nicht da war ...

„Du hast uns gesagt“, ich darf also wieder mittun?“
„Wir werden sehen, Steinweg. Wir werden sehen.“
Sehr schöner Cliffhanger, ich will unbedingt mehr!
Also lieber Dot - auf an den Schreibtisch und Finger an die Tastatur. Nachdem die Schreibunlust gebrochen ist, freue ich mich auf neue Texte von Dir (ist ja schon toll, wenn es wieder geht)
Liebe Grüße ins Schokoladenparadies und eine gute Woche
wünscht witch

 
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Salü, liebe @greenwitch

das freut mich, dass du dir für meine kleine MWG die Zeit genommen hast. Ich bin ehrlich froh, dass die Story ankommt, denn es war nach anfänglichem Spass eine kleine Zangengeburt.

Netter Einstieg, man weiß auch als Nicht-WG- Bewohner, dass es wohl seltsam wird. Bin gespannt, ob jemand kommentiert, der es aus Sicht der unvoreingenommenen liest.
Das würde mich auch interessieren. Kann man der Geschichte folgen, ohne über das MWG Universum bescheid zu wissen.

Uih! Ich wusste gar nicht, das die Hörner bzw. eines haben. Toll! Das lässt ja für weitere Geschichten viele Gestaltungen zu ...
Ich auch nicht, bis ich einen gesehen habe und das fand ich ganz putzig.
Bild eines Zyklopen bei traum.deutung.de

Ich liebe diese antiquierte Sprache. Und so wundervoll sexistitisch! Männer sind gefragt - passt hier absolut!
Ja, Gendern ist bei Vampiren eh nich, oder ? Macho, Macho kannst net lernen ...

Ah, der gute Rob kann also auch böse - mag ich!
Genau. Rod hat zwei Seiten, so ne Art harte Schale, weicher Kern.

Hierfür bin ich irgendwie zu doof - warum Neomonsterjäger, bitte erkläre es mir?
Es gab sie ja schon immer, die Monsterjäger. Dann kam Lex-Daemon mit der Monsterintegration, die ein Miteinander im Gesetz vorschreibt. Da sind dann eben die neuen Monsterjäger aufgestanden und wollen die Welt vor dem abartigen Abschaum retten. zu kompliziert? Ich kann das aber auch streichen, würde der Story ja nix fehlen.

Und das findet die Frau beruhigend? Jetzt wäre ich in Panik!
:lol:
Ich liebe Thorsten. Kann der bitte auch in der WG einziehen? Oder zu Besuch kommen?
Wir werden sehen, witch, wir werden sehen. ;)

Super Stelle! Es macht die Waldschrate unheimlich und lässt auf ein Ereignis hoffen. Sorry für die Verwirrung, aber mein erster Komm war als Witz gedacht. Du lässt Waldschrate hier negativ wirken und ich habe im Spaß protestiert, war offensichtlich nicht erkennbar.
Ich finde das richtig gut, Rod darf gerne eine negative Einstellung zu Waldschraten haben und wie wir an Adalberts Bruder gesehen haben, sind die ja auch nicht ohne. Passt prima!
Das hatte ich tatsächlich anders verstanden, bin aber auch manchmal verpeilt. :bonk:
Dilemma: Der Waldschrat oder doch nur einer der vielen Waldschrate.
Ich hatte anfänglich tatsächlich den Adalbert im Sinn, aber plötzlich wirkte das so angeklebt, passte nicht zum Hauptstrang, deshalb habe ich die Rolle zum Neben-neben-Darsteller eingedampft. Allerdings macht der ausser beobachten auch nicht viel. Da denke ich nochmal drüber nach ...
Umso mehr freut es mich, dass du Spass dran hattest.

Das widerspricht sich! Er erkennt am Blinzeln, dass der Zyklop aufgeregt ist und weiß nicht, das es geht?
Hat was, wird überdacht.

dotslash schrieb:
Daneben ein riesiger Nussbaum, mit dicken Ästen und einem dichten Blätterdach.
komm schon, da fällt Dir was besseres ein
Jo, dann lass ich mir mal was einfallen. :D

Nur als Meldung, hier in Norddeutschland hätten wir Einfahrt gesagt, mag regional sein. Auf alle Fälle ist eindeutig, was gemeint ist, also passt.
Ich dachte mehr so an den Vorplatz einer herrschaftlichen Villa. Sagt man da wirklich Einfahrt dazu?

Da bin ich kurz zurückgeschwenkt, vielleicht kann man es noch etwas umstellen? So liest es sich, als ob sie das eine zapfen und es ich dann verwandelt. Vielleicht bin ich aber auch nur noch zu müde für solche Aufzählungen.
Stimmt, nicht ganz von der Hand zu weisen. Da stelle ich noch um, danke.

nene, dreien, Yeti ist bäh
Grummeln vom Herbert ohne Tusch. Dann ändere ich das mal in drei ab und warte auf den ersten com der sagt, he, das sind doch vier, und ich dann so, nee, witch meinte, Yeti is bäh ...

Also lieber Dot - auf an den Schreibtisch und Finger an die Tastatur. Nachdem die Schreibunlust gebrochen ist, freue ich mich auf neue Texte von Dir (ist ja schon toll, wenn es wieder geht)
Wir werden sehen, witch, wird werden sehen.

Vielen Dank für deinen Com, schön, dass dir mein Monsterblues gefallen hat.

Liebe Grüsse,
dot

 
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Ja, Gendern ist bei Vampiren eh nich, oder ? Macho, Macho kannst net lernen ...

Da wird Frau Dr. Uexküll den Laden einmal kräftig aufräumen müssen 🧛🏻‍♀️.

 
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Ja, Gendern ist bei Vampiren eh nich, oder ? Macho, Macho kannst net lernen ...

Da wird Frau Dr. Uexküll den Laden einmal kräftig aufräumen müssen 🧛🏻‍♀️.

Gendern bei Vampiren - eine blutleere Diskussion um die überfällige Gleichstellung der Vampirin. Im Streitgespräch: Baron Vansing und Frau Dr. Uexküll.

 

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