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Taking Measures

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18.07.2001
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Taking Measures

Nacht, sie sitzt alleine im Park, neben ihr ein Rucksack, vollgepackt mit Bier.

Jason: „Was machst du hier?"

Sie dreht sich um, erblickt Jason, der sich lautlos an sie herangeschlichen hat.

Julie: „Viel wichtiger ist doch die Frage, was du hier machst. Ich dachte, ihr würdet nicht kommen."

Er setzt sich neben sie auf die Bank, will sie in den Arm nehmen, sie dreht sich weg.

Jason: „Nun, ich wollte dich sehen."
Julie: „Ach wirklich?"
Jason: „Ja, ist das so ungewöhnlich? Mich wundert es sowieso, dass wir uns in letzter Zeit so gut wie gar nicht mehr alleine sehen. Immer sind die Anderen dabei. Was soll das eigentlich?"
Julie: „Ich wollte nicht mit dir alleine sein, aus Angst, etwas Falsches zu sagen."

Sie steht auf, geht ein Stück die Wiese entlang.

Julie: „Ich habe getrunken, und deshalb glaube ich nicht, dass dies der richtige Zeitpunkt ist."
Jason: „Also hatten die Anderen recht, wir haben doch ein Problem, von dem ich noch nichts weiß."

Er greift in ihren Rucksack, nimmt sich ein Bier.
Sie dreht sich wieder zu ihm.
Er öffnet das Bier, trinkt es in drei Zügen aus.

Julie: „Also, wenn du unbedingt den Grund wissen willst..."
Jason: „Den Grund wofür?"

Er steht auf, sieht sie an.

Jason: „Warum? Warum tust du das?"
Julie: „Weil ich dich zu sehr liebe."

Sie beginnt zu weinen, er will sie in den Arm nehmen, sie weicht zurück.

Jason: „Erklär mir das, wie kann man jemanden verlassen, weil man ihn zu sehr liebt?"
Julie: „Erinnerst du dich, vor einem Monat ging das Gerücht um, du hättest mit diesem Mädchen geschlafen..."
Jason: „Du weißt, dass das nicht gestimmt hat. Das haben irgendwelche Idioten herumerzählt, Gott weiß warum!"
Julie: „Ich weiß, doch du kannst dir das Gefühl nicht vorstellen. Du kannst dir nicht vorstellen wie es ist, dich zu verlieren. Ich weiß, dass es nicht stimmt. Doch ich weiß auch, dass wenn es jemals dazu kommen würde, wenn ich dich jemals verlieren würde, ich das nicht überleben würde. Diese Geschichte gab mir einen Vorgeschmack, und es war das Schlimmste, was ich jemals fühlte. Wären wir uns nicht so ähnlich, wären wir nicht so wichtig für den Anderen, dann wäre es egal, man würde darüber hinweg kommen. Doch bei dir würde es mich zerreißen, und ich will es beenden, bevor du es tust!"
Jason: „Du verlässt mich, aus Angst, ich könnte dich verlassen?"

Er setzt sich, blickt auf den Boden.
Sie dreht sich um, beachtet ihren Rucksack nicht, der auf der Bank steht, und geht.

 
Seniors
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25.06.2001
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Liest sich so wie ein Theater- oder Filmscript. War es auch als solches gedacht?
Das Ende, und auch die Art wie Du aus einem belanglos erscheinenden Moment einen wichtigen Augenblick machst gefällt mir sehr gut.
Ich frage mich nur, warum Deine Personen Englische Namen haben? Das mit dem Rucksack voller Bier erinnert mich schon sehr an Amerikanische Teenager - oder hast Du die Namen nur so ausgewählt.

 
Mitglied
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18.07.2001
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Die Geschichte war ursprünglich viel länger und ausführlicher, da noch die Situation und die Gefühle zwischen den Protagonisten beschrieben wurden. Eigentlich hatte ich vor, dadurch auf die Frage "Was ist Liebe" einzugehen. Allerdings wurde das dann viel zu philosophisch und kompliziert und ich habe befürchtet, dass der Sinn total verloren gehen würde. Also hab ich einfach alles rausgeschmissen.

Zu dem "amerikanischen": Meine Geschichten sind auf jeden Fall alle von Amerika beeinlußt, daher auch die Namen und das Thema. Das mit dem Rucksack ist allerdings authentisch. Aber ich denke, den benutzen alle Jugendlichen...*g!

Freut mich, dass dir die Geschichte gefallen hat.

Jessica

 

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