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The Day After

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26.08.2020
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Anmerkungen zum Text
Es ist der 4. November 2020. Der Tag nach der Präsidentschaftswahl in den USA. Und der amtierende Präsident wurde nicht wiedergewählt...
Eine dystopische Fiktion...?

The Day After

Bis tief in die Nacht hatte Dave auf den verschiedenen Kanälen zugesehen, wie aus den einzelnen Staaten die Ergebnisse bekannt gegeben worden waren. Als immer mehr Staaten in blau erschienen waren und der Wahlsieg des Präsidentschaftskandidaten der Demokraten so gut wie sicher festgestanden hatte, schaltete er den Laptop aus und ging ins Bett. Da hatte die Kampagne des amtierenden Präsidenten doch nicht mehr so viele Wähler in den umkämpften Staaten dazu bewegen können, ihn zu wählen. Erfreulicherweise.

Seine Routine am Mittwoch Morgen war die Übliche: Aufstehen, Kaffeemaschine anstellen, die Nachrichten vom Smartphone abrufen und unter die dusche gehen. Doch er hatte am Vorabend vergessen, den Akku aufzuladen, und so blieb das Display schwarz. Seufzend holte Dave es jetzt nach, bevor das Wasser auf ihn herabprasselte. Rasieren, Waschen, Zähneputzen. All das machte er routinemäßig unter der dusche. Jodie lachte zwar darüber, aber hatte es ihm bisher nicht abgewöhnen können. Keine zehn Minuten später trat er erfrischt vor den großen Spiegel, schnitt einige Grimassen und beschloss, dass es reichen musste, um dem Tag entgegenzutreten.

In T-Shirt und Boxershorts ging er dann in die kleine Pantry-Küche neben dem Wohnzimmer und schenkte sich eine Tasse Kaffee ein. Er schaltete sein Smartphone an und fuhr den Laptop hoch. Als er die Tasse ansetzte, um den ersten Schluck zu trinken, blickte er überrascht auf, als sich sein Smartphone lautstark meldete und den Eingang zahlreicher Nachrichten und Telefonate anzeigte. Einunddreißig Nachrichten und siebzehn verpasste Anrufe? Was war da los?

Er wischte über das Display. Viele der Nachrichten handelten vom Wahlsieg der Demokraten. In einigen war es ein ‚Erdrutschsieg‘, andere sprachen von einem ‚Gestohlenen Sieg‘. Man konnte recht gut erkennen, welchem Lager die jeweilgen Urheber der Nachrichten angehörten. Dann überflog er die Liste der verpassten Anrufe. Einer war von seiner Mutter. Aber alle anderen von Jodie. Drei Mal hatte sie eine Nachricht auf die Mailbox gesprochen. Er solle dringend zurückrufen. Also tat er es.

Dave hatte seine Freundin gestern Abend zuletzt gesprochen, während der Auszählung. Auch sie war recht früh zu Bett gegangen. Immerhin hatte sie heute eine wichtige Prüfung im College zu absolvieren. Er hatte schon vor einigen Tagen eine virtuelle Grußkarte angefertigt, die sie heute früh hatte erhalten sollen. War damit irgendwas nicht in Ordnung gewesen?
Noch vor dem zweiten Klingeln nahm sie das Gespräch an.
„Hi Jo, ich...“
Weiter kam er nicht. „Dave, verschwinde von dort!“
„Bitte was? Ich verstehe nicht...“
Aber sie schien ihn gar nicht zu hören. „Terry und seine Kumpane… sie sind wie irre. Sie machen Jagd auf alles, was nicht zu ihnen gehört.“ Es sprudelte nur so aus ihr heraus. Er erkannte die Panik in ihrer Stimme und merkte, wie auch sein Herzschlag schneller wurde. Jodie war keine Frau, die wegen einer Kleinigkeit derart reagieren würde.

Er hatte Terry und zwei seiner Kumpels kennengelernt. Terry war der Exfreund von Jodie. Eigentlich eher ihr Stalker seit der gemeinsamen Zeit an der High School. Footballspieler, Kraftprotz und überzeugt von der Überlegenheit seinesgleichen. An dem besagten Abend hatten sie Jodie aufgelauert. Es war sein und Jodies drittes Date gewesen. Terry hatte an ihrem Auto gewartet, zwei seiner Buddys nicht weit entfernt. Als Terry dann sah, dass Jodie nicht allein zum Auto ging, war er ausgerastet. Er hatte angefangen, Dave und Jodie lautstark zu beleidigen. Es war bedrohlich geworden, als seine beiden Buddys langsam näher geschlendert kamen. Doch dann leuchtete einmal Blaulicht auf. Eine Polizeistreife. Terry war zwar abgehauen. Aber die Drohung in ihrer beider Richtung war offensichtlich gewesen.

„Was… was ist los?“ Trotz der dusche war Daves Gehirn noch nicht im Betriebszustand.
„Hast du die Nachrichten nicht verfolgt?“
„Nein… also doch, die Demokraten haben gewonnen und...“
„Ja. Das ist ja das Problem. Es ist zu...“ In diesem Moment wurde ihr Gespräch getrennt und nur eine automatische Stimme war zu hören. „Der Teilnehmer kann gerade nicht erreicht werden. Bitte versuchen Sie es später...“
„Scheiße,“ murmelte Dave und versuchte erneut, Jodie anzurufen. Immer noch keine Verbindung. Auch über den Laptop konnte er keine Verbindung bekommen. Was war hier los? Netzausfall? Er scrollte durch die Nachrichten, die auf seinem Smartphone bereits eingegangen waren. Bei einer blieb er hängen.

„Zivile Unruhen in Louisiana, Alabama, Mississippi und anderen Staaten.“ Verstört blickte Dave auf die Anzeige, begann zu lesen. „Nachdem sich die Wahlparties in einigen Regionen aufgelöst hatten, begannen Mobs durch die Straßen zu ziehen, die offensichtlich unzufrieden mit dem Ausgang der Wahl waren. Geschäfte wurden geplündert, Passanten angegriffen und es kam offenbar auch zu Jagdszenen in Vierteln mit einem hohen Anteil an Schwarzen oder Hispanics. Die Polizei ist seit Mitternacht verstärkt unterwegs und hat die Kontrollen intensiviert, um die öffentliche Ordnung zu gewährleisten.“

Ungläubig sah er ähnlich lautende Nachrichten aus anderen Quellen an, die sein Smartphone noch empfangen hatte, bevor die Verbindung abgebrochen war. Dann wurde ihm bewusst, was Jodie gemeint hatte. Schnell war er angezogen, packte das Nötigste in seinen Rucksack und verließ keine fünf Minuten später seine Wohnung. Kaum hatte Dave die Tür hinter sich zugezogen, als er bereits Lärm aus dem Treppenhaus hörte. Lautstarkes Gebrüll, Schritte schwerer Stiefel, dazu ein Krach, als würden Türen gewaltsam geöffnet. Dave rannte in die entgegengesetzte Richtung, um das Fenster zur hinteren Straße zu erreichen. Es war bereits offen und er sah wie ein weiterer Bewohner über die Feuertreppe nach unten kletterte. Tyson, aus dem Stockwerk über ihm. Auch Dave stieg durchs Fenster und hatte gerade die Feuertreppe betreten, als eine Stimme hinter ihm her rief: „Da flieht der Nigger!“ Dann eilten schwere Schritte in seine Richtung, während andere Stimmen etwas von ‚Weg abschneiden‘, ‚Hinterher!‘ und ‚Mach ihn kalt!‘ schrien.

Die nächsten Augenblicke erlebte Dave als Aneinanderreihung von Bildern, Emotionen und Eindrücken. Wie Tyson und er den Boden der Gasse unterhalb der Feuertreppe erreichten, wusste er kaum. Viel zu präsent waren die bedrohlichen Geräusche, schnelle Schritte, entfernte Schüsse, Schreie. Einmal mussten sie einige Meter zurücklaufen, weil in der Gasse, in die sie eingebogen waren, bereits ein Mob randalierte. Zum ersten Mal konnte Dave erkennen, dass einzelne Personen des Mob eine Art Abzeichen trugen. Irgendwas mit weiß und rot und schwarz. Genauer wollte er es nicht studieren. Tyson und er flohen in Todesangst durch die Hinterhöfe des Stadtviertels. Auch wenn er eigentlich in guter Form war, nach etwa fünf Minuten musste er sein Tempo verlangsamen.

„Hey Mann, lauf weiter!“
„Ich… kann nicht,“ brachte Dave atemlos raus.
„Ich weiß, wo wir hinkönnen.“
„Echt?“
„Ja. Kumpel von mir haben nicht weit von hier eine Art Unterschlupf.“ Tyson klang überzeugt.
„Wie weit ist es?“
„Zwei Blocks.“
„Scheiße...“
„Das schaffst du! Mach nicht schlapp, ja?“ Damit zog Tyson ihn am Arm und mit sich, rannte dann wieder voraus.
Dave war viel zu sehr außer Atem, um groß nachzudenken. Also folgte er Tyson, auch wenn er kaum mithalten konnte.

Die erste Querung einer der größeren Straßen schafften sie unbemerkt, da sie sich hinter einem Truck, der mitten auf der Straße stehengelassen worden war, verbergen konnten. Es gab regelrechte Patrouillen, Trupps von vier bis acht Mann, von denen viele diese Abzeichen trugen. Sie hatten auch Autos dabei. Hauptsächlich Pickups, aber auch ein paar kleinere Wagen sowie ein Hummer, der in einiger Entfernung an einer Kreuzung stand.

„Paramilitärs,“ knurrte Tyson, als sie in die nächste Nebenstraße eingebogen waren. „Die haben das vorbereitet!“
„Was vorbereitet?“
„Den Aufstand!“
„Aufstand?“
Tyson rollte mit den Augen. „Die haben das geplant für den Fall der Niederlage bei den Wahlen.“
„Meinst du?“ Dave starrte den anderen ungläubig an.
„Na sicher. Das hört man doch schon lange. Die wollen einen zweiten Sezessionskrieg oder sowas machen. Südstaaten gegen Nordstaaten… klingelts?“
„Die… das können die doch nicht...“
„Wie es scheint, sind sie gerade dabei. Das passiert gerade überall in den Südstaaten und im Mittleren Westen. Überall da, wo Trumpf viele Fans hat.“
„Das ist… Verrat!“
„Ja...“ Tyson klang fast spöttisch.
„Da muss man doch was machen können!“
„Und was?“
„Na, die Polizei wird doch...“
„Das sind doch hauptsächlich Sympathisanten des abgewählten Präsidenten.“
Dave schwieg kurz, versuchte seine Gedanken zu ordnen. Als die Erkenntnis allmählich durchsickerte, erschrak er sichtlich.
„Merkst du, was hier gespielt wird?“
Schweigend nickte Dave. „Wo ist dieser Unterschlupf?“
„Der ist...“
Plötzlich fielen Schüsse ganz in der Nähe. Dave sah, wie sie in der Hauswand hinter ihnen einschlugen und Tyson immer näher kamen. Entschlossen warf er sich auf diesen, um ihn aus der Schussbahn zu bringen. Beide gingen hinter einem Container in Deckung. Wieder waren schwere Schritte zu hören, die sich vorsichtig und unerbittlich näherten.

„Kommt raus, ihr zwei Ratten… dann töten wir euch nicht.“ Die Stimme war gehässig und voller Falschheit und Verschlagenheit. Aus dem Hintergrund erklang ein raues Lachen. Dann wisperte ein anderer ihrer Verfolger: „Jedenfalls nicht sofort...“ was weiteres Gelächter hervorrief.
Tyson nahm zwei leere Bierflaschen, deutete auf eine dritte und machte eine Wurfbewegung zu Dave, der nickte und seinerseits die Bierflasche aufnahm. Auf den Countdown von Tyson hin warfen beide gleichzeitig jeweils eine Flasche in entgegengesetzte Richtungen und rannten dann zu einer Toreinfahrt. Doch noch während des Sprints, fielen wieder Schüsse und Dave spürte einen kurzen Schmerz im Bein. Dennoch erreichten sie die Toreinfahrt, deren Rolltor Tyson sofort hinter ihnen zuschob.

„Wir müssen...“
Dave stöhnte unwillkürlich auf und Tyson ist sofort bei ihm. „Verdammt… du blutest ja!“
Dave wischte mit einer Geste jeglichen Einwand beiseite. „Das ist nicht so schlimm. Wo ist der Unterschlupf?“
„Der ist im übernächsten Hinterhof. Ein Kellereingang, der in einen verlassenen Atombunker führt.“
„Atombunker?“
„Ja. Kurz vor Vietnam wurden viele solcher Bunker eingerichtet. Einer davon ist heute ein Unterschlupf von… Bekannten von mir.“
„Cool. Dann los...“
„Gehts wirklich bei dir?“
„Ja, nun mach schon. Sonst schaffen wir es nicht mehr...“

Nur mit Mühe unterdrückte Dave die Schmerzen, als Tyson voraus eilte, immer wieder Deckung suchend. Die nächsten fünfzig Meter bis zu einer weiteren Toreinfahrt zogen sich schier endlos hin, bis Dave schließlich nicht mehr konnte und sich hinter einen Van kauerte. Ein Gullideckel unter dem Wagen stand halb offen.
„Wir habens gleich geschafft!“ Tyson klang ungeduldig.
„Ich… schaffs nicht.“ Dave war niedergeschlagen. „Mein Bein… ich kann es nicht belasten...“
„Scheiße… kommt, ich stütze dich!“
„Dann schaffen wir es beide nicht!“

Vor dem benachbarten Gebäude fuhren zwei Wagen vor, mehrere Leute stiegen aus.
„Los Mann!“ forderte Dave den anderen auf. „Ich verkriech mich hier in der Kanalisation.“
„Die kriegen dich doch!“
„Ich… kenn mich hier ein wenig aus.“ Dave stöhnte leise auf. „Ich war mal bei der Städtischen Abwasserbehörde.“
Überraschend zog Tyson eine Waffe hervor, ein Springmesser. „Hier… vielleicht hilft es dir ja...“
„Danke,“ murmelte Dave und drängte den anderen dazu, weiterzufliehen.

Tyson warf die zweite Bierflasche in hohem Bogen hinter die Patrouille, wo sie mit lautem Knall zersprang. Als sich die vier bewaffneten Männer erschrocken umdrehten, einer von ihnen schoss sogar eine Salve in Richtung des Knalls, entwischte Tyson durch einen weiteren Hinterhof und Dave kletterte in den Kanalisationsschacht hinab. Er fühlte sich wie gerädert, die Schussverletzung schmerzte und pochte und er spürte, wie er Blut verlor. Nicht viel, aber beständig. Jetzt wo das Adrenalin ein wenig sparsamer durch seine Adern strömte, wurde ihm bewusst, dass sein Oberschenkel getroffen war. Aber es war wohl nur ein Streifschuss, der ihn jedoch beim Klettern behinderte. Immerhin schaffte er es, den Gullideckel über sich fast zu schließen.

Oben von der Straße kamen jetzt die Geräusche von mehr als nur vier Paar Füße. Und Dave erkannte die Stimme von Terry. „Irgendwo muss der verdammte Nigger doch sein...“
„Der hat doch die Hosen gestrichen voll.“
„Du hast ihn doch getroffen. Vielleicht ist er schon verblutet?“
„Ach quatsch, so schnell geht das nicht. Außerdem hab ich noch eine Rechnung mit ihm offen. Er hat mir Jodie ausgespannt.“
„Hat sie dich nicht verlassen?“ erwiderte eine andere Stimme, woraufhin ein dumpfer Schlag zu hören war sowie ein überraschter Aufschrei.
„Hey, was sollte das?“
„Halt dein verdammtes Maul, klar?“
Ein Gebrummel war zu hören, das mit etwas Phantasie als Zustimmung interpretiert werden konnte. Dann wieder Terrys Stimmt. „Lasst uns nochmal die Häuser durchsuchen. Vielleicht verstecken sie sich dort irgendwo.“

Dave atmete gerade auf, als plötzlich und unwirklich laut sein Smartphone ansprang. Es hatte wohl wieder Netzempfang und nun erklangen in kurzer Reihenfolge die Benarichtigungstöne. Und ein Klingeln. Jodie.
„Stop… hört ihr das? Das kommt von unten...“ Jetzt klang Terry fast übertrieben glücklich. „Ich glaub, wir haben eine Kanalratte unter uns,“ witzelte er und lachte hämisch. Einige der anderen stimmten mit ein.
„Hey… ihr Kanalratten.“ Wieder das dümmliche Lachen. „Wollt ihr uns das Leben nicht einfacher machen und rauskommen?“
Dave schwieg und dachte über seine Optionen nach. Die Wunde pochte mittlerweile stärker und er band seinen Schal darum, um die Blutung wenigstens etwas zu stillen. Er brauchte ein Krankenhaus. Aber vor allem musste er hier weg. Der Kanaldeckel wurde gerade weggeschoben.

Den Schmerz ignorierend, stand er mehr schlecht als recht auf und humpelte den Kanalsammler entlang. Erst jetzt wurde ihm der Gestank hier unten bewusst und er musste an sich halten, um sich nicht zu übergeben. Früher hatte er oft die Comics der Hero Turtles gelesen und hielt das Leben in der Kanalisation für etwas abenteuerliches und romantisches. Doch das hier hatte nichts damit gemein. Hier gings um sein nacktes Leben.
Er bog in einen etwas größeren Sammler ab und watete gegen die leichte Strömung an. Hinter sich hörte er unterdrückte Stimmen. Er wagte nicht stehenzubleiben und sich zu orientieren, um nicht erwischt zu werden.
Von vorne war nun ein Plätschern zu vernehmen, als würde Wasser einige Meter tief fallen. Als er um eine Biegung kam, sah er sein Dilemma. Ein Sammelbecken, das den Sammler speiste. Aus mehreren Richtungen floss Wasser, oder vielmehr eine zähe, nur teilweise wässrige Flüssigkeit, aus Rohren in das Sammelbecken. Kurzum: Eine Sackgasse.
Hektisch blickte er sich um. Es gab eine Leiter, die zu einem Schacht nach oben führte. Der einzige Ausweg.
Mühevoll zog er sich die Leiter hoch, während aus Richtung des Sammlers der Lichtkegel einer Taschenlampe über die Oberfläche der Brühe glitt. Jetzt müsste er nur noch den Schacht hochklettern und dann hoffen, dass auf dem Kanaldeckel kein Auto stand. Doch er hatte Glück. Der Deckel des Kanalschacht ließ sich beiseite wuchten. Was natürlich unten nicht unbemerkt blieb.

„Kommt… die Kanalratte versucht zu fliehen!“
Plätschernde Schritte kamen näher und zur Leiter, bis ihn von unten das Licht der Taschenlampe blendete.
„Schneller… der ist sonst weg!“ Dave hörte es Terry an, dass er vor Wut schäumte. Nein, ihm würde er nicht in die Hände fallen wollen…

Mit letzter Kraft zog er sich auf die Straße. Und erstarrte.
„Seht mal, was hier hochkommt...“ Eine weitere gehässige Stimme, die er zwar nicht kannte, die aber Terrys sehr ähnlich war.
„Ah… ein Niggerschwein.“
„Wie der stinkt...“
Weitere Stimmen erklangen um ihn herum. Dave wagte einen kurzen Blick. Es waren fünf Männer, alle weiß, alle mit schweren Militärstiefeln und einer Art Uniform. Und alle trugen sie das gleiche Abzeichen, das er schon vorher aus der Ferne gesehen hatte. Jetzt konnte er es deutlicher sehen. Zwei gekreuzte schwarze Sturmgewehre, dahinter ein Galgen, an dem eine schwarze Person hing, die einem Affen ähnelte. Im Hintergrund wechselten sich rote und weiße Streifen ab, ähnlich wie bei der Nationalflagge.

Der Anführer des Trupps baute sich vor ihm auf. „Was willst du hier, Nigger?“
Dave antwortete nicht.
Er bekam einen Tritt von hinten in die Kniekehle, so dass er aufschrie und zu Boden ging. „Der Major hat dich was gefragt!“
Die ganze Szenerie schien Dave fast absurd und surreal zu sein. Nur war sie es nicht. Das alles war Realität. Blutiger Ernst. „Ich...“
„Lauter!“ bellte der Typ, der ihn eben schon getreten hatte und rammte ihm den Kolben eines Sturmgewehrs in den Rücken.
„Ich will… nach hause,“ stammelte Dave bemüht, deutlicher zu reden.
„Nach hause… wo soll das denn sein?“ Der Anführer, der Major genannt worden war.
„Das ist vier Blocks von hier...“
Der Major schlug ihm brutal auf den Mund. „Lügner. Da kannst du doch gar nicht wohnen. Du kommst bestimmt aus Afrika… Niggerschwein.“
Die anderen lachten gehässig. Ja, es machte ihnen offensichtlich Spaß.
„Weißt du, was wir mit lügenden Niggerschweinen aus Afrika machen?“ fragte der Major.
Dave schüttelte den Kopf. „Zurückschicken?“
Der Major lachte, während die anderen einstimmten. „Habt ihr das gehört, Jungs? Das Niggerschwein will zurückgeschickt werden...“
Plötzlich lag Dave auf dem Asphalt, während der Major das Knie in seinen Nacken drückte. „Nein. Wir machen das hier...“

In Todesangst versuchte Dave sich zu befreien, doch er konnte sich nicht bewegen. Das Rauschen des Blutes in seinem Kopf nahm ihm jegliche Orientierung und er bereitete sich darauf vor, hier in dieser absurden Szene mitten auf der Straße zu sterben.

Unvermittelt ließ der Druck auf seinen Hals nach. Dave röchelte, japste nach Luft, bis er wieder wahrnahm, was um ihn herum vorging.
Terry war da. Er hörte seine schnarrende Stimme noch bevor er ihn sah.
„Wir haben ihn und seinen Kumpel verfolgt,“ schilderte Terry gerade.
„Nur der eine ist hier rausgekrochen gekommen.“
„Scheiße… dann ist der andere entkommen!“
„Ach, den kriegen wir später auch noch. Das gesamte Gebiet ist abgeriegelt. Eine Hundertschaft ist hier und eine weitere steht bereit. Für alle Fälle,“ erklärte der Major großspurig.
„Vielleicht weiß der ja was,“ mutmaßte Terry. Dann trat er Dave kräftig in die Seite, so dass dieser schmerzerfüllt aufschrie. „Wo ist dein Niggerkumpel?“
„Keine Ahnung,“ beteuerte Dave.
„Ach Scheiße, das sollen wir dir glauben?“ Ein weiterer Tritt, während Dave eine Schutzhaltung einnahm, wie sie es bei den Pfadfindern gelernt hatten. Falls sie Bären begegneten.
„Ich… weiß es doch nicht...“
„Das prügeln wir schon noch aus dir raus,“ schrie Terry aufgebracht und dann prasselten von allen Seiten Schläge und Tritte auf Dave ein.
Eine Salve aus einem Sturmgewehr bellte auf. Die Tritte hörten abrupt auf, so dass Dave nach Luft schnappen konnte. „Hört damit auf!“ Wieder der Major. „Das bringt doch nix, wenn er nicht mehr reden kann. Ich hab ne andere Idee. Verschnürt ihn und ladet ihn auf den Pickup.“

Wenig später war Dave wie ein Paket an Händen und Füßen verschnürt. Man hatte ihm einen Knebel in den Mund gezwungen und dann auf die Ladefläche eines Pickup geworfen. Jetzt hockte Terry in seinem Sichtfeld, der ihn immer noch hämisch angrinste.
„Weißt du, was wir jetzt mit dir machen, Arschloch?“
Dave starrte Terry nur hasserfüllt an.
„Wir bringen dich zu unserem Hauptquartier. Und dann werden wir dich ganz langsam zu Tode foltern. Es sei denn, du sagst uns, was wir wissen wollen. Dann geht es schneller. Wir sind ja keine Unmenschen...“ Er lachte laut über seinen Witz, während einer der anderen Männer einstimmte.

Plötzlich gab es einen lauten Knall und der Wagen kam ins Schlingern, als beide Vorderreifen fast gleichzeitig zerplatzten. Terry wurde an die Rückwand der Fahrerkabine geworfen, während Dave zur Seite geschleudert wurde. Dabei fegte er einem der Männer die Beine weg, was ein lautes Knacken zur Folge hatte. Eines seiner Beine stand danach in einem unnatürlichen Winkel ab und der Mann schrie auf vor Schmerzen.
Schüsse fielen, sowohl aus Pistolen als auch aus halbautomatischen Waffen. Dave machte sich so klein wie möglich und versuchte, unter eine der beiden seitlich an der Ladefläche angebauten Sitzbänke zu kriechen. Männer schrien auf. Terry schoss erst wild nach links, über den Kopf von Dave hinweg, um es sich dann anders zu überlegen.
„Planänderung, Arschloch… du wirst jetzt gleich dran glauben müssen.“ Damit drückte Terry den Lauf seines Sturmgewehrs in den Nacken. „Noch einen letzten Wunsch?“ fragte er, als er die Waffe hörbar entsicherte.
Ein Schuss fiel. Danach war alles still. Terry schaute hasserfüllt auf Dave herab. Dann wurde sein Blick glasig. Das Sturmgewehr fiel ihm aus der Hand und er ging laut krachend zu Boden.

Dave wartete ab. Stimmen näherten sich. Er beschloss, erstmal so zu tun, als sei er nicht mehr am Leben. Nur nicht auffallen.
Eine Person betrat den Pickup. Wieder schwere Schritte. Stiefel.
„Und?“ wurde von unten gefragt.
„Vier Leute.“
„Überlebende?“
Beredtes Schweigen war die Antwort. Dann spürte Dave eine Hand an seiner Schulter. „Hier ist einer von uns,“ erklärte die Stimme über ihm. Dave wurde auf den Rücken gedreht, blinzelte. „Er lebt! Ruf einen Sani!“
Die nächsten Momente waren von Hektik geprägt. Er spürte, wie seine Wunde behandelt wurde. Und bekam einige Gesprächsfetzen mit.
„Die Paramilitärs sind hier auf dem Rückzug. Aber sie scheinen sich östlich zu sammeln.“
„Wieviele?“
„Keine Ahnung, wohl um die zweihundert Mann.“
„Unglaublich. Wie konnten die unbemerkt so viele Leute rekrutieren?“
„Unbemerkt war es nicht. Nur hatte es manche nicht wirklich interessiert.“
„Scheiß Südstaaten!“
„Hey!“
„Du weißt, wie ich das meine...“
„Ja… wenn Gouverneur und Polizei auf dem rechten Auge blind sind...“
„Es sind ja nicht alle.“
„Aber zu viele.“
„Ich hab gehört, die wollen die Nationalgarde einsetzen.“
„Wenn die mal nicht auch unterwandert ist.“
„Meinst du?“
„Wundern würds mich nicht.“
„Nein, nicht wirklich...“
„Die müssen das schon lange geplant haben für den Fall der Niederlage bei der Wahl.“
„Glaubst du, dass er auch…? Also der Präsident?“
„Wiegesagt, wundern würds mich nicht...“

Schließlich lag Dave auf einer Trage und wurde von einem Sanitäter verarztet. Dann spürte er eine Hand auf seinem Unterarm.
„Hey Mann… gut, dass du es geschafft hast.“ Tysons Stimme. Dave öffnete die Augen und lächelte. Erleichtert. Erschöpft. Und das erste Mal, seitdem er aus der Wohnung geflohen war.
„Hier möchte dich jemand sprechen.“
Tyson hielt ihm sein Telefon ans Ohr. Jodies Stimme. „Hey Schatz… wie gehts Dir?“
Jetzt wusste Dave, dass es aufwärts gehen würde...
 
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10.07.2020
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Hallo @kastli,

willkommen im Forum! Du machst ja gleich mal einen ordentlichen Aufschlag!

Ich habe deine Story gerne gelesen. Sie ist gut geschrieben und das Szenario ist natürlich unangenehm nah.

Sehr gut finde ich deine Schreibe und deinen Erzählstil. Du hast einen klaren Fokus, deine Sprache ist effizient, das Tempo ist hoch. Sprachlich sind ein paar unschöne Stellen drin, aber nichts, was mich rausgeworfen hätte. Dramaturgisch finde ich den Text gut — bin allerdings an dem Terry-Subplot hängengeblieben. Ich bin da vielleicht über-pingelig, aber ich finde es einfach nicht realistisch, dass ausgerechnet der Ex der Freundin zur Stelle ist, um Jagd auf den Protagonisten zu machen. Das ist mehr Suspension of Disbelief, als ich zu leisten imstande bin. Und das Ende, Terrys Tod, das ist schon arg Deus ex Machina. Aber auch hier gilt: Wenn du dir dessen bewusst bist, ist es okay. Das sind halt Stellen, an denen das Plot-Gerüst stärker durchscheint.

Ein Problem habe ich aber mit dem Text: Das Szenario. Du machst mögliche zivile Unruhen (bzw. einen beginnenden Bürgerkrieg) zur Kulisse für eine schnelle, unterhaltsame Actiongeschichte. Das ist legitim: Wenn du das genau so möchtest, dann ist das okay. Aaaaaber ... das Thema ist so brisant, so tief, so aktuell, dass es - finde ich - nach mehr Facetten schreit. Bitte versteh‘ mich richtig: Es geht mir nicht darum, wie du die aktuelle Situation in den USA interpretierst, sondern darum, dass du es eigentlich nicht tust. Die Geschichte würde sich nicht wesentlich verändern, wenn statt eines White-Supremacy-Mobs irgendwelche Zombies in den Straßen unterwegs wären — aber das sollte sie, denke ich.

Okay, das war lang und verschwurbelt, hier die Kurzfassung: Ich habe die Story gerne gelesen, sie hat Drive, ist gut geschrieben — aber aus dem Szenario darfst du mehr machen. Mehr Kontroverse wagen, sozusagen. ;)

Freut sich darauf, mehr von dir zu lesen:

Christophe
 
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11.11.2019
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Hey @kastli

Du schreibst sehr solide, es fließt dahin, der Stil gefällt mir sehr gut.

Deine Geschichte habe ich mit mäßigem Interesse gelesen, bald hatte ich eine Idee, wo es hinführt und bis zum Ende wurde meine anfängliche Vermutung nicht widerlegt.
Dein Text ist oft sehr beschreibend. Eine Inneneinsicht des Protas hat mir meist gefehlt:

In Todesangst versuchte Dave sich zu befreien, doch er konnte sich nicht bewegen. Das Rauschen des Blutes in seinem Kopf nahm ihm jegliche Orientierung und er bereitete sich darauf vor, hier in dieser absurden Szene mitten auf der Straße zu sterben.
Von Todesangst spüre ich hier wenig. "... er bereitete sich darauf vor, hier in dieser absurden Szene mitten auf der Straße zu sterben" das kommt mir doch sehr distanziert-beschreibend rüber.

Manche Passagen erinnern stark an Hollywood, wie die zB, hab das Gefühl, sowas Ähnliches sehe ich fast in jedem zweiten Actionfilm:
„Planänderung, Arschloch… du wirst jetzt gleich dran glauben müssen.“ Damit drückte Terry den Lauf seines Sturmgewehrs in den Nacken. „Noch einen letzten Wunsch?“ fragte er, als er die Waffe hörbar entsicherte.
Ein Schuss fiel. Danach war alles still. Terry schaute hasserfüllt auf Dave herab. Dann wurde sein Blick glasig. Das Sturmgewehr fiel ihm aus der Hand und er ging laut krachend zu Boden.
Noch ein leises Wort zur politischen Dimension: Klar, das Thema ist hochbrisant und wir können nur hoffen, dass es nicht Realität wird. Aber so wie Du es angehst, ist es mir für eine Kurzgeschichte zu wenig, zu wenig differenziert, das wurde oben schon angesprochen. Das Setting Deiner Geschichte ist (leider) nicht besonders "überraschend": Schwarzer wird von weißem Mob gejagt. Erzählt wird aus der Perspektive des Gejagten. Mich persönlich würde allerdings Terrys Perspektive fast mehr interessieren: Warum macht er das? Oder wenn Du es politisch sehen willst: Warum wählt er Trump? (Wobei das eine mit dem anderen natürlich nicht zusammenhängt.) Das wäre für mich eher interessant, sage ich mal. Aber Terry wird nur sehr schemenhaft, fast klischeehaft gezeichnet. Von ihm, seinen politische Beweggründen, seiner Persönlichkeit, erfahre ich kaum etwas.
Soviel zum Politischen und damit lasse ich es auch schon wieder gut sein.

So, nach diesem Exkurs - was ist mir noch aufgefallen:
Aufstehen, Kaffeemaschine anstellen, die Nachrichten vom Smartphone abrufen und unter die dusche gehen.
All das machte er routinemäßig unter der dusche.
Dusche groß, ist seltsamerweise ein paar Mal falsch.

„Terry und seine Kumpane[ ]… sie sind wie irre. Sie machen Jagd auf alles, was nicht zu ihnen gehört.“
Abstand vor den Punkten

„Nachdem sich die Wahlparties in einigen Regionen aufgelöst hatten, begannen Mobs durch die Straßen zu ziehen, die offensichtlich unzufrieden mit dem Ausgang der Wahl waren. Geschäfte wurden geplündert, Passanten angegriffen und es kam offenbar auch zu Jagdszenen in Vierteln mit einem hohen Anteil an Schwarzen oder Hispanics.
offensichtlich, offenbar - brauchst man die Wörter?


Benarichtigungstöne
Dann wieder Terrys Stimmt.
wohl Stimme

Früher hatte er oft die Comics der Hero Turtles gelesen und hielt das Leben in der Kanalisation für etwas abenteuerliches und romantisches
etwas Abenteuerliches und Romantisches.

„Ich will… nach hause,“ stammelte Dave bemüht, deutlicher zu reden.
nach Hause oder nachhause.


„Vielleicht weiß der ja was,“ mutmaßte Terry.
Anführungszeichen, dann Beistrich.

So, ich hoffe, ich bin nicht zu hart mit Dir ins Gericht gegangen. Du schreibst schon sehr gut. Der Plot war nicht so meins, aber ist halt meine persönliche Meinung und als solche solltest Du sie auch verstehen.

Servus,
Walterbalter
 
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20.08.2019
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132
Hallo @kastli

ich habe eben Deine Geschichte gelesen und sie gefällt mir gut. Der Einstieg ist ein wenig träge, aber dann nimmt die Story Fahrt auf. Du hast Dich für ein aktuelles und brisantes Thema entschieden, was ich sehr mutig finde. Du schreibst sehr bildhaft, ich hab Kopfkino beim Lesen. Hier und da könntest Du ein wenig kürzer/ knapper schreiben, um die Spannung zu erhöhen. Ich fühle mit den Protagonisten mit und das Ende gefällt mir sehr gut.

Hier ein paar Dinge, die mir aufgefallen sind. Ich hoffe, die Anmerkungen sind hilfreich.

Zitat Kastli: Aufstehen, Kaffeemaschine anstellen, die Nachrichten vom Smartphone abrufen und unter die dusche gehen.
..unter die Dusche…

Zitat Kastli: All das machte er routinemäßig unter der dusche.
Vorschlag: All das erledigte er unter der Dusche (das mit der Routine hattest Du schon klargemacht).

Zitat Kastli: Man konnte recht gut erkennen, welchem Lager die jeweilgen Urheber der Nachrichten angehörten.
…jeweiligen…

Zitat Kastli: „Was… was ist los?“ Trotz der dusche war Daves Gehirn noch nicht im Betriebszustand.
Vorschlag: „Was … was ist los?“ Sein Gehirn war noch nicht im Betriebszustand. (ich würde hier nicht schon wieder die Dusche erwähnen).

Zitat Kastli: „Nachdem sich die Wahlparties in einigen Regionen aufgelöst hatten, begannen Mobs durch die Straßen zu ziehen, die offensichtlich unzufrieden mit dem Ausgang der Wahl waren.
Klingt holprig.
Vorschlag. „Nachdem sich die Wahlparties in einigen Regionen aufgelöst hatten, begannen die Mobs durch die Straßen zu ziehen. Offensichtlich waren sie mit dem Ausgang der Wahl unzufrieden.


Zitat Kastli: Geschäfte wurden geplündert, Passanten angegriffen und es kam offenbar auch zu Jagdszenen in Vierteln mit einem hohen Anteil an Schwarzen oder Hispanics.
…“offenbar“ könntest Du streichen

Zitat Kastli: „Kommt raus, ihr zwei Ratten… dann töten wir euch nicht.“ Die Stimme war gehässig und voller Falschheit und Verschlagenheit.
…könntest Du streichen, wird aus dem Kontext klar…

Zitat Kastli: Dave stöhnte unwillkürlich auf und Tyson ist sofort bei ihm. „Verdammt… du blutest ja!“
Zeitfehler
….war sofort bei ihm…


Zitat Kastli: „Wir habens gleich geschafft!“ Tyson klang ungeduldig.
„Ich… schaffs nicht.“ Dave war niedergeschlagen. „Mein Bein… ich kann es nicht belasten...“
„Scheiße… kommt, ich stütze dich!“
„Dann schaffen wir es beide nicht!“
Wortwiederholung
Vorschlag: „Ich … ich kann nicht mehr“, erwiderte Dave niedergeschlagen. „Mein…“
„Dann haben wir beide keine Chance.“

Zitat Kastli: Als sich die vier bewaffneten Männer erschrocken umdrehten, einer von ihnen schoss sogar eine Salve in Richtung des Knalls, entwischte Tyson durch einen weiteren Hinterhof und Dave kletterte in den Kanalisationsschacht hinab.
Das klingt holprig.
Vorschlag: Die vier Bewaffneten drehten sich erschrocken um. Einer schoss eine Salve in Richtung des Knalls. Tyson nutzte das Chaos, entwischte durch einen weiteren Hinterhof, während Dave eilig in den Kanalisationsschacht hinabkletterte.


Zitat Kastli: Oben von der Straße kamen jetzt die Geräusche von mehr als nur vier Paar Füße. Und Dave erkannte die Stimme von Terry. „Irgendwo muss der verdammte Nigger doch sein...“
„Der hat doch die Hosen gestrichen voll.“
„Du hast ihn doch getroffen. Vielleicht ist er schon verblutet?“
Wortwiederholung. Kannst Du alles streichen.

Zitat Kastli: Dann wieder Terrys Stimmt.
…Stimme…

Zitat Kastli: Dave atmete gerade auf, als plötzlich und unwirklich laut sein Smartphone ansprang. Es hatte wohl wieder Netzempfang und nun erklangen in kurzer Reihenfolge die Benarichtigungstöne. Und ein Klingeln. Jodie.
Benachrichtigungstöne

Zitat Kastli: Früher hatte er oft die Comics der Hero Turtles gelesen und hielt das Leben in der Kanalisation für etwas abenteuerliches und romantisches.
Etwas Abenteuerliches und Romantisches.

Zitat Kastli: Er wagte nicht stehenzubleiben und sich zu orientieren, um nicht erwischt zu werden.
Holprig. Um die Spannung zu erhöhen, wären kürzere/ knappere Sätze gut.
Vorschlag: Er wagte es nicht, stehenzubleiben. Sie durften ihn nicht erwischen.


Zitat Kastli: Doch er hatte Glück.
Er hatte Glück (doch ist ein unnötiges Füllwort)

Zitat Kastli: Und alle trugen sie das gleiche Abzeichen, das er schon vorher aus der Ferne gesehen hatte. Jetzt konnte er es deutlicher sehen.
Wortwiederholung.
Vorschlag: Jetzt konnte er es deutlicher erkennen.


Zitat Kastli: Der Major schlug ihm brutal auf den Mund. „Lügner. Da kannst du doch gar nicht wohnen. Du kommst bestimmt aus Afrika… Niggerschwein.“
„Doch“ scheint eines deiner Lieblingswörter zu sein. Auch hier kann es raus.

Zitat Kastli: Ein weiterer Tritt, während Dave eine Schutzhaltung einnahm, wie sie es bei den Pfadfindern gelernt hatten. Falls sie Bären begegneten.
Holprig.
Vorschlag: Ein weiterer Tritt. Dave krümmte sich, nahm eine Schutzhaltung ein, wie er es bei den Pfadfindern gelernt hatte.


Zitat Kastli: „Ich… weiß es doch nicht...“
…“doch“ streichen

Zitat Kastli: Die Tritte hörten abrupt auf, so dass Dave nach Luft schnappen konnte. „Hört damit auf!“
Wortwiederholung.
Vorschlag. „Stopp! Lasst ihn in Ruhe.“


Zitat Kastli: Wenig später war Dave wie ein Paket an Händen und Füßen verschnürt. Man hatte ihm einen Knebel in den Mund gezwungen und dann auf die Ladefläche eines Pickup geworfen.
…und ihn dann auf….

Zitat Kastli: Schüsse fielen, sowohl aus Pistolen als auch aus halbautomatischen Waffen.
Mir würde es reichen, wenn Du schreibst. „Schüsse fielen“.

Zitat Kastli: „Planänderung, Arschloch… du wirst jetzt gleich dran glauben müssen.“ Damit drückte Terry den Lauf seines Sturmgewehrs in den Nacken.
…Damit drückte Terry ihm den Lauf…

Zitat Kastli: „Unbemerkt war es nicht. Nur hatte es manche nicht wirklich interessiert.“
Nur hat es…

Zitat Kastli: Tyson hielt ihm sein Telefon ans Ohr. Jodies Stimme. „Hey Schatz… wie gehts Dir?“
Jetzt wusste Dave, dass es aufwärts gehen würde...
Wortwiederholung.
Vorschlag: „Hey Schatz. Alles ok?“

LG Silvita
 

AWM

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Hallo @kastli ich rate dir, die Geschichte noch einmal auf Fehler durchzugehen. Da sind sehr viele drin. Merke unten ein paar an, aber nicht alle. Ansonsten ist mir deine Geschichte – Achtung Wortspiel – zu schwarzweiß. F. Scott Fitzgerald: "Fangen Sie mit einem Individuum an und sie werden feststellen, dass Sie einen Typus erschaffen haben. Fangen Sie mit einem Typus an und Sie werden feststellen, dass Sie nichts erschaffen haben." Man kann meiner Meinung nach mit Stereotypen arbeiten, wenn man das irgendwie ironisch bricht oder satirische Elemente drin hat. Das hast du nicht. Das ist bierernst. Gute Literatur versucht auch, die Motive des Antagonisten verständlich zu machen und ihm Tiefe zu geben. Das versuchst du nicht. Und das bei einem Thema, in dem so viel drinstecken würde und das eben nicht so plakativ behandelt werden sollte, wenn man es ernst meint. Persönlich stört mich diese Plakativität auch politisch, weil es zur Zeit nicht ohne den Hintergrund der BLM-Proteste gesehen werden kann. Du hast auch diese Knie-Stelle drin, die Bezug auf Floyd nimmt. Die „Proteste“ sollen bisher rund 30 Leben gekostet haben. Geschäfte werden niedergefackelt und geplündert. Es wird Jagd auf Menschen gemacht. Gestern hat ein 17-Jähriger zwei BLM-Leute erschossen. Er sei aus einem anderen Bundesstaat nach Wisconsin mit einer Waffe gegangen, um Geschäfte vor Randalen zu schützen. Videos zeigen, wie ein Mob ihn verfolgt und ihn am Boden tritt und mit einem Skateboard schlägt. Die Linken machen aus ihm einen Rassisten, der auf friedliche Protestler geschossen hat. Die Rechten einen Helden und Unschuldslamm. Gute Literatur interessiert sich für die Wahrheit und die liegt meist dazwischen.

Als immer mehr Staaten in blau erschienen waren
in Blau
Da hatte die Kampagne des amtierenden Präsidenten doch nicht mehr so viele Wähler in den umkämpften Staaten dazu bewegen können, ihn zu wählen. Erfreulicherweise.
Wieso sagst du nicht einfach Trump?
Seine Routine am Mittwoch Morgen
Mittwochmorgen
war die Übliche
übliche klein, weil es sich auf Routine bezieht. Und es stimmt ja nicht: Seine übliche Routine wird gebrochen, weil sein Akku leer ist.
unter die dusche gehen
Dusche schreibst du seltsamerweise immer klein.
aber hatte es ihm bisher nicht abgewöhnen können
bisher" ist unnötig.
Keine zehn Minuten später trat er erfrischt vor den großen Spiegel, schnitt einige Grimassen und beschloss, dass es reichen musste, um dem Tag entgegenzutreten.
Was musste reichen? Dass er Grimassen schneidet? Worauf bezieht sich das und warum kann man danach dem Tag entgegentreten.
In T-Shirt und Boxershorts ging er dann in die kleine Pantry-Küche neben dem Wohnzimmer und schenkte sich eine Tasse Kaffee ein.
"Dann" streichen.
Als er die Tasse ansetzte, um den ersten Schluck zu trinken, blickte er überrascht auf, als sich sein Smartphone lautstark meldete und den Eingang zahlreicher Nachrichten und Telefonate anzeigte.
Furchtbarer Satz. Als, als. Mache lieber kürzere Sätze.
Er erkannte die Panik in ihrer Stimme und merkte, wie auch sein Herzschlag schneller wurde.
"Auch" streichen.
Es war sein und Jodies drittes Date gewesen.
Klingt hässlich. Es war sein drittes Date mit Jodie gewesen.
Als Terry dann sah, dass Jodie nicht allein zum Auto ging, war er ausgerastet.
Dieser ganze Rückblick ist lazy. Das könntest du alles in deine Geschichte einweben, ohne diesen erzählenden Info-Dump-Block. Außerdem ist Terry einfach ein langweiliger Protagonist. Er ist das absolute Klischee. Dann baust du noch diese konstruierte Motivation ein, dass er sich rächen will an deinem Prota. Er ist ein Pappkamerad. Wenn du an diesem Rückblick festhältst, dann bleibe nicht im Plusquamperfekt, sondern wechsele nach ein zwei Sätzen ins Imperfekt.
Doch dann leuchtete einmal Blaulicht auf.
auf einmal?
Aber die Drohung in ihrer beider Richtung war offensichtlich gewesen.
Wieso erzählst du es dann? Kann weg. Ein guter Text zeigt dem Leser die Drohung und hat sowas nicht nötig.
Dann wurde ihm bewusst, was Jodie gemeint hatte.
Wieso erst da? Wird doch davor schon alles erzählt.
Kaum hatte Dave die Tür hinter sich zugezogen, als er bereits Lärm aus dem Treppenhaus hörte.
Das "als" muss weg. Es ist nicht gleichzeitig.
Die nächsten Augenblicke erlebte Dave als Aneinanderreihung von Bildern, Emotionen und Eindrücken.
Ja, wie es halt ist, wenn man existiert. Der Satz hat null Aussagekraft. Das Leben ist immer eine Aneinanderreihung solcher Dinge.
Zum ersten Mal konnte Dave erkennen, dass einzelne Personen des Mob eine Art Abzeichen trugen. Irgendwas mit weiß und rot und schwarz. Genauer wollte er es nicht studieren.
Des Mobs. Weiß, rot und schwarz ist da auch eine Nazi-Analogie zum Gähnen.
„Das ist… Verrat!“
„Ja...“ Tyson klang fast spöttisch.
„Da muss man doch was machen können!“
„Und was?“
„Na, die Polizei wird doch...“
„Das sind doch hauptsächlich Sympathisanten des abgewählten Präsidenten.“
Deine Dialoge wirken nicht echt. Versuche jedes Wort aus ihnen zu streichen, was du nicht brauchst. Dialoge sind auch nicht dazu da, reine Plotinformationen zu vermitteln, die du sonst nicht in der Geschichte unterbringst. Mit ihnen kann man die Figuren wunderbar charakterisieren. Das gelingt dir aber gar nicht. Alle Figuren bleiben extrem blass.
Als die Erkenntnis allmählich durchsickerte, erschrak er sichtlich.
Perspektivenfehler mit dem sichtlich. Du schreibst ja aus seiner Perspektive. Würde er denken: Ich bin sichtlich erschrocken? Nein. Du benutzt auch generell zu viele Adverbien.
Die erste Querung einer der größeren Straßen schafften sie unbemerkt, da sie sich hinter einem Truck, der mitten auf der Straße stehengelassen worden war, verbergen konnten.
Schachtelsatz.
Entschlossen warf er sich auf diesen, um ihn aus der Schussbahn zu bringen. Beide gingen hinter einem Container in Deckung. Wieder waren schwere Schritte zu hören, die sich vorsichtig und unerbittlich näherten.
Wenn man sich auf jemanden wirft, bringt man ihn nicht aus der Schussbahn. Man schützt einen anderen Körper mit dem eigenen. Du hast viele unpräzise Stellen drin.
Dave stöhnte unwillkürlich auf und Tyson ist sofort bei ihm.
Hier wechselst du auf einmal ins Präsens. Auch wieder Adverb: unwillkürlich.
wir es nicht mehr...“
Vor drei Punkte gehört ein Leerzeichen. Das hast du im gesamten Text falsch.
Dave war niedergeschlagen.
Unpassendes Wort in der Situation.
Jetzt wo das Adrenalin ein wenig sparsamer durch seine Adern strömte, wurde ihm bewusst, dass sein Oberschenkel getroffen war. Aber es war wohl nur ein Streifschuss, der ihn jedoch beim Klettern behinderte.
Das ist ihm doch schon vorher bewusst. Vor allem ist das so langweilig berichtend beschrieben. Er ist auf der FLucht. Es geht um Leben und Tod. Und dann "behindert ihn die Wunde jedoch beim Klettern."
von mehr als nur vier Paar Füße.
Füßen
„Ach quatsch, so schnell geht das nicht. Außerdem hab ich noch eine Rechnung mit ihm offen. Er hat mir Jodie ausgespannt.“
Auch das. Das ist reiner Infodump und zudem unnötig, weil du das davor schon in deinem Rückblick erzählt hast. Und: Würde so jemand reden? Er ist gerade auf Menschenjagd aber formuliert seine Motivation noch einmal so lustlos für seinen Freund, damit der Leser es auch ja checkt.
Dann wieder Terrys Stimmt
Stimme
witzelte er und lachte hämisch.
Doppelung. Adverb "hämisch".
Die Wunde pochte mittlerweile stärker und er band seinen Schal darum, um die Blutung wenigstens etwas zu stillen.
Wieso macht er das erst jetzt?
für etwas abenteuerliches und romantisches.
Abenteuerliches und Romantisches
gings um sein nacktes Leben.
ging´s oder ging es
Kurzum: Eine Sackgasse.
Nach Doppelpunkt klein, weil kein ganzer Satz kommt.
In Todesangst versuchte Dave sich zu befreien,
Todesangst: Das ist rein behauptet. Zeige deinen Lesern doch mal, wie sich das anfühlt, wenn jemand Todesangst hat, was das für Auswirkungen auf Gedanken und Körper hat.
schrie Terry aufgebracht
Adverb "aufgebracht" streichen .
Die nächsten Momente waren von Hektik geprägt.
Auch hier: Was ist das für ein Stil? Nüchterner kann man ja kaum schreiben. Das ist Beamtendeutsch.
Keine Ahnung, wohl um die zweihundert Mann.“
„Unglaublich. Wie konnten die unbemerkt so viele Leute rekrutieren?“
„Unbemerkt war es nicht. Nur hatte es manche nicht wirklich interessiert.“
„Scheiß Südstaaten!“
„Hey!“
„Du weißt, wie ich das meine...“
„Ja… wenn Gouverneur und Polizei auf dem rechten Auge blind sind...“
„Es sind ja nicht alle.“
„Aber zu viele.“
„Ich hab gehört, die wollen die Nationalgarde einsetzen.“
„Wenn die mal nicht auch unterwandert ist.“
„Meinst du?“
„Wundern würds mich nicht.“
„Nein, nicht wirklich...“
„Die müssen das schon lange geplant haben für den Fall der Niederlage bei der Wahl.“
„Glaubst du, dass er auch…? Also der Präsident?“
„Wiegesagt, wundern würds mich nicht...“
Auch hier viele Fehler drin. Und komplett unecht. Deine Figuren sind reine Verkünder von politischen Ansichten, die so undifferenziert sind, dass sie wie Karikaturen wirken.

Nix für mich
Gruß
AWM
 
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Der Anführer des Trupps baute sich vor ihm auf. „Was willst du hier, Nigger?“
Falls du nicht selbst schwarz oder Poc oder was auch immer sein solltest, liegt das Paradoxon darin, dass dich die woke Öffentlichkeit in den USA für diesen Satz schon gecancelt hätte.
 
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Danke für das Feedback und die Kritik. Ich habe mich über die Reaktionen zu meinem Text gefreut, auch wenn ich ein, zwei Mal habe schlucken müssen. Aber das gehört wohl dazu. ;)

Wann ich dazu komme, den Text zu überarbeiten, weiß ich noch nicht. Ich hoffe bis zum nächsten Wochenende. Und werde den überarbeiteten Text dann sicherlich auch hier einstellen.

Auf ein paar Kritikpunkte gehe ich jetzt ein. Die umfangreicheren Posts will ich mir erst einmal in Ruhe durchlesen.

Dramaturgisch finde ich den Text gut — bin allerdings an dem Terry-Subplot hängengeblieben. Ich bin da vielleicht über-pingelig, aber ich finde es einfach nicht realistisch, dass ausgerechnet der Ex der Freundin zur Stelle ist, um Jagd auf den Protagonisten zu machen. Das ist mehr Suspension of Disbelief, als ich zu leisten imstande bin. Und das Ende, Terrys Tod, das ist schon arg Deus ex Machina. Aber auch hier gilt: Wenn du dir dessen bewusst bist, ist es okay. Das sind halt Stellen, an denen das Plot-Gerüst stärker durchscheint.
Danke für den Hinweis. Das werde ich bei der Überarbeitung definitiv berücksichtigen. In meinem Plot-Hintergrund-Gedankenkonstrukt macht das durchaus Sinn, nur sollte ich das dann auch in dem Text für den Leser hinreichend darstellen.

Zu den Anmerkungen wegen grammatikalischer und orthographischer Fehler: Danke dafür. Manches war dem Umstand geschuldet, dass ich nicht mehr komplett drübergelesen habe und vermutlich auch einige Dinge einfach übersehen habe. Andere Tücken der deutschen Sprache hatte ich bislang noch nie wirklich beachtet (beispielsweise "nach Hause" / "nach hause" / "nachhause"). Ich gelobe Besserung.

Der Anführer des Trupps baute sich vor ihm auf. „Was willst du hier, Nigger?“
Falls du nicht selbst schwarz oder Poc oder was auch immer sein solltest, liegt das Paradoxon darin, dass dich die woke Öffentlichkeit in den USA für diesen Satz schon gecancelt hätte.
Das ist mir in der Tat bewusst. Nur wäre in diesem Zusammenhang eine andere Ausdrucksweise nur bedingt nachvollziehbar gewesen denke ich. Wenn sich die Milizionäre politically correct ausdrücken, wirkt das doch ein wenig unglaubwürdig.
Für einen Vorschlag, wie man in diesem Kontext eine (auch) rassistisch beleidigende, herabwürdigende Anrede benutzt, ohne gleich auf dem Index zu landen, wäre ich dankbar.

Noch etwas Grundsätzliches:
Ja, das Thema ist derzeit hochaktuell und auch recht brisant. Und es beschäftigt mich nicht zuletzt seit den Black-Lives-Matter-Demos in Minneapolis. Es gab glaubwürdige Berichte, dass Milizen rechter Gruppen dorthin entsendet wurden, um vordergründig friedlich zu demonstrieren. Allerdings sei eine Eskalation in der Rechnung der Milizen durchaus eingeplant gewesen. Nicht umsonst sind sie mit die besten Kunden der Waffenhändler.
Wie realistisch ein solches Szenario ist, also bewaffnete, gut organisierte Milizen und paramilitärische Organisationen in den Straßen US-amerikanischer Großstädte, kann ich nur schwer einschätzen. Es gibt sie, überall im Land. Ihrer eigenen Ideologie folgend, verteidigen sie ihre Rechte und ihre Familien gegen eine Bedrohung von außen, wie auch immer diese gerade definiert wird, teilweise nicht unähnlich den Reichsbürgern in Deutschland. Und sie halten sich infolgedessen auch für berechtigt, gewaltsam diese ihnen von der Verfassung gewährleisteten Rechte zu verteidigen. Und nein, das ist nicht aus diversen Filmen und Serien entnommen, auch wenn dort diese Thematik durchaus häufig Berücksichtigung findet. Dazu gibt es ernstzunehmende Recherchen. Zum Einstieg (Achtung, Englisch!): Klick und Klick.
 
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26.12.2014
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405
Hi @kastli,

ich hoffe, ich bin nicht zu spät und kommentiere einen Text, den es in dieser Form bald nicht mehr gibt.
Du punktest mit Aktualität und hast da ein spannendes Thema, was macht die Rechte in Amerika in der Post-Trump-Ära.
Das entwickelst du ruppig und durchaus mit Tempo: Rassisten fackeln nicht lange und rufen zum Schwarzen-Progrom auf. Dennoch, und obwohl du leider nichts über Hintergründe erwähnst, halte ich das Szenario gar nicht für so undenkbar. Es wäre schön, wenn du noch etwas "Fleisch an den Knochen" hättest, so könntest du z.B. die allmähliche Radikalisierung an der Figur des Terry aufzeigen, etwa mit Rückblenden von Dave.

Ich bin versucht, dir vorzuwerfen, dass der Text etwas schwarz-weiß (sic!) daherkommt. Die Paramilitärs sind alle super hasserfüllt und machen keine Gefangenen. Andererseits, gerade durch diese radikale Beschränkung auf die Jagd fokussierst du dich.

Die Story braucht, um in die Gänge zu kommen, vielleicht kannst du am Anfang straffen. So könnten zum Beispiel Details über Terry auch im Laufe der Flucht einfließen, als Flashback zum Beispiel, wie schon erwähnt. Im Film "Terminator" wird das ja wunderschön durchgezogen, wo am Anfang überhaupt nichts erklärt wird und die Zuschauer erst im Laufe des Films mehr über die Hintergründe erfahren.

Gruß,
Manlio
 
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