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Türkisblau

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Türkisblau

Als sie in den von der Sonne aufgeheizten Wagen steigt, spürt Maja, dass sie angefangen hat zu schwitzen und der Stoff des dünnen Sommerkleids unter ihren Achseln feucht wird. Sie lässt den Wagen an und dreht die Klimaanlage hoch. `Auf der kurzen Strecke wird das Auto kaum abkühlen`, denkt sie. Ihre rechte Hand greift nach der Handtasche, die sie auf den Beifahrersitz geworfen hat und sucht nach dem Deo. Die Finger tasten blind durch den Beutel, gleichzeitig identifiziert ihr Gehirn die Gegenstände. Leder, narbig, Portemonnaie. Hart, rechteckig, schmal, Mobiltelefon. Rund, klein, Lippenstift. Endlich ertastet sie die schmale Röhre und zieht das Deo heraus.
In der Zwischenzeit hat ihr linker Arm mit einem anderen Teil des Gehirns weiter das Ziel der Fahrt angesteuert und geht dieser Tätigkeit solange nach, bis er zum Einsprühen der rechten Achselhöhle benötigt wird und die rechte Hand das Lenkrad übernimmt. Diese selbstverständlichen Abläufe beruhigen Maja, sie ist Teil eines in sich abgeschlossenen Kosmos, in dem ihr Gehirn, mühelos und ohne sie damit zu behelligen, die nötigen Schritte einleitet.
Das Deo wird in die Tasche zurückgeworfen und beide Hände halten sich jetzt am Lenkrad fest. Auf ihren Schenkeln strahlt das Blau des dünnen Baumwollkleids, der Stoff ist so leicht, sie spürt kaum, dass sie etwas anhat.
Das Blau ist leuchtend, so leuchtend wie die Farbe des Schwimmbeckens im alten Freibad. Türkisblau. Ein blauer Fleck mitten in den Liegewiesen, deren Grün in der Sonne zu fahlem Braun verbrannt war. Schon vor Jahren war das Becken renoviert worden und hatte jetzt eine silbergraue matte Edelstahlhaut. Der Vorsprung am Beckenrand, auf dem sie nach jeder zehnten Runde ihre Füße abstellt und kurz innehält, fühlt sich jetzt glatt an unter ihren Fußsohlen, sauber, deutsch.
Das alte Becken war in die Jahre gekommen, es hatte einen maroden Charme gehabt und in der Vorstellung ihres kindlichen Ichs war das Blau des Beckens das Blau des Mittelmeers, das sie noch nie gesehen hatte. Wenn sie als Kind auf ihr Fahrrad stieg und zum Freibad radelte, dann fuhr sie nach Italien, ans Meer. Maja stellt sich vor, wie sie ein weißes Kleid in das Schwimmbecken ihrer Kindheit taucht und türkisblau wieder herauszieht.
Als sie den Parkplatz ansteuert hat die Klimaanlage das Auto endlich auf eine erträgliche Temperatur gekühlt. Sie öffnet die Tür und stellt die Füße auf den Kies. Der heiße Sommertag hat sich über das Land gelegt wie ein Wattebausch, die schwüle Luft stülpt sich über Maja als sie vom Parkplatz zum Haus geht. Die Glastür öffnet sich, als sie näher kommt, wird in der Mitte zerschnitten und schiebt die Hälften mit einem leisen Atemholen nach beiden Seiten auseinander. Die kleine Cafeteria ist leer, Maja stellt das Kuchenpaket, das sie mitgebracht hat, auf der Theke ab. Ihr Blick streift durch den Raum, nach draußen auf die Terrasse, wo unter der Markise zwei weitere Tische mit Korbsesseln stehen. Trotz der Hitze würde sie sich nach draußen setzen, in den Garten schauen, auf die Rosenbeete.
Sie geht zurück, durch den Flur, betritt das Treppenhaus, wo es kühl ist und angenehm. Während sie die Treppe hochgeht spürt sie, wie ihre Seele sich davonschleicht, sich umdreht, die Treppe hinuntergeht, durch die geteilte Glaswand hinaus auf den Weg, zurück zum Parkplatz. Einen Moment hält Maja inne, dann aber geht sie weiter und setzt Fuß um Fuß auf die Stufen.
`Es geht auch so`, denkt sie. `Vielleicht sogar besser`.
Sie öffnet die Tür im ersten Stock und tritt aus dem Treppenhaus auf den Flur.
`Wirsinggrüner Teppichboden, türkisblau wäre schöner gewesen. Dann würde man über Wasser gehen`.
Wäre ihre Seele jetzt dabei, dann hätte Maja an dieser Stelle gelacht, so aber geht sie weiter. Vorbei an Türen, die sich alle gleichen.
Der Versuch, sie mit angeklebten Kinderzeichnungen oder Kränzen aus Kunstblumen zu individuellen Pforten zu machen, unterstreicht auf deprimierende Weise die Eintönigkeit.
Maja betritt das Zimmer mit dem Kranz aus künstlichen Kornblumen ohne anzuklopfen.
Da steht sie, am geöffneten Schrank, und ist gerade dabei einen grauen Blazer anzuziehen. Mühsam sucht ihr rechter Arm nach dem Ärmel, da fällt ihr Blick auf Maja.
„Das ist aber schön! Bist du schon lange da?“
„Nein Mama, ich bin eben gekommen.“
Maja geht auf ihre Mutter zu und zieht ihr den Blazer aus.
„Mama, es hat dreißig Grad, du brauchst keine Jacke!“
Sie sieht, dass ihre Mutter bereits zwei langärmelige Pullover übereinander angezogen hat.
„Du kannst einen Pullover ausziehen, es ist so heiß draußen!“
Maja zieht den oberen Pulli hoch und sieht, dass der untere fest in die Hose gestopft ist.
Sie sieht den mageren Körper ihrer Mutter, den Gummizug der Hose, der sich um den flachen Bauch kräuselt, und obwohl Majas Seele nicht da ist sondern im Auto auf sie wartet, ist Maja so berührt, dass sie den Pullover schnell wieder nach unten zieht.
„Also gut, wenn du meinst, dann lass es so.“
Die Mutter sieht Maja an und strahlt.
„Ist das schön, dass du da bist. Und was für ein schönes Kleid du anhast! So eine schöne Farbe! Wann hast du das genäht?“
Maja antwortet nicht, dass sie dieses Kleid seit fünf Jahren besitzt und schon oft anhatte, weil es ihr Lieblingskleid ist.
Sie sagt nicht, dass sie es gekauft hat anlässlich des achtzigsten Geburtstags der Mutter, dass sie seit ihrer Studienzeit keine Kleider mehr näht weil sie keine Zeit mehr hat. Sie schiebt die Mutter zur Tür hinaus, in den Aufzug, hinunter in die Cafeteria, an den Tisch auf der Terrasse zu dem Himbeerkuchen, den sie mitgebracht hat.
Eine Stunde, denkt Maja, eine Stunde. Sie erschlägt einen Teil der Zeit damit, an der Kaffeemaschine Cappuccino für die Mutter zu holen und den Kuchen auf zwei Teller zu verteilen. Die Cafeteria füllt sich mit Besuchern und Maja ist froh, dass sie so früh da war und sie einen Tisch auf der Terrasse bekommen haben.
„Unser Garten wird immer schöner“, sagt ihre Mutter als Maja den Kuchen abstellt.
„Was sind das für fremde Leute hier.“
Wie in Zeitlupe hebt die Mutter die Hand und sticht mit der Kuchengabel in die Himbeeren.
„Alle wollen sie.“
Das Kuchenstück fällt auf die Hose.
„In meinen Garten. Die schönen Rosen.“
Jetzt ist Maja froh, dass ihre Seele nicht dabei ist, sonst hätte sie widersprechen müssen und der Mutter erklären, dass das nicht ihr Garten ist sondern der des Heims, in dem sie lebt. Dass es ein Gärtner ist, der den Garten angelegt hat und pflegt und nicht Majas Vater, der schon seit vielen Jahren nicht mehr lebt.
„Iss deinen Kuchen, Mama, der schmeckt so gut, findest du nicht?“
„Ja“, sagt die Mutter. „So gut.“
Eine Weile essen sie schweigend, Maja gibt der Mutter den Kaffeelöffel in die Hand und legt die Kuchengabel weg, weil immer wieder ein Kuchenstück von der Gabel auf die Hose fällt. Sie rückt den Tisch noch näher an die Mutter heran, die wie eine kraftlose Marionette, deren Fäden niemand mehr bewegt, in ihrem Sessel mehr liegt als sitzt.
„Unser Garten wird immer schöner“, sagt die Mutter.
Maja schiebt ihr die Tasse mit dem Cappuccino hin.
„Trink deinen Kaffee, Mama.“
Die Mutter nimmt die Tasse, trinkt einen Schluck, lächelt.
„Der ist aber gut!“
„Ja Mama, der Kaffee hier ist gut.“
Maja schiebt sich ihr letztes Stück Himbeerkuchen in den Mund. Die Mutter hat noch die Hälfte des Kuchens auf dem Teller.
„Mama, iss deinen Kuchen, du bist so dünn!“
„Du kannst noch etwas haben“ sagt die Mutter und schiebt Maja ihren Teller hin.
„Nein Mama, du sollst den Kuchen essen. Ich habe ihn ja extra für dich mitgebracht.“
Sie schiebt den Teller wieder vor ihre Mutter und schaut zu, wie diese den Kuchen zerteilt und die Stücke aufeinander legt.
„Mama, essen!“
Maja sieht auf ihre Uhr. Noch eine halbe Stunde, höchstens fünfundvierzig Minuten.
Nach einer Stunde auf der Terrasse hat die Mutter den Kuchen aufgegessen. Die Kaffeetasse mit dem Cappuccino ist noch halb voll. Maja schiebt das Geschirr weg und streckt die Beine aus.
„Dein Kleid ist so schön“ sagt die Mutter.
„Die Farbe steht dir gut. Hast du das selbst genäht?“
Majas Gehirn gibt die Anweisungen für die Antwort.
„Nein Mama, ich habe es gekauft. Ich habe das Kleid schon viele Jahre.“
Sie erzählt nichts von dem blauen Becken des Schwimmbads. Von den kleinen Reisen zum Meer, in den Ferien, damals als die Eltern das Haus gebaut hatten und eine Urlaubsreise wegen der vielen Schulden undenkbar gewesen wäre. Damals, als ihr die Mutter die teure Dauerkarte für das Freibad geschenkt hat und Maja dann mit dem Fahrrad jeden Tag ans Mittelmeer gefahren ist.
`Das habe ich ihr nie erzählt`, denkt Maja jetzt.
Wäre ihre Seele hier würde Maja der Mutter jetzt diese Geschichte erzählen. Sie würde ihr sagen, wie stolz sie war, als sie mit ihrer Saisonkarte an der langen Schlange der Wartenden am Eingang des Freibads vorbeigehen konnte. Vielleicht würde sie ihr sogar sagen, dass die verblichene graue Pappkarte in einem Karton bei ihren alten Tagebüchern liegt und seit Jahrzehnten gehütet wird wie ein Schatz. So aber ist es egal, was die Mutter weiß und was nicht. Sie sitzt neben dieser alten Frau, sieht die abgeschnittenen Marionettenfäden, die niemand entwirren kann.
„Der Garten ist schön“, sagt die Mutter jetzt.
„Die Rosen.“
Maja antwortet nicht.
„Das sind die schönsten, hier vorne“, die Mutter zeigt mit dem Finger auf das Beet neben Maja.
„Da waren noch andere“ fährt sie fort. „Die waren groß und – “
sie hält inne und Maja spürt, dass ihre Mutter nach einem Wort sucht, das verschwunden ist.
„Sie hatten diese Farbe – diese Farbe, so –“
Maja sucht in dem Beet nach den Blumen, die die Mutter meinen könnte.
„Jetzt sind die anderen groß.“
„Ja Mama. Ein schöner Garten“.
Die Mutter schweigt für einen Moment.
„Was macht mein Bub?“ fragt sie.
„Geht es ihm gut in der Schule?“
Maja weiß, dass ihr Sohn gemeint ist, der kein Bub mehr ist sondern ein junger Mann, mit Bart und Kopfhörern und Freundin.
„Er studiert, Mama.“ antwortet sie.
„Ach Gott –“ die Mutter schüttelt den Kopf.
Sie sieht wieder auf die Rosen, dann dreht sie sich zu Maja.
„Wie geht es deinen Eltern?“ fragt sie.
Maja sieht die Marionette an.
„Wer bin ich?“ fragt sie.
„Du bist Maja“
„Und wie heißt meine Mutter?“
„Ich komme jetzt gerade nicht auf den Namen“, antwortet die Marionette.
Hätte sich ihre Seele nicht vor über einer Stunde davongeschlichen hätte Maja jetzt vielleicht gesagt:
`Ich bin es, Mama. Ich bin dein Kind und du bist meine Mutter`.
So aber sagt sie nichts mehr.
Maja bleibt stumm und lauscht den halben Sätzen, die aus dem Mund ihrer Mutter wachsen, über den Tisch und die Terrasse wuchern, hinein in das Rosenbeet und bald ein so dichtes Gewirr aus Wörtern gebildet haben, dass sie es nicht mehr durchdringen kann.
 
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Hallo @Perisade,

erstmal ein herzliches Willkommen hier bei uns. Du sprichst mit deiner Geschichte ein wichtiges Thema an, nämlich Demenz und der Umgang der Angehörigen damit. Majas Sichtweise auf die Situation - die Abspaltung der Seele, wie sie es nennt, um aushalten zu können, die Mutter in diesem Zustand zu sehen - wirkte sehr authentisch, ich konnte mich gut in sie hineinversetzen. Auch die Unerträglichkeit, plötzlich die Rollen zu tauschen und die Mutter zu bevormunden, hast du sehr anschaulich beschrieben. Es ist so schon schlimm genug, mit ansehen zu müssen, wie ein Mensch auseinanderfällt, aber bei der eigenen Mutter geht es noch einen Schritt weiter, der sicher so schwer auszuhalten ist, dass ich persönlich gar nicht wüsste, wie ich damit umgehen sollte. Ich finde, du hast das sehr berührend beschrieben, dafür also schon mal einen Daumen hoch von mir.

Aber wir wären ja keine Wortkrieger, wenn es nicht auch Kritik gebe. :) Ob du sie annimmst, ist natürlich deine Sache. Ist ja auch deine Geschichte. Mir dauert es aber zu lange, bis das Thema klar wird. Ich kann mir vorstellen, dass dir mancher Leser abspringen könnte, bevor du überhaupt zum Kern der Geschichte kommst. MMn verlierst du dich in der ersten Hälfte zu sehr in Details, die für den Fortlauf der Geschichte unwichtig sind, bzw. keinem roten Faden zu folgen scheinen. Jetzt, wo ich den Rest der Geschichte kenne, wird mir schon klar, worauf du damit hinauswillst, aber ich denke, du könntest vieles, was du haarklein beschreibst, kürzer fassen, vielleicht in ein oder zwei Sätze. Sonst frage ich mich nämlich schnell, worum es eigentlich geht und beginne zu rätseln. Ist Maja selbst krank, dass sie jede ihrer Bewegungen so bewusst steuert? Was hat das blaue Kleid mit dem Schwimmbad zu tun? Ist irgendwas im Schwimmbad passiert? Wo will die Geschichte eigentlich hin? Ich hoffe, du verstehst, was ich meine. Natürlich solltest du ihre Gefühle im Auge behalten, auch soll es ja ein wenig spannend bleiben, ich muss also nicht von Anfang an wissen, dass die Mutter dement ist. Aber, dass es um sie, die Mutter, geht, sollte mMn schon klar werden. Statt sich an das Blau des Schwimmbads zu erinnern, könnten Maja ein paar Erinnerungen an die Mutter in den Kopf kommen, an Ausflüge mit ihr oder Momente, in denen sie sich nah waren. So schaffst du einen dichteren Bezug zum Thema und eierst nicht von einer Sache zur nächsten, ohne dass ich einen Zusammenhang erkenne.


Ein paar Beispiele:

Als sie in den von der Sonne aufgeheizten Wagen steigt, spürt Maja, dass sie angefangen hat zu schwitzen und der Stoff des dünnen Sommerkleids unter ihren Achseln feucht wird.
Der erste Satz ist bekanntlich der Einstieg in die Geschichte. Viele Leser entscheiden schon dann, ob sie weiterlesen wollen oder nicht. Für mich enthält er zu viel unwichtige Informationen und ist sehr kompliziert formuliert. Ich würde zwei Sätze daraus machen, etwa: Majas Achseln werden feucht, als sie in den Wagen steigt. Die Luft ist stickig, aber sie weiß, dass es nicht nur daran liegt.
Das ist jetzt nur ein Beispiel, ich will damit nicht sagen, dass du das genau so übernehmen solltest. Das kann man sicher noch besser machen. ;) Wollte damit nur veranschaulichen, dass es den Einstieg erleichtern und den Leser schon mal neugierig machen könnte. Dass sie ein Sommerkleid trägt, erfährt man ja später noch, und dass die Sonne scheint, sollte auch klar sein, wenn es heiß ist. Statt Nebensächlichkeiten also lieber darauf konzentrieren, wie du die Neugierde der Leser wecken könntest.

`Auf der kurzen Strecke wird das Auto kaum abkühlen`, denkt sie.
Brauchst du diesen Gedanken? Ist er für die Geschichte wichtig? Falls ja, brauchst du zumindest die Apostrophe nicht, denn Gedanken benötigen keine Anführungszeichen.

Ihre rechte Hand greift nach der Handtasche, die sie auf den Beifahrersitz geworfen hat und sucht nach dem Deo. Die Finger tasten blind durch den Beutel, gleichzeitig identifiziert ihr Gehirn die Gegenstände. Leder, narbig, Portemonnaie. Hart, rechteckig, schmal, Mobiltelefon. Rund, klein, Lippenstift. Endlich ertastet sie die schmale Röhre und zieht das Deo heraus.
In der Zwischenzeit hat ihr linker Arm mit einem anderen Teil des Gehirns weiter das Ziel der Fahrt angesteuert und geht dieser Tätigkeit solange nach, bis er zum Einsprühen der rechten Achselhöhle benötigt wird und die rechte Hand das Lenkrad übernimmt. Diese selbstverständlichen Abläufe beruhigen Maja, sie ist Teil eines in sich abgeschlossenen Kosmos, in dem ihr Gehirn, mühelos und ohne sie damit zu behelligen, die nötigen Schritte einleitet.
Das Deo wird in die Tasche zurückgeworfen und beide Hände halten sich jetzt am Lenkrad fest. Auf ihren Schenkeln strahlt das Blau des dünnen Baumwollkleids, der Stoff ist so leicht, sie spürt kaum, dass sie etwas anhat.
Diesen ganzen Absatz könntest du in zwei, drei Sätzen zusammenfassen. Wie immer, wenn sie zur Mutter fährt, ist ihr Kopf leer, jede Bewegung einstudiert. Die rechte Hand greift in die Innentasche ... Portemonnaie, Mobiltelefon usw.
Was sie da zu fassen bekommt, finde ich schon wichtig, um zu veranschaulichen, dass sie wie ein Roboter handelt. Welche Hälfte ihres Gehirns das steuert, ist mir aber zu kompliziert und lockt mich eher auf die Fährte, dass mit Maja selbst etwas nicht stimmt, sie evtl. einen Schlaganfall hatte und wieder mühsam lernen muss, was wie funktioniert.

Das Blau ist leuchtend, so leuchtend wie die Farbe des Schwimmbeckens im alten Freibad. Türkisblau. Ein blauer Fleck mitten in den Liegewiesen, deren Grün in der Sonne zu fahlem Braun verbrannt war. Schon vor Jahren war das Becken renoviert worden und hatte jetzt eine silbergraue matte Edelstahlhaut. Der Vorsprung am Beckenrand, auf dem sie nach jeder zehnten Runde ihre Füße abstellt und kurz innehält, fühlt sich jetzt glatt an unter ihren Fußsohlen, sauber, deutsch.
Das alte Becken war in die Jahre gekommen, es hatte einen maroden Charme gehabt und in der Vorstellung ihres kindlichen Ichs war das Blau des Beckens das Blau des Mittelmeers, das sie noch nie gesehen hatte. Wenn sie als Kind auf ihr Fahrrad stieg und zum Freibad radelte, dann fuhr sie nach Italien, ans Meer.
Dieser Absatz hat mich dann völlig rausgehauen, weil er mMn eine falsche Richtung einschlägt. Wieso muss ich wissen, wann das Schwimmbad renoviert wurde? Wichtiger wäre doch, zu erfahren, was das mit der Mutter zu tun hat. Damit würdest du die Spannung steigern, ohne zu viel zu verraten.

Maja stellt sich vor, wie sie ein weißes Kleid in das Schwimmbecken ihrer Kindheit taucht und türkisblau wieder herauszieht.
Das finde ich schön. Bringt mir Maja als Figur näher.

Die Glastür öffnet sich, als sie näher kommt, wird in der Mitte zerschnitten und schiebt die Hälften mit einem leisen Atemholen nach beiden Seiten auseinander
Das Fette gefällt mir sehr! Insgesamt würde ich den Satz aber kürzen, vielleicht: Die Glastür öffnet sich und schiebt die Hälften ...
Da ist alles drin, was du brauchst, ich bekomme sofort ein Bild und muss auch nicht wissen, dass das erst passiert, wenn sie näher kommt, denn das ist klar. Auch das Zerschneiden brauchst du nicht, sonst wirkt es doppeltgemoppelt.

Während sie die Treppe hochgeht spürt sie, wie ihre Seele sich davonschleicht, sich umdreht, die Treppe hinuntergeht, durch die geteilte Glaswand hinaus auf den Weg, zurück zum Parkplatz.
Das gefällt mir auch sehr. Die Glaswand sehe ich auch als Metapher für das, was zwischen Mutter und Tochter steht, das innere Erleben Majas und auch das der Mutter.

`Wirsinggrüner Teppichboden, türkisblau wäre schöner gewesen. Dann würde man über Wasser gehen`.
Wäre ihre Seele jetzt dabei, dann hätte Maja an dieser Stelle gelacht, so aber geht sie weiter. Vorbei an Türen, die sich alle gleichen.
Anfangs hat mich das rausgehauen, aber wenn man die ganze Geschichte kennt, macht es Sinn. Sie konzentriert sich auf Nebensächlichkeiten, um die Situation zu meistern.

Sie sieht den mageren Körper ihrer Mutter, den Gummizug der Hose, der sich um den flachen Bauch kräuselt, und obwohl Majas Seele nicht da ist sondern im Auto auf sie wartet, ist Maja so berührt, dass sie den Pullover schnell wieder nach unten zieht.
Schön!

„Ist das schön, dass du da bist. Und was für ein schönes Kleid du anhast! So eine schöne Farbe! Wann hast du das genäht?“
Maja antwortet nicht, dass sie dieses Kleid seit fünf Jahren besitzt und schon oft anhatte, weil es ihr Lieblingskleid ist.
Hier weiß man jetzt, was los ist, und ich finde es gut, dass man es nicht von Anfang an weiß. Aber wie gesagt, du könntest schon von Anfang an andeuten, dass irgendwas mit der Mutter ist, ohne zu sagen, was. Das hält mich als Leser bei der Stange und lässt den ersten Teil nicht so im luftleeren Raum schweben. Aber ich wiederhole mich, wie ich merke ...

Sie sagt nicht, dass sie es gekauft hat anlässlich des achtzigsten Geburtstags der Mutter, dass sie seit ihrer Studienzeit keine Kleider mehr näht weil sie keine Zeit mehr hat. Sie schiebt die Mutter zur Tür hinaus, in den Aufzug, hinunter in die Cafeteria, an den Tisch auf der Terrasse zu dem Himbeerkuchen, den sie mitgebracht hat.
Der Absatz gefällt mir auch gut. Kurz und knapp und alles drin, was es braucht. Dass sie den Kuchen mitgebracht hat, sagst du aber vorher schon. Würde eins von beiden streichen.

„Unser Garten wird immer schöner“, sagt ihre Mutter als Maja den Kuchen abstellt.
„Was sind das für fremde Leute hier.“
Wie in Zeitlupe hebt die Mutter die Hand und sticht mit der Kuchengabel in die Himbeeren.
„Alle wollen sie.“
Das Kuchenstück fällt auf die Hose.
„In meinen Garten. Die schönen Rosen.“
Das ist wirklich schwer zu ertragen. (Positiv gemeint!) Ich kann verstehen, was das für Maja bedeuten muss.

Sie erzählt nichts von dem blauen Becken des Schwimmbads. Von den kleinen Reisen zum Meer, in den Ferien, damals als die Eltern das Haus gebaut hatten und eine Urlaubsreise wegen der vielen Schulden undenkbar gewesen wäre. Damals, als ihr die Mutter die teure Dauerkarte für das Freibad geschenkt hat und Maja dann mit dem Fahrrad jeden Tag ans Mittelmeer gefahren ist.
Ich verstehe immer noch nicht, was das Schwimmbecken mit der Geschichte zu tun hat. Weil es auch blau ist? Das wäre mir aber etwas zu allgemein. Die Dauerkarte ist zwar eine Erinnerung an die Mutter, und Maja hat deshalb ein schlechtes Gewissen, aber mir persönlich ist das zu wenig. Mir fehlen ein paar mehr Erinnerungen an die Mutter, um mir ein Bild zu machen, was für ein Mensch sie war.

Wäre ihre Seele hier würde Maja der Mutter jetzt diese Geschichte erzählen. Sie würde ihr sagen, wie stolz sie war, als sie mit ihrer Saisonkarte an der langen Schlange der Wartenden am Eingang des Freibads vorbeigehen konnte. Vielleicht würde sie ihr sogar sagen, dass die verblichene graue Pappkarte in einem Karton bei ihren alten Tagebüchern liegt und seit Jahrzehnten gehütet wird wie ein Schatz. So aber ist es egal, was die Mutter weiß und was nicht. Sie sitzt neben dieser alten Frau, sieht die abgeschnittenen Marionettenfäden, die niemand entwirren kann.
Das gefällt mir wieder sehr.

Hast noch paar Kommas vergessen im Text, aber das überlasse ich anderen Kommentatoren. Alles in allem eine sehr traurige Geschichte, die ich - trotz allem - gerne gelesen habe.

Viele Grüße,

Chai





 
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@Chai: vielen Dank für dein Feedback und deine Zeit - und für das Willkommen!
Aber wir wären ja keine Wortkrieger, wenn es nicht auch Kritik gebe. :) Ob du sie annimmst, ist natürlich deine Sache. Ist ja auch deine Geschichte.
Keine Sorge, ich finde das sehr gut. Ich bin froh, dass dies eine Gruppe ist, wo sachlich kritisiert wird, ich will mich ja entwickeln und keinen Puderzucker.

Statt sich an das Blau des Schwimmbads zu erinnern, könnten Maja ein paar Erinnerungen an die Mutter in den Kopf kommen, an Ausflüge mit ihr oder Momente, in denen sie sich nah waren. So schaffst du einen dichteren Bezug zum Thema und eierst nicht von einer Sache zur nächsten, ohne dass ich einen Zusammenhang erkenne.

Ich verstehe immer noch nicht, was das Schwimmbecken mit der Geschichte zu tun hat. Weil es auch blau ist?
Der Bezug ist die Farbe des Beckens. Die Erinnerung an die Kindheit wird durch das blaue Kleid ausgelöst. Das Kleid, das Becken des alten Freibads, die Dauerkarte. die etwas Besonderes war. Das Schwimmbecken ist wegen der türkisblauen Farbe wie das Meer. Urlaub am Meer ist nicht drin, aber dafür ein Sommer im Freibad, in dem blauen Becken. Vielleicht kommt es nicht richtig rüber, dass dieses Geschenk der Mutter sehr besonders war. Ausserdem reagiert die Mutter stark auf Farben. Sie erwähnt das ja auch immer wieder, dass sie die Farbe so schön findet. Eigentlich fast das einzige, was sie kommentiert. Die Farbe des Kleids und die Farbe der Blumen.
Kann sein, dass das nicht rüberkommt für den Leser.
Erinnerungen an die Mutter gibt es nur distanziert, wie z.B. über ein Objekt (die Dauerkarte), weil alles andere einfach nicht auszuhalten ist.
Wieso muss ich wissen, wann das Schwimmbad renoviert wurde?
stimmt, ist überflüssig.
Brauchst du diesen Gedanken? Ist er für die Geschichte wichtig?
Brauche ich auch nicht!

um zu veranschaulichen, dass sie wie ein Roboter handelt.
in der Tat, das wollte ich darstellen. Die Fahrt ins Heim ist nur erträglich, wenn sie sich auf banale Dinge konzentriert.
Sie konzentriert sich auf Nebensächlichkeiten, um die Situation zu meistern.
Genau, danke!
Das gefällt mir wieder sehr.
In diesem Absatz geht es ja auch um die Dauerkarte für das Freibad. Die Karte und das blaue Becken des Freibads gehören zusammen.
Vielen Dank auch für das Lob! Ich habe noch eine ganz andere Frage - ist es üblich, Korrekturen/Änderungen direkt im geposteten Text umzusetzen?
Liebe Grüße
Perisade
 
Wortkrieger-Team
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09.12.2016
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Liebe @Perisade,

ja, die Korrekturen werden direkt im Text vorgenommen. Einfach auf Bearbeiten klicken, dann kannst du gleich loslegen.

Grüße,

Chai
 
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09.12.2019
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Hallo @Perisade ,

du arbeitest hierbei m.E. sprachlich sehr überlegt und geschickt. Wechselst zwischen den Geschehnissen und den Gedanken der Protagonistin, die versucht, mit der Demenz ihrer Mutter klarzukommen.

Manchmal widerspricht es sich etwas, wenn sie denkt: "Wäre meine Seele jetzt hier, würde ich ..." Ist das Absicht, sind es also die Momente, in denen sie ihre Gefühle bewusster zulässt? Oder verwendest du diese Sätze, um dem Leser näherzubringen, wie ihre "eigentlichen" Gedanken und Gefühle aussehen?

Der Anfang zieht sich etwas, mir fehlt hier auch ein früherer Bezug/Grund für die Gedanken und das mechanische Verhalten der Protagonistin.

Aber diese Punkte machen deine Geschichte nicht schlechter, ich finde sie sprachlich und inhaltlich sehr gelungen. Das Ende ist halt bedrückend, ich frage mich daher, ob es auch hierbei möglich ist, zumindest einigermaßen seinen Frieden damit zu finden. Also zu akzeptieren, dass die Mutter körperlich noch lebt, aber die Person von damals kaum noch da ist.

Aber einem gewissen Zeitpunkt ist den Erkrankten ja nicht mehr klar, dass sie dement sind. Ich habe hierzu mal den Satz gelesen:

"Eine schwere Bürde für die Angehörigen, ein Segen für die Betroffenen."

Ich gebe es hier nur wieder, aber ich denke, gemeint ist, dass den Erkrankten durch ihre Demenz der geistige Abbau irgendwann nicht mehr bewusst ist. Sie also ihre Tage und ihr Verhalten so "normal und richtig" finden. Falls das so nicht stimmt, liegt es an meinem Unwissen ...

Noch einige Details (Hinweise zu Kommata bitte kritisch prüfen):

`Auf der kurzen Strecke wird das Auto kaum abkühlen`, denkt sie.
Ich würde auch für Gedanken die normalen Anführungszeichen verwenden (gilt für den gesamten Text)

Die Finger tasten blind durch den Beutel, gleichzeitig identifiziert ihr Gehirn die Gegenstände.
Ich finde es grundsätzlich gut, bei den Wörtern zu variieren, aber "Beutel" passt für mich nicht als anderes Wort für "Handtasche".

Auf ihren Schenkeln strahlt das Blau des dünnen Baumwollkleids, der Stoff ist so leicht, sie spürt kaum, dass sie etwas anhat.
Das Blau ist leuchtend, so leuchtend wie die Farbe des Schwimmbeckens im alten Freibad. Türkisblau. Ein blauer Fleck mitten in den Liegewiesen, deren Grün in der Sonne zu fahlem Braun verbrannt war.
Das zweite "Das Blau" könntest du ersetzen durch "Die Farbe".
Das "blauer" vor "Fleck" würde ich ganz streichen, auch das zweite "leuchtend" und "Farbe".
Ist sonst etwas viel leuchtendes Blau :)

Schon vor Jahren war das Becken renoviert worden und hatte jetzt eine silbergraue matte Edelstahlhaut.
Komma nach "silbergraue"

Der Vorsprung am Beckenrand, auf dem sie nach jeder zehnten Runde ihre Füße abstellt und kurz innehält, fühlt sich jetzt glatt an unter ihren Fußsohlen, sauber, deutsch.
Das liest sich, als wäre sie gerade jetzt im Schwimmbad, müsstest du m.E. in die Vergangenheit verschieben.

Als sie den Parkplatz ansteuert hat die Klimaanlage das Auto endlich auf eine erträgliche Temperatur gekühlt.
Komma nach "ansteuert"

Während sie die Treppe hochgeht spürt sie, wie ihre Seele sich davonschleicht, sich umdreht, die Treppe hinuntergeht, durch die geteilte Glaswand hinaus auf den Weg, zurück zum Parkplatz.
Komma nach "hochgeht" ; das erste "sich" streichen

Sie öffnet die Tür im ersten Stock und tritt aus dem Treppenhaus auf den Flur.
in

`Wirsinggrüner Teppichboden, türkisblau wäre schöner gewesen. Dann würde man über Wasser gehen`.
"gewesen" streichen

Da steht sie, am geöffneten Schrank, und ist gerade dabei einen grauen Blazer anzuziehen.
Kein Komma nach "Schrank" ; Komma nach "dabei"

Nein Mama, ich bin eben gekommen.“
Komma

Sie sieht den mageren Körper ihrer Mutter, den Gummizug der Hose, der sich um den flachen Bauch kräuselt, und obwohl Majas Seele nicht da ist sondern im Auto auf sie wartet, ist Maja so berührt, dass sie den Pullover schnell wieder nach unten zieht.
Kein Komma nach "kräuselt" ; Komma nach "ist" ;
vielleicht findest du ein anderes Wort als "berührt", das genauer zeigt, wie Maja sich fühlt

Sie sagt nicht, dass sie es gekauft hat anlässlich des achtzigsten Geburtstags der Mutter, dass sie seit ihrer Studienzeit keine Kleider mehr näht weil sie keine Zeit mehr hat.
Komma

„Unser Garten wird immer schöner“, sagt ihre Mutter als Maja den Kuchen abstellt.
Hier schreibst du zum einzigen Mal "ihre" Mutter, mit Absicht?
Komma nach "Mutter"

„Was sind das für fremde Leute hier.“
? statt .

Ja Mama, der Kaffee hier ist gut.“
„Du kannst noch etwas haben“ sagt die Mutter und schiebt Maja ihren Teller hin.
Nein Mama, du sollst den Kuchen essen. Ich habe ihn ja extra für dich mitgebracht.“
Komma

„Dein Kleid ist so schön“ sagt die Mutter.
„Die Farbe steht dir gut. Hast du das selbst genäht?“
Komma ; kein Zeilenumbruch notwendig

Nein Mama, ich habe es gekauft. Ich habe das Kleid schon viele Jahre.“
Komma

„Alle wollen sie.“
Das Kuchenstück fällt auf die Hose.
„In meinen Garten. Die schönen Rosen.“
Kein Zeilenumbruch

Sie sitzt neben dieser alten Frau, sieht die abgeschnittenen Marionettenfäden, die niemand entwirren kann.
"entwirren" passt m.E. nicht zu abgeschnittenen Fäden

„Der Garten ist schön“, sagt die Mutter jetzt.
„Die Rosen.“
Kein Zeilenumbruch

„Das sind die schönsten, hier vorne“, die Mutter zeigt mit dem Finger auf das Beet neben Maja.
„Da waren noch andere“ fährt sie fort. „Die waren groß und – “
Kein Komma ; "Die" großgeschrieben ; Komma

sie hält inne und Maja spürt, dass ihre Mutter nach einem Wort sucht, das verschwunden ist.
Groß am Satzanfang

Ja Mama. Ein schöner Garten“.
Komma

„Ach Gott –“ die Mutter schüttelt den Kopf.
"Die" großgeschrieben

Hätte sich ihre Seele nicht vor über einer Stunde davongeschlichen hätte Maja jetzt vielleicht gesagt ...
Komma

Viele Grüße,
Rob
 
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