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Copywrite Stichting oder ein Satz zu viel

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Stichting oder ein Satz zu viel

Die Sonne steht im Zenit und verwandelt das Schärenmeer in einen gleißenden Spiegel. In Farbe und Breitwand erstreckt sich die felsige Insel vor den drei Ermittlern der Stockholmer Mordkommission.

Das letzte Wegstück bis zum Einsatzort legen die Kriminalisten zu Fuß zurück. Nach dem Geschaukle der Überfahrt eine Wohltat, wie Kurtbeck findet. Er schaut auf den Sandweg und schweigt, ist mit den Gedanken beim Debakel von Düsseldorf. 4:2 für Deutschland. Wie ein Phantomschmerz sucht ihn die Erinnerung regelmäßig heim. Wenn er jetzt nicht aufpasst, dann steigert er sich wieder maßlos in seine Wut hinein.
Wallanda schiebt die Sonnenbrille aus der blonden Mähne auf die Nase und trällert: „Jo, jo, vid Waterloo Napoleon fick ge sig.“
Mangell summt die Melodie mit.
Das hat Kurtbeck gerade noch gefehlt. Sangesfreudige Teamverstärkung. Andererseits, gibt es da nicht diese Binsenweisheit: Wer schaffen will, muss fröhlich sein? Aber deswegen müssen die Neuen doch nicht gleich so in die Vollen gehen. Ärgerlich schlägt er nach den Steckmücken, die seltsamerweise nur um seinen Kopf sirren.
Als sie um die Kurve biegen, bietet sich ihnen ein Bild des Grauens. Selbst die Vögel sind verstummt. Ein Mann sitzt zitternd auf der Treppe zum blutrot getünchten Holzhaus. Der Nachbar, der die Polizei alarmiert hat. Er ist mindestens so grün im Gesicht wie das Laub einer jungen Birke, auf dem Kurtbeck Erbrochenes entdeckt.
Der braucht noch, bis er wieder auf die Beine kommt, denkt Kurtbeck.
Doch Mangell scheint das anders zu sehen: „Sie halten sich aber schon zu unserer Verfügung!“, reißt er den Kerl aus der Schockstarre.

Je tiefer sie in das Innere des Hauses vordringen, umso dicker wird die Luft. Meine Fresse, Verwesungsgeruch. Wallanda spendiert eine Runde Mentholbalsam, das sich die Männer dankbar unter die Nasen reiben.
„Cool!“, sagt Mangell.
Doch der Gestank ist nichts gegen die schrille Stimme. „Dass ihr mir nicht wieder wie eine Herde wildgewordener Bullen durch meinen Tatort trampelt!“
Dem alten Kommissar schwant Schlimmes, noch bevor er sie sieht, die Fleisch gewordene Heimsuchung, Ingwer Swensson, Kriminaltechnik und Gerichtsmedizin in Personalunion. Er seufzt und sein Instinkt sagt ihm, dass diese Frau für heute nicht die letzte Katastrophe bleiben wird. Breitbeinig, eine Hand in die Seite gestemmt, fängt sie die kleine Gruppe im Türrahmen zur Wohnküche ab und schwenkt den Glasfaserpinsel, von dem Rußpulver rieselt.
Trotzdem verschafft sich Kurtbeck einen ersten Überblick. Zwei Leichen. Eine männliche lehnt mit dem Oberkörper an der Wand, eine weibliche liegt gekrümmt, umgeben von Porzellanscherben, auf den Dielen. Im eigenen Blut. Vorsicht! Keine voreiligen Schlüsse, ermahnt er sich. Neben dem Leichnam findet sich ein blutverkrustetes Brotmesser, die Klinge scharf wie sein Verstand. Die Tatwaffe.
Dann schwenkt sein Blick wie das Auge einer Kamera über den liebevoll gedeckten Frühstückstisch und ihm fällt ein, dass er heute noch nichts zu sich genommen hat. Er scannt das Stillleben der unberührten Delikatessen: Die Wurst- und Käsescheiben gebogen wie Pferdesattel, die Butter breitgelaufen wie die Hüften der Swensson. Er schüttelt sich. Nur das Knäckebrot im Weidenkörbchen trotzt den sommerlichen Temperaturen. Zeitlos und schön liegt es in der gestärkten Serviette.
„So viel steht fest“, flüstert Mangell neben Kurtbecks Ohr: „Tötungsdelikt.“
Kurtbeck seufzt erneut. Womit hat er das verdient?
Wallanda kichert. „Na ja, ist kein Zufall, dass es hier von Polizisten nur so wimmelt.“
„Weiß man schon, wer die Opfer sind?“, fragt Kurtbeck die Swensson, die gerade etwas Graues von der Wand hinter der männlichen Leiche kratzt.
„Ein Ehepaar aus Malmö, sind erst zugezogen, Künstler, sagt der Nachbar.“
„Einbruchspuren?“
„Nein, und die Tür war unverschlossen, sagt der Nachbar.“
„Fehlt was?“
„Woher soll ich das wissen?“
„Was sagt der Nachbar?“, fragt Kurtbeck und lässt den grimmigen Blick der Swensson wie Regen auf Friesennerz von sich abperlen.
Mangell schaltet sich ein: „Gewalteinwirkung?“
Ingwer Swensson hebt eine Augenbraue und entgegnet: „Stichting?“
„Was bitte?“
„Kleiner Scherz.“ Außer ihr lacht keiner.
„Wär ich nicht draufgekommen“, brummt Kurtbeck und fügt in Gedanken hinzu: Dusselige Kuh!
„Und kannst du uns sagen, Ingwer, wie lange die schon hier rumliegen?“, versucht Wallanda einzulenken.
„Ich sag mal grob zwei Tage, die Leichenstarre ist noch nicht vollständig gelöst, aber Genaueres …“
„ … nach der Obduktion“, ergänzen die Ermittler unisono.

Endlich packt die Gerichtsmedizinerin ihr Equipment zusammen und gibt den Tatort frei: „Euer Spielplatz!“
Die drei Kriminalisten stehen schweigend im Halbkreis vor den toten Körpern, betroffen, betreten, bis Wallanda ruft: „Ist das nicht der Wallöö?“
„Der Wallöö?“, echot Kurtbeck, kniet sich nieder, greift dem Mann zärtlich unters Kinn und will den Kopf anheben. Widerstand. „Beim Heiligen Bernadotte, er ist es. Dann kann die Tote doch nur Sjööwalda sein.“
Was für ein Verlust! Ein Ziehen in der Herzgegend lässt ihn innehalten, er fasst sich an die Brust und hofft inständig, dass die beiden Grünschnäbel nicht den Schauer des Entsetzens wahrnehmen, der ihn befangen macht.
Doch da kommt sie schon, die Frage: „Alles klar, Herr Kommissar?“
Die zwei sollen sich in Zukunft gut abfedern, wenn sie wieder mal über seine Toleranzschwelle stolpern. Mit eiserner Willenskraft ignoriert er die Impertinenz und geht zur Tagesordnung über. Scheiß drauf!
Viel mehr erregt der Stapel Tageszeitungen sein Interesse. Er sondiert: Svenska Dagbladet, Internationalen, Salzkrokant-Posten und Dagens Nyheter. Die Schlagzeile springt ihn an. Ist man denn nirgendwo sicher? Verfolgt ihn diese Schmach bis zum Arsch der Welt? Er kann nicht anders, er muss den Artikel lesen: „Schweden verabschiedet sich mit einem phantastischen Spiel von der Weltmeisterschaft 1974. Die Zuschauer werden das Spiel als fußballerisches Kleinod in der Schatzkiste ihrer Erinnerung aufbewahren.“
Diese Schmierfinken. Man kann sich alles schön reden. Zuschauer, dass er nicht lachte, allesamt Claqueure. Die Sprechchöre im Rheinstadion klingen immer noch wie ein boshafter Tinnitus in seinen Ohren nach: „Hi, ha, ho, Schweden ist k. o.!“ Ärgerlich wirft er die Zeitung neben den Käse. Käseblatt!

Cut.
Kurtbeck steht am Fenster und beobachtet das Gewusel der Fußgänger auf der Kungsholmsgatan. Diese Narren, überhastet und ziellos laufen sie vor dem Leben davon, oder hinter ihm her. So genau kann er das von hier oben nicht erkennen.
Ein energisches Klopfen reißt ihn mitten aus seinen Überlegungen. Er zuckt zusammen, als die Svensson im Türrahmen steht. Entsetzt muss er mit ansehen, wie sie sich mit einer Pobacke auf seinem Schreibtisch niederlässt.
„Hab was für dich“, plappert sie los, als wären sie beste Freunde. „Die Hosenträger des männlichen Opfers weisen starke Gebrauchsspuren auf. Lange hätten die’s eh nicht mehr getan.“
„Ach!“ Schon bei der Tatortbegehung war ihm so ein Verdacht gekommen.
„Die Farbe verschossen, das Elastan zerbröselt, sah ganz übel aus unter dem Elektronenmikroskop“, sagt Ingwer. „Ja, schau nicht so! Nicht ungewöhnlich für Polyurethan.“
Für einen Augenblick ist es ihm, als wolle sie lächeln, doch da ist er auf dem Holzweg.
„Vielleicht hilft dir die Info ja weiter, Kurtbeck.“
Jetzt hat er seinen Text vergessen. Er räuspert sich. „Danke, Ingwer!“ Er reibt sich mit Daumen und Zeigefinger die Nasenwurzel. Merkwürdiger Fall, sinniert er, und das hätte sie mir auch am Telefon sagen können.
Die Swensson gibt Mangell die Klinke in die Hand. Ein Verkehr wie auf der Kungsholmsgatan.
„Es gibt interessante erste Ergebnisse“, erstattet Mangell Bericht.
„Schieß los!“
„Der Brotkorb, du erinnerst dich?“
Kurtbeck nickt. Wie könnte er den Brotkorb vergessen.
„Die Spur führt direkt ... jetzt halt dich fest!, direkt in ein großes, bekanntes Möbelhaus, ach was sag ich, in das größte, bekannteste Möbelhaus überhaupt.“ Mit gedämpfter Stimme fügt er hinzu: „Zu Ingvar und Kamprad, nach Elmtaryd und Agunnaryd.“
„Nein?“
„Doch! Das Körbchen, lustigerweise GODMORGON“, Mangell gluckst, „wurde am 25. Juni um 12:18 Uhr MEZ bezahlt, 33,99 Kronen in bar, kein Kundenrabatt, von einer weiblichen Person, die Beschreibung passt auf Sjööwalda.“
„Na, da nehmen die Ermittlungen ja so richtig Fahrt auf. Das wirft ja dann ein ganz anderes Licht auf den Fall.“ Der Kommissar klopft Mangell ermutigend auf den Rücken. „Weiter so!“
Der Diensteifer der neuen Generation überrascht ihn doch. Da hatte er sich wohl gewaltig in dem Jungen getäuscht, von ihm würde man noch hören. Oder lesen. Verdammt, wie in aller Welt konnte das passieren? Gleich zwei fatale Fehlschlüsse an einem Tag, das war dem alten Fuchs noch nie passiert. Wen wundert‘s, er lief total neben der Spur, seit der Endstand der zweiten Finalrunde an seinen Nerven zerrte.

Nach und nach trudeln die Teilnehmer der Konferenz im Besprechungsraum römisch zwei des Stockholmer Polizeipräsidiums ein.
Kurtbeck sieht genervt auf seine Armbanduhr. „Macht hin, Leute!“, nuschelt er. Das Spiel wird in zwei Stunden angepfiffen. Jeder hatte eine zweite Chance verdient, findet er. Auch die Vollpfosten der Nationalelf. Doch sogar ein Sieg über die Jugoslawen würde sich nur wie ein labberiges Trostpflaster anfühlen.
Ingwer Swensson betritt den Raum, stakst wie ein Model für Übergrößen zur Stirnseite des Tisches und reißt sofort die Regie an sich. „Ich machs kurz und knackig: Außer den Eheleuten Wallöö und Sjööwalda war niemand im Haus“, doziert sie. „Den Todeszeitpunkt konnte ich zwischen acht und zehn eingrenzen. Der Frühstückstisch bestätigt meine Expertise. Auf dem Spurenträger – dem Brotmesser – die Fingerabdrücke von beiden, die Papillaren von Wallöö im getrockneten Blut, logisch, wesentlich deutlicher erkennbar.“
Leichen pflastern ihren Weg, überlegt Kurtbeck und der Slogan läuft wie das Endlosband einer Leuchtreklame hinter seiner Stirn entlang.
„Es kommt noch besser“, fährt sie fort. „Sjööwalda wurde mit dreizehn Messerstichen attackiert …“
Ja, ja, die magische Dreizehn, lässt Kurtbeck seine Gedanken weitertreiben. Hellström hatte dreizehn Schüsse gehalten. Eigentlich ein Teufelskerl. Und jetzt, fahnenflüchtig. In der Hölle soll er schmoren, der Vaterlandsverräter. Kurtbeck hört gerade noch, wie Ingwer sagt:
„ … der Stich ins Herz war tödlich. Es kommt eben doch auf die Länge an. Oder was glaubst du, Kurtbeck?“ Sie schaut ihn mit einer Intensität in die Augen, die ihm den Schweiß auf die Stirn treibt.
„Ähm, … ich glaube gar nichts. Ich ermittle.“ Seine Stimme gewinnt die gewohnte Festigkeit zurück. „Für den Glauben ist der Pfaffe zuständig.“ Irgendwann würde er die Frau eigenhändig erwürgen.
„Na dann, viel Spaß bei den Ermittlungen“, erwidert Ingwer mit einem süffisanten Lächeln. „Sag, wenn du Unterstützung brauchst! Zurück zu Wallöö.“ Sie legt eine Kunstpause ein, es wird totenstill im Raum und das Dia des schaurigen Schauplatzes erscheint. „Er schlug mit dem Schädel so heftig an die Wand …“
„Filmriss!", ruft Mangell, duckt sich aber augenblicklich unter dem strengen Blick der Gerichtsmedizinerin.
„Wenn du mich noch einmal unterbrichst …“, zischt Ingwer, lässt jedoch offen, welche Form der Folter sie für ihn vorgesehen hat. „Wir können davon ausgehen, dass er Sjööwalda niedergestochen hat, dabei ging die Kaffeekanne zu Bruch, dann ist er auf dem Kaffee-Blut-Gemisch ausgerutscht, noch bevor er sich selber die Klinge ins Herz rammen konnte.“
Mangel pfeift durch die Schneidezähne. „Alter Schwede!“
„Einvernehmlicher Gattenmord“, ruft Wallanda, erschrickt offensichtlich über ihre Spontanität, errötet und greift sich an die Wangen.
Kurtbeck stellt es mit Genugtuung fest. Es ist ein Kreuz mit den Weibern. So weit würde es noch kommen, dass SpuSi-Ingwer sich in seine Ermittlungen drängt, die Konklusionen soll sie mal schön ihm überlassen. Aber das ist auch wieder so ein neumodischer Kram: Profilierung durch Profiling. Kurtbeck muss eingreifen, aber hurtig. Er fasst die Indizienlage zusammen: „So, so, erweiterter einvernehmlicher Gattensuizid. Und wo bitteschön ist das Motiv? Warum sollten die zwei ihr Leben freiwillig und frühzeitig wegwerfen?“ Daran hat die oberschlaue Swensson sicherlich eine Weile zu kauen.
„Na, endlich! Ich dachte schon, du fragst nie“, sagt Ingwer mit Verschwörermiene. „Wallöö war krank, schwer krank. Wegen der datenschutzrechtlichen Bestimmungen und zum Schutz der Privatsphäre, ihr wisst schon ...“ Sie verdreht die Augen. „Ich sage nur: Ein Jahr. Er hätte noch ein Jahr zu leben gehabt. Vertraut mir!“
Die Anwesenden ziehen in betroffener Weise die Köpfe ein, inspizieren die Maserung der Tischplatte und verharren in kollektivem Schweigen.
Lass sie nur reden, denkt Kurtbeck. Er könnte seine Walther PP verwetten, dass die Lücken in der Beweisführung der Swensson tiefer und breiter als der San-Andreas Graben sind. Ein geplanter Abgang vor dem Frühstück, niemals. Er weiß es besser. Er hat als Einziger einen Blick in die Dagens Nyheter – das Corpus Delikti – geworfen, genau wie Wallöö am Morgen des ersten Juli. Selbstverständlich kann Kurtbeck nicht präzisieren, war es die Scham über das Torergebnis oder die unverschämte Schönfärberei durch die Journaille, die den Mann zur Raserei brachte. Oft genug hat er selbst dieses Wunder erlebt, wenn aus einem schleichenden Windje ein Donnerschlag wird, sodass man Angst hat, das Trommelfell zerreißt. Wie gut er Wallöö verstehen kann. Gerade einem gesellschaftskritischen Aufrechten musste die Dreistigkeit der Dagens Nyheter den Boden unter den Füßen wegziehen. Über die Fallhöhe mochte Kurtbeck gar nicht erst nachdenken. Da genügte ein Satz, sogar nur ein Widerwort der Gattin und zack …
Fall gelöst. Er kann die Akte schließen. Kurtbeck spürt wieder den Stich in der Brust und fragt sich, warum er das elende Gefühl nicht abschütteln kann, er habe Vater und Mutter auf einen Streich verloren.

 
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Lieber @Friedrichard,

du hattest doch bestimmt diesen Verdacht, dass es die Einsatzgeschichte werden würde. (Das ist wie mit der ersten Liebe, die vergisst man auch nie.) Ich konnte ihr nicht widerstehen, auch wenn sie vor Jahren schon einmal für eine Kopie herhalten musste.

Hier das Original Einsatzgeschichte von Friedel.

 
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Potz Blitz, liebe @peregrina ,

da hast du ja eine uralte, im Sand verschollene Sphinx ausgebuddelt, Friedrichards Einsatzgeschichte. Noch immer ist nicht entschieden, ob es es sich dabei um ein Experiment handelt. oder um den Rückgriff auf uraltes Kulturgut. Vielleicht lässt es sich diesmal klären, da ja auch eine dritte Generation im Forum aufgekreuzt ist. Die Dinge ändern sich ...
Und eine weitere höchst aktuelle Note hast du gleich mitgeliefert. Dein Kommissar Kurtbeck hadert mit der Fußballeuropameisterschaft 2020, ach nein, es ist ja die WM von 1974, und sowieso haben wir schon 2021 ...

Dein Text hat mir sehr gut gefallen. Ich würde ihn nicht gerade als tiefernste Satire beschreiben, eher humoristisch mit kleinen Seitenhieben. Es ist ja wahr, die Krimireihen häufen sich, und ich frage mich, worin die sich unterscheiden, wenn nicht nur nach Landschaften ...

Ich picke jetzt einmal ein paar Textstellen heraus, die mir besonders gefallen haben. Generell gilt für mich, dass du sehr elegant zu formulieren verstehst.

Das hat Kurtbeck gerade noch gefehlt. Sangesfreudige Teamverstärkung. Andererseits, gibt es da nicht diese Binsenweisheit: Wer schaffen will, muss fröhlich sein? Aber deswegen müssen die Neuen doch nicht gleich so in die Vollen gehen. Ärgerlich schlägt er nach den Stechmücken, die seltsamerweise nur um seinen Kopf sirren.
da ist der Kommissar sehr gut getroffen. Fröhlich ist der nicht nicht, wenn ihn dauernd Stechmücken plagen.
„Was sagt der Nachbar?“, fragt Kurtbeck und lässt den grimmigen Blick der Swensson wie Regen auf Friesennerz von sich abperlen.
Mangell schaltet sich ein: „Gewalteinwirkung?“
Ingwer Swensson hebt eine Augenbraue und entgegnet: „Stichting?“
„Was bitte?“
„Kleiner Scherz.“ Außer ihr lacht keiner.
Mit dem Wortwitz "Stichting" kann ich leider nichts anfangen. Hab gegoogelt. Stichting heißt Stiftung ... Und? ist das eine Anspielung auf Ikea und Co?
Die drei Kriminalisten stehen schweigend im Halbkreis vor den toten Körpern, betroffen, betreten, bis Wallanda ruft: „Ist das nicht der Wallöö?“
„Der Wallöö?“, echot Kurtbeck, kniet sich nieder, greift dem Mann zärtlich unters Kinn und will den Kopf anheben. Widerstand. „Beim Heiligen Bernadotte, er ist es. Dann kann die Tote doch nur Sjööwalda sein.“
Die Ikonen der schwedischen Kripo! Auf einen Schlag. Vielmehr auf einen Stich.
Kein Wunder:
Kurtbeck spürt wieder den Stich in der Brust und fragt sich, warum er das elende Gefühl nicht abschütteln kann, er habe Vater und Mutter auf einen Streich verloren.

Meine Lieblingsstelle!
Dann schwenkt sein Blick wie das Auge einer Kamera über den liebevoll gedeckten Frühstückstisch und ihm fällt ein, dass er heute noch nichts zu sich genommen hat. Er scannt das Stillleben der unberührten Delikatessen: Die Wurst- und Käsescheiben gebogen wie Pferdesattel, die Butter breitgelaufen wie die Hüften der Swensson. Er schüttelt sich. Nur das Knäckebrot im Weidenkörbchen trotzt den sommerlichen Temperaturen. Zeitlos und schön liegt es in der gestärkten Serviette.

Sehr plastisch geschildert, wie die Lebensmittel vergammeln. So ein Körbchen mit Knäckebrot steht auch bei mir auf dem Frühstückstisch, nur nicht im Weidekörbchen, sondern Metall, weißlackiert von Alessi (Geburtstagsgeschenk). :herz: Ich glaube, die Erinnerung an diesen Tisch wird mich jetzt eine Weile begleiten.

Ich hätte noch eine Alternative zu Friedels Text.

Ich. bin. ich. ergo. sum. (angepasst an internationale Kleinschreibung)

Liebe Grüße und danke für das Lesevergnügen.

wieselmaus

 
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Er seufzt und sein Instinkt sagt ihm, dass diese Frau für heute nicht die letzte Katastrophe bleiben wird.
...
Oft genug hat er selbst dieses Wunder erlebt, wenn aus einem schleichenden Windje ein Donnerschlag wird, sodass man Angst hat, das Trommelfell zerreißt.

Ist das ein Gefühl, seine nederrijnsche Namensvariante in einer gelungenen, erweiterten Fassung eines eigenen „Frühwerkes“ zu finden,

liebe peregrina,

und das, obwohl Leuten vom Niederrhein nachgesagt wird, mundfauler als der wortkarge Friese zu sein, denn wenn einer „moin, moin“ zu Zweien von uns sagt, halten wir diesen dritten für einen Schwätzer, was schon in Deinem gelungenen Titel anspielt. So steigen wir auf die Bank am rechten Rheinufer auf Höhe von Rees und schauen bis „inne“ linksrheinischen Alpen.

Gelungene „Ausarbeitung“ trotz Aufhebung der Zeitlosigkeit (was kein Makel ist, denn IKEA wirds auch nicht ewig geben) und dem Anklang von „einem Herz & einer Seele im

„Wär ich nicht draufgekommen“, brummt Kurtbeck und fügt in Gedanken hinzu: Dusselige Kuh!

Parodien verraten im Gegensatz zur Satire immer, dass man das Original eben nicht zerreißen würde.

Bissken Flusenlese

„Woher soll ich das wissen.“
(klingt nach mehr als einer bloßen Aussage!)

„Hi, ha, ho, Schweden ist k.[...]o.!“

„Die Farbe verschossen, das Elastan zerbröselt, sah ganz übel aus unter dem Elektronenmikroskop“[,] sagt Ingwer.

„Filmriss![“], ruft Mangell, duckt sich …

So[...]weit würde es noch kommen, dass SpuSi-Ingwer sich in seine Ermittlungen drängt, …

Dank Dear für diese feine Parodie!

Dein

Dante Friedchen

 
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Danke liebe speedy @wieselmaus für deinen Kommentar, hab frühestens in zwei Tagen mit einer ersten Reaktion gerechnet.

da hast du ja eine uralte, im Sand verschollene Sphinx ausgebuddelt, Friedrichards Einsatzgeschichte. Noch immer ist nicht entschieden, ob es es sich dabei um ein Experiment handelt. oder um den Rückgriff auf uraltes Kulturgut. Vielleicht lässt es sich diesmal klären, da ja auch eine dritte Generation im Forum aufgekreuzt ist. Die Dinge ändern sich ...
Vielleicht ist es gar nicht wichtig, ob Experiment oder nicht. Die Geschichte ist mir begegnet, da war ich Frischling der „zweiten Generation“ und sie hat – wie du siehst – ihre Spuren hinterlassen. Schaun mer mal – um schon mal ein geflügeltes Wort aus dem Fußball zu missbrauchen – was die dritte Generation dazu meint.

Und eine weitere höchst aktuelle Note hast du gleich mitgeliefert. Dein Kommissar Kurtbeck hadert mit der Fußballeuropameisterschaft 2020, ach nein, es ist ja die WM von 1974, und sowieso haben wir schon 2021 ...
Ich weiß, dass du ein großer Fußballanhänger bist. Solche Sportereignisse laufen nur am Rande meines Sichtfeldes ab. Aber 74 da gab‘s das sensationelle Endspiel zwischen Deutschland und den Niederlanden, das soll angeblich heute noch viele Niederländer grämen. Hat mich inspiriert.

Dein Text hat mir sehr gut gefallen. Ich würde ihn nicht gerade als tiefernste Satire beschreiben, eher humoristisch mit kleinen Seitenhieben.
Du bist soo gut zu mir.
Nein, das ist natürlich keine Satire und deshalb will ich den Text auch nicht als solche verkaufen. Es gibt ja kein Objekt oder Subjekt, das im Mittelpunkt irgendeiner Kritik steht. Unter „Humor“ wollte ich den Text auch nicht anbieten, weil ich gar nicht einschätzen kann, ob er überhaupt zum Schmunzeln animiert.

Für mich ist es ein Kessel Buntes, Friedels Originalzutaten, ein bisschen Geplänkel, ein ironischer Blick auf die lahmen „Knäckebrotkrimis“, das Ganze mit ein paar historischen Daten gewürzt, kräftig umrühren, fertig ist des Blutbad.

Es ist ja wahr, die Krimireihen häufen sich, und ich frage mich, worin die sich unterscheiden, wenn nicht nur nach Landschaften ...
Wem sagst du das, momentan werden wir geflutet mit Krimis vom Bodensee bis nach Rügen. Aber glücklicherweise haben wir die Wahl. Wir können das Gerät abschalten.

Ich picke jetzt einmal ein paar Textstellen heraus, die mir besonders gefallen haben. Generell gilt für mich, dass du sehr elegant zu formulieren verstehst.
Danke für die Blumen. Wenn du das so siehst, dann will ich dir das natürlich nicht ausreden. ;)

Mit dem Wortwitz "Stichting" kann ich leider nichts anfangen. Hab gegoogelt. Stichting heißt Stiftung ... Und? ist das eine Anspielung auf Ikea und Co?
(Mein Mann hat gleich seine Bedenken angemeldet.)
Ja, stimmt, Stichting ist Niederländisch für Stiftung und da der Schwede Ikea irgendwann seinen Hauptsitz sicher aus niederen Motiven ins Steuerparadies NL verlegt hat und Friedrichhard den Umstand auch erwähnenswert fand,

... einem geflochtenen Körbchen der im Niederländischen sitzenden Stichting Ingvar Kamprad Foundation,

hab ich Stichting aufgegriffen und mich an ein gewagtes Wortspiel gewagt:

Ein Stich, noch ein Stich, und so weiter ist gleich Stichting. Die SpuSi-Ingwer verwendet den Begriff ja auch nach einer saublöden Frage von Mangell und setzt ein Fragezeichen.

Natürlich wollte ich auch mit dem Titel meine Affinität zum Platten Land und seinen Bewohnern in die Welt posaunen. :kuss:

Die Ikonen der schwedischen Kripo! Auf einen Schlag. Vielmehr auf einen Stich.
Ja, das wusste ich bislang gar nicht, dass der Martin Beck vielen weiteren skandinavischen Kriminalschriftstellern als eine Art Vorlage gedient haben soll.

Meine Lieblingsstelle!
Dann schwenkt sein Blick wie das Auge einer Kamera über den liebevoll gedeckten Frühstückstisch und ihm fällt ein, dass er heute noch nichts zu sich genommen hat. Er scannt das Stillleben der unberührten Delikatessen: Die Wurst- und Käsescheiben gebogen wie Pferdesattel, die Butter breitgelaufen wie die Hüften der Swensson. Er schüttelt sich. Nur das Knäckebrot im Weidenkörbchen trotzt den sommerlichen Temperaturen. Zeitlos und schön liegt es in der gestärkten Serviette.
Sehr plastisch geschildert, wie die Lebensmittel vergammeln. So ein Körbchen mit Knäckebrot steht auch bei mir auf dem Frühstückstisch, nur nicht im Weidekörbchen, sondern Metall, weißlackiert von Alessi (Geburtstagsgeschenk). :herz: Ich glaube, die Erinnerung an diesen Tisch wird mich jetzt eine Weile begleiten.
Na dann sei froh, dass ich meinen Joker nicht ausgespielt habe: Die forensische Entomologie.
Lästiges Fliegengebrumm am Tatort hab ich ausgespart.
Aber wenn ich mir vorstelle, ich müsste recherchieren, welche Fliegenart ab wann ihre Eier ablegt, zwischendurch von Wurst und Käse nascht, nein wirklich, da hörte selbst für mich der Spaß auf.

Ich hätte noch eine Alternative zu Friedels Text. Ich. bin. ich. ergo. sum. (angepasst an internationale Kleinschreibung) Liebe Grüße und danke für das Lesevergnügen.
Hoffentlich hat er das gelesen. Ansonsten funke ihn doch an.
Danke dafür, dass du mir so speedy deine Gedanken zur Kopie mitgeteilt hast. Ich freue mich riesig über das Lob. Ganz ehrlich: Ich war schon gewappnet für einen Totalverriss.

Einen gemütlichen Sonntag und liebe Grüße zurück

peregrina

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Lieber @Friedrichard,

ein großer Stein ist mir vom Herzen gefallen, genau in dem Moment, als ich deinen Kommentar las. Könnte sogar sein, dass du den Donnerschlag bis inne Pott vernommen hast, konntest das Geräusch nur nicht zuordnen.
Vor wenigen Tagen war ich kurz davor, dich schon mal anzufunken, weil ich total verunsichert war, ob ich mein Personal nicht zu sehr vorführe. Aber dann dachte ich: „Wer lange fragt, geht lange irr“ und „zum Kuckuck mit der Political Correctness!“

Er seufzt und sein Instinkt sagt ihm, dass diese Frau für heute nicht die letzte Katastrophe bleiben wird.
...
Oft genug hat er selbst dieses Wunder erlebt, wenn aus einem schleichenden Windje ein Donnerschlag wird, sodass man Angst hat, das Trommelfell zerreißt.

Ist das ein Gefühl, seine nederrijnsche Namensvariante in einer gelungenen, erweiterten Fassung eines eigenen „Frühwerkes“ zu finden,
Hach, ich wusste es, dass dir diese Passage besonders ins Auge springen würde. Soll ein kleines Geschenk an dich sein, der Name hat an der Stelle gepasst wie die Faust aufs Auge, aber bitte nicht falsch verstehen, er hat außer Brise noch die andere Bedeutung. Das ist dir natürlich bekannt, du sprichst ja – oder zumindest schreibst – fließend NL.

und das, obwohl Leuten vom Niederrhein nachgesagt wird, mundfauler als der wortkarge Friese zu sein, denn wenn einer „moin, moin“ zu Zweien von uns sagt, halten wir diesen dritten für einen Schwätzer, was schon in Deinem gelungenen Titel anspielt.
Davon habe ich noch nie gehört und auch bei den WK-Treffen ist mir nicht aufgefallen, dass der Menschenschlag maulfaul sein könnte. Nein, bei der Titelwahl konnte ich also diese Anomalie nicht berücksichtigen.
Aber einen Zweifel bezüglich des Titels hab ich nun doch: Müsste das ein nicht mit Majuskel geschrieben werden?

Gelungene „Ausarbeitung“ trotz Aufhebung der Zeitlosigkeit (was kein Makel ist, denn IKEA wirds auch nicht ewig geben) und dem Anklang von „einem Herz & einer Seele im
„Wär ich nicht draufgekommen“, brummt Kurtbeck und fügt in Gedanken hinzu: Dusselige Kuh!
Nee, kannst du laut sagen, zeitlos ist die Kopie nicht, ich hatte mich da schon an eine bestimmte Epoche zu halten. Die Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen haben dafür gesorgt, dass ich die Geschichte in ein zeitliches Korsett zwängen musste. Und das ungeschickte Milchvieh hab ich bloß geklaut, aus der Vorlage, aber bitte sags nicht weiter. Ach nee, du bist ja angeblich wortkarg.

Parodien verraten im Gegensatz zur Satire immer, dass man das Original eben nicht zerreißen würde.
Es gibt ja keinen Grund, das Original zu zer- oder verreißen, die Idee und die sprachliche Gestaltung ist originell und braucht schon etwas Geschick und Erfahrung im Umgang mit der Syntax. Also mich hat die Geschichte angesprochen: „Nimm mich!“

Bissken Flusenlese
Danke fürs Bücken bei der Flusenlese. Denke, jetzt ist der Boden sauber.
Und man höre und staune, kein Verwechseln von Konjunktiv eins und zwei.

Dank Dear für diese feine Parodie!
Gerne! Sei mal nicht so bescheiden! Immerhin hast du den Grundstein dafür gelegt, dass ich meinen Schabernack mit den Kriminalisten treiben konnte.

Ich danke dir für deinen Besuch und vor allem für die herrliche Steilvorlage.

Liebe Grüße über den Vater Rhein
peregrina


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Hallo @Jan Wiencke ,

Hallo, wenn ich auch nicht verstanden habe von dem die Geschichte nun eigentlich ist, von peregrina oder Friedrichard, sie ist unverschämt gut!
Ja, hast recht, einige Stellen sind reichlich unverschämt, aber gerade noch im grünen Bereich.

Der blanke Neid.... mir fehlen die Worte. Herzliche Grüße, Jan
Na ja, immerhin haben sie noch für einen Kurzkommentar gereicht. :D

Du bist zwischen die Fronten unserer aktuellen Copywrite-Runde geraten. Das ist eine feine Sache. Man kann ungeniert von jemand anderem Ideen klauen aufgreifen und eine neue eigenständige Geschichte fabrizieren. Das hat mitunter ungeahnte Nebenwirkungen. Die genaue Anleitung findest du hier in der: Packungsbeilage

LG peregrina

 

CoK

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Hallo @peregrina

Hut ab, eine Geschichte mit Friedels Textvorlage. Würde ich mir in 100 Jahren nicht zutrauen.
Nun, ich habe vor ab Friedls ein Punktgeschichte gelesen. Mit Neugier dann deine Geschichte.
Mir war schon klar, dass du gut schreiben kannst und ich wurde nicht enttäuscht.

ist mit den Gedanken beim Debakel von Düsseldorf. 4:2 für Deutschland. Wie ein Phantomschmerz sucht ihn die Erinnerung regelmäßig heim. Wenn er jetzt nicht aufpasst, dann steigert er sich wieder maßlos in seine Wut hinein.
Ja, vielleicht wäre da ja nochmal ein Mord drinn.:)
Je tiefer sie in das (Innere des) Haus(es) vordringen, umso dicker wird die Luft.
Ist es nicht klar, wenn sie tiefer reingehen, dass es sich um das Innere des Hauses handelt
Die Wurst- und Käsescheiben gebogen wie Pferdesattel, die Butter breitgelaufen wie die Hüften der Swensson.
Finde ich toll diese Vergleiche.
Diese Narren, überhastet und ziellos laufen sie vor dem Leben davon, oder hinter ihm her. So genau kann er das von hier oben nicht erkennen.
Er würde das von unten auch nicht sehen!
Die Hosenträger des männlichen Opfers weisen starke Gebrauchsspuren auf. Lange hätten die’s eh nicht mehr getan.“
:lol::lol::lol:
„Doch! Das Körbchen, lustigerweise GODMORGON“, Mangell gluckst, „wurde am 25. Juni um 12:18 Uhr MEZ bezahlt, 33,99 Kronen in bar, kein Kundenrabatt, von einer verdächtigen weiblichen Person, die Beschreibung passt auf Sjööwalda.“
„Na, da nehmen die Ermittlungen ja so richtig Fahrt auf. Das wirft ja dann ein ganz anderes Licht auf den Fall.“ Der Kommissar klopft Mangell ermutigend auf den Rücken. „Weiter so!“
:lol:
Jeder hatte eine zweite Chance verdient, findet er. Auch die Vollpfosten der Nationalelf.
So ist es .Wobei ich mir bei der Nationalelf nicht so sicher bin (bin kein Fußballfan)
Ja, ja, die magische Dreizehn, lässt Kurtbeck seine Gedanken weitertreiben. Hellström hatte dreizehn Schüsse gehalten. Eigentlich ein Teufelskerl. Und jetzt, fahnenflüchtig. In der Hölle soll er schmoren, der Vaterlandsverräter.
Ja, die Männer, immer wieder interessant wo sie ihren Kopf haben!:)
Brust und fragt sich, warum er das elende Gefühl nicht abschütteln kann, er habe Vater und Mutter auf einen Streich verloren.
Mit Vater und Mutter habe ich jetzt nicht so ganz verstanden?


könnte seine Walther PP verwetten, dass die Lücken in der Beweisführung der Swensson tiefer und breiter als der San-Andreas Graben sind.
Diesen Vergleich fand ich auch schön.

Ich habe mich von deiner humorvollen Geschichte gut unterhalten gefühlt.

Wünsche dir noch einen schönen Sonntagabend
Liebe Grüße CoK

 
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Liebe @CoK ,

vielen lieben Dank, dass du meine Kopie gelesen hast und mir deinen Leseeindruck mitteilst. Da freue ich mich riesig.

Hut ab, eine Geschichte mit Friedels Textvorlage. Würde ich mir in 100 Jahren nicht zutrauen.
So etwas darfst du gar nicht denken.
Das kannst du genau wie jeder andere auch. Aber ich kann mich auch gut in dich hineinversetzen, denn es gab eine Zeit, da habe ich ähnlich gedacht. Die erste Kopie überhaupt hatte ich vor Jahren von @wieselmaus gelesen und da schoss es mir auch durch den Kopf: Wow, ist das gut gemacht, das würdest du nie hinbekommen. Und irgendwann hab ich mich getraut und mich auf eine Copy-Runde eingelassen.

Nun, ich habe vor ab Friedls ein Punktgeschichte gelesen. Mit Neugier dann deine Geschichte.
Mir war schon klar, dass du gut schreiben kannst und ich wurde nicht enttäuscht.
Wenn ich die Vorlage nicht kenne, lese ich die auch auf jeden Fall vor der Kopie. Das hat sich bewährt.

ist mit den Gedanken beim Debakel von Düsseldorf. 4:2 für Deutschland. Wie ein Phantomschmerz sucht ihn die Erinnerung regelmäßig heim. Wenn er jetzt nicht aufpasst, dann steigert er sich wieder maßlos in seine Wut hinein.
Ja, vielleicht wäre da ja nochmal ein Mord drinn.:)
So weit habe ich nicht gedacht, aber hey, das hätte der Geschichte noch mal einen besonderen Kick verpasst: Starermittler tötet Nationalspieler aus Enttäuschung über das Torergebnis bei der WM

Je tiefer sie in das (Innere des) Haus(es) vordringen, umso dicker wird die Luft.
Ist es nicht klar, wenn sie tiefer reingehen, dass es sich um das Innere des Hauses handelt
Absolut logisch, was du sagst. Mir gefällt die Konstruktion im Moment mit Haus und Inneres noch gut. Aber vllt. ändere ich das noch.

Die Wurst- und Käsescheiben gebogen wie Pferdesattel, die Butter breitgelaufen wie die Hüften der Swensson.
Finde ich toll diese Vergleiche.
Da bin ich froh. Wenn man so still im trauten Heim vor sich hin schreibt, kann man gar nicht einschätzen, ist das jetzt originell, witzig oder nur albern und gewaltsam an den Haaren herbeigezogen.

Diese Narren, überhastet und ziellos laufen sie vor dem Leben davon, oder hinter ihm her. So genau kann er das von hier oben nicht erkennen.
Er würde das von unten auch nicht sehen!
Ich mag die Stelle sehr. Natürlich überschätzt sich Kurtbeck maßlos und ich befürchte mit seiner Menschenkenntnis ist es nicht so weit her.

Die Hosenträger des männlichen Opfers weisen starke Gebrauchsspuren auf. Lange hätten die’s eh nicht mehr getan.“
:lol::lol::lol:
Während des Schreibens fand ich die Passage auch sehr amüsant. Diese Pathologen und Kriminaltechniker sind ja in den Krimis oft schillernde, skurrile Persönlichkeiten und die Methoden zur Analyse von sonstwas sind beeindruckend bis unglaubwürdig. Die Hosenträger des Opfers waren so profan und nichtssagend, die musste ich mit der Swensson zusammenbringen.

„Doch! Das Körbchen, lustigerweise GODMORGON“, Mangell gluckst, „wurde am 25. Juni um 12:18 Uhr MEZ bezahlt, 33,99 Kronen in bar, kein Kundenrabatt, von einer verdächtigen weiblichen Person, die Beschreibung passt auf Sjööwalda.“
„Na, da nehmen die Ermittlungen ja so richtig Fahrt auf. Das wirft ja dann ein ganz anderes Licht auf den Fall.“ Der Kommissar klopft Mangell ermutigend auf den Rücken. „Weiter so!“
:lol:
Dito. Absolut nebensächlich, aber das war eine Freude, dem Körbchen eine Schlüsselrolle bei der Aufklärung zuzuweisen.

Brust und fragt sich, warum er das elende Gefühl nicht abschütteln kann, er habe Vater und Mutter auf einen Streich verloren.
Mit Vater und Mutter habe ich jetzt nicht so ganz verstanden?
In der Geschichte läuft ja die Prominenz der Skandinavischen Kriminalliteratur auf. Gut, das ist jetzt nicht mein Verdienst und auch, dass es etwas drunter und drüber geht, also diese Ehre gebührt dem Friedel. Die Namen sind geringfügig unkenntlich gemacht, aber der schwarze Balken über den Augen lässt natürlich trotzdem ein bisschen erkennen, wer da agiert.
Da Maj Sjöwall und Per Wahlöö die geistigen Schöpfer der Romanfigur Martin Beck sind, seh ich die beiden als seine Eltern.

Ich habe mich von deiner humorvollen Geschichte gut unterhalten gefühlt.
Schön zu lesen. Ich bin ja im tiefsten Herzen ein Spötter (aber ich will nur spielen :lol:), nicht bösartig, aber schon ironisch. Hatte viel Freude beim Schreiben, aber auch die Befürchtung, dass mir die Geschichte aus den Händen gleiten könnte und ich meine Figuren der Lächerlichkeit preisgebe. Scheint doch nicht so zu sein, denn bisher hat noch niemand Beschwerde eingereicht.

Danke für deine Zeit und deine Meinung, liebe CoK, eine schöne Woche für dich.

Liebe Grüße
peregrina

 
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Liebe @peregrina

feines Ding, fadenknöpfend, ironisch wie das Original, anspielungsreich, ohne eine gewisse Tiefe vermissen zu lassen, sag ich jetzt so aus Jogilöwland nach Ik-umarm-dik-Holm.
Okay, an der einen oder anderen Stelle bordet es über, da bricht sich die Noch-N-Joke-Lust Bahn, aber he, ich habe mich gut amüsiert, wirklich, was will man mehr an einem fußballöden Abend, an dem einen die Erkenntnis kommt, dass ein 0:1 gegen Frankreich kein 4:2 gegen Schweden ist und dass der Ball eben rund ist und das Tor rechteckig, worin die Bälle versenkt werden müssen, unbedingt.
Und von ´Holland ganz zu schweigen, das ja gar nicht Holland ist, sondern Willemland, ach ne Nieder-mach-die-Pilsken-Land.
Na ja, bevor ich jetzt weiter schwedroniere,

noch ein paar Stellen:

n Farbe und Breitwand erstreckt sich die felsige Insel vor den drei Ermittlern der Stockholmer Mordkommission.
warum in Breitwand? Kino>?
Der braucht noch, bis er wieder auf die Beine kommt, denkt Kurtbeck.
braucht es nicht, könnte man streichen
Neben dem Leichnam findet sich ein blutverkrustetes Brotmesser, die Klinge scharf wie sein Verstand. Die Tatwaffe.
okay, scharf wie der Verstand, der Vergleich, den kenne ich
Ingwer Swensson hebt eine Augenbraue und entgegnet: „Stichting?“
„Was bitte?“
„Kleiner Scherz.“ Außer ihr lacht keiner.
kapier ich nicht
Doch da kommt sie schon, die Frage: „Alles klar, Herr Kommissar?“
stark :D
„Hi, ha, ho, Schweden ist k. o.!“ Ärgerlich wirft er die Zeitung neben den Käse. Käseblatt!
okay, hübscher Vergleiche, vielleicht too much
Mangel pfeift durch die Schneidezähne. „Alter Schwede!“
mm, auch ein wenig zu viel, andererseits musste der Spruch kommen
Fall gelöst. Er kann die Akte schließen. Kurtbeck spürt wieder den Stich in der Brust und fragt sich, warum er das elende Gefühl nicht abschütteln kann, er habe Vater und Mutter auf einen Streich verloren.
sehr feiner Bezugsrahmen

viele Grüße aus dem Sommerabend
Isegrims

 
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Hallo peregrina,

da bin ich, mit Picknickkorb und Zitruskerze. :)

Ich lese gern Krimis, auch schon mal aus dem Norden. Deine Geschichte reiht sich da sehr schön ein. Warum hast du sie eigentlich nicht mit Krimi getagt?

Deine Figuren sind richtige Typen, alle gleichermaßen einen Hauch ins Selbstironische, bevor es zu übertrieben wirkt. Ich mag die Bande. Es gibt die unerschrockene, kokettierende Kriminaltechnikerin, die trotteligen Grünschnäbel und natürlich den grummeligen Kommissar - trockener Alkoholiker, frisch geschieden aus dritter Ehe, von der viel zu gutaussehenden Staatsanwältin. So meine Vorstellung, da ich noch nichts mit deiner Vorlage Martin Beck gelesen habe. Weshalb ich die Betroffenheit und die emotionale Nähe zu den Opfern auch nicht richtig einordnen konnte.

Richtig gut fand ich den Nebenstrang der Fußballniederlage. Damit hast du mich aufs Glatteis geführt, weil ich mir erst keinen Reim darauf machen konnte, warum du es immer wieder aufblitzen lässt und Kurtbecks Gefühlslage dazu ausführst. Gut, aktuelles Thema, dachte ich. Dann, am Ende, ist diese Verbundenheit in der Schmach der Niederlage des Rätsels Lösung. Sehr schön. :)

Friedels Ein[]satzgeschichte kannte ich vorher nicht. Auch absolut lesenswert. Bekanntes, wie die Wurst, die Hosenträger, die dusselige Kuh oder die dreizehn Stiche in deiner Copy zu entdecken war witzig.

Textstellen, die ich mir notiert habe:

Die Sonne steht im Zenit und verwandelt das Schärenmeer in einen gleißenden Spiegel. In Farbe und Breitwand erstreckt sich die felsige Insel vor den drei Ermittlern der Stockholmer Mordkommission.
Sehr schöner Einstieg.
Wenn er jetzt nicht aufpasst, dann steigert er sich wieder maßlos in seine Wut hinein.
Und wo das hinführen kann, …
Er ist mindestens so grün im Gesicht wie das Laub einer jungen Birke, auf dem Kurtbeck Erbrochenes entdeckt.
:sealed:
Der braucht noch, bis er wieder auf die Beine kommt, denkt Kurtbeck.
Doch Mangell scheint das anders zu sehen: „Sie halten sich aber schon zu unserer Verfügung!“, reißt er den Kerl aus der Schockstarre.
Diese überambitionierten Jungermittler. Tss.
Doch der Gestank ist nichts gegen die schrille Stimme. „Dass ihr mir nicht wieder wie eine Herde wildgewordener Bullen durch meinen Tatort trampelt!“
Dem alten Kommissar schwant Schlimmes, noch bevor er sie sieht, die Fleisch gewordene Heimsuchung, Ingwer Swensson, Kriminaltechnik und Gerichtsmedizin in Personalunion.
„ihm schwant Schlimmes“ hört sich nach Ungewissheit/ in der Schwebe an. Dabei weiß Kurtbeck doch, wem die Stimme gehört und auch, dass Ingwer zu ihnen kommen wird.
und schwenkt den Glasfaserpinsel, von dem Rußpulver rieselt.
Gut recherchiert.
Neben dem Leichnam findet sich ein blutverkrustetes Brotmesser, die Klinge scharf wie sein Verstand.
Oha ;)
Er scannt das Stillleben der unberührten Delikatessen: Die Wurst- und Käsescheiben gebogen wie Pferdesattel, die Butter breitgelaufen wie die Hüften der Swensson. Er schüttelt sich. Nur das Knäckebrot im Weidenkörbchen trotzt den sommerlichen Temperaturen. Zeitlos und schön liegt es in der gestärkten Serviette.
Tolles Bild.
„Ich sag mal grob zwei Tage, die Leichenstarre ist noch nicht vollständig gelöst,
Ich will Fliegeneier, Larven und Totenflecke! :lol:
Was für ein Verlust! Ein Ziehen in der Herzgegend lässt ihn innehalten, er fasst sich an die Brust und hofft inständig, dass die beiden Grünschnäbel nicht den Schauer des Entsetzens wahrnehmen, der ihn befangen macht.
Du könntest einen kleinen Zusatz ersinnen, z.B. die fachliche Hilfe bei einem früheren Fall, damit Leser, die in der schwedischen Krimiszene nicht so bewandert sind, seinen Schock verstehen.
„Die Hosenträger des männlichen Opfers weisen starke Gebrauchsspuren auf. Lange hätten die’s eh nicht mehr getan.“
„Ach!“ Schon bei der Tatortbegehung war ihm so ein Verdacht gekommen.
„Die Farbe verschossen, das Elastan zerbröselt, sah ganz übel aus unter dem Elektronenmikroskop“, sagt Ingwer. „Ja, schau nicht so! Nicht ungewöhnlich für Polyurethan.“
Hehe, sehr gut! Elastische Gurte sind meist aus Polyester mit Elasthananteil, der hauptsächlich aus Polyurethan besteht.:thumbsup:
Die Swensson gibt Mangell die Klinke in die Hand. Ein Verkehr wie auf der Kungsholmsgatan.
Kleine Lokalkunde. :)
„Doch! Das Körbchen, lustigerweise GODMORGON“, Mangell gluckst, „wurde am 25. Juni um 12:18 Uhr MEZ bezahlt, 33,99 Kronen in bar, kein Kundenrabatt, von einer verdächtigen weiblichen Person, die Beschreibung passt auf Sjööwalda.“
Was hat die Käuferin „verdächtig“ gemacht? Ist für mich ein Streichkandidat.
„ … der Stich ins Herz war tödlich. Es kommt eben doch auf die Länge an. Oder was glaubst du, Kurtbeck?“ Sie schaut ihn mit einer Intensität in die Augen, die ihm den Schweiß auf die Stirn treibt.
Haha. Ich sehe die Panik in seinen Augen.
„Einvernehmlicher Gattenmord“, ruft Wallanda, erschrickt offensichtlich über ihre Spontanität, errötet und greift sich an die Wangen.
:shy:
Da genügte ein Satz,
:) Ich finds gut, dass du ein paar Sätze zusammen bekommen hast.


Gern gelesen.
Liebe Grüße
wegen

 
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Hallo @peregrina,

nachdem ich Friedrichards Vorlage gelesen habe und dann den Titel deiner Geschichte dazu, musste ich laut auflachen. Ein grandioser Titel im Kontext zum Original.

Es ist die Fortsetzung der Vorlage in Anlehnung an die berühmten schwedischen Krimis. Ein paar Tage sind vergangen und die Kriminalbeamten finden die beiden Leichen. Die Kommissarin Ingwer stellt eine abenteuerliche Theorie von einvernehmlichem Selbstmord auf, doch Kurtbeck weiß es besser. Ich bin erst verwirrt, wie sie darauf kommen, aber dank den Erklärungen von Kurtbeck am Ende verstehe ich, dass sie auf dem Holzweg sind. Auch der Zusammenhang zwischen dem verlorenen Fußballspiel und dem Ausrasten des Mannes war mir beim Lesen der Vorlage nicht klar geworden und hier wurde es mir deutlich.

Die vielen schwedischen Begriffe finde ich als Einblick in eine andere Kultur interessant, allerdings habe ich den Eindruck, dass mir gewisse Details entgehen.

Den Witz mit "Stichting" verstehe ich nicht. Im ersten Moment sah es für mich aus wie ein Wortspiel mit "stechen". Internet spuckt als Bedeutung "Stiftung" aus. Kein Plan.

wenn sie wieder mal über seine Toleranzschwelle stolpern.
Schönes Wortspiel.

„Doch! Das Körbchen, lustigerweise GODMORGON“, Mangell gluckst
Das klingt wieder nach einem Wortspiel, dass ich nicht verstehe. God=Gott und Morgon: Internet sagt Rotwein? Aber da die Protagonisten Schweden sind, verstehen sie darunter vermutlich was ganz anderes.

„Na, da nehmen die Ermittlungen ja so richtig Fahrt auf. Das wirft ja dann ein ganz anderes Licht auf den Fall.“ Der Kommissar klopft Mangell ermutigend auf den Rücken. „Weiter so!“
Das klingt für mich nach Ironie. Ich halte die Herkunft des Brotkörbchens für bedeutungslos. Es wird nicht konkret gesagt, wie es gemeint ist, aber im Zusammenhang mit dem Schluss, wo rauskommt, dass die Neuen den Fall falsch auffassen, bin ich mir sicher, dass es hier ironisch gemeint ist.

Gute Geschichte, hat was.

Viele Grüße
Jellyfish

 
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feines Ding, fadenknöpfend, ironisch wie das Original, anspielungsreich, ohne eine gewisse Tiefe vermissen zu lassen, sag ich jetzt so aus Jogilöwland nach Ik-umarm-dik-Holm.
Na, wenn das kein euphorischer Einstieg ist, lieber @Isegrims, der Lust macht, deinen Komm immer und immer wieder zu konsumieren, dann weiß ich auch nicht. Genau, auf Ironie lege ich besonderen Wert, und wenn dir der Tiefgang aufgefallen ist, noch besser. Tiefenironie, was braucht der Mensch mehr.

Okay, an der einen oder anderen Stelle bordet es über, da bricht sich die Noch-N-Joke-Lust Bahn, aber he, ich habe mich gut amüsiert, wirklich, was will man mehr an einem fußballöden Abend, an dem einen die Erkenntnis kommt, dass ein 0:1 gegen Frankreich kein 4:2 gegen Schweden ist und dass der Ball eben rund ist und das Tor rechteckig, worin die Bälle versenkt werden müssen, unbedingt.
Du hast mich durchschaut. Auch wenn ich als rigoroser Sportverweigerer weiß, dass die Bälle versenkt werden müssen, bin ich mit mir uneins, ob überhaupt und wenn, welcher Joke aus der Geschichte rausgekickt werden sollte.

Und von ´Holland ganz zu schweigen, das ja gar nicht Holland ist, sondern Willemland, ach ne Nieder-mach-die-Pilsken-Land.
Huch, du bist ja richtig in Fahrt gekommen, da hat dich die Geschichte tatsächlich zum Fabulieren angeregt.

noch ein paar Stellen:

n Farbe und Breitwand erstreckt sich die felsige Insel vor den drei Ermittlern der Stockholmer Mordkommission.
warum in Breitwand? Kino>?
Ja, war mich ebenfalls wichtig, der Querverweis auf Film (kann Kino oder TV sein). Hatte erst Color und Cinemascope stehen, die Wahl fiel aber auf die deutschen Begriffe.

Der braucht noch, bis er wieder auf die Beine kommt, denkt Kurtbeck.
braucht es nicht, könnte man streichen
Der alte Fuchs ist gelassen und nachsichtig, hat Verständnis für den Zeugen, aber der Jungspund stürmt vor und sagt den Satz der Sätze, der in keinem Krimi fehlen darf. Diesen Auftritt musste ich vorbereiten.

okay, scharf wie der Verstand, der Vergleich, den kenne ich
Altbekannt der messerscharfe Verstand. Aber da man ja nun wirklich weder Kriminalist sein braucht, noch einen besonders hohen IQ benötigt, um das Messer als Tatwaffe zu erkennen, hab ich das eben besonders betont.

Ingwer Swensson hebt eine Augenbraue und entgegnet: „Stichting?“
„Was bitte?“
„Kleiner Scherz.“ Außer ihr lacht keiner.
kapier ich nicht
Ach, menno, keiner kann sich meinen Wortspielereien hingeben.
Ich erkläre das am Ende des Posts ausführlich.

Doch da kommt sie schon, die Frage: „Alles klar, Herr Kommissar?“
stark :D
Ich konnte mir das nicht verkneifen. :lol:

„Hi, ha, ho, Schweden ist k. o.!“ Ärgerlich wirft er die Zeitung neben den Käse. Käseblatt!
okay, hübscher Vergleiche, vielleicht too much
Meinst du, das Käseblatt ist too much? Kann sein, dass …neben den Käse reichen würde und beim Lesenden käme automatisch die Assoziation zum Käseblatt nach oben. Aber wenn es nun nicht so sein sollte ... nein, das Risiko konnte ich nicht eingehen. Da wollte ich auf Nummer sicher gehen.

Mangel pfeift durch die Schneidezähne. „Alter Schwede!“
mm, auch ein wenig zu viel, andererseits musste der Spruch kommen
Du sagst es, das ist ein Muss. Anfänglich hatte ich sogar erwogen, den alten Schweden zur Titelgestaltung zu missbrauchen.

Fall gelöst. Er kann die Akte schließen. Kurtbeck spürt wieder den Stich in der Brust und fragt sich, warum er das elende Gefühl nicht abschütteln kann, er habe Vater und Mutter auf einen Streich verloren.
sehr feiner Bezugsrahmen
Da freue ich mich, wenn du das so siehst. Das ist die tiefer liegende Schicht, die Metaebene der bitteren Realität sozusagen.

Ach, das war schön mit dir. Vielen Dank für deinen Komm und deine Gedanken zur Geschichte. Sieht so aus, als wäre beim Verfassen deines Komms bei dir mindestens so viel Spaß aufgekommen, als bei mir während des Schreibens der Geschichte.

Liebe Grüße und Erfolg beim letzten Schleifen und Polieren deines Copys.
peregrina


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Hallo @wegen,

auch dir vielen Dank für deine Zeit und die schönen Ideen.

da bin ich, mit Picknickkorb und Zitruskerze. :)
Ich mag deinen Humor, natürlich, unverkrampft und immer eine Punktlandung, also bei mir.

Ich lese gern Krimis, auch schon mal aus dem Norden. Deine Geschichte reiht sich da sehr schön ein. Warum hast du sie eigentlich nicht mit Krimi getagt?
Weil es kein echter Krimi ist. Die Geschichte hat ja kaum Spannungsbogen, kann sie gar nicht haben, weil jeder Leser, der die Einsatzgeschichte von Friedel kennt, ja den Tathergang bis ins letzte Detail kennt.

Deine Figuren sind richtige Typen, alle gleichermaßen einen Hauch ins Selbstironische, bevor es zu übertrieben wirkt. Ich mag die Bande. Es gibt die unerschrockene, kokettierende Kriminaltechnikerin, die trotteligen Grünschnäbel und natürlich den grummeligen Kommissar - trockener Alkoholiker, frisch geschieden aus dritter Ehe, von der viel zu gutaussehenden Staatsanwältin.
Lustig, so könnte das tatsächlich sein.

Richtig gut fand ich den Nebenstrang der Fußballniederlage. Damit hast du mich aufs Glatteis geführt, weil ich mir erst keinen Reim darauf machen konnte, warum du es immer wieder aufblitzen lässt und Kurtbecks Gefühlslage dazu ausführst. Gut, aktuelles Thema, dachte ich. Dann, am Ende, ist diese Verbundenheit in der Schmach der Niederlage des Rätsels Lösung. Sehr schön. :)
Der verzweifelte Versuch die Motive des Täters neu auszuleuchten und dem Leser Einblicke in die Gedankenwelt eines erfahrenen Kriminalisten zu gewähren und somit in solide. faktengestützte Polizeiarbeit.

Friedels Ein[]satzgeschichte kannte ich vorher nicht. Auch absolut lesenswert. Bekanntes, wie die Wurst, die Hosenträger, die dusselige Kuh oder die dreizehn Stiche in deiner Copy zu entdecken war witzig.
Na ja, die bilden das Netz, an dem ich mich entlanghangle.

Die Sonne steht im Zenit und verwandelt das Schärenmeer in einen gleißenden Spiegel. In Farbe und Breitwand erstreckt sich die felsige Insel vor den drei Ermittlern der Stockholmer Mordkommission.
Sehr schöner Einstieg.
Da freu ich mich. Wie sich herauskristallisiert, scheint nicht nur leise rieselnder Schnee eine enorme Wirkung auszuüben, auch glitzerndes Wasser und Meeresbrisen werden vom Leser gerne angenommen. :cool:

Wenn er jetzt nicht aufpasst, dann steigert er sich wieder maßlos in seine Wut hinein.
Und wo das hinführen kann, …
Klar, ist der erste Hinweis auf die Auflösung des Falles. Da hab ich zu viele Thriller gelesen, um diese Chance nicht voll auszuschöpfen.

Doch der Gestank ist nichts gegen die schrille Stimme. „Dass ihr mir nicht wieder wie eine Herde wildgewordener Bullen durch meinen Tatort trampelt!“
Dem alten Kommissar schwant Schlimmes, noch bevor er sie sieht, die Fleisch gewordene Heimsuchung, Ingwer Swensson, Kriminaltechnik und Gerichtsmedizin in Personalunion.
„ihm schwant Schlimmes“ hört sich nach Ungewissheit/ in der Schwebe an. Dabei weiß Kurtbeck doch, wem die Stimme gehört und auch, dass Ingwer zu ihnen kommen wird.
Ich verstehe deinen Einwand. Mit ein bisschen Entgegenkommen könnte man „ihm schwant Schlimmes“ schon auf die weiteren Katastrophen beziehen. Nein, doch nicht?

und schwenkt den Glasfaserpinsel, von dem Rußpulver rieselt.
Gut recherchiert.
Das muss sein, ohne Recherche geht gar nichts. Man erweitert ja beim Schreiben jeder neuen Geschichte sein Fachwissen, haha.

Er scannt das Stillleben der unberührten Delikatessen: Die Wurst- und Käsescheiben gebogen wie Pferdesattel, die Butter breitgelaufen wie die Hüften der Swensson. Er schüttelt sich. Nur das Knäckebrot im Weidenkörbchen trotzt den sommerlichen Temperaturen. Zeitlos und schön liegt es in der gestärkten Serviette.
Tolles Bild.
Ich könnte mich jedes Mal ringeln, wenn ich bei „zeitlos und schön“ lande, das ist so eine unschlagbar nichtssagende Phrase, die im Angesicht der beiden Leichen zum makaberen Gegenstück wird.

„Ich sag mal grob zwei Tage, die Leichenstarre ist noch nicht vollständig gelöst,
Ich will Fliegeneier, Larven und Totenflecke! :lol:
Nix da! Du weißt natürlich als Krimikenner, die Stelle ist der Schwachpunkt der Geschichte. Die Recherche über forensische Entomologie habe ich nicht über mich gebracht, obwohl ich massig Potential verschenke.

Was für ein Verlust! Ein Ziehen in der Herzgegend lässt ihn innehalten, er fasst sich an die Brust und hofft inständig, dass die beiden Grünschnäbel nicht den Schauer des Entsetzens wahrnehmen, der ihn befangen macht.
Du könntest einen kleinen Zusatz ersinnen, z.B. die fachliche Hilfe bei einem früheren Fall, damit Leser, die in der schwedischen Krimiszene nicht so bewandert sind, seinen Schock verstehen.
Du meinst, Kurtbeck müsste sich an einen Kriminalfall erinnern, der aus der Feder seiner Eltern stammt wie „Und die Großen lässt man laufen“ oder „Der Polizistenmörder“. Aber sorry, da kriege ich jetzt nicht die Kurve. Wenn der Leser sich nicht auskennt, dann versteht er den Hinweis auch nicht. Und ich bin auch gar nicht sicher, ob das deutlicher hervortreten sollte. Magst du mir da bitte auf die Sprünge helfen.

Die Swensson gibt Mangell die Klinke in die Hand. Ein Verkehr wie auf der Kungsholmsgatan.
Kleine Lokalkunde. :)
Lokalcolorit macht den Schauplatz glaubhaft. Ich hoffe nur, dass kein Leser dieser Geschichte jemals in Stockholm war.

„Doch! Das Körbchen, lustigerweise GODMORGON“, Mangell gluckst, „wurde am 25. Juni um 12:18 Uhr MEZ bezahlt, 33,99 Kronen in bar, kein Kundenrabatt, von einer verdächtigen weiblichen Person, die Beschreibung passt auf Sjööwalda.“
Was hat die Käuferin „verdächtig“ gemacht? Ist für mich ein Streichkandidat.
Hast recht, da gehen die jungen Pferde mit mir durch. Eine Nummer zu albern, ist gestrichen.

Da genügte ein Satz,
:) Ich finds gut, dass du ein paar Sätze zusammen bekommen hast.
Ja, ich war auch froh.
Ach, ich liebe diesen Humor, aber ich wiederhole mich.

Eine erfolgreiche – was immer das sein mag – Woche und liebe Grüße
peregrina

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Liebe @Jellyfish,

herzlichen Dank für deinen Komm und deine Lesemeinung, jetzt hast du mich sogar überrundet, aber ich besuche dich auch. Bald.

nachdem ich Friedrichards Vorlage gelesen habe und dann den Titel deiner Geschichte dazu, musste ich laut auflachen. Ein grandioser Titel im Kontext zum Original.
Das liest man doch gerne. Ich kenne solche Momente auch, da bricht sich das Lachen ungefragt Bahn. Und so soll es auch sein, einfach der Intuition folgen. Zum "Stichting" später mehr.

Es ist die Fortsetzung der Vorlage in Anlehnung an die berühmten schwedischen Krimis. Ein paar Tage sind vergangen und die Kriminalbeamten finden die beiden Leichen. Die Kommissarin Ingwer stellt eine abenteuerliche Theorie von einvernehmlichem Selbstmord auf, doch Kurtbeck weiß es besser. Ich bin erst verwirrt, wie sie darauf kommen, aber dank den Erklärungen von Kurtbeck am Ende verstehe ich, dass sie auf dem Holzweg sind. Auch der Zusammenhang zwischen dem verlorenen Fußballspiel und dem Ausrasten des Mannes war mir beim Lesen der Vorlage nicht klar geworden und hier wurde es mir deutlich.
In Friedels Vorlage ist der Auslöser für Wallöös Ausrasten tatsächlich nur der heiße Kaffee, den die schusselige Gattin auf seine Hand gießt. Der körperliche Schmerz bringt ihn zur Raserei.

Ich habe mich da ein weites Stück von der Vorlage entfernt und Zusammenhänge konstruiert, die halbwegs glaubhaft erscheinen sollen. Vielleicht auch ein bisschen aus dem Verlangen heraus zu zeigen, wie schnell ein Kriminalist auf eine falsche Fährte geraten kann oder einfach nur, weil das Schreiben Spaß gemacht hat. :)

Die vielen schwedischen Begriffe finde ich als Einblick in eine andere Kultur interessant, allerdings habe ich den Eindruck, dass mir gewisse Details entgehen.
Mit den schwedischen Wörtern wollte ich es nicht übertreiben. Und ich denke, wenn man einige Details des Geschriebenen, Gesagten oder Gesungenen nicht begreift, fehlt nichts, um die Geschichte zu erfassen.

Die Namen der Figuren sind von Friedel weitestgehend vorgegeben, es folgt eine Textzeile aus dem Abba-Song, dann liegen die vier Zeitschriften rum (drei existieren, eine ist fiktiv), der Straßenname Kungsholmsgatan wird eingestreut und das Brotkörbchen GODMORGON kriegt eine Haupotrolle.

„Doch! Das Körbchen, lustigerweise GODMORGON“, Mangell gluckst
Das klingt wieder nach einem Wortspiel, dass ich nicht verstehe. God=Gott und Morgon: Internet sagt Rotwein? Aber da die Protagonisten Schweden sind, verstehen sie darunter vermutlich was ganz anderes.
Ist ja eine auffällige Besonderheit des schwedischen Einrichtungsriesen, dass jeder Artikel einen (schwedischen) Namen hat, grenzt manchmal schon ans Groteske. GODMORGON heißt schlicht "Guten Morgen" und den Artikel mit dieser Bezeichnung gibt derzeit wirklich, ist aber irgendein Möbel, keine Ahnung was.

„Na, da nehmen die Ermittlungen ja so richtig Fahrt auf. Das wirft ja dann ein ganz anderes Licht auf den Fall.“ Der Kommissar klopft Mangell ermutigend auf den Rücken. „Weiter so!“
Das klingt für mich nach Ironie. Ich halte die Herkunft des Brotkörbchens für bedeutungslos. Es wird nicht konkret gesagt, wie es gemeint ist, aber im Zusammenhang mit dem Schluss, wo rauskommt, dass die Neuen den Fall falsch auffassen, bin ich mir sicher, dass es hier ironisch gemeint ist.
Selbstverständlich, ironisch. Das Körbchen, die Hosenträger, die überflüssigen Ansagen der Grünschnäbel, die Figurenzeichnung, nichts, was man durch eine ernste Brille beschauen sollte.

Eine Parodie eben, sowohl auf Friedels Einsatzgeschichte als auch auf die Flut von Romanverfilmungen, bei denen dem gequälten Zuschauer nicht nur die Füße einschlafen. Ist doch kriminell, oder nicht?


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Ich mach mal einen Absatz und bitte @Isegrims dazu.

Den Witz mit "Stichting" verstehe ich nicht. Im ersten Moment sah es für mich aus wie ein Wortspiel mit "stechen". Internet spuckt als Bedeutung "Stiftung" aus. Kein Plan.
Damit stehst du nicht alleine, du bist in bester Gesellschaft.

Ich würde mir wünschen, dass die Leser bei „Stichting“ nicht den Übersetzer von Dr. Google bemühen, sondern auf ihre erste Eingebung lauschen, so wie du auch, liebe Jellyfish, als du den Titel gelesen hast. Denn deine Erklärung hier entspricht absolut meiner Gedankenverknüpfung stechen – Stich – das Tun ist gleich Stichting. Wahrscheinlich können wir gar nicht anders, als alles Unbekannte erst mal zu hinterfragen und nach einem doppelten Boden zu suchen, und erst recht als Wortkrieger. :thumbsup:

Drauf gekommen bin durch die Zeile im Original:

einer Plastikschale gefüllt mit guter irischer Butter, einem geflochtenen Körbchen der im Niederländischen sitzenden Stichting Ingvar Kamprad Foundation, ausgelegt mit einer reinweißen Serviette unbekannter Herkunft, gefüllt mit Scheiben gleichmäßig,

Und an @wieselmaus hab ich auf ihren Hinweis
Mit dem Wortwitz "Stichting" kann ich leider nichts anfangen. Hab gegoogelt. Stichting heißt Stiftung ... Und? ist das eine Anspielung auf Ikea und Co?
geantwortet:
(Mein Mann hat gleich seine Bedenken angemeldet.)
Ja, stimmt, Stichting ist Niederländisch für Stiftung und da der Schwede Ikea irgendwann seinen Hauptsitz sicher aus niederen Motiven ins Steuerparadies NL verlegt hat und Friedrichhard den Umstand auch erwähnenswert fand, (siehe Zitat oben)
hab ich Stichting aufgegriffen und mich an ein gewagtes Wortspiel gewagt: Ein Stich, noch ein Stich, und so weiter ist gleich Stichting. Die SpuSi-Ingwer verwendet den Begriff ja auch nach einer saublöden Frage von Mangell und setzt ein Fragezeichen.
Verwirrung wollte ich nicht "stiften".
Mit dieser ausufernden Erklärung konnte ich sicher alle Zweifel ausräumen. Es kann nur diesen einen Titel geben, ihr seht es ein. :lol:

Noch mal vielen Dank an euch alle, es war interessant, eure Hinweise zu erfahren und sie zu überdenken.

Liebe Grüße und bis demnächst in diesem Theater,
peregrina

 
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3.936

Liebe @peregrina

ach, das hat mir Spaß gemacht! Und wie! Vielleicht, weil ich gerade in Schweden sitze - sehr passendes Ambiente für diesen Text, vielleicht, weil Du so herrlichen Unfug getrieben hast, vielleicht aber auch, weil ich mich so gefreut hab, dass die Sprache hier so viel dynamischer, lebendiger - halt nicht so stocksteif daherkommt. Hab wirklich gedacht, na guck an, die peregrina, ich habe es doch gewusst, die ist gar nicht so :D Die hats nämlich ganz dicke hinter ihren schüchternen Ohren. Yeah!

So, jetzt gibt es noch paar Lieblinge, weil ich mochte den Text rundum. Er hat mich ganz vorzüglich unterhalten, so wie die Vorlage seinerzeit auch. Ach der @Friedrichard , der ist auch so ein bezaubernder Schabernackbursch. Habe das Original nun bestimmt schon einige Male gelesen und es erfreut mich immer wieder.

Als sie um die Kurve biegen, bietet sich ihnen ein Bild des Grauens. Selbst die Vögel sind verstummt, angesichts des Ausmaßes:
Na ja, so grausam finde ich das Bild noch nicht. Erst im Haus wird es doch richtig übel.

Doch der Gestank ist nichts gegen die schrille Stimme. „Dass ihr mir nicht wieder wie eine Herde wildgewordener Bullen durch meinen Tatort trampelt!“
hehe

... der unberührten Delikatessen: Die Wurst- und Käsescheiben gebogen wie Pferdesattel, die Butter breitgelaufen wie die Hüften der Swensson. Er schüttelt sich. Nur das Knäckebrot im Weidenkörbchen trotzt den sommerlichen Temperaturen. Zeitlos und schön liegt es in der gestärkten Serviette.
Sehr, sehr schön.

... und lässt den grimmigen Blick der Swensson wie Regen auf Friesennerz von sich abperlen.
Schönes Bild.

Die zwei sollen sich in Zukunft gut abfedern, wenn sie wieder mal über seine Toleranzschwelle stolpern.
:)

Ärgerlich wirft er die Zeitung neben den Käse. Käseblatt!
Nice.

Diese Narren, überhastet und ziellos laufen sie vor dem Leben davon, oder hinter ihm her. So genau kann er das von hier oben nicht erkennen.
:D

„Hab was für dich“, plappert sie los, als wären sie beste Freunde. „Die Hosenträger des männlichen Opfers weisen starke Gebrauchsspuren auf. Lange hätten die’s eh nicht mehr getan.“
Ha! Ich habe es immer geahnt, dass den Hosenträgern zu wenig Beachtung zukommt.

„Die Farbe verschossen, das Elastan zerbröselt, sah ganz übel aus unter dem Elektronenmikroskop“, sagt Ingwer. „Ja, schau nicht so! Nicht ungewöhnlich für Polyurethan.“
Und zack, überführt. Polyurethan. Wer hätte das gedacht? Tja, übel gelaufen würde ich mal sagen.

Kurtbeck nickt. Wie könnte er den Brotkorb vergessen.
„Die Spur führt direkt ... jetzt halt dich fest!, direkt in ein großes, bekanntes Möbelhaus, ach was sag ich, in das größte, bekannteste Möbelhaus überhaupt.“ Mit gedämpfter Stimme fügt er hinzu: „Zu Ingvar und Kamprad, nach Elmtaryd und Agunnaryd.“
Krass! Das läuft ja wie am Schnürrchen bei den Schweden.

„Na, da nehmen die Ermittlungen ja so richtig Fahrt auf. Das wirft ja dann ein ganz anderes Licht auf den Fall.“
Mein Reden! :D

Da hatte er sich wohl gewaltig in dem Jungen getäuscht, von ihm würde man noch hören. Oder lesen.
hehe

„Wir können davon ausgehen, dass er Sjööwalda niedergestochen hat, dabei ging die Kaffeekanne zu Bruch, dann ist er auf dem Kaffee-Blut-Gemisch ausgerutscht, noch bevor er sich selber die Klinge ins Herz rammen konnte.“
Hier hätteste die Kette ruhig noch ein wenig weiterspinnen, ad absurdum führen können ...
„Wir können davon ausgehen, dass er Sjööwalda niedergestochen hat, während die Sonne ihn durchs Fenster blendete, dabei stach eine Mücke Wallöö in den linken Oberarm, zum finalen Totschlag des Tieres ausholend, fegte er die Kaffeekanne um, frischer Bohnenkaffee (Fairtradeprodukt) breitete sich über das weiße Wachstuch aus, braune Rinnsale auf ihrem Weg zu den Dielen, und noch immer vom Sonnenlicht geblendet und wütend über die Mücke, die nun um seinen Kopf wie Geier ums Aas schwirrte, rutschte Wallöö auf dem Kaffee-Blut-Gemisch aus, verfluchte Sonne, Mücke, Kaffee, Frau und die elende Sauerei auf dem Boden, bevor er mit dem Kopf an die Wand schlug - irgendwie so in der Art. Ich konnte jedenfalls einen Mückenstich am linken Oberarm feststellen."

Daran hat die oberschlaue Swensson sicherlich eine Weile zu kauen.
„Na, endlich! Ich dachte schon, du fragst nie“, sagt Ingwer mit Verschwörermiene.
:D

„Wallöö war krank, schwer krank. Wegen der datenschutzrechtlichen Bestimmungen und zum Schutz der Privatsphäre, ihr wisst schon ...“ Sie verdreht die Augen. „Ich sage nur: Ein Jahr. Er hätte noch ein Jahr zu leben gehabt. Vertraut mir!“
Oder Schimmel im Badezimmer. Mann/Frau kann nie genau wissen.

Gerade einem gesellschaftskritischen Aufrechten musste die Dreistigkeit der Dagens Nyheter den Boden unter den Füßen wegziehen. Über die Fallhöhe mochte Kurtbeck gar nicht erst nachdenken. Da genügte ein Satz, sogar nur ein Widerwort der Gattin und zack …
Fall gelöst.
:thumbsup:

Ja, sehr, sehr fein.

Liebe Grüße,
Fliege

 
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Danke für die Erklärung, @peregrina! GODMORGON, da hätte ich selbst drauf kommen können. Jetzt finde ich das auch lustig. :lol: Das muss definitiv ein Brotkörbchen sein oder wenigstens etwas, das mit Frühstück zu tun hat. Wenn IDEA ein anderes Möbel so benannt hat, ist das ein Fehler.

 
Monster-WG
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Hallo @peregrina :-)

Jetzt lasse ich auch mal einen Kommentar da! Da an Midsommar, welch' Profanwortspiel!
Aber zum Text:
Ungefähr nach dem ersten Viertel oder Drittel hat es bei mir <<Klick>> gemacht und ich verstand, dass dein Text in die Parodie geht, dass du keinen Skandinavien-Noir-Krimi versucht hast, mit Morden im Schwedenholz und Kommissaren, die in Küchen aus Birkenholz ermitteln, alles schön und doch alles so folternd und grausam. Ich habe den Text sehr genossen; er ist schräg, warum erkläre ich gleich. Er ist bunt. Und er hat einen eigenen Rhythmus, finde ich, eine eigene Art, Sätze zum Leser zu werfen, die der auffängt und zu einer Story strickt.

Okay. Bevor ich hier übertreibe, zum Text:

Die Sonne steht im Zenit und verwandelt das Schärenmeer in einen gleißenden Spiegel. In Farbe und Breitwand erstreckt sich die felsige Insel vor den drei Ermittlern der Stockholmer Mordkommission.
Seltsamerweise bildete sich nach dem ersten Satz ein "Imaginationsknoten" in meinem Hirn: Schärenmeer stelle ich mir in der Mehrzahl vor, gleißender Spiegel assoziiert für mich auf eine Fläche, auf etwas, das eben wenig Kontrast, wenig Details, wenig unterschiedliche Elemente bindet; das Schärenmeer im Großraum Stockholm stelle ich mir als Kollektion kleiner grau-grüner Tupfer vor, da passt der glatte gleißende Spiegel meiner Meinung nicht. Aber ja, Individualsichtweise.

Wie ein Phantomschmerz sucht ihn die Erinnerung regelmäßig heim.
Hier fragte ich mich, ob der Phantomschmerz über einen Wie-Vergleich eingeleitet werden sollte; ich las deinen Text unmittelbarer. Was ich damit meine: Dein Text, finde ich, lebt vom Einwerfen der Sätze und Gedanken, daraus entsteht ja erst eine gewisse Absurdität: Ein Mord geschieht, dann ist das Fußballspiel, dann stehen die Kommissare wie Torpfosten in der Mordermittlungsszene und kommunizieren dämlich lustig. Vielleicht einfach: Die Erinnerung ist ein fieser Phantomschmerz sportlicher Konkurrenz.
Obwohl ... viel zu künstlich ...

Er ist mindestens so grün im Gesicht wie das Laub einer jungen Birke, auf dem Kurtbeck Erbrochenes entdeckt.
Schöne Kette, vom Vergleich auf die Szene :-)

Meine Fresse, Verwesungsgeruch.
Hier blieb ich beim Lesen stehen, da mir die Perspektive unklar schien. Wer spricht dort? Vielleicht ein Absatz vorher einfügen? Andererseits, vielleicht hatte auch ich nur ein Problem.

„Cool!“, sagt Mangell.
Ich finde diese sinnlos dummen Ausdrücke sehr witzig. Ach Mensch, braucht's mehr solcher Texte. So un-bedeutungsschwer.

Eine männliche lehnt mit dem Oberkörper an der Wand, eine Frau liegt gekrümmt, umgeben von Porzellanscherben, auf den Dielen.
Vielleicht hier "eine männliche ... eine weibliche" ?

Dann schwenkt sein Blick wie das Auge einer Kamera über den liebevoll gedeckten Frühstückstisch und ihm fällt ein, dass er heute noch nichts zu sich genommen hat. Er scannt das Stillleben der unberührten Delikatessen: Die Wurst- und Käsescheiben gebogen wie Pferdesattel, die Butter breitgelaufen wie die Hüften der Swensson.
Das "liebevoll" ist der Pfahl, der die Szene trägt. Über "liebevoll" wird der Kontrast zur Leichenszene geschaffen; klar, hier vorne die Leichen und dort der Frühstückstisch. Vielleicht statt "liebevoll" das schöne Sommerlicht erwähnen? Sprich den Kontrast stärker über die Szene denn über ein Adjektiv wirken lassen? Scannen ... im Jahr 1974? Leider kenne ich mich in der Geschichte der Barcode-Technik und EDV-Systeme des unmittelbaren Kundenkontakts nicht so aus ... sprich gar nicht.

Swensson mit "w" ... sieht nach einer seltenen Schreibweise aus.

Kurtbeck steht am Fenster und beobachtet das Gewusel der Fußgänger auf der Kungsholmsgatan. Diese Narren, überhastet und ziellos laufen sie vor dem Leben davon, oder hinter ihm her.
Das Einbinden der Gedanken deiner Protagonisten nimmt im Verlauf des Textes zu. Oft recht süffisante, nörgelige Kommentare, irgendwo lese ich auch eine tiefsitzende Arroganz in deinem Ermittlerteam. Ich mag's!

„Die Farbe verschossen, das Elastan zerbröselt, sah ganz übel aus unter dem Elektronenmikroskop“,
Gab es die 1974 in einer Stockholmer Mordkommission?
„Doch! Das Körbchen, lustigerweise GODMORGON“, Mangell gluckst, „wurde am 25. Juni um 12:18 Uhr MEZ bezahlt, 33,99 Kronen in bar, kein Kundenrabatt, von einer weiblichen Person, die Beschreibung passt auf Sjööwalda.“
Hm, jetzt könnte ich noch ketzerischer sein und fragen, ob Ikea-Produkte im Sommer 74 Namen trugen. Was mir auffiel: Ich denke, Mangell hätte das Ganze anders erzählt. Diese gewisse Arroganz im Ermittlerteam, diese sympathische Hochnäsigkeit ... Mangell wäre stolz auf die Lösung des Falls und hätte das Ganze in die Länge gezogen. Aber das nur am Rande.

Außer den Eheleuten Wallöö und Sjööwalda war niemand im Haus“, doziert sie. „Den Todeszeitpunkt konnte ich zwischen acht und zehn eingrenzen. Der Frühstückstisch bestätigt meine Expertise. Auf dem Spurenträger – dem Brotmesser – die Fingerabdrücke von beiden, die Papillaren von Wallöö im getrockneten Blut, logisch, wesentlich deutlicher erkennbar.“
Vielleicht ein etwas wissenschaftlicher Sprechstil für Swensson? Es zeigte sich ein signifikanter Fingerabdruck der Personen F1 und F2 auf dem Brotmesser hinter der Kantengriffsenke."
"Bitte was?"
"Die Kantengriffsenke bezeichnet die Fließform des Hartplastikgriffs eines Brotmessers zur Brotklinge und zählt zu den typischen Fingerabdrucksstellen eines Brotmesser."
"War mal Prüfungsfrage in der Kleinkommissarprüfung 67 in Göteborg."
"Ach!"
"Ja"
Okay, ich übertreibe hier, ich weiß.

Er könnte seine Walther PP verwetten, dass die Lücken in der Beweisführung der Swensson tiefer und breiter als der San-Andreas Graben sind.
Vielleicht lieber eine schwedische Lokalität verbinden? Breiter und tiefer als das Landsortskaya Becken vor Gotland?

Liebe @peregrina, das war's!

Lg aus Heißleipzig
kiroly

 
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Liebe @Fliege,

vielen lieben Dank für deinen Kommentar. Da will ich mal antworten, dieses ewige Prokrastinieren bringt ja nix.

ach, das hat mir Spaß gemacht! Und wie! Vielleicht, weil ich gerade in Schweden sitze - sehr passendes Ambiente für diesen Text, ...
Also, das ist ja ein schöner Zufall. Wenn du dort Urlaub machst, und den extra unterbrochen hast, für mich, für die Zeilen, dann rechne ich dir deinen Komm doppelt und dreifach hoch an.

... vielleicht, weil Du so herrlichen Unfug getrieben hast, vielleicht aber auch, weil ich mich so gefreut hab, dass die Sprache hier so viel dynamischer, lebendiger - halt nicht so stocksteif daherkommt.
Oha! Seit sechs Jahren treib ich mich nun in dem Forum rum, rede mir ein, sprachlich auf einem guten Weg zu sein und dann erwähnst du mal so ganz am Rande, dass ich stocksteif erzähle. :confused:Warum hast du denn nicht schon mal früher die Katze aus dem Sack gelassen? Notfalls hätte ich doch rechtzeitig gegensteuern können.

Hab wirklich gedacht, na guck an, die peregrina, ich habe es doch gewusst, die ist gar nicht so :D
Nee, so bin ich tatsächlich nicht. Alles nur Tarnung.

So, jetzt gibt es noch paar Lieblinge, weil ich mochte den Text rundum. Er hat mich ganz vorzüglich unterhalten, so wie die Vorlage seinerzeit auch. Ach der @Friedrichard , der ist auch so ein bezaubernder Schabernackbursch. Habe das Original nun bestimmt schon einige Male gelesen und es erfreut mich immer wieder.
Die Vorlage ist was ganz Besonderes, zeitlos und schön sozusagen, und ich hab mir den Schalk von Friedel geborgt, ja, nun sitzt er in meinem Nacken.

Als sie um die Kurve biegen, bietet sich ihnen ein Bild des Grauens. Selbst die Vögel sind verstummt, angesichts des Ausmaßes:
Na ja, so grausam finde ich das Bild noch nicht. Erst im Haus wird es doch richtig übel.
Da bin ich ganz bei dir. Ein sitzender Mann ist nun wirklich nichts Grauenvolles. :bonk: Aber das sollte ja gerade der verkappte Witz sein, haha.
Kann sein, dass ich das Ausmaß streiche, mal sehen.

Doch der Gestank ist nichts gegen die schrille Stimme. „Dass ihr mir nicht wieder wie eine Herde wildgewordener Bullen durch meinen Tatort trampelt!“
hehe
Schön, dir sind die Bullen aufgefallen, das freut mich besonders.

... der unberührten Delikatessen: Die Wurst- und Käsescheiben gebogen wie Pferdesattel, die Butter breitgelaufen wie die Hüften der Swensson. Er schüttelt sich. Nur das Knäckebrot im Weidenkörbchen trotzt den sommerlichen Temperaturen. Zeitlos und schön liegt es in der gestärkten Serviette.
Sehr, sehr schön.
Der Abschnitt hat insgesamt gute Rezensionen bekommen. Scheint gelungen.

Ärgerlich wirft er die Zeitung neben den Käse. Käseblatt!
Nice.
Du meinst also auch, dass ich an der Stelle nichts verändern sollte?

Diese Narren, überhastet und ziellos laufen sie vor dem Leben davon, oder hinter ihm her. So genau kann er das von hier oben nicht erkennen.
:D
Das ist schon sehr auffällig, du lachst/lächelst/schmunzelst/freust dich genau an den richtigen Stellen, an denen, die ich eben für diese besonderen Momente reserviert habe.

Wobei ist immer schwierig, die Leserlacher zu lenken. Da findet sicher jeder andere Schätzchen, und manch einer findet die Art Text einfach nur blöd.

Da hatte er sich wohl gewaltig in dem Jungen getäuscht, von ihm würde man noch hören. Oder lesen.
hehe
Die Stelle mag ich auch sehr.

„Wir können davon ausgehen, dass er Sjööwalda niedergestochen hat, dabei ging die Kaffeekanne zu Bruch, dann ist er auf dem Kaffee-Blut-Gemisch ausgerutscht, noch bevor er sich selber die Klinge ins Herz rammen konnte.“
Hier hätteste die Kette ruhig noch ein wenig weiterspinnen, ad absurdum führen können ...
„Wir können davon ausgehen, dass er Sjööwalda niedergestochen hat, während die Sonne ihn durchs Fenster blendete, dabei stach eine Mücke Wallöö in den linken Oberarm, zum finalen Totschlag des Tieres ausholend, fegte er die Kaffeekanne um, frischer Bohnenkaffee (Fairtradeprodukt) breitete sich über das weiße Wachstuch aus, braune Rinnsale auf ihrem Weg zu den Dielen, und noch immer vom Sonnenlicht geblendet und wütend über die Mücke, die nun um seinen Kopf wie Geier ums Aas schwirrte, rutschte Wallöö auf dem Kaffee-Blut-Gemisch aus, verfluchte Sonne, Mücke, Kaffee, Frau und die elende Sauerei auf dem Boden, bevor er mit dem Kopf an die Wand schlug - irgendwie so in der Art. Ich konnte jedenfalls einen Mückenstich am linken Oberarm feststellen."
Wenn man sich so mitreißen lässt, die Kreativität so richtig auf Touren kommt, sag ich mal, Satzgirlanden à la Friedel entstehen, dann ist es ein gutes Zeichen, das beweist, dass der Text gegriffen hat. Ich werde mal nachdenken, mit deiner Erlaubnis ein zwei Gedanken aus deinen schicken Vorschlägen klauen, muss aber trotzdem am Ende zum Messer ins Herz rammen kommen, weil meine These erweiterter Suizid (aufgrund der Erkrankung) lautet.

Daran hat die oberschlaue Swensson sicherlich eine Weile zu kauen.
„Na, endlich! Ich dachte schon, du fragst nie“, sagt Ingwer mit Verschwörermiene.
:D
Ein Frauenkenner ist der Kurtbeck keinesfalls.

„Wallöö war krank, schwer krank. Wegen der datenschutzrechtlichen Bestimmungen und zum Schutz der Privatsphäre, ihr wisst schon ...“ Sie verdreht die Augen. „Ich sage nur: Ein Jahr. Er hätte noch ein Jahr zu leben gehabt. Vertraut mir!“
Oder Schimmel im Badezimmer. Mann/Frau kann nie genau wissen.
Hilfe, da steht wer auf’m Schlauch! Wie meinst du das?

Gerade einem gesellschaftskritischen Aufrechten musste die Dreistigkeit der Dagens Nyheter den Boden unter den Füßen wegziehen. Über die Fallhöhe mochte Kurtbeck gar nicht erst nachdenken. Da genügte ein Satz, sogar nur ein Widerwort der Gattin und zack …
Fall gelöst.
:thumbsup:

Ja, sehr, sehr fein.

Das Lob fühlt sich wie ein Ritterschlag an. Danke!

Genieße den Urlaub (wenn es denn einer ist) und lass dich nicht stechen, von diesen kleinen heimtückischen Blutsaugern. :D

Liebe Grüße
peregrina

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Danke für die Erklärung, @peregrina! GODMORGON, da hätte ich selbst drauf kommen können. Jetzt finde ich das auch lustig. :lol: Das muss definitiv ein Brotkörbchen sein oder wenigstens etwas, das mit Frühstück zu tun hat. Wenn IDEA ein anderes Möbel so benannt hat, ist das ein Fehler.
Danke für deine Rückmeldung, liebe @Jellyfish ,

ich hab den Sachverhalt geprüft. GODMORGON ist wirklich nichts für den Frühstückstisch, es handelt sich um einen Waschtisch, ein Schränkchen fürs Bad. Kann man gerade so gelten lassen, denke ich. :)

Liebe Grüße
peregrina

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Jetzt lasse ich auch mal einen Kommentar da! Da an Midsommar, welch' Profanwortspiel!
Hallo @kiroly,

mir gefällts, das Wortspiel, und tatsächlich hätte es keinen günstigeren Zeitpunkt für dein Feedback geben können, das mir außerordentlich viel Spaß gemacht hat und für das ich mich recht artig bedanke.

Aber zum Text:
Ungefähr nach dem ersten Viertel oder Drittel hat es bei mir <<Klick>> gemacht und ich verstand, dass dein Text in die Parodie geht, dass du keinen Skandinavien-Noir-Krimi versucht hast, mit Morden im Schwedenholz und Kommissaren, die in Küchen aus Birkenholz ermitteln, alles schön und doch alles so folternd und grausam.
Das hat aber lange gedauert. :lol: Das Klick muss dann so in dem Bereich, als das Wort „Stichting“ fällt, gewesen sein.

Ich habe den Text sehr genossen; er ist schräg, warum erkläre ich gleich. Er ist bunt. Und er hat einen eigenen Rhythmus, finde ich, eine eigene Art, Sätze zum Leser zu werfen, die der auffängt und zu einer Story strickt.
So was Schönes hat ja noch niemals jemand über einen Text von mir gesagt. Danke.
Sätze werfen, na so was, wie gut, dass es keine Messer sind.

Die Sonne steht im Zenit und verwandelt das Schärenmeer in einen gleißenden Spiegel. In Farbe und Breitwand erstreckt sich die felsige Insel vor den drei Ermittlern der Stockholmer Mordkommission.
Seltsamerweise bildete sich nach dem ersten Satz ein "Imaginationsknoten" in meinem Hirn: Schärenmeer stelle ich mir in der Mehrzahl vor, gleißender Spiegel assoziiert für mich auf eine Fläche, auf etwas, das eben wenig Kontrast, wenig Details, wenig unterschiedliche Elemente bindet; das Schärenmeer im Großraum Stockholm stelle ich mir als Kollektion kleiner grau-grüner Tupfer vor, da passt der glatte gleißende Spiegel meiner Meinung nicht. Aber ja, Individualsichtweise.
Im Großen und Ganzen pflichte ich dir bei, so recht glücklich bin ich auch noch nicht. Ich stelle mir das Schärenmeer auch mit Inseln getupfelt vor. Aber weil die Fähre oder das Polizeiboot oder was auch immer sich der besagten Insel nähert, als die Story beginnt, dachte ich, dass der Streifen Wasser zwischen den Betrachtern und dem felsigen Eiland schon flächig in der Sonne gleißen könnte.

Wie ein Phantomschmerz sucht ihn die Erinnerung regelmäßig heim.
Hier fragte ich mich, ob der Phantomschmerz über einen Wie-Vergleich eingeleitet werden sollte; ich las deinen Text unmittelbarer. Was ich damit meine: Dein Text, finde ich, lebt vom Einwerfen der Sätze und Gedanken, daraus entsteht ja erst eine gewisse Absurdität: Ein Mord geschieht, dann ist das Fußballspiel, dann stehen die Kommissare wie Torpfosten in der Mordermittlungsszene und kommunizieren dämlich lustig. Vielleicht einfach: Die Erinnerung ist ein fieser Phantomschmerz sportlicher Konkurrenz.
Obwohl ... viel zu künstlich ...
Du sagst es, die sportliche Konkurrenz kann ich nicht übernehmen, ganz anderer Duktus. Aber dass die Kommissare wir Torpfosten am Tatort stehen, das hat was. :thumbsup:

Meine Fresse, Verwesungsgeruch.
Hier blieb ich beim Lesen stehen, da mir die Perspektive unklar schien. Wer spricht dort? Vielleicht ein Absatz vorher einfügen? Andererseits, vielleicht hatte auch ich nur ein Problem.
Ich versuche schon, so nah wie möglich bei der Person Kurtbeck zu bleiben. Es ist sein Gedanke, würde behaupten, erlebte Rede. Ich habe aber selber das Gefühl, dass sich ab und zu so ein naseweiser auktorialer Erzähler einschleicht, der seine Kommentare nicht für sich behalten kann.

„Cool!“, sagt Mangell.
Ich finde diese sinnlos dummen Ausdrücke sehr witzig. Ach Mensch, braucht's mehr solcher Texte. So un-bedeutungsschwer.
Ich kann darüber auch endlos schmunzeln.
So, damit du’s weißt, das hab ich jetzt ausgedruckt, klebt am Spiegel.

Eine männliche lehnt mit dem Oberkörper an der Wand, eine Frau liegt gekrümmt, umgeben von Porzellanscherben, auf den Dielen.
Vielleicht hier "eine männliche ... eine weibliche" ?
Kann ich ändern, wenn du willst.

Dann schwenkt sein Blick wie das Auge einer Kamera über den liebevoll gedeckten Frühstückstisch und ihm fällt ein, dass er heute noch nichts zu sich genommen hat. Er scannt das Stillleben der unberührten Delikatessen: Die Wurst- und Käsescheiben gebogen wie Pferdesattel, die Butter breitgelaufen wie die Hüften der Swensson.
Das "liebevoll" ist der Pfahl, der die Szene trägt. Über "liebevoll" wird der Kontrast zur Leichenszene geschaffen; klar, hier vorne die Leichen und dort der Frühstückstisch. Vielleicht statt "liebevoll" das schöne Sommerlicht erwähnen? Sprich den Kontrast stärker über die Szene denn über ein Adjektiv wirken lassen?
Liebevoll ist aus dem Originaltext übernommen, würde ich ungern verändern.
Scannen ... im Jahr 1974? Leider kenne ich mich in der Geschichte der Barcode-Technik und EDV-Systeme des unmittelbaren Kundenkontakts nicht so aus ... sprich gar nicht.
Bei scannen habe ich weniger an die Methode des Barcodelesens gedacht, sondern bin davon ausgegangen, dass das menschliche Auge ebenfalls scannen kann. Da fand ich das Jahr, in dem diese Technik zum ersten Mal angewandt wurde, gar nicht von Bedeutung.
Wenn das irritiert, dann tausch ich das Wort aus.

Swensson mit "w" ... sieht nach einer seltenen Schreibweise aus.
Die Pathologin von Der Kommissar und das Meer schreibt sich exakt so.

Kurtbeck steht am Fenster und beobachtet das Gewusel der Fußgänger auf der Kungsholmsgatan. Diese Narren, überhastet und ziellos laufen sie vor dem Leben davon, oder hinter ihm her.
Das Einbinden der Gedanken deiner Protagonisten nimmt im Verlauf des Textes zu. Oft recht süffisante, nörgelige Kommentare, irgendwo lese ich auch eine tiefsitzende Arroganz in deinem Ermittlerteam. Ich mag's!
Und natürlich eine fette Portion Selbstüberschätzung.
Ich mag's auch, aber das muss man auch mögen, sonst nervt es wohl nur.

„Die Farbe verschossen, das Elastan zerbröselt, sah ganz übel aus unter dem Elektronenmikroskop“,
Gab es die 1974 in einer Stockholmer Mordkommission?
Woher soll ich das wissen? :lol:

„Doch! Das Körbchen, lustigerweise GODMORGON“, Mangell gluckst, „wurde am 25. Juni um 12:18 Uhr MEZ bezahlt, 33,99 Kronen in bar, kein Kundenrabatt, von einer weiblichen Person, die Beschreibung passt auf Sjööwalda.“
Hm, jetzt könnte ich noch ketzerischer sein und fragen, ob Ikea-Produkte im Sommer 74 Namen trugen.
Nein, ist gar nicht ketzerisch, absolut berechtigt. Die Antwort lautet: Ja, wahrscheinlich seit Anbeginn. Da der Gründer IK an einer Lese-Rechtschreibe-Schwäche litt, erfanden er und seine Schwester dieses System.

Was mir auffiel: Ich denke, Mangell hätte das Ganze anders erzählt. Diese gewisse Arroganz im Ermittlerteam, diese sympathische Hochnäsigkeit ... Mangell wäre stolz auf die Lösung des Falls und hätte das Ganze in die Länge gezogen. Aber das nur am Rande.
Der platzt doch sowieso beinahe vor Stolz. Ich habe ihm doch schon alle relevanten und nicht relevanten Angaben in den Mund gelegt.
Du meinst, er soll die Ergebnisse spannender für den Chef aufbereiten?

Außer den Eheleuten Wallöö und Sjööwalda war niemand im Haus“, doziert sie. „Den Todeszeitpunkt konnte ich zwischen acht und zehn eingrenzen. Der Frühstückstisch bestätigt meine Expertise. Auf dem Spurenträger – dem Brotmesser – die Fingerabdrücke von beiden, die Papillaren von Wallöö im getrockneten Blut, logisch, wesentlich deutlicher erkennbar.“
Vielleicht ein etwas wissenschaftlicher Sprechstil für Swensson? Es zeigte sich ein signifikanter Fingerabdruck der Personen F1 und F2 auf dem Brotmesser hinter der Kantengriffsenke."
"Bitte was?"
"Die Kantengriffsenke bezeichnet die Fließform des Hartplastikgriffs eines Brotmessers zur Brotklinge und zählt zu den typischen Fingerabdrucksstellen eines Brotmesser."
"War mal Prüfungsfrage in der Kleinkommissarprüfung 67 in Göteborg."
"Ach!"
"Ja"
Okay, ich übertreibe hier, ich weiß.
Da musste ich lachen. Schön, wenn dich die Ereignisse zum Fabulieren und Gestalten von Dialogen inspirieren.

Die Swensson wissenschaftlicher sprechen zu lassen und überhaupt mehr technischen Schnickschnack einzubinden, war ursprünglich mein Plan. Irgendwie hab ich das nicht so hinbekommen, wie ich mir das gewünscht hätte. Das Elektronenmikroskop war ein Versuch. Kantengriffsenke hört sich schon sehr schön hochtrabend an. Gibt es das Wort eigentlich offiziell? Könnte mir gefallen, auch die Nummerierung der Personen. Warum F und nicht P?

Er könnte seine Walther PP verwetten, dass die Lücken in der Beweisführung der Swensson tiefer und breiter als der San-Andreas Graben sind.
Vielleicht lieber eine schwedische Lokalität verbinden? Breiter und tiefer als das Landsortskaya Becken vor Gotland?
Haha! Das Landsortskaya Becken ist nicht tief genug, außerdem kennt das außer dir niemand.

Lieber kiroly, herzlichen Dank für deine Mühe und die erhellenden Gedanken. Hat mir super gefallen, und sicher übernehme ich einige deiner verrückten Einfälle.

Bin schon gespannt auf deine Copy-Geschichte, die ist bestimmt schon fertig oder die Fertigstellung liegt in den letzten Zügen.

Liebe Grüße zurück nach Leipzig,
peregrina

 
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3.936

Liebe @peregrina

oh ha - na ist mal gut, dass Du da noch mal nachfragst:

Oha! Seit sechs Jahren treib ich mich nun in dem Forum rum, rede mir ein, sprachlich auf einem guten Weg zu sein und dann erwähnst du mal so ganz am Rande, dass ich stocksteif erzähle. :confused:Warum hast du denn nicht schon mal früher die Katze aus dem Sack gelassen? Notfalls hätte ich doch rechtzeitig gegensteuern können.

Ich wollt nämlich den Kommentar raussuchen, weil: habe ich doch! und den nicht gefunden, was mir sagt, da hatte ich wohl einen Speicherfehler im Hirn. Einen ganz gewaltigen sogar. Und dabei habe mich erst kürzlich mit deinen Texten ... ach, was solls, ich nehme jedenfalls alles zurück und entschuldige mich. :huldig: Aber wer war es dann, mit wem habe ich Dich im Topf verrührt? Geht das jetzt schon los? Das kann ja dann heiter werden in den nächsten Jahren mit mir. :drool:

Da bin ich ganz bei dir. Ein sitzender Mann ist nun wirklich nichts Grauenvolles. :bonk: Aber das sollte ja gerade der verkappte Witz sein, haha.
Ach, so. Nee, das ist für mich dann eher, Witz komm raus, Du bist umzingelt. Habe ich nicht geschnallt. Aber auf mich ist auch kein Verlass mehr, wie bereits bemerkt :D

Ärgerlich wirft er die Zeitung neben den Käse. Käseblatt!
...
Du meinst also auch, dass ich an der Stelle nichts verändern sollte?
Wegen mir nicht.

Wobei ist immer schwierig, die Leserlacher zu lenken. Da findet sicher jeder andere Schätzchen, und manch einer findet die Art Text einfach nur blöd.
Deshalb ist Humor ja auch so schwer, weil der halt so individuell ist. Wo der eine lacht, zeigt Dir ein anderer nur nen Vogel. Man muss es aber auch nicht allen Menschen recht machen. Echt nicht. Und schon gar nicht, wenn das eh unmöglich ist. Solange der Text bei einigen funktioniert, ist doch super.

Ich werde mal nachdenken, mit deiner Erlaubnis ein zwei Gedanken aus deinen schicken Vorschlägen klauen, muss aber trotzdem am Ende zum Messer ins Herz rammen kommen, weil meine These erweiterter Suizid (aufgrund der Erkrankung) lautet.
Ganz wie Du willst. Ist ja dein Text :D.

Oder Schimmel im Badezimmer. Mann/Frau kann nie genau wissen.
Hilfe, da steht wer auf’m Schlauch! Wie meinst du das?
Na ja, Du suchst halt nach irgendwie einem plausiblen Motiv. Ich muss eh sterben - und lieber vor als nach dem Leiden und die Frau nehme ich mit. Tja ... überzeugt mich nicht so wirklich und da Du hier eh alles auf die Schippe nimmst, kann das Motiv ruhig auch total blöd sein. Und sich wegen Schimmel im Badezimmer umzubringen, wäre halt schöner Nonsinns. So wie die alten Hosenträger ja auch mega Hinweise zur Tat bringen. Kann aber auch sein, es wird dann zu viel der Blöderei, was auch nicht gut wäre.

Liebe Grüße!
Fliege

 
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Liebe @peregrina,
ich habe mich wirklich gut amüsiert bei deiner Krimi-Parodie. Dein fussballgeschädigter, leicht misogyner Kurtbeck ist als Typ konsequent durchgezogen, sehr witzig. Besonders viel Spaß macht es, wenn man Friedels Original dazu liest, denn du hast viel auf neue Art nochmal aufgegriffen und zitiert. Ich höre dich beim Schreiben kichern und lasse mich mitreißen.

Er schaut auf den Sandweg und schweigt, ist mit den Gedanken beim Debakel von Düsseldorf. 4:2 für Deutschland.
Den ganzen Einstieg finde ich schon sehr gelungen. Die Figur in wenigen Sätzen vor Augen geführt.
Ärgerlich schlägt er nach den Steckmücken, die seltsamerweise nur um seinen Kopf sirren.
:D
Selbst die Vögel sind verstummt, angesichts des Ausmaßes
Hier gehe ich mit Fliege, das könnte weg und den Witz hatte ich leider auch nicht verstanden.
Doch Mangell scheint das anders zu sehen: „Sie halten sich aber schon zu unserer Verfügung!“, reißt er den Kerl aus der Schockstarre.
Brutal.
Wallanda spendiert eine Runde Mentholbalsam, das sich die Männer dankbar unter die Nasen reiben.
Sehr gut.
Breitbeinig, eine Hand in die Seite gestemmt, fängt sie die kleine Gruppe im Türrahmen zur Wohnküche ab und schwenkt den Glasfaserpinsel, von dem Rußpulver rieselt.
Das ist so schön!:lol:
Dann schwenkt sein Blick wie das Auge einer Kamera über den liebevoll gedeckten Frühstückstisch und ihm fällt ein, dass er heute noch nichts zu sich genommen hat.
Hart im Nehmen. So leicht verdirbt dem Kurtbeck nichts den Appetit, Leichen jedenfalls nicht, nur der Fußball.
„Weiß man schon, wer die Opfer sind?“, fragt Kurtbeck die Swensson, die gerade etwas Graues von der Wand hinter der männlichen Leiche kratzt.
Schön, mit der Hirnmasse aus dem Original.
Ingwer Swensson hebt eine Augenbraue und entgegnet: „Stichting?“
Das kapiert keiner. Aber lustig klingt es irgendwie schon. Erst dachte ich: "Stichling"

„Der Wallöö?“, echot Kurtbeck, kniet sich nieder, greift dem Mann zärtlich unters Kinn und will den Kopf anheben.
ist lustig, passt aber nicht so richtig zu Kurtbeck.

Diese Narren, überhastet und ziellos laufen sie vor dem Leben davon, oder hinter ihm her. So genau kann er das von hier oben nicht erkennen.
gefällt mir, seine philosphische Anwandlung. Gehört zu so einem Kommissar einfach dazu.
Entsetzt muss er mit ansehen, wie sie sich mit einer Pobacke auf seinem Schreibtisch niederlässt.
Immer wieder nett, wie er die Frau heimlich runtermacht und sich ihr gegenüber dabei völlig ohnmächtig fühlt. Du hast ja durchaus ein paar Annäherungsversuche von ihr eingebaut. So geschockt er reagiert, so viel beschäftigt er sich aber auch innerlich mit ihr.
„Die Farbe verschossen, das Elastan zerbröselt, sah ganz übel aus unter dem Elektronenmikroskop“, sagt Ingwer. „Ja, schau nicht so! Nicht ungewöhnlich für Polyurethan.“
Toll das Original aufgegriffen.
Merkwürdiger Fall, sinniert er, und das hätte sie mir auch am Telefon sagen können.
Die Leser kapieren es, Kurtbeck nicht so richtig.
„Na, da nehmen die Ermittlungen ja so richtig Fahrt auf. Das wirft ja dann ein ganz anderes Licht auf den Fall.“ Der Kommissar klopft Mangell ermutigend auf den Rücken. „Weiter so!“
Ich glaube, dass dieser Text durch Vorlesen noch einmal sehr gewinnen könnte. Und es macht bestimmt Spaß, da kann man sich echt austoben.

die Fingerabdrücke von beiden, die Papillaren von Wallöö im getrockneten Blut, logisch, wesentlich deutlicher erkennbar.“
Sehr schön, die Papillaren, die Autorin kennt sich voll aus.;)
Leichen pflastern ihren Weg, überlegt Kurtbeck und der Slogan läuft wie das Endlosband einer Leuchtreklame hinter seiner Stirn entlang.
:D
„ … der Stich ins Herz war tödlich. Es kommt eben doch auf die Länge an. Oder was glaubst du, Kurtbeck?“ Sie schaut ihn mit einer Intensität in die Augen, die ihm den Schweiß auf die Stirn treibt.
Oh mein Gott, der Gag ist wirklich unterirdisch. :bonk::D
Gerade einem gesellschaftskritischen Aufrechten musste die Dreistigkeit der Dagens Nyheter den Boden unter den Füßen wegziehen. Über die Fallhöhe mochte Kurtbeck gar nicht erst nachdenken. Da genügte ein Satz, sogar nur ein Widerwort der Gattin und zack …
Ja, die Mordursache bleibt gleich, eine Lappalie. Ich glaube auch, dass der Kurtbeck recht hat mit seiner Theorie.

Nochmal zum Anfang:

Er ist mindestens so grün im Gesicht wie das Laub einer jungen Birke, auf dem Kurtbeck Erbrochenes entdeckt.
Vielleicht: Er ist so grün im Gesicht wie das Birkenlaub, auf dem ... ? Oder vielleicht lieber Moos?

Liebe peregrina, es war mir ein Vergnügen.

Herzliche Grüße von Chutney

 
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09.09.2015
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Liebe @Fliege,

vielen Dank für den erneuten Besuch. Schon längst hätte ich geantwortet, tja, wenn ich nur mal meinen Komm gesendet hätte. Dann hab ich ihn gesucht. Weg! Unauffindbar. Ist das ärgerlich, wenn man wieder von vorne anfangen muss.

Ich wollt nämlich den Kommentar raussuchen, weil: habe ich doch! und den nicht gefunden, was mir sagt, da hatte ich wohl einen Speicherfehler im Hirn. Einen ganz gewaltigen sogar. Und dabei habe mich erst kürzlich mit deinen Texten ... ach, was solls, ich nehme jedenfalls alles zurück und entschuldige mich. :huldig:
Hey, wegen mir sollst du nicht auf die Knien fallen, das war nicht die Absicht. Ich habe auch noch mal gefahndet, vielleicht hast du diesen Kommentar von dir zum vorwitzigen Rukola während der Kinder-Challenge abgespeichert.
Ich finde den Text an sich ja sprachlich sehr brav. Das ist keine Kritik, es schadet der Geschichte nicht, aber ich hätte mir ein paar mehr Stellen wie diese hier gewünscht.
Auszug aus der KG:
„Rukola, der Wunderbare, verwandelt sich vor deinen Augen in Rukola, den Unsichtbaren.“ Seine Haare stellten sich wie Antennen auf und er begann zu zittern. Er schielte noch mehr als sonst und sein Kopf lief feuerrot an. So stand er eine Weile.
Und diese Zeilen hast du mir damals auch noch geschenkt:
Das sind ja schon Wortspielereien, die sind natürlich auch immer gern gesehen, aber das meine ich gar nicht. Und freche Sprüche vom Tor kann es nicht genug geben ;). Aber ich meine eher pfiffigere Verben, kraftvolle, mutigere Vergleiche. Ich nehme mal eine beliebige Textstelle und ändere die entsprechend, aber nur um Dir zu zeigen, was ich meine.
Wer weiß, so echt nach Kritik am Sprachstil hört es sich nicht an. Schwamm drüber, lass uns nach vorne schauen.

Aber wer war es dann, mit wem habe ich Dich im Topf verrührt? Geht das jetzt schon los? Das kann ja dann heiter werden in den nächsten Jahren mit mir. :drool:
Kleiner Vorgeschmack. So sieht die Zukunft aus. Wenn es dich tröstet, kenn ich auch, siehe oben, die verschwundene Antwort. :lol:

Da bin ich ganz bei dir. Ein sitzender Mann ist nun wirklich nichts Grauenvolles. :bonk: Aber das sollte ja gerade der verkappte Witz sein, haha.
Ach, so. Nee, das ist für mich dann eher, Witz komm raus, Du bist umzingelt. Habe ich nicht geschnallt. Aber auf mich ist auch kein Verlass mehr, wie bereits bemerkt :D
Ja, sehe ich ein. Da muss man ordentlich gekitzelt werden, wenn man an dieser Stelle lachen will. Aber das war auch der Anfang, da war ich noch am Warmschreiben.

Deshalb ist Humor ja auch so schwer, weil der halt so individuell ist. Wo der eine lacht, zeigt Dir ein anderer nur nen Vogel.
Deswegen hab ich mir auch nicht gewagt, die Geschichte unter Humor zu verkaufen.

Man muss es aber auch nicht allen Menschen recht machen. Echt nicht. Und schon gar nicht, wenn das eh unmöglich ist. Solange der Text bei einigen funktioniert, ist doch super.
Ja, klar, ist nicht möglich, alle zu erreichen, in keinem Genre. Aber das vergisst man gerne, diese Erkenntnis muss man sich immer wieder ranzoomen.

Oder Schimmel im Badezimmer. Mann/Frau kann nie genau wissen.
Hilfe, da steht wer auf’m Schlauch! Wie meinst du das?
Na ja, Du suchst halt nach irgendwie einem plausiblen Motiv. Ich muss eh sterben - und lieber vor als nach dem Leiden und die Frau nehme ich mit. Tja ... überzeugt mich nicht so wirklich und da Du hier eh alles auf die Schippe nimmst, kann das Motiv ruhig auch total blöd sein. Und sich wegen Schimmel im Badezimmer umzubringen, wäre halt schöner Nonsinns. So wie die alten Hosenträger ja auch mega Hinweise zur Tat bringen. Kann aber auch sein, es wird dann zu viel der Blöderei, was auch nicht gut wäre.
Zu viel Unsinn sollte wirklich nicht, stimmt, :D zumal an dem Punkt die Geschichte in den todernsten Bereich driftet. Das Motiv hab ich nicht krampfhaft gesucht, es hat mich gefunden. Bei meinen Recherchen bin ich darauf gestoßen, dass der Per Wahlöö im RL schwer erkrankt war Ich hab nix weiter getan, als diesen Umstand als mögliches Motiv zu missbrauchen.

Danke für die Erleuchtung und liebe Grüße,

peregrina


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Liebe @Chutney,

danke, dass du dir das Schelmenstück reingezogen hast und mir einen Kommentar schenkst, noch dazu so einen rundum positiven.

ich habe mich wirklich gut amüsiert bei deiner Krimi-Parodie. Dein fussballgeschädigter, leicht misogyner Kurtbeck ist als Typ konsequent durchgezogen, sehr witzig. Besonders viel Spaß macht es, wenn man Friedels Original dazu liest, denn du hast viel auf neue Art nochmal aufgegriffen und zitiert. Ich höre dich beim Schreiben kichern und lasse mich mitreißen.
Das muss ja sein, das Aufgreifen, wir sind ja in der Copy-Abteilung. Und woher weißt du, dass ich beim Schreiben gekichert habe?
Nicht zu knapp, das kann ich dir sagen. Die Momente, in denen ein Joke das Licht der Welt erblickt, sind ja ganz besonders. Da hatte ich tatsächlich viel Freude. Hingegen hab ich die Geschichte jetzt noch mal am Stück gelesen, ich weiß nicht… Irgendwie find ich sie nicht mehr sooooo witzig-spritzig

Er schaut auf den Sandweg und schweigt, ist mit den Gedanken beim Debakel von Düsseldorf. 4:2 für Deutschland.
Den ganzen Einstieg finde ich schon sehr gelungen. Die Figur in wenigen Sätzen vor Augen geführt.
Hach, da freu ich mich, wenn du das so siehst.

Selbst die Vögel sind verstummt, angesichts des Ausmaßes
Hier gehe ich mit Fliege, das könnte weg und den Witz hatte ich leider auch nicht verstanden.
Wird gelöscht, das Anhängsel bringt den umzingelten Witz auch nicht dazu, dass er sich zeigt. Als Verteidigung für den schlechten Flachwitz hab ich nur anzumerken, ich war noch in der Warmschreibphase. :)

Breitbeinig, eine Hand in die Seite gestemmt, fängt sie die kleine Gruppe im Türrahmen zur Wohnküche ab und schwenkt den Glasfaserpinsel, von dem Rußpulver rieselt.
Das ist so schön!:lol:
Die Ingwer ist ja die einzige Figur, die ich selber gecastet habe, in sie und in die Beziehung zum Kurtbeck hab ich mein ganzes Herzblut gesteckt.

„Weiß man schon, wer die Opfer sind?“, fragt Kurtbeck die Swensson, die gerade etwas Graues von der Wand hinter der männlichen Leiche kratzt.
Schön, mit der Hirnmasse aus dem Original.
Ich sage nur: Copywrite!

Ingwer Swensson hebt eine Augenbraue und entgegnet: „Stichting?“
Das kapiert keiner. Aber lustig klingt es irgendwie schon. Erst dachte ich: "Stichling"
Mittlerweile sehe ich das ein.
Erstens müsste man ein bisschen Niederländisch verstehen und zweitens meinen verknoteten Gedankenketten folgen können. Andererseits könnte der Leser mit etwas gutem Willen den Sprung vom Stich zum Stichting hinbekommen, mehr bräuchte er nicht zum einfachen Verständnis.
Oder ich muss die ellenlange Erklärung an die KG anpappen, wie ich durch den Muttertext durch Friedels Erwähnung und und und drauf gekommen bin. :idee:

„Der Wallöö?“, echot Kurtbeck, kniet sich nieder, greift dem Mann zärtlich unters Kinn und will den Kopf anheben.
ist lustig, passt aber nicht so richtig zu Kurtbeck.
Das ist hier die Frage. Die zärtliche Geste war für mich Bedingung. Für Kurtbeck ist das mehr oder weniger eine unterbewusste Reaktion, er weiß sicher nicht, dass er es mit seinem Erschaffer zu tun hat, aber er fühlt, das da etwas ist, was ihn und den Wallöö (Per Wahlöö) verbindet.

Diese Narren, überhastet und ziellos laufen sie vor dem Leben davon, oder hinter ihm her. So genau kann er das von hier oben nicht erkennen.
gefällt mir, seine philosphische Anwandlung. Gehört zu so einem Kommissar einfach dazu.
Ja, das sind Sätze, bei denen ich mich köstlich amüsiert habe. Eben, habe, Vergangenheit. Leider.

Entsetzt muss er mit ansehen, wie sie sich mit einer Pobacke auf seinem Schreibtisch niederlässt.
Immer wieder nett, wie er die Frau heimlich runtermacht und sich ihr gegenüber dabei völlig ohnmächtig fühlt. Du hast ja durchaus ein paar Annäherungsversuche von ihr eingebaut. So geschockt er reagiert, so viel beschäftigt er sich aber auch innerlich mit ihr.
Wie gesagt, die Beziehung zwischen den beiden hat mich schon gereizt, die steckt voller spannender Reibungssituationen, Hilflosigkeit und vllt. sogar mehr Sympathie für einander, als sich die beiden eingestehen wollen.

„Na, da nehmen die Ermittlungen ja so richtig Fahrt auf. Das wirft ja dann ein ganz anderes Licht auf den Fall.“ Der Kommissar klopft Mangell ermutigend auf den Rücken. „Weiter so!“
Ich glaube, dass dieser Text durch Vorlesen noch einmal sehr gewinnen könnte. Und es macht bestimmt Spaß, da kann man sich echt austoben.
Das ist eine lustige Idee. Kann ich mir auch gut vorstellen, wenn der Kommissar Kurtbeck im Brustton der Überzeugung sagt, dass man nun den großen Durchbruch bei den Ermittlungen geschafft hat, nur weil man weiß, das Körbchen ist von IKEA.

Leichen pflastern ihren Weg, überlegt Kurtbeck und der Slogan läuft wie das Endlosband einer Leuchtreklame hinter seiner Stirn entlang.
:D
Ja, ich war bestrebt, kein Klischee, keinen bekannten Slogan und kein Fettnäpfchen auszulassen. :cool:

„ … der Stich ins Herz war tödlich. Es kommt eben doch auf die Länge an. Oder was glaubst du, Kurtbeck?“ Sie schaut ihn mit einer Intensität in die Augen, die ihm den Schweiß auf die Stirn treibt.
Oh mein Gott, der Gag ist wirklich unterirdisch. :bonk::D
Ohne eine gewisse Pietätlosigkeit kann man dieses Thema leider nicht beackern. Da musste ich alle moralischen Skrupel ablegen. Und ich gestehe, ich hatte eine Heidenangst, dass ich mich im Ton vergreife, dass man mir vorwerfen könnte, ich würde meine Figuren vorführen. Bislang kam aus dieser Richtung keine Kritik, wahrscheinlich durfte das Ermittlerteam doch seine Würde behalten.

Nochmal zum Anfang:
Er ist mindestens so grün im Gesicht wie das Laub einer jungen Birke, auf dem Kurtbeck Erbrochenes entdeckt.
Vielleicht: Er ist so grün im Gesicht wie das Birkenlaub, auf dem ... ? Oder vielleicht lieber Moos?
Aber was hast du denn gegen das Laub einer jungen Birke? Hat doch einen guten Rhythmus, der Satz. Oder zweifelst du daran, dass man auf den zarten Blättern das Erbrochene nicht sehen kann. Moos geht gar nicht, weil der Farbton viel zu dunkel ist, um mit einer ungesunden Gesichtsfarbe verglichen zu werden. :read:

Liebe peregrina, es war mir ein Vergnügen.
Das Vergnügen ist immer auf meiner Seite, wenn du meine Geschichten mit einem Kommentar
bedenkst. Ich bedanke mich herzlich für das schöne Feedback und wir sehen uns, wird wohl unter Wasser sein.

Liebe Grüße,
peregrina

 
Mitglied
Monster-WG
Beitritt
01.01.2015
Beiträge
719

Moin, moin @peregrina,

keine Sorge, dies wird kein Kommentar auf den Du reagieren musst, Ihr seid ja mit der Copy-Runde schon längst durch. Du weißt ja, wer zu spät kommt ...

Ich möchte Dir nur gerne ein Lob für Deine Geschichte da lassen. So ein lustiger Krimimix, dass entdecken macht Spaß und Deine schrägen Ermittler bringen einen zum Schmunzeln. Aber mein persönliches Highlight ist die "Übersetzung" einer Friedelgeschichte. Ich mag ihn sehr, ich empfinde seine Geschichten als unglaublich interessant, soweit ich sie den Verstehe (aber das ist meist nicht viel). Wahrscheinlich bin ich einfach ein Weichling und mag mich nicht anstrengen beim Lesen. Jedenfalls habe ich jetzt Dank Dir eine Geschichte mehr verstanden - Dankeschön. Sollte mich je der Blitz treffen und ich den guten @Friedrichard bei einem Copy ziehen, flehe ich Dich jetzt schon mal um Hilfe an, oder einen internen, heimlichen Tausch der Schreibpartner?

„Einvernehmlicher Gattenmord“, ruft Wallanda, erschrickt offensichtlich über ihre Spontanität, errötet und greift sich an die Wangen.
Dies hier ist die einzige Stelle, bei der ich in den Korrekturmodus abgeschweift bin. Bei Greifen, sehe ich ein zugreifen, kneifen oder ähnliches. Klassisch wäre wohl ein legt die Hand an die Wange, verbirgt sein Gesicht ... Sorry, für kreative Versionen bin ich noch ich wach genug.

Ein energisches Klopfen reißt ihn mitten aus seinen Überlegungen. Er zuckt zusammen, als die Svensson im Türrahmen steht. Entsetzt muss er mit ansehen, wie sie sich mit einer Pobacke auf seinem Schreibtisch niederlässt.
„Hab was für dich“, plappert sie los, als wären sie beste Freunde. „Die Hosenträger des männlichen Opfers weisen starke Gebrauchsspuren auf. Lange hätten die’s eh nicht mehr getan.“
„Ach!“ Schon bei der Tatortbegehung war ihm so ein Verdacht gekommen.
„Die Farbe verschossen, das Elastan zerbröselt, sah ganz übel aus unter dem Elektronenmikroskop“, sagt Ingwer. „Ja, schau nicht so! Nicht ungewöhnlich für Polyurethan.“
Und das ist meine persönliche Lieblingsszene, so schön sinnlos und Klasse ausgebaut.
Sorry, peregrina, diesmal ist es nur ein Anwesenheitskommentar, beim nächsten Mal bin ich wieder richtig dabei ...
Beste Grüße, hoffentlich ins trockene
witch

 

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