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Straßenlicht

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11.12.2019
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Straßenlicht

Die Straßenlaterne glühte ein letztes Mal auf, bis sie endgültig erlosch. Der Weg war von tiefer Finsternis umschlossen.
Ängstlich schlich ein Junge durch den undurchdringbaren Schleier der Dunkelheit.
Er setzte verzweifelt einen Fuß vor den anderen. Den Blick gebeugt. Die Hände hangelten sich an der bröselten Mauer entlang, auf der Suche nach Halt. Die kalte Luft verwandelte jeden Schritt zu einer Qual.
Erschöpf sank der Junge auf den gefrorenen Boden. Tränen rannten seine Wangen herunter und ließen eine hoffnungslose Gestalt zurück.
Verzweifelt blickte er sich um. Das Flehen nach Erlösung lag in seinen Augen.
Doch in der Ferne erschien ein kleiner Lichtstrahl. Ein kleines Fenster. Eine Silhouette.
Kraftlos entfloh er dem eiskalten Boden. Mit schweren Schritten wankte er den Weg hinunter. Vor dem Fenster blieb er stehen und ein warmes Gefühl durchfuhr seinen Körper.
Abrupt flammte die Straßenlaterne ein zweites Mal auf.
 
Wortkrieger-Team
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16.03.2015
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Hallo @Oliver Shadow

und willkommen hier.
Wir haben deinen Text in die Rubrik Flash Fiction verschoben, da passt er besser als bei den KGs.

Viel Spaß hier und liebe Grüße, GoMusic
 
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18.12.2014
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Hallo @Oliver Shadow & herzlich willkommen bei den Wortkriegern.

Dein Text ist ein sehr lyrische Momentaufnahme einer ausweglosen Situation. mMn hätte sie auch nicht länger sein dürfen.

Dabei solltest du aber ein paar Passagen überarbeiten:

Die Straßenlaterne glühte ein letztes Mal auf, bis sie endgültig erlosch.
Schreib da besser, sie blitzte auf, statt glühen.

Der Weg war von tiefer Finsternis umschlossen.
Streich dabei das "tiefer". Finsternis ist schon die höchste Steigerung von Dunkelheit.

Ängstlich schlich ein Junge durch den undurchdringbaren Schleier der Dunkelheit.
Stell den Satz ein wenig um: Ein Junge schlich ängstlich...

Den Blick gebeugt.
Schreib besser "gesenkt".

Die Hände hangelten sich an der bröselten Mauer entlang, auf der Suche nach Halt.
"Tasten" statt "hangeln". Entweder "bröselig" oder "bröselnd".

Erschöpf sank der Junge auf den gefrorenen Boden.
Erschöpft

Tränen rannten seine Wangen herunter und ließen eine hoffnungslose Gestalt zurück.
Tränen "rannen", "liefen" oder "flossen" herunter.

Er setzte verzweifelt einen Fuß vor den anderen.
UND
Verzweifelt blickte er sich um.
zweimal "verzweifelt".

Ansonsten sehr schön geschrieben. Ich würde gerne mehr von dir hier lesen.

LG Betze
 
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07.04.2016
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Hallo @Oliver Shadow,

willkommen hier im Forum. Du wirst feststellen, dass die meisten Kommentatoren grundsätzlich mehr kritisieren als applaudieren - lasse Dich davon nicht abschrecken, es ist eine sehr konstruktive Atmosphäre hier.

Die Geschichte hat einige Ungereimtheiten. Den Anmerkungen von @betzebub stimme ich zu und habe noch folgende Ergänzungen:

Er setzte verzweifelt einen Fuß vor den anderen.

Setzt man seinen Fuß anders vor den anderen, wenn man verzweifelt ist? Streiche besser das Adjektiv, das wirkt hier außerdem wie eine Behauptung.

Den Blick gebeugt.

Kann ein Blick gebeugt, also gekrümmt sein? Du meinst sicherlich gesenkt.

Die kalte Luft verwandelte jeden Schritt zu einer Qual.

Friert er, oder was ist das Problem? Dann lasse ihn doch zittern und die Arme verschränken, anstatt seine Gefühlslage durch Adjektive zu erklären. In wie fern beeinträchtigt die kalte Luft seine Schritte?

Doch in der Ferne erschien ein kleiner Lichtstrahl. Ein kleines Fenster.

Dopplung klein. Wenn er durch die Straßen zieht, erscheinen ständig kleine Fenster, das ist nichts Besonderes.
"erschien ein dünner Lichtstrahl hinter einem Fensterchen" wäre meine Wahl.

Eine Silhouette.

Von was?

Abrupt flammte die Straßenlaterne ein zweites Mal auf.

Dann stimmt aber die Behauptung am Anfang nicht, dass sie endgültig erlöscht.

Das alles sind mir zu viele Ungereimtheiten. Ich freue mich, wenn Du meine Anmerkungen kritisch hinterfragst und die Geschichte gegebenenfalls überarbeitest.

Viele Grüße

Ephraim
 
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01.05.2009
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Hallo Oliver,

herzlich willkommen im Forum. :gelb: Ich hatte einige Anmerkungen begonnen und wieder gelöscht, weil ich sicher war, dass dein Text entfernt wird. Du bist interessiert, was andere von deinen Kurzgeschichten halten. Dann schreib doch mal eine. ;) Ist nicht unfreundlich gemeint, aber dies ist etwas, das man man fix im Café auf einen Zettel kritzelt, damit man die Ideen nicht vergisst. Was hier aber fehlt ist, aus diesen Notizen eine Geschichte zu machen. Der tag Philosophisches soll nicht bedeuten, dem Autor wird das Denken und die Arbeit abgenommen, weil sich die Leser aus den Fragmenten selbst eine Erzählung basteln sollen - so funktioniert das nicht. Die allermeisten Leser sind sicher daran interessiert, was ein Schreiber aus einer Idee macht, nicht, wie sein 10-Minuten Brainstorming aussieht. Das nur mal als Anreiz.

Der Weg war von tiefer Finsternis umschlossen.
Das ist Quark: hieße, dass es unter der Erde auch nur dunkel ist, weil über ihr eine Straßenbeleuchtung ausfällt.
Zum Setting: Ich war mit den Gedanken immer im Wald, weil es in einer Ansiedlung einfach nicht so dunkel werden kann. Wenn das Metaphorik sein soll, müsstest du die Symbolik besser verankern. Allem Anschein nach ist dies ja ein realistisch gemeinter Text.
Ängstlich schlich ein Junge durch den undurchdringbaren Schleier der Dunkelheit.
Kennst du den Kinderreim "Dunkel wars, der Mond schien helle, als ein Auto blitzeschnelle langsam um die Ecke bog, drinnen saßen stehend Leute, schweigend ins Gespräch vertieft ... "? Du hast so viel Unsinniges in einem so kurzen Text, dass ich zwischendurch überlegt habe, ob du eine absurde Humorgroteske schreiben wolltest. Das war vermutlich nicht der Fall - dann solltest du deinen Text nochmal editieren und den Nonsense rausstreichen. Momentan finde ich das ziemlich lustig, und wenn du hier Drama wolltest, ist dir das noch nicht so richtig gelungen. Ich habe den Eindruck, das liegt an der mangelnden Sorgfalt bei der Ausarbeitung (Leseeindruck, keine Unterstellung).
P.S. undurchdringlich wird so im übertragenen Sinne verwendet, das ist ein feststehender Begriff; undurchdringbar müsste man wörtlich nehmen.
Tränen rannten seine Wangen herunter und ließen eine hoffnungslose Gestalt zurück.
Tränen rennen nicht, sondern rinnen, und die Vergangenheit davon ist rannen.
Die Tränen lassen eine Gestalt zurück? Auf ihrer Reise wohin? :susp:
Kraftlos entfloh er dem eiskalten Boden.
Wieso, waren seine Beine darin festgefroren?
Wie lange hast du an dem Text geschrieben? Wie oft hast du ihn danach gegengelesen? Jede zweite Zeile ist semantisch gesehen völliger Unsinn.
Abrupt flammte die Straßenlaterne ein zweites Mal auf.
Aufflammen kann nicht lange andauern.

Zum "hangeln", "gebeugter Blick" etc. wurde ja schon was geschrieben: Wenn du unsicher bist, was ein Wort bedeutet, scheu dich nicht, das nachzuschlagen. Sowas erweitert auch deinen Wortschatz allgemein.

Schau dir vielleicht mal an, wie in Anthologien abgedruckte Kurzgeschichten funktionieren, oder auch wie in Novellen/Romanen Aussagen so verknüpft werden, dass daraus eine folgerichtige, nachvollziehbare und Empathie-weckende Erzählung entsteht.

Viel Erfolg und viel Spaß noch hier, beim Lesen, Schreiben und Kommentieren.
Viele Grüße, Katla
 
Zuletzt bearbeitet:
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07.04.2016
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Der Weg war von tiefer Finsternis umschlossen.

Das ist Quark: hieße, dass es unter der Erde auch nur dunkel ist, weil über ihr eine Straßenbeleuchtung ausfällt.

@Katla, vielen Dank! Ich habe den Satz erst ebenfalls zitiert, konnte aber nicht so recht erklären, was daran nicht stimmt. Habe das dann ignoriert, denn mehr als "Der Satz ist merkwürdig" hätte ich nicht dazu schreiben können - und das wäre eine sehr unhöfliche Kritik. Du bringst es auf den Punkt. Klasse!
 

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