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Teesatz

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06.02.2026
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Anmerkungen zum Text

Diesen Text habe ich spontan geschrieben, während ich einen Wal am Grund meiner Tasse fand. Und da ich eh in der Laune war zu schreiben, ließ ich meiner Fantasie ihren lauf.

Teesatz

Ich nippte am Tee. Die warme Flüssigkeit lief an meiner Zunge vorbei, direkt in meinen Magen, und erfüllte meinen Körper auf dem Weg mit Licht und Wärme. Das tat gut, was mir sofort auf die Nerven schlug. Es ging mir schlecht, ich war traurig - Da war ich mir sicher. Und das nicht nur wegen der Erkältung, gegen die ich den Tee trank.

Doch anstatt einfach die Knoten in meinem Hals zu glätten, spülte der Tee auch den Kloß hinunter und besänftigte den Sturm in meiner Seele. Ich war in Versuchung, ihn wegzuschicken, aber dann wär doch nur die Kanne sauer geworden und hätte bis zum Mond nicht mehr aufgehört zu pfeifen, und darauf konnte ich verzichten.

Andererseits war das genau die Art von Aufwind, mit der ich meinen Seelenschein anfachen wollte. In Gedanken versunken merkte ich gerade noch rechtzeitig, wie ich das Tintenglas zum Mund führte. Ich stellte es nun bewusst auf die andere Seite meines Tisches, nicht so weit, dass das Katzentier es erreichen konnte, aber genug, dass die triefenden Geister mich nicht verleiten könnten.

Als ich die Tasse erneut zum Mund führte, diesmal fast meditativ konzentriert, fiel mir der Teesatz am Boden ins Auge. Ich hätte es fast nicht geglaubt - Oft neigen meine Augen dazu, sich einen Spaß mit mir zu erlauben, eine Unart. Doch kam es mir dann so vor, als wollten sie mir nur eine Alternative zeigen. Und da sie sonst so vertrauenswürdig, folgte ich ihnen in solchen Momenten einfach blind. Am Ende: Was hatten sie schon davon, mich hinters Licht zu führen?

Und als ich so beobachtete, was sie mir zeigen wollten, sah ich doch tatsächlich einen Wal durch die grüne Ungewissheit meiner Medizin seine Kreise ziehen.

Ich hechtete los zum Regal, meinem schönen alten Regal. Es war eines, dass meine Träume extra für mich geschaffen hatten. Altes, großes Walnussholz kämpfte an der Front gegen die Armee aus Staub, die nun schon lange ihren Kreuzzug führte. Ich konnte nicht anders – heute war ich zu übellaunig, und so blies ich sie hinfort. Ihre Schreie waren wie eine Symphonie in meinen Ohren. Leider lagen die Geigen eine große Terz über ihrem Ton, aber das störte mich heute nicht.

Zum Vorschein kamen die roten Samtkissen, auf denen sich meine Bücher ausruhen konnten, nachdem ich mit ihnen fertig war. Gerne würde ich ihnen zeigen, wie schön die Einbände im Sonnenlicht schillern, doch schien gerade nur das graue Licht ihrer hässlichen Schwester Winter herein. Eine alte Unke, nur Augen für ihre Wolkenkrähen, die nachher bestimmt wieder Regen und Blitze speien würden. Ein Ekelpaket!

Die mühevoll verzierten Rückseiten der Bücher hätten mir eigentlich egal sein sollen. Immerhin wollte ich auch nichts weiter, als auf Waljagd gehen, dafür brauchte ich nur das Schiff aus seiner Flasche zu befreien. Und ich wusste, dass diese auf der dunklen Regalseite stand.

Und doch war ich auf der hellen zugange. Ich wusste nicht einmal, wonach ich suchte - aber wofür hat man denn Hände? Ohne es zu bemerken, fand ich schließlich mein Buch, eingeklemmt zwischen Top-10-Übungen zum Sixpack und dem Ratgeber-Ratgeber. Als ich es sah, wusste ich, warum mein Schein mich verraten hatte.

Ja sagen zum Wahrsagen – mit dem Teesatz-Lexikon.

„Verdammt, ich hätte dich doch verschütten sollen, und wenn der Kessel noch so dampft!“. Ich wollte aber auch kein schlechter Verlierer sein, also schlug ich nach, was der Wal in meiner Tasse suchte.

Deine Emotionen geraten außer Kontrolle.

Was für ein Biest. Da hätte ich mir auch Jade-Tee machen können. Der wusste auch immer alles besser.

 

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