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Wir kommen in ...

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Anmerkungen zum Text
Das ist die erste ernst zunehmende Kurzgeschichte, die ich jemals geschrieben habe. Seit ich ihnvor 2 Jahren beendet habe wurde mein Text von einem Deutschlehrer und dem Lektor meines Vaters verbessert (zumindest hoffe ich das).
Ich würde mich sehr über konstruktive Kritik freuen :)

Wir kommen in ...

Wir kommen in …

Tag 406.975 nach der Flucht der Menschen von ihrer damaligen Heimat, genannt blauer Planet. Kommandant Fox Silaney steuerte das Generationenraumschiff Beta 13 mit nahezu perfekter Genauigkeit auf den grünen Planeten zu, den Wissenschaftler Jahrhunderte zuvor als bewohnbar identifiziert hatten. Sein ganzes Leben war er, wie sein Vater und schon viele weitere Piloten vor ihm, auf diese eine Situation vorbereitet worden. Bereits 19 Generationen hatten auf diesen Tag hin gehofft, und selbst der sonst optimistische Fox hatte niemals damit gerechnet, ihn noch mitzuerleben. Doch nun war es so weit, und er durfte sich keinerlei Fehler erlauben. Ein einzelnes Zwinkern konnte zum Tod der gesamten 5.000 Menschen an Bord führen, wobei 1.000 dieser Personen aufgrund von Behinderungen, Fettleibigkeit oder ähnlichem keine Relevanz in seinen Gedanken hatten. Sie waren nur Ballast auf ihrem Weg zum Wideraufstieg. Eine Schweißperle rann ihm langsam unter seinem kargen grauen Haarwuchs die Stirn hinunter, als er dem Lenkungssystem die genauen Befehle und Koordinaten für das Landemanöver diktierte. Erleichtert atmete er auf, als die Federung der Stützbeine mit einem dumpfen Geräusch nachgab und sich das Sichtfenster langsam von Computeranzeigen befreite, um einen Ausblick auf die neue Welt zu ermöglichen. Die Beta 13 konnte nicht mehr zurück, denn das Raumschiff war nur für eine Landung konzipiert. Da waren sie nun, 1.115 Lichtjahre von der Erde entfernt, gestrandet in ihrer neuen Heimat.

Schon Jahrhunderte war die Art des Menschen bedroht, kein Wunder, wenn man auf ihre alte Heimat zurückblickte. Diverse Strahlungsarten führten zu Impotenz und einer hohen Sterberate durch Krebs. Nahrungsmittel- und Wassermangel sowie das Aussterben vieler Tierarten durch Massenhaltung und Artenmonopole mündeten in einem fatalen Krieg um die letzten Rohstoffe der Erde. Irgendwann hatten sie handeln müssen und waren in Richtung neue Welten aufgebrochen.

Zum Zeitpunkt der Landung reihten sich riesige Menschenmassen an den Heckscheiben, um den ersten Blick auf die Heimat ihrer Träume zu werfen. Doch Silaney wusste schon: Keiner von ihnen würde jemals einen Fuß auf diese Erde setzen.

Der grüne Planet war einer der wenigen bewohnbaren Orte im ganzen Universum. Also hätte wohl auch der Erbauer des Raumschiffs schon 1.115 Jahre früher ahnen können, was sie jetzt erwartete. Doch das hatte er nicht.

Wie so oft hatte eine andere Spezies den Menschen bereits an Intelligenz, Schnelligkeit und technischem Fortschritt übertroffen, und somit waren die Erdlinge keineswegs auf einem unbewohnten Planeten gelandet. Eine andere Alienrasse hatte den Planeten schon Jahrhunderte zuvor angefangen zu einem Teil ihres Imperiums zu machen, also waren sie vielmehr in einem Zentrum von hochentwickeltem Leben eingetroffen, anstatt einen unberührten Ort als neue Heimat zu finden.

Anscheinend eilte der Ruf der Menschen als Zerstörer der Welten und Feind anderer Rassen den Eingetroffenen voraus. Die Bewohner des Planeten schienen sogar ein so grausames Bild vom Neuankömmling zu haben, dass sie nicht einmal eine erste Kontaktaufnahme in Kauf nehmen wollten. Denn bis auf einen verwirrten Blick auf die seltsamen Wesen, die Fox von der anderen Seite der Scheibe entgegenblickten, konnte er nichts mehr sehen, da ihn grelle Lichtblitze blendeten und sich zerberstende Glassplitter tief in seine Augen bohrten. Und in den Rauchwolken, die zum Himmel aufstiegen, schwebten die nie geborenen Nachkommen empor und verdampften mit stummen Schreien in der Atmosphäre der einstigen Hoffnung.

Den Menschen, die an diesem Tage mit der Beta 13 gelandet waren, wurde der Spiegel vorgehalten: Wer es nicht schafft, sich selbst wie auch andere Arten zu respektieren, kann dies nicht von Fremden erwarten.

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… Feindschaft, Hass, Zerstörung,

Auslöschung, Rassismus, Sexismus …
 
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Hallo felixx_be,

und willkommen bei den Wortkriegern.

"wurde mein Text von einem Deutschlehrer und dem Lektor meines Vaters verbessert"

Ja, das sieht man, zumindest dass der Text ein Korrektorat durchlaufen hat.
Haben dir Lehrer und Lektor auch gesagt, dass es sich bei dem Text um eine Novelle handelt?
(Ich habe den Text mal, dein Einverständnis vorausgesetzt, zu den Kurzgeschichten verschoben.)

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Dann ist dir bei der Überschrift noch ein Fehlerchen unterlaufen (falsch abgeschrieben?). Ich habe ein Leerzeichen vor den Auslassungspunkten eingefügt.
Ohne Leerzeichen nur, wenn Wort unvollstän...

Tja, der Text selbst ... Sorry, aber da kann ich dir leider nichts Positives sagen.
Für mich ist das die Inhaltsangabe eines Romanes, keine szenische Geschichte.
Suche mal im Internet nach "Show, don't tell", dann weißt du, was ich meine.

Würde mich freuen, wenn du noch Szenen, Dialoge und all das einbauen würdest, was eine Geschichte ausmacht. Potential hat's allemal.

Viel Spaß hier im Forum, beim Lesen, Kommentieren, Schreiben.

Schönen Abend und liebe Grüße,
GoMusic
 
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Hallo @felixx_be

ich hatte schon angefangen, Deinen Text auseinanderzunehmen, bevor ich durch den Kommenatar von GoMusic darauf aufmerksam wurde, dass Du vermutlich ziemlich jung bist.
Deshalb möchte ich Deine Geschichte nicht so hart anpacken, sondern Dir nur einen Ratschlag mitgeben.
Die meisten Leser mögen es nicht, wenn ihnen eine Moral der Geschichte aufgedrückt wird. Das bedeutet nicht, dass keine vermittelt werden sollte. Sie sollte nur nicht so dick daherkommen, wie in Deiner Geschichte.
Wer es nicht schafft, sich selbst wie auch andere Arten zu respektieren, kann dies nicht von Fremden erwarten.
Außerdem würde ich "Rassismus und Sexismus" streichen. Das ergibt keinen logischen Sinn in Bezug auf Außerirdische.

Schönen Gruß!
Kellerkind
 
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Rassismus, Sexismus …


Hey, felixx. Schön, dass du dir Gedanken machst. Aber der Rassismus und Sexismus kommt echt anbiedernd. Da kräht doch kein grünes Männchen nach!

Ich finde ein Generationenraumschiff das tausend Jahre unterwegs ist und nur fünftausend Personen beherbergt auch ein wenig unterdimensioniert.

Die Zerstörung dann kurz vor Schluss, Glassplitter und so, danach verdampft erst was ... neee ...

Also solche Waffen machen sofort Zack-Puff und nicht erst Glassplitter.

Trotzdem,
gar nicht so schlecht geschrieben ;)

Gruß,
Analog
 
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14.02.2020
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Vielen Dank an alle, die so schnell ihre Kritik verfasst haben und erst recht an @GoMusic, der meine Fehler ausgebessert hat ... (das mit den Leerzeichen wusste ich nicht :D)
Tja, der Text selbst ... Sorry, aber da kann ich dir leider nichts Positives sagen.
Für mich ist das die Inhaltsangabe eines Romanes, keine szenische Geschichte.
Suche mal im Internet nach "Show, don't tell", dann weißt du, was ich meine.

Würde mich freuen, wenn du noch Szenen, Dialoge und all das einbauen würdest, was eine Geschichte ausmacht. Potential hat's allemal.
Ja du hast leider recht, dass ich hier sehr viel erzählt habe und erst gegen Ende angefangen habe Dinge durch Taten zu zeigen. Das habe ich jedoch eigentlich sogar extra gemacht, scheint aber nicht rüberkommen zu sein, was natürlich gegen mich spricht. Dialoge sind bei mir in allen Geschichte Mangelware, da ich mir damit sehr schwer tue. Aber Übung macht nunmal den Meister.
Vielen Dank für deine Kritik.

@Kellerkind keine Angst du brauchst mich nicht schonen nur, weil ich jung bin xD. Klingt allerdings so, als würde da ein ziemlicher Brocken auf mich zu kommen ...
Die meisten Leser mögen es nicht, wenn ihnen eine Moral der Geschichte aufgedrückt wird. Das bedeutet nicht, dass keine vermittelt werden sollte. Sie sollte nur nicht so dick daherkommen, wie in Deiner Geschichte.
Damit hast du total Recht! Die Moral sollte schon durch die Geschichte (zumindest halbwegs) klar werden. Da muss ich wohl noch einiges Überarbeiten. Auch mit "Sexismus und Rassismus" habe ich vielleicht zu viel gewollt.
Danke für die Tipps.

@Analog vielen Dank dafür, dass du dir Gedanken darüber gemacht hast, ob alles realistisch ist :). Du hast denke ich mit allen Kritikpunkten Recht. Ich werde auf jeden Fall nochmal drüber gehen und das ganze ausbessern.
Und natürlich auch danke für deine netten Worte :)
 
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09.09.2012
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136
Moin @felixx_be,

Wie so oft hatte eine andere Spezies den Menschen bereits an Intelligenz, Schnelligkeit und technischem Fortschritt übertroffen,

Die Bewohner des Planeten schienen sogar ein so grausames Bild vom Neuankömmling zu haben, dass sie nicht einmal eine erste Kontaktaufnahme in Kauf nehmen wollten. Denn bis auf einen verwirrten Blick auf die seltsamen Wesen, die Fox von der anderen Seite der Scheibe entgegenblickten, konnte er nichts mehr sehen, da ihn grelle Lichtblitze blendeten und sich zerberstende Glassplitter tief in seine Augen bohrten.

Na da scheinen die Ausserirdischen aber nicht viel weiter als die Menschen zu sein.

Deine Moral ist klar und deutlich in der Geschichte, aber viel zu platt rübergebracht. Ich verrate Dir etwas, was auf Beta 13 passiert ist: nach den ersten 200 Jahren Köpfe einschlagen haben sich alle mal halb vertragen, nach 500 Jahren waren alle auf dem Schiff miteinander verwandt, nach 700 Jahren kamen alle zum Schluss, dass wir alle gleich sind und miteinander leben doch viel besser ist. Nach 1115 Jahren waren alle brav, und dann kommt der Cowboy Alien und knallt Beta 13 ab, weil zuerst schießen dann gucken ... .

Deine Geschichte kann man massiv ausbauen und subtil dann eine Moral reinbringen. Aber ich hab's gerne gelesen und würde mich auf eine Überarbeitung freuen :).

BG
Kroko
 
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Hey @felixx_be

wir kennen uns noch nicht. Freut mich.
Ich habe deine Geschichte jetzt einmal gelesen und finde, dass sie sich im ersten Durchlauf recht flüssig ließt. Ich denke die Thematik hat an sich viel Potenzial und ich denke auch, dass du da noch eine Menge rausholen kannst.

Bisher erzählst du mir etwas, aber ich habe nicht so richtig eine Figur, mit der ich mit fiebern kann. Mir fehlt ein wenig der Protagonist, dessen Handlungen ich verfolgen kann.

Ich lese deine Geschichte ein zweites Mal und schau mal, ob mir noch etwas Bestimmtes auffällt.
Tag 406.975 nach der Flucht der Menschen von ihrer damaligen Heimat, genannt blauer Planet. Kommandant Fox Silaney steuerte das Generationenraumschiff Beta 13 mit nahezu perfekter Genauigkeit auf den grünen Planeten zu, den Wissenschaftler Jahrhunderte zuvor als bewohnbar identifiziert hatten.
Wie haben die so lange Zeit in diesem Raumschiff überlebt? Wie stellt sich da Nahrungsversorgung sicher?
Bereits 19 Generationen
Die Zahl würde ich persönlich ausschreiben, ließt sich meiner Meinung nach schöner.
5.000 Menschen
Hier auch
1.000 dieser Personen
Hier auch
wobei 1.000 dieser Personen aufgrund von Behinderungen, Fettleibigkeit oder ähnlichem keine Relevanz in seinen Gedanken hatten. Sie waren nur Ballast auf ihrem Weg zum Wideraufstieg
Das ist hart, beschreibt aber wahrscheinlich die Gedanken vieler.
Eine Schweißperle rann ihm langsam unter seinem kargen grauen Haarwuchs die Stirn hinunter,
Da gehst du etwas auf die Figur ein. Sowas würde ich öfter einbauen.
Erleichtert atmete er auf,
Oder auch da
Die Beta 13 konnte nicht mehr zurück, denn das Raumschiff war nur für eine Landung konzipiert.
Also waren sie die ganze Zeit über in diesem einen Raumschiff? Das führt mich wieder zu meiner Frage am Anfang: Wie überleben die das?
Irgendwann hatten sie handeln müssen und waren in Richtung neue Welten aufgebrochen.
Jetzt noch Fiktion, irgendwann vielleicht Realität.
Und in den Rauchwolken, die zum Himmel aufstiegen, schwebten die nie geborenen Nachkommen empor und verdampften mit stummen Schreien in der Atmosphäre der einstigen Hoffnung.
Das klingt cool
Wer es nicht schafft, sich selbst wie auch andere Arten zu respektieren, kann dies nicht von Fremden erwarten.
Wie man in den Wald reinschreit, so kommts zurück, was?
Das würde ich den Leser nicht so auf dem Tablett servieren, weil sich diese Erkenntnis auch selbst Schlussfolgern lässt.

Danke für den Text.

Man liest sich!

Gruß aufdemWeg
 
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14.02.2020
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Wieder Mal vielen dank für die neuen Kommentare! Ich werde im folgenden auf alle eingehen.

Lieber @Kroko ich habe mir deinen Kommentar aufmerksam durchgelesen und muss sagen, dass ich deine Bedenken jetzt sehr gut verstehen kann. Die Art in der ich die Moral rüber gebracht habe ist wohl wirklich noch nicht ausgefeilt genug.
Trotzdem freue ich mich, dass es dir Spaß gemacht hat meine Geschichte zu lesen :) So was sieht man immer gerne! Die Kritik nehme ich in meine Überarbeitung mit.

@aufdemWeg danke für diese ausführliche Analyse.
Erstmal zum Protagonisten: Ich habe absichtlich keine wirklich aktive Person, deren Handeln man gut verfolgen kann mit eingebaut, da ich keine Dynamik durch auftretende Personen erschaffen wollte. Allerdings verstehe ich total, dass das den Leser stört, weswegen ich es wahrscheinlich auch ändern werde.
Auch die kleinen Kritikpunkte zwischendrin sind sehr interessant und habe ich mir sofort notiert.
Das klingt cool
Auf den Satz bin ich auch sehr stolz danke :)
Auf jeden Fall vielen Dank für das Lob und auch die Kritik!

Die Kommentare helfen mir sehr.
 

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