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  • Macht bis zum 15.08.2020 mit bei der ersten jährlichen Sommer-Challenge für Kindergeschichten: Zielgruppe Krümel.

Vielleicht hinter Aachen

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Vielleicht hinter Aachen

Es wird jetzt wieder kühler draußen, und ich mach ja immer schon mittags die Fenster in der Küche zu, weil man nie genau weiß, Platzregen, Gewitter, kann alles passieren, und die Küche liegt eben im Wind, da regnet es voll rein. Regnet ziemlich oft in der letzten Zeit, also mehr als früher, denk ich, und wenn, dann auch richtig heftig. Einmal hat es sogar gehagelt, das ist aber schon was her, vielleicht `n Jahr oder so?, ich weiß es nicht mehr genau, ich glaube, da war ich noch mit Louisa schwanger, also nicht länger als ein Jahr, aber ist eigentlich auch egal jetzt, jedenfalls - wie doch die Zeit vergeht, denke ich gerade … und Bernd ist unterwegs, hat er mir eben geschrieben, so hat er das geschrieben: bin unterwegs, kuss!, aber er schreibt ja immer so kurz, weil er eben schnell nach Hause will und weil er so ist, bisschen maulfaul, aber damit kann ich schon umgehen. Meistens kommt er so kurz nach Zehn, jetzt haben wir es gerade mal Acht, und ich wüsste gern, wo er ist, einfach um mich drauf einzustellen, vielleicht ist er schon kurz vor Aachen, aber nee, kann nicht sein, denn von Aachen bis hier ist es nur knapp `ne Stunde, glaub ich, das passt dann nicht, von der Zeit her. Bernd geht immer, wenn er ankommt, nach Louisa gucken, das ist das Erste, was er macht, der zieht sich die Jacke aus und geht sofort an ihr Bettchen, und dann steht er da und sagt nichts, der guckt nur, und dann, später, dann sagt er jedes Mal, dass sie wieder was größer geworden ist, und ich sage ihm, dass das gar nicht sein kann, in einer Woche kann man gar nicht so viel wachsen, aber Bernd meint, `s is‘ Blödsinn, was ich da erzähle, er sei ihr Vater und Väter können das. Und es ist ja so, dass ich Louisa jeden Tag sehe, also von morgens bis abends, und da fällt einem das nicht mehr so auf, wenn sie so wachsen. Nach dem es so gehagelt hatte, damals, letztes Jahr, da bin ich runter, die ganzen fünf Stockwerke, mit dem dicken Bauch und alles, weil ich unbedingt einen von diesen Klumpen haben wollte, die lagen ja überall, auf der Straße, auf den Autos, aber der Bernd hätte mir das nicht geglaubt, wie groß die waren, wenn ich nicht einen ins Eisfach gelegt hätte, die waren so groß wie Eier; Wahnsinn, meinte selbst der Bernd. Die arbeiten gerade in Belgien, schon seit paar Monaten, bauen da die Kühlanlage von `ner neuen Fabrik auf, und Bernd will ja Vorarbeiter werden, deswegen fährt er auf Montage, immer wenn’s geht, ist gut wegen der Zuschläge und der Spesen, das lohnt sich richtig, sagt er, ich weiß da nix drüber, über Geld und so, das regelt der Bernd, Mathe war nie meine Stärke. Kümmer‘ du dich mal um das Kind, sagt er, und das tue ich, und jetzt geht das ja auch, man gewöhnt sich dran, man gewöhnt sich ja an alles, aber eins sag ich, am Anfang, unter der Woche, ganz alleine, nur mit dem Kind, nur mit der Louisa, das ist manchmal schon nicht einfach, aber beschweren will ich mich nicht, das sagt Bernd auch immer wieder, beschwer dich mal nicht, denen auf der Winterberger, denen geht’s viel schlechter, die hab’n gar nix, die fressen am Monatsende Trockenbrot, und wir, wir wollen schließlich raus aus den Genossenschaftshäusern, weil es hier auch einfach zu viele Asis gibt mittlerweile, und Bernd sagt, so soll Louisa nicht aufwachsen, mit den ganzen Kanaken, und deswegen fährt er auch so viel auf Montage, weil hier rauswollen, und weil der Chef da schon ganze genau hingeguckt, wer richtig arbeiten will und wer nicht, wer nur so tut … und ich meine, ich seh das ja, wie die da unten vor den Mülltonnen rumlungern, die Kanaken, die tun nie was, Arbeiten kennen die nicht, nur abkassieren, und denen ihre Kinder, die glotzen einen immer so an, das kann ich gar nicht sagen, wie das ist, wie man sich da fühlt, das kann ich gar nicht sagen, ekelhaft, und so soll das alles nicht werden, das man da Angst haben muss, ich meine, so ist das mit den Kindern, wenn du die alleine lässt, dann wird da eben auch nichts draus, das muss man sich schon gut überlegen, und die meisten hier haben ja nicht nur eins, die haben ja direkt `ne halbe Fußballmannschaft, da schmeißen die Frauen die hintereinander raus wie Maschinen, und deswegen sage ich auch immer, mit Kind, das muss man sich schon wirklich, wirklich gut überlegen, wie man das macht, wie das laufen soll, und der Bernd, ich will ihm ja nun wirklich nichts vorwerfen, um Gottes Willen, das nicht, aber der Bernd weiß nicht, wie das ist, wenn die Louisa schreit, wenn sie schreit, und nicht nur so ein bisschen, sondern so richtig, rund um die Uhr, immer und immer und immer, und wenn du sie gar nicht ruhig kriegst, keine Minute lang, da kriegst du schon deine Gedanken, und das hört nicht auf, weil manchmal, da ist es wirklich so, da bist du am Ende, richtig am Ende, da willst du … ich darf das ja gar nicht sagen, aber da willst du, dass dann Ruhe ist, so richtig Ruhe, dass du mal durchatmen kannst, das kann man sich nicht vorstellen, das kann auch der Bernd nicht, und ich sag ja auch nix, weil ich weiß, er geht arbeiten und verdient das Geld und alles, und ich bleib zuhause, und ich bleib gern zuhause, besser als irgendwo bei NETTO an der Kasse, wie früher, oder wieder Putzen, aber trotzdem, trotzdem, manchmal da ist das eben so … aber Bernd ist ja sicher schon bald zu Hause, der ist auf der Autobahn, irgendwo hinter Aachen wahrscheinlich, und der hat davon nix mitbekommen, und ich sitz hier und wart‘ auf ihn und … ich will mich nicht beschweren, wirklich nicht, wenn er kommt, dann wird alles gut, denn ich weiß ja der lässt mich nicht alleine, das weiß ich ja, der lässt mich nicht im Stich, auch wenn mir das alles manchmal zu viel wird, da gewöhn ich mich dran, da hab ich mich schon dran gewöhnt, ich brauchte nur mal was Ruhe, dann geht es wieder, so wie jetzt, wo ich warte, jetzt ist es auch still, und ich steh auf dem Balkon und rauch eine Zigarette, ich steh einfach nur da und guck raus, ich lehn am Geländer und guck raus, und es ist still, und dann fängt es an zu regnen, und ich denk sofort an Bernd, weil der ja nicht so gerne im Regen fährt, und nachts auch nicht, aber er muss ja, er muss ja, und bestimmt ist er schon hinter Aachen, und wenn er kommt, dann mach ich ihm erstmal was zu essen, wenn er Hunger hat, also meistens hat er Hunger, Rühreier oder so, er mag ja auch so was wie Senfgurken und eingelegte Paprika, so Sachen, die ich selbst nie essen würde, aber der Bernd mag das eben, und das mit dem Regen ist schön, das mag ich, ich mag’s, wenn es auf die Dächer prasselt, das ist, als würde man gar nix anderes mehr hören können, da ist dann nur noch der Regen, wie so ein Rauschen wird das dann, aber richtig laut, so richtig, nur noch das Rauschen, und alles andere ist weg, und ich zieh an meiner Zigarette, und mein Herz klopft, und ich hör dem Regen zu, und das ist so, als kann man die Stille hören, ich weiß, das klingt jetzt komisch, aber so ist das. Einmal, da war ich mit Bernd unten am Siegufer, das ist über ein Jahr her, das weiß ich genau, denn ich war noch nicht schwanger, und wir haben da im Gras gesessen und geredet, und er hat eine Flasche Bier getrunken, die er da am Kiosk gekauft hat, und später sind wir Tretboot gefahren, das war eine richtig schöne Fahrt, die halbe Sieg runter, bis zum Wehr, wo das Wasser dann wild wurde und ich fast Angst bekommen hab‘, aber der Bernd hat das schon hinbekommen, der bekommt so was immer hin, und dann, auf dem Rückweg, da hat es angefangen zu regnen, zuerst nur ganz wenig, und wir dachten, wir kommen noch bis zum Auto, das stand da auf dem Parkplatz irgendwo, aber dann fing es so richtig an, und wir mussten losrennen und uns unter eine Bushalte stellen, und da, der Regen auf dem Dach, du hast dein eigenes Wort nicht mehr verstanden, wirklich, aber das war egal, das klang genau wie jetzt, das klang genau wie jetzt auch. Das war ein schöner Tag, und das kommt mir schon so lange her vor, dabei ist es erst ein Jahr her, oder vielleicht auch zwei, ich weiß es nicht mehr, so lange schon jedenfalls, und da war es so, da hat der Bernd mich noch anders angesehen, ich weiß nicht, wie ich das sagen soll, da war ich noch was anderes für ihn, und jetzt, jetzt guckt er ja gar nicht mehr nach mir, jetzt guckt er nur noch nach Louisa, da gibt’s nur Louisa hier, Louisa da, aber da denk ich jetzt nicht drüber nach, da will ich nicht drüber nachdenken, denn jetzt ist wieder so wie an dem Tag, der Regen, die Stille, nur der Bernd fehlt, aber der ist unterwegs, sicher schon bei Aachen oder vielleicht hinter Aachen, jedenfalls irgendwo da in der Ecke, der wird bald wieder sein, und dann mach ich ihm Rühreier, ja, das mag er, mit Salz und Pfeffer, und außerdem hab ich noch eine Stunde, bis er hier ist, vielleicht ist er auch noch gar nicht hinter Aachen, sondern noch in Belgien, also eine Stunde oder länger, so lange bleibe ich hier stehen, so lange bleibe ich noch draußen auf dem Balkon, rauche und hör dem Regen zu, ich hör der Stille zu, so ist es …
 
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Fatal, nicht nur die Satzlängen. Ein paar mal Anlauf holen und dann geht es ab über geschätzte 30 Zeilen und könnte schon fast in der Experiment-Sektion landen.

Nach der Lektüre bin ich geistig etwa so verwirrt wie die Erzählerin, somit erfolgreich umgesetzt. Der Preis, den du dafür bezahlst ist schlechte Lesbarkeit und die Gefahr, die Leser damit abzuhängen. Zum Beispiel habe ich das erste "da kriegst du schon deine Gedanken" verpasst. Klar, die Redundanz ist das Gegenmittel dazu. Aber das ergibt eine Gratwanderung, wo man auf der einen Seite in die Verwirrung stürzt und auf der anderen in die Langeweile. Die Balance ist vermutlich sehr individuell, was es enorm schwierig macht, als Autor die goldene Mitte zu treffen.
 
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Starker Text, Jimmy,

und ich weiß nicht, wie ich ihm das sagen soll, wenn er dann zu Louisa in Zimmer geht, wenn er an ihr Bettchen geht, um zu gucken, wie sie wieder gewachsen ist, wie er das immer so macht, aber so ist das jetzt eben, und er wird das verstehen, das wird er sicher verstehen,
Dieser Satz ist so ganz anders, da bin ich hängengeblieben, habe ihn erneut gelesen.
Bringt die Wende, ist der Höhepunkt, geschickt zwischen Wiederholungen und Belanglosem versteckt, finde ich, wobei Wiederholungen und Belangloses nicht negativ gemeint ist.

Inspirierender Text, obwohl da viel Alltägliches, schon oft Gehörtes drin steckt (das hast du ja oft in deinen Texten, genau wie das Milieu) – gerade das macht den Text so nah, so auf sich selbst oder auf welche reflektierend, die man kennt - da bekommt man Lust, Ähnliches zu schreiben, aus dem Bauch heraus, unsortiert, so, wie der Mensch halt denkt und dies versucht in einfache Worte zu fassen.

Schau mal, du hast da ab und an ein Hochkomma, wo keins hingehört, bei den Verben, die auf e enden, du weißt.

Schönen Abend.
Liebe Grüße, GoMusic
 
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Fatal, nicht nur die Satzlängen.
Ach so, ich dachte, du kommst jetzt mit einem Text von 1982 aus einem obskuren Magazin, der sich in etwa gleich liest.

Der Preis, den du dafür bezahlst ist schlechte Lesbarkeit und die Gefahr, die Leser damit abzuhängen.
Das ist interessant, denn an den Leser denke ich beim Schreiben eigentlich nie. Will sagen, so etwas wie schlechte Lesbarkeit gibt es für mich nicht. Es gibt komplexe Literatur (womit ich nicht sagen will, das DIESER Text nun unfassbar komplex ist) und eher einfache. Man kann sich als Autor auch an den Leser, den man im Kopf hat, anbiedern - dann schreibst du halt wie tausend andere auch, Gebrauchsliteratur. Das hier ist Rollenprosa, das könnte man eventuell anders lesen, als einen Text, der eher chronologisch erzählt, der über eine eher konventionelle Narrative verfügt.

Zum Beispiel habe ich das erste "da kriegst du schon deine Gedanken" verpasst.
Scheint aber eher kein Problem des Textes zu sein, sondern vielleicht der Lesart?

Aber das ergibt eine Gratwanderung, wo man auf der einen Seite in die Verwirrung stürzt und auf der anderen in die Langeweile. Die Balance ist vermutlich sehr individuell, was es enorm schwierig macht, als Autor die goldene Mitte zu treffen.
Tja, Langeweile, das ist so ein Kriterium. Spannend ist der Text natürlich nicht, weil mich Spannung hier auch nicht interessiert, ich sie sogar als unethisch empfände. Die goldene Mitte, auch daran denke ich nicht, wenn ich schreibe. Was soll das sein? Man muss sich hier doch ansehen, was das für ein Text ist, und ihn dann an den eigenen Parametern messen. Da geht es viel eher um Nähe, um Ausdruck, um das Einfangen von Hilflosigkeit, und das in einer oralen Form, chaotisch, ungeordnet, unreflektiert, sprunghaft. Das muss man lesen wollen, da gebe ich dir Recht. Ganz ehrlich: Das Teil hat keine 1500 Wörter, wer sich auf dieser Distanz bereits abgehängt fühlt, kann auch nicht sonderlich viel Transferleistung investiert haben - möchtest du denjenigen dann als Leser haben?

Hallo @GoMusic

Bringt die Wende, ist der Höhepunkt, geschickt zwischen Wiederholungen und Belanglosem versteckt, finde ich, wobei Wiederholungen und Belangloses nicht negativ gemeint ist.
Klar, die Wiederholungen sind natürlich ein Teil des Stilmittels. Dazwischen steckt der Kern. Ein wenig das versteckte Grauen. Ich habe ein bißchen rumprobiert mit verschiedenen Stimmen, und zur Zeit schreibe ich irgendwie gerne Frauen, das ist echt anders, da versucht man viel und vieles scheitert dann auch, aber der Text ist irgendwie bei mir hängengeblieben, weil ich den so drängend empfand, und auch alles ein wenig hilflos, gleichgültig, benebelt, eine seltsame somnambule Stimmung irgendwie, keine Ahnung. Ich denke, vielen Frauen geht es so, alleine mit dem Kind, und dann hat man sich das alles irgendwie ganz anders vorgestellt, aber nein, so ist das echte Leben, da werden Babies totgeschüttelt oder sonstwie, und ich habe eben versucht, das aus dieser quasi distanzlosen Perspektive zu schildern, denn wie wäre es denn, wenn ...

Nach den Kommas guck ich! Danke für deine Zeit und den Kommentar.

Gruss, Jimmy
 
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Hallo @jimmysalaryman ,

… ich darf das ja gar nicht sagen, aber wirklich, du willst es dann so machen, dass dann Ruhe ist, so richtig Ruhe,
Und dann hat sie es gemacht!

Was für eine Geschichte, die sich für den Leser alleine durch das Mitgehen in den Gedanken der Protagonistin herausschält!
Und was für eine wuchtige Ausdruckskraft hinter der einfältigen Sprachwahl.

Ich habe mich gewundert, dass ich beim Lesen des bizarren Gedankenkonstrukts der Protagonistin nach der furchtbaren Tat nicht nur Mitleid, sondern eine Art Sympathie für die Kindsmörderin empfand.

Du hast sie so naiv, verletzlich, überfordert und hilfsbedürftig gezeichnet, dass es unmöglich wird, sie als kaltblütige Mörderin zu verurteilen.

Die Art der ungewöhnlichen Satzkonstruktionen passt zu der inneren Unruhe der Prota, die nach der Tat auf eine Art von Alles-Wieder-Gutmachen durch Bernd , der immer alles richtet, hofft, zumindest aber, dass er Verständnis für sie, für ihre Handlung hat.
Sie befindet sich in einem Ausnahmezustand, in dem sie ihre Schuld noch gar nicht realisiert.
Ab der Stelle: Kümmer‘ du dich mal um das Kind, sagt er,…setzt du keine Punkte mehr, da reihst du Gedankenfetzen aneinander, streust Satzfragmente, nur durch Kommata abgegrenzt.
Das spiegelt sehr schön wider, wie die Prota innerlich zunehmend gehetzt ist. Interessant auch das ambivalente Verhalten in Bezug auf das Eintreffen ihres Mannes.
Einerseits wünscht sie sich, dass Bernd bald einträfe, damit er alles wieder in den „Urzustand“ versetzen könne, das Geschehene nicht so schlimm wäre, andererseits spielt sie mit dem Gedanken, dass ihr noch Zeit bleibt, ihr ein Aufschub gewährt wird, bis sie sich der Realität stellen muss.

und er wird das verstehen, das wird er sicher verstehen, und außerdem hab ich ja noch eine Stunde, bis er hier ist, vielleicht ist er auch noch gar nicht vor Aachen, sondern noch in Belgien, also eine Stunde oder länger, so lange bleibe ich hier stehen,

Schön auch dazu die Regen-Metapher, das pausenlose Prasseln und Rauschen übertüncht die erwachende Erkenntnis, dass ihr Kind tot ist.

wenn es auf die Dächer prasselt, das ist, als würde man gar nix anderes mehr hören, da ist dann nur noch der Regen, wie so ein Rauschen wird das dann, aber richtig laut, so richtig, nur noch das Rauschen, und alles andere ist weg,

Zwischendurch ein paar Kleinigkeiten:
so viel auf Montage, weil der Chef da genau schon hingeguckt (hat oder hinguckt), wer richtig arbeiten will und wer nicht …

wenn die Louisa schreit, wenn sie schreit, und nicht nur so ein bißchen
(bisschen),


dann wird alles gut, denn ich weiß ja KOMMA der lässt mich nicht alleine, das weiß ich ja, der lässt mich nicht im Stich, Bernd liebt mich, ich seh ja KOMMA wie der sich kümmert,

und nachts auch nicht, wil er schlechte Augen hat,
weil



Fazit:
Eine Geschichte, die mich in ihren Bann gezogen hat, erschütternd und bitter, weil die Frauen, die solche Affekthandlungen begehen, nicht wirklich böse oder herzlos sind, sondern gefangen in Ausweglosigkeit und Überforderung .

Lieben Gruß
kathso60 / Solweig

Nachtrag/ Ergänzung am 28.07.20 nach 7.30h:
Gerade im Nichterwähnen der Tat, bzw. den spärlichen Hinweisen darauf, was geschehen ist, zeigt sich ja, wie viel die Prota in dem Ausnahmezustand verdrängt und dass sie gar nicht in der Lage ist, sich die Tötung des Kindes einzugestehen.
Die Sprache, diese endlose Gedankenschleife, reflektiert den Zustand der Prota nach der Affekthandlung.
Gebetsmühlenartig weiterdenken, so drum herum denken, bloß keine Pause machen, das ist für die Prota ein Schutz, damit sich das, was sie getan hat, nicht ins Bewusstsein schiebt.
Die punktlose Sprachwahl ist hier der Ausdruck dafür. Im Übrigen sind die Sätze ja vollständig, sie sind mit Konjunktionen aneinandergekoppelt und haben ganz selten mal einen Punkt.

@lana91 , wenn man gelangweilt über bewusst gesetzte Worte hinwegliest, ist das keine Provokation des Autors, sondern fällt in die Leseverantwortung.
Bei einem lyrischen Gedicht liest man ja auch nicht die erste und letzte Zeile bewusst und überfliegt das Dazwischen, um am Ende zu sagen: Verstehe ich nicht!
Natürlich ist der in dieser Geschichte gewählte Schreibstil zunächst befremdlich, aber er interpretiert den seelischen Ausnahmezustand der Protagonistin.
 
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Hallo Jimmy, ich habe noch nie so ein Schreibstil gelesen. Die Sätze fliegen einen nur so um die Ohren und das gefällt mir. Es ist ein durcheinander, aber trotzdem mit ein bisschen Konzentration gut lesbar. Ist mal etwas komplett anderes. Besonders und gut.

Viele Grüße
MichiTerra
 
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@jimmysalaryman Vorweg: Der Text gefällt mir. Mit "Fatal" bezog ich mich neben Satzlängen inhaltlich auf die Auflösung in der Geschichte.

Das Teil hat keine 1500 Wörter, wer sich auf dieser Distanz bereits abgehängt fühlt, kann auch nicht sonderlich viel Transferleistung investiert haben
Naja, auch du konkurrierst mit Twitter-Texten. "Abgehängt" so, dass ich in dem Wirr-Warr ohne Punkte im Tempo schneller werde und anfange, Wörter zu überfliegen. Sie also nicht mehr lese. So entging mir auch das "da kriegst du schon deine Gedanken" - ich hatte es schlicht nicht gelesen. Selbstverständlich kannst du den Lesern die Schuld geben (zielführend?), aber provoziert hast du es.

Wenn ich schreibe, dass du einen Preis zahlst, dann kann sich das unter dem Strich immer noch gelohnt haben. Es kommt die Wirkung bloss nicht umsonst, sondern auch mit Nachteilen.

möchtest du denjenigen dann als Leser haben?
Sag doch du mir, ob du jemanden wie mich als Leser:in haben willst.
 
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Was für eine Geschichte, die sich für den Leser alleine durch das Mitgehen in den Gedanken der Protagonistin herausschält! Und was für eine wuchtige Ausdruckskraft hinter der einfältigen Sprachwahl.
Hallo @kathso60

Mensch, wir haben uns auch lange nicht mehr gelesen, freut mich ja sehr! Ja, so sollte das gelesen werden, oder so habe ich mir gewünscht, dass es jemand liest: wie ein Sog der Gedanken, dessen Kern sich erst nach und nach präsentiert. Ich finde auch, dass diese bewusst einfach, auf Wiederholung basierende Sprache wuchtig ist; natürlich ist mir klar, dass dies auch eine Inszenierung ist, komprimiert und selektiert, also mein weiß ja, dass dies nicht wirklich echt ist, aber ist natürlich toll, wenn es trotzdem so funktioniert.

Du hast sie so naiv, verletzlich, überfordert und hilfsbedürftig gezeichnet, dass es unmöglich wird, sie als kaltblütige Mörderin zu verurteilen.
Ja, das ist spannend, weil du das als Frau sagst. Ich denke, das Männer dies nicht so nachvollziehen können, wie das ist mit Kind alleine, viele denken, sie wüssten, wie das ist, aber das bezweifel ich. Mir ging es hier auch darum, zu zeigen, wie so ein Fall entstehen kann, weil die Frau sich einfach alleine gelassen fühlt und überfordert ist - bei gleichzeitigem Willen, einen sozialen Aufstieg zu schaffen, also diese Entfremdung durch die moderne Arbeitswelt. Man nimmt das sozusagen in Kauf. Natürlich ist das nicht die Regel, aber ich denke, wie wäre es gelaufen, wenn so eine labile Person besser eingebunden ist? Mir fällt auf, man hätte da noch eventuell die erweiterte familiäre Situation miterzählen sollen, ihre Eltern, seine Eltern, und wie die da mitwirken oder eben auch nicht.

Die Sprache, diese endlose Gedankenschleife, reflektiert den Zustand der Prota nach der Affekthandlung.Gebetsmühlenartig weiterdenken, so drum herum denken, bloß keine Pause machen, das ist für die Prota ein Schutz, damit sich das, was sie getan hat, nicht ins Bewusstsein schiebt.
Lese ich sehr gerne, denn so dachte ich mir das auch. Das ist so eine Kreisbewegung, die immer wieder, bei der nächsten Runde, etwas offenbart und auch wieder verwischt, immer im Ungewissen bleibt, im Sinne eines selbst nicht wahrhaben wollen.

Also, sehr gerne gelesen, sehr viel Einsichten, kathso, danke dafür!

Hallo Jimmy, ich habe noch nie so ein Schreibstil gelesen.
Hallo @MichiTerra , danke auch dir für einen Kommentar. Ja, freut mich natürlich, wenn es dir gefallen hat und du den Text als besonders empfindet. Danke dir für deine Zeit!

Hallo @lana91

Naja, auch du konkurrierst mit Twitter-Texten.
Ich konkurriere mit niemandem. Das ist auch ein prinzipielles Problem, dass man alles in einer Konkurrenz zueinander sieht oder sehen muss. Auf jeden Text muss man sich einlassen, und anders einlassen, die stehen alle für sich alleine.

Selbstverständlich kannst du den Lesern die Schuld geben (zielführend?), aber provoziert hast du es.
Ich finde so etwas seltsam. Ich gebe niemandem die Schuld, noch empfinde ich es als Provokation, einen Text möglichst realistisch zu verfassen, also im Sinne von: So wie ich mir das vorstelle, wie eine junge Frau reagieren würde. Ich werde aber den Teufel tun, einen Text zu glätten oder runterzudummen, nur um einen möglichst kleinen Nenner mit möglichst vielen Lesern zu finden.
Ich bin kein Dienstleister.

Sag doch du mir, ob du jemanden wie mich als Leser:in haben willst.
Ist interessant, dass du dies auf dich beziehst. Ich hatte das eher allgemein gesprochen. Im Sinne von: Was kann das für ein Leser sein? Wie sorgfältig, aufmerksam, interessiert kann solch ein Leser sein? Und: Was meinst du damit - Jemand wie dich?

Gruss, Jimmy
 
Wortkrieger-Globals
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24.01.2009
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Hey jimmy,

ich hoffe, Du nimmst es mir nicht übel, dass ich mich jetzt nur ganz kurz äußere, aber ich bin so über den Text gehuscht und der hat mich an zwei Dinge erinnert. Inhaltlich an eine KG von Tschechow und stilistisch an Thomas Bernhard. Wär hätte gedacht, dass Tschechow + Bernhard einen waschechten jimmy ergeben? Ich finde das super und ich werde das ganz sicher noch zwei, drei mal lesen, so ganz in Ruhe und jede Zeile auf der Zunge schmelzen lassen.

Sau gern gelesen! :thumbsup:
Liebe Grüße, Fliege
 
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23.11.2016
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Hallo @jimmysalaryman,

vorab ein Winzigkeit ("Nachdem"?):

Nach dem es so gehagelt hatte
Ich empfand es als extrem spannend, den Gedanken Deiner Protagonistin zu lauschen, in Ihre Welt einzudringen und versuchen, nachzuspüren, was sie umtreibt. Das ist schon großes Kino. Ich bin auch beim ersten Lesen sprachlich über nichts gestolpert.

Aber diese Pointe. Dieser Kindsmord (zumindest lese ich das so). Da frage ich mich, ist die Frau wirklich so emotionsbefreit, steht sie unter Schock oder was ist in ihr kaputt? Klar, man liest das öfters in den Nachrichten, dass so etwas vorkommt und ich frage mich - wie Du wahrscheinlich auch - was sind das für Menschen, wie ticken die, was stimmt nicht mit "denen"?

Verstehe mich nicht falsch, ich erwarte von dem Text keine Antwort auf diese Frage, aber mir fehlt ein wenig dieser Funke (Triebfeder, Abartigkeit, etc.) in der Protagonistin, der zu der Tat geführt hat. Ja, sie ist überfordert. Das trifft wohl auf alle Eltern mal zu. Jeder hat auch sicherlich mal aggressive Gedanken, aber um das in letzter Konsequenz umzusetzen, dazu braucht es schon eine Menge (noch dazu bei einem Kleinkind).

Ich lese schon eine Andeutung im Text heraus, nämlich eine mangelnde emotionale Bindung zum Kind. Aber das reicht aus meiner Sicht nicht aus. Ja, man spürt, dass sie das Erlebte, die Tat, verdrängt, es nicht an die Oberfläche kommen lassen möchte. Klar, ist sie "schräg". Das ist alles super gemacht. Aber da muss doch noch mehr "brodeln" in ihr, da muss doch noch etwas sein. Oder ist es einfach nur eine innere Leere, die überdeckt wird, von ihren kreisenden Gedanken? Zur inneren Leere passt aber nicht, dass sie offensichtlich zu ihrem Bernd eine fürsorgliche Beziehung hat.

Lange Rede kurzer Sinn: Aus meiner Sicht muss die Protagonistin für einen Kindsmord in einem extremen Zustand sein. Wieviel man davon sieht oder spürt ist natürlich eine andere Frage, da muss man auch aufpassen, nicht in irgendwelche Klischees zu verfallen, was hier gerade nicht der Fall ist, aber so eine (subtile) Andeutung des extremen Zustands fehlt mir (zur Verdeutlichung, was ich meine: das kann auch nur eine Geste sein: bspw. ein Hand, die sich beim Schreien immer verkrampft hat und die sie jetzt wieder gebrauchen kann (z. B. bei der Zigarette am Balkon)).

Vielleicht habe ich aber auch etwas überlesen. Jedenfalls ein Text, der mich aus der Lethargie gerissen hat. Danke fürs Hochladen.

Gruß
Geschichtenwerker
 
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28.12.2009
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Hallo @Fliege

Tschechow und stilistisch an Thomas Bernhard.
Tschechow! Alles klar, ich geh mich jetzt betrinken! Von TB habe ich vor Jahren sehr viel gelesen, also mir ist vor allem Holzfällen im Kopf geblieben, wo er im Ohrensessel sitzt und alle beleidigt. Aber Bernhard ist natürlich auch eine Maschine, einmal angeworfen ... sehr vielen Dank für dein Kommentar, rettet mir den Tag! Und ich freue mich auf mehr Feedback! Cheers!

Hallo @Geschichtenwerker

Ich lese schon eine Andeutung im Text heraus, nämlich eine mangelnde emotionale Bindung zum Kind.
Ein befreundetes Paar haben ihr erstes Kind vor zwei Jahren bekommen. Extremes Kind. Schreikind. Superaggressiv. Normal ein Bier trinken, im Garten, mit Kind? Unmöglich. Waren schon mehrmals beim Kinderpsychologen, lange Sitzungen, Videoaufnahmen - hat alles nichts genutzt. Da wird man irgendwann selber aggressiv, ich denke, das passiert auch ganz automatisch. Das ist natürlich keine Ausrede, aber ich kann das schon auch nachvollziehen, weil man ja nie genau weiß, woran liegt es jetzt? Man ist überfragt, überfordert, und man isoliert sich auch.

Verstehe mich nicht falsch, ich erwarte von dem Text keine Antwort auf diese Frage, aber mir fehlt ein wenig dieser Funke (Triebfeder, Abartigkeit, etc.) in der Protagonistin, der zu der Tat geführt hat
Ich finde deine Fragestellung interessant. Ich glaube, wäre dieser Text eine normale, eher chronologische Erzählung, würde ich mich das eventuell auch fragen; reicht die Motivation? Ist sie ausreichend skizziert, wird sie genug gezeigt, ist sie für den Leser nachvollziehbar? Hier, bei dieser Szene, die in Rollenprosa, aus der Wahrnehmung des Protagonisten erzählt wird, würde es ja zu diesem Paradoxon kommen, dass sie sich selber den Grund dafür erzählen müsste - natürlich kann man sagen, DAS läge tatsächlich im Rahmen des Möglichen, ich kenne auch solche Texte, in denen das vom Erzähler konkretisiert wird, benannt wird, aber ich glaube, es sollte diesmal gar nicht so ein Text werden. Hier kommen für mich mehrere wichtige Faktoren zusammen: Zuerst wird sie ja alleine gelassen. Mir war wichtig zu zeigen, dass es viele junge Mütter gibt, die unglaublich alleine sind, weil die Männer arbeiten, Überstunden schieben, auf Montage sind, eben Geld verdienen. Das sind ja Zwänge in unserer kapitalistischen Welt, auch wenn das vielleicht etwas abgeschmackt klingt. Ich glaube, da passiert auch etwas in der Beziehung, nach der Geburt eines Kindes, da verschieben sich ja fundamentale Dinge, und es bleibt kaum Zeit, sich da anzupassen, da ist fast kaum Transitionszeit. Kind da, das Leben ist anders, wie gehe ich damit um, keine Zeit. Für mich sind das auch extreme Beispiele, wie es eben so bei einem sozialen Aufstieg, bzw der Traum von diesem, laufen kann: einer verliert dabei zwangsläufig immer. Sie rekurriert ja auch immer auf die Zeit vor der Geburt, vor Louisa, und sie weiß auch gar nicht mehr, wie lange das her ist: ein Jahr, oder doch vielleicht zwei? Das stellt also schon eine Zäsur dar, auf die sie immer wieder verweist, ein Davor und ein Danach, und danach ist Bernd eben eigentlich immer weg, immer auf Montage.

Aus meiner Sicht muss die Protagonistin für einen Kindsmord in einem extremen Zustand sein.
Ich glaube, der ganze Text ist ein einziger extremer Zustand. Ich vermute, das Kind ist vielleicht erst ein paar Stunden tot, und sie wartet jetzt auf Bernd, und da fließt alles durch einen durch; ich vermute eher, das sind keine wirklich geordneten Gedanken. Im Grunde muss man aber sagen: natürlich könnte das auch alles ganz anders sein. Es ist ja so, wie ich mir das vorstelle, ob das tatsächlich so ist, das weiß ich nicht - Literatur ist ja immer auch eine Inszenierung, immer auch eine sprachliche Annäherung, die nie deckungsgleich ist.

Ja, ich denke da noch mal drüber nach, aber vielleicht haben wir auch einfach andere Erwartungen an einen solchen Text. Mir ging es nicht so sehr um das Warum, also nicht, warum tut sie das, sondern eher um das Zeigen dieser langsamen Erkenntnis, dieses Einsickern, dieses irritierende Verhalten.

Gruss, Jimmy
 
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23.11.2016
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Hallo @jimmysalaryman,

Ja, ich denke da noch mal drüber nach, aber vielleicht haben wir auch einfach andere Erwartungen an einen solchen Text. Mir ging es nicht so sehr um das Warum, also nicht, warum tut sie das, sondern eher um das Zeigen dieser langsamen Erkenntnis, dieses Einsickern, dieses irritierende Verhalten.
Ja, spannend. Das ist ein Thema, welches mich nachhaltig beim eigenen Schreiben verfolgt, diese Diskrepanz die sich manchmal einstellt zwischen der eigenen Motivation, warum man den Text genau so verfasst hat, und dem, was bei Lesern ankommt, was die daraus entnehmen. Letztlich finde ich es auch nicht gut, wenn sich die Motivation des Autors dem Leser unmittelbar aufdrängt. Daher ist es aus meiner Sicht auch gut, dass sich hier nicht aufdrängt: Aha, der Autor wollte in erster Linie diesen Moment einfangen und gerade die Frage des Warum außen vor lassen.

Dieses "Einsickern", das habe ich schon wahrgenommen. Ich frage mich nur, ob beim Einsickern nicht doch auch das "warum" (oder die Störung, was auch immer) durchblitzt.

Ich weiß nicht, ob wir unterschiedliche Erwartungen an den Text haben oder unterschiedliche Persönlichkeiten der Protagonistin vor Augen, aber wie Du sagst, es ist eine Inszenierung - vor allem ist es Deine Inszenierung.

Ein befreundetes Paar haben ihr erstes Kind vor zwei Jahren bekommen. Extremes Kind. Schreikind. Superaggressiv. Normal ein Bier trinken, im Garten, mit Kind? Unmöglich. Waren schon mehrmals beim Kinderpsychologen, lange Sitzungen, Videoaufnahmen - hat alles nichts genutzt. Da wird man irgendwann selber aggressiv, ich denke, das passiert auch ganz automatisch. Das ist natürlich keine Ausrede, aber ich kann das schon auch nachvollziehen, weil man ja nie genau weiß, woran liegt es jetzt? Man ist überfragt, überfordert, und man isoliert sich auch.
So einen Fall hatten wir vor längerer Zeit mal in der Nachbarschaft. Die gute Nachricht ist, dass die Kinder völlig normal geworden sind.

Übrigens war aus meiner persönlichen Erfahrung das Schlimmste der Schlafentzug. Das war in Extremzeiten wie Folter. Da ist man nicht mehr man selbst. Und da wird man auch aggressiv. Trotzdem behaupte ich, dass noch etwas hinzutreten muss, um eine Schwelle zu überschreiten und erst recht, um die Schwelle der Tötung zu überschreiten. Aber ob und wie dieses "etwas" in Deinem Text in Erscheinung treten kann, soll oder muss ist eine Frage, die am Ende nur Du beantworten kannst und ich bin gespannt, wie Du sie beantwortest.

Gruß
Geschichtenwerker
 
Wortkrieger-Team
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Hi @jimmysalaryman

Von mir auch nur ein kurzer Beitrag, denn viel habe ich zu den bereits eingeflatterten Kommentaren nicht zu ergänzen. Zwei Dinge möchte ich aber hervorheben, von denen ich glaube, dass sie wichtig sind.

Das erste ist, dass ich erstaunlich finde, wie der Text sich nicht wendet sondern zuspitzt. Das meine ich positiv; im Prinzip ist das eine Beobachtung, die ich für mich selbst festhalte. Irgendwie war mir fast von der ersten Erwähnung von Louisa klar, dass die Prota dem Kind etwas angetan hat. Dass sich später in ihren Gedanken offenbart, dass sie es getan hat, ist insofern keine Überraschung, sondern aus ihren Gedanken sammle ich immer mehr Puzzlestücke die darauf hinweisen. Diese organische Entwicklung fand ich sehr gelungen.

Ein anderer Punkt betrifft die Motivation, die @Geschichtenwerker angesprochen hat. Und Du antwortest:

Mir war wichtig zu zeigen, dass es viele junge Mütter gibt, die unglaublich alleine sind, weil die Männer arbeiten, Überstunden schieben, auf Montage sind, eben Geld verdienen.
Ich muss sagen, für mich braucht es da auch keine weitere Motivierung. Tatsächlich glaube ich, dass dies ...

Bernd sagt, so soll Louisa nicht aufwachsen, mit den ganzen Kanaken, und deswegen fährt er auch so viel auf Montage, weil der Chef da genau schon hingeguckt, wer richtig arbeiten will und wer nicht …
... der Zerfall der Familie, WEIL man alles für die Familie opfert, ein total geläufiges Motiv ist, das in seiner Wucht häufig unterschätzt wird (sonst würden es sicherlich nicht so viele Menschen machen). Eigentlich ist es doch paradox, dass Bernd selten bei seiner Familie ist, weil er möchte, dass seine Familie es besser hat. Und das ist eben nicht nur ein Problem für die Ernährer:innen, die sich von ihrer Familie entfernen, sondern auch für die Familie, die sie dabei zurücklassen.

In Extremzuständen tun auch "normale" Menschen Extremes. Und ein normaler Mensch ist die Prota vielleicht auch gar nicht (wer ist das schon?). Auf mich wirkt sie kindlich, "naiv", wurde oben schon geschrieben, ja, unreif vielleicht. Das macht ihre Überforderung doch sehr plastisch. Dass die Prota hier stumpf, auf Bernd fixiert, unbeteiligt am Fühlen des Kindes wirkt, dass sie anscheinend nicht begriffen hat, was geschehen ist, geschweige denn weiß, wie sie damit umgehen soll oder wie andere Menschen damit umgehen werden, finde ich plausibel. Für diese Figur ist es stimmig, und andere Menschen, die Kinder töten, mögen anders gestrickt sein. Diese hier ist eben so gestrickt.

Ich glaube, ich könnte mehr dazu schreiben, und ich habe hier auch schon sehr viel hingeschrieben und wieder gelöscht, aber ich verheddere mich. Da steckt viel drin. Back to work.

Cheers,
Teddy
 
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28.12.2009
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Dieses "Einsickern", das habe ich schon wahrgenommen. Ich frage mich nur, ob beim Einsickern nicht doch auch das "warum" (oder die Störung, was auch immer) durchblitzt.
aber der Bernd, ich will ihm nichts vorwerfen, um Gottes Willen, das nicht, aber der Bernd weiß nicht, wie das ist, wenn die Louisa schreit, wenn sie schreit, und nicht nur so ein bißchen, sondern so richtig, rund um die Uhr, immer und immer und immer, und wenn du sie gar nicht ruhig kriegst, keine Minute lang, da kriegst du schon deine Gedanken, und das hört nicht auf, weil manchmal, da ist es wirklich so, da bist du am Ende, richtig am Ende, da willst du … ich darf das ja gar nicht sagen, aber wirklich, du willst es dann so machen, dass dann Ruhe ist, so richtig Ruhe, dass du mal durchatmen kannst, das kann man sich nicht vorstellen, das kann auch der Bernd nicht
Das war so der Part für mich, wo klar wird, was Sache ist. Mir reicht das als Begründung. Ich muss nicht lang und breit erklärt bekommen, warum jetzt genau sie das Kind totgeschüttelt hat. Das weiß sie ja vermutlich selbst nicht. Und das sollte ja auch in diesem Text eine Rolle spielen: das Umkreisen der Wahrheit, um es mal pathetisch auszudrücken, die es aber vielleicht gar nicht gibt.

Trotzdem behaupte ich, dass noch etwas hinzutreten muss, um eine Schwelle zu überschreiten und erst recht, um die Schwelle der Tötung zu überschreiten.
Das mag sein, da magst du Recht haben. Dennoch ist das nicht die Intention dieses Textes, und ich denke, er kann das auch, nicht zuletzt aufgrund der Form, so gar nicht wirklich einlösen, also auf eine befriedigende, saubere Art und Weise. Ich verstehe: Du brauchst vielleicht einen Trigger, der endgültig ist, wie eine Art Motiv, aber dieses konkrete Erlebnis hat mich in diesem Text gar nicht so sehr interessiert.

Danke für deine Rückmeldung.

Gruss, Jimmy
 
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28.12.2009
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Diese organische Entwicklung fand ich sehr gelungen.
Liebe @TeddyMaria , danke dir für dieses Lob. Ja, organische Entwicklung mag ich. Ich stehe etwas auf Kriegsfuß mit Plottwists, vielleicht auch mit Plot überhaupt. Mich interessiert wirklich mehr der Charakter in der Gegenwärtigkeit.

der Zerfall der Familie, WEIL man alles für die Familie opfert, ein total geläufiges Motiv ist, das in seiner Wucht häufig unterschätzt wird (sonst würden es sicherlich nicht so viele Menschen machen). Eigentlich ist es doch paradox, dass Bernd selten bei seiner Familie ist, weil er möchte, dass seine Familie es besser hat. Und das ist eben nicht nur ein Problem für die Ernährer:innen, die sich von ihrer Familie entfernen, sondern auch für die Familie, die sie dabei zurücklassen.
Ein extrem wichtiger Punkt, den du da ansprichst. Bei diesen ganzen Gedanken, sozialer Aufstieg, oder die Angst, noch weiter abzusteigen, das spielen emotionale Effekte eine Rolle, Selbsterwartungshaltungen, falscher Ehrgeiz, falsch verstandener Stolz ... das ist ein großer Raum, in dem man sich da bewegt. Du hast das sehr gut zusammengefasst, wie ich es nicht könnte: Bernd reißt sich den Arsch auf, während er etwas tut, was seine junge Familie eher zerstört, obwohl er das Gegenteil erreichen will. Fast schon ein moralisches Dilemmata. Das klingt natürlich irgendwie jetzt etwas konservativ (aber hey!, ich BIN konservativ!), aber ich glaube, dass eine intakte Familie, die Zeit miteinander verbringt, einfach das wichtigste Fundament bietet, auch für die geistige Gesundheit. Ich stamme aus einer vollkommen dysfunktionalen Familie, und habe das Gegenbeispiel öfters erlebt, wo die Atmosphäre innerhalb einer Familie gelöst, ruhig und konstruktiv ist, wo man sich tatsächlich hätte fallen lassen können, wo man schwach sein kann, wo keine latente Aggression herrscht. Das ist eine für mich wichtige Erkenntnis gewesen. Vielleicht hat diese junge Frau in der Geschichte gar keine andere Chance gehabt; wir werden es nicht erfahren. Das erzählt eben eine andere Geschichte.

Vielen Dank für deinen Kommentar!

Gruss, Jimmy
 
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16.04.2016
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Hallo @jimmysalaryman

es ist beeindruckend,wie es Dir gelingt, die Leser in den Gedankenstrom der Protagonistin zu ziehen.
Das ist hervorragend geschriebene Rollenprosa. Die Perspektive wurde konsequent eingehalten. Ihre Sprache wirkt stimmig und trotz der Sprunghaftigkeit entwickelt sich ein Spannungsbogen.
Würde es sich hier lediglich um die Darstellung der inneren Welt einer Mutter handeln, wäre das auch ausreichend für mich. Du treibst den Plot aber in eine extreme Katastrophe. Und da fehlt mir eine nachvollziehbare Entwicklung die durch eine deutlichere Schilderung der Umstände und eine tiefere Charakteranalyse begründet sein sollte.

Leider lassen die engen Grenzen der gewählten Form es nicht zu, das Thema Schuld ausreichend zu beleuchten. Mir geht es ähnlich, wie dem Kollegen Geschichtenwerker. Eine tiefergehende, distanzierte Analyse würde wahrscheinlich bis zu den Kindheitserfahrungen der Prota führen.
Ich könnte mir diese Szene sehr gut innerhalb einer weitergehenden Novelle vorstellen, nach dem Muster eines Kriminalfalls, ähnlich denen von Ferdinand von Schirach oder Dürrenmatt.

Dessen ungeachtet, hat der Text mich gut gepackt.

Schönen Gruß!
Kellerkind
 
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24.07.2020
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@jimmysalaryman
Ich konkurriere mit niemandem.
Ja, da hast du natürlich recht. Dein Text konkurriert, nicht du.

Ich werde aber den Teufel tun, einen Text zu glätten oder runterzudummen
Ja bitte nicht! Meine Anmerkungen sind blosse Feststellungen und sicher keine Ratschläge, zur Mitte hin zu verwässern.

Ich finde so etwas seltsam. Ich gebe niemandem die Schuld, noch empfinde ich es als Provokation, einen Text möglichst realistisch zu verfassen
Schuldzuweisung im Sinne von Ortung des Problems:
"Scheint aber eher kein Problem des Textes zu sein, sondern vielleicht der Lesart?" schreibst du.
Wird dein Text zu schnell gelesen, dann ist eben die Lesart schuld, so habe ich deine Aussage verstanden.

Ist interessant, dass du dies auf dich beziehst. Ich hatte das eher allgemein gesprochen. Im Sinne von: Was kann das für ein Leser sein? Wie sorgfältig, aufmerksam, interessiert kann solch ein Leser sein? Und: Was meinst du damit - Jemand wie dich?
Du hattest als Antwort auf meine Vermutung, man könnte abgehängt werden, geschrieben:
wer sich auf dieser Distanz bereits abgehängt fühlt, kann auch nicht sonderlich viel Transferleistung investiert haben - möchtest du denjenigen dann als Leser haben?
Wenn ich mich nun abgehängt fühle, dann liegt es doch nahe, dass ich die rhetorische Frage auf mich beziehe?
"Jemand wie ich" heisst dabei: Jemand, der sich von den langen Sätzen kombiniert mit hoher Redundanz dazu verleiten lässt, immer schneller zu lesen und Wörter zu überspringen. Ganz einfach als unbewusste Reaktion auf die Schreibweise. Deshalb auch die Aussage, eine solche Reaktion sei durch den Text provoziert.
 
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19.05.2006
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Ich gehe auf keine sprachlichen Details dieser geradezu atemlos vorgetragenen Milieustudie ein, denn die Erzählstimme passt, und zu kritisieren finde ich kaum (noch) etwas. Ich hätte wahrscheinlich versucht, die ganze Geschichte in einem einzigen Satz zu erzählen. Das hätte sie noch ein wenig literarischer gemacht. Gerade so ein Text eignet sich mAn dafür. Aber das hast du ohnehin fast geschafft. ;)
Leider wusste ich schon ungefähr ab der Hälfte des Textes, wohin die Reise geht, dadurch verlor er etwas an Spannung. Aber insgesamt war das eine vergnügliche Lesung. Hat sich ausgezahlt, reinzuklicken.

MfG, Manuela :)
 

AWM

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26.03.2018
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Hey @jimmysalaryman
wie doch die Zeit vergeht, denke ich gerade …
Ich finde, diese Pünktchen braucht es nicht. Das ist ja im Grunde eine Darstellung dessen, was der Text nicht leistet. Und: Der Text leistet das aber. Du kannst dich doch voll und ganz auf das verlassen, was da steht und musst es nicht mit Pünktchen symbolisieren. Ich denke aber nicht, dass das viele Leser stört.
letztes Jahr, da bin ich runter, die ganzen fünf Stockwerke, mit dem dicken Bauch und alles, weil ich unbedingt einen von diesen Klumpen haben wollte, die lagen ja überall, auf der Straße, auf den Autos, aber der Bernd hätte mir das nicht geglaubt, wie groß die waren, wenn ich nicht einen ins Eisfach gelegt hätte, die waren so groß wie Eier
Fand ich eine ganz starke Stelle
Einmal, da war ich mit Bernd unten am Siegufer, das ist über ein Jahr her, das weiß ich genau, denn ich war noch nicht schwanger, und wir haben da im Gras gesessen und geredet, und er hat eine Flasche Bier getrunken, die er da am Kiosk gekauft hat, und später sind wir Tretboot gefahren, das war eine richtig schöne Fahrt, die halbe Sieg runter, bis zum Wehr, wo das Wasser wilder wurde und ich fast Angst bekommen hab‘, aber der Bernd hat das schon hinbekommen, der bekommt so was immer hin, und dann, auf dem Rückweg, da hat es auch angefangen zu regnen, zuerst nur ein bisschen, ganz wenig, und wir dachten schon, wir kommen noch bis zum Auto, das stand da irgendwo auf dem Parkplatz, aber dann fing es so richtig an, und wir mussten losrennen und uns unter eine Bushalte stellen, und da, der Regen auf dem Dach, du hast dein eigenes Wort nicht mehr verstanden, wirklich, aber das war egal, das klang genau wie jetzt, das klang ja genau wie jetzt auch.
Das hat mich ergriffen.
und ich weiß nicht, wie ich ihm das sagen soll, wenn er dann zu Louisa in Zimmer geht, wenn er an ihr Bettchen geht, um zu gucken, wie sie wieder gewachsen ist, wie er das immer so macht, aber so ist das jetzt eben, und er wird das verstehen, das wird er sicher verstehen,
Ich finde, der Text hat genau die richtige Länge. Ich gebe zu, dass ich das irgendwann anstrengend finden würde. Aber so ist das super. Du zeichnest die Frau eben nicht so, dass man mit dem Finger auf sie zeigen möchte, um sie zu verurteilen. Man kann das Unnachvollziehbare nicht nachvollziehen aber verstehen, dass das kein böser Mensch ist. Das muss man erst einmal leisten bei dem Thema. Deswegen ist mir das Ende zu deutlich. Da gehst du, finde ich, von ihrer Figur weg, um dem Leser (dem du es nicht einfach gemacht hast) so etwas wie einen Twist oder einen Effekt zu servieren. Dabei schwebt doch alles schon zwischen den Zeilen und das würde viel stärker wirken für mich, wenn sie das nicht so konkret (gemessen am Text) anspricht. Wenn es kein Twist oder Effekt für den Leser sein soll: Warum ist es dann in dieser Rollenprosa am Ende platziert?

Gruß!
AWM
 
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28.12.2009
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Leider lassen die engen Grenzen der gewählten Form es nicht zu, das Thema Schuld ausreichend zu beleuchten.
Hallo @Kellerkind,

du sagst es ja selbst, die Form lässt es im Grunde nicht zu. Natürlich könnte man jetzt die Protagonistin darüber sinnieren lassen, aber das würde mir hier auch nicht gefallen, weil es den Sog, so glaube ich, etwas reduzieren würde, es wäre vielleicht sogar schon ein Moralisieren.

Und da fehlt mir eine nachvollziehbare Entwicklung die durch eine deutlichere Schilderung der Umstände und eine tiefere Charakteranalyse begründet sein sollte.
Wir sind ja hier, in dem Text, schon am Ende dieser Entwicklung angelangt. Sie selbst darüber nachdenken lassen, im Sinne einer Analyse, das wirkt, denke ich, unglaubwürdig. In einer anderen Form und einer anderen Perspektive, da würde ich dir uneingeschränkt Recht geben. Hier sehe ich das aber anders. Würde das ein Ausschnitt aus einem größeren Ganzen sein, würde es sich noch einmal anders verhalten, aber so steht der Text eben für das, was er ist.

Danke dir für deinen Kommentar!

Hallo @Manuela K.

Ich hätte wahrscheinlich versucht, die ganze Geschichte in einem einzigen Satz zu erzählen. Das hätte sie noch ein wenig literarischer gemacht.
Das hatte ich bei einem anderen Text, auch in Rollenprosa, bereits gemacht. Ob es das jetzt literarischer macht, ich weiß nicht ... :D

Leider wusste ich schon ungefähr ab der Hälfte des Textes, wohin die Reise geht, dadurch verlor er etwas an Spannung.
Spannung ist ja so eine Sache. Natürlich ist das nicht wirklich spannend, das ist mir klar. Ich glaube auch nicht, dass Spannung das erste Kriterium sein sollte, das wäre mir persönlich irgendwie zu unterkomplex und auch trivial. Weil es dem Thema irgendwie nicht angemessen wäre, finde ich. Aber klar, ein aufmerksamer Leser weiß sofort, was Sache ist, das lässt sich glaube ich auch nicht vermeiden.

Danke dir für deinen Kommentar!


Wenn ich mich nun abgehängt fühle, dann liegt es doch nahe, dass ich die rhetorische Frage auf mich beziehe?
Nun ja, du fühlst dich eben abgehängt, und du beziehst diese Frage halt auf dich. Das ist ja nicht mein Problem. Ich fände es nett, wenn wir uns hier im Thread wieder der Textarbeit widmen würden. Cheers!

Hallo @AWM

Deswegen ist mir das Ende zu deutlich. Da gehst du, finde ich, von ihrer Figur weg, um dem Leser (dem du es nicht einfach gemacht hast) so etwas wie einen Twist oder einen Effekt zu servieren. Dabei schwebt doch alles schon zwischen den Zeilen und das würde viel stärker wirken für mich, wenn sie das nicht so konkret (gemessen am Text) anspricht. Wenn es kein Twist oder Effekt für den Leser sein soll: Warum ist es dann in dieser Rollenprosa am Ende platziert?
Ist ein verdammt guter Einwand. Ist vielleicht tatsächlich so, dass ich mich da noch einmal vergewissern will, dem Leser entgegen kommen. Absolut bedenkenswert. Da kann ich eigentlich auch nicht mehr viel zu sagen, außer, dass ich das auf mich wirken lassen muss, und dann sehe, wie ich das noch einmal verbessern, modifzieren kann. Sehr gutes Input.

Vielen Dank für deinen Kommentar!

Gruss, Jimmy
 

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