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  • Macht bis zum 15.08.2020 mit bei der ersten jährlichen Sommer-Challenge für Kindergeschichten: Zielgruppe Krümel.

"Und ich kann ihr wieder nicht helfen"

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16.06.2020
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"Und ich kann ihr wieder nicht helfen"

Schließlich sind sie nach dem Feuerwehreinsatz mit aufräumen fertig und N. hat das Schlusswort gesprochen. Eine junge Frau stiefelt zur Umkleide.
"Jasmin?", sagt Sören., der gerade noch zwischen den Autos hervorkommt.
"Was denn?", fragt sie freundlich.
"Hast du etwas? Du lässt den Kopf heute so hängen", meint Sören.
"Nein alles ok- es ist nur gerade-", erklärt sie als sie von J. N unterbrochen werden. "Jasmin-", ruft Sören ihr nach als er merkt, dass sie sich in die Umkleide zurückziehen möchte.
Sie dreht sich um und fragt etwas angestrengt: "Was denn?"
"Wenn du reden möchtest, melde dich. Ich bin für dich da, oder du suchst dir jemanden von den anderen, wenn ich nicht der richtige bin", erklärt der 43-jährige ruhig aber mit angespanntem Gesichtsausdruck.
"Es geht schon. Aber danke für dein Angebot. Und keine Sorgen, ich würde schon auf dich zurückkommen. - Auf so viele von euch", erklärt Jasmin und zieht sich zum Umziehen zurück.

Lars, ein älterer Feuerwehrmann, hat die Unterredung aus etwas Entfernung mitbekommen. Sören hält einen Moment inne, schüttelt den Kopf und steht einen Moment mit gesenktem Blick dort. Lars kommt zu ihm, fast ihn an seiner rechten Schulter und stellt sich neben ihn.
"Heute macht sie mir nochmal Sorgen. Aber ich komme wieder nicht an sie ran", murmelt Sören.
"Mach dich nicht verrückt. Grundsätzlich hast du einen sehr guten Draht zu ihr gefunden. Sie vertraut dir sehr", erklärt Lars.
"Aber warum spricht sie dann nicht, wenn sie Probleme hat? Sie lässt doch heute schon wieder den Kopf so hängen und ich kann ihr wieder nicht helfen", grübelt Sören. "Gib ihr Zeit."
"Eben wollte sie glaube ich anfangen zu reden aber dann ist etwas dazwischengekommen", meint der jüngere.
"Vielleicht ist es auch etwas für einen ruhigeren Moment. Sie wird schon zu dir kommen. Glaub mir, sie vertraut dir sehr", erklärt Jens, der auch hinzugekommen ist.

"Wollen wir eigentlich noch was essen? Es steht ja noch alles oben", meint einer der anderen als Jasmin gerade aus der Tür der Umkleide kommt. Sie hält kurz inne, fasst ihren Bauch, senkt ihren Kopf und geht dann weiter zur Tür.
Lars geht zu ihr und sagt liebevoll: "So Mädchen, du kommst jetzt mal noch mit und isst mal noch was anständiges."
"Aber -", sagt sie.
"Mädchen bitte. Du kannst es nochmal gebrauchen. Und du schaust mir so aus als ob dich etwas bedrückt", überlegt der alte ruhig.
"Es geht schon. Lars bitte - ich muss noch was für die Arbeit für morgen machen", erklärt sie etwas bedrückt.
Lars guckt auf die Uhr und fragt: "Wann fängst du denn morgen an?"
"Um viertel vor sieben- ich habe Frühaufsicht", erklärt die junge Frau bedrückt.
"Mit anderen Worten, selbst wenn du dich jetzt ins Bett legen würdest, würdest du nur knapp fünf Stunden Schlaf kriegen."
"Ja- eigentlich ja noch weniger, weil ich noch was erledigen muss", erklärt Jasmin.
"Mädchen das geht so nicht. Du bist schon erschöpft, weil du gerade mit Atemschutz gelaufen bist; heute sogar lange. Dein Körper braucht Erholung. Und du hast von jetzt auch keine 10 Stunden Ruhezeit bis morgen früh viertel vor sieben", erklärt Lars.
"Ich weiß aber was soll ich denn machen? So schnell finden die morgen früh keine Vertretung für mich. Das geht schon. Es ist ja schon öfters passiert", murmelt sie.
Ihr Magen knurrt.
"Da müssen wir uns mal was einfallen lassen. Hast du heut über Tag anständig gegessen?", will Lars wissen.
Sie schüttelt den Kopf. Er seufzt. "Ich habe es heute irgendwie vergessen. Ich habe nur mal Kleinigkeiten zwischendrin gegessen", murmelt die 26 jährige.
"Vielleicht wäre es doch gut, wenn ich mal noch etwas mit euch esse. Die Klausuren können mal noch warten", erklärt Jasmin.
"Dann setz dich morgen über Tag aber mal auf rot in der App. Du musst dich erholen."
"Jaja- ich muss mich vor allem noch beim Sören entschuldigen. Ich habe ihn eben ein bischen im Regen stehen lassen", erkennt Jasmin.
"Er merkt auch, dass du dich ihm entziehst. Er sorgt sich um dich. Er glaubt es liegt an ihm, und dass er was falsch gemacht haben könnte."
"Das hat er nicht. Im Gegenteil. Ich gehe eigentlich viel zu oft zu ihm wegen nichts. Aber es tut einfach immer so gut, mit ihm zu sprechen. Aber ich muss mich mal zurück halten", erklärt die junge Lehrerin.
"Dir geht es im Moment wieder nicht gut mit etwas. Sprich mit ihm, wenn du dich dazu bereit fühlst. Er hat immer ein offenes Ohr für dich. Wir alle", erklärt der alte.
"Ich gucke mal. Es muss vielleicht ja nicht heute sein."
"Dann geh erstmal was essen", meint Lars.

Ein paar Tage später hat sie das Ergebnis von ihrem Frauenarzt bekommen. Später am Tag haben sie noch Übungsabend von der Feuerwehr.
"Mein Gott, heute lässt sie nochmal so extrem denn Kopf hängen- wenn sie doch reden würde", murmelt Lars leise.
"Ich komme nicht an sie ran im Moment. Du hast es am Freitag letzte Woche geschafft und einen Draht zu ihr gefunden", meint Sören ebenso besorgt. 
"Lass es uns doch mal zusammen versuchen und sie mit zum Funkraum nehmen. Vielleicht schaffen wir es zusammen", meint Lars.
Sören stimmt dem zu und sie geht wenn auch widerwillig mit ihnen.
"Mädchen du siehst wirklich elendig aus- was ist mit dir, dass du schon wieder den Kopf so hängen lässt?", will Sören wissen. "Es geht schon- ich habe nur schlecht geschlafen und viel an der Arbeit zu tun."
"Dein Gesicht sieht schmaler aus als sonst. Mädchen, sprich doch mit uns- wir machen uns Sorgen um dich", erklärt der andere.
"Das sollt ihr nicht Lars. Ich kann euch nicht immer belasten mit meinen Problemen", meint Jasmin.
"Ach mach dir da keinen Kopf drum. Dich bedrückt doch was- und man sieht es dir so deutlich an", meint der 43-jährige.
Jasmin seufzt und nimmt den Kopf auf die Brust. "Ich war heute Nachmittag beim Arzt-", sagt sie.
"Und was sagt er?", fragt Lars geduldig.
"Ich - ich habe- Ich habe Krebs."
"Krebs?", fragt Sören schockiert.
Sie nickt und sagt: "Ja. Brustkrebs. Ich war vor knapp drei Wochen bei meinem Hausarzt. Der muss wohl was in meinen Blutwerten gesehen haben. Dann hat er mich zum Frauenarzt geschickt. Heute kam von ihm dann das Ergebnis", erklärt Jasmin gefasst.
"Scheiße, und jetzt?", überlegt Sören.
"Das soll ich morgen mit dem Arzt besprechen. Vielleicht reicht Chemo oder Bestrahlung", meint sie.
"Mein Gott Mädchen warum sagst du denn nichts bei dem was du schon alles durchgemacht hast", fragt Sören.
"Ich möchte dich nicht immer belasten und ich wollte erstmal wissen was Phase ist, bevor ich nur so halbgares Zeug erzähle", meint sie bedrückt.
"Am liebsten würde ich dich mal in den Arm nehmen. Ich weiß nicht was ich sagen soll", meint der eine. "Dann komm Sören", sagt sie und umarmt ihn herzlich. "Komm Lars - Du auch", sagt sie und umarmt beide gleichzeitig. "Ich habe so Angst, ich habe unfassbare Angst", sagt sie mit Tränen in den Augen. "Du musst morgen hören was der Arzt dir sagt", meint Lars. "Ich weiß doch gar nicht wie es weiter geht- ich will nicht sterben. Und ich möchte doch bei euch weiter mitmachen und den Kindern noch was beibringen", erklärt Jasmin. "Wenn es dir hilft kann ich morgen mit dir kommen", meint Sören liebevoll. "Ja das wäre lieb", sagt sie. "Und ich spreche in der Zeit mit Dietmar und dem Jens wenn es für dich okay ist", erklärt L. "Ich weiß gar nicht was ich sagen soll. Ihr seid eben die beste Familie die es gibt", sagt sie überwältigt.
 
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Wortkrieger-Team
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Hallo @Lennja112

herzlich willkommen bei uns!

Momentan ist es noch ziemlich anstrengend deine Geschichte zu lesen. Üblicherweise beginnt man eine neue Zeile, wenn der Sprecher oder der Handelnde wechseln.

Schließlich sind sie nach dem Feuerwehreinsatz mit aufräumen fertig und N. hat das Schlusswort gesprochen. Eine junge Frau stiefelt zur Umkleide.
"Jasmin?", sagt S., der gerade noch zwischen den Autos hervorkommt.
"Was denn?", fragt sie freundlich.
"Hast du etwas? Du lässt den Kopf heute so hängen", meint S.
"Nein alles ok- es ist nur gerade-", erklärt sie als sie von J. N unterbrochen werden.
"Jasmin-", ruft S. sie nochmal als er merkt, dass sie sich zurückziehen möchte.

So ungefähr. Das macht es für den Leser übersichtlicher.

Warum haben eigentlich nicht alle Personen einen vollständigen Namen? Das empfinde ich als unpersönlich und es fällt mir schwer, mir die verschiedenen Personen zu merken.

Deine Geschichte besteht hauptsächlich aus Dialog. Ich fände es schön auch etwas mehr von der Umgebung und den Personen mitzubekommen, vielleicht hast du ja Lust das noch etwas auszubauen.

Viel Spaß bei uns und liebe Grüße,
Nichtgeburtstagskind
 
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16.06.2020
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Danke @Nichtgeburtstagskind für dein Feedback. Ich habe zumindest schon mal versucht den Text übersichtlicher zu gestalten.

Meinst du mit Umgebung der Personen eher so ein Einblick wie sie in dem normalen Leben agieren oder eher was sie im Feuerwehrhaus untereinander noch miteinander reden usw?
 
Wortkrieger-Team
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03.07.2017
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Hallo @Lennja112

Meinst du mit Umgebung der Personen eher so ein Einblick wie sie in dem normalen Leben agieren oder eher was sie im Feuerwehrhaus untereinander noch miteinander reden usw?
Beides. :) Kommt darauf an wie du deine Geschichte erzählen möchtest. Ich könnte mir vorstellen, dass es interessant wäre, mehr über Jasmin zu erfahren. Aber so bleibt geheimnissvoller, warum Jasmin sich solche Sorgen macht. Da könntest du vllt die Szenen noch ausbauen, in denen die Freunde überlegen wie sie ihr helfen können.

Ich gehe davon aus, dass du selbst bei der Feuerwehr bist oder dich zumindest etwas dort auskennst. Nutze dein Wissen! Schreibe nicht allgemein sondern explizit. Beispiel:
der gerade noch zwischen den Autos hervorkommt.
Was für Autos?

Später am Tag haben sie noch Übungsabend von der Feuerwehr.
Wie sieht so ein Übungsabend aus?

Überlege aber auch welche Informationen wichtig sind. Versuche Bilder im Kopf des Lesers entstehen zu lassen.
erklärt der 43-jährige
Das Alter ist hier nicht wichtig, vielleicht beschreibst du lieber ein besonderes Merkmal von ihm.

Den Einstieg finde ich auch noch nicht so gelungen. Der erste Satz ist ja der wichtigste!

Schließlich sind sie nach dem Feuerwehreinsatz mit aufräumen fertig und N. hat das Schlusswort gesprochen. Eine junge Frau stiefelt zur Umkleide.
"Jasmin?", sagt Sören., der gerade noch zwischen den Autos hervorkommt.
Warum steigst du gerade hier ein? Ist das der optimale Anfang? Der abgekürzte Name macht den Satz unpersönlich. Und warum sagst du „junge Frau“, wo es doch um Jasmin, die Protagonistin geht?

Die letzten Worte des Oberbrandmeisters schwebten noch in der Halle, als Jasmin von der Bank aufsprang und Richtung Umkleide stürmte.
Dieser Satz legt den Fokus klarer auf Jasmin, macht es dem Leser einfacher sich zu orientieren.

Schau dich gerne hier im Forum um, versuche auch andere Texte zu kommentieren, dabei lernt man eine Menge. :)

Liebe Grüße,
NGK
 

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