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Nebel

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16.09.2008
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Nebel

Ich trete in einen Raum. Drei weitere Türen befinden sich rechts, links und vor mir. Eine Person tritt von rechts ein und verlässt den Raum wieder durch die linke Tür. Ich schließe die Tür hinter mir. „Glanz“ steht auf einem kleinen Schild, das aus einem Bürogebäude stammen könnte. Ich gehe zur linken Tür. Auch an ihm hängt ein Büroschild. Das Wort „Schatten“ steht darauf geschrieben. Die Tür, die sich vor mir befand trägt ein Schild mit dem Wort „Nebel“ und die letzte eines mit dem Wort „Wasser“. Eine Frau tritt aus dem „Glanz“ und tritt in den „Schatten“. Ich folge ihr. Ich trete in den „Schatten“.
Eine Schwärze füllt fast den ganzen Raum aus. Die einzige Lichtquelle ist ein Fernseher. Auf dem Sofa, das sich direkt vor diesem Fernseher befindet, sitzt eine Frau. Sie blickt apathisch auf den flimmernden Bildschirm. Ich setze mich zu ihr und sehe ebenfalls in das Gerät. „Was machen sie hier? Dieser Raum ist doch vollkommen sinnlos, oder?“, frage ich sie ernst. „Bitte nennen sie mein Leben nicht sinnlos. Das ertrage ich nicht“, antwortet sie mir traurig. „Das ist ihr Leben? Meinen sie den Fernseher?“, entgegne ich verdutzt. Sie wendet ihren Blick vom Fernseher ab und sieht mir in die Augen. ,,Nein. Dieser Raum ist mein Leben“, sagt sie, während Tränen ihre Wangen herunterfließen. Ich sehe mich genau in diesem Raum um. Nur Dunkelheit und schwache Schatten. „Aber dieser Raum ist doch fast leer. Nur das Sofa und der Fernseher sind hier“, sage ich. „Genau das ist mein Leben. Der Fernseher gehört jedoch nicht dazu. Er dient nur zur Ablenkung. Das Sofa ebenso wenig. Dieses dient nur zur Bequemlichkeit. Also ist dieser Raum vollkommen leer. Und jetzt lass mich allein“, erzählt sie mir. „Aber das ist doch Irrsinn. Ihr Leben kann doch nicht so ein schattenhaftes Dasein sein. Sie sollten über sich selbst nachdenken und sich nicht ablenken lassen. Es hat doch keinen Wert den ganzen Tag in ein flimmerndes Fernsehgerät zu glotzen!“, schreie ich ihr entgegen. Der Fernseher deaktiviert sich von selbst. Schatten umgibt uns. Aus der tiefen Schwärze ertönt ein gequälter Schrei. Ich taste mich an der Wand entlang zur Tür und verlasse den Raum.
Ich stelle mich etwa in die Mitte des Raumes und betrachte die zwei anderen Türen. „Was mich dahinter wohl erwartet", sollte ich mich fragen, doch aus irgendeinem Grund tue ich es nicht. Ich scheine irgendwo in mir genau zu wissen, was mich erwartet. Ohne weiteres Zögern gehe ich auf die Tür mit der Aufschrift „Wasser“ zu. Ich betrete das „Wasser“.
Ein riesiges Aquarium erhebt sich vor mir. An den Wänden des Raumes befinden sich Regale, die mit Büchern über verschiedenste Themengebiete, überladen sind. Ich blicke in das Aquarium und stelle fest, dass ein Mann darin auf der Stelle schwimmt. „Warum schwimmen sie?“, frage ich ihn. „Ich schwimme, weil alles fließt“, antwortet er mir schwer atmend. „Und warum steht in diesem Raum ein Aquarium? Es ist doch eine Bibliothek, oder?“, fahre ich fort, während ich mich traue eines der Bücher herauszunehmen. Der Mann schwimmt an den Beckenrand und lehnt sich mit verschränkten Armen darauf. „Weil das mein Wissen ist“, entgegnet er. „Dieses Aquarium, oder der ganze Raum?“, füge ich hinzu. Nach einem tiefen Atemzug gibt er die Antwort: „Alles in diesem Raum und der Raum selbst ist mein Wissen.“ Ich gehe die Regale entlang. In ihnen herrscht keinerlei Ordnung. Die Bücher sind weder nach Themen, noch nach Alter, noch alphabetisch geordnet. „Hier herrscht absolut keine Ordnung. Du kannst gar nicht auf das Wissen zugreifen, das du hast. Ohne ein System findest du bei so vielen Büchern nie das, das du benötigst“, werfe ich ihm entgegen. Verwirrt sieht er mich an und fragt: „Wozu auch? Ich versinke so tief in den Büchern, dass ich gar keine Zeit habe mich zu fragen, warum das gelesene so ist, wie es ist. Also brauche ich das Wissen nicht finden.“ „Es muss öde sein den ganzen Tag zu lesen und zu schwimmen, ohne sich Fragen zu stellen. Außerdem erscheint es mir sinnlos einem Autoren blind zu vertrauen. Wozu lernst du all das überhaupt, wenn du keine Fragen stellst?“, predige ich ihm. Er blickt in die Regale und antwortet voller Überzeugung: „Um es zu wissen!“ Ich schüttle den Kopf, lege das Buch zurück, trete an ihn heran und sage: „Es ist sinnlos zu wissen, ohne einen rund dafür zu haben. Man sollte immerhin Interesse für das hegen, das man nachliest.“ Er sieht mich nachdenklich an und steigt aus dem Wasser. Er setzt sich auf den Boden, nimmt ein Buch aus einem Regal und liest es, doch scheint ihn irgendetwas daran zu stören. „Geh! Verschwinde!“, schreit er. Ich verlasse den Raum. Kurz bevor ich die Tür schließe vernehme ich einen gequälten Schrei.
Ohne darüber nachzudenken begebe ich mich zur letzten Tür. Ich betrete den „Nebel“.
Wie ich vermutet habe, erhebt sich eine dichte Nebelwand vor mir. Mit kleinen Schritten bewege ich mich vorwärts. Die Tür hinter mir versinkt schon nach wenigen Schritten im nassen Dunst. Sieben Schritte von der Tür entfernt tritt mein rechter Fuß ins Leere. Rechtzeitig ziehe ich ihn zurück und blicke hinab. Vor mir klafft ein Graben von nicht wahrnehmbarer Tiefe und ebenso wenig definierbarer Breite. Ich sehe mich um. Nichts zu erkennen. „Ist hier jemand?“, rufe ich. Das Echo kommt zu mir zurück und ich frage mich, ob ich das Gebäude verlassen habe. „Was willst du?“, schallt es von der anderen Seite des Grabens herüber. „Was ist das für ein Raum?“, frage ich. „Das ist meine Seele. Warum willst du das wissen?“, antwortet mir die Stimme. Ich setze mich auf den Boden und lasse die Füße in den Abgrund hängen. „Ich möchte nur wissen, wo ich bin. Mehr nicht“, antworte ich, während ich wie ein Kind die Beine vor und zurück baumeln lasse. „Und was soll dieser Abgrund hier? Das kann ich nicht verstehen. Ein riesiges Loch mitten im Raum. Das erscheint mir sinnlos“, fahre ich fort. „Finde es selbst heraus“, entgegnet die Stimme knapp. „Wie meinst du das?“, hake ich nach. Stille. „Meinst du etwa, dass ich dort hinunter springen soll?“, frage ich, auch, wenn mir die Antwort klar ist. Stille. Ich stehe auf und sehe noch einmal in den Abgrund. Ich trete mit dem linken Fuß vor und spüre wie ich falle. Kurze Zeit später komm ich auf den Boden auf.
Ich scheine nur wenige Meter gefallen zu sein. Ich blicke nach oben. Ein schwaches Abbild des Grabens, durch den ich gefallen bin, ist zu erkennen. Es scheint, als ob er hunderte Meter entfernt ist. Ich sehe mich in dem Raum um. Vier Türen kann ich durchschreiten. Auf dem Boden befindet sich ein seltsames, aus Kreisen und Linien bestehendes, System. Insgesamt beherbergt es zehn Kreise, die sich vollkommen voneinander unterscheiden, aber eine Art Hierarchie bilden. Die Symbole um und in den Kreisen kann ich nicht entziffern.
Als ich es aufgegeben habe dieses Mosaik verstehen zu wollen, gehe ich auf die Tür links von mir zu. Mit goldener Farbe ist das Wort „Dunkelheit“ auf das Metall, aus dem sie besteht, geschrieben worden. Ich öffne die Tür und trete in die „Dunkelheit“.
Der Raum, den ich betrete ist hell erleuchtet. An den Wänden sehe ich Metallringe, an denen Ketten befestigt sind. Insgesamt sind es sieben an der Zahl. In der Mitte des Raumes steht eine Frau, die an den sieben Ketten festgebunden ist. Ihre Arme, Beine und ihre Hüfte sind schon wundgescheuert. Aus ihrem Hals und ihrer Taille fließt schon Blut. „Wer bist du? Kann ich dir helfen?“, biete ich ihr an. Kopfschüttelnd sagt sie: „ Nein, du kannst mir nicht helfen.“ „Und warum bist du hier?“, frage ich verwirrt. „Ich bin das Gefühl. Darum bin ich hier. Und deshalb bin ich angekettet“, antwortet sie. „Wer hat dich denn angekettet“, frage ich weiter. Sie schweigt. „Du willst, dass ich es selbst herausfinde“, stelle ich fest. Sie nickt. Ich verlasse den Raum und gehe zum gegenüberliegenden.
Das Wort „Glas“ ist mit roter Farbe darauf geschrieben worden. Ich öffne die Tür und betrete das „Glas“.
Der dahinterliegende Raum ist mit Tüchern behangen. Ich sehe die Umrisse eines Mannes hinter einem roten Tuch. Ich gehe auf das Tuch zu. „Komm nicht näher“, sagt der Mann. Ich bleibe stehen. „Warum versteckst du dich?“, frage ich ihn. „Weil ich die Erinnerung bin. Es wurde mir verboten gesehen zu werden“, antwortet er. Ich frage ihn: „Wer hat dir verboten gesehen zu werden?“ Er antwortet mir nicht. „Soll ich es selbst herausfinden?“, füge ich hinzu. Er nickt. Ich drehe mich um und verlasse den Raum.
Ich gehe auf die Tür rechts von mir zu. Das Wort „Rauch“ ist mit schwarzer Farbe darauf geschrieben worden. Ich trete in den „Rauch“. In dem Raum sitzt eine Frau auf einem Stuhl. Ich sehe sie an. „Was machst du hier?“, frage ich. „Ich bin der Kontakt. Mir wurde es verboten mehr zu sagen“, antwortet sie. „Wer hat dir verboten zu sprechen?“, frage ich. Keine Antwort. Ich drehe mich um und sage: „Ich soll es selbst herausfinden.“ Ich verlasse den Raum.
Ich gehe auf die letzte Tür zu. Sie hat keine Aufschrift. Ich trete ein. In diesem Raum steht ein Thron, auf dem eine Maske mit sieben Augen liegt. An den Wänden stehen Sätze geschrieben. Das Erste sieht. Das Zweite nimmt wahr. Das Dritte dringt ein. Das Vierte begehrt. Das Fünfte verbirgt. Das Sechste erkennt. Das Siebte beherrscht. Ich gehe auf den Thron zu. Ich nehme die Maske in meine Hände. Ich drehe sie, während ich sie betrachte. Ich setze ich auf den Thron. Ich führe die Maske zu meinem Gesicht. Nachdem ich sie aufgesetzt habe, versuche ich sie wieder abzunehmen. Ich kann es nicht. Ich gehe zur Tür und versuche sie zu öffnen. Ich kann es nicht. Ich setze mich wieder auf den Thron. Einige Momente später äußere ich einen gequälten Schrei.

 

Hallo, ich wünsche euch vel Spaß und viele Gedanken und Kommentare zu dieser Geschichte. Nicht, dass ihr denkt ich sei zu doof um Absätze zu machen es ist nämlich Absicht. Offenheiten und einige Unklarheiten sind übrigens auch beabsichtigt. Und jetzt wünshe ich euch nochmals viel Spaß.
Leliel

 

Hallo leliel!

Absätze würden die Lesbarkeit verbessern.

Ein paar Flüchtigkeitsfehler hast du noch:

„Was mich dahinter wohl erwartet sollte ich mich fragen

Hier gehen die " auf, aber nirgends zu.

dass ich gar keine Zeit habe mich frage

Da fehlt ein Wort.

von nicht wahrnehmbarer Tiefe und ebenso wenig definierbarere Breite.

definierbarer.

As kann ich nicht verstehen. Ein riesiges och mitten im Raum

Loch.

springen soll?“; frage ich, auch, wenn

Ein Komma statt dem Semikolon.

Ich schien nur wenige Meter gefallen zu sein.

Du erzählst in der Gegenwart, also sollte hier Perfekt stehen.

herausfinde“; stelle ich fest

Ein Komma statt dem Semikolon.

Ich erlasse den Raum.

verlasse.

Das erste sieht. Das zweite nimmt wahr. Das dritte dringt ein. Das vierte begehrt. Das fünfte verbirgt. Das sechste erkennt. Das siebte beherrscht.

Die Substantive groß.

Ich setze ich auf den Thron.

mich.

Insgesamt hat es mir gefallen. Es wirkt alles sehr abstrakt und doch hat alles seinen Platz. Wie der Erzähler, der am Ende auch seinen Platz findet.

Ich verstehe jedoch nicht, weshalb du es als "Absicht" bezeichnest, keine Absätze zu machen. Das hat mir nicht gefallen, da die Lesbarkeit darunter leidet.

Schöne Grüße,

yours

 

Nunja Absätze wirken abtrennend und eben das will ich nicht, denn alles hängt vom sinn her so eng zusammen, dass sogenannte Sinnabschnitte einiges an der BEdeutung der Geschichte verlieren lassen. Aber wenn du denkst, dass es dann um einiges besser lesbar wäre. dann werde ich das nochmal überarbeiten. Vielen Dank für deine Kritik.

 

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