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  • Macht bis zum 15.08.2020 mit bei der ersten jährlichen Sommer-Challenge für Kindergeschichten: Zielgruppe Krümel.

Sonnenblumen

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Sonnenblumen

Es war August. Die Sonne schien kräftig auf die Wiesen und Felder herab. Blumen reckten ihre Köpfe den warmen Lichtstrahlen entgegen. Blätter raschelten unter der leichten Brise, die den Geruch von Salz in sich trug. Die junge Frau lag ausgestreckt im Sonnenblumenfeld ihrer Familie.
Sie liebte die Einfachheit des Sommers. An manchen Tagen glaubte sie nur zu existieren, um den Sonnenblumen zuzusehen. Die schweren Köpfe bewegten sich mit dem Wind, die Sonnenstrahlen leuchteten auf die goldgelben Blütenblätter und ließen sie transparent werden. Die junge Frau wusste, dass die Pflanzen bei jeder Bewegung, bei jeder Reibung eines Blattes auf dem anderen, unzählige kleine, weiße Haare verloren. Sie fühlte sie auf ihrer Haut. Sie wusste, solange sie still da lag, würden die Härchen sie als eine der ihren akzeptieren. Sich an sie schmiegen, bedecken, wie die Stiele der Riesen über ihr. Sie atmete tief ein. Es roch nach trockener Erde, jungen Pflanzen und Gras.
Ein ungewohntes Geräusch ließ sie aufhorchen. Es war ein harter, metallischer Klang. Ein Klang der sie an den Herbst erinnerte, Erntezeit. Nur ihren Kopf bewegend, sah sie sich um. Wieder durchschnitt das unangenehme Geräusch die sommerliche Idylle. Selten hatte sich etwas so fehl am Platz angehört. Sie legte sich auf den Bauch. Sofort konnte sie fühlen, wie die kleinen Sonnenblumenhärchen sie enttarnt hatten. Sie kitzelten sie im Gesicht und in den Armbeugen, krochen ihr den Hals hinunter und suchten die warmen Falten ihrer Brüste. Nur nicht beachten. Am Ende des Feldes konnte sie zwei Herrenschuhe erkennen. Wieder das metallische Schnappen, eine ihrer Sonnenblumen fiel zu Boden. Mit einem Ruck stand sie auf und näherte sich den Schuhen. Als sie aus dem Feld heraustrat, sah ihr ein Mann mit wilden, roten Haaren und einer Schere in der Hand, erschrocken entgegen. Neben ihm lagen die Blumen, fein säuberlich nebeneinander gelegt, auf der Wiese. Sie erinnerte sich an den Brand letztes Jahr. Mensch neben Mensch wurde damals aufgebahrt. Die meisten erstickt, lagen sie nebeneinander wie im Schlaf. Sie kannte den Mann. Ein erfolgloser Maler, der vor kurzem aus Paris zu ihnen kam. Sie sah ihm in die erschrockenen Augen und vorsichtig nahm sie ihm die Schere ab.
„Bitte tun Sie das nicht. Das sind die Sonnenblumen meiner Familie. Wir brauchen sie.“
Die feinen Härchen der Blumen hatten sich nun vollkommen gegen sie gewandt und die gebräunte Haut erstrahlte unter juckenden, roten Stellen. Sie fing an sich vorsichtig zu kratzen. Der Mann starrte sie immer noch an.
„Wofür wollen Sie die Blumen?“
Er setzte zur Antwort an, hüstelte, räusperte sich. „ Zum Malen! Zum Malen, wofür den sonst?!“ Fahrig warf er die Arme über den Kopf, seine Augen, gerade noch auf sie gerichtet, wussten nun nicht mehr wo sich festhalten und hüpften in den Höhlen auf und ab. „Verzeihen Sie bitte. Das ist natürlich eine Unart, sich zu nehmen, was einem nicht gehört. Als Wiedergutmachung werde ich Ihrer Familie das entstandenen Werk schenken!“ Er fing an, die aufgebahrten Blumen einzusammeln.
„Maman gefallen Ihre Bilder nicht.“
Er hielt inne. Sein verzweifelter Blick streifte die junge Frau und verlor sich dann im Gebüsch hinter ihr.
„Ich...also...ich kann nicht zahlen.“, sie sah, wie die hellen Augen des Mannes glasig wurden. Es tat der jungen Frau leid, den Maler so zu sehen. Hätte sie doch nichts gesagt. Er warf die aufgehobenen Sonnenblumen wieder zu den anderen zurück, griff sich seinen Strohhut, nickte ihr zu, und eilte dann auf der Landstraße davon. Mitfühlend sah sie dem Mann nach und rang sich zu einem Entschluss durch. Schnell sammelte sie die Sonnenblumen ein und lief, so schnell sie ihre nackten Füße trugen, dem Maler hinterher.
„Monsieur! Monsieur van Gogh!“ Der rotbärtige Mann sah sich zu ihr um. „Warten Sie doch!“ Langsam blieb er stehen, sie konnte sehen wie er sich mit dem Ärmel über das Gesicht fuhr. „Nehmen Sie die Sonnenblumen“, sie streckte ihm den Strauß entgegen.
„Mademoiselle, ich kann Ihnen nichts dafür geben...“, er sah zu Boden, seine milchweiße Haut färbte sich zu einem dunklem Rot.
„Nehmen Sie es als Geschenk Monsieur. Von mir für Sie. Ich werde meinen Eltern nichts davon sagen.“ Als er aufsah, blitzten seine Augen vor Dankbarkeit. „Ich würde das fertige Bild dann aber gerne sehen. Wenn Sie es erlauben.“ Ein kurzes Lächeln überflog das strenge Gesicht des Malers.
„Aber natürlich. Nichts lieber als das, Mademoiselle! Wollen wir ein Stück des Weges gemeinsam gehen? Es wäre schön, der Eintönigkeit der Einsamkeit, für kurze Zeit zu entfliehen.“, er sah sie, bittend lächelnd, an.
„Es tut mir Leid Monsieur, aber ich muss schleunigst in den Bach, um die lästigen Härchen der Sonnenblumen von meinem Körper zu waschen. Ich bin mir aber sicher, dass sich bald Gelegenheit für einen gemeinsamen Spaziergang findet.“ Er betrachtete die roten Stellen auf ihrer Haut.
„Erst heute habe ich gesehen, dass Sonnenblumen Haare wachsen, und bereits jetzt berauben sie mich so angenehmer Gesellschaft. Auf meinem Bild, werden diese Übeltäter, gewiss keinen Platz finden.“ Mit einem traurigen Lächeln wandte er sich ab und beschritt erneut die Landstraße.
„Adieu, Monsieur! Auf bald!“, rief ihm die junge Frau nach. Der Maler sah sich nicht mehr nach ihr um.
 
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Moin @de.julis

ich las Deine Geschichte gestern schon (fühlte mich dabei furchtbar schlau, da ich den Herrn Artiste vor der Nennung seines Namens erkannte) und werde jetzt während meiner zweiten Lektüre etwas kommentieren. Eingangs kann ich sagen: schön warme Atmosphäre. Ich bin zwar nicht das sonnigste Gemüt, habe aber dennoch (wer eigentlich nicht?) eine gut ausgebildete Schwäche für blondlockige rotwangige Bilderbuchmusen.

Blumen reckten ihre Köpfe dem warmen Lichtkegel entgegen.
Ist's denn ein Kegel, wenn die Sonne schlicht am Himmel steht? Flutet sie dann nicht eher alles? Bei Kegel denke ich an Taschenlampen, Straßenlaternen usw.
Die junge Frau wusste, dass die Pflanzen bei jeder Bewegung, bei jeder Reibung eines Blattes auf dem anderen, unzählige kleine, weiße Haare verloren. Sie fühlte sie auf ihrer Haut. Sie wusste, solange sie still da lag, würden die Härchen sie als eine der ihren akzeptieren. Sich an sie schmiegen, bedecken, wie die Stiele der Riesen über ihr. Sie atmete tief ein. Es roch nach trockener Erde, jungen Pflanzen und Gras.
Ein Psychoanalytiker hätte mit diesen unzähligen, von größeren Phalli abgesonderten Mikrophalli sicher seinen Spaß :) Generell bin ich kein Freund von Formulierungen wie Sie fühlte oder Sie dachte. Kann man sie nicht weglassen? Also sowas wie: Bei jeder Bewegung, jeder Reibung eines Blattes an einem anderen, regneten unzählige kleine, weiße Haare auf die junge Frau herab. Und solange sie sich nicht bewegte, wurde sie akzeptiert, war ein Teil von alledem.
Ka. Spontaner Vorschlag jetzt. Nicht unbedingt besser, aber vllt. beleuchtet das etwas genauer, was ich meine. Ich will nichtmal behaupten, dass es wirklich richtig oder wichtig ist. Nur son Denkanstoß. Im weiteren Text gibt es noch eine ganze Menge anderer Stellen, die man ähnlich umschreiben könnte.
Neben ihm lagen die Blumen, fein säuberlich nebeneinander gelegt, auf der Wiese. Sie erinnerte sich an den Brand letztes Jahr. Mensch neben Mensch wurde damals aufgebahrt. Die meisten erstickt, lagen sie nebeneinander wie im Schlaf.
Well that escalated quickly. Finde ich hier persönlich etwas zu krass, bzw. zu plötzlich. So eine krasse Assoziation (wenn man sie den wirklich haben möchte) bräuchte mehr Platz.

Ein genereller Kommentar noch: Du benutzt mMn. viel zu viele Adjektive -- nicht allgemein, aber bzgl. des Sujets und Tons der Geschichte. Auch überflüssige Adverbien tauchen hier und dort auf. Z.B.:
beschämt sah er zu Boden, sie sah wie seine milchweiße Haut ein tiefes Rot annahm.
Er sieht zu Boden UND wird rot. Das ist mehr als genug. Er muss nicht beschämt zu Boden sehen. Du scheinst Sorge zu haben, Deine Leser könnten etwas verpassen, oder deine Situation, dein Bild nicht so sehen, wie du es Dir vorstellst. Vertrau uns etwas mehr.
Diese, wie ich finde, Übererklären tritt nicht nur im Bezug auf Adjektive und Adverbien auf, sondern zeigt sich z.B. auch hier:
Sie sah ihm in die erschrockenen Augen und vorsichtig, um ihn nicht noch weiter zu ängstigen, nahm sie ihm die Schere ab.
Es reicht mir zu wissen, dass sie die Schere vorsichtig nimmt. Natürlich macht sie das, um ihn nicht weiter zu verängstigen. Das kann weg. Auch weiß ich längst, dass seine Augen erschrocken sind. Noch zu erschrockenen Augen und vorsichtigem Nehmen: wie sehen solche Dinge denn aus? Du könntest die Adjektive durch echte Beschreibungen ersetzen. Dadurch wirken Figuren mMn. viel realer.

Puh. So. Ich hoffe, Du verstehst mich nicht falsch: ich habe die Geschichte gerne gelesen und wusste, wie gesagt, ihre warme Atmosphäre durchaus zu schätzen. Vielleicht bringen meine Kommentare Dir ja bei der Überarbeitung etwas :)

LG
Sisorus
 
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Wow, ich war überrascht, als der Maler sich als van Gogh herausstellte.

Eine schöne Geschichte und sehr bildhaft.
 
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Hey @Sisorus,

mein Gott, du hast da wirklich was erwischt. Dieses Übererklären von mir. Es fällt mir selber auf und jedes Mal wenn ich einen Text schreibe streiche ich so viele unnötige Worte, die meine Texte überladen, manche entwischen mir! Habe ich ein bisschen angepasst. Bin schon ein wenig müde, morgen schau ich noch mal drüber. Dass vieles vom Text durch sie ausgedrückt ist, war recht bewusst gemacht. Aber ich lass mir deinen Einwand durch den Kopf gehen!
Bei ihrem Flashback war ich mir auch nicht ganz sicher, irgendwie gefällts mir. Verstehe aber, dass du meinst, dass es mehr Raum bräuchte. Ich werde darüber nachdenken :)

Danke wieder einmal fürs durchlesen und kommentieren!
Liebe Grüße!

Hey @Mephistoria!

Danke dir! Habe mich in letzter Zeit viel mit der Person Vincent van Gogh ausseinander gesetzt. Für mich eine sehr interessante, tragische Persönlichkeit, hat mich irgendwie inspiriert diese Geschichte zu schreiben :) Ich hoffe, dass ich seiner Person auch gerecht werden konnte.

Liebe Grüße!
 
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Van Gogh ist wahrlich eine merk- und denkwürdige Person, die vor allem wegen des Lichtes und sicherlich auch Gauguin im Februar 1888 nach Arles zog, um in dem eineinviertel Jahr wie ein Besessener ca. 300 Werke zu schaffen.

Im August 1888, gut ein Vierteljahr vor der Selbstverstümmelung, hat er Sonnenblumen in Serie gemalt
und - da könntestu ruhig die Rubrik "Fantasy" streichen - die von Dir erzählte Szenerie mit der Schere könnte ein Fingerzeig auf die Selbstverstümmelung sein. Da hätte jeder Interpret seine Freud!
Aber obwohl heute fast jeder seinen Namen kennen mag, zeitlebens galt für ihn zu Lebzeiten die uralte Weisheit „nomen est omen“ zumindest für seinem Vornamen (≈ „der Siegreiche“) nicht.

Aber kommen wir zu Deinem kleinen Text,
und damit erst einmal herzlich willkommen hierorts,

de.julis!,

zu dem ja schon ein wenig gesagt wurde, aber noch nix über die Rechtschreibschwäche, die sich ab dem zweiten Absatz offenbart und der Reigen wird mit einem schlichten Relativsatz eröffnet:
Ein Klang[,] der sie an den Herbst erinnerte, Erntezeit.
wobei es wegen des gesetzten Kommas am Ende des Nebensatzes auch Flüchtigkeit offenbaren mag. Es wäre auch ohne Komma gegangen mit ein bisschen Möbelrücken, erwa der Art
„der Klang erinnerte sie an Herbst und Erntezeit“ z. B.
Es gibt immer Alternativen, die eigenen Schwächen zu unterdrücken, denn als nächstes setztu ein Komma zu viel
Selten hatte sich etwas[...] so fehl am Platz angehört.
Keine bange, ich bin kein Pädagoge, aber die (Auf-)Lese geht weiter:
Sofort konnte sie fühlen[,] wie die kleinen Sonnenblumenhärchen sie enttarnt hatten.
Hier leitet die vergleichende Konjunktion einen vollständigen Satz ein, was gleichermaßen für „als“ gilt wie hier
Als sie aus dem Feld heraustrat, sah ihr ein Mann[...] mit wilden, roten Haaren und einer Schere in der Hand[…] erschrocken entgegen.
Wo Du belegst, dass Du die Regel an sich kennst, dann aber wieder willkürlich Zeichen setzt wie vorm „mit“ ...

Flüchtigkeit?

Der Relativsatz scheint ein besonderes Problem zu sein, hier taucht wieder einer auf
Ein erfolgloser Maler[,] der vor kurzem aus Paris zu ihnen kam.
An sich zählen Relativsätze zu den ersten Nebensätzen, die einem beim Schreibenlernen unterkommen können. Er ist quasi ein Attribut ud das Relativpronomen ein Stellvertreter für ein Substantiv/Nomen, wie hier dem „Maler“

Hier drückstu Dich unglücklich aus
Die feinen Härchen der Blumen hatten sich nun vollkommen gegen sie gewandt und die gebräunte Haut erstrahlte unter rot, juckenden Stellen.
denn nicht das Jucken, sondern die Stellen sind „rot“, besser also „unter juckenden, roten Stellen“

„ Zum [M]alen! Zum [M]alen, wofür den sonst?!“
„zum“ ist (wie auch z. B. „zur“, „am“ und „im“ u. ä.) ein Zusammenführung einer Präposition (hier „zu“) und einem Artikel, hier also „zu dem“ und erzwingt i.d. R. auch bei Verben wie „malen“ eine Substantivierung

Jetzt wird‘s richtig schwierig, wenn Kommas inflationär aus unterschiedlichen Gründen (Infinitive, von Substantiven/Nomen abhängig, nebst Relativsatz (*)
„... Das ist natürlich eine Unart[,] sich zu nehmen[,] was* einem nicht gehört. Als Wiedergutmachung werde ich Ihrer Familie das entstandenen Werk schenken!“ Er fing an[,] die aufgebahrten Blumen einzusammeln.
So, es sind noch einige Probleme mit Zeichensetzung zu beseitigen, aber ich hoffe, dass Du die allein findest. Hierorts findestu Hilfen, aber auch unter duden.de, insbesondere "https://www.duden.de/sprachwissen/rechtschreibregeln/komma" und unter
"Duden | Anführungszeichen" die Regeln zur wörtlichen Rede (an der es auch harpert)

Da musstu einfach ran und lernen.

Nun weiter im Programm und ein letztes Mal Zeichensetzung, denn Auslassungspunkte – in aller Regel drei (!!!) - sind ja auch „Zeichen“ und korrekt geben sie die Verwirrung/Überraschung van Goghs ebenso gut wieder wie
„Ich..also..ich kann nicht zahlen[...]“, sie sah[,] wie die hellen Augen des Mannes glasig wurden.
Es sind noch rund zehn Korrekturen (Kommas) vorzunehmen. Ich denke, das schaffstu schon allein!

Wie dem auch sei, schönen Sonntag wünscht der

Friedel!
 
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02.01.2020
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Hallo @Friedrichard !

Danke, dass du Dir so viel Mühe gemacht hast! Ich gestehe, Beistriche sind meine Achillesferse!
Ich habe die Fehlenden eingesetzt, mir die Kommaregeln durchgelesen, versucht die Restlichen zu finden. Und bin sicher, dass ich immer noch keinen fehlerfreien Text habe :sick:

Werde mich dran machen und lernen. Auf jeden Fall bedanke ich mich für dein Kommentar!

Liebe Grüße!
 
Senior
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12.04.2007
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Und bin sicher, dass ich immer noch keinen fehlerfreien Text habe
Darf und kann ich bei eigenen auch nicht. Niemand ist fehlerfrei (auch im übertragenen Sinne), aber das weiß hoffentlich jeder,

liebe/r de.julis!

Wird schon werden, bin ich mir sicher!

Bis bald,

Friedel
 
Senior
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01.10.2002
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Hi de.julis,

Ich mag die Atmosphäre in Deinem Text und sowieso fast alle Van Gogh Filme und Bücher... Besonders den von vielen Malern gemeinsam gemalten Film.

Dein Text hat auch etwas von dieser Magie, die ich so liebe.

Sie kitzelten sie im Gesicht und in den Armbeugen, krochen ihr den Hals hinunter und suchten die warmen Falten ihrer Brüste.
die warmen Falten finde ich sehr intim, sehr innig
Neben ihm lagen die Blumen, fein säuberlich nebeneinander gelegt, auf der Wiese. Sie erinnerte sich an den Brand letztes Jahr. Mensch neben Mensch wurde damals aufgebahrt. Die meisten erstickt, lagen sie nebeneinander wie im Schlaf. Sie kannte den Mann. Ein erfolgloser Maler, der vor kurzem aus Paris zu ihnen kam. Sie sah ihm in die erschrockenen Augen und vorsichtig nahm sie ihm die Schere ab.
>> stark
„Mademoiselle, ich kann Ihnen nichts dafür geben...“, er sah zu Boden, seine milchweiße Haut färbte sich zu einem dunklem Rot.
>> zeigt seine Schüchternheit, seine höfliche Gradlinigkeit
Ein kurzes Lächeln überflog das strenge Gesicht des Malers.
>> Das Lächeln ist doch kein Flugzeug, das eine Landschaft überfliegt. ;) Obwohl der Satz gefällt mir in dieser leicht skurillen Form besser. Irgendwie charmant. Charmanter als:
Ein kurzes Lächeln flog über das strenge Gesicht des Malers.
LG petdays
 

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