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Nächtliche Korrekturen

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10.10.2006
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Nächtliche Korrekturen

Toine stieß mit nacktem Zeh gegen die Holzverstärkungen unter seinem Bett. Sie waren notwendig geworden, nach einem nicht enden wollenden Winter aus Kräuter-Baguette, Schoko-Trunk und Pistazieneis. Toine liebte Pistazieneis. Aber jetzt brauchte sein Bett Holzverstärkungen, an denen er sich mit seinem Zeh stoßen konnte und das mochte er nicht, dieses Gefühl, dass sein Zeh – er tat ihm ja nicht einmal weh – aber dass er ihm wehtun könnte, dass er sich den Zehennagel einreißen könnte an dem Holz. Toine schüttelte sich und legte sich in das breite King-Size-Bett, zog die Bettdecke bis ans Kinn und wartete. Er ließ das Licht brennen, sie sollte ruhig sehen, dass er noch auf sie wartete. Er lauschte dem Rauschen aus dem Bad, den verschiedenen Geräuschen, die ihre Bewegungen machten, lauschte dem Abschminken, dem Zähneputzen, auch dem Urinieren. Nur mit der Reihenfolge kam er durcheinander, man putzte sich doch erst ganz zum Schluss die Zähne, oder nicht? Und was war das jetzt für ein Geräusch? Machte sie sich noch die Haare?
„Mandy?“, rief er schließlich, weil er wusste, dass sie es hasste. „Mandy, Baby, kommst du?“
„Gleich, mein Wonnepröppchen“, flötete es aus dem Bad. Toine zuckte zusammen, zog den Bauch ein, löschte zornig das Licht und beschloss, auf der Stelle einzuschlafen! Und Toine schlief.

Als er aufwachte, war es noch mitten in der Nacht, drei Uhr behauptete der Wecker. Ach, er war schon wie ein alter Mann, konnte keine Nacht mehr durchschlafen, ständig war irgendwas, aber was diesmal? Auf den Topf musste er nicht und er hatte doch auch gar nichts Fettiges gegessen. An irgendwelche Träume konnte er sich jedenfalls nicht erinnern. Toine griff neben sich ins Bett. Leer. Und vor ihm, der Fernseher am Fuße des Bettes, das schwarze Viereck: Vier weiße Buchstaben leuchteten im Schwarz auf: „L A U F“.
Toines Kopf ruckt zur Seite, etwas klatschte von außen gegen das Schlafzimmerfenster, so als hätte jemand einen Schwamm gegen eine Tafel geworfen. Einen Schwamm mit einem Maul, mit reißenden Zähnen. Nadelscharf. Toine wuchtete sich aus dem Bett und duckte sich, als er das Knirschen vom Schlafzimmerfenster hörte. Ein Kauen und Reißen. Toine war schon an der Tür, als er den Luftzug im Nacken spürte und das feuchte Platschen hörte, irgendetwas war auf dem Boden hinter ihm gelandet. Toine riss die Tür auf, zwängte sich hindurch und warf sie hinter sich ins Schloss, lehnte sich dann mit dem Rücken gegen die Tür und atmete durch. Sein Herz raste. Und hinter ihm klatschte ein Schwamm mit nadelspitzen Zähne gegen die Tür. Holz splitterte in seinem Rücken. Und Toine lief.

Toine hetzte barfuss über den Asphalt seiner Straße. Die Nacht war ohne Sterne, nur die Straßenlampen spuckten ein wenig Licht aus, aber nicht genug. Nicht genug. Keine Türen auf der Straße, keine Bäume, keine Autos, nur Asphalt und Toine und das hinter ihm. Hunde, dachte Toine. Wiesel. Nur Beine und Mäuler. Langgezogene, pfeilschnelle Dinger. Ein ganzes Rudel, dachte Toine und lief. Lief von Straßenlampe zu Straßenlampe, im Schein immer weiter, barfuss, seine Knie taten weh, schon bald, seine Muskeln verkrampften sich. Waren wie Stoßdämpfer, die unter der Last seines Körpers ächzten und krächzten bei jedem Schritt, aber die Wiesel, Toine schaute über die Schulter, sie jagten ihm nach, kamen näher, die nächste Lampe vor ihm, seine Augen tränten, das Herz zersprang in seiner Brust. Mehr Wiesel, geifernde Mäuler. Vor ihm: Ein Zaun, Toine sprang hoch, seine fleischigen Finger krallten sich in den Maschendraht, zogen den zu schweren, viel zu schweren Leib nach oben, er spürte sie unter sich, seine Arme waren lahm, tausend Nadeln stachen in seine schwachen Muskeln, er blickte nach unten, die Hunde mit ihren Mäulern, blutlechzende Zähne, Kiefer, Krallen, er spürte sie in seinem Fleisch. Toine zog sich nach oben, seine Muskeln – die Hunde, ihre Zähne tief in seinem Fleisch. Und Toine fiel.

„Schatz, Schatz. Was ist denn?“
„Hä?“ Toine schlug die Augen auf.
„Ich dachte schon, du schreist die ganze Straße zusammen“, sagte Mandy.
Das Licht brannte, Toine sah in die dunklen Augen seiner Frau.
„Du bist ja schweißnass.“
Toines Kehle war trocken, er griff neben das Bett zum Schoko-Trunk.
„Ja, trink erstmal was.“
Doch als die klumpige Brühe seine Zunge berührte, setzte Toine die Flasche angewidert ab, wischte sich über die Stirn und stand auf.
„Schatz? Was ist denn?“
„Nichts“, sagte Toine mit leiser Stimme und ging ins Bad. Er schaute sich im Spiegel an, konnte die kleinen Tröpfchen auf seiner Stirn sehen, wie bei einem Schwein, er füllte sich den Zahnputzbecher mit Wasser und trank, zwickte sich in den Bauch und warf zwei Hände Wasser in sein Gesicht.
Mandy stand in der Badezimmertür. „Was ist denn?“
„Nichts“, sagte Toine und schenkte sich einen frischen Zahnputzbecher ein. Im Spiegel sah er, dass sich Mandy hinter ihn gestellt hatte, er sah ihre zarten Finger an den Seiten seines Bauches, aber sie berührten sich nicht. Er spürte ihre Brüste in seinem Rücken und den Atem in seinem Nacken.
„Denkst du an deinen Vater?“, fragte sie leise.
Toine sagte nichts.
„Du bist jetzt so alt wie er damals, als er den Herzin-“ Sie verstummte.
Toine sagte: „Ich geh laufen.“ Und Toine lief.

Amanda griff nach der Schachtel Zigaretten, die sie hinter ihren Dosen mit Haarspray versteckt hatte, zündete sich eine an, setzte sich auf den heruntergeklappten Klodeckel und rauchte. Sie sah dabei den kleinen Wölkchen nach, die gegen die Decke trieben wie Schafe am Himmel. Sie nahm noch einen letzten Zug, stand auf, klappte die Brille hoch, warf die Zigarette hinein, spülte, schloss den Deckel und sprühte Haarspray im Bad umher. Dann ging sie zum Bett, öffnete die oberste Schublade des Nachttischschränkchens und nahm den Walkman hinaus, die Kopfhörer waren noch feucht von Toines Schweiß. Amanda nahm die Kassette aus dem Walkman.

Toine machte noch seine Übungen bevor er ins Bett ging. Zwanzig Rumpfbeugen, vierzig Liegestütze und sechzig Sit-Ups, das Übliche. Die Holzverstärkungen hatte er vor drei Wochen abmontiert. Dann schlüpfte er unter die Dusche und hörte Mandy nach ihm rufen: „Kommst du, Schatz?“
„Gleich“, rief Toine gegen das Wasser an. „Bleib so!“ Doch als er fertig geduscht war und nackt und nass zu ihr ins Bett schlüpfte, war sie schon eingeschlafen. Toine lauschte ihrem Atem, ihrem gelegentlichen Husten und als er sich ganz sicher war, dass sie tief und fest schlief, griff er heimlich, wie ein Dieb in der Nacht, zum Nachttischschränkchen, strich ihre Haare zurück und setzte ihr den Walkman auf. Toll, was es so alles gab. Im Schlaf mit dem Rauchen aufhören. Er musste nur wach bleiben, um ihr rechtzeitig die Kopfhörer abzunehmen. Na ja, in der Zeit konnte er ja noch ein bisschen was für seine Figur tun.

Und Amanda lief.

 

Alo Quinn!

Das ist echt eine tolle Geschichte. Ein Ehepaar in der Midlife-Crisis sozusagen, beide haben ihre Laster, er ist zu dick, zu viel Schokotrunk (der gleich neben dem Bett steht :rolleyes:) und Pistazieneis (börks), und sie raucht heimlich auf dem Klo. Und dann kommt der Sinneswandel, er will halt nicht wie sein Vater enden und macht Sport. Und dieser Walkman hat also irgendwas mit dem Sinneswandel zu tun aber ich bin hier wieder die Dumme vom Dienst und darf rumrätseln, also äh, dieser Traum den Toine zu Beginn hat, wird der ausgelöst durch den Walkman, den ihm seine Frau im Schlaf aufgesetzt hat? Also war das alles ihre Strategie, auch dass sie ihn nochmal an seinen Vater erinnert und so. Und er macht das dann genauso wie sie, um ihr das Rauchen abzugewöhnen?

an denen er sich mit seinem Zeh stoßen konnte und das mochte er nicht, dieses Gefühl, dass sein Zeh – er tat ihm ja nicht einmal weh – aber dass er ihm wehtun könnte, dass er sich den Zehennagel einreißen könnte an dem Holz.
Wirklich gruselige Vorstellung. :p
lauschte dem Abschminken
Äh ... Sowas verursacht doch keine Geräusche!
Und was war das jetzt für ein Geräusch? Machte sie sich noch die Haare?
Da raucht sie heimlich, und dann das Haarspray!
Und Toine schlief.
Diese Wiederholungen find ich klasse. Nur am Ende passt es irgendwie nicht, also dieses
Und Amanda lief.
weil sie sollte ja nicht abnehmen sondern mit dem Rauchen aufhören. Allerdings würde das dann nicht so schön ins Schema passen. Vielleicht hab ich ja auch was verpasst, keine Ahnung, oder das Laufen ist halt sowas wie ein Nikotinpflaster. ;)
An irgendwelche Träume konnte er sich jedenfalls nicht erinnern, Toine griff neben sich ins Bett.
Das sind zwei Sätze.
Und vor ihm, der Fernseher zur Fuße des Bettes, das schwarze Viereck, vier weiße Buchstaben leuchteten im Schwarz auf: „L A U F“.
Was ist das denn für ne Konstruktion? Also erstens: am Fuß des Bettes oder so, aber nicht zur Fuße. Und zweitens: Das klingt echt als hättest du Deutschkenntnisse seit vielleicht zwei Monaten. :D Also nur dieser eine Satz natürlich, damit wir uns nicht falsch verstehen.
Toines Kopf ruckte zur Seite, etwas klatschte von außen gegen das Schlafzimmer, so als hätte jemand einen Schwamm gegen eine Tafel geworfen.
Ab hier bin ich beim ersten Lesen durcheinander gekommen. Erstens ist es wohl das Schlafzimmerfenster, oder? Und dann ist glaub ich auch die Reihenfolge verkehrt, also erst klatscht was gegen das Fenster, dann ruckt sein Kopf zur Seite. Würde ich besser finden und wär auch logischer.

Der dritte Absatz, also ich will den jetzt nicht komplett zitieren, aber der ist echt super. Ich sehe so richtig Toines Schwerfälligkeit vor mir, wie er so träge und mühsam und dick die Straße langhetzt, aber gleichzeitig hat der Abatz so ein Tempo, also wirklich gut.

und warf zwei Hände Wasser in seine Gesicht.
In sein Gesicht. Aber klingt auch komisch, sich Wasser ins Gesicht werfen, ist aber vielleicht Ansichtssache.
nackt und nass zu ihr ins Bett schlüpfte,
Nass ins Bett? ;)

Der mysteriöse Walkman. :) Also echt, Technik die begeistert! So langsam hab ich es auch kapiert, ich wüsste bloß gern, was auf der Kassette so drauf ist, dass man jemanden im Schlaf so manipulieren kann. Und dass man noch dazu weiß, welche Träume das bei demjenigen auslöst.
Also die Geschichte hat natürlich wieder diesen Rätselfaktor, aber auf eine angenehme Weise, man bekommt nicht alles aufgetischt aber es ist halt auch nicht nervig da rumzudeuteln.

Hab ich sehr gern gelesen.
Liebe Grüße,
strudel

 

Hallo Strudel,

freut mich, dass dir die kleine Geschichte so gut gefällt. Sooo sehr zum Rätseln ist das doch gar nicht, aber Hauptsache erstmal gemeckert. :)
Ja, die beiden traumatisieren sich gegenseitig - natürlich nur zu ihrem Besten - mit diesen Walkman-Kassetten. Was da jetzt genau drauf ist ... keine Ahnung, aber das war in den 80ern mal ganz in, so "über Nacht Englisch lernen" und das Zeug. Und eine clevere Firma hat das in dieser Geschichte eben weitergetrieben, mit Albträumen.
Und die gute Amanda wird sich auf der Flucht dann eben die Lunge raushusten. So war das gedacht.

Schön, dass dir die Geschichte gefallen hat, deine Anmerkungen habe ich alle übernommen. Danke, dass du dir wieder die Zeit genommen hast, eine meiner Geschichten zu lesen, das freut mich immer
Gruß
Quinn ;) (der höllisch aufpassen muss, hier nicht wieder beim Antworten Beiträge zu verändern)

 

Hallo Quinn!

Wirklich schickes Geschichtchen, gut geschrieben usw. :)
Vll hättest du diesen 80er Trend mit dem Walkman ein bisschen "modernisieren" sollen - sprich mp3-Player statt Walkman oder so. Diese Sachen sind immer noch in, kommen heute nur in anderen Verpackungen daher.

Kleingkeiten:
- für meinen Geschmack sind ein paar überlange Sätze drin, die so eigentlich nicht gehen, z.B.

Ach, er war schon wie ein alter Mann, konnte keine Nacht mehr durchschlafen, ständig war irgendwas, aber was diesmal?
oder
Toine lauschte ihrem Atem, ihrem gelegentlichen Husten und als er sich ganz sicher war, dass sie tief und fest schlief, griff er heimlich, wie ein Dieb in der Nacht, zum Nachttischschränkchen, strich ihre Haare zurück und setzte ihr den Walkman auf.
-
Toines Kopf ruckt zur Seite, etwas klatschte von außen gegen das Schlafzimmerfenster, so als hätte jemand einen Schwamm gegen eine Tafel geworfen. Einen Schwamm mit einem Maul, mit reißenden Zähnen.
Gerade "Der Nebel" gesehen? ;)
- Diese Wiesel-Hunde-Verfolgung sollte mE zu einer reinen Hunde-Verfolgung werden. Hat sich etwas seltsam gelesen so. :)

Ja, diese Suggestionssachen sind schon eine spaßige Angelegenheit, gleichzeitig über- und unterschätzt. Hätte auch Potential für eine Horrorstory - obwohl diese Richtung schon irgendwie eine altbekannte wäre.

Soweit von mir.

Beste Grüße

Nothlia

 

Ah, Mr. Floppy!

Du schreibst zu viel. Vor lauter Kritisiererei komm ich nicht mehr zum Tippen. Sooo siehdas nämlich aus.

Die Geschichte hat mich an Stephen Kings "Quitters Inc." erinnert. Nein, im Ernst: Eigentlich hat sie mich an "Agentin mit Herz" erinnert - die hieß nämlich auch Amanda. Aber jetzt wirklich im Ernst: Hat mir gefallen. So ganz ohne "erinnert mich an". :)

Die beiden lieben und necken sich und malträtieren des Partners Gehirn mit Schlafbotschaften, um die geheimen und nicht so geheimen Laster auszumerzen. Das fand ich auf ulkige Weise sympathisch. Das da zB:

„Mandy?“, rief er schließlich, weil er wusste, dass sie es hasste. „Mandy, Baby, kommst du?“
„Gleich, mein Wonnepröppchen“, flötete es zischend aus dem Bad. Toine zuckte zusammen, zog den Bauch ein, löschte zornig das Licht und beschloss, auf der Stelle einzuschlafen! Und Toine schlief.
Ich mag die beiden. Ist zwar nicht meine Idealvorstellung einer Ehe, aber ... ich mag die beiden.

Hm, was gab's denn noch ...
Die Traumsequenz war sprachlich rasant umgesetzt.
Und das "Und Amanda lief" am Ende war ein klasse Abschluss! Die Magie des letzten Satzes. Wieder neue Munition. :)

Der Name "Toine" hat mir allerdings nicht behagt. Ich wusste nicht, ob ich das französisch aussprechen soll (Antoine), oder ... "Teun" hab ich halt immer gelesen.

lauschte dem Abschminken
Es schabet und kratzet und raspelt und knirscht - Jui, muss die Frau einen Teng haben.

„Gleich, mein Wonnepröppchen“, flötete es zischend aus dem Bad.
Das geht? Oder zischt das Wasser? Klingt auf jeden Fall komisch ...

barfuss
barfuß

keine Baume
Bäume

Er spürte ihre Brüste in seinem Rücken
:)

Jau. Viel kann ich gar nicht sagen. Mir hat's - Überraschung - wieder mal richtig gut gefallen. Gute Figuren, saubere Sprache ... Weitermachen.

Bis denne,
Fisch

 

Hallo Nothlia,

schicke Geschichte - das freut natürlich.
Mit dem "Modernisieren" hast du recht, aber ... ich trau dem neumodischen Kram eben nicht, MP-3-Player und so ... pah! Du hast schon Recht, man hätte das ganze auch moderner anlegen können und "deutscher" auch, aber ich fand zu Haarspray und Schoko-Trunk passt dann auch der Walkman so schön.

"Den Nebel" hab ich nicht gesehen, ich wollte nur so einen typischen Verfolgungs-Albtraum haben mit irgendwelchen wilden Bestien, damit die beiden beschließen, "lauf"-fitter zu werden, sozusagen.

Deine Anmerkungen schau ich mir noch an, da brauch ich stilistisch immer ein bisschen Abstand, aber Danke für sie und danke, dass du die Geschichte gelesen und kommentiert hast
Quinn

Yo Fischi-Fischi-Fischi,

Du schreibst zu viel. Vor lauter Kritisiererei komm ich nicht mehr zum Tippen. Sooo siehdas nämlich aus.
Alder.

Die beiden lieben und necken sich und malträtieren des Partners Gehirn mit Schlafbotschaften, um die geheimen und nicht so geheimen Laster auszumerzen.
Ist doch schön, oder? Ich weiß nicht, dieses "Verändern" des Partners aus allen möglichen Gründen ist ein schönes Thema, natürlich immer nur "zu seinem Besten." Hier läuft's halt mit Schlaf-Kassetten, gibt auch unsubtilere Wege. :)
Die Geschichte ist in der Hinsicht natürlich recht brav und nur ein Anreißen des Themas, man hätte das wieder bis gottweißwohin spinnen können (Du brauchst größere Brüste, du brauchst größere Brüste, du brauchst größere Brüste), aber ich wollte es diesmal schön klar und bodenständig halten.

Die Traumsequenz war sprachlich rasant umgesetzt.
Und das "Und Amanda lief" am Ende war ein klasse Abschluss! Die Magie des letzten Satzes. Wieder neue Munition.
Danke, das freut mich. Ich lass mir mal in die Karten gucken und liefere Munition für die, denen der Text nicht gefallen wird: Die Traumsequenz war auch zuerst da. Ein fetter Typ läuft vor solchen schemenhaften Raubtieren um sein Leben.

Der Name "Toine" hat mir allerdings nicht behagt. Ich wusste nicht, ob ich das französisch aussprechen soll (Antoine), oder ... "Teun" hab ich halt immer gelesen.
Ich mag den Namen. Da ist so New-orleans die Ecke, glaube ich. Antoine - wird zu Toine und es wird schon so fett ausgesprochen: Twaaaaaaan. Also so hatte ich ihn in Gedanken, ein "dicker" Name schon.

Die Fehler, die du angemerkt hast, hau ich raus.
Freut mich, dass dir der kleine Happen geschmeckt hat, immer wieder gerne in diesem Restaurant, dank dir für den Kommentar :)
Quinn

 

Hallo Quinn,

Hübsche Geschichte! Beim ersten Lesen hat mich die Beschreibung der seltsamen Tiere ziemlich irritiert, denn sie schien mir zu lang und zu umständlich, aber jetzt beim zweiten Lesen stört mich das garnicht mehr. Besonders aufgefallen ist mir, dass du die anfängliche Verwirrung Toines bezüglich des Haarsprays weiter hinten aufgelöst hast, indem du das Ganze aus ihrer Sicht zeigtest. Das nennt man dann wohl show don't tell und das wurde mir an dieser Stelle so deutlich. Das ist für dich jetzt sicherlich wenig konstruktiv, aber ich fand diese Stelle einfach lehrreich und das wollte ich dich wissen lassen.

Gerne gelesen!
Georg

 

Hej Quinn,

mir gefällt besonders wie Du subtil Komik einbaust, angefangen bei dem merkwürdigen Namen Toine. Diese kleinen Passagen, in denen die Sorge um den großen Zeh oder seine Verwirrung beim Belauschen ihrer Abendtoilette zum Ausdruck kommt, sind wirklich gut.

Beichten muss ich, dass ich ewig gebraucht habe, um zu kapieren, dass Mandy und Amanda ein und dieselbe Person sind.
Scheint ja sonst für niemanden ein Problem zu sein . . .

den verschiedenen Geräuschen, die ihre Bewegungen machten
Bewegungen an sich machen keine großen Geräusche, oder? Ich würde "die ihre Bewegungen machten" weglassen. Auch Abschminken ist eine Sache, der man kaum lauschen kann.

Auf den Topf musste er nicht und er hatte doch auch gar nichts Fettiges gegessen, oder so.
Ich finde das "oder so" überflüssig.

Viele Grüße
Ane

 

Hallo Schrei_baer,

freut mich, dass dir die kleine Geschichte gefallen hat. Mit dem Mittelteil, diesen seltsamen Wiesel/Hunde-Viechern - das ist im Traum ja oft so, dass es stark durcheinander geht, deshalb gefiel mir die Idee, dass so zu gestalten.
Und dass dir die Stelle mit dem Haarspray was geben konnte, freut mich natürlich auch.

Danke dir für deine Kritik
Quinn

Hallo Ane,
jau, das "oder" fliegt raus, stört mich beim Drüberlesen auch immer. Freut mich natürlich, dass dir die Komik gefällt und damit wohl auch die Geschichte. Mandy/Amanda - jo, aus seiner Sicht ist es "Mandy", aus ihrer eigenen "Amanda". Ist vielleicht der Nachteil bei solchen englischen Namen, bei Bibi/Birgit hätte es da vielleicht keine Irrungen geben können.

Danke auch dir für deine Rückmeldung
Quinn

 

Hallo Quinsäy

Toine liebte Pistazieneis.
Ich auch. :) Deshalb mag ich jetzt auch Toine. Seinen Namen allerdings weniger.

Aber jetzt brauchte sein Bett Holzverstärkungen, an denen er sich mit seinem Zeh stoßen konnte und das mochte er nicht, dieses Gefühl, dass sein Zeh – er tat ihm ja nicht einmal weh – aber dass er ihm wehtun könnte, dass er sich den Zehennagel einreißen könnte an dem Holz
bis zum Unterstrichenen ganz toll, dann etwas billig.
lauschte dem Abschminken,
Der Typ hat ja super Ohren. Hört bestimmt auch einen Eichhörnchen Furz aus 5 km Entfernung.
so als hätte jemand einen Schwamm gegen eine Tafel geworfen
Macht auch nicht gerade ein Geräusch. Aber ein nasser Schwamm!
Ein Zaun, Toine sprang hoch, seine fleischigen Finger krallten sich in den Maschendraht, zogen den zu schweren, viel zu schweren Leib nach oben, er spürte sie unter sich, seine Arme waren lahm, tausend Nadeln stachen in seine schwachen Muskeln, er blickte nach
Ok, ich habs verstanden, der Typ ist fett.
Du hast in diesem Abschnitt zu viele Adjektive benutzt, damit der Leser auch ja weiß, dass der Typ dick ist. Das grenzt schon an Diskriminierung. ;)
Anstatt schwache Muskeln würde ich einfach nur Fleisch schreiben. Jetzt mal nur ein Beispiel.
„Denkst du an deinen Vater?“, fragte sie leise.
Kleines Miststück. Die ist fies. Die Beziehung der beiden hat was von den Heffernans. :) btw. Da gibt’s ne Folge, in der Carrie durch Dougs Therapeuten ihn dazu bringen will abzunehmen. Kennste.
warf die Zigarette hinein, spülte, schloss den Deckel und sprühte Haarspray im Bad umher.
Was nützt es, wenn sie danach stinkt, ähm, riecht?

Toll, was es so alles gab. Im Schlaf mit dem Rauchen aufhören.
Geht bestimmt subtiler.

Und Amanda lief.
Haben sie die gleiche Kassette? Sport und mit dem Rauchen aufhören ist das gleiche?

Beichten muss ich, dass ich ewig gebraucht habe, um zu kapieren, dass Mandy und Amanda ein und dieselbe Person sind.
Scheint ja sonst für niemanden ein Problem zu sein . . .
Doch, hier!!

Suggestion durch irgendwelche Psycho-Kassetten bzw. den Walkman, das ist aber auch wieder so typisch ami.
Mir gefällt das Thema, den Partner heimlich zu korrigieren. Besser als Scheidung! ;)

Cu JoBlack

 

Hallo Jo,

Der Typ hat ja super Ohren. Hört bestimmt auch einen Eichhörnchen Furz aus 5 km Entfernung.
Okay, okay, ich nehm's raus.

Ok, ich habs verstanden, der Typ ist fett.
Du hast in diesem Abschnitt zu viele Adjektive benutzt, damit der Leser auch ja weiß, dass der Typ dick ist. Das grenzt schon an Diskriminierung. ;)
Anstatt schwache Muskeln würde ich einfach nur Fleisch schreiben. Jetzt mal nur ein Beispiel.
Na ja, die Kassette soll ja auch einen Traum erzeugen, der ihm unmißverständlich klar macht: Nimm ab. Also es geht in dem Traum ja darum, deshalb wollte ich das so betonen.

Kleines Miststück. Die ist fies. Die Beziehung der beiden hat was von den Heffernans. :) btw. Da gibt’s ne Folge, in der Carrie durch Dougs Therapeuten ihn dazu bringen will abzunehmen. Kennste.
Yup, kenn ich. Die Frage ist im Nachhinein wirklich fies.

Was nützt es, wenn sie danach stinkt, ähm, riecht?
Hollywood-Konvention. Man sprüht immer Haarspray, wenn man verheimlichen will, dass man raucht! Es reicht auch, wenn man in einen Öltank gefallen ist, sich nur das Hemd auszuziehen, und das ganze Zeug ist weg. Oder wenn man bei einem Wagen auf den Benzintank schießt - Kawumm!
Hast du denn aus all den Filmen nichts gelernt? :)

Haben sie die gleiche Kassette? Sport und mit dem Rauchen aufhören ist das gleiche?
Jau, die Firma spart. Ob man jetzt nicht rennen kann, weil man dick ist, oder weil die Lunge geteert ist, kommt aufs selbe raus.

Suggestion durch irgendwelche Psycho-Kassetten bzw. den Walkman, das ist aber auch wieder so typisch ami.
Mir gefällt das Thema, den Partner heimlich zu korrigieren. Besser als Scheidung! ;)
Eben, und Frauen machen das eh ständig.
Freut mich, dass du Toine und das Thema magst. :)
Wenn mir was einfällt, nehm ich das unsägliche Abschminken-Lauschen raus und schau mir die Geschichte noch mal an.

Danke dir für deinen Kommentar
Quinn

 

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