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No Place for Dreamers

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06.12.2019
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No Place for Dreamers

Der Morgen schlich heran und zog den Schopf der Sonne mit sich. Ihre Wärme spendenden Strahlen ragten über dem Bergkamm auf, wie ein Heiligenschein und fochten gegen die letzten Schatten der Nacht. Die großflächig verglasten Fassaden der Häuser leuchteten auf, während die der Sonne abgewandten Seiten noch immer im Dunklen warteten. Das Wasser der Bucht trieb ruhig dahin und auf ihm bildeten sich glänzende Spiegel. Es schien ein warmer, angenehmer Tag zu werden. Im Schatten der großen Häuser wartete der KNP Polizist zusammen mit dem Zeugen auf den Detective. Das Licht des Einsatzfahrzeuges hellte die Szenerie in rot, blaue Töne und spiegelte sich im unberührten Lack der noblen Autos wider.
„Wohnen sie hier?“ , fragte der Polizist. Der Zeuge zog sich den Kragen, seines reinlich weißen Poloshirts nach oben, holte eine Kaugummipackung hervor und bot sie seinem Gegenüber an. Ein Kopfschütteln. Er faltete den Inhalt aus der dünnen Alufolie und schmiss sich einen Streifen in den Mund: „Ich wohne etwas weiter unten an der Bucht, bei meinen Eltern. Ich arbeite hier nur um mir neben meinem Wirtschaftsstudium etwas Geld zu verdienen.“
„Und dann müssen sie so etwas sehen. Es ist wirklich eine Schande, dass in dieser wundervollen Gegend ein solches Verbrechen stattfindet. Ziemliche Schweinerei, all das Blut.“
Der Zeuge biss desinteressiert auf dem Kaugummi herum. Ein kleiner Ballon spannte sich vor seinem Mund, blies sich auf und platze: „Ja und ich darf das alles wieder sauber machen.“
„Nein Nein. Fassen sie ja nichts an, dafür gibt es sogenannte Tatortreiniger. Das sind Arbeitskräfte, die für so etwas zuständig sind. Sehen sie sich doch das Blut an! Es ist ganz dreckig, nicht das sie sich mit etwas anstecken.“
„Ja, sie haben Recht. Am Ende werde ich noch krank davon. Wer weiß was in dem Blut alles drinnen ist.“
Schweigend standen sie über dem Leichnam zu ihren Füßen und betrachteten ihn eine Weile. Die Strahlen der Sonne schienen friedlich auf den leblosen Körper nieder, als wollten sie das dunkle Böse aus der reinen, friedlichen Welt vertreiben.
„Sieht so aus, als würde sich Detective Park Yong-koo verspäten“ , sagte der Polizist. Er kniff die Augen zusammen. Fragend deutete er auf eine schwarze Scheibe neben dem Leichnam: „Was hat es mit der Schallplatte auf sich?“
„Ich weiß es nicht.“
„Haben sie die Schallplatte angefasst?“
„Nein, die ist mir bis jetzt noch gar nicht aufgefallen.“
„Das ist sehr verdächtig. Wer läuft denn schon mitten in der Nacht mit einer Schallplatte herum?“
„Ja und wer benutzt die Dinger überhaupt noch? Vielleicht enthält sie eine geheime Botschaft.“
„Das könnte natürlich möglich sein. Sehen sie, wie fest sich die Hand in die Platte krallt? Ich glaube, es gab einen Kampf darum.“
„Wieso sollte man wegen einer Schallplatte kämpfen?“
„Da waren bestimmt Drogen im Spiel. Die Klamotten der Leiche sind dreckig und zerrissen, kommt bestimmt von oberhalb des Hanges her und von dort kommt nie etwas gutes.“
Langsam fuhr ein Polizeiwagen heran. Eine Autotür schlug zu. Detective Park Yong-koo betrat den Tatort und es begann der standardisierte Ablauf einer solchen Situation. Gespräche wurden geführt, über das Wetter und die Unbarmherzigkeit der Verbrecher. Mit dem Polizisten zusammen untersuchten sie das Geschehen. Ordentlich wurde alles notiert, die Aussage des Zeugen, der vermutete Tathergang und die gefundenen Spuren. Sie füllten die notwendigen Berichte aus und fassten alles zusammen. Ein mit Papier gefüllter Ordner, welcher unter hunderten im Regal verschwand. Der Leichnam wurde von schwarz gekleideten Männern abgeholt und in einem länglichen Wagen zu seinem endgültigen Ruheort gefahren. Asche, die ungekannt ihren Platz in einer bedeutungslosen Urne fand. Am Tatort blieb nichts zurück, jeder noch so kleine Partikel wurde vom Reinigungsdienst gewissenhaft entfernt und desinfiziert. Jegliche Erinnerung fand ihr Ende, zurück blieb nur die vollkommene Reinheit des Bodens.



Die Nacht war finster. Jong-seo zog sich die Kapuze über den Kopf. Sie wollte sich der Angst entziehen, sich abschirmen, doch es war zu spät. Das starre Gesicht verfolgte sie bereits und könnte hinter jeder Ecke warten. Sie wollte es nie wieder sehen und vor allem nicht so, wie Dal-su es gesehen hatte. „Du gehst in den ersten Stock und suchst nach dieser Beatles Schallplatte. Ich suche unten nach dem Spiegel. Bleib ruhig und denkt daran, wenn du den Typen siehst, dann lauf so schnell du kannst.“ , das waren die letzten Worte, die Dal-su ihr gesagt hatte, bevor sie in das verrottende Anwesen einbrachen. Sie wusste nicht von wem er sprach und es änderte auch nichts an der Situation. Er war nun tot und sie musste fliehen. Wie war sie überhaupt dem Schrecken im Anwesen entkommen? Sie suchte nach der Schallplatte, fand aber außer Staub und toten Ratten nichts. Kein Problem, der Spiegel war wichtiger. Er war wertvoller als alles, was sie jemals gestohlen hatten. Sie schlich die baufällige Treppe nach unten ins Erdgeschoss. Ihr Komplize stand, mit dem Rücken zu ihr, regungslos im Raum, sein schwarzer Anzug wurde von der Dunkelheit verschlugen. Sie ging herum und wollte ihn ansprechen, dann war plötzlich alles eine Ansammlung panischer Bildschnitte. Nur Dal-sus Gesichtsausdruck brannte sich ins Fotoalbum ihres Kopfes. Seine schmerzhaft aufgerissenen Augen, als er in den kleinen Spiegel blickte und das Blut, welches sich aus seinem Körper ergoss. Es stach aus der Schwärze der Nacht heraus, wie die Sterne am Himmel und ließen ihre unruhige Seele nicht mehr los. Sie hatte noch so viel Verstand gehabt, ihrem plötzlich blutüberströmten Komplizen den Wertgegenstand zu entreißen, doch das Röcheln des Sterbenden fror ihre Glieder ein und bannte sie, bis sie im Nebenzimmer das leere Gesicht erblickte. Das Gesicht, dessen starre Augen eingehüllt im Dunklen schwebten und tödlich auf sie herabsahen, wie die gläsernen Pupillen eines Wolfes, die vom Licht erhellt eine mordende Lust ausstrahlten. Sie rannte panisch aus dem Anwesen und von Angst getrieben den Hang hinab, bis sie sich dem Schreck entkommen fühlte. Jong-seos Herz schlug wie ein Presslufthammer. Die Erinnerung an den Tod ihres Komplizen war unerträglich. Sie beschleunigte ihren Schritt. Wollte weglaufen. Vergessen. Sie musste unter Menschen. An einen Ort, an dem sie nicht alleine war, denn das röchelnde Geräusch ihres sterbenden Kollegen verfolgte sie. Aus jedem Winkel konnte sie die verzweifelte, nach Luft schnappende Melodie des Todes hören und es schritt mit ihrem Geist, wie die anhänglichen Schatten in dieser furchterregenden Nacht.

Sie befand sich am höchsten Teil des Hanges. Er wurde nur noch von Müllsäcken, nassen, zerrissenen Sofas und verrottenden Möbeln bewohnt, die sich an jeder vorhandenen Ecke sammelten. Sie ging schneller und starrte ins Tal hinab, sah die Bucht, in der sich Häuser, Lichter und ihre Sehnsüchte sammelten. Ihr Traum von einem eigenen Haus am Wasser, musste sich erfüllen, sonst waren all ihre Anstrengungen umsonst. Die Hoffnung darauf gab ihr ein wohliges Gefühl, doch all die Ruinen, die von Rost zerfressenen Autos und der verwachsene Unrat füllten ihren Kopf wieder mit dem Bildnis der starren, tödlichen Augen. Sie ging schneller, rannte fast, während nutzlose Laternen, von Stützen getragene Betonmauern und windige Wellblechhallen an ihr vorbeizogen. Über ihr bildete sich ein Netz aus Stromkabeln, gesponnen von ihrem Verfolger, um sie einzufangen und zu verschlingen. Die schmale, brüchige Straße zog sich in das Zentrum. Hinein in das Eden des Konsums, wo die Menschen Besitzer waren und nicht wie hier Träumer. Hier verrottete alles, lief den Berg hinab und bildete den Nährboden für etwas Besseres. Hier gehörte sie hin, doch nicht mehr lange. Der Spiegel war ihr Ausweg. Jong-seo fühlte ihn in der Brusttasche ihrer Kapuzenjacke. Er war eine dunkle, bedrückende Macht und gleichzeitig ihr Zug in eine bessere Welt, doch er fuhr durch einen Tunnel, in dem nur Finsternis herrschte.
Plötzlich war ihr, als würde er eine Masse des grauenhaften Nichts in ihrem Inneren pflanzen, dann hörte sie vor sich ein röchelndes Geräusch, ein Gurgeln, ein panisches Luftschnappen und das schleimige Tropfen einer Flüssigkeit. Sie blieb stehen, konzentrierte sich. Die Dunkelheit der Nacht erzeugte eine eiskalte Stille. Vor ihr schien alles zu schlafen, die enge Straße, die flachen unverputzten Häuser, nur die vereinzelt funktionsfähigen Laternen zeugten vom Leben. Wieder ertönte das erschreckend vertraute Geräusch, diesmal hinter ihr. Schlagartig wand sie sich, schluckte den Klos in ihrem Hals hinunter. Nichts. Stille. Nur brüchige Mauern und ein verwachsener Haufen Ziegelsteine, der verlassen neben der im Schwarz der Nacht verlaufenden Straße lag. Das Geräusch ähnelte den letzten qualvollen Minuten ihres Komplizen, doch sie wusste das nicht er es war. Jong-seo konnte sich nicht bewegen. Sie starrte in die Gasse zu ihrer Rechten, eingerahmt von einem kaputten Stromkasten und zerrissenen Müllsäcken, verschwand der Weg unheilvoll in den Schatten. Ihr Körper wollte fliehen, doch ihr Verstand Gewissheit schaffen. Sie dachte es wäre vorbei, doch schlagartig schallte wieder das merkwürdige Geräusch, diesmal ein Schlurfen, wie der Gang durch zähes Öl. Schritte, deren schmatzender Ton Fuß für Fuß lauter wurde. Es kam näher, bis es kurz davor war, aus der Dunkelheit hervorzutreten. Jong-seo konnte sich nicht halten und lief davon. Sie stürzte, schlug sich das Knie auf und rannte panisch weiter, irgendetwas verfolgte sie. Vielleicht auch nur das eingebildete Bildnis des starren Gesichts. Sie wollte den Spiegel und seine dunklen Geheimnisse einfach nur loswerden, das Geld kassieren und in einer sicheren Welt aufwachen. Immer weiter hetzte sie die Straße entlang, ihre Lungen brannten und in ihrem Kopf schlugen chaotisch wilde Einbildungen aneinander. Der warme Asphalt gab die gespeicherte Hitze des Tages ab und trieb ihr den Schweiß ins Gesicht. Ihre Angst schuf Kraft und trug sie weiter, bis sie das Zeichen der Erlösung sah. Eine fahl leuchtende Neonreklame: „Bar geöffnet“. Jong-seo wandte sich von der Straße ab und folgte dem Pfeil des Schildes rechts eine steinerne Treppe nach unten, hinab in einen dicht besiedelten Abhang. Die Häuser waren behelfsmäßig aufeinander gestapelt und ihre Fassaden verziert mit Stromkabeln, schwarzen Wandschriften und der wild über eine Mauer wuchernden rosa Blüten eines Mugunghwastrauches. Ein warmes, traurig wartendes Licht hing über dem Eingang. Die Fenster waren vergittert. Schwer atmend sah sie sich noch einmal um, kein Verfolger, dann trat sie ein.

Der schwach beleuchtete Raum war mit den Leichen der Betäubten gefüllt, einsam verwuchsen sie mit den Tischen und nährten in Gedanken versunken ihre Frustration. Dazwischen stachen Sojuflaschen empor, gleich den Götzen einer tröstenden Gottheit. Der Anblick wurde begleitet von den hypnotisierenden Klängen mehrerer Flöten und Saiteninstrumenten, welche leise aus einem Radio flüsterten. In einer Ecke stand eine alte Jukebox, die vergessen leuchtend um Aufmerksamkeit rang. Quer durch den Raum hing eine glänzende Girlande mit den Worten: „Happy Birthday“. Jong-seo bestellte sich etwas zu trinken und nahm in einer dunklen Ecke platz. Sie war froh unter Menschen zu sein, obwohl diese eher sterbenden Geistern glichen. Es gab ihr ein klein wenig Sicherheit und Trost gegen die Furcht. Ohne es bewusst zu wollen, glitten ihre Finger in die Bauchtasche und strichen über die kalte Scheibe des Spiegels. Seine dunkle Macht, hatte Dal-su das Leben genommen. Sie erinnerte sich an sein, vor Angst sterbendes Gesicht. So wollte sie nicht enden. Ihr Ende sollte friedlich sein, in einem großen Haus, umgeben von einer liebenden Familie. Sie verstand nicht, warum jeder den Spiegel so begehrte. Konnte er mehr, als nur den Tod hervorbringen? Er strahlte eine intensive Faszination aus. Was würde sie wohl in ihm sehen? Sie schüttelte den Kopf und erinnerte sich an die gebrechliche Warnung ihres Auftraggebers: „Wenn ihr ihn habt, dann bringt ihn sofort zu mir. Benutzt ihn nicht! Der Mensch ist blind. Er sieht nur seine Ängste und diese hat er nicht unter Kontrolle. Er erkennt nur die Wirklichkeit, das was sie umgibt bleibt ihm verborgen. Deshalb brauche ich den Spiegel, denn ich bin bereit zu sehen.“
Wieso hatte Dal-su in die verheißungsvolle Scheibe geblickt? Wollte er ihn für sich benutzen? Er war selbst schuld, hatte die Warnung ignoriert, doch eigentlich war sie froh über seinen Tod, dadurch ging der gesamte Erlös allein an sie. Es war ihr Ausweg aus all dem Elend. Jong-seo musste nur noch auf den Morgen warten. Die Furcht der Dunkelheit ertrug sie nicht mehr. Sie wurde ruhig, trank ein paar Gläser Soju und eine warme Zufriedenheit erfüllte sie. Sicherheit. Sie war in Sicherheit und konnte die Entspannung zulassen. Kraftlos hingen ihre erschöpften Glieder herab, dann wurden ihre Augenlider schwer und sanken langsam nieder.
„Guten Abend“ , Jong-seos Verstand schwebte schon in wohlhabenden Traumwelten. Sie brauchte einen Moment, bis sie die Person vor sich als real wahrnehmen konnte.
„Danke, das ich mich zu ihnen setzen darf“ , während der Mann platz nahm, strich seine Hand fürsorglich über den Tisch. Sein Äußeres hatte etwas unwirkliches, grauenhaftes an sich. Etwas, das Jong-seo erschreckend vertraut vorkam und eine unermessliche Angst hervorrief. Seine langen, schwarzen Haare waren ordentlich gekämmt und gingen an der Stirn in einem Mittelscheitel auseinander. Die Strähnen versteckten seine dämonisch leuchtenden Augen hinter einem Wasserfall. Es waren diese Augen, diese starren, leblosen Augen. Sie fand kein Mitgefühl, keine Freude, kein Leben in ihnen, nur tödliche Leere. Infernalisch fixierten sie ihr Opfer, trieben es in die Enge, um es mit in ihren Abgrund zu ziehen und zu verschlingen. Je mehr sie in diese tief schwarzen Pupillen blickte, desto größer wurde ihre Angst. Und dann zeichnete sich in ihren krampfhaft aufgerissenen Augen die Erkenntnis ab. Es lag nicht nur an seinen Augen, sondern auch an den Kleidern die er trug. Der Anzug war viel zu klein und spannten sich um seinen Körper. Das weiße Hemd war am Kragen mit roten Flecken getränkt. Sakko und Weste hatten Risse und braune Flecken. Es war Dal-sus Anzug.
„Es war nicht meine Idee. Dal-su er...Hören sie. Ich wollte nur etwas Geld machen, raus aus diesem Chaos. Das verstehen sie doch? Oder?“
Der Mann schwieg. Er legte den Kopf leicht schief und musterte das schwache Wesen vor sich. Jong-seo fühlte sich machtlos, doch hier konnte ihr nichts geschehen: „Ich werde ihnen den Spiegel nicht geben.“
Eine Kälte breitete sich in ihrer Brusttasche aus. Es war der Spiegel, der sich wie gefrorenes Wasser stechend über ihren Bauch verteilte. Ihr Körper fühlte sich taub an. Die Kälte zog alles lebendige in sich hinein. Der Mann beobachtete sie, dann begann er zu sprechen. In seiner monotonen Stimme gab es kein Anzeichen der Empathie: „Wollen ist keine Schande, doch Verlangen führt zu Gier und schlussendlich zu Angst und das ist ein Verbrechen und Verbrechen müssen bestraft werden. Für das Finden einer geeigneten Strafe braucht es Zweierlei. Der Richter urteilt über das Verbrechen und der Henker richtet. Wenn der Richter kein Urteil spricht, dann handelt der Henker eigen. Sie wissen, dass ich nicht der Richter bin.“
„Sie können mir hier nichts antun.“
Der Mann antwortete nicht. Seine starren Augen ließen sie nicht los.
„Wer sind sie überhaupt? Hat der Besitzer Sie beauftragt?“
„Kein freier Wille hat mich geschaffen.“
„Wenn ich schreie, wird man sie aufhalten und ich kann fliehen.“
„Sie können nicht vor dem fliehen, was sie in sich tragen und so lange werde ich folgen.“
„Jeder in dieser Bar hat sie gesehen.“
„Dieser Raum ist ein Ort der Blindheit. Jeder sieht nur seine eigene Furcht.“
„Die Polizei wird kommen.“
Keine Reaktion. Stille breitete sich aus. Sie zog jedes Geräusch aus der Atmosphäre und schirmte Jong-seo ab, wie ein verlassenes Rehkitz, das hoffnungsvoll auf die Rückkehr einer helfenden Macht wartete.
„Lassen sie mich gehen, wenn ich Ihnen den Spiegel gebe?“
Noch immer keine Antwort. Er bewegte sich nicht. Er saß einfach nur da.
„Wwwir können uns doch bestimmt irgendwie einig werden. Das Geld! Wir könnten es uns teilen“ , ihre verzweifelten Rettungsversuche gingen in der Stille unter. Sie wartete angespannt. Das Schweigen deutete sie als Zeichen ihres unausweichlichen Endes, bis der Mann wieder mit seiner eiskalten Stimme sprach: „Wissen sie, ihre Spezies sagt mir oft ich sei ein witziger Mensch. In meiner Freizeit bin ich ein begnadeter Schreiber. Ich notiere meine Witze immer in einem Buch. Würden sie gerne einen hören?“
„Ich weiß nicht. Ähm...“
„Bok-gis Vater wurde blind geboren. Bok-gis Mutter wurde blind geboren. Als Bok-gi auf die Welt kam, dachte er sich, wenn mein Vater und meine Mutter mir nicht zeigen können, wie diese Welt aussieht, wie soll ich dann sehen können? Also war auch Bok-gi blind. Die Zeit verging, seine Eltern starben und Bok-gi wurde ein einsamer, alter Mann. Als auch er starb, traf er auf seinen Gott. Er fragte ihn, ich habe mein Leben lang gelitten. Wieso hast du mich mit Blindheit gestraft? Und Gott antwortete, du Idiot, mach doch einfach die Augen auf.“
Die Augen des Mannes weiteten sich, schoben sich auf, bis man ihr volles Weiß sah. Es schien, als warteten sie angespannt auf irgendeine Reaktion, dann zogen sich langsam die Mundwinkel nach oben und offenbarten seine gelben, aufeinandergepressten Zähne. Sein Kopf begann zu zittern und die Fasern an seinem Hals spannten sich. Angestrengt verharrte er in dieser schmerzhaften Fratze. Jong-seo wusste nicht was er von ihr erwartete. Sie schwieg. Der Anblick war grauenhaft. Dann verfiel sein Gesicht wieder in die tödliche, apathische Starrheit. Er griff in seine Innentasche und holte ein rotes Büchlein hervor, legte einen Stift hinein und schob es vorsichtig mit zwei Fingern seinem Gegenüber zu.
„Würden sie vielleicht ein paar Wörter in mein Buch schreiben?“
„Wieso?“
„Es bedarf einer Erinnerung, sonst ist das Leben nur ein Scheit im ewig brennenden Feuer.“
„Was soll ich denn schreiben?“
„Das weiß ich nicht. Es ist ihnen überlassen.“
„Mir fällt nichts ein.“
„Ihnen sollte aber besser etwas einfallen. Sonst wird ihr Leben genau das sein.“
„Was sein?“
„Nichts.“
„Nichts?“
„Ja. Wenn sie etwas in mein Buch schreiben, dann können sie auf ewig in einem meiner Witze weiterleben und andere werden sich daran erfreuen.“
„Ich weiß nicht...weiß nicht was ich schreiben soll.“
„Es ist doch wohl nicht so schwer sich ein paar Worte aus dem Kopf zu ziehen. Wissen sie, es macht keinen Unterschied, ob sie etwas schreiben oder nicht. Es dient nur der Erinnerung.“
Eingeschüchtert kritzelte Jong-seo ein paar Worte auf die Seite, dann gab sie dem Mann das Buch zurück.
„Das wird ein wunderbarer Witz, vielen Dank“ , nachdem er die Worte gelesen hatte schob er das Buch in die Innentasche seines Sakkos, der Elfenbeingiff eines länglichen Gegenstandes blitzte dabei zwischen dem schwarzen Stoff auf. Jong-seo erkannte es.
„Ich bitte sie. Lassen sie mich in Frieden. Sie bekommen den Spiegel und ich werde niemandem erzählen, dass sie hier waren.“
„Sie haben das falsche gestohlen. Sie können mich nicht aus sich herausschneiden, doch ich kann es. “
Schlagartig stand sie auf, ihr ganzer Körper zitterte: „Ich hole mir etwas zu trinken.“
Der Mann nickte: „Trinken sie. Es eilt nicht. Der Hang wird immer da sein und uns erwarten.“
Jong-seo malte sich die schrecklichsten Vorstellungen aus. Eine Zukunftsvision nach der anderen flog durch ihre Gedanken. In jeder fand sie den Tod. Ihr Ziel war greifbar, sie hätte als wohlhabende alte Frau sterben können, jetzt musste sie unbedeutend in den kaputten Straßen zwischen dem Morast krepieren. Sie fühlte sich überfordert, gedankenlos. Ihr Kopf war so zum Bersten gefüllt, dass sie nicht genau wusste, was sie tat. Sie stand vor der alten Jukebox. Staub sammelte sich auf der Plastikverkleidung, Chrom platzte ab und die Lieder hinter der zerkratzten Plexischeibe ließen sich höchstens mutmaßen. Das Gerät stand nur noch da, um die Trauernden an eine bessere Zeit zu erinnern, trotzdem schmiss Jong-seo eine Zehn Won Münze ein. Das Metall schob sich scheppernd durch das Gerät. Sie wählte abwesend ein Lied aus und die Mechanik setzte sich knarzend in Bewegung. Der Greifer legte die Platte auf. Der Mann starrte sie noch immer gefühllos an, doch etwas in seinen Zügen war anders, da war etwas fokussiertes, zielstrebiges. Er stand auf und ging mit bedachten Schritten auf Jong-seo zu. Die Nadel des Plattenspielers traf auf die Scheibe. Der Mann blieb stehen, in den von Schatten verdeckten Augen spiegelte sich eine unausweichliche Macht. Keine Rettung. Keine Erlösung. Sie ließen nur noch Akzeptanz zu. Dann begann die Jukebox zu spielen. Eight days a week von den Beatles. Langsam schwollen die Gitarrenklänge an, lauter, immer lauter und als die Einleitung des Liedes zum Höhepunkt anschwoll und der Gesang anfing, klatschte der Mann in die Hände. Er ging in die Knie und begann sich elegant im Takt des Rhythmus zu bewegen. Seine Arme schwangen zur Melodie. Mit geschlossenen Augen trat er in die Kraft der Instrumente ein und versank in seinem Zwang. Jong-seo dachte nicht nach, sie stürmte aus der Bar. Ein kurzer Blick über die Schulter. Der Mann war in seinen Tanz vertieft. Sie war verwirrt, lief die Treppe weiter hinunter, begleitet von dem Lied, welches sich nicht aus ihrem Kopf löste. Lennon und McCartneys Stimmen ließen ihre panischen Schritte zu einem Tanz durch die engen Wege werden. Die Straße lief tiefer den Hang hinab und führte zur Bucht. Jong-seo rannte eine halbe Ewigkeit, um ihrem Verfolger zu entkommen, vorbei an Häuserblocks, die aus dem Boden stachen und nach dem Himmel griffen. Studenten, Arbeiter und Rentner lebten in den Wohnungen mit den kleinen Balkonen und Gemeinschaftsgärten. Sie rannte hilflos weiter, schoss an von Beton untergrabenen Läden vorbei, die mit gebrauchten Handys, Klamotten oder billigen Frisuren warben. Die engen, von Mülltonnen bewohnten Abkürzungen halfen bei der Flucht, nur ein Wollknäuel an Stromkabeln folgte ihrem Weg. Im Schein der warmen Laternen fühlte sie sich ihrem Ziel ganz nahe. Sie bog an einem alten Auto links ab und fand sich an einem Parkplatz wieder, der zwischen den Bauten in einem Tal lag und eine Abkürzung zur nächsten Straße bildete.
Hier konnte sie kurz rasten. Ihr Herz schlug schnell, pumpte Angst, Adrenalin, aber auch Hoffnung durch ihren Körper. Der Mann würde sie hier niemals finden. Eifrig füllte sich ihre Brust mit der kalten Luft, bis es schmerzte. Sie war sicher. Ihr kraftloser Körper sank erschöpft auf den Stufen einer Außentreppe nieder. Auf einem der Absätze lag eine Stahlschatulle in der alte Familienfotos brannten und im roten Schein der Glut zu Asche zerfielen. Kein Geräusch war zu hören, nur das Knacken der brennenden, vergilbten Bilder. Die Stille beruhigte sie und entspannte ihre Atmung, doch sie durfte nicht zu lange pausieren. Sie musste weiter und diesen Wahnsinn hinter sich bringen, dann könnte sie endlich in eine Welt eintauchen, in der sie nicht stehlen, sondern leben würde. Eine Welt in der sie nicht wie eine Ausgestoßene behandelt wurde, sondern in der sie ein akzeptierter Mensch war. Eine Welt mit einem warmen Bett, Küche, Bad und einem gefüllten Kühlschrank. Eine Welt ohne Angst vor dem nächsten Tag.

Plötzlich riss etwas an ihrem Traum. War es der Wind? Der Spiegel wurde mit einem mal schwer wie ein Ziegelstein. Er füllte ihr Inneres aus und zog sie nach unten. Eine bedrohliche Atmosphäre entstand, so als hätte ihr Körper eine Vorahnung, geschaffen von der unangenehmen Macht des Spiegels. Ihre Ohren warteten auf etwas. Und es kam, schlich langsam heran und hüllte sie in den Vorhang der Angst. Wie konnte sie immer noch verfolgt werden? Sie war doch so weit gerannt. Es war wieder dieses Gurgeln, das keuchende Geräusch des Sterbens. Am anderen Ende des Platzes schritt es zwischen den Autos hindurch. Sekunde für Sekunde kam es näher. Jong-seo ging in die Knie und versteckte sich zitternd hinter dem Kühlergrill eines rostigen Toyota Pickups. Sie späte zwischen den Reifen hindurch, konnte aber nichts erkennen. Doch es war da. Zielstrebig schritt es zu ihr. Ein öliges Tropfen, wie heißes Wachs, das in Strömen dahinschmolz. Wenn sie aufstand, würde man sie erkennen. Sie musste ruhig bleiben. Das Röcheln und Gurgeln befand sich nun an der Mitte des Platzes, höchstens fünf Meter entfernt. Es wartete. Jong-seo hörte ein Speien und Klatschen, wie Erbrochenes, das sich unter Qualen befreit und auf den Asphalt aufschlägt. Ein plätschernder Bach, der sich wie Säure in den Boden fraß. Dann kam das Geräusch wieder auf sie zu. Sie hielt sich mit ihren Händen den Mund zusammen. Nicht bewegen, nicht atmen, die Worte wiederholten sich immer wieder in ihrem Kopf. Doch es half nichts, das Geräusch kam immer näher. Es wurde so laut, dass es zu einem stechenden Schmerz in den Ohren wurde. Bald würde es um die Ecke kommen und Jong-seo müsste dem unerträglichen Grauen in die Augen blicken. Sie legte sich auf den Bauch und robbte, durch eine Ölpfütze hindurch, unter das Auto. Doch das Versteck bot keinen Schutz gegen die qualvollen Töne, welche über den Platz herrschten und sich wie eine Nadel in den Kopf bohrten. Es stand über ihr, verharrte, als könnte es durch all das Blech hindurch auf sein Opfer hinabblicken. Das Geräusch war nun so nah, so mächtig, wie ein zweiter Kopf hinter dem ihren und er schrie seine erstickenden Schmerzensschreie gegen sie. Jong-seo sah schon die tödlichen Augen vor sich. Sie presste ihren Kopf schützend gegen den warmen Asphalt und hielt sich verzweifelt die Ohren zu. Hände und Füße zitterten, sie hatte keine Kontrolle mehr. Ihre Kräfte waren am Ende. Das Einzige, was ihr schwacher Körper noch zustande brachte, war ein panischer Schrei. Ein Schrei, der all die Einbildungen und schrecklichen Todesmelodien heraustreiben wollte. Und mit einem mal war es Still. Sie wartete in der Dunkelheit auf eine Regung, doch nichts kam. Keine Füße, kein Schatten und keine leeren Augen. So schlagartig das Geräusch kam, so schnell verging es wieder. Die Stille nahm wieder platz, griff nach der Atmosphäre und hinterließ nur Schweigen. Hatte es sie entdeckt? Jong-seo wollte so schnell wie möglich hier weg. Sie kroch vorsichtig unter dem Wagen hervor und kniete geschützt hinter dem vorderen Radkasten. Wind kräuselte sich durch das Dach der Tannen und pfiff sein leises Lied. Gespannt lauschte sie der Stille und wünschte sich das Röcheln würde nie wieder kommen. Und dann, so unvorbereitet und kraftvoll wie ein Schlag ins Gesicht, platzte etwas auf die Fronthaube des Autos. Eine warme Flüssigkeit spritzte ihr an die Stirn. Der Schreck riss sie von den Füßen. Es war ihr Ende, der unausweichliche Höhepunkt ihrer Qual, ihr Tod. Sie lag ungeschützt auf dem Rücken und erwartete ihren letzten Schmerz. Doch sie starrte auf die Leiche eines alten Mannes. Seine Gliedmaßen ragten unnatürlich in alle Richtungen. Das Blech der Fronthaube und sein verrenkter Körper verschmolzen zu einem Hybriden. Blut floss den Lack hinab und bildete eine Lache unter dem Rad. Der Schreck zog Jong-seo in eine andere Welt und als sie wieder in die Wirklichkeit kam, dröhnte in ihrem Kopf das hohe Kreischen der Autoalarmanlage.

Sie lief, lief immer schneller, immer panischer, immer tiefer in die Saat des Verlangens. Sie sah nicht zurück, rannte einfach immer weiter den Hang hinab. Ihr Ziel war schon greifbar. Sobald sie sich dem Spiegel entledigte, würde alles besser werden. Sie musste einfach nur rennen, auch wenn die Kraft des Körpers und ihr Wille verbraucht war. Die Angst trieb sie vorwärts. Rechts von ihr lag ein steiler, von Sträuchern überwucherter Abhang und gewährte einen Blick auf die Bucht. Die geräumigen Häuser lagen schlafend am Wasser und träumten, warteten auf sie. Von hier oben sah ihre Sehnsucht so klein und greifbar aus, als müsste sie nur die Hand danach ausstrecken.
Sie eilte den Hang hinab und riss sich dabei an den dünnen Ästen die Klamotten auf. Jong-seo fand sich in einer gepflegten Wohngegend wieder. Geräumige Backsteinhäuser standen friedlich in ihren großen Gärten, sicher eingefasst von Maschendraht und den majestätischen Ginkgobäumen. Ihre Dächer bogen sich an den Rändern auf, als würden sie verachtend die ängstliche Frau zu ihren Füßen auslachen. Die saubere Straße führte in Serpentinen zwischen den Häusern hinab, gewährten einen Blick auf die fülligen Garagen, die edel strahlenden Autos und die breiten, fassadenfüllenden Fenster. Es war ein Ort der Ruhe, der zum Träumen und Verweilen einlud, doch Jong-seo war unwohl. Sie fühlte sich beobachtet und ihr Körper brannte, als würde sie in Säure baden. Ihre Schritte wurden langsamer. Sie konnte nicht mehr rennen. Ihre Erlösung war nicht mehr weit. Noch ein kleines Stück und sie war an der Bucht. Dort, wo die Häuser am größten und mächtigsten waren, war ihr Ziel, ihr Ausweg. Jong-seo beschleunigte ihren Schritt und kam an eine Kreuzung. Sie war an einer Seite von hohen Betonmauern umringt, über deren Schopf die feinen Haare einer Eibe wuchsen. An der gegenüberliegenden Ecke stand ein 24 Stunden Gemischtwarenladen. Ein Auto fuhr langsam die Straße entlang und das weiße Reklamelicht spiegelte sich in den schwarzen Scheiben. Plötzlich sprang etwas von der Mauer hinab und gab ein fauchendes Geräusch von sich. Erschrocken rannte Jong-seo in den Laden.

Ein junge Mann mit einem weiß strahlenden Poloshirt stand hinter der Kasse. Er musterte sie. Der Ausdruck in seinem Gesicht strafte mit Abscheu. Sie war hier nicht erwünscht. Jong-seo sah im trüben Glas der Eingangstüre eine Katze, die über die Straße schlich. Es war nur ein Tier, kein Verfolger. Sie wollte noch eine Weile in der Sicherheit des weiß erleuchteten Raumes bleiben und wenn sie schon hier war, dann konnte sie sich gleich etwas zu trinken kaufen. Sie ging an den bunt gefüllten Regalen vorbei, welche sich fast bis zur Decke stapelten und den Laden teilten. Aus den Fächern quollen verpackte Lebensmittel, wie übermäßig genährte Bäuche hervor. Sie schienen jeden Moment zu platzen und ihren Inhalt auf dem Boden zu verteilen. An einem Regal stand eine alte Frau. Sie hatte ihre Augen geschlossen und wartete. Ihr Äußeres glich dem reinen Weiß einer Lotosblüte. Kein Fleck war auf ihrer rosafarbenen Wolljacke zu sehen, um ihre Schultern hing eine makellos glänzende Goldkette und die weißen Schuhe strahlten unbefleckt im hellen Licht hervor. Ein angenehm süßer Duft ging von ihr aus, so anziehend wie der gelbe Nektar einer vollkommenen Rose. Obwohl Jong-seo nur ihren Rücken sah, wusste sie, dass ihr Gesicht von einer bezaubernden Eleganz war. Sie wollte an ihr vorbei gehen, doch die alte Frau fing sie ab. Ihre Züge strahlten Freundlichkeit und Mitgefühl aus: „Guten Abend. Es ist mir unangenehm zu fragen, aber wären sie so freundlich und würden mir eine Packung Bio-Reis aus dem Regal holen? Es tut mir aufrichtig Leid sie um Hilfe bitten zu müssen, doch meine Verfassung erlaubt es mir nicht, den Unterschied zu erkennen und mein Begleiter ist gerade anderweitig beschäftigt.“
„Ähm...Ja natürlich“ , Jong-seo streckte sich auf Zehenspitzen zu ihrer vollen Länge, nahm aus dem oberen Regal eine Packung hervor und gab sie der blinden Frau.
„Bitteschön.“
„Sie haben mir wirklich sehr geholfen. Man findet heute nur noch selten hilfsbereite Menschen, vor allem weiter oben am Hang. Wohnen sie auch hier?“
„Noch nicht, aber bald.“
„Diese Gegend ist wunderschön. Ich lebe hier schon seit meiner Geburt und auch wenn es für mich nicht einfach ist, so kann ich mich doch immer auf die Hilfe meiner Nachbarn verlassen.“
„Es ist gut, wenn jemand für einen da ist.“
„Ja. Es gibt mir ein Gefühl der Sicherheit und das ist in meinem Alter nicht selbstverständlich.“
„Da haben sie recht. Brauchen sie sonst noch Hilfe?“
„Nein, schon gut. Sie haben mir schon geholfen.“
„Ich helfe gerne. Schönen Abend noch“ , Jong-seo ging weiter zu den Getränken in der hinteren Ecke des Ladens. Die angenehme Stimme der Frau stillte ein wenig das Chaos in ihrem Kopf. Erst jetzt bemerkte sie die Müdigkeit in ihren Gliedern, jeder ihrer Schritte schmerzte. Am liebsten wäre sie sofort zwischen dem beruhigenden Summen der Kühlschränke eingeschlafen. Nicht mehr lange und alles war vorbei, dann konnte sie schlafen, zwischen seidigen Kissen und warmen Decken, in einer Welt ohne Angst vor Armut oder dem Tod. Jong-seo sah auf die Wasserflaschen hinab, stellte aber enttäuscht fest, dass sie sich gar keine leisten konnte. Sie schloss die Augen, wollte noch einen Moment in der friedlichen Umgebung ruhen und wieder zu Kräften kommen. Wie lange musste sie träumen um an diesen Ort zu gelangen? Schon immer griff sie danach, erst jetzt wurde es greifbar. Ihr wurde bewusst, dass alles, was sie gegeben hatte nötig war um diesen Traum zu erfüllen. Nichts war umsonst. Eilig schritt sie zur Ladentüre, um endlich all ihre Sehnsüchte wahr werden zu lassen. Als sie an der Frau vorbei ging, stolperte sie über etwas und landete hart auf dem Boden.
„Sind sie gestürzt? Es tut mir leid, ich habe wohl meine Handtasche unachtsam platziert. Geht es ihnen gut?“ , die blinde Frau stand noch immer mit dem Gesicht zum Regal.
„Ja...mir geht es gut. Verzeihen sie mir, aber ich muss gehen“ , Jong-seo stand auf, Schweiß lief ihr über die Stirn. Sie wollte gerade aus dem Laden stürmen, da sprach die alte Frau noch: „Halt! Warten sie, ihnen ist da etwas heruntergefallen.“
Die Blinde reichte ihr etwas. Jong-seo griff danach. Und sie starrte in die verheißungsvolle Scheibe des Spiegels, starrte in jene scheußliche Monstrosität, vor der sie ihr Auftraggeber gewarnt hatte und welche Dal-sus Leben kostete, tat genau das, wovor sie sich schon die ganze Nacht über fürchtete und dennoch konnte sie sich gegen seine anziehende Macht nicht wehren. Was sie dort im Spiegelbild hinter sich erblickte, ertrank ihr Herz im schwarzen Teer der Furcht. Das Bildnis konnte ihr erschöpfter Verstand nicht mehr ertragen. Es öffnete den unbeschreiblichen Ausbruch all des Grauens, der sich in ihr aufgebaut hatte. Eine Kaskade ihrer dunkelsten und bedrückendsten Emotionen, seit jeher mit ihr verbunden, tief verborgen, ohne jemals Wirklichkeit zu werden. Die Hände verkrampften sich um den Griff des Spiegels. Sie ließen, obgleich des unerträglichen Anblicks nicht los, konnten nicht loslassen, konnten sich von dem Bann der Angst nicht trennen. Ihre Augen rissen auf, starrten in das verkommene Dunkel der Scheibe. In ihnen zeichnete sich die Erkenntnis über das Unausweichliche ab und es ließ ihren Körper erstarren. Der unfassbare Schmerz der Angst presste ihre Eingeweide zusammen. Es gab kein Entrinnen, keinen Ausweg aus diesem Gefängnis des Grauens, hier gab es nur Leid. Die Welt war ein Abgrund und sie starrte in seine tiefsten und dunkelsten Ecken. Mit einem mal wusste sie, das der Anblick, dieser uralten, quälenden Kraft ihren Kopf im Wahn zurücklassen würde. Die Hoffnung auf das Leben, welches sie sich so sehr wünschte war entflohen, aus ihrem Herz herausgerissen, um es dem Spiegel als Opfer darzubieten, doch es war nicht genug, nicht genug um auf Erlösung zu hoffen. Nur die starre Regungslosigkeit und die Qualen, welche der Spiegel in ihr verursachte blieben. Er verdammte sie mit dem Anblick des grenzenlosen Schreckens und ertrank sie im Morast dieser Stadt. Ihr Traum war so nahe.
„Nochmals vielen Dank, sie waren eine große Hilfe. Leider kann ich ihnen, außer meinem Dank nichts geben. Es braucht mehr Menschen wie sie in diesem Blumentopf der Welt, mehr Erde, um allem einen Halt zu geben.“ , die Worte der blinden Frau umschlangen Jong-seo. Kaum hörbar drangen sie durch die Furcht zu ihr und gaben ihr wieder Hoffnung. Sie wollte nicht gegen die Angst verlieren, nicht schon wieder. Der Spiegel war nur ein Gegenstand. Er würde ihr nicht geben, wonach sie strebte. Sie musste dafür kämpfen. Eine Kraft keimte in ihr auf, der Samen des tief begrabenen Lebenswillens stieg empor und durchzog die erschöpften Muskeln des Körpers. Sie riss sie den Spiegel von sich.
Und da stand er, der Mann dessen starrer Blick alles verschlang. Genau vor ihrem kleinen, erstarrten Körper. Sie sah nur seine leeren, tödlich schwarzen Augen und eine kurze Bewegung, ein verschwommenes Schlagen mit dem Arm, dann sank sie auf die Knie. An ihrem Hals breitete sich ein stechender Schmerz aus und im Augenwinkel sah sie einen Schwall Blut, der unter ihr klatschend am Boden aufschlug. Mit beiden Händen hielt sie verzweifelt die Wunde zusammen, doch das Blut fand seinen Weg zwischen den Fingern und schwand nach und nach aus ihrem Körper. Auf allen Vieren schlurfte sie durch das zähe Blut und hoffte auf Hilfe, doch da war niemand. Sie war allein, nur die Angst blieb. Aus ihrer offenen Kehle stöhnte ein Röcheln und Gurgeln, die letzten Töne einer Sterbenden. Ihr panisches Luftschnappen pumpte immer mehr der ölig roten Flüssigkeit durch die Wunde, dann kippte sie nach vorne um und versank in der dunklen Vorsehung des Spiegels.
 
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Moin Klaus,

bin ebenfalls neu bei den Wortkriegern und sag einfach mal Hallo und lasse ein paar Eindrücke hier.

Das Setting ist interessant, so Korea und dann auch noch recht düster, das hat was, da liegt viel Potenzial drin, aber ich habe irgendwann angefangen, den Text nur noch zu überfliegen. Du schreibst oft ziemlich blumig. Passt nicht so recht zu dem Inhalt deiner Story. Man merkt, du bist darauf bedacht, schöne Formulierungen zu wählen, aber das wird leider schnell unpräzise.

Hier zum Beispiel:
Die Nacht war ein dunkles Gesicht, das auf die kleinen Wesen unter sich einschüchternd herabsah und sie in seine blinde Welt tauchte.
Was für eine blinde Welt? Was für kleine Wesen? Ich weiß natürlich, was du hier sagen willst, aber es liest sich nicht gut. Im Grunde sagst du ja einfach nur, dass Nacht ist und Menschen auf den dunklen Straßen sind. Eine einfache Formulierung ist immer präziser und einprägsamer, aber gut, das ist oft auch Geschmackssache.

Die großflächig verglasten Fassaden der Häuser leuchteten auf und begannen den Tag, während die der Sonne abgewandten Seiten noch immer im Dunklen warteten.
Hier noch so eine Stelle. Die Fassaden begannen den Tag? Wirklich? Liest sich einfach komisch, auch wenn ich auch hier verstehe, was du meinst, aber da stolper ich trotzdem drüber und ziehe die Augenbrauen zusammen und hier wäre eine präzisere Formulierung einfach besser.

Am Anfang redet der Polizist mit dem Zeugen und es kommt mir vor, als wären sie Kollegen. Wie der Polizist dem alles erzählt, so ohne Zeuge-Polizist-Filter, da ist die Beziehung nicht klar abgegrenzt. Erklärst auch viel. Das mit der Schallplatte als Visitenkarte etwa oder das mit den Bakterien, das würde ich einfach der Vorstellung des Lesers überlassen, so wie es jetzt ist, ist da zu viel Autor, zu viel Exposition. Klar, ohne geht es nicht immer, aber hier ließe sich das ganz gut vermeiden.

Dann im zweiten Absatz kommt so ein Textblock und da habe ich dann allmählich überflogen. Ein paar Absätze mehr wären gut, das hilft der Konzentration, erhöht die Lesbarkeit.

Dann beschreibst du viel, die Gegend und die Wünsche des Charakters, da wäre ein szenischerer Ansatz vielleicht besser. Ein Gespräch mit jemandem, zeig mehr konkret, statt so zu beschreiben, das fesselt nicht so stark. Du schmeißt viel mit großen Worten, Erinnerung und Verlangen und Macht und all das, aber da kommt bei mir nicht viel an. Schreib konkreter, versuch diese großen Worte wegzulassen und das einfach mal darzustellen. Zeige die Erinnerungen szenischer, dann kannst du viel aus dem Sujet rausholen.

Ich weiß, das liest sich jetzt hart, aber das sind meine persönlichen Eindrücke und andere sehen das bestimmt anders, trotzdem hoffe ich, ich konnte dir ein bisschen helfen, ein paar Ansätze liefern vielleicht, denn ich denke, da geht noch was.

Sonnigen Mittwoch dir
 
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Lieber Klaus,

ich habe gerade Deine Story gelesen. Wow! Ganz schön düster. Und das Ende hochdramatisch. Diese Geschichte ist ein Gänsehautverursacher. :thumbsup:

Was mir aufgefallen ist: Du beschreibst die Örtlichkeiten mega genau, die Protagonistin jedoch kaum. Das finde ich ein wenig schade. Ist natürlich Geschmackssache.

Hier weitere Anmerkungen, von denen ich hoffe, dass sie hilfreich sind:

Zitat Klaus: Das Licht des Einsatzfahrzeuges hellte die Szenerie in rot, blaue Töne und spiegelte sich im unberührten Lack der parkenden Autos wider.
…Das Licht tauchte die Szenerie in rote und blaue Töne…

Zitat Klaus: „Und dann müssen sie so etwas sehen. Es ist wirklich eine Schande, das in dieser wundervollen Gegend ein solches Verbrechen stattfindet.
…eine Schande, dass….

Zitat Klaus: „Wieso sollte der Täter eine Schallplatte neben die Leiche legen?“
„Das machen die oft. Die wollen irgendein Zeichen setzen, welches aber nur ihr kranker Geist verstehen kann.“

Wenn du das so schreibst, denke ich als Leser, dass viele Täter Schallplatten neben Leichen legen.
Besser: „Ich denke, er wollte ein Zeichen setzen. Viele Täter hinterlassen Botschaften für uns.“

Zitat Klaus: Eine Autotüre schlug zu.
Autotür

Zitat Klaus: Detective Park Yong-koo betrat den Tatort und es begann der standardisierte Ablauf einer solchen Situation.
Hier wünsche ich mir als Leser eine kurze Beschreibung von Park Yong-koo. Sagt er etwas? Wie führt er sich auf?

Zitat Klaus: Mit dem Polizisten zusammen untersuchten sie das Geschehen. Ordentlich wurde alles notiert, die Aussage des Zeugen, der vermutete Tathergang und die gefundenen Spuren. Sie füllten die notwendigen Berichte aus und fassten alles zusammen. Ein mit Papier gefüllter Ordner, welcher unter hunderten im Regal verschwand.
Das ist TELL. Wie wäre es mit einem lebendigen Dialog?

Zitat Klaus: …das waren die letzten Worte, die Dal-su ihr sagte,
…gesagt hatte…

Zitat Klaus: Wie ist sie überhaupt dem Schrecken im Anwesen entkommen?
Zeitfehler. Es muss heißen… Wie war sie überhaupt….

Zitat Klaus: Sie schlich die baufällige Treppe nach unten, ins Erdgeschoss.
…nach unten ins Erdgeschoss…

Zitat Klaus: Sie rannte panisch aus dem Anwesen, hoffnungsvoll den Hang hinab, bis sie sich dem Schreck entkommen fühlte.
Das Wort „hoffnungsvoll“ passt nicht, nimmt die Spannung.

Zitat Klaus: Vergewissernd tastete sie immer wieder nach dem Spiegel in ihrer Brusttasche.
Besser: Immer wieder tastete sie nach dem Spiegel in ihrer Brusttasche, um sich zu vergewissern, dass er noch da war.

Zitat Klaus: Wollte davon weglaufen.
Wollte weglaufen.

Zitat Klaus: Aus jedem Winkel konnte sie die verzweifelte, nach Luft schnappende Melodie des Todes hören und es schritt mit ihrem Geist, wie die anhänglichen Schatten in dieser furchterregenden Nacht.
Besser: Aus jedem Winkel konnte sie die verzweifelte, nach Luft schnappende Melodie des Todes hören, die sich in ihrem Geist verankert hatte und sie wie ein anhänglicher Schatten begleitete. Was für eine furchtbare Nacht!

Zitat Klaus: Ihr Traum, von einem eigenen Haus an der Bucht, musste sich erfüllen, sonst waren all ihre Anstrengungen umsonst.
Komma nach Traum weg

Insgesamt finde ich die Szene, in der Jong-seo flüchtet viel zu detailliert beschrieben. Wie wichtig ist die Beschreibung der Straßen, Häuser, Gassen, Gebäude, Lichtverhältnisse auf ihrer Flucht? Sie hat doch bestimmt grad andere Sorgen. Du beschreibst meiner Meinung nach sehr schön, fast schon poetisch, nur passt es in der Szene nicht so recht.

Zitat Klaus: Hinein in das Eden des Konsums, wo die Menschen besitzten und nicht wie hier träumten.
…wo die Menschen tatsächlich etwas besaßen und nicht wie hier, nur davon träumten.

Zitat Klaus: Doch er fuhr durch einen Tunnel, da war nur Finsternis.
..durch einen Tunnel, in dem nur Finsternis herrschte.

Zitat Klaus: Sie blieb konzentriert stehen.
Sie blieb stehen, konzentrierte sich.

Zitat Klaus: Kraftlos hingen ihre erschöpften Glieder herab, dann wurden ihre Augenlider schwer und fielen langsam zusammen.
…und fielen langsam zu…

Zitat Klaus: „Wer sind sie überhaupt? Hat sie der Besitzer beauftragt?“
„Wer sind Sie überhaupt? Hat der Besitzer Sie beauftragt?“

Zitat Klaus: Eine Stille breitete sich aus.
Stille breitete sich aus.

Zitat Klaus: Sie zog jedes Geräusch aus der Atmosphäre und schirmte Jong-seo ab, wie ein verlassenes Rehkitz, das hoffnungsvoll auf die Rückkehr einer helfenden Macht wartet.
…einer helfenden Macht wartete…

Zitat Klaus: „Lassen sie mich gehen, wenn ich ihnen den Spiegel gebe?“
..wenn ich Ihnen…

Kurzer Hinweis, in Dialogen werden „Sie“ „Ihnen“ „Ihre“ groß geschrieben, „Du“ „Dir“ „Dich“ hingegen klein.

Zitat Klaus: Als auch er starb, da traf er auf seinen Gott.
…starb, traf er auf seinen Gott.

Zitat Klaus: Sie lief verwirrt die Treppe weiter hinunter, begleitet von dem Lied, welches sich nicht aus ihrem Kopf löste.
…Sie war verwirrt, lief die Treppe weiter….

Zitat Klaus: Ein Schattenkind zeichnete sich vor ihr auf den Boden, wurde im zeitraffer zu einem Erwachsenen und fiel wieder zusammen, bis es neu geboren wurde, wieder und wieder.
Zeitraffer

Zitat Klaus: Sie war Sicher.
…sicher….

Zitat Klaus: Kein Geräusch war zu hören, nur das knacken der brennenden, vergilbten Bilder.
…das Knacken…

Zitat Klaus: Dann hörte sie ein speien und klatschen, wie Erbrochenes…
…ein Speien und Klatschen…

Zitat Klaus: Sie schlich sich zum nächsten Gefährt und kauerte sich an die rechte Beifahrertüre.
…Beifahrertür…

Zitat Klaus: Die Melodie des Sterbens wurde immer lauter, unerträglich laut. Sie müsste jeden Moment um die Ecke kommen.
Besser: Die Melodie des Sterbens (wie wäre es mit Todesmelodie) wurde immer lauter, so unerträglich, als würde sie jeden Moment um die Ecke kommen.

Zitat Klaus: Die saubere Straße führte in Serpentinen zwischen den Häusern hinab, gewährten einen Blick auf die fülligen Garagen, die edel strahlenden Autos und die breiten, fasadenfüllenden Fenster.
..fassadenfüllenden…

Zitat Klaus: Es war ein Ort der Ruhe, der zum träumen und verweilen einlud, doch Jong-seo war unwohl. Sie fühlte sich streng beobachtet und ihr Körper brannte, als würde sie in Säure baden.
..zum Träumen und Verweilen einlud, doch Jong-seo fühlte sich unwohl. Es war als stünde sie unter strenger Beobachtung. Ihr Körper brannte….

Zitat Klaus: Jong-seo sah im trüben Glas der Eingangstüre eine Katze, die über die Straße schlich.
…Im trüben Glas der Eingangstür sah Jong-seo eine Katze, die über die Straße schlich.

Zitat Klaus: Es war nur ein Tier, nichts was sie verfolgte.
…Es war nur ein Tier, kein gefährlicher Verfolger…

Zitat Klaus: Eine Kraft keimte in ihr auf, der Samen des tief begrabenen Lebenswillen stieg empor und durchzog die erschöpften Muskeln des Körpers.
…Lebenswillens….

Insgesamt fand ich die Geschichte sehr spannend und interessant. Man könnte sie insgesamt ein wenig kürzer und knapper gestalten, um die Spannung aufrechtzuerhalten.

Bei Fragen, kannst Du Dich gerne melden.

LG Silvita
 
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06.12.2019
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Schonmal vielen Dank für die Kommentare, haben mir sehr geholfen.
@Steppenläufer
Mir ist auch schon aufgefallen, dass im Laufe der Handlung Spannung verloren geht, wusste aber nicht wieso. Gute Idee, das ganze nicht so übertrieben zu schreiben.
Das Gespräch zwischen Polizist und Zeuge fand ich irgendwie wichtig. Ich wollte, dass beide etwas dümmlich wirken und sich für die Leiche nicht so recht interessieren. Es geht ja um Armut und es sollte zeigen, dass sich der Reiche nicht für den Tod der Armen interessiert. Er will sie nicht einmal anfassen. Hoffe das ist irgendwie rübergekommen, hätte ich vielleicht besser formulieren können.
@Silvita
Ich bin Grammatikalisch eine ziemliche Niete. Danke das dir da so viel aufgefallen ist.
Die Beschreibung der Protagonistin fand ich nicht so wichtig bzw. da hab ich gar nicht so dran gedacht. Aber du hast Recht, ich hätte ihr dadurch vielleicht noch mehr Charakter geben können.

Danke, für eure Ideen und das ihr euch die Zeit genommen habt.
 

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