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Nächtliche Angst

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19.06.2021
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Nächtliche Angst

Am Wochenende gehe ich immer gern mit ein paar Freunden weg. So auch heute und der Abend war wie meistens wunderschön. Da wir uns schon lange nicht mehr treffen konnten, war er sogar noch schöner als sonst. Meine Freunde brachten mich noch bis zur Straßenbahn, weil Nachts auf dem Markt oft viele besoffene Leute rumstehen.
Zum Glück haben sie mich dieses mal wieder begleitet, einer der besoffenen die an der Haltestelle mit uns gewartet haben, hat uns plötzlich lallend angepöbelt mit den Worten „Wo seid ihr denn ausgebrochen. Widerliche Schlampen und Schwuchteln“. Doch Ralf hat ihn dann angeschnauzt „Was ist eigentlich dein Problem, du Vollidiot. Sauf dir lieber weiter dein erbärmliches Leben schön.“. Der Mann wurde kleinlaut, brabbelte noch ein bisschen unverständlich vor sich hin und ging weg. Kein Wunder Ralf ist ein Berg von einem Mann, mit ihm würden sich wohl nur die wenigsten anlegen. Dann kam endlich die Straßenbahn und ich verabschiedete mich von meinen Freunden, mit herzlichen Umarmungen.
Mit mir zusammen stieg an der Haltestelle nur noch eine Person mit ein und die Bahn, war auch ziemlich leer. Wie Straßenbahnen um diese Zeit, eigentlich immer sind. Ich setzte mich in den hinteren Abteil alleine auf einen vierer Platz. Es waren eh noch viele weitere frei und da hab ich wenigstens ein bisschen Beinfreiheit. Kurz vor der ersten Haltestelle, kam dann plötzlich der Mann, der mit mir zusammen eingestiegen ist, zu mir und setzte sich neben mich.
Das war mir zwar viel zu nah, aber ich wollte keinen Stress, bin etwas nach links zum Fenster gerutscht und habe aus diesem hinausgeschaut. Dennoch habe ich mich gefragt »Wieso musste er sich zu mir setzen? Hier sind doch noch hunderte Plätze komplett frei. Dort sitzt niemand. Ich hoffe er steigt bald aus.«. Doch dann wurde ich rüde aus meinen Gedanken gerissen, als ich plötzlich merkte wie er seine Hand auf mein rechtes Knie legte.
Schockiert sah ich ihn an und sah er schaute mich auch an. Er lächelte schäbig und sagte „Ich habe das vorhin an der Haltestelle mitbekommen, soll ich dich nach Hause begleiten. Dann beschütze ich dich vor solchen Leuten.“. Beschämt und verängstigt stand ich auf, sagte „Nein, danke.“ und ging weg. Er stand jedoch auch auf, lief mit hinterher und sagte „Komm schon, ich bin doch ein netter Kerl.“. Ich ging weiter durch die Straßenbahn und schaute mich verängstigt um wer, von den paar Leuten die mit in der Bahn saßen, mir helfen könnte. Er packte meine linke Hand und zog mich zu sich und ich sagte ihm „Bitte lassen sich mich in Ruhe.“.
Plötzlich hielt die Bahn, wenn der Mann mich nicht an der Hand gehalten hätte wäre ich wohl hingefallen. Doch dann ging vor uns die Tür auf und ein bulliger Mann steigt zusammen mit einer zierlichen Frau in die Bahn. Schlagartig lies der Mann mich endlich los, ging weg und sagte „Von so einer hässlichen Schlampe wie, dir will ich eh nichts!“. Mir kamen aus Freude das er mich endlich los gelassen hat die Tränen und ich setzte mich direkt hinter die beiden Eingestiegenen.
Fünf Haltestellen später stiegen die beiden zwar wieder aus, aber der Mann kam nicht wieder zurück zu mir. Ich wartete nur geduldig bis ich endlich an meiner Haltestelle war, von dort aus waren es nur noch achthundert Meter bis nach Hause.
Eine Haltestelle vor meiner, stand ich bereits auf und stellte mich in die Tür, in der Bahn waren nur noch zwei andere. Was nicht verwunderlich war, da meine Haltestelle die letzte vor der Endhaltestelle war. Als die Straßenbahn endlich an meiner Haltestelle anhielt, stieg ich erleichtert aus und atmete erst einmal tief durch. Doch ich hörte bereits laute Musik und sah, in dem Park, durch den ich gehen musste, standen viele Jugendliche mit halbvollen Bierflaschen in der Hand.
Ich ging mit schnellen Schritten an ihnen vorbei und versuche jeden Blickkontakt zu meiden. Einer der betrunken pfiff mir nur kurz hinterher, aber niemand sprach mich an oder folgte mir. Natürlich merkte ich das sie über mich tuschelten, aber ich lies mich nicht beirren und ging durch den Park. Es war so kalt und schlecht beleuchtet, ich fühlte mich so extrem unsicher in diesen Moment, aber ich wusste ich musste nur noch über einen Parkplatz und eine Straße dann war ich endlich zu Hause.


Auf dem Parkplatz stand nur noch ein Auto, in dem aber zum Glück niemand mehr saß. Ich war so glücklich, dass der Parkplatz so groß und gut beleuchtet war. Doch dann merkte ich, dass jemand hinter mir lief. Ich versuchte mir nichts anmerken zu lassen und ging etwas schneller. Ich traute mich nicht zurück zu gucken, aber ich sah seinen Schatten nach jeder Laterne näher kommen.
Mein Gang wurde immer schneller und ich hatte schreckliche Angst. Als ich an der deaktivierten Ampel ankam, ging ich sogar über die Straße ohne zu gucken ob ein Auto kam. In diesem Moment hatte ich mehr angst vor der Person hinter mir, als vor Autos. Endlich konnte ich mein Haus schon sehen, ich griff in meine Tasche und holte meinen Schlüssel raus. Ich nahm ihn so in die Hand, dass die einzelnen Schlüssel zwischen meinen Fingern durchguckten und ballte meine Hand zu einer Faust zusammen.
So unauffällig wie ich nur konnte, drehte ich mich um und er war hinter mit. Ich erkannte ihn direkt es war der Mann aus der Straßenbahn, er verfolgte mich. Noch hatte ich etwas Abstand, aber mein Hauseingang war noch etwa hundert Meter weit weg. Mein Atem stockte und ich hatte schreckliche Angst. Ich lief immer schneller und schneller, er kam jedoch immer näher. Hektisch suchte ich bereits den richtigen Schlüssel raus, um so schnell ich konnte die Tür aufschließen zu können.
Ich erklomm die Treppe zum Hauseingang so schnell es nur ging, schloss die Tür auf und ging hindurch. Durch den Mechanismus mit dem die Tür leise zufallen sollte, konnte ich sie nicht zudrücken. Allerdings hörte ich seine Schritte immer näher kommen und rannte die Treppen hinauf. Als ich im zweiten Stock ankam, bemerkte ich dass die Tür bisher nicht zugeklappt ist, das hätte ich gehört. Stattdessen hörte ich Schritte die die Treppen hinaufliefen. Mit Todesangst stieg ich die letzten Treppen hinauf, zitternd versuchte ich meine Tür aufzuschließen. Doch es klappte nur bedingt, nach einer gefühlten Ewigkeit bekam ich den Schlüssel endlich ins Schloss. Ich drehte ihn und es machte ein klack Geräusch, doch die Tür öffnete sich nicht. Die Tür war zweimal abgeschlossen, ich hasste mich dafür sie mehrmals abgeschlossen zu haben. Die Schritte wurden immer lauter, doch bevor er auf meiner Etage war bekam ich die Tür auf. Ich ging rein, schlug sie zu und sackte erleichtert zu Boden.
Ich hatte es geschafft ich war in Sicherheit, dann hörte ich wie der Mann an meiner Haustür vorbei ging und weiter nach oben stieg. Langsam atmete ich ein und aus, ich versuchte so leise zu sein wie ich nur konnte. Nach etwa zehn Minuten stand ich auf und sah im Treppenhaus war immer noch das Licht an. Ängstlich, aber neugierig schaute ich durch den Türspion und sah ihn vor meiner Tür stehen. Es war so als würde er mich genau ansehen durch die kleine Linse in der Tür. Meine Angst kam wieder, doch er drehte sich um und sah sich die Tür meines Nachbars an. Scheinbar hat er nicht bemerkt, in welche Tür ich gegangen war.
Ich war noch nie so glücklich nicht das Licht angemacht zu haben, als ich rein kam. Die nächsten Stunden verbrachte ich im dunklen Flur meiner Wohnung. Doch dann kam es, das erlösende Geräusch der zuklappenden Haustür. Einige Minuten später ging im Hausflur auch das Licht aus. Ich rannte zum Wohnzimmerfenster um raus zu schauen und sah wie der Mann der mich verfolgt hatte zurück Richtung Park ging. Ich war so erleichtert, doch schlafen konnte ich trotzdem nicht. Die restliche Nacht verbrachte ich mit den Nerven am Ende, weinend auf meiner Couch.
Als langsam die Sonne aufging wurde ich immer müder und müder. Langsam döste ich ein und dann plötzlich rüttelte mich das läuten meiner Klingel wach. Die gesamte Angst der vergangen Nacht schoss zurück in meinen Kopf. Schleichend näherte ich mich meiner Wohnungstür. Es klingelte noch einmal, ich schaute durch den Türspion und sah es war nur meine Nachbarin. Verheult und zerzaust öffnete ich die Tür, ich war sichtlich mit den Nerven am Ende. Doch sie meckerte nur „Können Sie nachts bitte ihre Tür nicht so zuschlagen? Andere Menschen versuchen hier in diesem Haus zu schlafen!“. Völlig zerstört von der letzten Nacht antwortete ich bloß leise „Entschuldigung.“, schloss die Tür und warf mich in mein Bett.

 

MRG

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Guten Abend @tobias_ondrej,

und herzlich Willkommen hier bei den Wortkriegern. Deine Geschichte hat mir leider nicht gefallen. Das lag vor allem daran, dass es für mich schwierig war, im Lesefluss zu bleiben; ich bin immer wieder über fehlende Satzzeichen oder Rechtschreibfehler gestolpert. Ansonsten war mir der Plot auch nicht so ganz einleuchtend: Ein Besoffener pöbelt die Protagonistin an und ihr Freund Ralf weist ihn zurecht. Aber für den Besoffenen ist das nicht genug, er folgt der Protagonistin und verfolgt sie bis in ihre Wohnung. Das konnte mich nicht richtig überzeugen. Hätte sie nicht wieder Ralf anrufen können und wie kommt es, dass der Besoffene so zielstrebig ist, mir kam das zu abgeklärt vor.

Ansonsten ist mir noch aufgefallen, dass du durchaus noch mehr die Angst zeigen könntest. Momentan lese ich es noch so, als würdest du zwar beschreiben, wie es sich anfühlt, aber ich kann es als Leser nicht direkt nachempfinden.

Ich gehe im Detail auf meinen Leseeindruck ein:

Am Wochenende gehe ich immer gern mit ein paar Freunden weg. So auch heute und der Abend war wie meistens wunderschön.
Die Einleitung finde ich nicht optimal, wie wäre es, wenn du direkt mit der Szene und dem Konflikt mit dem Besoffenen einsteigst?

Zum Glück haben sie mich dieses mal wieder begleitet, einer der besoffenen die an der Haltestelle mit uns gewartet haben, hat uns plötzlich lallend angepöbelt mit den Worten „Wo seid ihr denn ausgebrochen. Widerliche Schlampen und Schwuchteln“.
"Der Besoffenen", da bin ich drüber gestolpert und die Satzzeichen sind noch verbesserungswürdig. Mir hat vor allem der Doppelpunkt vor der wörtlichen Rede gefehlt und der Punkt am Ende muss nach den Anführungszeichen kommen.

Doch Ralf hat ihn dann angeschnauzt „Was ist eigentlich dein Problem, du Vollidiot. Sauf dir lieber weiter dein erbärmliches Leben schön.“.
Hier wieder die Doppelpunkte vor der wörtlichen Rede und der Punkt ganz am Ende kann weg.

Es waren eh noch viele weitere frei und da hab ich wenigstens ein bisschen Beinfreiheit. Kurz vor der ersten Haltestelle, kam dann plötzlich der Mann, der mit mir zusammen eingestiegen ist, zu mir und setzte sich neben mich.
Das "eh" fand ich nicht so elegant, das liest sich für meinen Geschmack zu umgangssprachlich.

Dennoch habe ich mich gefragt »Wieso musste er sich zu mir setzen? Hier sind doch noch hunderte Plätze komplett frei. Dort sitzt niemand. Ich hoffe er steigt bald aus.«.
Hier wieder der Doppelpunkt und ich habe mich gewundert, dass auf einmal eine andere Art der Anführungszeichen verwendet wird. Zudem kann der Punkt nach der wörtlichen Rede weg.

Beschämt und verängstigt stand ich auf, sagte „Nein, danke.“ und ging weg. Er stand jedoch auch auf, lief mit hinterher und sagte „Komm schon, ich bin doch ein netter Kerl.“.
Hier wieder die Satzzeichen; das meinte ich oben damit, dass mein Lesefluss dadurch gestört worden ist.

Doch dann ging vor uns die Tür auf und ein bulliger Mann steigt zusammen mit einer zierlichen Frau in die Bahn.
Hier müsste es "stieg" sein, da auch der üblichen Text in der Vergangenheit geschrieben ist.

Einer der betrunken pfiff mir nur kurz hinterher, aber niemand sprach mich an oder folgte mir.
"Der Betrunkenen".

Ich drehte ihn und es machte ein klack Geräusch, doch die Tür öffnete sich nicht. Die Tür war zweimal abgeschlossen, ich hasste mich dafür sie mehrmals abgeschlossen zu haben.
Macht sie sich in so einer Situation wirklich solche Gedanken? Weshalb dreht sie den Schlüssel nicht einfach schnell noch einmal um?

Meine Angst kam wieder, doch er drehte sich um und sah sich die Tür meines Nachbars an.
"Nachbarn".

Scheinbar hat er nicht bemerkt, in welche Tür ich gegangen war.
"hatte".

Die gesamte Angst der vergangen Nacht schoss zurück in meinen Kopf.
Das meint ich damit, dass du es für mich noch nachfühlbarer machen könntest. Ich weiß, dass sie Angst hatte, aber ich konnte nicht erleben, wie genau das für sie war.

„Entschuldigung.“, schloss die Tür und warf mich in mein Bett.
Der Punkt innerhalb der Anführungszeichen kann weg.


Insgesamt würde ich mir noch einmal die Satzzeichen anschauen, das würde für mich den Lesefluss verbessern. Ansonsten habe ich dir meine Überlegungen oben geschildert und bin gespannt auf die Überarbeitung.


Beste Grüße
MRG

 
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21.03.2021
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Moin @tobias_ondrej,

und vielen Dank dass Du Deine Geschichte mit uns teilst.

Auch ich muss leider sagen, dass Deine Geschichte mMn noch einiges an Verbesserung vertragen kann. Die "Spannung" unter der Du den Text getaggt hast, kommt leider nahezu nicht auf, dafür beschreibst Du die Abläufe zu offensichtlich und auch zu "tellig". Du erzählst, was passiert, anstatt es deine Protagonistin und uns als Leser erleben zu lassen:

Mein Gang wurde immer schneller und ich hatte schreckliche Angst.

Mein Atem stockte und ich hatte schreckliche Angst.
Versuch doch mal, anstelle des "ich hatte schreckliche Angst" das Chaos im Innern Deiner Prota in diesem furchtbaren Moment aufzufächern. Ein stark schlagendes Herz, kalter Schweiß, zittrige Hände, vielleicht auch Schwindel ... solche Instrumente sind zwar bereits ein wenig abgedroschen, da gerne benutzt, aber Du verstehst, was ich meine?

Des weiteren empfehle ich dir, vor Veröffentlichung Deiner Texte diese zuvor durch eine Rechtschreibprüfung zu jagen. z.B.: https://languagetool.org
Mir hat das sehr geholfen, viele kleine Fehler zu erkennen und sich auf Dauer zu verbessern.

Was ich positiv hervorheben möchte, ist der letzte Abschnitt Deiner Geschichte.
Die meisten dieser Szenen enden, wenn die Prota ihr Haus erreicht hat und die rettende Haustür vor dem Verfolger ins Schloss fällt. Doch nicht so bei Dir.
Der Moment, wenn sie hinter ihrer Wohnungstür steht und aus dem Dunkeln durch den Spion schaut und den Eindringling dort stehen sieht, das fand ich spannend. Auch dass Du sie die Nacht nicht schlafen lässt , sondern noch darauf eingehst was dieses Erlebnis im Nachgang mit ihr macht, hat mir gefallen.

Ich glaube, wenn Du noch weitere Arbeit in das Handwerkliche steckst und am Erzählerischen generell arbeitest, kann aus diesem klassischen "Person wird verfolgt"-Thema eine kleine spannende Geschichte, die Deinen eigenen Stempel trägt, werden.

Wenn meine Anmerkungen Dir helfen können freue ich mich,

Beste Grüße
Seth

 

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