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  • Macht bis zum 15.08.2020 mit bei der ersten jährlichen Sommer-Challenge für Kindergeschichten: Zielgruppe Krümel.

Wenn Liebe gemacht wird

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Wenn Liebe gemacht wird

Kathi föhnte sich die Haare, Anne balancierte einen Plüschhund auf der nassen Badewanne und Anton ließ seine Lego-Figur das Regal hochklettern. Im Spiegel sah Kathi, wie seine Hand das auf dem Regal hängende Handtuch griff. Durch einen kräftigen Zug rutschte das Handtuch herunter und riss dabei den oben im Regal liegenden Karton mit. Sie schubste Anton weg und hielt die andere Hand über Annes Kopf. Der Karton krachend auf den Boden.
Anton fing an zu weinen.
Der Plüschhund fiel in die Badewanne.
„Nichts passiert“, sagte sie, half Anton auf und kuschelte kurz darauf beide Kinder.
„Ist das kaputt?“, fragte Anne und zeigte auf den Karton.
„Geht jetzt!“ Sie fing an aufzuräumen.

Als sie ins Wohnzimmer kam stritten sich Anton und Anne um ein Malbuch.
Das Telefon klingelte.
„Ihr dürft jetzt Fernsehen“, rief sie den Kindern zu und nahm ab: „Hallo!“
„Hey Kathi! Ich wollte nur hören, wie es euch geht. Wir haben uns ja jetzt schon länger nicht gesehen.“
„Ach Bea, ja, geht so.“
„Geht so?“
„Naja. Die Kinder zanken sich oft. Ansonsten sind wir viel zuhause.“
„Und sonst?“
Die Kinder schauten friedlich fern.
„Hey! Du weißt, dass ich es weiß.“
Kathis Augen begannen zu tränen.
„Bleib damit nicht allein!“
Sie weinte.
Bea gab ihr Zeit.
„Er …“
Bea wartete.
„Er ist immer da.“
„Und weiter?“
Kathi hörte Schlüssel an der Wohnungstür.
„Was?“
„Ich muss Schluss machen“, schluchzte sie, legte auf, lief ins Badezimmer, schloss ab und sank auf den Toilettensitz.
„Ich bin wieder da“, hörte sie Peter aus dem Flur rufen.
„Ich bin auf Klo“, brüllte sie so laut es ging, damit die Angst keinen Raum im Klang ihrer Stimme finden konnte.
Er brachte die Einkäufe in die Küche, nahm sich ein Bier und scheuchte die Kinder vom Fernseher ins Kinderzimmer, um die nächste Folge seiner Zombie-Serie zu starten.
Sie trocknete sich das Gesicht und frischte ihr Makeup auf. Dann atmete sie tief durch und ging in die Küche.


Kathi räumte gerade die Konservendosen in das unterste Regal, als Peter ihr einen Klaps auf den Arsch gab. Sie erschrak und ließ zwei Dosen Suppe fallen.
„Sei doch nicht so schreckhaft“, sagte er.
„Ich war nur in Gedanken.“
Er ging noch näher zu ihr und fing an ihre Pobacke zu kneten.
Sie hielt sich am Küchentisch fest.
„Ich hätte jetzt Lust mit Dir Liebe zu machen“, flüsterte er ihr ins Ohr.
„Aber die Kinder“, erwiderte sie. „Die kommen bestimmt gleich, weil sie Hunger haben.“
Er schaute zur Tür und begrabschte weiter ihren Po.
Sie versuchte erfolglos, sich aus seinen Fängen zu befreien und sagte leise: „Das geht jetzt nicht.“
Er ließ sie frei und holte sich ein weiteres Bier.
Sie trat einen Schritt zurück.
„Dann eben heute Abend“, sagte er beim Verlassen der Küche.


Kathi deckte den Tisch und rief die Kinder zum Essen.
Anton und Anne kamen mit Lego-Figur und Plüschhund angerannt. „Essen, ja“, riefen sie freudig.
„Peter, kommst du bitte auch!“
Er machte den Fernseher lauter und kam zum Tisch.
Die Kinder fassten sich mit ihr an den Händen und riefen laut: „Piep, piep, piep. Guten Appetit!“
Er schaute zum Fernseher.
Anton nahm sich eine Kartoffel, Anne sagte: „Ich mag keinen Brokkoli.“
„Ein Stückchen Brokkoli musst du aber essen.“
„Ich will aber nicht“, schmollte Anne.
„Ruhe! Ich versteh ja gar nichts.“
Kathi legte jedem Kind ein Stück Brokkoli auf den Teller.
Beide verzogen das Gesicht.
Im Fernsehen biss ein Zombie in einen Hals.
Anne teilte mit der Gabel eine Kartoffel. Dabei schubste sie ein Stück vom Tisch.
Kathi hob es auf und legte es zurück auf den Teller.
Anton schob seinen Brokkoli mit Soße auf den Tisch.
„Könnt ihr nicht aufpassen?“, sagte Peter laut.
Die Kinder stocherten lustlos im Essen herum und aßen kaum etwas.
Kathi holte ein Küchentuch und räumte das herumliegende Essen vom Tisch.
Er schob sich ein großes Stück Fleisch in den Mund.
„Wenn ihr keinen Hunger mehr habt, könnt euch bettfertig machen“, sagte sie und die Kinder verschwanden.
Er holte sich ein neues Bier und setzte sich wieder vor den Fernseher.


Kathi lag ein paar Minuten regungslos im Bett und wartete darauf, dass der Schmerz in der Vagina nachließ. Das Sperma an den Oberschenkeln fing an zu trocknen. Dann stand sie auf und zog ihr Nachthemd an.
„Wo gehst Du hin?“, grunzte Peter.
„Ich gehe nur ins Bad“, sagte sie und ging los.
„Ach übrigens …“
Sie blieb stehen, drehte sich aber nicht um. „Ja?“
„Wollte ich Dir vorhin schon sagen, ich bin vorerst weitere vier Wochen auf Kurzarbeit.“
„Doof“, sagte sie nur und lief mit tränenden Augen ins Bad.
 
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Hi @pantoholli! Großes Kompliment! Eine raue, schwarze Geschichte, wie ein Schlag in die Magengrube. Ich finde die Sprache, Erzählperspektive und das Tempo sehr passend. Nach dem ersten Durchlesen nur ein paar kleine Ideen:

Kathi föhnte sich die Haare, während ihre Kinder um sie herumwuselten. Anne balancierte einen Plüschhund auf der nassen Badewanne und Anton ließ seine Lego-Figur das Regal hochklettern.
„Naja. Die Kinder zanken sich oft. Ansonsten sind wir viel zuhause.“
Kathis Augen begannen zu tränen.
Sie trocknete sich das Gesicht und frischte ihr Makeup auf, sodass das Grün ihres Veilchens an der Wange kaum noch zu sehen war.
Kathi räumte gerade die Konservendosen in das unterste Regal, als Peter ihr einen Klaps auf den Arsch gab.
Ich kann dir nicht genau erklären, warum, aber ich finde, dass das Wort "Arsch" hier einen ziemlich stark wirkt. Vielleicht, weil die Sprache im übrigen Text sehr präzise ist - keine Ahnung. Wenn du diese Wirkung beabsichtigst: top!

Er ging noch näher zu ihr und fing an, ihre Pobacke zu kneten.
„Ich hätte jetzt Lust, mit Dir Liebe zu machen“, flüsterte er ihr ins Ohr.
Sie versuchte erfolglos, sich aus seinen Fängen zu befreien und sagte leise (...)
Er ließ sie frei und holte sich ein weiteres Bier.
Deine Beschreibung des Abendessens hat ein sehr hohes Tempo. Das funktioniert, das ist schnell und verwirrend und bildet Kathis Überforderung ab. Trotzdem finde ich das Tempo ein bisschen zu schnell. Aber, wie gesagt: Wenn dein Ziel ist, Kathis Überforderung auf den Leser zu übertragen, dann funktioniert diese Beschreibung. Und sie ist ja auch nicht lang. ;-)

„Wenn ihr keinen Hunger mehr habt, könnt euch bettfertig machen“, sagte sie und die Kinder verschwanden.
„Wollte ich Dir vorhin schon sagen, ich bin vorerst weitere vier Wochen auf Kurzarbeit.“
„Doof“, sagte sie nur und lief mit tränenden Augen ins Bad.
Die Pointe ist stark und sitzt - fantastisch!

Du siehst - Kleinigkeiten, überwiegend Tippser. Sehr interessant finde ich den Effekt von "Arsch" und die Beschreibung des Abendessens, sie fallen beim Lesen auf.

So viel heute Abend - setze um, was dich anspricht, und ignoriere den Rest. Deine Geschichte ist stark!

Viele Grüße - Christophe
 

AWM

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Servus @pantoholli mir ist die Geschichte zu klischeehaft. Ich denke mir auch, dass sich ja durch seine Kurzarbeit nicht allzu viel verändert haben kann. Das, was abends geschieht und so wie er ist, könnte genausogut in normalen Zeiten passieren. Hätte es interessanter gefunden, wenn du ein Paar beleuchtet hättest, dessen Beziehung sich im Homeoffice verändert. Zeigen, wie die Liebe langsam kippt und sich Seiten auftun, die man nicht erwartet hatte etc. So sind mir auch die Rollen zu klar verteilt und das ist dann kein guter Konflikt für mich. Besser wäre es, wenn ich beide Seiten nachvollziehen kann. Arbeite gerade im Homeoffice und bin froh, dass ich keine Kinder habe. Ein Kollege hat zwei. Ein guter Kerl, aber ich glaube das stresst brutalst. Vor allem, wenn man eh in einem Stressberuf arbeitet, bei dem es kaum Planungssicherheit gibt und dann gibt es Geschrei daheim etc.
Kathi föhnte sich die Haare, während ihre Kinder um sie herumwuselten.
Bisschen langweilig der erste Satz.
wie seine Hand das auf dem Regal hängende Handtuch griff.
Worte wie "hängend" hast du oft drin. Finde das mal okay. Aber auf Dauer unschön. Vor allem ist das auch unwichtig. wie seine Hand das Handtuch vom Regal griff.
Durch einen kräftigen Zug rutschte das Handtuch runter und riss dabei den oben im Regal liegenden Karton mit.
herunter. und wieder "liegenden"
Sie schubste Anton weg und hielt schützend ihre Hand über Annes Kopf, als der Karton krachend zu Boden fiel.
schützend, krachend ... Sie schubste Anton weg. Ihre Hand schnellte über Annes Kopf. Der Karton krachte auf den Boden.
„Nichts passiert“, sagte sie, half Anton auf und kuschelte kurz darauf beide Kinder.
„Ist das kaputt?“, fragte Anne und zeigte auf den Karton.
„Geht jetzt!“
Finde hier den Wechsel zu krass. Sehr liebevoll und dann das Geht jetzt mit Ausrufezeichen. Dachte, dass in dem Karton etwas Wichtiges für sie drin ist und sie deshalb so reagiert. Aber da kam nichts mehr in der Geschichte, was das rechtfertigen würde.
Kathis Augen begannen zu Tränen.
tränen
Bea gab ihr Zeit.
„Er …“
„…“
„Er ist immer da.“
Mag so Pünktchen nicht in einem Dialog. Arbeite da lieber mit wirklichen Auslassungen.
„Ich muss Schluss machen“, schluchzte sie, legte auf, lief schnell ins Badezimmer, schloss ab und sank auf den Toilettensitz.
Mach mehr Sätze daraus
damit die Angst keinen Raum im Klang ihrer Stimme finden konnte
Zu umständlich formuliert
Danach flossen Tränen ihre Wangen hinunter.
Hat ja schon davor geweint
nahm sich ein Bier und scheuchte die Kinder vom Fernseher ins Kinderzimmer, um die nächste Folge seiner Zombie-Serie zu starten.
Sympathisch
Sie trocknete sich das Gesicht und frischte ihr Makeup auf, so dass das Grün ihres Veilchens an der Wange kaum noch zu sehen war. Dann atmete sie tief durch und ging in die Küche.
Warum sollte sie das tun? So wie ich das lese, war das ja er. Warum also verstecken?
Kathi räumte gerade die Konservendosen in das unterste Regal, als Peter ihr einen Klaps auf den Arsch gab. Sie erschrak und lies zwei Dosen Suppe fallen.
Ja, Klischee halt. Sowas gibt es. Aber deine Figuren bleiben zu flach und Gut und Böse sind mit hier viel zu klar verteilt.
„Ich …“, antworte sie. „Ich war nur in Gedanken.“
"Ich war nur in Gedanken" alleine würde viel stärker wirken. lass diese Pünktchen weg.
Sie hielt sich krampfhaft am Küchentisch fest.
Mit diesen ganzen Adverbien machst du es dir zu leicht. Köntest mehr show wagen. Wie sieht das denn aus, wenn sich jemand krampfhaft wo festhält?
„Essen, jaaaaa…“, riefen sie freudig.
freudig" ist überflüssig. Pünktchen und aaaa auch
„Peter, kommst du bitte auch!“
Er machte den Fernseher lauter und kam zum Tisch.
Finde ich auch unpassend. Dachte, sie hat übel Schiss vor ihm. Und dann hier mit Ausrufezeichen.
könnt euch Bettfertig machen“
bettfertig

Gruß!
AWM
 
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15.09.2008
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Hallo @pantoholli ,
beim Liebemachen, macht Macht Liebe kaputt.

An ein schwieriges Thema hast du dich da gewagt:
Macht und Ohnmacht, Würde und Scham, Gewalt und Duldung, Frust und Überforderung, Angst, Verletzung und Schmerz, alles spielt sich da hinter der verschlossenen Tür ab, vertuscht und verheimlicht vor der Umwelt, den Kindern, den Nachbarn, den Freunden und Arbeitskollegen.

Am 4. Juli 1997 trat der neue § 177 StGB in Kraft. Seitdem ist auch die Vergewaltigung in der Ehe strafbar. Das sind gerade mal 23 Jahre, und die Dunkelziffer derjenigen Fälle, die nicht angezeigt werden, mag ich gar nicht schätzen.

„Hey! Du weißt, dass ich es weiß.“
Kathis Augen begannen zu tränen.
„Bleib damit nicht allein!“
Sie weinte.
Bea gab ihr Zeit.


Auch deine Prota Kathi duldet die entwürdigenden und verletzenden Übergriffe, ohne Konsequenzen zu ziehen.
Und es gibt im Umfeld der Opfer selten und auch nur ganz wenige Eingeweihte, die darüber Bescheid wissen und helfen, das seelische und körperliche Martyrium zu ertragen.

Die unentdeckten Täter sind auch nicht immer nur Männer wie Peter, den du leider klischeehaft sofort und ganz direkt unsympathisch beschreibst, reichlich Bier trinkend, ein Zombiefan und Pograpscher, der die Kinder rumscheucht und beruflich frustriert ist.

Er brachte die Einkäufe in die Küche, nahm sich ein Bier und scheuchte die Kinder vom Fernseher ins Kinderzimmer, um die nächste Folge seiner Zombie-Serie zu starten.


Natürlich wünschen wir Leser/Innen uns, dass der Typ so ist, wie du ihn beschreibst, am besten noch feist, ungewaschen, stinkend und rülpsend, damit wir von vorne herein erst gar kein Fünkchen Nettigkeit an ihm entdecken.
Aber nein, die Täter sind auch die netten und hilfsbereiten Nachbarn, der gute Grillkumpel, der angesehene Bürger der Stadt, und das nicht erst nach falsch verarbeitetem Input durch Fifty Shades of Grey.

Das macht die Einflussnahme so schwierig für Familienmitglieder, Nachbarn, Freunde und Ärzte, insbesondere, wenn das Opfer abstruse Erklärungen als Ursache für sichtbare Verletzungsspuren abgibt.
Angst und Scham, den Partner, den man liebte, den Vater der Kinder, den Ernährer der Familie bloßzustellen und anzuprangern, verhindern, dass Frauen sich als Opfer sexueller Gewalt outen.

In deiner Geschichte beschreibst du exemplarisch eine Szene, wie sie sich zu hunderten täglich in Deutschland zutragen kann.
Hinter der Fassade eines scheinbar normalen Familienlebens und den Bemühungen, den Kindern eine gute Mutter zu sein, bleibt die erzwungene Hingabe verborgen.

Sie versuchte erfolglos, sich aus seinen Fängen zu befreien und sagte leise: „Das geht jetzt nicht.“
Er ließ sie frei und holte sich ein weiteres Bier.


Die Szenen wiederholen sich und Kathis Scheinausreden, warum es jetzt nicht geht verstärken Peters Frust, der sich schließlich und immer wieder in gewaltsamer Penetration entlädt.
Je mehr Kathi sich verschließt, desto rücksichtsloser nimmt Peter sich sein Eherecht.

In deiner „Szene einer Ehe“ sollte Kathi sich offensichtlich an einem Wendepunkt befinden:
Der Freundin gegenüber hat sie sich bereits geöffnet.
Die Angst vor der nahen Zukunft, dem Mann weitere vier Wochen täglich 24 Stunden ausgeliefert zu sein, sollte den Entschluss zur Trennung reifen lassen.
Das wünscht man sich als Leser/in.

Du aber lässt die Szene recht unspektakulär enden.
„Doof“, sagte sie nur und lief mit tränenden Augen ins Bad.

Das Ende ist mir zu seicht, den Ausruf „Doof“ finde ich irgendwie unpassend, zu flach und zu schwach für das Drama, das sich nach dem Gewalt-Akt jetzt in ihr abspielt.

Recht hast du allerdings, wenn du andeutest, dass Kathi sich doch nicht aus den Fesseln befreien kann und weiterhin nach dem Muster „weinend auf dem Klo sitzen“ verfährt.
Das passiert so sicher in der Realität oft.
Aber für die Geschichte hätte ich mir am Ende einen richtigen Wumms gewünscht, ein Aufbäumen das den Leser Kathis Leiden und die Entwürdigung stärker spüren lässt.

Sehe gerade, bereits angemerkt:
lassen – lässt - ließ

Texte mit solch einem Thema kann man ja nicht gerne lesen, aber man kann sich gerne damit auseinandersetzen. Und das habe ich getan.

Lieben Gruß
kathso60
 
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Hallo, und vorab schonmal vielen Dank fürs Lesen, Eure Zeit und Eure Kommentare!
Kleinere Tippfehler habe ich sofort korrigiert!

Hallo @Christophe,
Großes Kompliment!
Das geht natürlich runter, wie Öl - Danke!
Deine Beschreibung des Abendessens hat ein sehr hohes Tempo. Das funktioniert, das ist schnell und verwirrend und bildet Kathis Überforderung ab. Trotzdem finde ich das Tempo ein bisschen zu schnell.
ok - ich schaue mir die Szene nochmal an. Ich hatte Angst, dass das zu langatmig wird - und hab vielleicht zu doll aufs Gaspedal gedrückt.
Die Pointe ist stark und sitzt - fantastisch!
Danke.

Hallo @AWM
mir ist die Geschichte zu klischeehaft.
Ja, kann ich voll verstehen. Die Geschichte ist aus der Überschrift heraus entstanden. Daher ist der Fokus eher auf dem Ist-Stand, nicht auf Entstehung oder Lösung.
Ich denke mir auch, dass sich ja durch seine Kurzarbeit nicht allzu viel verändert haben kann. Das, was abends geschieht und so wie er ist, könnte genausogut in normalen Zeiten passieren.
Jain :) Ich denke, dass die Arbeit schon ein Ausgleich schafft. Klar hast du Recht, dass es vorher im Grunde auch so war, aber durch den Alltag mit Job kam es vorher nie so durch. Und jetzt, wo sie ständig aufeinanderhocken eskalliert die Situation jeden Tag ein wenig mehr. Und Urlaub ist da eher eine Ausnahme. Das war/ist jedenfalls mein Gedanke hinter dem Plot.
Hätte es interessanter gefunden, wenn du ein Paar beleuchtet hättest, dessen Beziehung sich im Homeoffice verändert.
Das mache ich vielleicht mal in einer anderen Geschichte. Hier lag der Fokus anders.
Bisschen langweilig der erste Satz.
Args - dieser Kritikpunkt trifft mich hart! :) Menno - hast Recht.
Finde hier den Wechsel zu krass. Sehr liebevoll und dann das Geht jetzt mit Ausrufezeichen.
Das Ausrufezeichen kam aus der Grammatik - ich hab mich nicht getraut, bei einem Aufforderungssatz das Ausrufezeichen nicht zu setzen.
Dachte, dass in dem Karton etwas Wichtiges für sie drin ist und sie deshalb so reagiert. Aber da kam nichts mehr in der Geschichte, was das rechtfertigen würde.
Stimmt. Ich wollte den Twist nicht an einem zerbrochenem Gegenstand festmachen.
Danach flossen Tränen ihre Wangen hinunter.
Hat ja schon davor geweint
Oh danke. Das kam daher, dass ich das Telefongespräch nachträglich eingefügt habe. Habe die Tränen an der Stelle gelöscht.
Sie trocknete sich das Gesicht und frischte ihr Makeup auf, so dass das Grün ihres Veilchens an der Wange kaum noch zu sehen war. Dann atmete sie tief durch und ging in die Küche.
Warum sollte sie das tun? So wie ich das lese, war das ja er. Warum also verstecken?
Weil sie noch nicht so "durch" ist, dass ihr ihr Aussehen unwichtig ist. Aber guter Punkt - denke ich nochmal drüber nach. Vielleicht streiche ich das Veilchen auch ganz. Update: Ich habe das Veilchen rausgenommen.
Mit diesen ganzen Adverbien machst du es dir zu leicht. Köntest mehr show wagen. Wie sieht das denn aus, wenn sich jemand krampfhaft wo festhält?
Ich übe immernoch, wieviel Show und Tell meinem Schreibstil entsprechen.
„Peter, kommst du bitte auch!“
Er machte den Fernseher lauter und kam zum Tisch.
Finde ich auch unpassend. Dachte, sie hat übel Schiss vor ihm. Und dann hier mit Ausrufezeichen.
Wie oben auch - das Ausrufezeichen, weil es grammatisch eine Aufforderung ist.

Danke Dir für Deinen Kommentar! Ich werde an einigen Formulierungen nochmal werkeln.

Hallo @kathso60
beim Liebemachen, macht Macht Liebe kaputt.
Da hast Du den Gandenken hinter der Geschichte schön zusamengefasst. :)
An ein schwieriges Thema hast du dich da gewagt:
Ja, die Liebe und ihre Ausläufer.
wie Peter, den du leider klischeehaft sofort und ganz direkt unsympathisch beschreibst,
Kann ich verstehen. Das Klieschee hilft aber, in einer Kurzgeschichte, den Charakter zu beschreiben - das habe ich hier vielleicht zu doll ausgenutzt,
Natürlich wünschen wir Leser/Innen uns, dass der Typ so ist, wie du ihn beschreibst, am besten noch feist, ungewaschen, stinkend und rülpsend, damit wir von vorne herein erst gar kein Fünkchen Nettigkeit an ihm entdecken.
Aber nein, die Täter sind auch die netten und hilfsbereiten Nachbarn, der gute Grillkumpel, der angesehene Bürger der Stadt, und das nicht erst nach falsch verarbeitetem Input durch Fifty Shades of Grey.
Oh danke dafür. Du hast Recht, Peter sollte nicht komplett unnett sein. Da muss ich nochmal nachdenken.
In deiner „Szene einer Ehe“ sollte Kathi sich offensichtlich an einem Wendepunkt befinden:
Der Freundin gegenüber hat sie sich bereits geöffnet.
...
Du aber lässt die Szene recht unspektakulär enden.
„Doof“, sagte sie nur und lief mit tränenden Augen ins Bad.

Das Ende ist mir zu seicht, den Ausruf „Doof“ finde ich irgendwie unpassend, zu flach und zu schwach für das Drama, das sich nach dem Gewalt-Akt jetzt in ihr abspielt.
Ich überlege nochmal, ob mir ein anderes Wort als "doof" einfällt. Ansonsten wollte ich aber kein Happy-End. Sie hat Bea, das ist der Lichtblick. Den Wendepunkt in die Tat umzusetzen ist eine andere Geschichte.
Texte mit solch einem Thema kann man ja nicht gerne lesen, aber man kann sich gerne damit auseinandersetzen. Und das habe ich getan.
Danke dafür!


Gruß
pantoholli
 
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24.07.2020
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Der heruntergefallene Karton passt schon, ohne dass weiter darauf eingegangen wird. Es ist schliesslich etwas für Kathi wichtiges drin (ihr Selbstwertgefühl o.ä.) und die Kinder sollen nicht sehen, dass es zerbrochen ist. Vielleicht war es auch schon kaputt, bevor es oben auf dem Regal weggestellt wurde. Auf jeden Fall ist nichts passiert, solange die Kinder geschützt sind.

Bei Kleinigkeiten wie "föhnte die Haare [...] föhnte dann die Haare weiter und ging ins Wohnzimmer" ergibt sich für mich der Sinn der nicht. Warum eine Verdoppelung anstatt Abschluss, wenn sie im Anschluss ins Wohnzimmer geht?

Der Bösewicht ist mir auch überdeutlich gezeichnet.

Schluss: Ginge allenfalls das doppeldeutige "unglücklich" anstatt "doof"?
 
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Hallo @pantoholli ,
ganz kurz noch mal.
Ich schrieb in meinem Kommentar:
Du aber lässt die Szene recht unspektakulär enden.

Und du antwortetest:
Ich überlege nochmal, ob mir ein anderes Wort als "doof" einfällt. Ansonsten wollte ich aber kein Happy-End. Sie hat Bea, das ist der Lichtblick. Den Wendepunkt in die Tat umzusetzen ist eine andere Geschichte.

Ich wünschte mir hier auch kein Happy End.
Ich meinte mit Wumms und dem Wunsch nach mehr Aufbäumen, dass der Leser Kathis Leiden und die Entwürdigung stärker spüren kann. So in etwa, das Maß ist voll!
Die Verzweiflung und Ohnmacht müssten stärker herausgearbeitet werden.
Das kam für mich mit dem Weinen im Bad und dem Wort Doof nicht stark genug rüber.
Lieben Gruß
kathso60
 
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24.07.2020
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23
@kathso60 mehr Aufbäumen ja. Aber es muss nicht zum Schluss hin sein. Dort könnte ihr durch die Nachricht das Genick gebrochen werden, so dass Verzweiflung und Ohnmacht in Resignation umschlägt. Auch in diesem Fall müsste es ausgearbeitet werden.
 
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Hallo @lana91

Der heruntergefallene Karton passt schon, ohne dass weiter darauf eingegangen wird.
Danke - tolle Interpretation des Kartons :) gefällt mir.
Bei Kleinigkeiten wie "föhnte die Haare [...] föhnte dann die Haare weiter und ging ins Wohnzimmer" ergibt sich für mich der Sinn der nicht. Warum eine Verdoppelung anstatt Abschluss, wenn sie im Anschluss ins Wohnzimmer geht?
Stimmt - ich habe die Dopplung rausgenommen.
Der Bösewicht ist mir auch überdeutlich gezeichnet.
Ja, ich habe das Veilchen auch rausgenommen. ich finde es besser, wenn es nicht so auf eine "Gewalt in der Ehe" hinausläuft. Dadurch wirkt er nicht soo böse, und der Text geht mehr in die Richtung, die ich dachte.
Schluss: Ginge allenfalls das doppeldeutige "unglücklich" anstatt "doof"?
Inhaltlich, ja. Aber "ünglücklich" passt nicht zu Kathi in der Situation. Es sollt eien Einsilbriges Wort sein - irgendwas, wasss man sich noch "rauswürgen" kann, wenn einem der Hals zuschnürt.

Danke für Deine Zeit!

Ich wünschte mir hier auch kein Happy End.
Ich meinte mit Wumms und dem Wunsch nach mehr Aufbäumen, dass der Leser Kathis Leiden und die Entwürdigung stärker spüren kann. So in etwa, das Maß ist voll!
Die Verzweiflung und Ohnmacht müssten stärker herausgearbeitet werden.
Hallo nochmal.
Das lasse ich mal sacken und denke nochmal drüber nach.

Danke für den Kommentar.
 

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