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Waldfee Lilly und der Duft

CoK

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Waldfee Lilly und der Duft

Was war das? Die kleine Waldfee Lilly hob schnuppernd das Näschen. Es roch herrlich nach Kräutern und Blüten. Wo kam das her? Eindeutig von außerhalb des Märchenwaldes. Sollte sie es wagen? Vorsichtig schaute sie sich um. Es war niemand in der Nähe. So schnell sie konnte, flog Lilly in die Richtung, aus der der wundervolle Duft kam.

Es dauerte nur ein paar Flügelschläge und schon befand sie sich außerhalb des Waldes vor einem grünen Holzzaun.
„Ich habe noch etwas Lavendel gepflückt“, hörte sie eine Mädchenstimme. Schnell versteckte sich Lilly hinter einer Zaunlatte. Neugierig späthe sie hervor. Nun sah sie in der Mitte des Gartens eine Frau und ein Kind. Die Frau trug einen Korb in der Hand, aus dem der wunderbare Duft kam.
„Mit dem Lavendel haben wir genügend Blüten für unsere Seife", wandte sich die Frau dem kleinen Mädchen zu.
„Ja, Mama. Wir haben Rosenblüten, Veilchenblüten, Zitronengras, Rosmarin und jetzt noch die Lavendelblüten", zählte sie auf. „Das wird eine wunderbar duftende Seife ".
„Ja, aber nun ist es Zeit für das Abendessen", stellte die Frau mit einem Blick auf ihre Armbanduhr fest.

Die Zwei liefen auf ein kleines, mit Reet bedecktes Haus zu. Mucksmäuschenleise folgte ihnen die kleine Waldfee durch das hohe Gras.
„Händewaschen“, wies die Mutter das kleine Mädchen an.
„Aber Mama, ich will doch mit unserer neuen Seife meine Hände waschen.“
Lilly hörte ein fröhliches Lachen der Mutter. „Aber Kind, selbst wenn wir die Seife gemacht haben, muss sie noch ein paar Wochen aushärten, bevor wir sie benutzen können. Du musst dir also mit der Flüssigseife die Hände waschen."
Dann wurde die Haustür geschlossen. Die kleine Fee flog alle Fenster des Menschenhauses ab, bis sie das Badezimmer gefunden hatte. Dass sie aber auch immer so neugierig sein musste. Dabei war es den Bewohnern des Märchenwalds verboten, zu den Menschenhäusern zu fliegen. Doch alles, was diese Menschenkinder taten, fand die kleine Fee ungeheuer interessant. Lilly drückte ihre Nase an die Fensterscheibe des Badezimmers. Neben dem Wasserhahn stand eine Plastikflasche. Das kleine Mädchen drückte darauf und eine weiße Flüssigkeit tropfte heraus. Die verteilte sie in ihren Händen und wusch sie anschließend wieder weg. Das mußte die Flüssigseife sein.
Kopfschüttelnd wandte sich Lilly vom Fenster ab. Sie würde die Menschlein nie verstehen. Überall standen Plastikflaschen oder lagen Tuben herum. Menschenzeug wo man nur hinschaute.

Die alte Eule, bei der die kleinen Waldfeen Unterricht hatten, wusste viel von den Menschen und hatte erklärt, dass die Hausbewohner ganz oft Dinge in Plastiktuben, Plastiktüten oder Plastikdosen aufbewahren. Wenn sie dieses Plastikzeug nicht mehr brauchten oder der Inhalt leer war, sammelten sie es und es wird abgeholt und neues Plastik daraus gemacht. Nur leider, und dabei wurde die alte Eule sehr traurig, gab es auch Menschen, die unachtsam damit umgingen und all das Plastik einfach wegwarfen. Manche Tiere glaubten dann, es wäre etwas, das sie fressen können, schluckten es und wurden davon krank oder starben.

Lilly war so in ihre Gedanken vertieft, dass sie den kleinen Elf nicht bemerkte, der sich neben sie gesetzt hatte und sie beobachtete. Als er nun zu ihr sprach, wurde sie vor Schreck ganz grün im Gesicht.
„Was machst du denn schon wieder, Lilly?“, fragte er mit feinem Stimmchen. „Du weißt doch ganz genau, dass du die Menschen nicht beobachten sollst. Du hast hier nichts verlorenen!“
„Aber ... aber ... es roch so gut“, stotterte Lilly und wollte von der Seife erzählen, die die Menschen machen wollen.
Der Waldelf unterbrach sie. „Mutter Waldhexe hat mich geschickt, um dich zu suchen. Ich an deiner Stelle würde gleich zurück fliegen.“
Schuldbewusst und mit hängenden Kopf folgte die kleine Waldfee dem Elf.

Schon am ersten Baum des Zauberwalds stand Mutter Waldhexe. Sie war sehr alt und ihr Gesicht so voller Runzeln und Warzen, dass es einen erschrecken konnte. Ihre sonst so gütigen Augen blickten Lilly streng an. Der ganze Wald schien zu beben, als sie mit grollender Stimme fragte: „Wo warst du?“
Wenn Lilly nicht schon so klein gewesen wäre, hätte sie sich gern noch kleiner gemacht. Oder noch besser, gleich unsichtbar. Mit zittriger Stimme erzählte Lilly, wie sie dem wunderbaren Duft gefolgt und bei den Menschen gelandet war.
„Ja, ihre Nase klebte am Badezimmerfenster der Menschen", wandte vorwitzig der kleine Elf ein.
„So, so", grollte die Waldhexe. „Dann muß ich jetzt dafür sorgen, dass du das nicht mehr tun kannst. Ich werde dir eine lange Nase wachsen lassen, dann kannst du sie dir nicht mehr an Menschenhäusern platt drücken." Sie hob ihren Zauberstab und sprach die Zauberformel: „Impux, wachsux, nasux“, und schon kribbelte es an der Nasenspitze der kleinen Fee. Es dauerte nur einen kurzen Augenblick und das Gewicht der neuen Nase hätte Lilly fast umgeworfen. Sie sah, wie Mutter Hexe sich ohne ein weiteres Wort auf ihren Besen setzte und davonflog.
Wie soll ich mit dieser großen Nase fliegen?, war Lillys erster Gedanke.
Der Elf, der mit großen Augen und stumm vor Entsetzen die Riesennase anstarrte, brauchte nur eine kurze Weile, bis er eine Antwort fand. „Du solltest dir noch einen langen Schwanz hexen lassen, damit könntest du das Gewicht ausgleichen.“
Der kleinen Waldfee liefen die Tränen übers Gesicht. Ja, sie hatte einen Fehler gemacht und nicht gehorcht und sie hatte gewusst, dass sie bestraft werden würde. Aber doch nicht so! Wie lange sie wohl nun mit dieser Nase herumlaufen musste? Dazu hatte Mama Waldhexe kein Wort gesagt. Lilly überlegte. Sie würde zur Höhle der Weisheit gehen, die fast alle Fragen der Waldbewohner beantworten konnte. Lilly war so damit beschäftigt, mit ihrer Nase nirgends anzustoßen, dass sie über die Wurzeln der alten Tanne stolperte.
„Vorsicht, kleine Waldfee!“, hörte sie den Geist der Tanne, die am Eingang der Höhle stand.
Die Nase war so schwer, dass die kleine Fee ihren Mund kaum aufbekam und nur ein gebrummeltes: „Entschuldigung“, hervorbrachte. Sie ging hinein und setzte sich auf den großen Stein, der in der Mitte der Höhle lag.
„Hallo kleine Lilly“, hörte sie die dunkle, wohlbekannte Stimme der Höhle. „Kommst du mich besuchen?“
Mit beiden Händen hielt Lilly ihre Nase nach oben, damit sie besser sprechen konnte. „Ich möchte dich etwas fragen. Wie lange muß ich mit dieser großen Nase herumlaufen?“
Es dauerte eine ganze Weile, bis die Antwort kam: “Solange bis du verstehst, warum Verbote wichtig sind und du dich daran hältst.“

Die kleine Waldfee dachte nach. Verstanden hatte Lilly es ja schon längst, dass die Menschenwelt für Waldfeen gefährlich war. Menschen können viele gemeine Dinge tun, wenn sie die kleine Fee erst entdeckten. Sie könnten Lilly zum Beispiel in einer dieser gruseligen Plastikboxen gefangen halten oder kleine Mädchen sperrten sie in ihre Puppenhäuser. Ja, all die Geschichten von verschwundenen Feen kannte Lilly und trotzdem flog sie so gern zu den Menschen und schaute ihnen zu. Aber gut, mit dieser langen Nase konnte sie gar nicht mehr zu den Menschen fliegen, die so aufregende Dinge taten und furchtbar gemein sein konnten .

Die kleine Waldfee bedankte sich bei der Höhle. So schnell sie konnte, lief sie zur Waldlichtung. Hier, in der Baumhöhle der alten Eiche, wohnte Lilly. Sie war so froh, dass niemand sie gesehen hatte, denn sie schämte sich ganz schrecklich.
Von all der Aufregung erschöpft, lies sie sich mit einem Plumps auf das von Laub und Moos bedeckte Bett fallen. Sie wollte nur noch schlafen. Lilly schlief einen Tag und eine Nacht und noch mal einen Tag und eine Nacht und sie hätte sicher nochmal so lange geschlafen, denn das können Feen, wenn nicht dieser schreckliche Geruch gewesen wäre. Ihre Nase war jetzt nicht nur länger, Lilly konnte auch viel besser riechen. Und das, was die kleine Fee jetzt roch, stank ganz furchtbar. Mit einem Satz war Lilly aus dem Bett. „Au!“ Das tat das weh. Lilly hatte gar nicht mehr an ihre neue, lange Nase gedacht. Die schöne Obstschale flog vom Tischchen und ihre Nasenspitze färbte sich zu allem Übel leuchtend rot.
Wütend stampfte Lilly aus der Höhle, immer dem üblen Geruch nach, bis hin zum kleinen Waldsee. Dort angekommen, traute sie ihren Augen nicht. Die beiden Beutelteufel der Waldhexe schlugen wild mit ihren Tatzen auf die Wasseroberfläche ein. Wahrscheinlich fühlten sie sich von ihrem eigenen Spiegelbild bedroht. Und um die Feinde im Wasser zu vertreiben, stießen die Tiere einen fürchterlichen Geruch aus.
Beruhigend strich Lilly den beiden Teufeln übers Fell: „Es ist doch alles gut. Ihr beiden seid wohl abgehauen?“ Freudig und voller Übermut Lilly zu sehen, schleckten sie ihr das Gesicht ab. Da begann ein Blubbern im Wasser und Welle um Welle schwappe über das Ufer.
„Was ist denn das für ein Gestank? Der ganze See stinkt!“ Verärgert erschien eine Nixe an der Wasseroberfläche. Beinahe wären die beiden Beutelteufel vor Schreck wieder ausgebüxt, hätte die kleine Fee sie nicht an ihren Halsbändern geschnappt und festgehalten.
„Es tut mir leid. Das kommt von den beiden Ausreißern. Ich werde sie zu Mama Waldhexe zurückbringen“, sagte Lilly.
„Dann sag der Waldhexe, sie soll kommen und den Gestank aus meinen See nehmen!“ Nach diesen Worten tauchte die Nixe ab und blubberte noch etwas unter Wasser, aber das konnte Lilly nicht mehr verstehen.

Mit den beiden Beuteteufeln zog die kleine Waldfee zum Hexenhauses. Als die Hexe die Tür öffnete und ihre beiden Lieblinge erblickte, starrte sie die kleine Fee erstaunt an.
„Wieso? Woher?“
Lilly berichtete schnell, wie sie die Teufelchen aufgespürt hatte und das die Nixe des Sees jetzt ganz schön wütend war.
„Ach du liebes bisschen. Wie bekommen wir den Gestank nur wieder aus dem See?“
„Kannst du ihn nicht raushexen?“, fragte Lilly.
„Eben nicht. Es ist ein Nixensee und da helfen keine Zaubersprüche.“
Lilly klopfte mit ihren Fingern an die Nase. Da war doch dieser tolle Duft gewesen, der aus dem Korb der Menschen kam.
„Mama Waldhexe, ich glaube, ich weiß was.“ Sie erzählte von dem Garten und dem Duft. „Wenn du die Kräuter und die Blumen hexen kannst, die in dem Korb waren, dann können wir sie in den See werfen und er wird wunderschön duften.“
Die beiden Ausreißer spielten sicher aufgehoben im Hexengarten, als Mama Waldhexe und Lilly sich auf den Weg zum Waldsee machten.
Rosenblüten, Zitronengras, Veilchenblüten, Rosmarin und Lavendel wurden herbeigehext. Ein Meer von Blüten schwamm auf dem See, der nun herrlich zu duften begann. Es dauerte auch nicht lange, da erschien die Nixe. Ihr Näschen schnupperte und zuckte und wackelte. „Wunderbar! Ganz wunderbar“, seufzte sie.
Die Waldhexe drehte sich zu Lilly und blickte lange stumm auf ihre Nase. „Deine Nase hat uns sehr geholfen und ich bin dir zu Dank verpflichtet, weil du mir meine beiden Teufelchen zurück gebracht hast. Ich werde dir deine alte Nase wiedergeben, unter der Bedingung, dass du mir versprichst, nie wieder zu den Menschen zu gehen.“
Die kleine Waldfee versprach das gerne und bekam - ein, zwei, drei - ihre kleine Feennase zurück gehext.
 
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CoK

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Vielen lieben Dank an Fliege an dieser Stelle .
Sie hat mir meinen Text vorab korrigiert und mir bei der Gestaltung meiner Geschichte mit ihren tollen Ideen und ihrer Kompetenz geholfen.

Liebe Grüße CoK
 
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Hallo @CoK ,

du hast deine Geschichte durchgehend sehr schön und abwechslungsreich formuliert, hat Spaß gemacht zu Lesen! Auch Rechtschreibung und Zeichensetzung sind gut, da stört nichts den Lesefluss.

Inhaltlich hast du alles ausführlich und detailreich gestaltet, ich konnte mir die Szenen gut vorstellen. Ich finde es nur für eine Kurzgeschichte recht viele Kreaturen.

Bezogen auf die Handlung und die Aussage der Geschichte bin ich mir jedoch nicht ganz so sicher. Auch bei einer Kindergeschichte ist eine Aussage zum Plastikmüll zwar nachvollziehbar, aber für die eigentliche Handlung ist es nicht wichtig. Würde ich also, auch wenn es schwer fällt, herausnehmen. Und den letzten Satz kann ich nicht ganz nachvollziehen, es hatte letzten Endes dann ja doch etwas Gutes, dass die kleine Fee zu dem Menschenhaus geflogen ist. Also vielleicht könnten die Fee und die Hexe ja am Ende einen Kompromiss finden, z.B. dass die Fee zumindest nicht mehr alleine den Wald verlassen darf.

Und noch ein paar Details:

„Das wird eine wunderbar duftende Seife werden.“
"werden" könntest du streichen

Die Zwei liefen auf ein kleines, mit Reed bedecktes, Haus zu.
Kein Komma nach "bedecktes"

„Aber Kind, selbst wenn wir die Seife gemacht haben, muss sie noch ein paar Wochen aushärten, bevor wir sie benützen können.
benutzen

Dass sie aber auch immer so neugierig sein musste, dabei war es den Bewohnern des Märchenwalds verboten, zu den Menschenhäusern zu fliegen.
Ich würde einen Punkt nach "musste" machen, "dabei" dann entsprechend groß geschrieben.

Lilly war so in ihre Gedanken vertieft, dass sie den kleinen Elf nicht bemerkte, der sich neben sie gesetzt hatte und sie beobachtete.
"sie" könntest du streichen

„Aber ... aber ... es roch so gut“, stotterte Lilly und wollte von der Seife erzählen, die die Menschen machen wollen.
Ein "Aber" reicht m.E.

Der kleinen Waldfee liefen die Tränen über das Gesicht.
übers

Lilly war so damit beschäftigt, mit ihre Nase nirgends anzustoßen, dass sie über die Wurzeln der alten Tanne stolperte.
ihrer

Aber gut, mit dieser langen Nase konnte sie gar nicht mehr zu den Menschen fliegen, die so aufregende Dinge taten und furchtbar gemein sein konnten ...
Ich würde am Ende des Satzes nur einen Punkt setzen.

Danke für die schöne Geschichte!

Viele Grüße,
Rob
 

CoK

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Hallo Rob
Danke das du dir die Zeit genommen hast meine Geschichte zu lesen. Noch mal ein dickes Danke für die Korrektur.
Das mit dem Plastikmüll, diesen Absatz zu entfernen werde ich mir noch überlegen. Möglicherweise kommt ja noch der ein oder andere Kommentar dazu. Ich weiß es wäre eine Kreatur weniger und die Geschichte benötigt diesen Absatz nicht. Es fällt mir nur schwer mich von ihm zu trennen.


"sie" könntest du streichen
Das „sie"finde ich wichtig ,denn dem Elf ging es nur um die Waldfee.

Ein "Aber" reicht m.E.

Ich finde hier klingt es schön, um das stottern zu verdeutlichen.

Der Schlusssatz du findest ihn zu Hard! Ich werde darüber nachdenken.

Es hat mich sehr gefreut dass dir meine Geschichte gefallen hat .

Lieber Gruß CoK
 
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Hey @CoK

Mir geht in etwa so wie @Rob F . Du schreibst ansprechend, sauber und flüssig, aber auch irgendwie orientierungslos. Als wärst du gut trainiert am Start eines Hundert-Meter-Laufes, da knallt der Startschuss, und du weisst nicht, wohin es gehen soll. Du tappst durch den Steeple-Wassergraben, fragst dich bei den Hammerwerfern durch und gelangst dann nach einem wertvollen Tipp eines Hochspringers über die grüne Wiese doch noch an die Ziellinie. Aber wie gesagt, du bist gut trainiert und hast es eigentlich drauf.

Waldfee Lilly
Nur schon der Name erinnert zu sehr an die Prinzessin Lilifee (wuuaaahhh, eine schweisstreibende Horrorfigur aus Konsumien). Es lohnt sich nicht, Abgedroschenes zu klauen. Schaff dir was Neues.

Neugierig späte sie hervor.
spähte

mit Reed bedecktes Haus
Reet

Mucksmäuschenleise
mucksmäuschenstill

Sie war sehr alt und ihr Gesicht so voller Runzeln, dass man gar nicht wusste, wo das Gesicht aufhörte und die Runzeln anfingen.
Das klingt zwar nett, aber weckt kein Bild. Runzeln fangen dort an, wo die ersten Runzeln sind. Es wär was anderes, wenn du zB. schreiben würdest: "Sie war sehr alt und ihr Gesicht so voller Runzeln, dass man das Gesicht hinter den Falten suchen musste."

Der Elf, der mit großen Augen und stumm vor Entsetzen die Riesennase anstarrte, brauchte nur eine kurze Weile, bis er eine Antwort fand. „Du solltest dir noch einen langen Schwanz hexen lassen, damit könntest du das Gewicht ausgleichen.“
Die Idee gefällt mir. Frech und witzig.

Die Story wirkt gebastelt. Da war das Mädchen, die Mutter, der Uhu, Elf, Mutter Waldhexe, die Höhle der Weisheit, der Geist der Tanne, die Beuteteufel ... habe ich was vergessen? Es würde nichts ausmachen. Denn es ist einfach zuviel. Da ist einfach ein ungehorsames Mädchen, das von Oma bestraft wird und weil es die Hunde findet und weil ihr Ungehorsam nützlich war, wird die Strafe aufgehoben. Trotzdem: Wehe du bist wieder ungehorsam. ... Die Moral taugt mir nicht.

Das Problem vieler süss gemeinter Geschichten ist, dass sie schlussendlich nur klebrig sind. Gib deinen süssen Geschichten Saures. Fokussier beim Erzählen die Ziellinie, lass dich nicht ablenken. Du bist gut trainiert, aber noch etwas weit weg von deiner Bestzeit.

lg snif
 
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CoK

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Hallo snif

Danke das du meine Geschichte gelesen hast. Danke auch für die Korrektur .
Nur das mit dem 100 m Lauf, Hammerwerfen und Hochsprung habe ich nicht so ganz verstanden. Ich denke nicht, dass es daran liegt dass ich total unsportlich bin sondern,
dass ich die Kausalität nicht verstehe. Kannst du es mir vielleicht noch mal erklären bitte?

Waldfee Lilly, den Namen habe ich deshalb ausgesucht weil meine beste Freundin vor 30 Jahren Lilly hieß und Prinzessin Lillifee kenne ich nicht. Allerdings weiß ich, dass Lilly im Moment ein Modename ist und ich verspreche bei meinen nächsten Geschichten Besserung.

mucksmäuschenstill

Mir gefällt mucksmäuschenleise hier besser bei „ still" würde sie ja stehen.

Ich nehme mir zu Herzen, was du geschrieben hast und werde es hoffentlich auch schriftlich umsetzen können..

Vielen Dank CoK
 
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Hey @CoK

Sorry, ich war wohl etwas kryptisch.

Nur das mit dem 100 m Lauf, Hammerwerfen und Hochsprung habe ich nicht so ganz verstanden.
Ich meinte damit, dass die Geschichte meiner Meinung nach nicht zielstrebig genug ist. Schauplatz und Figuren wechseln, ohne wirklich etwas zur Handlung beizutragen. Dadurch irrt der Leser umher und verliert das Interesse. Die Handlung ist auch nicht so packend. Da ist einfach eine Fee die ungehorsam ist, bestraft wird, etwas umherirrt, durch einen Zufall die Anerkennung zurückgewinnt, ... aber meimei, von jetzt an gehorsam sein, gell? Das ist für mich zuwenig interessant.

Waldfee Lilly, den Namen habe ich deshalb ausgesucht weil meine beste Freundin vor 30 Jahren Lilly hieß und Prinzessin Lillifee kenne ich nicht.
Dann ist die Verwandschaft der beiden Feen einfach ein scheusslicher Zufall. Da kannst du nichts dafür. Schön, dass du für deine Freundin schreibst. :)

Ich hoffe, das hilft ein wenig weiter.

lg snif
 

CoK

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Hallo snif

Danke für die Erklärung.
Ich bin jetzt verunsichert, ich hätte nicht erwartet das in dieser Geschichte der Leser umherirrt und das Interesse verliert.
Klar die Handlung ist einfach. Ich verstehe auch, das sie für dich nicht interessant ist. Für mich schon sonst hätte ich sie ja nicht so geschrieben.
Ich hoffe sehr das es mir gelingen wird interessantere Geschichten zu schreiben.
Lieber Gruß CoK
 
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Hallo @CoK ,

es bleibt halt, auch für zukünftige Geschichten, die Frage, was du denn nun eigentlich erzählen möchtest.

Ich finde es hierbei auch schwierig, im Nachhinein zu sagen, worum es in der Geschichte geht. Die Protagonistin reist von "Station zu Station", an jeder Station passiert etwas und dann ist die Geschichte vorbei. Da finde ich die o.g. Beschreibung von @snif schon passend.

Es bleibt für mich eine gut geschriebene und bunte Erlebnisreise, die ich gerne gelesen habe. Es wirkt halt alles nur so zufällig und austauschbar. Also was ist der Schwerpunkt der Handlung? Bisher ist es leider nicht erkennbar.

Viele Grüße,
Rob
 

CoK

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Hallo Rob

Ursprünglich war ja mein Schwerpunkt eine kleine Geschichte zu einer Waldfee zu schreiben die auf einer Seifenschale saß. Ich wollte erzählen wie sie dazu kam. Dann hab ich die ganze Geschichte umgeworfen und wollte nur noch von der kleinen Waldfee schreiben. Dabei alles in die Geschichte aufnehmen was ich an Vorschlägen bekam.
Okay, das ist jetzt die Geschichte einer kleinen Fee geworden die ein kleines Erlebnis hatte. Nicht zufrieden stellend!
Ich würde mich jetzt aber auch sehr schwertun an der Handlung noch etwas zu ändern, weil ich nicht wüsste was.
Sehr gerne möchte ich es jetzt aber mit einer neuen Geschichte versuchen und ich hoffe ,dass ich verstanden habe was sie mir sagen wolltet.

Lieben Dank für deine Erklärung
CoK
 
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